Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘political correctness

Warum Political Correctness so unpolitisch ist

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Nun ist schon wieder was passiert.
Ein Schwarzer glaubt im Nationalrat „sein Österreich verteidigen“ zu müssen und
erinnert eine Liste Pilz Abgeordnete daran, dass hier nicht Zustände wie in ihrem Geburtsland Bosnien herrschen.

Ex-Kanzler Kern twittert erbost,
die Betroffene bedankt sich artig

die Opposition verlangt geschlossen eine Entschuldigung, die wortreich verweigert wird, Geschnatter erhebt sich.

Bald wird uns wieder die damals unmissverständliche Aufforderung zum Oralverkehr im nicht ganz so „Hohen Haus“ ins Gedächtnis zurückgerufen werden.
Das alles ehe noch die Taskforce begonnen hat den „Fall Sigi Maurer und der PC eines Gastronomen“ aufzuarbeiten.

Natürlich sind diese und viele andere verbale Übergriffe völlig indiskutabel und die Urheber werden nicht zu Unrecht medial verurteilt, nur beschleicht mich da immer das Gefühl, dass es sich die aktuell Guten etwas zu leicht machen, um gut dazustehen und es auch den Bösen leicht gemacht wird sich zu solidarisieren. Losgelöst von allfälligen moralischen Überlegungen geht es nur um Klientelpflege, nicht um politische Inhalte.

Auch die Wähler der jeweiligen Gruppen fühlen sich gut dabei, oder glaubt denn jemand ernsthaft, dass ein überzeugter Rechtsnationaler plötzlich Grün wählt, nur weil der Falter wieder ein schmuddeliges Liederbuch zugespielt bekommen hat?

PC (=Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung) ist weniger ein Appell für einen fairen Umgang im politischen und privaten Umgang, er wurde zum Ersatz für eine politische Absicht, eine Richtung, den Willen für eine wirkliche Veränderung; zum Aufplustern über Nebenschauplätze.
Einen Shitstorm wirbel die Scheiße bloß hoch und verteilt sie. Los sind wir sie dadurch nicht.

Wenn das Ende der Tumulte in der Liste Pilz ein zutiefst feministischer Akt sein soll, dann vergeht sogar den Hühnern das Lachen.

Es ist natürlich viel einfacher und für das jeweilige politische Klientel scheinbar befriedigender sich auf „Binnen-Is“ und „Gruppencodes“ einzuschwören als sich als Opposition zu Themen wie dem Klimawandel, WohlfahrtsstaatSteuerleistung für Großkonzerne, Bedrohung der persönlichen Freiheit durch eigene und fremde Geheimdienste, Sozialstaat, Gesundheitsversorgung, …zu einigen, wenn man schon dann, als man an der Macht war diesbezüglich Ähnliches begonnen hat, was nun die Regierung fortsetzt.

Statt Mindestlohn verhandeln wir Formalismen,
die Berittene Polizei scheint schon wichtiger als die Razzia im BVT durch bewaffnete Polizisten,
wir vergessen auf unsere Pensionssicherung, wenn wir uns über ein paar Sündenböcke aufregen können.

Ich frage mich immer wieder, weshalb selbst diejenigen Gruppen in der Gesellschaft, denen ich mich ideologisch näher fühle als den Anhängern der tückisch-blauen Regierung,
sich mit derartigen Spiegelfechterei zufrieden geben und glauben, dass das was ihnen vorgesetzt wird ein sinnvoller politischer Prozess ist.

Das ist alles so reformwirksam wie ein Ave Maria in Mariazell, eine gleichgeschlechtliche Umarmung auf der Gay Parade oder der Wolfsgruß unter Grauen Wölfen.
Es verfestigt die Zusammengehörigkeit Gleichgesinnter auf beiden Seiten und bringt die Welt keinen Millimeter weiter.

Politik zwischen Onanie und Egomanie

Written by medicus58

13. Juni 2018 at 16:48

Update des Web 2.0 ,die Unverlässlichkeit des Mausklicks und Virtualität der Zukunft

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Blog_at

Web 2.0 ist ein Schlagwort, das für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets verwendet wird. Hierbei konsumiert der Nutzer nicht nur den Inhalt, er stellt als Prosument selbst Inhalt zur Verfügung. Der Begriff postuliert in Anlehnung an die Versionsnummern von Softwareprodukten eine neue Generation des Webs und grenzt diese von früheren Nutzungsarten ab erklärt uns Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 ) die letztendlich selbst ein Teil dieser postulierten Kollaboration ist und überall dort unzuverlässig wird, wo aktuelle Interessen kollidieren.

Zahllos sind die euphorischen Vorhersagen, welche neuen Formen der gesellschaftspolitischen Entwicklungen dadurch ermöglicht werden. Letztendlich dienten unsere Abstimmungen mittels Like-Button auf Facebook, unsere Unterstützungsunterschriften auf http://www.avaaz.org/de/ und unsere gebloggten Wortmeldungen aber nur dem Wissensdurst der Werbeindustrie und sind ohne Tränengas, Wasserwerfer oder Gummigeschosse durch das einfache Herunterfahren eines Servers aus der Welt zu schaffen.

So geschehen auf einem kleinen Server, auf dem ich vor vier Jahren begonnen habe zu bloggen (http://wp.me/p1kfuX-Sf). Natürlich ist das für den Gang der Weltgeschichte völlig belanglos, wenn meine Gedankensplitter der Nachwelt nicht mehr zugänglich sind, jedoch zeigt uns das Beispiel auch außerhalb von Nord-Korea die extreme Fremdbestimmtheit der uns scheinbar gewährten Interaktivität und Kollaborativität.

Wie sicher kann sich der stolze Bücherfreund sein, dass die scheinbar sicher in der Cloud verwahrten e-Books noch inhaltsident zu den Ausgaben sind, die dereinst gekauft wurden, wenn er wieder etwas nachlesen möchte, wenn zwischenzeitlich political correctness den Mohren von Venedig zum maximalpigmentierten venezianischen Gastarbeiter upgedatet hat, selbstverständlich ohne Rücksprache mit dem Buchbesitzer geschweige denn mit dem Barden aus Stratford-upon-Avon?

Auch wenn derartige Entwicklungen im Web am augenfälligsten sind, hat diese inhärente Instabilität auch alle anderen Bereiche unseres Lebens erfasst.
Die Finanzwirtschaft mit ihren enormen Mengen an Buchgeld, deren Saldi schon längst keiner mehr zu ziehen vermag.
Die Rohstoffwirtschaft, deren Preisgestaltung (siehe Ölpreis) offensichtlich weniger von Angebot und Nachfrage als von politisch motivierter Preisbildung abhängt. (Oder überzeugt es sie, dass das Schiefergas der Amerikaner ein ausreichender Grund dafür ist, dass unsere Benzinpreise in den Keller gefallen sind?)
Ich erspare mir weitere Aufzählungen, um nicht schon am Jahresbeginn in das Fahrwasser weltverschwörerischer Pessimismen zu geraten, jedoch scheint mir die Diskrepanz zwischen virtueller Zugänglichkeit und verlässlicher Realität noch selten so groß wie heute gewesen zu sein.

Innerhalb von Sekunden wissen wir, wenn wo ein Flugzeug abgeschossen wurde oder verschwunden ist, nach Monaten und intensivsten Untersuchungen erklärt uns keine halbwegs unverdächtige Autorität mehr, weshalb es zu diesen Vorgängen gekommen ist.
Millionen klickten Untersützungen für Julian Assange oder Edward Snowden, als sie uns Informationen darüber zur Verfügung gestellt haben, wie die reale Macht uns regiert, jedoch wurde die Bastille nicht gestürmt und der eine sitzt offenbar weiterhin in der ecuadorianischen Botschaft in London, der andere, angewiesen auf Putins guten Willen in Russland.

Daran, dass sich die hochgejazzten Erwartungen an die Social Media als Motor einer Demokratisierung in Nordafrika (Arabischer Frühling 21.2.2011: RE=VO=LU=TI=ON http://wp.me/p1kfuX-ay) nicht erfüllt haben, braucht wohl nicht extra erwähnt werden.

Schlussfolgerung?

Lassen wir uns den Blick auf die realen Dinge des Lebens nicht vernebeln, die laufen noch immer analog …

 

 

 

 

Sprachliche Korrektheit die was-weiß-ich-wievielte: Erklär mir das einer

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black

Mölzer provozierte und verwendete den Begriff „Neger“ in einem bislang zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch ungebräuchlichen Junktim mit Konglomerat.
http://derstandard.at/1395364409246/Moelzer-und-der-Kampf-um-das-NWort

Erwartungsgemäß hagelte es Rücktrittsaufforderungen und nun auch eine Anzeige mit einem möglichen Strafausmaß von bis zu zwei Jahren, soll sein.

Was ich nicht verstehe, weshalb eine in unseren Breiten in ungleich massiverer Weise verfolgte und millionenfach ermordete Volksgruppe, die Juden, sich selbst nahezu trotzig und stolz als Jud titulieren, eben gerade mit dieser Bezeichnung, die ihnen auf den Mantel genäht wurde

Sprachliche Korrektheit die was-weiß-ich-wievielte: Erklär mir das einer (1 Besucher)

 

Mölzer provozierte und verwendete den Begriff „Neger“ in einem bislang zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch ungebräuchlichen Junktim mit Konglomerat.
http://derstandard.at/1395364409246/Moelzer-und-der-Kampf-um-das-NWort

Rücktrittsaufforderungen und nun auch eine Anzeige mit einem möglichen Strafausmaß von bis zu zwei Jahren, soll sein.

Was ich nicht verstehe, weshalb eine in unseren Breiten in ungleich massiverer Weise verfolgte und millionenfach ermordete Volksgruppe,die Juden, sich selbst nahezu trotzig und stolz selbst als Jud titulieren, eben gerade mit dieser Bezeichnung, die ihnen auf den Mantel genäht wurde.

Sprachliche Korrektheit die was-weiß-ich-wievielte: Erklär mir das einer (1 Besucher)

 

Mölzer provozierte und verwendete den Begriff „Neger“ in einem bislang zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch ungebräuchlichen Junktim mit Konglomerat.
http://derstandard.at/1395364409246/Moelzer-und-der-Kampf-um-das-NWort

Rücktrittsaufforderungen und nun auch eine Anzeige mit einem möglichen Strafausmaß von bis zu zwei Jahren, soll sein.

Was ich nicht verstehe, weshalb eine in unseren Breiten in ungleich massiverer Weise verfolgte und millionenfach ermordete Volksgruppe,die Juden, sich selbst nahezu trotzig und stolz selbst als Jud titulieren, eben gerade mit dieser Bezeichnung, die ihnen auf den Mantel genäht wurde,

Sprachliche Korrektheit die was-weiß-ich-wievielte: Erklär mir das einer (1 Besucher)

 

Mölzer provozierte und verwendete den Begriff „Neger“ in einem bislang zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch ungebräuchlichen Junktim mit Konglomerat.
http://derstandard.at/1395364409246/Moelzer-und-der-Kampf-um-das-NWort

Rücktrittsaufforderungen und nun auch eine Anzeige mit einem möglichen Strafausmaß von bis zu zwei Jahren, soll sein.

Was ich nicht verstehe, weshalb eine in unseren Breiten in ungleich massiverer Weise verfolgte und millionenfach ermordete Volksgruppe,die Juden, sich selbst nahezu trotzig und stolz selbst als Jud titulieren, eben gerade mit dieser Bezeichnung, die ihnen auf den Mantel genäht wurde, während das ain anderen Fällen rundweg anders gesehen wird.

Eine andere verfolge und vergaste Gruppe, die Roma und Sinti hingegen wollen die Bezeichnung, mit der sie in die Gaskammer geschickt wurden, Zigeuner, nicht mehr hören.

Wie man nun auch immer die dunkelhäutigen, irgenwann in Afrika Geborenen bezeichnet, waren diese – im Gegensatz zu den USA hierorts zahlenmäßig im Vergleich zu den beiden vorgenannten Gruppen zwar – wie alle Fremden – Anfeindungen ausgesetzt, aber schon auf Grund ihrer geringeren Zahl nie in derartigem Ausmaß verfolgt.

Es mögen Sprachwissenschaftler die unterschiedlichen Entstehungsgeschichten und den unterschiedlichen Gebrauch der N-Worte bei uns oder in den USA analysieren, ich wäre dankbar, wenn mir irgendjemand erklären könnte, weshalb in einem Fall die Überlebenden – für mich übrigens sehr nachvollziehbar – die Punze ihrer Verfolger bewußt beibehalten (und mir geht es um die selbstbewußte Vorstellung vieler Juden als „ich bin a Jud“ und nicht um die Bezeichnung der Volksgruppe) und in den beiden anderen Fällen schon die Verwendung der Worte „Zigeuner“ und „Neger“ abgelehnt wird.

Das alles noch vor dem Hintergrund, dass man den Juden eines nicht nachsagen kann, dass sie mit  Sprache jemals unbedacht und sorglos umgegangen wären.
Nochmals, es geht hier nicht um die Anrede des Individdums. Hier (siehe mein Beitrag über Harri Stojka) ist natürlich zu akzeptieren, wie dieses angesprochen werden möchte.

Harri Stojka
https://medicus58.wordpress.com/2013/02/23/harri-stojka/?

Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung
http://wp.me/p1kfuX-dN

.

Eine andere verfolge und vergaste Gruppe, die Roma und Sintihingegen wollen die Bezeichnung, mit der sie in die Gaskammer geschickt wurden, eben als Zigeuner, nicht mehr hören.

Wie man nun auch immer die dunkelhäutigen, irgenwann in Afrika geborenen bezeichnet, waren diese – im Gegensatz zu den USA hierorts zahlenmäßig im Vergleich zu den beiden vorgenannten Gruppen zwar – wie alle Fremden – Anfeindungen ausgesetzt, aber schon auf Grund ihrer geringeren Zahl nie in derartigem Ausmaß verfolgt.

Es mögen Sprachwissenschaftler die unterschiedlichen Entstehungsgeschichten und den unterschiedlichen Gebrauch der N-Worte bei uns oder in den USA analysieren, ich wäre dankbar, wenn mir irgendjemand erklären könnte, weshalb in einem Fall die Überlebenden – für mich übrigens sehr nachvollziehbar – die Punze ihrer Verfolger bewußt beibehalten (und mir geht es um die selbstbewußte Vorstellung vieler Juden als „ich bin a Jud“ und nicht um die Bezeichnung der Volksgruppe) und in den beiden anderen Fällen schon die Verwendung der worte „Zigeuner“ und „Neger“ abgelehnt wird.

Das alles noch vor dem Hintergrund, dass man den Juden eines nicht nachsagen kann, dass sie mit  Sprache jemals unbedacht und sorglos umgegegangen wären.

Harri Stojka
https://medicus58.wordpress.com/2013/02/23/harri-stojka/?

Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung
http://wp.me/p1kfuX-dN

Eine andere verfolge und vergaste Gruppe, die Roma und Sintihingegen wollen die Bezeichnung, mit der sie in die Gaskammer geschickt wurden, eben als Zigeuner, nicht mehr hören.

Wie man nun auch immer die dunkelhäutigen, irgenwann in Afrika geborenen bezeichnet, waren diese – im Gegensatz zu den USA hierorts zahlenmäßig im Vergleich zu den beiden vorgenannten Gruppen zwar – wie alle Fremden – Anfeindungen ausgesetzt, aber schon auf Grund ihrer geringeren Zahl nie in derartigem Ausmaß verfolgt.

Es mögen Sprachwissenschaftler die unterschiedlichen Entstehungsgeschichten und den unterschiedlichen Gebrauch der N-Worte bei uns oder in den USA analysieren, ich wäre dankbar, wenn mir irgendjemand erklären könnte, weshalb in einem Fall die Überlebenden – für mich übrigens sehr nachvollziehbar – die Punze ihrer Verfolger bewußt beibehalten (und mir geht es um die selbstbewußte Vorstellung vieler Juden als „ich bin a Jud“ und nicht um die Bezeichnung der Volksgruppe) und in den beiden anderen Fällen schon die Verwendung der worte „Zigeuner“ und „Neger“ abgelehnt wird.

Das alles noch vor dem Hintergrund, dass man den Juden eines nicht nachsagen kann, dass sie mit  Sprache jemals unbedacht und sorglos umgegegangen wären.

Harri Stojka
https://medicus58.wordpress.com/2013/02/23/harri-stojka/?

Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung
http://wp.me/p1kfuX-dN

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Eine andere verfolge und vergaste Gruppe, die Roma und Sintihingegen wollen die Bezeichnung, mit der sie in die Gaskammer geschickt wurden, eben als Zigeuner, nicht mehr hören.

Wie man nun auch immer die dunkelhäutigen, irgenwann in Afrika geborenen bezeichnet, waren diese – im Gegensatz zu den USA hierorts zahlenmäßig im Vergleich zu den beiden vorgenannten Gruppen zwar – wie alle Fremden – Anfeindungen ausgesetzt, aber schon auf Grund ihrer geringeren Zahl nie in derartigem Ausmaß verfolgt.

Es mögen Sprachwissenschaftler die unterschiedlichen Entstehungsgeschichten und den unterschiedlichen Gebrauch der N-Worte bei uns oder in den USA analysieren, ich wäre dankbar, wenn mir irgendjemand erklären könnte, weshalb in einem Fall die Überlebenden – für mich übrigens sehr nachvollziehbar – die Punze ihrer Verfolger bewußt beibehalten (und mir geht es um die selbstbewußte Vorstellung vieler Juden als „ich bin a Jud“ und nicht um die Bezeichnung der Volksgruppe) und in den beiden anderen Fällen schon die Verwendung der worte „Zigeuner“ und „Neger“ abgelehnt wird.

Das alles noch vor dem Hintergrund, dass man den Juden eines nicht nachsagen kann, dass sie mit  Sprache jemals unbedacht und sorglos umgegegangen wären.

Harri Stojka
https://medicus58.wordpress.com/2013/02/23/harri-stojka/?

Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung
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Sprachliche Korrektheit die was-weiß-ich-wievielte: Erklär mir das einer (1 Besucher)

 

Mölzer provozierte und verwendete den Begriff „Neger“ in einem bislang zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch ungebräuchlichen Junktim mit Konglomerat.
http://derstandard.at/1395364409246/Moelzer-und-der-Kampf-um-das-NWort

Rücktrittsaufforderungen und nun auch eine Anzeige mit einem möglichen Strafausmaß von bis zu zwei Jahren, soll sein.

Was ich nicht verstehe, weshalb eine in unseren Breiten in ungleich massiverer Weise verfolgte und millionenfach ermordete Volksgruppe,die Juden, sich selbst nahezu trotzig und stolz selbst als Jud titulieren, eben gerade mit dieser Bezeichnung, die ihnen auf den Mantel genäht wurde.

Eine andere verfolge und vergaste Gruppe, die Roma und Sintihingegen wollen die Bezeichnung, mit der sie in die Gaskammer geschickt wurden, eben als Zigeuner, nicht mehr hören.

Wie man nun auch immer die dunkelhäutigen, irgenwann in Afrika geborenen bezeichnet, waren diese – im Gegensatz zu den USA hierorts zahlenmäßig im Vergleich zu den beiden vorgenannten Gruppen zwar – wie alle Fremden – Anfeindungen ausgesetzt, aber schon auf Grund ihrer geringeren Zahl nie in derartigem Ausmaß verfolgt.

Es mögen Sprachwissenschaftler die unterschiedlichen Entstehungsgeschichten und den unterschiedlichen Gebrauch der N-Worte bei uns oder in den USA analysieren, ich wäre dankbar, wenn mir irgendjemand erklären könnte, weshalb in einem Fall die Überlebenden – für mich übrigens sehr nachvollziehbar – die Punze ihrer Verfolger bewußt beibehalten (und mir geht es um die selbstbewußte Vorstellung vieler Juden als „ich bin a Jud“ und nicht um die Bezeichnung der Volksgruppe) und in den beiden anderen Fällen schon die Verwendung der worte „Zigeuner“ und „Neger“ abgelehnt wird.

Das alles noch vor dem Hintergrund, dass man den Juden eines nicht nachsagen kann, dass sie mit  Sprache jemals unbedacht und sorglos umgegegangen wären.

Harri Stojka
https://medicus58.wordpress.com/2013/02/23/harri-stojka/?

Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung
http://wp.me/p1kfuX-dN

I FICK DEI MOTTER

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Diese Aufschrift findet sich in der Umgebung des Weststadiums in Wien Hütteldorf. 
Angebracht wurde sie offenbar von einem Mitglied der Ultras 1988 (http://www.ultrasrapid.at/), da ein diesbezügliches Impressum, gleichsam ein „Bekennerschreiben„, knapp daneben aus offenkundig derselben Hand bzw. Sprühdose stammte.

Das Graffiti entspricht auch inhaltlich dem Credo dieser Gruppe:
In Österreich selbst werden keine Freundschaften gepflegt, auch wenn es in der Vergangenheit gute Kontakte zu den Verrückten Köpfen aus Innsbruck und Gruppen des GAK gab.“

Wir wollen hier gar nicht auf den erst jetzt 
in erster Instanz beendeten Prozess gegen 85 Rapid-Fans verweisen (http://derstandard.at/1331206901448/Causa-Westbahnhof-Weitere-fuenf-Rapid-Fans-muessen-ins-Gefaengnis
 oder uns an den Spekulationen beteiligen, 
ob denn Ultras bei den Ausschreitungen in Athen beteiligt waren (http://www.sportnet.at/de/rapidwien/102463253860/mischten_rapidultras_in_athen_mit).

Mir geht es auch nicht um ein Aufwärmen
meiner früheren Aussagen zu diesen Erscheinungen:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38253
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38325

oder mein Unverständnis, weshalb die Stadt Wien hier die 
Spendierhosen an hat, während sonst sparen angesagt ist:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=48679

Was mich seit Monaten beschäftigt, solange prangen die Schriften nämlich dort schon, sind primär zwei Probleme:

Was will uns der Künstler sagen?
Warum sagt er es dergestalt?

Meinen ersten Kontakt mit diesem Topos hatte ich während eines Online Backgammon Spieles gegen einen mir unbekannten Mitspieler. Zur Erklärung sei hinzugefügt, dass es dabei, wie bei vielen Online-Spielen auch die Möglichkeit zum Chat gab. In der Vergangenheit entwickelten sich so oft kurzweilige Unterhaltungen, z.B. mit einem Griechen, der in die USA ausgewandert ist, sich dort mit Griechisch-Unterricht finanziell über Wasser hält, aber nur daran denkt, wie er wieder nach Hause kommen könnte, weil „die Amerikaner doch so kulturlos seien …“, oder mit einem Argentinier, der mir sagen konnte, wie es nun auf einem meiner Lieblingsplätze in Buenos Aires aussieht.

Als ich, was selten genug passiert, in einem Spiel einen guten Lauf hatte, schickte mir mein (in diesem Fall türkisches) Gegenüber folgende Meldung auf meinen Desktop:

ananı sikeyim

Als ich meinem Gegenüber freundlich mitteilte, dass ich ihn nicht verstehe und er mir, bitte, sein Anliegen auf Deutsch oder Englisch mitteilen möge, kam mit einiger Verzögerung, die Übersetzung, die man auch auf der Hütteldorfer Hausmauer lesen kann, nur sprachlich etwas besser, was für unseren Fall hier vielleicht auch bezeichnend ist.

Ich wünschte meinem „Gegner“ viel Spaß, nannte ihm das fortgeschrittene Lebensalter meiner Mutter und beendete den Chat.

In meinem ersten Erklärungszwang dachte ich, dass uns dieser Ausspruch in erster Linie vermittelt, dass es jüngere Gesellschaften als unsere gibt, in der der Verweis auf die mütterlichen Sexualität, noch eine realistische Bedrohung für das Opfer und keine Mutprobe für den Täter darstellt. (Wobei es natürlich offen bliebt, ob hier einverständlicher oder gewaltsamer Sex stattfinden soll…).
Da sich der unsägliche Sager aber offenbar auch im russischen Slang „Mat“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_Mat) findet und die Alterspyramide Russlands etwas steiler als die Anatoliens (sorry, für das pars pro toto) ist, bin ich mir hier nicht ganz sicher …

Vermutlich zeigt der Spruch, dass Sigi Freud mit seinem Ödipuskonflikt (http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96dipuskonflikt) noch immer nicht ganz anachronistisch wurde, will heißen, dass Mitscherlich mit seinem Kaspar-Hauser-Komplex falsch liegt und man manchen Mann mit der Eröffnung, man hätte sein Sehnsuchtsobjekt bereits konsumiert, noch immer tief zu treffen vermag.

Wenn wir uns nun aber der Form der Mitteilung annähern, dann fällt in erster Linie die 
esperantoartige, jede Grammatik verabscheuende, geradezu lautmalerische Umsetzung ins Ohr.

Mit Germish ist der Satz nur unzulänglich beschrieben. Er durchschreitet scheinbar mühelos mehrere Sprachebenen (von Niveaus zu sprechen verbiete ich mir einmal, um nicht zu scharf am absoluten Nullpunkt vorbei zu schrammen), gemahnt kurzzeitig an längst vergessene Lateinstunden, um sich dann in der phonetischen Umschreibung des Wortes „Mutter“, als das zu entlarven, was schon anfänglich zu befürchten stand: 

Ein Trottel, der seine inhaltliche und sprachliche Impotenz auf anderer Leute Wände abspritzt und sich nicht einmal der exakten Aussprache (egal ob hochsprachlich oder im Dialekt) eines der Worte sicher ist, das Kleinkinder als eines der ersten gelernt haben.

Während wir uns hier seit Tagen an den höheren Ausformungen 
sprachlicher Korrektheit (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54875
und visuellem Gendering 
(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54758) abarbeiten, 
zeigt uns dieses Beispiel, wo die wahren Hunde begraben sind:

In der abgrundtiefen Dummheit, die –im Gegensatz zu ihrem grammatischen Geschlecht- hier definitiv männlich ist.

Links für die, die es nicht glauben wollen:
http://www.deine-mutter.de/2009/03/20/deine-mutterde-is-back/  
http://de-de.facebook.com/pages/Ich-ficke-deine-Mutter-wenn-ich-klatsch/280319252016058
http://reime.woxikon.de/ger/ich%20ficke%20deine%20mutter.php

Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung

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Als Reflexbogen (http://de.wikipedia.org/wiki/Reflexbogen_%28Physiologie%29)  wird die kürzeste Verbindung zwischen Reiz aufnehmender und die Antwort steuernder  Nervenzelle bezeichnet. Typischerweise werden hier – um Zeit zu sparen – die Nervenzellen der Großhirnrinde gar nicht einbezogen.

Als politische Korrektheit (PC; http://de.wikipedia.org/wiki/Political_correctness) hat sich – ausgehend von den USA – eine Haltung auch zu uns verbreitet, die bestimmte Begriffe tabuisiert und durch scheinbar „neutrale“ zu ersetzen sucht.

Dagegen ließe sich erstens einwenden, dass dadurch die Ungerechtigkeiten nicht aus unserer Welt geschafft wurden, sondern nur deren Benennung, zweitens, dass uns schon Freud vor der Ausbreitungstendenz von Tabus gewarnt hat (früher: „Krüppel“ , dann: „Behinderter“, heute: „Personen mit besonderen Bedürfnissen“; morgen: ??) und drittens, dass dieser „Neusprech“ durchaus nicht neutral sein muss, sondern ebenso missbräuchlich verwendet werden kann (G. Orwell 1984).

Der Zusammenhang mit der „physiologischen Einleitung“ ist einfach: Hat man sein „korrektes Vokabular“ drauf, dann kann man pfeilschnell Zensuren verteilen, ohne sich durch den Gebrauch seiner Großhirnrinde verunsichern zu lassen. Eine „philosophische Kritik“ dieses Phänomens stammt von Rudolf Burger( „Wiener Zeitung“ vom 2. Juni 2007): „Es ist erstaunlich, in welchem Maße politische Korrektheit als gesellschaftliche Selbstzensur um sich greift. Man kann vieles an der heutigen kulturellen und diskursiven Entwicklung nur verstehen, wenn man nach Amerika schaut. Um Europa zu verstehen, muss man Amerikanist werden, hat Sloterdijk einmal sehr richtig gesagt. Die Political Correctness ist ein Produkt des amerikanischen Diskurses, im Zusammenhang mit der Bürgerrechtsbewegung, mit der Affirmative-Action-Bewegung und dem amerikanischen Feminismus entstanden, der über sprachlichen Puritanismus versucht hat, gravierende Klüfte in der amerikanischen Gesellschaft abzubauen.  …. Wir erleben heute eine zunehmende Mikronormierung und Pädagogisierung des Alltags bis in die Sprache hinein. Das kann beängstigend sein. …. Das Beunruhigende ist, dass etwas Entscheidendes der europäischen Aufklärung damit zurückgenommen wird. Das wissenschaftliche, moderne Denken zeichnet sich vor dem vormodernen, theologisch imprägnierten u.a. dadurch aus, dass es in sich selber nicht häresiefähig ist. Einer, der eine abweichende Position hat, wird nicht als moralisch verwerflich gesehen. In der Physik gibt es immer noch Spinner, die glauben, die Relativitätstheorie ist falsch. Aber entweder argumentiert man gegen sie, oder man lässt sie links liegen. Nie werden sie als Häretiker, als Ketzer, als moralisch verwerfliche Individuen angesehen. Diese Errungenschaft wird jetzt zurückgenommen. Abweichende sind jetzt moralisch schlechte Menschen. Das gilt in der Geschichtspolitik, aber auch selbst in den Naturwissenschaften, in der Klimaforschung, der Meteorologie.“
Im Schutz eines Tabus lebt es sich bequem, die Kritiker müssen schweigen (http://www.zeit.de/2010/16/Sprache-Tabu/seite-1).
Wer glaubt, dass er mit dem

„Binnen-I“ für die geschlechtsübergreifenden Zungenbrecher, dem „N-Wort“ für die dunkle Schokolade mit Nüssen, dem „M-Wort“ mit dem dunklen Gugelhupf mit Schlagobersgupf, und dem „Z-Wort“ für den aus dem heutigen Indien stammenden Volksgruppen
schon alle Fallgruben erkannt hat, dem kann frau/man noch folgende Lektüre empfehlen: http://de.uncyclopedia.org/wiki/Political_correctness  http://relevant.at/meinung/64625/kleines-woerterbuch-political-correctness.story http://derstandard.at/3070872/Von-Negerkuessen-und-Mohrenkoepfen http://www.textfeld.ac.at/text/1251
Derartig auf munitioniert, korrekt gegendert und korrekt bis zum geht nicht mehr, lade ich Sie dann auf eine Reise nach Kapstadt ein und beobachte Sie dann prustend, wie sie die dortigen Personengruppen korrekt ansprechen …

Link: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54758

Grabsteinvoyeurismus: Abteilung Sozialgeschichte

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nach der political correctness auch nach dem Tode:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=46270

noch ein bißchen Sozialgeschichte:

Im 19. Jahrhundert war es möglich, sich als HERR Eisenhändler und Realitätenbesitzer immerhin eine Adelige Witwe anzuheiraten.
Zwar war die holde Braut 7 Jahre älter und verwit. gewes. Graf geb. Haid von Huidenburg, aber immerhin.

Das alles hat seinen Preis und man schied schon im 49. Lebensjahr dahin, während sich die holde Gattin des Eisenhandels und der Realitäten noch gute 21 Jahre erfreuen konnte.

Ein späterer Spross dieser Familie (unklar von welcher Verwandschaftsbeziehung man auszugehen hat) büsste zwar das HERR vor seinem Namen ein, als Ersatz war er aber schon Dipl. Kaufmann.

Merke: Die erste Generation macht das Geld mit Schrott und adelt sich, die zweite Generation wird Akademiker.

Keine Ahnung, was mit der Knete passiert ist und ob auch er noch Realitäten besaß. Lange konnte er sich dessen kaum erfreuen, gerade mal 28 Jahre.

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 09:44

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