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Unvereinbarkeit ist in der Politberatung ein Fremdwort: Don’t be evil

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Weil wir schon wieder wählen durften/mussten wer die nächsten Sondierungsverhandlungen und Koalitionsverhandlungen führen darf, um dann auch die kommende Legislaturperiode vorzeitig beenden zu können, sollte man sich auch einmal darüber Gedanken machen, wer da aller vor und nach einer Wahl unsere Meinung macht.

Sie haben dauernd Hochkonjunktur, all die Experten und Erklärer der politischen Verhältnisse vorallem auch auf den Kanälen des ORF.

Peter Filzmaier, Thomas Hofer und andere erklären, welcher Politiker welche Chancen hat und welchen Aussagen zu trauen ist und welchen nicht.

Ersterer als geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Strategieanalysen, das sich auf seiner Homepage u. a. für

STRATEGIEPAPIERE ZUR ÖFFENTLICHEN POSITIONIERUNG VON POLITAKTEUREN

anbietet und zweiter, der sich wenigstens ganz offen als Politikberater bezeichnet aber natürlich auch noch Geschäftsführer der H&P Public Affairs GmbH ist.

Auch deren Web auftritt ist explizit:
Politische Erfolge von Personen oder Institutionen passieren selten zufällig. Und ohne professionelle Beratung sind sie jedenfalls weniger wahrscheinlich.

Beide sind sehr beliebte Studiogäste, weil rasch auf den Punkt kommend und oft eine Wuchtel nachschiebend;

sowas freut Wolf und Co. nur stellt sich die Frage, ob es nicht doch unvereinbar ist Geld von seinen Klienten zu nehmen und deren Performance dann mit der Attitüde wissenschaftlicher Unabhängigkeit zu analysieren.

Gerade wir in der Medizin wissen, wie schmal der Grad ist auf den man da wandelt, deshalb hat es sich eingebürgert vor Vorträgen und Publikationen die eigenen Sponsoren und allf. Aktienbesitz offen zu legen.

Würde ich auch den Politkommentatoren/-Beratern empfehlen.

Gestern 25.11.19 durfte Thomas Hofer, übrigens Ex-Journalist, in Wien Heute, dem Studio Wien Chefredakteur Paul Tesarek und Häupl Intimus minutenlang erklären, warum die Zeit von Rendi-Wagner abgelaufen ist und was sie politisch alles falsch gemacht hat.

Vermutlich weil er sie nicht beraten hat, weil sie nicht auf ihn gehört hat oder möglicherweise sogar, weil kein Geld mehr für Beraterverträge da ist…

Klar sind The Filz und Hofer eloquent und fachlich versiert, nur stellen sie die Politik als eine Frage der besser beratenen Strategie dar und nicht mehr als eine Frage der Inhalte.

Neue Köpfe müssen her, was drinnen ist wohl egal.

Irgendwie befördern sie, wovor sie warnen, Berater eben.

Sie schwadronieren endlos über Politikmüdigkeit und Wählerströme und präsentieren gemeinsam mit den Medien, die sich über billigen Content freuen, Politik als Show, über die wie be Germany’s Next Top Model das Publikum am Ende abstimmen darf.

Kaum ist die Diskussion vorbei, beginnen sie die Performance spitzzüngig zu kritisieren.

Ob man aus sozialpolitischen Gründen alleinerziehende Mütter unterstützen soll?

Inhaltlich egal, nur eine Frage, was es an Stimmen bringt.

Wer den Mix an Scheinobjektivität und Selbstdarstellung am prägnantesten rüber bringt, wird immer wieder eingeladen. Im kleinen Kreis spricht Armin Wolf ganz offen darüber, weshalb ihm live Filzi lieber ist als Sickinger, der kommt in einem Satz auf die Wuchtel, pardon Punkt.

Wenn Baron Cohen zu Recht kritisiert, dass Facebook gegen Geld auch Hitler eine Plattform bieten würde, und Kritiker des SPÖ Schamanen Zeiler diesem zu Recht vorwerfen, schon lange kein Fernsehen sondern nur mehr Gewinn zu machen, dann weist das alles auf den gleichen Sachverhalt hin:

Heute ist alles irgendwie wie Google und Alexa; die vorgeben uns informieren und helfen zu wollen, verfolgen mindestens noch eine weitere Agenda.

Bei der Gründung von Google nahm man sich noch folgendes Motto vor:

Don’t be evil.

Inzwischen verkaufen sie unsere Kreditkartendaten an die Werbeindustrie.

Thomas Hofer präzisiert auf der Homepage seiner Firma H & P:
Nicht angeboten werden Tätigkeiten des direkten Lobbying.

Über indirektes Lobbying steht weder bei ihm noch anderen seiner Gilde etwas.

PS: Gilt sinngemäß auch für die Rosams, Glücks, Kalinas … und all die anderen weniger oft ins Studio geladenen und noch eindeutiger für bestimmte Parteien agierenden Berater.

Written by medicus58

20. Mai 2019 at 18:04

Veröffentlicht in Nationalratswahlen 2019

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