Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘pilz

Indische Betten: Die Betten am Ende des Ganges (Director’s Cut)

with one comment


Spitalsbett

Die mediale Aufregung über die Gangbetten im KAV ist groß und SP Volksanwalt Kräuter prüft (http://diepresse.com/home/panorama/wien/5150777/Gangbetten_Volksanwalt-prueft-Stadt-Wien).

Aufgeregt, aber offensichtlich ohne exakte Recherche entrüstet sich der Kurier, dass „Grippekranke Dermatologie-Patienten anstecken“ (https://kurier.at/chronik/wien/gangbetten-chaos-massnahmen-wirkungslos/240.100.342).

Die Politik macht, was sie neuerdings immer macht, die Stadtträtin dankt den Mitarbeitern und nennt alles eine politische Kampagne  (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170109_OTS0106/wehsely-danke-an-die-mitarbeiterinnen-des-kav-wien-fuer-ihre-hervorragende-arbeit), kündigt aber sogleich ebenfalls eine eigene Prüfung an.
Dabei erfährt man, dass in der neuen gesundheitspolitischen Geheimwaffe, dem einzigen PHC Wiens am Sonntag ohnehin nur 4 (!!!) Patienten Hilfe suchten (http://derstandard.at/2000050418456/Grippewelle-Trotz-Sonntagsoeffnung-nur-vier-Patienten-in-Praxis).

Eigentlich wäre das alles doch ganz einfach, wenn auch nicht so einfach, wie die von der Stadtregierung ernannte „Patientenanwältin Pilz“ es sich macht, wenn sie meint, dass die niedergelassenen und angestellten Ärzte einfach nicht auf Weihnachtsurlaub gehen hätten dürfen (http://diepresse.com/home/leben/gesundheit/5149493/Gangbetten_Pilz-sieht-Fehler-bei-Urlaubsplanung).

Im Prinzip gebe ich zwar Wehsely Recht, dass hier offensichtlich eine Kampagne läuft und der KAV Ohrfeigen bekommt, die er zwar mehr als verdient, jedoch nicht für die aktuelle Situation (Grippewelle früher und stärker als erwartbar, Widerspruch zwischen Effizienz und Vorhaltekapazität, …).

Den Dauerbrenner Gangbetten habe ich hier schon 2012, unter Gangbetten, gibt’s net (https://medicus58.wordpress.com/2012/04/19/gangbetten-gibts-net/) und 2015 unter Wehsely-Leak V 2.0 oder Indische Betten: die Betten am Ende des Ganges https://medicus58.wordpress.com/2015/04/20/wehsely-leak-v-2-0-oder-indische-betten-die-betten-am-ende-des-ganges/) thematisiert.

Der KAV Führung und seine Stadträtin verdient die medialen und politischen Ohrfeigen, weil sie in früheren Jahren das Problem negiert oder auf die organisatorische Unfähigkeit der Ärzte geschoben haben, nicht weil die aktuelle Situation ohne hellseherische Fähigkeiten und enormes Budget anders hätte bewältigt werden können.

Da gab es z.B. 2012 eine unvergessliche Pressekonferenz mit dem früheren GD Marhold, in der gerade fotografierte Gangbetten dem schweigend neben ihm sitzenden Ärztlichen Direktor als Organisationsverschulden angehängt hat und sein für jeden Insider absurdes Versprechen durch eigenes Eingreifen Gangbetten wegzuzaubern (http://wiev1.orf.at/stories/205524).

Wenn der jetzige GD Janßen plötzlich das Offensichtliche ausspricht: dass Gangbetten grundsätzlich „in jedem Land in Zentraleuropa anzufinden“ seien, „weil die Kapazitäten der Spitäler endlich sind und nicht immer auf den maximal zu erwartenden Versorgungsbedarf ausgerichtet sind. Denn das würde bedeuten, in der Regel eine Überkapazität fahren zu müssen“ .
(http://wien.orf.at/news/stories/2818327/),
mag darüber jubeln, dass nun endlich ein echter Manager, oder in seinen Worten ein teurer Spieler gekauft
(http://derstandard.at/2000050277334/Trotz-Abloesegeruechten-KAV-Chef-Janssen-sieht-sich-fest-im-Sattel) wurde, der die Dinge beim Namen nennt.

Andererseits spricht auch Janßen im selben Interview über seine Kritiker als, die sich sich in den vergangenen Jahren „ihre Nische errichtet“ hätten und von  „Menschen, die sagen: ‚Muss ich das (die Veränderungen, Anm.) haben oder zieht die Leiche des Generaldirektors noch an mir vorbei?'“.

Und weiter: „Wer in der Kirchturmspitze ist, darf sich nicht darüber beklagen, dass die Raben einen ankrähen.“

Blöd halt nur, wenn  die Kirchturmspitze eigentlich nur die Spitze eines Eisbergs ist und die Raben im Archiv kramen.

Also, kein Mitleid für die Geohrfeigten!

Written by medicus58

11. Januar 2017 at 07:40

Masterplan: Wir sparen, koste es was es wolle

leave a comment »


Master

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der scheinbar geniale Plan der Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely, trotz der seit 1.1.2015 gesetzlichen Beschränkung der maximal möglich Ärztearbeitszeit in Wien sogar 112 Ärztenachtdiensträder (382 Ärzte Vollzeitäquivalente) einsparen zu können (Lügt der Präsident? http://wp.me/p1kfuX-Ub) auf einer Milchmädchen-Rechnung ihrer Berater (Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw) beruht:

24(25)-Stunden Dienste sind nur erlaubt, wenn Ärzte in dieser Zeit 5-Stunden Ruhezeiten einhalten können.
Stelle ich flächendeckend auf 12,5 Stunden Dienste (wie in der Pflege) um, erspare ich mir diese (in der Praxis an vielen Abteilungen aber ohnehin virtuellen) Ruhezeiten und kann auf 382 ärztliche Vollzeitäquivalente verzichten
(http://derstandard.at/2000011772492/Spitalsaerzte-Wiener-KAV-kuerzt-382-Aerztestellen).

Auch war man sich der medialen Zustimmung sicher, dass auch der Steuerzahler Ärzte nicht fürs Schlafen im Dienst zahlen möchte.

Mit der im Masterplan des Wiener Spitalskonzept 2030 verkündeten Schwerpunkt- und Pärchenbildung der verbliebenen, ehemaligen 6 Schwerpunktspitäler (Schwerpunktbildung ist das gesundheitspolitische Codewort für Einsparung http://wp.me/p1kfuX-13f ), der zum Beispiel Augen- und Hautabteilungen nur mehr an einem Standort und Urologien nicht mehr an allen Standorten, also z.B. auch nicht im KH Nord anbieten wird, was pflichtschuldig und umgehend von der Wiener PatientInnenanwältin Pilz gut geheißen wurde
(Pilz sieht „richtige Schritte“ http://wien.orf.at/news/stories/2753239/),
tritt plötzlich das Problem der konsiliarische Versorgung auf.

Ein Unfallpatient mit mehreren Brüchen und Wunden hat nicht allzu selten auch eine Augenverletzung.
Ein Patient der Interne mit Harnverhalten hat eine derartig ausgeprägte Prostatavergrößerung, dass ein Urologe benötigt wird, der auch mit einem starren Katheter umgehen kann.
Ein Krebspatient entwickelt unter der Chemotherapie einen ungewöhnlichen Hautausschlag, den sich ein Dermatologe ansehen sollte.

Wenn Ärzte im Zuge unzähliger Gespräche dieses Problem angesprochen haben, wurde stets
eine Lösung mit zwei Lösungswegen präsentiert und
diese wird in vielen der wuchernden Doppel- und Mehrfachprimariaten auch schon längst gelebt:

Entweder wird der Patient mit einem Rettungswagen in ein anderes Spital oder
der eigentlich in einem anderen Spital angestellte Arzt fährt in das betreffende Spital als Konsiliararzt.

Zwischen einigen KAV Häuser spielt sich das – wie gesagt – bereits jetzt ab, mit der Umsetzung des Masterplans wird das wohl für einige Fächer die Regel werden.
D.h. die Dienstgeberin bezahlt die Ärzte nun nicht mehr fürs Schlafen im Spital sondern für’s Herumfahren zwischen den Schwerpunkten!

Wir haben hier schon 2012 (Schwerpunktbildung: Öffis und das neue Mantra der Gesundheitspolitik: Schwerpunktbildung  http://wp.me/p1kfuX-x3) gezeigt, wie lange es dauert, öffentlich oder mit dem Rad zwischen verschiedenen Spitälern zu pendeln. Zwar könnte man argumentieren, dass mehr Ärzte im öffentlichen Raum auch dort einen gewissen Versorgungsauftrag erfüllen, aber die Vorhaltekapazität eines im Notfall wenigstens im Spital weilenden, wenn auch ruhenden Arztes schiene mir eine etwas effizientere Ausnützung der fachlichen Fähigkeiten zu sein.

Irgendwie erinnert mich das alles ein Schildbürgerstreich nach dem Motto:
Wir sparen, koste es was es wolle!

Written by medicus58

16. März 2016 at 18:06

Bitte setzten Sie sich durch Frau Pilz

with one comment


PatientenPilz

Wer hoffte, dass der Wahnwitz der neuen Medunis in jedem Schrebergarten unserer Landespolitiker (Med-Unis: Neue Spielwiese der Provinzpolitiker? http://wp.me/p1kfuX-l5) mit der Linzer Meduni ( In Linz beginnt’s: Lei Lei http://wp.me/p1kfuX-PO ) sein Ende gefunden hat, dem sei die Hoffnung hiermit verdorben.

Angeblich gegen den Willen des Wiener Bürgermeisters, bekommt nun auch noch die Bundeshauptstadt ein „ambitioniertes Universitätsprojekt“.

Die Sigmund Freud Privatuniversität (http://www.sfu.ac.at/), die sich in den letzten 10 Jahren mit allerlei Pscho-Studien zur größten österreichischen Privatuniversität Österreichs gemausert hat und sich ihrer Niederlassungen in Paris, Berlin, Ljubljana, Mailand und Linz rühmt, wird ab Herbst 2015 auch Studienlehrgänge in Human- und Zahnmedizin, sowie in Pharmazie anbieten.
Den Anfang soll ein Bachelor in Humanmedizin machen, der dann in ein Masterstudium in Zahnmedizin oder Pharmazie führen soll.

Die praktische Ausbildung soll an den Patienten der Barmherzigen Brüder, an Standorten der Vinzengruppe und dem „Musterspital“ der Wiener Gebietskrankenkasse, dem Hanusch-Spital erfolgen, womit auch gleich einmal klar ist, wer Interesse an dem Projekt haben dürfte.
59 (!) Lehrstühle wären schon mit 170 habilitierten Lehrenden um den Rektor Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Pritz  besetzt, die ihre Aufgabe aber überwiegend als Nebenbeschäftigung ausüben werden.

Da stellt sich doch gerade heute die Frage, dürfen’s denn das ??, wenn aktuell die Patientenanwältin Pilz alle Nebenbeschäftigungen von Ärzten verbieten will …
http://kurier.at/chronik/wien/pilz-nebenbeschaeftigung-von-aerzten-einschraenken/96.162.741

und zum ersten Mal wäre es gut für die medizinische Versorgung in diesem Land, wenn sich Frau Pilz durchsetzen würde …

Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://wp.me/p1kfuX-wh

< end of sarcasm>

Written by medicus58

10. November 2014 at 20:50

Wozu hätten wir denn die Experten, wenn sie sich nicht immer was Neues einfallen ließen? Interdisziplinäre Belegung

with 4 comments


HOSPITAL

Ein Dauerbrenner in der Gesundheitsökonomie ist die interdisziplinäre Bettenstation, die vom neuen KAV GD-STV Janßen in einem aktuellen Interview exhumiert wird:

Die ganzheitliche Versorgung der PatientInnen wird eine andere sein als 2014 … Daher brauchen wir innovative medizinische Versorgungskonzepte dafür, wie unsere Spitäler ab 2020 funktionieren sollen. Medizin im 21. Jahrhundert verlangt nach fächerübergreifender Behandlung und Versorgung.

http://www.medmedia.at/klinik-ausgaben/wiener-spitalskonzept-2030-der-medizinische-masterplan-in-wien-was-dahintersteckt/

Jetzt einmal davon abgesehen, dass ich die Luftblasen ganzheitlich„, „innovativ“ und „nichts wird so bleiben wie bisher“ schon zu oft in den Himmel steigen gesehen habe, als dass sie mir Jubel abzuringen in der Lage wären, „schlaucht der alter Wein in neuem Gebinde“ auch deshalb, weil sich bereits vor Jahren Kollege Kaspar Sertl mit dieses Konzept um den Generaldirektorsposten des Wiener Krankenanstaltenverbundes beworben hat. Geworden ist er es damals nicht und inzwischen hat man ihn überhaupt frühpensioniert.

Mir geht es aber gar nicht darum, das Klagelied des „Propheten im eigenen Land“ anzustimmen, weil ich persönlich das Konzept einer interdisziplinären Bettenbelegung ohnehin für einen praxisfremden Schwachsinn halte.

Natürlich gibt es bereits national und international Beispiele interdisziplinärer Belegung, jede Notfallaufnahme, jeder postop. Aufwachraum ist in gewisser Weise so eine interdisziplinäre Einrichtung, nur handelt es sich hierbei um Spezialsituationen, in denen der Patient nur für einen relativ kurzen Zeitraum verweilt. Für den Rest der Diagnose und Therapie liegen die meisten Patienten derzeit noch in Strukturen, die sich auf sein spezielles Krankheitsbild spezialisiert haben. Dabei geht es aber natürlich nicht nur um die speziellen Kompetenzen der behandelnden Ärzte, obwohl es natürlich einen Grund hat, weshalb (z.B.) ein Urologe und ein Augenarzt nach einem gemeinsamen Studium noch jeweils sechs Jahre eine Ausbildung in dem jeweiligen Sonderfach erhalten. Für eine erfolgreiche Behandlung ist natürlich auch dieSpezialkompetenz der Pflege und anderer involvierter Berufsgruppen (MTD, Med.Physik, Soz.Arbeiter,…) erforderlich. Auch wenn abgesehen von bestimmten Zusatzqualifikationen (z.B. „Dialyseschwester“, …) so getan wird, als wäre Pflegeperson gleich Pflegeperson, kann jeder Arzt ein Lied davon singen, zu welchen Banalatäten er im Nachtdienst gerufen wurde, wenn eine „weniger erfahrene“ Kraft Dienst hatte, aber auch dass wertvolle Zeit verschenkt wurde, weil ein Krankheitssymptom falsch eingeschätzt wurde: Kurzes Anfiebern bei einem schwer in einer Abwehr geschwächten Patienten unter chemotherapie erfordert eine andere Handlungsweise als bei einem Patienten mit intaktem Knochenmark.
Auch Verbandswechsel und Wundpflege unterscheiden sich oft grundlegend zwischen (z.B.) einer Dermatologie und einer Herz-Thorax-Chirurgie. Ehe mich noch der Vorwurf ärztlicher Überheblichkeit trifft darf ich auch aus voller Überzeugung hinzufügen, dass ich über vergleichbare Beispiele berichtet könnte, wenn der Beidienst mit einem im speziellen Fach unerfahrenen Arzt besetzt wurde.
Der Schlüssel zur Expertise in allen Bereichen ist Spezialisierung und Erfahrung, egal ob diese schon in unterschiedlichen Ausbildungswegen (nach einem Dr. med univ.) oder eben in der Praxis erworben wird.

Mit einem besonders schönen intellektuellen Fallrückzieher beweist Janßen in diesem Interview auch, dass man als „Experte“ heute ein gerüttelt Maß an Sophismus zu beherrschen hat, also mit absichtlich herbeigeführten Fehlschlüssen operieren können muss:

An den Anfang stellt er ein anderes Mantra:

In der Medizin hängt Qualität in hohem Maße von hohen Fallzahlen ab.

Bewußt oder unbewußt lässt er aber weg, dass der Satz – wenn überhaupt – nur Sinn macht, wenn es um hohe Fallzahlen GLEICHER Krankheitsfälle geht.
Dann setzt er fort:

Die Ausbildung interdisziplinärer Zentren fördert genau diesen Aspekt. Dort wird maximale Kompetenz gebündelt und so optimale Voraussetzungen für eine ganzheitliche Behandlung auf höchstem Niveau geschaffen.

Also mit anderen Worten:

Alles wird besser, wenn an einem Ort möglichst häufig dieselbe Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird und deshalb legen wir ganz verschiedene Erkrankungen in eine Station.

Verstehe das wer kann, wenn man „maximale Kompetenz“ nicht als „Eier-legende-Woll-Milch-Sau“ interpretieren will. (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. http://wp.me/p1kfuX-Kd)

Was da der Generaldirektor-Stv. des größten öffentlichen Krankenanstaltenverbundes Europas als Erfolgsgeheimnis hinter das Wiener Spitalskonzept 2030 erfindet ist an Dutzenden privat geführten Belegspitälern schon längst realisiert:
Hoch kompetente – oder zumindest medial aktive – Ärzte legen ihre Patienten in ein freies Bett, hinterlassen ihre kompetenten Anweisungen und machen sich wieder aus dem Staub. Die täglichen und nächtlichen Abläufe werden dann von anonymem Personal geführt, mit deren Namen niemand auf schön glänzenden Messingschildern wirbt.

Oder wie es Kurt Langbein einmal so schön zusammenfasste:

Geworben wird mit Sicherheit, persönlicher Betreuung und
dem Wohlfühlfaktor. Doch damit kann es in Belegspitälern
schnell vorbei sein, wenn Komplikationen eintreten und
der Arzt abwesend ist.

http://www.schaffler-verlag.com/gw_artikel_dl/130508.pdf

In diesem Artikel wurde auch die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz zitiert, die darauf hinwies, dass es in privatwirtschaftlich geführten Belegspitäler ein erhöhtes Risiko für Patienten bedeutet, wenn die „Spezialisten“ nicht greifbar sind. Erst vor 2 Tagen wiederholte Pilz ihre – sachlich m.E. richtigen – Vorwürfe gegen die Strukturschwächen der Wiener Privatkrankenanstalten
(http://tv.orf.at/program/orf2/20140503/695538001/377712).

Um so bemerkenswerter ist es, dass ihr zu Janßens Umbau der KAV Häuser zu interdisziplinären Belegspitälern mit auf mehrere Standorte zersplitterter Kompetenz nichts Kritisches einfällt.

Dabei entlarvt Janßen die Zukunftsperspektive seines Konzeptes ohnehin, wenn er davon schwärmt, dass „beispielsweise die Hämatoonkologie oder die Palliativmedizin künftig in einem Onkologiezentrum verankert werden„.

Mit anderen Worten beunruhigt den Patienten kein Ortswechsel mehr, wenn man den kurativen Ansatz seiner Behandlung verlässt. 
So gesehen muss man Janßen vielleicht recht geben, dass „die ganzheitliche Versorgung der PatientInnen (bald) eine andere sein (wird) als 2014 …

Link: 
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte http://wp.me/p1kfuX-Br

In der Vorwahlzeit wird die Qualität einer Schimäre gerettet

leave a comment »


Szekeres Pilz

Der Boulevard tobt und die Retter der Patienten in Gestalt der Patientenanwältin Dr. Pilz und des Gesundheitsministers Stöger „greifen ein, um endlich Ordnung zu schaffen“.
Die beiden Politiker, erlangen rechtzeitig im Vorwahlkampf Kenntnis davon Kenntnis, dass seit Jahren (die Patientenanwaltschaft weiß von Vorwürfen seit 2009!) in der Ordination einer Wiener praktischen Ärztin (angeblich komplikationsreiche) Abtreibungen durchgeführt werden und stellen die Qualitätskontrolle der Ärztekammer in Frage.

Puls4 ließ auf „Guten Abend Österreich“ den Wiener Ärztekammerpräsidenten Szekeres, der gerade selbst einen Patientenanwalt wählen hat lassen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=93952) und die von der Wiener Politik bestellte Patientenanwältin Pilz (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82486) aufeinander los und sparte m.E. ein paar wichtige Punkte aus.

Vorausschicken möchte ich, dass meine Kenntnis des Falles ausschließlich auf Medienberichten beruht und ich weder Praktischer Arzt noch Gynäkologe bin (so wie übrigens weder Stöger noch Pilz!), so dass ich mir kein Urteil darüber anmaße, ob in dieser Ordination fachliche Fehler passiert sind oder nicht. Ich greife den Fall auf, weil er wieder einmal die Instrumentalisierung echten oder vermeintlichen ärztlichen Fehlverhaltens für politische Zwecke zeigt, ohne dass die dahinter liegenden Probleme aufgegriffen werden.

Diese sind:

Die Rolle des praktischen Arztes in Österreich
Qualitätssicherung als politisches Druckmittel
&
Die Problematik der Gesundheitsökonomie

Auch wenn die nun beschuldigte Ärztin nur die Narkose und nicht den gynäkologischen Eingriff selbst durchgeführt hatte (dies taten offenbar FÄ für Gynäkologie und diese wären also für die behaupteten Verletzungen zur Verantwortung zu ziehen), läge der Fall gar nicht anders, hätte die praktische Ärztin selbst die Abtreibung durchgeführt
Die Rechtslage ist hier eindeutig, ein praktischer Arzt, der in Rahmen seiner 3-jährigen Turnusausbildung viele Fachabteilungen durchläuft, darf alles, also von der Blutdruckeinstellung bis zum chirurgischen Eingriff, wozu ansonsten nur der jeweilige Facharzt (dessen Ausbildung mehr als das Doppelte dauert) berechtigt ist. Auch ein geschickter Internist darf zum Beispiel keinen gynäkologischen Abstrich anfertigen, der Praktiker schon. Passieren darf halt nix, sonst schlägt das Haftungsrecht zu. 
Die Absurdität betrifft natürlich auch die ärztlichen Sonderfächer: Ein (Bauch-)chirurg darf theoretisch auch Koronargefäße durchschneiden, weil die Herzchirurgie ein Teil des Sonderfaches Chirurgie ist. Dass die meisten Chirurgen im Rahmen ihrer Ausbildung bei einer Herzoperation nicht einmal assistiert haben werden, ist hier irrelevant. 
Wie berichtet hat sich das Gesundheitsministerium mit der Ärztekammer (Niedermoser) auch auf eine modulare Facharztausbildung geeinigt in der ganz explizit einige Teile des jeweiligen Faches  nicht einmal mehr auf dem Paier ausgebildet werden müssen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56548).

Der Streit über die Qualitätskontrolle, ohne der heute offenbar nichts mehr außer dem Bankensektor, dem Militär und der Politik betrieben werden darf (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=39411), führte dazu, dass sich die Österr. Ärztekammer, ohne breiter Rückversicherung unter ihren Zwangsmitgliedern, um deren Geld eine eigene Ges.m.b.H, die so genannte ÖQMED (http://www.oeqmed.at/index.php?id=39) leistet. 
Dass eine kammereigene Selbstkontrolle der Qualität kritisiert wird, erfolgt meines Erachtens völlig zu Recht. 
Was aber vergessen wird, ist dass (1.) allfällige ärztliche Fahrlässigkeit im individuellen Einzelfall von keiner Qualitätskontrolle verhindert werden kann und (2.) dass zwar der Ruf nach Qualitätskontrolle gratis, entsprechende Maßnahmen aber viel Geld kosten.
Da das Versprechen, dass sich diese Einrichtung dereinst einmal selbst erhalten wird, bislang uneingelöst ist, ebenso wie nei der ebenfalls kammereigenen Ges.m.b.H. für Arztprüfungen und Fortbildung (ARZTAKADEMIE), muss sie kräftig aus der Ärztekammerumlage querfinanziert werden. All das, nur weil man sich –vermutlich zu Recht – fürchtet, dass die Gesundheitspolitik mit Steuergeldern selbst so ein Vehikel errichtet, dass unter dem Deckmantel der Qualitätssicherung, nur die politischen Vorgaben durchzudrücken hat
Mit ÖBIG, AGES, Umweltbundesamt, … etc. hat die Politik genau das bereits gemacht.
Wenn Stöger also die – unabhängig von der Schuldfrage erschreckenden – Vorwürfe gegen die Abtreibungsordination sofort zum Anlass nimmt, mit so einer Struktur zu drohen, dann ist das eben reale Machtpolitik im Gesundheitswesen.

Der letzte Punkt, Gesundheitsökonomie, scheint mir besonders aktuell. Ich selbst finde es als Mensch und Arzt höchst bedenklich, wenn gefahrengeneigte Eingriffe ambulant durchgeführt werden, jedoch ist das seit Jahren die Vorgabe jeder Gesundheitsreform. Während noch während meiner Ausbildungszeit viele Chemotherapieschemata unter stationären Bedingungen verabreicht wurden, läuft deren überwiegender Teil derzeit tagesklinisch, d.h. die Patienten sitzen am Gang oder in einem Nebenraum der Ambulanz am Tropf. Keine Frage, die Supportivtherapie (z.B. die Mittel gegen Erbrechen) haben sich in den letzten Jahrzehnten gebessert, aber wirklich menschenswürdig ist das in manchen Fällen nicht.

Bei jedem Todesfall nur kurz hinterfragt, sollen auch Mandeloperation tunlichst ebenfalls tagesklinisch erfolgen, auch wenn das Risiko der Nachblutung zu Hause nicht gänzlich auszuschließen ist. 
Die Stadt Wien reduziert die chirurgischen Betten in ihren Häusern, weil auch hier immer mehr „kleine Eingriffe“ tagesklinisch durchgeführt werden sollen
Das freut übrigens die Privatspitäler. 
Wer es sich leisten kann, lässt sich seinen Eingriff eben dort machen und wartet vor Ort ab, ob es zu Komplikationen kommt. 
Wer sich also – meines Erachtens zu Recht – entrüstet, weshalb ein Schwangerschaftsabbruch ambulant in der Ordination durchgeführt wird, sollte bedenken, dass das auch das Geschäftsmodell vieler darauf spezialisierter Institute ist und für immer mehr Eingriffe das erklärte Ziel der Gesundheitsökonomie darstellt. 
Weiters sollten wir den alten Wein in englischen Schläuchen der Gesundheitsökonomie (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=92970) immer wieder hinterfragen, die sich genau auf diese allumfassende Kompetenz des „Praktikers“ oder „Family Doctors“ berufen, die uns im konreten Fall so eigenartig anmutet:
Eine praktische Ärztin jenseits des gesetzlichen Pensionsalters macht Narkosen und beschäftigt Fachärzte für Gynäkologie, um die Preise anderer Abtreibungsinstitute unterbieten zu können.

Ich würde mir folgende Aufarbeitung des Falles wünschen:

Rasche Klärung, ob das ein STRAFRECHTLICHES oder HAFTUNGSRECHTLICHES PROBLEM ist und keine gegenseitigen Beschuldigungen über Qualitätskontrolle und Standesrecht, denn wenn hier jemand systematisch gepfuscht hat ist das in erster Linie ein Fall für den STAATSANWALT und nicht für eine Ehrengericht.

Erst sekundär, wenn der Staatsanwalt hier kein strafrechtliches Vergehen finden kann, müsste sich der Ärztestand fragen, ob der Fall, der sicehr dem Ansehen der Ärzte nicht genützt hat, standesrechtlich zu behandeln ist.

In beiden Fällen hat die Unschuldvermutung für en Arzt zu gelten, aber nicht für die Aufsichtsbehörden, man beachte den Plural, wenn ein Problem seit vier Jahren aktenkundig ist!

Eine prinzipielle KLÄRUNG welchen Grad an Qualitätskontrolle wir ALLE (Ärzte, Patienten, Hauptverband, Politik) im Gesundheitssystem bereit sind zu zahlen und Beauftragung einer weisungsfreien EXTERNEN EINRICHTUNG.

Eine ehrliche ANALYSE des Luftschlosses, dass ein einzelner praktischer Arzt (mit und ohne Lehrpraxis) jemals die Fertigkeiten erwerben kann auch nur die einfachsten Probleme der gesamten Medizin zu erkennen!

Am Dr. med. univ., also der Schimäre des Fachmanns/der Fachfrau gesamten Heilkunde wird nur mehr festgehalten, weil es für das Selbstwertgefühl von Ärzten praktisch und die Gesundheitsökonomie billig ist.

PRESSE: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1429348/Bei-der-Abtreibung-schwer-verletzt?_vl_backlink=/home/panorama/oesterreich/index.do
DERSTANDARD: http://derstandard.at/1373512271431/Mehrere-Patientinnen-verletzt-Wiener-Aerztin-bot-Billig-Abtreibungen-an  
OÖN: http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Frauen-bei-Abtreibungen-schwer-verletzt;art58,1155831  
NEWS: http://www.news.at/a/wien-abtreibung-verletzungen
KRONE: http://www.krone.at/Oesterreich/Wien_Frauen_bei_Abtreibung_schwer_verletzt-Schwere_Vorwuerfe-Story-368383

Salzamt: Patientenombundsperson

with one comment


Salzamt

Der Anwalt ist ein „nicht primär der Wahrheitsfindung dienender Fürsprecher“ von Privatpersonen, dem Staat oder Behörden oder Gerichten gegenüber, sondern seinem Mandanten gegenüber verpflichtet, ihm zu einem bestmöglichen Ausgang vor Gericht zu verhelfen. Er ist somit im Rahmen der geltenden Gesetze, im Gegensatz zum Richter „parteiisch“. Die Profession kennen wir seit dem Altertum. Im modernen Rechtsstaat wird dem Angeklagten unter bestimmten Bedingungen dieser Fürsprecher sogar vom anklagenden Staat kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Der Patientenanwalt ist dem gegenüber jüngere, politische „Erfindung“. Die Wiener Patientenanwaltschaft ist eine unabhängige und weisungsfreie Anlaufstelle im Gesundheits- und Spitalsbereich und sollte „der Stärkung und Position der Patienten im Gesundheitsbereich“ dienen.  (http://www.wien.gv.at/gesundheit/einrichtungen/patientenanwaltschaft/aufgaben/index.html)

Es wäre nicht Österreich, wenn diese Einrichtung nicht „länderspezifisch“ unterschiedlich definiert wird. In allen Bundesländern ist man für Konfliktfälle im Spitalsbereich zuständig. Mit Ausnahme von Kärnten und Tirol, sehen sich alle anderen Einrichtungen auch für die Pflegeheime zuständig, während sich wiederum alle, mit Ausnahme von Tirol und Oberösterreich auch mit Konflikten im niedergelassenen Bereich befassen dürfen/müssen/wollen. (https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/Patientenanwaltschaften_LN.html) Eine sachliche Begründung für diese Unterschiede sucht man wohl vergeblich.

Die jeweiligen Patientenanwälte werden politisch bestellt und dass hier systemkompatible Persönlichkeiten ausgesucht werden, liegt in der Natur der Sache. Für die Wiener Patientenanwältin Dr. Sigrid Pilz wurde dies auch hier schon mehrfach kritisiert (http://wp.me/p1kfuX-1a, http://wp.me/p1kfuX-wh).
Auch die wahre Begründung für die Einrichtung der Patientenanwaltschaften war, wie einem jeder hinter vorgehaltener Hand versichert, nicht ein so sehr einen „Fürsprecher“ für Patientenanliegen zu schaffen, sondern öffentlichkeitswirksame Prozesse durch Zahlungen aus den „Patienten-Entschädigungsfonds“ zu verhindern. Obwohl dies in manchen Fällen natürlich auch im Sinne einses wirklich geschädigten Patienten ist, der durch eine öffentliche Schlammschlacht nochmals „verletzt“ würde, hat es den nicht zu unterschätzenden politischen Nebeneffekt, dass allfällige Systemschwächen nicht publik werden. Dass diese vor zehn Jahren eingerichteten Patienten-Entschädigungsfonds von den Patienten selbst bezahlt werden, ist weithin unbekannt:

So werden die Fonds durch einen Anteil der Kostenbeiträge der stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten mit 0,73 Euro pro Tag finanziert. Über die Auszahlung bestimmt die Entschädigungskommission im jeweiligen Bundesland unter Einbindung der Patientenanwältinnen. Der Höchstbetrag der Entschädigung im Einzelfall ist grundsätzlich auf 22.000 Euro festgelegt, wenn besondere soziale Umstände vorliegen ist ein Höchstbetrag von bis zu 50.000 Euro möglich. „In den letzten zehn Jahren wurden über 56 Millionen Euro an Entschädigungen ausgezahlt, mit denen Menschen in schwierigen Situationen geholfen werden konnte“, so Patientenanwalt Bachinger. (http://www.springermedizin.at/artikel/33040-stoeger-patienten-entschaedigungsfonds-sind-erfolgsgeschichte)

Wir sehen, was von außen als gesundheitspolitische Errungenschaft scheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen eher als Appeasement-(Beschwichtigungs-)Politik. Die Funktion der PatientenANWÄLTE ist seit jeher eher die von OMBUDSMÄNNERinnen.

Wenn aber nun die Führung der Wiener Ärztekammer, an eine Einbindung der Mitglieder kann ich mich nicht erinnern, mit dem formal richtigen Argument der – zumindest bei der Bestellung – potentiellen politischen Hörigkeit der PatientenanwältInnen, einen gewählten PatientenOMBUDSMANN erfindet und per SMS (!) unter handverlesenen drei Kandidaten wählen lässt, wird der österreichischen Realverfassung nur ein weiteres absurdes Kapitel hinzugefügt.
Mit der Groteske um die kammereigene Qualitätskontrolle ÖQMed Ges.m.b.H. und den Disput, ob ein Patientenanwalt für eine von ihm beauftragte Untersuchung etwas zahlen muss, beschäftige ich mich vielleicht in einem anderen Beitrag (http://kurier.at/chronik/oesterreich/patientenanwalt-muss-fuer-ordi-kontrolle-zahlen/14.054.015).

Dabei wäre es eigentlich ganz einfach:

Schulmedizin, im Gegensatz zu allen den so populären paramedizinischen Aktivitäten, ist ein gefahrengeneigtes Gewerbe. Ich selbst denke an meinen – Gott-sei-Dank – einzigen Pneumothorax, den ich unabsichtlich im Zuge einer notfallmäßigen zentralvenösen Punktion verursacht habe, mit Schaudern zurück. Auch wenn mir mehrere erfahrenen Intensivmediziner damals Trost zusprachen, dass dies in dieser klinischen Situation vermutlich den meisten passiert wäre, kann man nachträglich natürlich Faktoren finden, in denen diese Komplikation zu vermeiden gewesen wäre. Aber auch scheinbar ungefährliche ärztliche Tätigkeiten, wie das Verschreiben von Routinemedikamenten in der Allgemeinpraxis kann in gesonderten Fällen zum Tode führen.

Nur wer nix tut, oder nur berät, wird keine Komplikationen haben.

Dass alle Beteiligten, Ärzte, Patienten und Politik naturgemäß die Schuld beim anderen suchen ist klar und dass bei allen unliebsamen Vorkommnissen, versucht wird, eine finanzielle Entschädigung „heraus zu schlagen“ entspricht dem Zeitgeist.
Hier eine gerechte Lösung zu finden, wird weder durch politisch installierte Ärztehasser noch durch von der Ärztekammer erfundene, ehemalige Verhandlungspartner der „Gegenseite“, wie Franz Bittner (Ex-Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse und nunmehr rühriger kostenpflichtiger Berater), Josef Kandlhofer (Ex SVB-General oder Hauptverbandschef) oder Andrea Schwarz-Hausmann (Juristin und Gesundheitsökonomin bei der PVA) möglich sein. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130516_OTS0141/neue-patientenombudsstelle-in-wien-der-wahlkampf-beginnt   http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130404_OTS0030/jury-hat-vorauswahl-zum-wiener-patientenombudsmann-frau-getroffen
Hätten alle Beteiligten ein wirkliches Interesse ALLEN Beteiligten im Gesundheitssystem ein objektives System zur außergerichtlichen Einigung zur Verfügung zu stellen und wären nicht nur bemüht „die Wellen niedrig zu halten„, würden wir mit einer, konsensual errichtete Einrichtung das auslangen finden. Die Vertreter würden dann nicht unter Ausschluss der Betroffenen im Husch-Pfusch-Verfahren gewählt werden und hätten dann vielleicht auch das Vertrauen aller.

Warum läßt mich das nun an den ORF Publikumsrat denken?

Links:
Ärztekammer will Patientenanwalt abschaffen
http://noe.orf.at/news/stories/2586512/
Josef Kandlhofer bewirbt sich als Patientenombudsmann; per einfachem SMS kann er österreichweit zwischen 14. und 23. Juni gewählt werden http://www.bauernzeitung.at/?+Patienten,+die+Hilfe+suchen,+zu+ihrem+Recht+verhelfen+&id=2500%2C1025676%2C%2C%2Cc1F1PSUyMCZjdD0xJmJhY2s9MQ%3D%3D

Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen

with 4 comments


„Ich bin in der aktuellen Periode nun Abgeordnete und Gemeinderätin, mach Gesundheitspolitik, … in einem Ministerium … Leiterin eines Jugendhauses …“

So stellte sich 2009 Dr. Sigrid Pilz den Wiener Grünen vor:
Ich kandidier http://www.youtube.com/watch?v=wNQAwxZYnsE 

Aus dem Gestammel kommt kaum hervor, dass Pilz (übrigens nicht verwandt mit Peter Pilz) schon 2007 als das Mitglied des Wiener Gemeinderats geoutet wurde, das die höchsten Nebeneinkünfte einstreifen konnte:
Als Teilzeitbeschäftigte im Familienministerium und
Lehrbeauftragte der Uni Innsbruck bezieht sie 2520 Euro brutto – und zwar 14 Mal im Jahr. Inklusive Abgeordneten-Gehalt (14 Mal 6097,9 Euro)
verdient Pilz also jährlich 120.650,6 Euro.
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/344293/SPOe-bremst-bei-GehaltsStriptease

Wenn sich Pilz bei 5:00 des obigen Videos damit rühmt, durch ihre Verfassungsklage „ein paar Spitzenverdiener unter den Ärzten geärgert zu haben“, war das zwar inhaltlich falsch (der Verfassungsgerichtshof hat nicht die im Wiener Landesrecht bereits festgelegte Einhebung der Klassegelder für gesetzeswidrig erachtet, sondern nur kritisiert, dass hier Wien schon damals etwas rechtlich geregelt hat, das in einem Bundesgesetzt offen geblieben war. Durch die gesetzlichen Anpassungen hat sich nichts an der Verteilung geändert), aber angesichts ihres eigenen Einkommens (nochmals bereits 2007!!), hätten den Gag ihre Wähler vielleicht weniger lustig gefunden.  

Seit Juni 2012 ist Frau Dr. Sigrid Pilz Patientenanwältin und bekommt dafür natürlich einen Sondervertrag.

Sie verdient künftig exakt 12.753 Euro im Monat.
Auf Grund der bisherigen beruflichen Tätigkeit und ihres Lebensalters erscheint ein Gehalt in der angeführten Höhe angemessen.“ So lautet die Begründung der Stadt für den Sondervertrag der grünen Ex-Mandatarin, die damit rund 1400 Euro mehr verdient als ihr Vorgänger Konrad Brustbauer.
Margot Ham-Rubisch, bisher im Rathausklub der Grünen für Gesundheitsthemen zuständig, wird ihr Wechsel in die Patientenanwaltschaft mit 4800 Euro versüßt.

http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,779770

Wenn Patientenanwältin, so wie sie es in Interviews zum besten gab (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/464441_Gruen-Gemeinderaetin-Pilz-ist-neue-Wiener-Patientenanwaeltin.html)

“Schlicht und einfach ihr Traumjob“

gewesen wäre, dann hätte es doch wohl nicht eines wohl dotierten Sondervertrages bedurft, um sie aus dem Gemeinderat zu locken. Der Presseartikel aus 2007 läßt doch eher vermuten, dass Frau Dr. Pilz einfach keinen Einkommensverlust akzeptieren wollte, wenn sie sich um die Anliegen der PatientInnen kümmern muss. Wobei die Detailarbeit ohnehin weiterhin vom Stab erledigt wird, und auch Ihre Parteifreundin Ham-Rubisch viel vom Alltagsgeschäft wegarbeiten wird.
Ich habe keine Informationen darüber finden können, welche der anderen Nebenbeschäftigungen Frau Pilz aufgegeben hat, gesagt hat sie nur, dass sie die politischen Funktionen aufgeben wird.
“Unglaublich wie schnell Grundsätze am Trog biologisch abbaubar sind“, kritisiert BZÖ-Wien Chef Michael Tscharnutter die Bestellung von Sigrid Pilz.
http://www.wien-heute.at/p-62654.php

Und der  Wiener ÖVP-Obmann Manfred Juraczka fügte hinzu: „bleibt nur zu hoffen, dass sich Pilz, die inhaltlich durchaus als versiert gilt, ihrer Verantwortung bewusst ist, für die Interessen der Patientinnen und Patienten eintritt und sich nicht ihren roten und grünen Freunden verpflichtet fühlt“.
http://wien.orf.at/news/stories/2536858/

Wenn man nun liest, wie Pilz ihre neue Funktion in den Dienst derer stellt, die unter dem Titel einer „elektronischen Krankenakte“ und einer „Gesundheitsreform“ eine Machtänderung im Österreichischen Gesundheitswesens durchboxen,
dann kann man nur festhalten, dass die unser Steuergeld gut in Frau Pilz angelegt haben.

Nur als kleiner Nachtrag,
noch bevor (!) Stadträtin Wehsely das Wiener Spitalskonzept 2030 via APA am 17.3.2011 (14:51) hinaus posaunte
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110317_OTS0256/spoe-klubtagung-rust-sp-wehsely-praesentiert-wiener-spitalskonzept-2030-1

erreichte mich schon Frau Pilz und ihr Kotau:
Spitalsreform ist Meilenstein für moderne Gesundheitsversorgung in Wien
Fit für die Zukunft

Der Planungshorizont 2030 für die endgültige Realisierung der Gesundheitsstrategie beweist, dass die Stadtregierung Verantwortung übernimmt,
http://wien.gruene.at/2011/03/17/spitalsreform

Links:
Gesundheitsreform: Seh ich weg von dem Fleck, ist die Ärztekammer weg?
http://derstandard.at/1353206671643/Gesundheitsreform-Wenn-Standesvertreter-zu-Wutbuergern-werden
Patientenanwältin Pilz: „Die jetzige Situation ist um nichts sicherer“
http://derstandard.at/1350261402324/Die-jetzige-Situation-ist-um-nichts-sicherer

Written by medicus58

23. November 2012 at 18:40

%d Bloggern gefällt das: