Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘PHC

PHC das scheinbare Wunderding in der Patientenversorgung

leave a comment »


gibt’s woanders schon seit vielen Jahren. Lesen Sie mal, wie die Erfahrungen in Indien sind und überlegen Sie, ob Sie dafür Wehsely et al. die Stimme gegeben haben:

http://m.thehindu.com/features/magazine/samarth-bansal-on-the-primary-healthcare-system-in-up/article8916590.ece

OK, werden Sie sagen, Indien eben, aber wer sagr Ihnen, dass die „Verbilliger“ unseres Gesundheitssystems uns nicht gerade dorthin bringen werden.

Briten werden in Ihrem durch Thatcher und Blair effizienzgesteigerten NHS schließlich auch schon nach Inden zur Hüftoperation verfrachtet. Vielleicht finden wir bald auch nicht nur unsere Toiletten sondern auch unser Gesundheitssystem am Ende des Ganges….

Written by medicus58

31. Juli 2016 at 05:50

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

Tagged with , ,

Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt?

with 2 comments


Shutdown

Der sogenannte Patientenanwalt Bachinger verlangt in der Wiener Zeitung die freie Artztwahl abzuschaffen und will chronisch Kranke für drei Jahre an ein PHC binden.
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/chronik/827955_Das-Dogma-der-freien-Arztwahl-muss-weg.html

 

PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich? https://medicus58.wordpress.com/2015/08/31/phc-fuer-wie-bloed-halten-uns-die-eigentlich

Dann schwärmen wir auch noch im Chor mit Wirtschafts- und Arbeiterkammer, den sicher die ausgewiesensten Patientenvertreter,  von einem Telefondienst nach Schweizer Vorbild:

Drücken Sie die 1 wenn Sie krank sind oder die 0 wenn sie tot sind
https://medicus58.wordpress.com/2014/07/02/drucken-sie-die-1-wenn-sie-krank-sind-oder-die-0-wenn-sie-tot-sind/

Da braucht man nicht lange zu überlegen auf welcher Seite diese politisch eingesetzten Patientenanwälten denn stehen, auf der Seite derer, denen sie ihren Posten verdanken.
Man kann nicht einmal sagen, auf seite derer, die sie bezahlen, denn bezahlt werden sie von den Steuer- und Abgabenzahlern.

In diesem Zusammenhang ist auch eine Bestandsaufnahme der PHCs
des sogenannten Bürgerlandtages lesenswert:

Die Primärversorgung in Österreich wird endgültig aussterben – es sei denn, wir drehen die Reformpläne um 180 Grad!
Wenn die Allgemeinmedizin ausstirbt, ist das System unfinanzierbar
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160627_OTS0113/die-primaerversorgung-in-oesterreich-wird-endgueltig-aussterben-es-sei-denn-wir-drehen-die-reformplaene-um-180-grad

Auch wenn man der Partei FRANK nicht ohne Grund reserviert gegenüber steht, vieler der vorgebrachten Aussagen treffen den Kern des Problems:

„Wir brauchen einen neuen, einheitlichen und kostendeckenden Katalog für alle Leistungen, die unter Primärversorgung fallen. Auch für nicht-medizinische Leistungen. Wir brauchen im Idealfall auch ein Hausarztmodell, also eine verpflichtende Langzeitbindung an einen Hausarzt bei freier Arztwahl.“

„Wir brauchen keine neuen bürokratischen Strukturen, die nur behindern und sich ohne Subventionen nicht finanzieren lassen, weil sie zumindest teilweise am Bedarf vorbeigehen.“

„Dann wird alles noch teurer und es muss noch mehr rationiert werden. Wollen wir das wirklich?“

Während wir alle über den BREXIT plappern übersehen wir, dass unser Gesundheitssystem inzwischen den freien Fall nachholt, den das britische Gesundheitssystem bereits in den 80ern hingelegt hat. Die Kräfte, die das betreiben sind dieselben, die Wähler haben aber nicht mehr die Ausrede nicht gewusst zu haben, wohin dies führen wird ….

Written by medicus58

29. Juni 2016 at 20:52

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

Tagged with ,

PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich?

with 3 comments


reformhaus

25.7.2015: OÖ Nachrichten
„Von 1000 Menschen, die ein gesundheitliches Problem haben, muss nur einer stationär im Krankenhaus behandelt werden.“

Mit diesen Worten bringt Andrea Wesenauer, Direktorin der OÖGKK, die Kernaussage der wissenschaftlichen Untersuchung des Sozialmediziners Harald Kamps auf den Punkt.
Demnach könnten 900 der Betroffenen ihr Problem (z. B. Fieber oder verstauchter Knöchel) selbst lösen,
„neun brauchen tatsächlich die Hilfe eines Facharztes oder einer Spitalsambulanz“.
Und die übrigen 90 Betroffenen wären in einem Primärversorgungszentrum (PHC) bestens aufgehoben“, sagt Wesenauer.

In diesem Versorgungszentrum werden 23 Gesundheitsexperten zusammen arbeiten, neben fünf Allgemein-Medizinern auch Diplomkrankenschwestern, Psychologen, Physiotherapeuten und Diätologen (wenn ich richtig rechne also 18 Personen!).
So könne der Physiotherapeut Kreuzschmerzen behandeln, der Diätologe Diabetes-Patienten beraten.

Gleichzeitig hat ein Arzt „mehr Zeit für die Patienten, weil ihm die Krankenschwester Arbeit abnimmt“, sagt der Ennser Stadtarzt Wolfgang Hockl, Projekt-Promotor.

20.8.2015: WGKK: Primärversorgung wird von der Bevölkerung angenommen
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150820_OTS0024/wgkk-primaerversorgung-wird-von-der-bevoelkerung-angenommen

20.8.2015: Wehsely: Primärversorgung stärkt medizinische Versorgung durch bessere Rahmenbedingungen
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150820_OTS0105/wehsely-primaerversorgung-staerkt-medizinische-versorgung-durch-bessere-rahmenbedingungen

21. 8. 2015: „Primärversorgung erfüllt Patientenwünsche“
Albert Maringer: Vorsitzenden des Ausschusses für Krankenversicherung und Prävention im Hauptverband und Chef der OÖGKK
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150821_OTS0094/obmann-albert-maringer-primaerversorgung-erfuellt-patientenwuensche

21.8.2015: Pensionistenverband begrüßt Schaffung von medizinischen Primärversorgungszentren
Edlinger: Einrichtung kommt auch den Interessen der PensionistInnen entgegen
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150821_OTS0073/pensionistenverband-begruesst-schaffung-von-medizinischen-primaerversorgungszentren

Ich finde es super, dass mit den Primärversorgungszentren plötzlich der Stein der Weisen gefunden wurde und alle zufrieden sind, wobei ich nur noch einige Marginalien offen sind …

  1. Hat man den Sozialversicherten schon gesagt, dass 900 von 1000, die ein gesundheitliches Problem haben, es zukünftig gefälligst in Eigenregie zu lösen haben (siehe OÖN)?
  2. Auch interessant, wer die Kompetenz haben wird, den 1 von 1000 herauszufinden, der in ein Spital gehört …
  3. Es gibt dzt. nur ein einziges PHC in ganz Österreich (das in OÖ wird erst Ende (!) 2016 errichtet, für das zweite in Wien findet sich auch in der dritten Ausschreibung kein Interessent).
    Weshalb Frau Gesundheitsstadtätin Wehsely, Ex-Minister Edlinger und Herr Maringer schon wissen, dass das Konzept die Patienten freudig angenommen haben, grenzt scheinbar an Magie.
    In Wahrheit genügt ein Blick auf die persönliche Interessenlage, das Parteibuch oder die Aussicht auf Förderung des eigenen Projekts ….
  4. Aber wenn das alles funktionieren soll, was ich fachlich zwar bezweifle aber natürlich nicht ausschließen kann, solange nicht Erfahrungen mit einem flächendeckenden Netz an österr. PHCs  vorliegen (Vergleiche mit Ländern wie Belgien, das eine andere Versorgungsstruktur haben sind nicht aussagekräftig), bleibt aber eine Frage offen:

Woher kommt das Geld für all die zusätzlichen Gesundheitsdienstleistungsanbieter (Pflege, Psychologen, Physiotherapeuten, Diätologen, …) wenn schon die derzeitigen Kassentarife für Ärzte lächerlich niedrig sind (Der typische Arzt ist ein Hausarzt mit Kassenverträgen und reich  http://wp.me/p1kfuX-jY)?

Da fällt einem doch Erich Kästner ein, der einst sagte, man möge nie so tief sinken, um aus dem Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken!

 

Weiteres zu PHCs:
Entwarnung, alles wird gut http://wp.me/p1kfuX-XW
Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz
Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s http://wp.me/p1kfuX-Un

 

Und noch ein PS: Wenn, was einer der wesentlichen Gründe für die Erfindung der PHCs ist, dadurch die Verhandlungshoheit der Ärztekammern mit den Krankenversicherungen aufgebrochen wird (laut Plan dürfen die Kassen direkt Verträge mit den Ärzten in PHCs schliessen), dann verlange ich ein Ende der Pflichtmitgliedschaft in der Ärztekammer. Es kann nicht sein, dass dann Ärzte weiterhin (übrigens verfassungsrechtlich abgesichert) gezwungen werden hohe Mitgliedbeiträge an eine Kammer abzuliefern, die ihre einzige Vertretungsberechtigung eingebüßt hat …  Wär sicher ein netter Musterprozess ….

Entwarnung, alles wird gut

with 8 comments


smile

Wien heute brachte am 18. Mai 15 einen Beitrag unter dem Titel „Primärversorgungszentrum  (PHC) geht in den Testbetrieb“ (http://tvthek.orf.at/program/Wien-heute/70018/Wien-heute/9784398/Primaerversorgungszentrum-geht-in-den-Testbetrieb/9787605) zu dem ich ein paar Blogbeiträge in Erinnerung rufen möchte:

Der Beitrag möchte glauben machen, dass sich im Wiener Gesundheitssystem etwas Neues tut und alles noch besser wird:

„Neue Dienstzeiten in den Spitälern, mehr Versorgung für die Patienten draußen! „

In Wirklichkeit wurde hier nur eine bestehende Gruppenpraxis (im politischen Naheverhältnis zu den Wiener Grünen) mit massiver finanzieller und logistischer Unterstützung der Wiener Gebietskrankenkasse (Labor, Röntgen) zum PHC umgespritzt.
Was die WGKK bisher gehindert hat, den Patienten der Gruppenpraxis das Labor und Röntgen des benachbarten Ambulatoriums zu öffnen, bleibt unbeantwortet.

Und neu, wie schon mehrfach berichtet, ist da gar nix:

Alter Wein in Englischen Schläuchen: AGB der Gesundheitsreform müssen her http://wp.me/p1kfuX-D7  5/13
Wie oft wird kann man die Sau durchs Dorf jagen, ohne dass es den Medien auffällt? http://wp.me/p1kfuX-Tw 2/15
Aufstand der Primarärzte: einfach wegadministriert http://wp.me/p1kfuX-U2 2/15
Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s http://wp.me/p1kfuX-Un 2/15

Verschwiegen wird, dass das zweite projektierte PHC  weiterhin nicht zustande kommt, weil sich niemand findet, der trotz finanziellen Anreizes unter den sehr bewusst gewählten Bedingungen arbeiten kann oder will:

Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz  2/15

Auch welches Spital in der Nähe der Mariahilferstrasse (!) die Betreiber hier entlasten wollen (das im Stadium der Schließung befindliche Sophienspital?) verrät uns dieser Beitrag nicht.

Wirklich ärgerlich wird es aber da, wo der Beitrag den Eindruck erweckt, dass das von über 80% der angestellten Ärzte abgelehnte neue Besoldungs- und Dienstzeitpaket irgendetwas für Ärzte oder Patienten in den Wiener Gemeindespitälern verbessert hätte.

Intern lässt die Generaldirektion permanent erheben, wie viele der Diensträder überhaupt noch bespielt werden können,
muss ein lange angekündigtes Tool für die Einteilung der Ärztedienste kurz darauf zurückziehen, weil offenbar auch dort offenkundig niemand mehr die Fallgruben der Dienstregelungen durchblickt,
und nimmt zur Kenntnis, dass immer mehr Leistungen reduziert, Ambulanzen ausgesetzt und „Lückendienste“ eingeteilt werden müssen …

Konkrete Details darf ich hier nicht ausplaudern, aber sie sind z.B. nachfolgender öffentlich zugänglicher Aussendung zu entnehmen:

„Wie können Patienten und Spitalsärzte bei überbordenden Ambulanzen, immer länger werdenden OP-Wartezeiten und nicht nachbesetzten Stellen gut bedient sein?“ http://www2.aekwien.at/1964.py?Page=1&id_news=8770 

Wer all die veröffentlichten Problemzonen als inexistent hinstellt, der sollte wenigstens den Mut haben, z.B. Notstandspital wegen Verleumdung zu klagen und nicht seinen Einfluss auf den (angeblich) öffentlich rechtlichen Rundfunk für Jubelberichte zu missbrauchen.

Was hilft es da schon, dass der dann auf Ö1 (Zur Ökonomisierung des Gesundheitswesens http://wp.me/p1kfuX-XP) die Sachlage viel objektiver darstellt.
Auch wenn Ö1 gehört gehört, weiß die Gesundheitsstadträtin genau, wie wenige es tun!

Marktanteil (TV leider nur für das gesamte Bundesgebiet bzw. Ö1 über 24h und nicht sendungsspezifisch erhebbar):
Bundesland heute 54%
Ö1 6%

http://mediaresearch.orf.at/c_fernsehen/console_aktuell/console.htm?y=1&z=3
http://mediaresearch.orf.at/radio.htm

Written by medicus58

20. Mai 2015 at 07:00

Die Lösung für den Ärztemangel: Wir brauchen einfach keine mehr

with one comment


Arztweg

 

Es ist schon ziemlich eigenartig, was da in Nürnberg geplant ist: 50 Studenten sollen von August an dort Medizin studieren und in fünf Jahren Ärzte sein – und während der ganzen Ausbildung kein einziges Mal eine Lehrveranstaltung an einer Universität oder Uni-Klinik besuchen. Fast die gesamte Ausbildung übernimmt das städtische Krankenhaus Nürnberg. Damit das alles auch als Hochschulstudium anerkannt wird, kooperiert es mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (PMU).
Zeit Online: http://www.zeit.de/2014/22/aerztemangel-medizinstudium-privatuniversitaet

Hamburger Abendblatt: Sanitäter sollen Notärzte ersetzen
http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article129026013/Sanitaeter-sollen-Notaerzte-ersetzen-Mediziner-in-Sorge.html

Gesundheitsreform: Netzwerk statt Hausarzt?
Primary Health Care Konzept des Bundesministeriums: Nicht alle Mitglieder des Teams müssen immer zur Verfügung stehen. Wichtig sei aber, dass eine Person des Kernteams aus Allgemeinmediziner, Ordinationsassistentin und Diplomkrankenschwester rund um die Uhr zumindest telefonisch erreichbar ist.
http://medonline.at/2014/netzwerk/

Ein paar fast willkürliche Schlaglichter, wie die Gesundheitspolitik den nicht mehr abzuleugnend Mangel an Ärzten in der Gesundheitsversorgung begegnen:

Schnellsieder Ärzteausbildung, um trotz beschränkter Studienplätze mehr „Köpfe“ ins System zu pumpen.
Modulares Ausbildungssystem in dem zukünftige Ärzte nicht mehr in allen Aspekten ihres Faches ausgebildet werden: http://wp.me/p1kfuX-LF
Ersatz von Ärzten durch nicht-ärztliches Personal, dessen Ausbildung weder in Tiefe noch Breite mit der ärztlichen Ausbildung vergleichbar ist.

Ob das zu einer Verbesserung, geschweige Erhalt des erreichten Niveaus in unserem Gesundheitssystem führt, wage ich schärfstens zu bezweifeln.

Written by medicus58

13. Juni 2014 at 06:35

%d Bloggern gefällt das: