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Drittmittel, der unbekannte Dritte in der Medizin

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Drittmittel, der unbekannte Dritte in der Medizin, oder warum wir uns das Gesundheitssystem nicht durch die Forschung finanzieren lassen sollten!

Als 2014 die Wiener Zeitung berichtete, dass das Pentagon universitäre Forschung in Österreich finanziert, begann man auch hierzulande darüber nachzudenken, ob jedes scheinbar auf der Straße liegende Geld von den die finanziell ausgehungerten Universitäten aufgeklaubt werden soll. Die Debatte verebbte jedoch rasch.

Daran, dass das Phänomen nicht nur Auswirkungen auf die technische und geisteswissenschaftliche Forschung hat, wollte man in Österreichs Medizinuniversitäten gar nicht erinnert werden, oder wie es Markus Müller, der Rektor der Medizinischen Universität Wien, formulierte: 
„Wir können uns diese Frage nicht leisten.“

Angesichts der finanziellen Ausstattung der Hochschulen seien Drittmittel schlicht notwendig: Rund 95 Prozent des Budgets der Med-Uni gingen allein in Personalkosten auf.

Folgerichtig wurde der Grad an eingeworbenen Drittmittel ein Performanzindikator der Wissenschaftlichen Forschung und eine wesentliche Voraussetzung jeder wissenschaftlichen Karriere. So spornte man den wissenschaftlichen Nachwuchs an, die Finanzierung der in die Selbstverwaltung entlassenen Universitäten zu sichern. Gleichzeitig wurde aber auch Druck aufgebaut, dass Patienten mit gerade passenden Erkrankungen die Teilnahme an laufenden wissenschaftlichen Studien angeboten wird. Klar, die Geldgeber brauchen rasch Resultate (z.B. für die behördliche Registrierung ihrer Produkte).
2007 fasste das eine Arbeit in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie so zusammen:
Ressourcen innerhalb und zwischen Universitäten und in der außeruniversitären Forschung werden angesichts der Finanzknappheit im Wissenschaftssystem zunehmend in Abhängigkeit von Forschungsleistungen verteilt. … Drittmitteleinkommen als relativ einfach zu erhebender Performanzindikator spielt in allen neuen leistungsbasierten Verteilungsverfahren eine große Rolle.

Wir wollen aber hier nicht den Verlust der unabhängigen freien Forschung beweinen, wie das Die Zeit getan hat
Werden die Hochschulen zu Sklaven der Wirtschaft?
denn das Interesse der Allgemeinheit an den heeren Zielen der Wissenschaft ist überschaubar.

Es ist den meisten auch einerlei, ob eine technische Universität oder Fachhochschule ihre Dienste an die Auto- oder Waffenindustrie verkauft.
Ein Artikel aus 2015 im Standard, „Gekaufte Wissenschaft“: Drittmittel für Hochschulen immer wichtiger, der die Größenordnung des Problems aufzeigte hatte im Forum 25 Kommentare, was dort als unter Ausschluss der Öffentlichkeit gelten kann:
An den Universitäten stiegen die Drittmittelerlöse zwischen 2007 und 2013 um 47,1 Prozent auf 597,5 Mio. Euro, wie aus dem „Forschungs- und Technologiebericht 2015“ hervorgeht. Damit beträgt der Anteil der Drittmittel an den gesamten Umsatzerlösen der Unis 16,5 Prozent. Jeder fünfte Uni-Beschäftigte ist über Drittmittel angestellt. Für die Fachhochschulen (FH) gibt es keine damit vergleichbare Zahlen, sie messen den Anteil der Drittmittel an den Gesamtausgaben für F&E: Diese haben sich an den FH zwischen 2002 und 2013 mehr als vervierfacht und betragen nun 89,4 Mio. Euro. Der Anteil der Drittmittel an den F&E-Ausgaben lag bei 25 Prozent, wie die Fachhochschul-Konferenz (FHK) auf Anfrage der APA mitteilte.

Fremdfinanzierung in der Medizin, Stichwort Pharmagelder, löst jedoch auch bei Otto-Normalverbraucher eine heftige Reaktion aus, wobei sich die Kritik immer auf die (angeblich) gekauften Ärzte konzentriertCosì fan tutte: Pharma Fahmy.
Manchmal beschäftigt sich die Debatte auch mit anderen, auf den ersten Blick unbedachten Drittmittelflüssen: Pharma zahlt PatientInneninitiativen € 1.435.059
Letztendlich bleiben das aber boulevardeske Randthemen.

Ein gefährlicher Aspekt der aus Drittmitteln finanzierten Medizin fehlt in der öffentlichen Debatte völlig, obwohl er zu einer schleichenden und inzwischen ziemlich relevanten Änderung der Patientenversorgung führte und einen immer größeren Kreis an Patienten betrifft.
Inzwischen versuchen immer mehr Krankenanstaltenträger sich und die immer teureren Therapien über eine zunehmend lückenlose Rekrutierung von „passenden Patienten“ für laufende Firmen-finanzierte Studien zu finanzieren. Auf den ersten Blick ist das ja auch wirklich verführerisch. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie stellt der Auftraggeber nicht nur das teure Produkt gratis zur Verfügung, er muss auch meist auch eine Reihe anderer Kosten (Bluttest, Bildgebende Diagnostik, ….) abdecken, da er diese Befunde ja z.B. für die behördliche Registrierung seines Produkts benötigt. Ja und in manchen Fächern fallen auch Zusatzeinkommen für die Studienleiter ab.

Ganz extrem ist dies in der Onkologie, wo immer größere Einheiten geschaffen werden, um ….. ja warum wohl?

Natürlich macht es für die Patienten Sinn, dass sie, auch wenn ihre Diagnose in einem kleineren Spital gestellt wird, nach dem letzten Stand der Wissenschaft behandelt werden. Dazu benötigt es aber nicht notwendigerweise Big Brother, bestenfalls einen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur oder einen kurzen Telefonanruf. Ich stelle nun die These auf, dass es neben allen wissenschaftlichen Argumenten, letztendlich um den Versuch geht, Drittmittel für die Abdeckung des auch des nicht-universitären Routinebetriebes zu lukrieren und letztendlich die Patienten immer weniger Chance haben werden, nach dem gesicherten State-of-the-Art behandelt zu werden.
Ich weiß schon, da sich nach der letzten Studienreform inzwischen jedes kleine Kreisspital als universitäres Lehrspital begreift, sich ab der zweiten Abteilung als Klinikum bezeichnet und ohnehin jedes Bundesland seine Medunis erfindet, verwischen sich die Grenzen. Aber prüfen wir meine These einmal an Hand der Onkologie:

2011 wurde das Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien gegründet, das sich zu seinem 5-jährigen Bestehen darüber freute 21 Tumorboards mit über 7.600 PatientInnen pro Jahr zu koordinieren und zu administrieren.
Auf der höchst professionellen Homepage wird dem Besucher versichert, dass das CCC die kompetente, interdisziplinäre medizinische Versorgung von KrebspatientInnen mit klinischer und grundlagenwissenschaftlicher Forschung sowie Lehre auf höchstem akademischem Niveau verbindet. Um gleich nachzusetzen:
Darüber hinaus haben sie zudem die Möglichkeit, an den neuesten nationalen und internationalen Forschungsprogrammen teilzunehmen.
Klar, da braucht man nicht nach Afrika oder Indien ausweichen, um Medikamente zu testen, da sprechen wir von Fallzahlen, die auch bei uns rasche Ergebnisse versprechen.
Klar, der Patient hätte so eine Chance als erster von einer neuen Therapie zu profitieren, aber mitunter auch nicht.
Erwarten sich Patienten im öffentlichen Gesundheitssystem ein Roulettespiel? 

2017 freute sich die Wiener Gesundheitsstadträtin, dass mit dem CCC für die Tumor-Forschung und Behandlung von KrebspatientInnen eine einzigartige neue Kooperation zwischen Wiener KAV, AKH und MedUni entstanden ist, als ob das AKH mit seiner MedUni nicht ohnehin Teil des KAV wäre.
Wien wird damit zu einem der relevanten Krebs-Forschungszentren in Europa.
Ja und dann staunt man über soviel Ehrlichkeit:
Mit dieser Einrichtung werden künftig noch mehr und größere krebsspezifische Studien möglich sein.
Und weil man schon dabei war, kamen auch gleich die Vinzenz-Gruppe mit dem St. Josef-Spital in Wien-Hietzing als Kooperationspartner dazu, denn natürlich sieht man auch dort den ökonomischen, pardon, klinischen Benefit. 

2018, also vor wenigen Tagen freute sich der oben schon zitierte Rektor der Meduni Wien (übrigens Klinischer Pharmakologie, gebürtiger Klagenfurter mit Wohnsitz auch in Kärnten) über eine weitere Erweiterung:
Wir bündeln in der Onkologie, die hoch spezialisiert ist, die Kräfte. Wir verbinden das Klinikum Klagenfurt und das Cancer Comprehensive Center der Uni Wien, damit Kärnten in einem Cluster auf Expertise zugreifen kann.
… und die Studienkoordination auf noch mehr Patienten ….

Eine Diskussion über Risiken und Vorteile durch die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie würde den Rahmen dieses Beitrag sprengen. Eine relativ objektive Darstellung findet sich hier: Krebsratgeber

Die Fülle an neuen Krebsmedikamenten und ihre exorbitanten Kosten sprengen wirklich die Budgets der Krankenhäuser, aber der Weg über Drittmittel schein mir extrem gefährlich.
Wenn bald jeder Patient in eine wissenschaftliche Studie eingeschleust wird, dann schrumpft die Chance auf eine Behandlung nach den letzten Stand der Wissenschaft auf die Hoffnung in die Kontrollgruppe gelost zu werden.
Ob unter dem ökonomischen Druck noch eine ergebnisoffene Patientenaufklärung möglich ist, mag ebenfalls bezweifelt werden.
Langfristig ist der Weg ohnehin zum Scheitern verurteilt, weil irgendwann die Geldgeber auch wieder welches verdienen wollen!

In den Jahrzehnten in denen sie die Drittmittel in die wenigen Universitäten gepumpt haben und ihre Gewinne in der Peripherie einstreifen konnten, war das System in Balance, die jetzige Entwicklung scheint mir diese jedoch zu gefährden.
Ja, und deshalb denke ich, dass es für uns alle besser wäre, würden wir die Medizin (wie übrigens auch die Schulen, Universitäten, Museen, ….) lieber solidarisch aus Steuermittel finanzieren – und dort wo das offenbar nicht mehr geht die Warum-Frage aufwerfen, als uns noch weiter in die Lebenslüge einer Drittmittelfinanzierung zu verlieren.

Così fan tutte: Pharma Fahmy

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Kauf mich arzt

Bereits vor Erscheinen seines Buches Die Pharma-Falle: Wie uns die Pillen-Konzerne manipulieren füttert der Wiener Neurologe Fahmy Aboulenein die Medien mit Headlines:

„Der wahre Skandal spielt sich im gesetzlichen Rahmen ab“
(http://kurier.at/lebensart/gesundheit/neurologe-fahmy-aboulenein-attackiert-im-buch-die-pharmafalle-die-pharma-industrie/191.462.118)

„Ein Arzt bekommt von einem Pharmariesen Geld für einen lobenden Artikel über ein neues Medikament und er braucht ihn nicht einmal selbst zu schreiben. Das ist verdeckte Korruption und doch nur ein kleines von vielen Beispielen dafür, wie die Pharmaindustrie unsere Ärzte teils subtil und teils ganz offen manipuliert. Fahmy Aboulenein, Neurologe und MS-Spezialist, hat genug davon.“
https://www.falter.at/event/604802/fahmy-aboulenein-die-pharma-falle 

Aboulenein schätzt, dass zwei Drittel der in der westlichen Welt verschriebenen Medikamente überflüssig sind.
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/4962641/Der-Filz-zwischen-Pharmafirmen-und-Aerzten

„Die Phamakonzerne bestechen die Ärzte nicht mehr wie früher plump mit Bargeld, sondern nutzen die Grauzonen des Gesundheitssystems, um dieser für sich wichtigsten Zielgruppe wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen“, so Aufdecker Aboulenein. „Teilweise beziehen Ärzte aus solchen Tätigkeiten mehr Einkünfte als aus ihrer eigentlichen ärztlichen Tätigkeit.
Und weil es alle tun, hat keiner mehr ein schlechtes Gewissen dabei.“
http://gesundheitsnews.at/die-machenschaften-der-pharmaindustrie-neues-buch-ueber-das-geschaeft-mit-der-gesundheit/

Jetzt soll hier gar nicht bestritten werden, dass es all die „Mietmäuler“ (bezahlte Vortragende, die bestimmte Produkte empfehlen), Auftragsstudien, Gefälligkeitsgutachten, unnötige aber honorierte Beobachtungsstudien in der Ordination oder Expertenkonsense , Aufwandsentschädigungen für Advisory Boards attraktive Kongress-Destinationen, etc. etc. gab und vermutlich noch immer gibt.
Ob das auch schon aus jedem Hausarzt oder Fortbilder einen hochbezahlten Lobbyisten der Pharmaindustrie macht?

Auch dieser Blog hat sich immer wieder mit dem Thema der Korruption im Gesundheitswesen auseinander gesetzt:

Jänner 2013: Ärzte: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher
https://medicus58.wordpress.com/2013/01/06/arzte-unser-image-ist-im-arsch-soviel-scheint-sicher/

November 2014: USA: Ist Ihre Arzt korrupt, muss nicht immer die Pharmaindustrie dahinter stehen
https://medicus58.wordpress.com/2014/11/20/usa-ist-ihre-arzt-korrupt-muss-nicht-immer-die-pharmaindustrie-dahinter-stehen/

Juni 2015: Sponsoring österreichischer Ärztefortbildung. Systematische Analyse der DFP-Fortbildungsdatenbank https://medicus58.wordpress.com/2015/06/03/sponsoring-osterreichischer-arztefortbildung-systematische-analyse-der-dfp-fortbildungsdatenbank/

Was mir aber beim emotionalen ZIB2 Auftritt „Pharmakonzerne kaufen Ärzte“ des Kollegen (http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/12392834/Pharmakonzerne-kaufen-Aerzte/12392863) und den hier angeführten Zitaten massiv kontraproduktiv erscheint,
ist die hier gewählte, intellektuell flache und generalisierende Zugangsweise.

Klar ist:

Die großen Player in der Pharmaindustrie sind börsennotiert und gewinnorientiert.
Ihr Budget für „Werbemaßnahmen“ ist prozentuell an die erwarteten oder zu erhaltenden Umsätze gebunden.

Wohl kaum praktikabel aber vielleicht sogar wünschenswert könnte man natürlich verlangen, dass im öffentlich finanzierten Bereich nur gemeinnützige Firmen tätig werden dürfen, aber ausschließlich der Pharmaindustrie, nicht aber der Versicherungswirtschaft, den Medien, der Bauwirtschaft, der Waffenindustrie, den Geräteherstellern, …. etc. vorzuwerfen, dass sie alle legale Wege ausnützen um ihren Umsatz und damit ihren Gewinn zu erhöhen,
ist eine so einseitige Sicht, dass wohl auch die Beweggründe für diese Sicht zu hinterfragen sind.

Auch die Generalisierung, dass es alle tun, ist nicht nur falsch, selbst wenn schon jeder von uns mal einen Pharmakugelschreiber oder ein paar Brötchen nach einem Vortrag auf Pharmakosten abbekommen hat, sondern behindert eine sauberer Aufarbeitung des Problems.

Man muss kein ausgewiesener Logiker oder Dialektiker sein um zu erkennen, dass Thesen die alles einschließen („alles ist Politik“, „Alles ist Korruption“), jeden Diskurs beenden, da es wohl keine Alternative mehr, keine Antithese mehr gibt, über die es noch zu sprechen lohnt.

Konkret, wenn alle, ohne jeden Unterschied, ohne jede Graduierung korrupt sind, dann werft sie ins Gefängnis und verbietet die Branche.
Ende der Debatte!

Mit einem etwas differenzierteren Zugang hätte Kollege Aboulenein aber in seinem ureigensten Bereich, der Neurologie, einen einfachen Lösungsweg finden können, um unterscheiden zu können, wo es wirklich um Korruption geht, oder wo es sich um Querfinanzierungen handelt, ohne die sehr sinnvolle Aktivitäten in der Medizin (Finanzierung von Grundlagenforschung, Finanzierung von produktunabhängiger Fortbildung, …) schlagartig beendet würden.

Solange die Neurologie in Ermangelung spezifisch wirksamer Medikamente mehr oder weniger nur zwischen einigen billigen Vitamin B Präparaten wählen konnte, wird kaum ein Konzern Ihn oder irgendeinem anderen Arzt als Dank für seine Verschreibepraxis nach Hawaii zum Surfen geschickt haben. Seit er als MS-Experte nun auch sehr teure monoklonale Antikörper (Alemtuzumab) verschreiben konnte, oder auch nicht, wurde er natürlich als Umsatzmaximierer interessant.
Aboulenein beschreibt in seinem Buch auch die Vorgänge, wie das ehemalige Krebsmedikament als MS-Mittel plötzlich viel teurer wurde, übrigens eine Geschichte die hier schon im August 2012 zu lesen war (Warum setzt man meinem Gewinnstreben Grenzen und lässt die Pharma machen was sie will? https://medicus58.wordpress.com/2012/08/27/warum-setzt-man-meinem-gewinnstreben-grenzen-und-lasst-die-pharma-machen-was-sie-wollen/  ).
Weshalb er aber aus seinem eigenen Erfahrungen in seinem Sonderfach nicht den einzig richtigen Schluss zieht, dass in der Pharma- wie bei jeden anderen Industrie – nur dort Geld für umsatzsteigernde Bestechung budgetierbar ist wenn es auch entsprechend hohe Umsätze gibt und man sich auf diese relativ wenigen Bereiche zu konzentrieren hat, wenn man Korruption bekämpfen möchte, ist mir nicht nachvollziehbar.

So plakativ und auf den ersten Blick für den Laien vielleicht überzeugend seine Forderung nach einem Verbot von Vertreterbesuchen ist, das Problem wird kaum dadurch bekämpft, wenn der Turnusarzt keinen Kugelschreiber und keinen Sonderdruck aus dem New England Journal mehr bekommt.
Ob die Absage aller wissenschaftlichen Kongresse, auch die in weniger spektakuläreren Destinationen als Hawaii, die zu mehr als der Hälfte durch die Austellermieten bezahlt werden, obwohl die Teilnehmergebühren für Einzelpersonen inzwischen schon viele Hundert Euro kosten, im Sinne der medizinischen Wissensvermittlung wären, mag ich bezweifeln

Jedes Whistleblowing führt zu Kollateralschäden, klar.

Aber ob die Generalbeschädigung eines Berufsstandes der richtige Weg ist, um seine persönlichen Erfahrungen zu verarbeiten, nur weil man halt auch mal ein teures Medikament verschreiben durfte, mag ich noch viel mehr bezweifeln.

 

Written by medicus58

8. April 2016 at 16:26

Das Gute kommt aus der Apotheke ….

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Apotheke

 „Das Gute kommt aus der Apotheke …. und die Ärzte sind geldgierige Säcke.“
könnte man einen seit vielen Jahren von der Österr. Apothekerkammer getrommelten Werbeslogan paraphrasieren.

Abgesehen von den Hausapotheken bei etwa 950″Landärzten“ erfolgt die Medikamentenversorgung der Patienten über standortgesicherte Apotheken. Die 2006 in der Apothekengesetznovelle festgelegte Sicherung der ärztlichen Hausapotheken wurde vom Obersten Gerichtshof 6/12 aufgehoben.

Dies ist nachvollziehbar, denn die ärztliche Entscheidung für oder gegen eine medikamentöse Therapie sollte keinen direkten Einfluss auf sein geschäftliches Ergebnis haben.

Die Österreichische Ärztekammer hat nun einen auf den ersten Blick genialen Schachzug gemacht
(http://diepresse.com/home/leben/gesundheit/1576177/Aerzte-wollen-mehr-Hausapotheken
http://kurier.at/chronik/niederoesterreich/medikamente-direkt-vom-arzt-plan-sorgt-fuer-aufruhr/56.973.450):
Ärzte sollen bestimmte Routinemedikamente im Bedarfsfall an ihre Patienten abgeben dürfen aber dafür kein indiuviduelle Honorar verrechnen dürfen, sondern so wie in manchen Schweizer Kantonen, nur ein umsatzunabhängiges Honorar für die Vorhalteleistung an sich bekommen.

Proteste der Apothekerkammer kamen wie erwartet.

Klar, für den fiebernden Patienten ist es praktischer sein Medikament gleich mit der Diagnose seines Infektes zu bekommen und nicht noch extra eine offene Apotheke suchen zu müssen. Für die Apotheken bedeutet dies aber, dass sie um die Möglichkeit umfallen, zusätzlich zu den rezeptierten Spezialitäten noch ein paar andere Goodies an die Frau (seltener an den Mann) zu bringen: Homoeopathika, Pflegeprodukte, … etc.

Die Medien mögen sich über die Kampfhähne freuen, vergessen aber einen still im Hintergrund agierenden „Dritten Mann“:

Die Rolle des Medikamentengroßhandels.

Zwischen den ca. 2.100 Herstellern medizinischer Produkte und den ca 2300 Kunden (Anstaltsapotheken (ca 25% des Marktes), Öffentlichen- und Filialapotheken (ca. 75% des Marktes, die auch die ca. 959 ärztliche Hausapotheken versorgen) steht der Pharmagrosshandel mit 8 Großhandelsunternehmen, die 95% des heimischen Marktes kontrollieren.Die drei größten Unternehmen der Branche erreichen zusammen einen Marktanteil von über 80 %. Zwei davon sind zudem Töchter der größten paneuropäisch tätigen Großhandelskonzerne und damit international integriert.

Innerhalb der EU gibt es ca, 700 Großhändler
.

Auch den deutschen Pharmagroßmarkt teilen sich Heute teilen sich im Wesentlichen fünf Großhändler Phönix, Alliance Healthcare, Celesio, Noweda und Sanacorp auf.

Die Player in Österreich heißen:

G & M PharmaGrabner-Marik GroßhandelsGesmbH, 5280 Braunau/Inn, oÖ, regionale Schwerpunkte Salzburg, oÖ, NÖ und Steiermark;
Spezialvertrieb von diätischen Nahrungsmitteln, eigene Produktion

Herba Chemosan Apotheker AG, 1110 Wien, Marktführer in Österreich mit nahezu 50 % Marktanteil

Jacoby Pharmazeutika AG, 5400 allein-Kaltenhausen, Salzburg, Familienbetrieb mit 150 Mitarbeitern, betreut Kunden in Westösterreich, zusätzlich oTC-Produkte, Veterinärmedizin und Ästhetische Medizin

L. Kögl Pharma GmbH, 6020 Innsbruck, Tirol, Region Vorarlberg, Nord-, Süd- und Osttirol; in den 90er-Jahren europaweit Pionier bei der papierlosen Kommissionierung des gesamten Warenflusses

Kwizda Pharmahandel GmbH, 1200 Wien, ehemaliger k. k.-hoflieferant, heute internationale Ausrichtung

Pharmosan Handelsgesellschaft mbH, 1120 Wien, 1977 von Sigismund Mittelbach gegründet; die Pharmosan-Unternehmensgruppe
produziert auch Nahrungsergänzungsmittel der Marke „Nutrico“.

Phoenix Arzneiwarengroßhandlung GmbH, 1140 Wien, unter dem Dach der PhÖNIX Group, dem zweitgrößten Pharmahandelsunternehmen in Europa

Richter Pharma AG, 4600 Wels, OÖ, http://www.richter-pharma.at human und Marktführer in Veterinärgroßhandel;

Jetzt sind zwischen Hersteller und Detailverkäufer geschaltete Logistikbetriebe an sich nichts Besonderes, jedoch warfenNaturalrabatte an Apotheken und Ärzte in der Vergangenheit immer wieder ein schiefes Licht auf die Branche.

2008 deckte der Stern auf, wie sich deutsche Großapotheken über einen in Wien beheimateten Verein (Global Apo) umsatzabhängige Rabatte überweisen liessen. Es mag bezweifelt werden, dass die Branche in Österreich nicht auf vergleichbare Ideen gekommen ist.
(http://www.stern.de/wirtschaft/news/pharma-skandal-die-geheime-kasse-der-apotheker-647389.html)

2013 kamen die deutschen Apotheken nach einem Spiegelartikel ins Gerede, weil sie (verschlüsselte) Verschreibungsdaten an die Firma IMS Health weiterverkauften. Für Österreich stellte sich aber dann heraus, dass diese Daten hier von Ärzten zT ohne deren Wissen abgeaugt werden
(http://www.unwatched.org/20130821_Verschreibungsdaten-Skandal_Aerztekammern_und_Datenschuetzer_pruefen_Konsequenzen

http://www.unwatched.org/20130830_Skandal_um_Gesundheitsdaten_Heimlich_Schnittstellen_in_Ordinationen_installiert).

Der „Große Datenskandal bei Apotheken“ (http://oesterreich.orf.at/stories/2605702/) bei dem u.a. die Rezepte des Bundespräsidenten im Magazin NEWS landete weil jemand die Festplatte des größten Apotheken-Softwaresystem Österreichs (AVS-System des Österreichischen Apotheker-Verlags) kopiert hat, regte nur kurz auf und wurde weniger als Beispiel für die Gefährlichkeit eines hochkonzentrierten Marktes gesehen als als Argument gegen ELGA.

Als die Österreichische Post auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern war und das Oligopol des Pharmagroßhandels aufzubrechen drohte, (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/rabatte-fuer-apotheken-oesterreicher-mischen-pharmahandel-auf-12533732.html) wurde kurz wieder öffentlich über Rabatte an die Apothekengesprochen.

Rabatte und Handel mit Marktdaten sind ja aus allen Branchen wohlbekannt, nur in direkten Gesprächen mit befreundeten Apothekern hört man aber von einer meiner Meinung nach viel problematischeren Verstrickung zwischen Großhandel und der einzelnen Apotheke:

Während von den ganz wenigen Gruppenpraxen abgesehen
die ärztliche Praxis einem einzelnen Arzt zugeordnet werden kann, ist dies bei den Apotheken anders.
Häufig gehören mehrere Apotheken ein und der selben Gruppe – oft branchenfremder – Investoren oder ein wohlhaben gewordener Apotheker leistet sich mehrere Standorte.
Vergleichbar mit den früheren Brauereimonopolen binden sich viele Apotheken oder Apothekengruppen mit Exklusivverträge an einen einzigen Großhändler, wobei wohl vermutet werden kann, dass sich der für diese freiwillige Beschränkung erkenntlich zeigen wird.
Schon bei der Gründung einer Apotheke und natürlich bei der Weitergabe spielt der Großhandel eine wichtige Rolle. Natürlich will man ja seinen Kundenstock nicht verlieren.
Da ist man doch gerne mit der Planung und Finanzierung etwas behilflich ….

Selbstverständlich werden diese Aktivitäten des Pharmagroßhandels an der Front  nicht öffentlich und beeinflussen den Markt in einer unerwünschten Weise, nur bleibt dies innerhalb der Branche und wird deshalb nicht öffentlich. Schließlich haben ja alle was davon – wenn sie bereits im Boot sind.

Written by medicus58

10. April 2014 at 07:00

Blutrausch zum Nachlesen

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2013_17_heureka

In seiner aktuellen Wissenschaftsbeilage HEUREKA, die im Gegensatz zum Mutterblatt im WWW gratis nachlesbar ist, bietet die Redaktion des FALTER Lesenswertes zu verschiedenen Aspekten der Bluttransfusion:

Überraschenden Zahlen von den geschätzten 9 400 000 000 Euro Umsatzvolumen des Weltmarkts für Plasma-Produkte bis zum 3 Minuten-Takt in dem die Wiener Krankenhäuser eine Blutkonserve anfordern.
http://www.falter.at/heureka/2013/04/blutrausch-in-osterreich-der-countdown-zum-thema/

Kurioses aus der Wissenschaft, die bis vor kurzem den Beweis erbrachte, dass Mensturationsblut giftig wäre: http://www.falter.at/heureka/2013/04/lasst-frauenblut-blumen-welken/

Eine erneute Aufarbeitung der Ursachen des überproportional hohen Blutverbrauchs der österr. Medizin, die die ökonomischen Interessen des Roten Kreuzes erwähnt, aber leider nur streift.
http://www.falter.at/heureka/2013/04/blutverschwendung-in-osterreich/

Diese gegenläufigen Interessen in dem folgenden Artikel jedoch mehr als ahnen lässt:
http://www.falter.at/heureka/2013/04/boses-blut-unter-medizinern/

Und schließlich ein nettes Glossar zum Thema biete: http://www.falter.at/heureka/2013/04/blut-in-osterreich-das-glossar/

Was m.E. fehlt ist der ausdrückliche Hinweis darauf, dass die Eigenblutvorsorge vor geplanten „blutigen“ Operationen zwar dem Gesundheitssystem Geld spart, aber meist vom Patienten selbst bezahlt werden muss, was naturgemäß dessen Euphorie beeinträchtigt.

Etwas stärker hätte ich noch die ökonomische Seite der Sache herausgearbeitet, die dem Spender i.d.R. ein kleines Frühstück für seine Blutspende und das Wohlgefühl etwas Gutes getan zu haben gibt, sich aber am anderen Ende (siehe oben) ein weltweites Milliardenbusiness befindet, von dem der Marktführer Rotes Kreuz in Österreich 52 Millionen Euro Umsatz kontrolliert. Ohne dieser Querfinanzierung, wage ich nun mal zu behaupten, wäre auch andere Leistungen des RK kaum mehr denkbar.

Was ebenfalls nur zwischen den Zeilen steht, ist dass die Blutspender davon ausgehen, dass es die roten Zellen sind, mit denen sie Leben retten. Die Bilanzen der einschlägigen Pharmakonzerne interessieren sich aber mehr für den Saft dazwischen, die Einweißkörper im Plasma, mit denen sich gutes Geld verdienen läßt.

Written by medicus58

27. Mai 2013 at 07:17

Warum setzt man meinem Gewinnstreben Grenzen und lässt die Pharma machen was sie will?

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Dass das primäre Ziel von Pharmafirmen der finanzielle Gewinn und nicht unser aller Gesundheit ist,
hat so wenig Neuigkeitswert wie die Erkenntnis, dass sich Fastfood Ketten nicht dem Kampf gegen den Hunger in der Welt verschrieben haben.
Auch dass Wissen, dass es sich bei Entwicklung und Vermarktung von Pharmaka um ein Milliardengeschäft mit großen Chancen aber auch – sollten nach Jahren schwere Nebenwirkungen nachgewiesen werden – nicht unbedenklichen finanziellen Risken handelt, darf vorausgesetzt werden.

Neue Einsichten in diesem Spiel verdanken wir nun der 1982 in Boston (USA) gegründeten Firma Genzyme (http://www.genzyme.com/),
die 2011 von Sanofi (http://en.sanofi.com/) aufgekauft wurde.

Genzyme ist eine typische Biotech-Firma,
die ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung von biologisch produzierten Proteinen (u.a. Immunglobuline) setzt. Im Gegensatz zu den klassischen Medikamenten (z.B.: Azetylsalezylsäure wie in Aspirin®), bei denen es sich um chemisch einfachere „Chemikalien“ handelt, hat das Risiko von biologisch wirksamen Verunreinigungen während des Herstellungsprozesses von proteinbasierten Wirkstoffen (Viren) früher die „großen“ Pharmakonzerne eher abgeschreckt und sie haben die Entwicklung den kleinen start-ups überlassen. Schließlich ist es im Falle von drohenden Haftungen billiger ein kleines Unternehmen in Konkurs gehen zu lassen, als einen „Pharmariesen“ von der Bildfläche verschwinden zu lassen.
Diese kleinen Firmen agieren naturgemäß immer sehr aggressiv am Markt, da ihre Geldgeber eine entsprechende Rendite erwarten, wenn ein Produkt einmal die Marktreife erreicht hat, da ihnen der „lange Atem“ eines Großkonzerns fehlt.
Genzyme, als es noch eigenständig war und nur Nischenprodukte für seltene Stoffwechselerkrankungen bzw. ein Produkt für die Diagnostik des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms auf dem Markt hatte, agierte ebenfalls in diesem Sinne. Da vor dem Verkauf an Sanofi nichts mehr in die Produktion investiert wurde, mussten unzählige Patientengespräche geführt werden, um zu erklären, weshalb Thyrogen® wegen technischer Probleme monatelang nicht mehr lieferbar war, für das noch massiv die Werbetrommel gerührt und die „Selbsthilfegruppen“ für Schilddrüsenkarzinompatienten instrumentalisiert wurden.
Doch auch unter dem Schutzmantel des großen Sanofi-Konzerns agiert man weiterhin ausschließlich nach kommerziellen Überlegungen.
Da man sich für seinen Antikörper Alemtuzumab (Mabcampath®), den man übrigens 2009 von Bayer gekauft hat und der ursprünglich für die Therapie einer auf die Standardtherapie nicht mehr ansprechenden chronisch lymphatischen Leukämie (B-CLL) zugelassen war, einen höheren Gewinn verspricht, wenn er sich bei an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Patienten bewährt, hat die Firma bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA auf die erste Indikation verzichtet und will die beschränkten Ressourcen des Wirkstoffes ausschließlich auf die neue Indikation (unter der neuen Produktbezeichnung Lemtrada) konzentrieren.
Für die Uneingeweihten:
Medikamente haben einen Stoffnamen, der die Wirksubstanz charakterisiert und oft verschiedene Produktnamen unter denen der Stoff dann verkauft wird
Bei biologischen Wirkstoffen ist es im Gegensatz zu den klassischen Pharmaka nicht so einfach die Produktionsmengen der Substanzen zu erhöhen.
Neben der nicht beliebig steigerbaren Produktion des Wirkstoffes gibt es auch noch ein anderer viel banaleren Grund für Genzyme, die bisherige Indikation aufzugeben: Für eine Therapie der Multiplen Sklerose genügen im Vergleich zur Leukämietherapie so geringe Substanzmengen, dass man bei proportionaler Preisgestaltung in der neuen Indikation viel billiger als die Konkurrenz (Biogen Idec: Tysabri (natalizumab), Novartis: Gilenya (fingolimod)) wäre, d.h. sich eines möglichen Gewinns begeben würde, was die Aktionäre kaum freuen würde!
Zwar hätte man zwei verschiedene Produktnamen (Campath für die Leukämietherapie und Lemtrada für die Therapie der Multiplen Sklerose), jedoch handelt es sich um die gleiche Wirksubstanz und bei unterschiedlichen Preisen pro Substanzmenge wäre zu erwarten, dass die MS Patienten einfach mit Campath statt mit Lemtrada behandelt würden, so dass man dem einen Riegel vorschieben will.
Ähnliches hat es auch schon bei Medikamenten für eine andere „Volkserkrankung“, der Makuladegeneration, gegeben, so dass wir uns langsam gewöhnen müssen, dass „der Markt“ nicht nur über unsere Arbeitsplätze, Bankkonten, Pensionskassen, …etc. entscheidet, sondern eben auch über unsere Lebenserwartung bestimmt.

Wehleidigkeit ist da vielleicht weniger angebracht, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass man mit dem Geld das reiche Gesellschaften wie die unsere für eine paar Monate Lebensverlängerung investieren, am anderen Ende dieser Welt ganze Landstriche vor dem Tod durch Unterernährung, Malaria, Lepra oder Tuberkulose (um nur einige billig behandelbare Todesursachen zu nennen) zu bewahren könnte.

Natürlich ist diese Gegenrechnung ebenso krank, wie das aufgezeigte Verhalten der Pharmaindustrie, nur kommt noch ein wesentlicher Aspekt dazu:
Während unsere Gesellschaften maßgeblich an der globalen Verbreitung eines ausschließlich auf Gewinnmaximierung basierenden Wirtschaftssystems beteiligt waren und dadurch auch einige persönliche Vorteile ziehen konnten, hattn andere Gesellschaften in diesem Spiel nichts mitzureden und auch bis heute keine Vorteile gehabt.

Wir könnten derartige Exzesse, wie das rücksichtslose Jonglieren mit der Zugänglichkeit zur medizinischen Versorgung, einmal zur Überlegung benützen, ob es wirklich unserer Weisheit letzter Schluß ist, alle unsere Lebensbereiche dem systemimmanenten Zwang zur Gewinnmaximierung auszuliefern, oder ob es nicht Sinn machen würde Regeln aufzustellen, die zwar Anreize belassen in das Gesundheitssystem zu investieren, den entnehmbaren Gewinne aber Grenzen setzen.
Bei ärztlichem Einkommen
(Deckelungen, Progression, Dienstrecht, …)
hat sich das „die Gesellschaft“ ja auch getraut, weshalb traut sie sich das nicht gegenüber Multinationalen Konzernen (oder Banken)?

Links:
http://relevant.at/wirtschaft/pr/701593/wirksames-leukaemie-medikament-kommerziellen-gruenden-vom-markt-genommen.story
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/lymphome/article/819675/strategischen-gruenden-leukaemie-arznei-markt-genommen.html
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/preistreiberei-der-pharmabranche-wie-man-ein-medikament-drastisch-verteuert-1.1444186
http://www.pmlive.com/pharma_news/sanofi_campath_alemtuzumab_eu_us_cancer_ms_419320
http://www.pharmatimes.com/Article/12-08-21/Sanofi_withdraws_Campath_in_US_and_EU.aspx

Written by medicus58

27. August 2012 at 17:23

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