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Peter O’Toole

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PeterOToole

Ein Tag an dem man am Morgen im Radio erfährt, dass Peter O’Toole verstorben ist, ist ein trauriger Tag.

Nicht dass das Sterben eines 81-Jährigen nun völlig überraschend kommt oder angesichts der täglich über den Schreibtisch wandernden Krankenakten von viel Jüngeren, dem Tod nicht mehr allzu fern stehenden Patienten als besonders ungerecht empfunden werden darf, nein, aber irgendwie schmerzt es doch.

Der Nachrufe gibt es genug, die auf seine grandiose Darstellung des Thomas Lawrence in David Leans Lawrence of Arabia hinwiesen. Nirgends las ich noch, dass seine Darstellung vielleicht viel mehr an die eigentliche Person gekommen wäre, hätte man es im großen Kino damals erlaubt einen in sich zerrissenen, seine heimatlichen Wurzeln verloren habenden Briten darzustellen, der höchstwahrscheinlich Masochist und Homosexueller war.

Wenigstens der Standard erinnert an seine bedingungslos an die Schmiere gehende Darstellung des Regisseurs Elias Cross (!) im 1978er Film The Stuntman(http://derstandard.at/1385171127689/Schauspieler-Peter-OToole-gestorben) die meines Erachtens zum Pflichtprogramm jedes Cineasten gehören sollte.

Wenn ich zwei weitere meiner Lieblingsfilme mit O’Toole nennen sollte wären dies sein geniales Doppelspiel mit der ebenfalss hinreissenden KAtherine Hepurn im Lion im Winter und „his impersonation“ des Man of La Mancha in der gleichnamigen Musicalverfilmung. Im Gegensatz zu unserem Pepi Meinrad, für den der Part als seine späte Glanzrolle gilt, schafft er neben der zerbrechlichen, hageren Gestalt des Ritters auch dessen unbändigen maskulinen Willen zu verkörpern, wo meist nur Hektik gespielt wird.

Leider kenne ich keine Aufzeichnung seines späten (1978) Macbeth in London, der von der Presse zerrissen und vom Publikum gestürmt wurde. Zyniker meinten, dass das Publikumsinteresse war eher Schadenfreude als Kunstverständins. Egal, ich denke hier immer an „unseren“ Oscar Werner, dessen Scheitern auch stets interessanter war als die Erfolge vieler seiner Kollegen.
http://insidemovies.ew.com/2013/12/15/peter-otoole-dies/

“When you meet Peter O’Toole, he does not disappoint.”
http://www.thedailybeast.com/articles/2013/12/15/spending-a-day-with-peter-o-toole.html
And finally look at this 1989:
Got a Drinking Problem? Peter O’toole (as Jeffrey Bernard)
http://youtu.be/KI42lY9W9HE

and if you liked it, this is the full Monty:
http://www.youtube.com/watch?v=ABFjLo8gRBk

Written by medicus58

16. Dezember 2013 at 19:08

Mein Name ist Orson Welles

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So endet die meines Erachtens werkgetreueste Verfilmung von Franz Kafkas Prozess („Le Procés 1962). http://youtu.be/RC_Ngw4EYIg
http://youtu.be/i_KUNKHkrdg
http://youtu.be/R_7weUR0oMY
Auch im Vorspann von  „The Magnificent Ambersons“ (1942) meint er lapidar
Mein Name ist Orson Welles. Ich habe das Drehbuch geschrieben und Regie geführt
http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article1029659/Der-Vorspann-wird-hier-zur-Hauptsache.html

Orson Welles (http://de.wikipedia.org/wiki/Orson_Welles) war einer derjenigen Künstler, die niemanden im Zweifel lassen wollte, dass er sich seiner Größe bewusst war, vielleicht auch deshalb, weil er öfters scheiterte als siegte.
Jedenfalls ein „tragischer Held“, den ich, seit ich  „Citizen Kaine“ (1941) erstmals sah und „War of the Worlds“ (Hörspiel 1938) erstmals hörte,
bewunderte;
nachdem ich „meinen geliebten“ Franz Kafka (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=49219) von ihm auf der Leinwand erlebte,
verehrte;
und nach seinem formidablem kleinen Versteckspiel „F for Fake“ (1974)

für einen der (Medien-)Künstler des 20.Jahrhunderts halte,
der die Balance zwischen Größenwahn und Einsicht geschafft hat.

Auch seine Outragen als Schauspieler im Dritten Mann (1949) und unzählige Cameoauftritte mit denen er seinen Lebensstil und seine Kunstprojekte finanzierte, konnten daran nichts ändern.
Aus seinen Abstürzen (http://www.youtube.com/watch?v=o5LkDNu8bVU), seiner Transformation vom „Womanizer“ (Ehe mit Rita Hayworth 1944-48) zum eigenen, übergewichtigen Klischee (Last interview: http://www.youtube.com/watch?v=YZEWy–VsBQ) könnte nur ein genialer Regisseur wie Wells selbst einen  Film machen, dieser hätte aber das Zeug zu einem „Citizen Welles“.  

Für den Feinschmecker seinen noch folgende Clips empfohlen:

Orson Welles (schon 1963 schwer übergewichtig) & Peter O`Toole (mit dicker Brille) discuss Hamlet: http://youtu.be/97R83-KMhhc
“Der beste Schauspieler des Ensembles sollte den Geist spielen“

Orson Welles on Cold Reading
Der Magier enthüllt die Magie”
Orson Welles discusses the nature of ‚cold reading‘, a type of analysis used by many phony psychics and fortune tellers to trick their customers into thinking they indeed do have special powers, and how some can become so skilled at it that they actually trick themselves into believing they are truly psychic. http://youtu.be/IjPsnfysrp8

Ich & Orson Welles: http://youtu.be/SMnVZH0xujM

“Sparkling“ Orson WellesInterview (1974): http://youtu.be/VVlukLi32vs

 

The Orson Welles Sketchbook Episode 1: http://youtu.be/oRabulURk3I

Written by medicus58

15. November 2012 at 07:20

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