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Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 5: Persönliches zum Personal)

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Nun, nachdem die Zukunft des Wiener Krankenanstaltenverbundes zumindest in groben Zügen festgelegt wurde (KAV wird Anstalt öffentlichen Rechts ab 1.1.2019) könnte es ja wirklich bald was werden, mit der Nachbesetzung der Generaldirektion. In der Vergangenheit habe ich schon viermal ein paar Wünsche ausformuliert, die auch schon vergangene Generaldirektoren, rein theoretisch, erfüllen hätten können.

Das „Neue“ am KAV als Anstalt öffentlichen Rechts sollte nun nach den Beteuerungen der Verkünder ja sein, dass zukünftig Personalpläne und -angelegenheiten im Konzern, also ohne dauernde Rückfrage bei der MA2, festgelegt werden kann.
Auch wenn ich bis heute noch nicht verstanden habe, was die Stadt Wien mit dem verliehenen Personal tun wird, das ein zukünftiger KAV GD dankend wieder zurückschickt, bzw. mit Personal, dass dieser nach Bedarf selbst rekrutiert, wenn dieses auch zukünftig Personal der Stadt sein soll, aber glauben wir einmal, dass dafür schon fertige Lösungen in den knarrenden Schubladen der Stadt liegen, über die man in der nächsten Pressekonferenz Auskunft geben wird. Bis 31.12.2018 ist ja noch genügend Zeit.

Was ich mir aber vom neuen KAV Generaldirektor wünsche ist, dass er sich gegen die bisherigen Kräfte durchsetzten möge, die bewirkten, dass

gute Mitarbeiter, die nach dem Erreichen des Pensionsalters noch ein, zwei Jahre länger aktiv bleiben wollen
(Ja, sowas gibt es nicht nur unter den Primarii sondern auch unter dem Reinigungspersonal!) nicht zwangspensioniert werden,

und gute Mitarbeiter jenseits der erratischen Remunerationsspiele des Magistrats (ggf. auch nur durch nicht-monitäte Benefits) belohnt werden können.

Andererseits muss es zwischen dem Hire-and-Fire, das die Stadt in ausgelagerten Bereichen oft schlimmer betreibt als viele Private, und den jahrelangen Minderleistungen, nur durch Amtsarzt und Kuraufenthalte unterbrochene Dauerkrankenstände, eine Möglichkeit zur begründeten Kündigung gibt, gegen die die Personalvertretung nicht Sturm läuft.

Eine Personalbeurteilung, deren Note mindestens ein gut sein muss, um nicht den automatischen Einspruch der Personalvertretung zu triggern, ist schade um den Regenwald, der für das Papier geschreddert wurde.
Elektronische Bögen sind noch nicht im System angekommen, der Umstieg auf eine Word-Vorlage, die dann ausgedruckt und händisch ausgefüllt werden muss, war bislang das Ende der Fahnenstange.

Es ist verlogen internationale Maßstäbe für die Personalplanung anzuwenden und triumphierend Posten zu streichen, wenn andere Regeln der Personalrekrutierung außer Kraft gesetzt werden.
Dort wo Leistungswille anerkannt wird, wie zum Beispiel Mehrleistungen während der Urlaubszeit, wird dies nicht monitär sondern durch zusätzliche Freizeit belohnt, was implizit die anderen Mitarbeiter in diesem Bereich zu Mehrleistung führt.
Starre Arbeitszeitschemata erlauben Führungskräften nicht einmal in Zeiten der Flaute, sich beim Personal mit einem „15 Minuten früheren Arbeitsschluss“ zu bedanken.
Starre Linien von der Kollegialen Führung hinunter auf die Abteilungsebene lassen effizientes Arbeiten nur dort zu, wo alle Beteiligten nicht wegen sondern trotz dieser Strukturen zusammenarbeiten.
Ich kenne viel zu viele Beispiele, wo eine auf Abteilungsebene mit guter Begründung getroffene Entscheidung (z.B. Urlaubsansuchen) von übergeordneter Stelle ohne Rücksprache „overruled“ wurde, weil Personalvertretungswahlen anstanden.

Wenn wir uns an unseren letzten GD erinnern, dessen Erfahrung in der Personalverantwortung sich auf eine zweistellige Anzahl an Institutsmitarbeitern beschränkte, ehe er zur Leitung eines 30.000 Mitarbeiter Konzerns berufen wurde, der aus macht-politischen Gründen absichtlich keine Entscheidungshoheit über das Personal hat, das zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil die potentielle Wählerschaft der nächsten Bundes- und Landeswahlen darstellt, wird einiges klar, woran der KAV zuletzt gescheitert ist.

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Written by medicus58

14. Juli 2017 at 15:01

Die Leere nach dem Sturm bzw. die Lehre aus dem Sturm

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smile

Nachdem Stadträtin Wehsely
sowohl den Wiener Ärztekammerpräsidenten als auch seinen Stellvertreter ausmanövriert, abgefotzt (Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT) und zuletzt einseitig der politischen Arena verwiesen hat (http://wien.orf.at/news/stories/2709529/), ist das öffentliche Interesse am Dienst- und Besoldungspaket für die angestellten Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund gegen Null gesunken. Damit hat die Gesundheitsstadträtin und ihre trojanischen (Berater)Pferde die Grundlagen geschaffen, die Krankenhäuser des KAV auf eine reine Akut- und Basisversorgung herunter zu fahren ohne dass es der wählenden Bevölkerung überhaupt bewusst wird, was da gespielt wird.

Die Durchschnittsverdiener (Proleten kommt so schlecht) vor dem Anmeldeschalter pöbeln bestenfalls ihresgleichen hinter der Scheibe an, wenn die Wartezeiten auf medizinische Versorgung nicht mehr in Tagen und Wochen, sondern in Monaten und Jahren gemessen wird, durchschauen aber die politische Absicht nicht, wenn gleichzeitig „ihre“ Stadträtin (http://wien.orf.at/news/stories/2707273/) den Plänen eines Privatspitals neben dem AKH ostentativ offen gegenüber steht.
Die „Ösi Roten“ haben von Blairs „New Labour“ gelernt und Wehsely ist nicht die einzige die hier in Österreich, das öffentliche Krankenanstaltensystem für die Privatisierung freischießen möchte. LH Voves, versucht dies seit Jahren (http://wp.me/p1kfuX-lV,  http://www.kpoe-steiermark.at/steirische-spitaeler-droht-neuerliche-schliessungswelle.phtml), schließlich hat er nicht nur Eishockey gespielt sondern auch bei der Merkurversicherung seine Brötchen verdient.
Anders als Voves, der aus seinen Plänen öffentlich nie ein Hehl gemacht hat, umgab sich Wehsely vorsorglich mit Berater, die die Privatisierung als alternativlos vorbereiten:

Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater http://wp.me/p1kfuX-P7
Dr. Ebner – Die “objektive” Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw
Warum wir die Medizin nicht Ökonomen überlassen dürfen, auch wenn es schon zu spät isthttp://wp.me/p1kfuX-lq
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://wp.me/p1kfuX-cy
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs

Als Wehsely Ende Jänner einseitig eine Einigung zwischen Gewerkschaft, Personalvertretung und Ärztekammer verkündete, in Wahrheit haben alle Verhandler nur vorbehaltlich der Unterstützung ihrer Gremien unterzeichnet (http://wien.orf.at/news/stories/2691951/), hat sie bereits den nächsten Etappensieg eingefahren.
Dass sie es darüberhinaus für notwendig hielt, den Boulevard noch mit der sachlich völlig falschen Schlagzeile „25% mehr Geld für weniger Arbeitszeit“ (Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen http://wp.me/p1kfuX-Tm) zu bedienen, entsprang mehr ihrer politischen Sozialisierung in Faymanns Tradition als einer echten Notwendigkeit.
(Für die Uneingeweihten, für die überwiegende Mehrheit der Ärzte bedeutet diese „Reform“ eine Minimierung der Verluste und keine Gehaltserhöhung; die Abteilungsvorstände verdienen dann weniger als ihre langgedienten Fachärzte und das augenblicklich vom Komplizen Meidlinger kolportierte Primarärztegehalt von 8793€ für 48h Arbeitszeit (http://kurier.at/chronik/oesterreich/wer-im-spital-wie-viel-verdienen-soll/129.539.783) ist sachlich falsch:
PÄ haben eine rund um die Uhr Bereitschaft und keine 48h Tätigkeit und keiner, der von extern (z.B. nach einer universitären Karriere) in den KAV wechselt, schafft es in diese Gehaltstufe zu kommen (Wenn Kollege Meidlinger mir gegenüber sein Brutto-Jahresgehalt offenlegt, das übrigens ausschließlich vom Steuerzahler bezahlt wird (bemerkenswerten Karriere des 51-Jährigen Meidlingerhttp://wp.me/p1kfuX-UX) bin ich gerne bereit meinen Jahresausgleich öffentlich zu machen, in Schweden müssten wir das beide ohnehin!)

Wer sich fragt, warum der Druck in Richtung Posten- und Dienstradstreichungen und verlängerten Tagespräsenzen augenblicklich nachgelassen hat, während in den ersten Workshops Generaldirektion und EHC-Berater Schulter an Schulter massiv die Ärztlichen Direktoren und Abteilungsvorstände zu Konzessionen gedrängt haben, hat noch immer nicht begriffen, dass es Wehsely ohnehin geschafft hat ihren Plan zum Selbstläufer zu machen und bereits ihre politischen Ziele erreicht hat.
Der Rest ist Schweigen und alternativlos.

Schließlich hat der Gemeinderat mit den Stimmen der Grünen das Besoldungsschema durchgewinkt (Das rote Osterei für den KAV http://wp.me/p1kfuX-Wd), obwohl die Rot-Grüne Koalition in dieser Sitzung durch frechen Abgeordneten“raub“ (Wer glaubte, Ärzte wären nur wehleidig, möge sich Demokratieverständnis der Wiener SPÖ im Gemeinde… http://wp.me/p1kfuX-W0) eigentlich zu Grabe getragen wurde.
Wehselys Wunschpaket ist durch. 
Nachträgliche Geplänkel, pardon Nachschärfung, nahmen ohnehin nur mehr einige unverbesserlich Gutmeinende ernst und vielleicht zieren sich noch einige Personalvertreter, die politisch massiv von ehemaligen und noch aktiven Gewerkschaftsgranden eingeforderte Kapitulation, pardon Betriebsvereinbarung, zu unterzeichnen (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UXÄrzte wissen nicht was sie wollen http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4724168/Hundstorfer_Aerzte-wissen-selber-nicht-was-sie-wollen). In Wirklichkeit ist der Zug abgefahren. Der politische Aal (und Ex-Stadt Wien Gewerkschafter und Ex-ÖGB Chef) Hundstorfer war sich seiner Sache, schließlich hat er das Gesetz formuliert, bereits vor einen Jahr sicher („Einigkeit“ statt Beschluss  http://orf.at/stories/2232676/).

ÖGB Präsi Foglar, dem zwar für andere Berufsgruppen im öffentlichen Dienst selbst die 40 Stundenwoche zu viel scheint (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1348521/Foglar_Weg-mit-40StundenWoche-im-Staatsdienst) hat keinerlei gewerkschaftliche Probleme, wenn die g’stopften Ärzte mit Opt out, dank Hundstorfers Gesetz bis zu 60 Stunden (max 72h/Woche) arbeiten und sorgt sich nun ausschließlich um die Pflege,  in deren Arbeitszeiten übrigens nicht am 1.1.2015 gesetzlich eingegriffen wurde (http://www.springermedizin.at/artikel/47092-spitalsaerzte-foglar-sieht-pfleger-benachteiligt).

Ja und GD „Prof“ Janßen hat zwar sein strahlend weißes Macher-Image gegen eine bisweilen hektische Blässe getauscht,  seit er sich mit seinen geförderten Wohnverhältnissen, Gerüchten um das KH Nord (Sonnenfinsternis über dem KAV http://wp.me/p1kfuX-Vo) und aufmüpfigen Turnusärztevertretern herumschlagen muss, er kann sich aber sicher sein, seine Zielvereinbarungen einfahren zu können:

Unter den nunmehrigen Rahmenbedingungen, kann sich die Stadt Wien sicher sein, dass sich die gewünschten Personalreduktionen durch Kündigungen und fehlende Bewerbungen von selbst einstellen werden.

Eine Zustimmung der Personalvertretung hat sich erübrigt …

Das Downsizing auf eine reine Akut- und Basisversorgung wird sich unter den herrschenden Budget- und Personalplanungen automatisch einstellen und
der Ausbau der Privatmedizin wird letztendlich als alternativlos darstellbar sein,
weil die öffentliche Hand, das einfach nicht auf die Reihe kriegt.

OK, und die Omi ohne Zusatzversicherung wird mit dem diabetischen Fuß halt in den PHCs abliegen.

Unverhohlene Kooperationen mit privaten Investoren sind da nur der Anfang (Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz).

Wer so blöd war, sein ganzes Berufsleben lukrativere Angebote auszuschlagen, weil er sich überwiegend der wissenschaftlichen Lehre einer öffentlichen Universität und der öffentlichen Gesundheitsversorgung verbunden gefühlt hat, der hat einfach auf’s falsche Pferd gesetzt.

Wer aber mit seinem Kreuzerl am Wahltag diesem Gesocks verhilft an der Macht zu bleiben, der sollte entweder wohlhabend sein oder wenigstens nicht Seinesgleichen am Schalter anpöbeln und dem Boulevard zu mehr Inseraten verhelfen.

 

Die Privatisierung von Gesundheitseinrichtungen und ihre Folgen
http://www.beigewum.at/wordpress/wp-content/uploads/036_martin_rammele.pdf
Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten… http://wp.me/p1kfuX-l1

Die Teillösung der Volllösung einer Verarschung

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Wes

Rufen wir einmal für die Nicht-Betroffenen das Problem kurz in Erinnerung:

Erst nach
(!!) dem Inkrafttreten des novellierten Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) am 1.1.2015, das den Ärzten nur mehr eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden (im Gegensatz zu den früheren 72 Stunden) erlaubte, begann die Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely Gespräche mit Vertretern der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, die nur noch einen Bruchteil der angestellten Ärzte im KAV als ihre Mitglieder bezeichnen können und mit Vertretern der Personalvertretung sowie der Wiener Ärztekammer, die sich beide auf eine Zwangsmitgliedschaft der Betroffenen berufen können.

Mit dem üblichen medialem Juhu-Geschrei verkündete man am 29.1.2015 eine Einigung: KAV-Ärzte: Mehr Gehalt, geänderte Arbeitszeiten (http://wien.orf.at/news/stories/2691951/ )

Als in den kommenden Wochen immer mehr „Kleingedrucktes“, wie Arbeitsverdichtungen durch geänderte Dienstzeiten und 382 Posteneinsparungen bekannt wurden, und in ersten Workshops klar wurde, wie der von Wehsely eingesetzte Generaldirektor (Mann, ist der Mann gut, der im KAV aufräumt http://wp.me/p1kfuX-Kd) und ihre Beraterhorden um Herrn Dr. Ebner (Die “objektive” Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw) den Pakt interpretieren und durchdrücken wollen, wurde die Vereinbarung allen grünen (JubelGrüne: Grüne Ärztinnen und Ärzte werden leicht einmal rot dabei… http://wp.me/p1kfuX-W9) und roten Claqueuren (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UX) zum Trotz von einer überwältigenden Mehrheit der Betroffenen abgelehnt.

Vorerst unbeeindruckt peitscht Wehsely trotzdem ihren Pakt, von dem sich inzwischen sowohl die Personalvertretung als auch die Ärztekammer distanzieren, durch den Gemeinderat: Das rote Osterei für den KAV http://wp.me/p1kfuX-Wd
Schließlich ließ sie sich doch zu irgendetwas zwischen Nachverhandlung und Nachschärfung herab, um  am 14. April eine Teillösung der abgelehnten Volllösung verkünden zu lassen: http://www.vienna.at/gehaltsverhandlungen-der-spitalsaerzte-teilloesung-fuer-wiener-kav-erzielt/4296805

Auch wenn der zitierte Kurier-Artikel glauben macht, dass es nur ums Geld gehen würde (Probleme macht nun weiterhin das Thema Geld) trifft das nicht den Kern des Problems!

Fasst man den erreichten Zustand zusammen, kommt man zu folgenden Punkten:

  1. Die Dienstgeberin hat das von ihr gewünschte Arbeitszeitmodell in ihrem Sinn durchgebracht
    • Weiterhin bestehen parallele Modelle in denen die ärztliche Leistung einmal nach Arbeitsstunden, einmal nach Tagen und wieder nach Diensten berechnet wird, je nachdem wie es der jeweiligen Personalabteilung passt.
    • Weiterhin existiert für den einzelnen Arzt keine Möglichkeit seine absolvierte und seine noch ausständige Leistung selbst abrufen und ist auf die Angaben der Personalabteilung angewiesen.
    • Auch die Abteilungsleiter haben keinen Zugriff auf die entsprechende Software, obwohl sie zu einer gesetzeskonformen Diensteinteilung verpflichtet werden.
    • Inzwischen stellte sich heraus, dass offenbar jedes einzelne KAV Haus ein anderes Dienstschema verfolgt (z.B.: einmal 5 einmal 6-Tage-Woche)
  2. Die Dienstgeberin hat das von ihr gewünschte Entlohnungsmodell in ihrem Sinn durchgebracht
    • Frühere Zulagen werden nun in das Grundgehalt eingerechnet damit dieses höher aussieht.
    • Weiterhin werden Ärzte im KAV weniger verdienen als bei anderen Trägern. Wer kann, wird  kündigen und wie schon bisher werden kompetente Ärzte sich nicht beim KAV bewerben.
    • Weiterhin werden (abgesehen von minimalen Zuschlägen und 2h Freizeitausgleich) Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste im Rahmen der gelten Normalarbeitszeit entlohnt werden.
    • Die Abgeltung des jahrzehntelangen Betrugs an den Ärzten, in dem das ARG 1983 missachtet wurde (30 Jahre braucht der KAV um ein Gesetz zu lesen – muss nun der Generaldirektor gehen? http://wp.me/p1kfuX-Ac) wird weiterhin nur durch 3 x 11 sogenannte ZZ Tage erfolgen. Da letztendlich die Arbeit an diesen Tagen von der anwesenden Kollegenschaft zusätzlich übernommen wird, kostet diese Lösung der Dienstgeberin keinen Groschen!
  3. Die Dienstgeberin hat ihren Plan der Postenreduktion nicht zurückgenommen,
    • nur soll das halt etwas weniger brutal als zuletzt probiert und unter den Augen einer „Kommission“ passieren.
  4. Die Dienstgeberin setzt nun ganz offen auf Opting out, um den Betrieb weiterhin zu ermöglichen
    • Während im ursprünglichen Pakt die Möglichkeit des Opting out, also die Möglichkeit unter Berufung auf die aktuelle Betriebsvereinbarung über die erlaubten durchschnittlichen 48h/Woche hinaus zu arbeiten und verlängerte Dienste über 25h zu leisten nach außen als „ultima ratio“ hingestellt wurde aber intern vereinbart wurde, dass die Vertragspartner auf die Ärzte einwirken werden, dass diese im Bedarfsfall unterschreiben, verspricht die Dienstgeberin nun ganz offen ine Prämie für diejenigen, die weiter den Weg der Selbstausbeutung gehen wollen! Die Argumentationen des Präsidenten haben Unterhaltungswert http://wp.me/p1kfuX-Ue
  5. Weiterhin kann die Dienstgeberin (durch Kündigung, Pensionierung oder Abschluss der Ausbildung) freiwerdenden Stellen unbesetzt lassen und dadurch die Arbeitsbelastung der Rumpfmannschaft maximieren.
    • Meines Wissens wurde das vom Verhandlungsteam nicht einmal angesprochen.
  6. Weiterhin kann die Dienstgeberin die Ärzte im KAV zur Lehre im Rahmen des Klinisch-Praktischen-Jahres für Medizinstudenten im letzten Studienjahr verpflichten, ohne dass sie sich hier eine adäquate Kompensierung durch die MedUnis ausverhandelt hat.
    • Meines Wissens wurde das vom Verhandlungsteam nicht einmal angesprochen.
  7. Andererseits bekommen KPJ-Studenten im KAV keine finanzielle Anerkennung für ihre Tätigkeit, so dass sie sich in Scharen zu anderen Trägern bewegen werden.
    • Die anfallende Arbeit wird halt von der Stammmannschaft erbracht, weil auch die Turnusärzte ein Auslaufmodell darstellen (Stichwort neue Ärzteausbildung)
  8. Weiterhin kann die Dienstgeberin die Strukturen des KAV zerbröseln lassen, weil das zur Verfügung gestellte Reinvestitionsbudget gegen Null konvertiert.
    • Meines Wissens wurde das vom Verhandlungsteam nicht einmal angesprochen.
  9. Weiterhin versucht die Dienstgeberin mit ihrer Master-Betriebsorganisation unbeirrt leitende Ärzte aus den Entscheidungsprozessen der klinischen Abläufe zu drängen und sie vermehrt an Pflege und MTDG zu delegieren
    • Master-Betriebsorganisation im KAV: Da fährt die Eisenbahn drüber http://wp.me/p1kfuX-NS
      Meines Wissens wurde das vom Verhandlungsteam nicht einmal angesprochen.
  10. Weiterhin verpulvert die Dienstgeberin Millionen an externe Berater und verweigert das Gespräch mit den eigenen Experten.
  11. Gestützt auf eine willfährige Gewerkschaft, eine Mehrheit im Gemeinderat, enormen PR Ausgaben und ein autoritäres Beamtendienstrecht, das den Mitarbeitern mundtot macht, werden Unzulänglichkeiten im Krankenanstaltenverbund abgestritten, Schuldenböcke gesucht und gefunden, und die Zensurschraube angezogen.

Oder kurz: Abgesehen von ein paar medialen Kollateralschäden hat Wehsely sich erfolgreich durchgesetzt!

Es kann nur gehofft werden, dass das von Kollegen Leitner und seinem Team mitgebrachte Paket zur Gänze von der Kurie der angestellten Ärzte abgelehnt wird, weil es keinen Kompromiss sondern ein Diktat darstellt.

“Es gibt nicht mehr Geld”, hieß es auch vonseiten der Stadträtin. Man (warum nicht Frau? persönliche Anmerkung) sei daher zur Auffassung gekommen, dass in diesem Punkt weitere Gespräche nicht sinnvoll seien.
http://www.vienna.at/gehaltsverhandlungen-der-spitalsaerzte-teilloesung-fuer-wiener-kav-erzielt/4296805
kann nicht das letzte Wort der Debatte bleiben.
Was wir als Ärzte (von Asklepios und Ärztekammer) verlangen müssen ist ein klares Forderungsprogramm zur Strukturänderungen und Gehaltsänderungen.
Als Steuerzahler müssen wir von der Politik verlangen, dass nicht Millionen an befreundete Berater und Stakeholder verschoben werden (Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s http://wp.me/p1kfuX-Un ) und Gespräche mit den eigenen Mitarbeitern nicht ausschließlich zur medialen Schadensbegrenzung sondern permanent zur Lösungssuche geführt werden.

Da es keine Zeichen gibt, dass die Dienstgeberin freiwillig von der Konfrontation zur Konstruktivität wechseln möchte, benötigen wir eine Informationsstrategie, wie wir die ganzseitigen Propagandainserate und Medienauftritte der Dienstgeberin konterkarieren können.

Eine tägliche, vorerst viertelstündige Information der wartenden Patienten in unseren Ambulanzen über die wahren Beweggründe des ärztlichen Protests, schiene mir eine rechtlich kaum zu ahndende Methode um dieses Ziel zu erreichen ehe wir in die Problematik des Beamtenstreiks zu kommen ….

Die Argumentationen des Präsidenten haben Unterhaltungswert

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Als die Vereinbarung über Besoldung und Arbeitszeit zwischen Gesundheitsstadträtin Wehsely, Personalvertretung/Gewerkschaft und Ärztekammer freudig präsentiert wurde, bejubelte man, dass nun das Problem ohne Opt out gelöst wäre.
Inzwischen zirkulieren die – noch immer nicht veröffentlichten – Papiere, in denen vereinbart wurde, dass die Unterzeichner die Dienstgeberin unterstützen werden, sollte sich am 1.Juli keine gesetzeskonforme Diensteinteilung ausgehen: Die, die eigentlich die Interessen der Ärzte vertreten sollten, verpflichteten sich per Unterschrift die betroffenen Ärzte zu einem Opt out zu motivieren.
Mit anderen Worten die Interessensvertreter werden Ärzte dazu bewegen, freiwillig auf den gesetzlichen Arbeitsschutz zu verzichten.
Wie Ärztekammerpräsident Szekeres dieser an sich ungeheuerlichen Vereinbarung auf Facebook argumentiert, erfreut den Anhänger des absurden Theaters:

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Written by medicus58

22. Februar 2015 at 10:53

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