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Wenn Sie vor einem Parameter in der Pandemie Respekt haben wollen, dann hätte ich einen Vorschlag und eine Antwort an Herrn Wolf

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Seit Wochen haben wir gesehen, wie erratisch die Zahlen der positiven PCRs eingemeldet werden, so dass man längst nur mehr über den gleitenden Durchschnitt spricht und nicht mehr über das tägliche Auf und Ab.

Viel relevanter als Infektionszahlen scheint mir aber der Anteil der positiv gemeldeten Teste.

Rein pragmatisch (für die Unterstufen Mathefreaks) korrigiert dieser Wert, als Ratio zwischen gemachten und positiven Tests praktisch automatisch für nicht in Echtzeit erfolgende Meldungen. Natürlich ist die Aussagekraft diese Ratio davon abhängig mit welcher Strategie getestet wird und klarerweise wissen wir nicht, weil uns das die Behörde nicht mitteilt, wie oft hier ein und derselbe Proband getestet wurde.

Trotzdem zeigt die Graphik schön, dass die jetzigen Probleme seit Anfang Oktober sich klar abgezeichnet haben. Selbst im Frühjahr lagen wir bei niedrigen einstelligen Prozentsätzen, während wir schon länger im satt zweistelligen Bereich landeten.

Auch hat Zahl der Teste zugenommen, nur erklärt das keineswegs die steilen Anstiege im Westen. So weit, so gut. Wer also bis jetzt nicht realisiert hat, dass wir ein Problem haben, der wird es wohl nie realisieren. Wie wir aber damit umgehen, das steht auf einem anderen, gleichfalls sehr unschönen Blatt.

Herr Klien kann sein Sie werden lachen, es wird ernst anbringen, aber wenn ORF Reporter plötzlich ernsthaft fragen (Wolf ZIB 10.11.), warum man sich darauf I’m letzten Sommer nicht vorbereitet hat, dann überlegen Sie mal, seit wieviele Jahren hier vor unseren Potemkinschen Spitälern gewarnt wurde. Zu glauben, ich fahre plötzlich in ein paar Monaten einen personell, baulich und technisch seit Jahren überforderten Bereich rasch mal hoch, ist doch absurd für einen gut informierten Journalisten.

Wenn im oben verlinkten Interview der ZIB Ankermann alles versucht, um von einem Arzt zu hören, was denn passieren wird, wenn die Belastungen in den Spitälern noch weiter zunehmen, dann frage ich mich langsam, ob nicht die einzig adäquate Antwort gewesen wäre:

Wenn alle Ressourcen zur Neige gehen, werden wir letztendlich den Karren von Reportern, PR-Beratern, Politikern und Gesundheitsökonomen aus dem Dreck holen lassen.

Das Gegenargument, dass sie dafür nicht ausgebildet wären gilt nicht, schließlich verordnen die überlasteten Spitalsbetreiber in der Pandemie längst ihrem Personal auch fachfremde Tätigkeiten.

Written by medicus58

11. November 2020 at 14:50

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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