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Mein Patient, Dein Patient, das Budget ist nicht für alle da

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Hinter den Kulissen des „besten Gesundheitssystems der Welt“ spitzt sich seit Jahren ein äußerst unschöner Konflikt zu.
Angeblich garantiert der ÖSG (ÖSG: Warum einfach, wenn es doch auch kompliziert geht) eine bedarfsgerechte Vorhalteleistung im Gesundheitssystem, um einerseits allen Pflichtversicherten einen Zugang zu benötigten Leistungen zu sichern, aber andererseits den Wildwuchs von Spitalsbetten, Großgeräten und besonderen Einrichtungen (Schlaflabors) zu verhindern.
Beschäftigt man sich etwas näher mit diesen Konstrukten, dann glaubt man sie ebenso wenig, wie dass das seit 1977 auf Abschlussdiagnosen und Medizinischen Einzelleistungen (MEL) basierende  System der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) nur annähernd zu einer kostendeckenden Abrechnung der stationären Spitalskosten geführt hat. Beides führt zu einer immer abscheulicheren Verschiebung ungewollter Patienten!
(Man mag mich klagen für diese Aussage, aus der jahrzehntelangen Berufspraxis wird es einfach sein die entsprechenden Beweise zu erbringen, hier kann ich nur sehr theoretisch darüber berichten.)

War das Rosinen picken der lukrativen Leistungen (z.B. unkomplizierte Geburten) und die Verhinderung nicht kostendeckender Leistungsanforderungen (z.B. teure Onkologika) vor Jahren in erster Linie das Spielfeld privater, gewinnorientierter Gesundheitseinrichtungen, zwingen die engen Budgets inzwischen auch die größten Krankenhausbetreiber sich bestimmte Patienten vom Hals zu schaffen.

Die einfachste Lösung ist hier, eine entsprechende Leistungserbringung gar nicht oder nicht mehr anzubieten. 

Die Unterversorgung mit Strahlentherapie in Ostöstereich hat es in den letzten Jahren in die Medien geschafft.
Anmerkungen zur hektischen Debatte um die Strahlentherapie
Das unkoordinierte Schließen voll ausgelasteter Versorgungseinheiten zur thyreologischen Versorgung (=Schilddrüse) taucht auch ab und an in den Medien auf, nachdem sowohl die entsprechenden Einrichtungen in Melk und Wien (Kaiser Elisabeth Spital) de facto ersatzlos ausradiert wurden. Zwar versichern die politisch Verantwortlichen, dass die Leistungen in andere Einheiten integriert wurden, nur geht die Rechnung ganz offensichtlich nicht auf, was zu den unzumutbaren Wartezeiten führt.

Bei teuren Therapien, Prothesen, Schrittmachern, … werden Deckelungen eingeführt, die zwar nach außen nicht kommuniziert werden, Ärzten und Patienten aber einen Spießrutenlauf zumuten, um vielleicht noch an ein nicht ausgeschöpftes Kontingent zu kommen.
Beliebt ist auch – unter dem Vorwand der Zentrumsbildung – teure Leistungen nur in einem Zentrum zu bündeln, so dass sich dort enorme Warteschlangen auftun, was wieder sparen hilft. Allein in der letzten Woche hatte ich zwei Gespräche, wo zwar Universitätskliniken bestimmte diagnostische Leistungen anforderten, die Patienten sich aber dann an andere Spitäler um Hilfe wandten, weil diese Leistungen innerhalb der eigenen Universität einfach nicht mehr angeboten werden!

Ein anderer Weg ist die lokale Information, dass man sich eben außer Stande sieht bestimmte diagnostische Leistungen weiterhin für ein anderes Spital jenseits der Landesgrenzen weiter anzubieten. Eine Rückmeldung an die Schreibtischtäter, die über ihren ausgeklügelten Versorgungsregionen (ÖSG) brüten gibt es natürlich nicht, wenn Einrichtung W für Einrichtung E halt keine PET Untersuchungen mehr durchführen kann, obwohl im Bundesland B halt leider keine einzige derartige Einrichtung vorgehalten wird …

Von oben mag das alles wie ein lustiges Monopoly (Das Kaufmännische Talent heißt das Spiel in Ö) ansehen. Mitten drinnen ist es für Patient und Arzt entwürdigend.

PS: Erinnern Sie sich noch an den Werbspruch: Mein BAC, Dein BAC, BAC ist für uns alle da ? Wenn nicht, können Sie sich nicht mehr erinnern, dass die Welt früher anders war …

Written by medicus58

17. Februar 2018 at 19:11

ÖSG: Warum einfach, wenn es doch auch kompliziert geht

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Es ist schon fast fünf Jahre her, seit ich mich hier unter dem Titel Die planlose Planwirtschaft im Gesundheitswesen mit einem weitgehend unbekannten Instrument der österr. Gesundheitsplanung beschäftigt habe; dem ÖSG.
Nein, ich meinen nicht das Ökostromgesetz, die Österreichisch-Schwedische Gesellschaft, die Österreichische Sportwissenschaftliche Gesellschaft und auch nicht die Österreichische Statistische Gesellschaft, ich meine den Österreichischen Strukturplan Gesundheit.

1996 haben sich Bund und die Länder auf eine überregionale Krankenanstaltenplanung (einschließlich einer Planung der Großgeräte) geeinigt und seit 2006 heißt dieses Planspiel Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG).

Der Plan wird nun im Auftrag der Bundesgesundheitsagentur (BGA) erstellt. Die BGA ist ein auf Basis der Vereinbarung gemäß Artikel 15a Bundesverfassungsgesetz über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens mit (BGBl. I Nr. 105/2008) errichteter öffentlich-rechtlicher Fond mit eigener Rechtspersönlichkeit, dessen Geschäftsführung dem „Gesundheitsministerium“ obliegt.
(Anm: Die Gänsefüßchen deshalb, weil man im Gesetzestext schon dafür vorgesorgt hat, dass irgendwann einmal die Gesundheitsagenden auch woanders landen könnten.)

Also, der BGA ist eine unter der Kontrolle des Gesundheitsministers stehender Fond, hat mit der Bundes-Zielsteuerungskommission ein Steuerungsgremium, dem je vier Vertreterinnen/Vertreter des Bundes, und der Sozialversicherung sowie neun Vertreterinnen/Vertreter der Länder angehören, und vergab die Erstellung dieses Plans seither stets an die Gesundheit Österreich Ges.m.b.H. (GÖG).
Ob dieses Karussell geschaffen wurde, um den „Gesundheitsminister“ zu behindern oder die politische Veranwortung für das Ergebnis hinter scheinbarem Expertenwissen zu verbergen, mag nun jeder selbst entscheiden! 

Beim GÖG handelt es sich um ein am 1. August 2006 per Bundesgesetz errichtetes nationales Forschungs- und Planungsinstitut für das Gesundheitswesen dessen Alleingesellschafter der Bund, vertreten durch – erraten – den Bundesminister für Gesundheit ist. Das GÖG entstand natürlich nicht aus dem Nichts, sondern vereinigte das 1973 gegründete Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) und den 1998 gegründeten Fonds Gesundes Österreich (FÖG). Im Gesundheitsqualitätsgesetz hat man da auch gleich ein Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG) dazu gepackt, dem, natürlich wieder im Auftrag des Bundes,  die Entwicklung, Umsetzung und regelmäßige Evaluation eines gesamtösterreichischen Qualitätssystems obliegt, das den Prinzipien Patientenorientierung, Transparenz, Effektivität und Effizienz zu folgen hat. 
Ja, und damit man sich auch noch etwas Geld verdienen kann, stehen für andere Auftraggeber noch GÖG-Töchter zur Verfügung (GÖ Beratungs GmbH, GÖ Forschungs- und Planungs GmbH). Dass es dabei mitunter Diskrepanzen zum eigenen ÖSG gibt, wird noch einmal zu diskutieren sein …
Verfassungsgemäß kann der Bund aber nur Rahmenvorgaben beschließen, die Umsetzung in Regionalen Strukturplänen (RSG)  obliegt den Bundesländern und auch hier stolperte man immer wieder über massive Diskrepanzen zwischen ÖSG und RSG in diesem föderalen Sandkastenspiels! Kein Wunder, als einziges Grundlage zur Intervention hat der Bund die 15a Vereinbarungen und (rein theoretisch) die Steuergelder, die er in diesen Bereich fließen lässt. Da wir aber keine Finanzierung aus einer Hand haben, findet jeder Mitspieler genug Regler, an denen er das Endergebnis in seinem Sinne oder in Richtung seiner Hinter“personen“ zu modifizieren.

Der Bedarf nach einer Steuerung wurde seit Jahrzehnten gesehen und ebenso lange erfolgreich vereitelt.

In den 1970er-Jahren wurde vor allem der bundesweite Bedarf an Spitalsbetten und ab 1996 auch an medizinisch-technischen Großgeräten vorgeschrieben, dann ging der ÖSG in immer mehr Details der intramuralen (also stationären) Versorgung, um in den letzten Jahren immer stärker auch den extramuralen (ambulanten) Bereich zu planen.

Der ÖSG umfasst neben dem stationären Bereich (landesgesundheitsfondsfinanzierte Spitäler, Unfallkrankenhäuser und Sanatorien) auch den ambulanten Bereich (niedergelassene Ärztinnen/Ärzte, selbstständige Ambulatorien), die Rehabilitation und die Übergänge zur Langzeitpflege. Dabei enthält er quantitative Planungsaussagen (z.B. Anzahl der Betten pro medizinische Fachrichtung, zeitliche Erreichbarkeit eines Spitals) und qualitative Angaben (z.B. personelle Ausstattung einer Abteilung, Mindestausstattung eines Spitals als Voraussetzung für bestimmte Eingriffe).

Im Medienauftritt des Ministeriums (https://www.gesundheit.gv.at/gesundheitssystem/gesundheitswesen/planung) liest man überhaupt nur vom ÖSG 2012, die Draftversion aus 2016 ist irgendwo verreckt, aber die von 2017 hat es in sich. Man gewinnt den Eindruck, dass das Gesundheitsministerium Zähne zeigen will. Leider entledigt er sich aber wieder primär der im System wirklich Arbeitenden:

Das ÖBIG nimmt für seinen ÖSG den Rang einer verbindliche Planungsgrundlage für die österreichische Gesundheitsversorgungs und die Qualität eines  objektivierten Sachverständigengutachten in Anspruch, obwohl u.a. Ärzte (die Ärztekammer) in dem Gesamtprozess gerade einmal die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt wird. 

Mit der beabsichtigten Beschlussfassung und Veröffentlichung im RIS bekommt das Ding de facto Verordnungsrang, obwohl es mehr das Resultat ökonomischer und gesundheitspolitischer Strippenzieherei der Länder ist, als ein auf medizinische Evidenz fußende Versorgungsplanung.

Der Versuch von der Fokusierung auf ein paar Großeräte und das Krankenbett hin zu einer Gesamtschau wäre zwar begrüssenswert,
nur ist das Zahlenmaterial für den extramuralen Bereich noch schlechter als in den Krankenanstalten und die daraus abgeleiteten Planungsvorgaben zum Teil haarsträubend.

Halten wir also fest, damit das „Gesundheitsministerium“ den Bundesländern und anderen Gesundheitsdienstleistungsanbietern vorschreiben kann, wie die Gesundheitsversorgung in Österreich aussehen soll, errichtete es auf Basis einer miserablen Datenqualität eine überkomplexes politisches Konstrukt, dass sich der Kritik immer mehr der internen Kritik der im System arbeitenden Experten entzieht aber trotzdem für sich den Rang eines objektivierten Sachverständigengutachten in Anspruch nimmt.
Das kann nicht einfach nur passiert sein, dahinter müssen sehr potente Interessen stecken …

 

PS: Diagramm aus dem RH

Written by medicus58

24. Mai 2017 at 17:41

Die Toten Seelen des PV-Gesetzes und des ÖSG

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Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen von meiner Verehrung für Gogols Roman Die Tote Seelen, in dem mit schon längst verstorbenen Leibeigenen noch gute Geschäfte gemacht werden.
Auch in der Gesundheitspolitik wird gerne mit Parametern jongliert, die eigentlich gar nicht mehr existieren.

Blättert man die aktuellen Entwürfe des PVG (Primärversorgung) und des ÖSG (Österr. Strukturplan Gesundheit) durch, dann zieht sich durch beide ein Denkansatz:
Die Versorgung der Patienten muss weg von den Facharzt dominierten Spitälern hin zu den Allgemeinmedizinern:
Aufwertung des Berufsbildes Allgemeinmedizin 

Wäre man wohlmeinend könnte man auch die (explizit im ÖSG) angeführte Möglichkeit immer mehr Tätigkeiten des Arztes an andere Gesundheitsberufe abzutreten, in diesem Sinne verstehen:
Teambasierte Primärversorgung

Eine ambulante Fachversorgung sollte nur mehr dort stattfinden, wo es keinesfalls mehr ohne Fachärzte geht.

Jetzt könnte ich meine Vorwürfe erneut erheben, dass jedem anderen Beruf immer mehr Spezialisierung zugebilligt wird, nur in der Heilkunde soll der Allgemeinmediziner mit dem Großteil der medizinischen Probleme allein zurecht kommen,
nur verstehe ich schon das Diktat der leeren Kassen, wo ein Besuch beim PA (einschließlich der Folgebesuche) halt billiger ist als beim Facharzt, nur geht es mir gar nicht mehr darum.
Ich sehe augenblicklich die größte Sollbruchstelle all dieser Versorgungsphantasien darin, dass es die Dreh-und Angelpunkte all der politischen Bemühungen gar nicht mehr gibt!

Fachärzte stellen schon seit längerer Zeit die Mehrheit aller Ärzte!
Umfragen bei Medizinstudenten ergeben regelmäßig, dass sich die Mehrheit spezialisieren und außerhalb des österreichischen Pflichtversicherungssystems agieren möchte!

Soviel medizinische Leistungen kann man (fachlich und gesetzlich) gar nicht zu den anderen Teilnehmern der teambasierten Versorgung verschieben, dass man für das beabsichtigte System noch genügend einheimische Ärzte finden wird.
Niemand hat noch erklärt, welche der neuen Versorgungsformen denn um so viel interessanter als das Bisherige wären, damit es zu einem Boom in die Allgemeinmedizin kommt.

Dort wo das anläuft, wie in der grünen Gruppenpraxis in Mariahilf, läuft es nur wegen massiver zusätzlicher Subventionen.
All die Telefonhotlines und zusätzlichen nicht-ärztlichen Teammitglieder kosten Geld und gerade daran scheiterte es ja bisher.

Klar war das Überreichen einer Broschüre bisher keine adäquate Ernährungstherapie für den Diabetiker, aber wie der Hausarzt die nun beigezogenen Diätassistentin von den bisherigen Kassentarifen bezahlen soll,
erschließt sich mir nicht. Und wenn nun plötzlich mehr Geld ins System fließt, wie im kleinen Kreis so mancher Sektionschef anmurmelt, frage ich mich, weshalb man damit nicht gleich das bisherige System aufgewertet hat.

Da aber die Gesundheitsökonomie (und ein Rattenschwanz von Interessensvertretungen, IT-Konzernen, …. ) der Gesundheitspolitik vorgaukelt, dass das alles nur Anschub- also einmal Finanzierungen sind,
wird für den so dringend benötigten Allgemeinmediziner, der freudig von der kleinen Handchirurgie bis zur abschließenden Behandlung unkomplizierter Infektionen alles anbietet, wenig von der Knete übrig bleiben,
um gemeinsam mit seinem Team all das (das Folgende ist nur ein Auszug aus dem ÖSG) leisten zu können:

Planung, Koordination und Monitoring des erforderlichen Versorgungsprozesses
Informationsaustausch durch standardisierte Dokumentation und Kommunikation inkl. Team-  und Fallbesprechungen
Information über Selbsthilfegruppen und Opferschutzgruppen einschließlich Vermittlung
Telefonberatung entsprechend den rechtlichen Rahmenbedingungen
Zielgruppenspezifische und populationsbezogene Aufgaben
Aktives Zugehen auf und Unterstützung im Zugang zur Versorgung für vulnerable Gruppen wie z.B. Personen mit Migrationshintergrund, sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen, Risikogruppen
Administrative Aufgaben zur Unterstützung der Lotsenfunktion
Verwaltung, Organisation & Wartezeitenmanagement, Führen von Erinnerungssystemen
Erheben, Nutzen und Bereitstellen von Daten und Informationen für den jeweils erforderlichen Versorgungspartner unter Berücksichtigung des Datenschutzes
Elektronische, multiprofessionell zu nutzende Patientendokumentation (kompatible IT-Systeme, ELGA) unter Berücksichtigung des Datenschutzes (z.B. Zugangsberechtigungen)
Qualitätsmanagement als Grundlage für Versorgung „state of the art“ mit Fokus auf Teamarbeit
Regelung der Kommunikation im Team Führen eines teambezogenen Qualitäts- und Fehlermanagementsystems einschließlich Bereitschaft zur begleitenden Evaluierung
Teilnahme an/ Organisation von Qualitätszirkeln
Regelmäßige Fortbildung
Berücksichtigung evidenzbasierter Leitlinien
Erfüllen der Kriterien zur Aus- und Weiterbildungstätigkeit (Lehrpraxis und Praktika)
Erheben, Nutzen und Bereitstellen von Daten und Informationen zur Wissens- generierung als Grundlage zur evidenzbasierten Analyse und Steuerung des Gesundheitssystems

Ob das die Jungen motiviert in die Ausbildung zum Allgemeinmediziner zu strömen oder die noch im System Arbeitenden anspornt?

Hier belehnt man die Toten Seelen der österreichischen Allgmeinmediziner wie sich einst Pawel Iwanowitsch Tschitschiko auf den Namen längst verstorbener Leibeigener verschuldete.
Oder glaubt man das System zukünftig ohnehin mit der Verpflichtung externer Kräfte bespielen zu können?

PS: Ich lege Wert auf die Feststellung, dass der schriftliche Zusatz rechts von der oben abgebildeten Tafel NICHT von mir stammt!

 

 

Written by medicus58

23. April 2017 at 16:55

Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte

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HOSPITAL
Was hier vor über einem halben Jahr bereits besprochen wurde (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75056), das Potemkinsche Spital, das im ÖSG 2012 (Öster. Strukturplan Gesundheit) unter dem Titel „reduzierte Organisationsformen“ vorausgeplant wurde, beginnt nun die Politik in die Tat umzusetzen.

Die OÖ Nachrichten berichten unter 
Drohender Ärztemangel: Spitals-Nachtdienst wird flexibler (http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aerzte/Drohender-Aerztemangel-Spitals-Nachtdienst-wird-flexibler;art115742,883659
davon, dass es statt der bisherigen „starrer“ Anwesenheitspflicht von Abteilungs-Fachärzten in Nacht- und Wochenenddiensten es eine gesetzliche „Mindestanwesenheit“ in medizinischen Kernfächern geben. Welche Ärzte zusätzlich anwesend sein müssen, wird die ärztliche Leitung zu entscheiden haben.

Erstens kann sich z.B. ein Patient mit Gesichtsverletzung nicht mehr ganz sicher sein, dass es – obwohl am Spitalseingang eine Augenabteilung angekündigt wird – auch einen Facharzt gibt, der sein verletztes Auge fachmännisch versorgt,
zweitens wird die Verantwortung wie selbstverständlich an die ärtliche Direktion bzw. die Abteilungsleiter delegiert.

D.h. die Politik hat nichteinmal die cochones einfach festzulegen, dass es in der Augenabteilung vielleicht nur mehr einen stundenweise vorbeischauenden Facharzt für Augenheilkunde geben wird, weil es weder Geld noch Ärzte gibt, sondern überläßt die heiße Kartoffel „der Front“. 

Landeshauptmann Pühringer formuliert das einfach so: 

Pühringer: „Wir vollziehen nur eins zu eins das bereits gültige Bundes-Krankenanstaltengesetz nach“. 

Wer weiß denn, dass er selbst wie wild dafür lobbyiert hat, sich das vom Bund so vorschreiben zu lassen.

Der aktuelle Gastkommentar Krenmayrs in der Presse umschreibt den Wandel des ärztlichen Berufes nicht ganz zuunrecht so:

Ich wäre nicht mehr Anwalt der Gesundheit meiner Patienten, sondern ein Gesundheitssachverständiger, der dem Patienten im Krankheitsfall mitteilt, was der Staat für ihn vorgesehen hat. Das Ergebnis kann, ja muss mir egal sein, verantwortlich wäre ich ja der Politik und der Kasse, die exklusiv meine Arbeitsbedingungen bestimmen. Ob ein weisungsgebundener, von der Politik bestellter Beamter („Patientenanwalt“) ein ausreichender Ersatz für einen unabhängigen Arzt sein wird?

Written by medicus58

21. März 2013 at 17:45

Die Potemkinschen Spitäler

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Wir haben uns schon daran gewöhnt, dass wir in den Dingen selten noch das finden, was drinnen drauf steht.

Blutschokolade“ und „Läusejoghurt“, „Analogkäse“ und „Klebefleisch“ ringen uns nur mehr ein fälschlicherweise wissendes Lächeln am Mittagstisch ab und auch die letzten Enthüllungen über diverse Bioskandale können uns nicht mehr wirklich wundern.

Und nur die unverbesserlichsten Nerds glauben noch, dass ihr neuer Provider ihnen die angepriesenen Downloadraten auch wirklich auf’s Smartphone bringen kann.

Bei ein paar Dingen, wollen wir aber noch immer glauben, 
dass das drinnen ist, was draußen drauf steht: 

Abgestoßen von der entwürdigenden Erfahrungen in der Ordination ihres Hausarztes, der nach stundenlangem Warten den fiebernden Patienten erst recht nur „ins Labor“ oder „ins Röntgen“ schicken kann, um einen grippalen Infekt von einer bakteriellen Lungenentzündung zu differenzieren, 
pilgern nirgends so viele Menschen „ins Spital“ wie in Österreich.

Dort glauben sie die gesamte Diagnostik an einem Platz vorzufinden und einen Facharzt für jedes ihrer Probleme konsultieren zu können. 

Dieser Glaube wird noch dadurch genährt, dass die Unterscheidung der „Allgemeinen Krankenanstalten“ (nach § 2 KAKuG) in
Standardkrankenanstalten (Chirurgie + Interne Betten),
Schwerpunktkrankenanstalten und
Zentralkrankenanstalten (enthalten grundsätzlich allen dem jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechenden spezialisierten Einrichtungen
auch von der Landespolitik gar nicht so groß angesprochen wird, weil man ja den potentiellen Wählern vermitteln möchte, dass auch das kleinste Spital eben ein vollwertiges Krankenhaus darstellt.

Noch mehr nur für Spezialisten einsichtig, sind neben den
dislozierten Organisationseinheiten (die also bekannte Namen beibehalten, aber längst nicht mehr an dem Ort betrieben werden, an denen man sie wähnt, z.B.: Gottfried von Preyer’schem Kinderspital als Einrichtung des Sozialmedizinischen Zentrums Süd im Kaiser-Franz-Josef-Spital) die
Reduzierte Organisationsformen.

Während der alte ÖSG (Österr. Strukturplan Gesundheit) diese noch als
nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig (z. B. zur Abdeckung von Versorgungslücken in peripheren Regionen bzw. zur Herstellung einer regional ausgewogenen Versorgung zulässig, und wenn sie in der regionalen Detailplanung des jeweiligen Bundeslandes vorgesehen sind
definiert hat, 
sind in der (natürlich noch geheimen) aktuellen Version des ÖSG 2012 z.B. die Einschränkungen „nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig“ und „in peripheren Regionen“ dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Das heißt also auf Klartext, die Aushöhlung dessen, was sich „der Patient“ unter einer nach außen großmäulig angepriesenen Leistung eines bestimmten Spitals vorzustellen hat, geht munter weiter.

Hieß es früher, dass eine Schwerpunktkrankenanstalt bettenführende „Abteilungen“ für z.B. Augen, HNO, Dermatologie, Kinterinterne, Neurologie, Urologie …. zu führen hat, wird das im ÖSG 2012 auf „Fachstrukturendowngesized.

Man spricht von einer „Basisversorgung“ und meint damit, dass ein akutes Krankheitsbild eine „Primärtherapie“ erhalten wird, aber ein evtl. akut erforderlicher (z.B.) neurologischer Konsiliarbefund erst am Folgetag erbracht werden kann, wenn der entsprechende Facharzt wieder im Hause vorbeischaut
Jetzt kann natürlich vieles warten, aber manches halt nicht – blöd gelaufen
Pareto Prinzip eben: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=72332

Doch zurück zu den Reduzierte Organisationsformen bei denen allein schon durch die vorgegebenen Personalzahl eine Versorgung außerhalb der Regelarbeitszeit nicht mehr möglich ist:

DEP= Department (3 Fachärzte davon einer als Leiter)

FSP= Fachschwerpunkt (2 Fachärzte (davon einer als Leiter und einer als Stellvertreter) sowie nach Bedarf (niedergelassene) Ärzte zur Abdeckung der Rufbereitschaft).

dWK= dislozierte Wochenklinik (Leitung: Fachärztin/-arzt des betreffenden Sonderfachs, trägt medizinische Letztverantwortung, Personelle Beschickung durch Fachärztinnen/-ärzte der fachspezifischen Mutterabteilung in Personalrotation, Personelle Ausstattung in Abhängigkeit von örtlichen Gegebenheiten und regionalem Versorgungsbedarf, Sicherstellung der organisatorischen sowie medizinischen Zusammenarbeit mit Mutterabteilung).

dTK= dislozierte Tagesklinik (hier wird ab ÖSG 2012 nun in Typ 1 und Typ2 differenziert, nur möchte ich diese Glasperlenspiel dem geneigten Leser ersparen, falls bis hierher noch irgendjemand mitgelesen hat.)

Diese reduzierten Organisationsformen sind in ihrem Leistungsauftrag vorrangig auf die planbare Leistungserbringung gemäß Leistungsmatrix begrenzt vorzusehen. Für FSP und dTK muss außerhalb der Kernarbeitszeit die ärztliche Leistungsbereitschaft nur für Behandlungserfordernisse im Zusammenhang mit stationären Aufenthalten sichergestellt werden. Bei DEP und dWK ist (während der definierten Betriebszeit) außerhalb der Kernarbeitszeit die fachärztliche Abdeckung der Akutversorgung, im Fall der dWK begrenzt auf jene im Rahmen der Basisversorgung, sicher
zu stellen. Eine zeitliche Begrenzung der Betriebszeit bezieht sich im Fall von Satelliten-DEP auf die Tagesroutine inkl. Wochenende und im Fall von dWK auf die festgelegten Wochentage
.

Da mit dieser unübersichtlichen Nebelwand natürlich auch das bisherige Gefüge der Spitalsärzte zerrissen wird, muss man noch nachschieben:

 Die Leiter der jeweiligen an einem KA-Standort eingerichteten fachrichtungsbezogenen Organisationsformen sind unabhängig von deren jeweiliger Ausprägung gleichberechtigt in der KA-internen Organisation.

Meine bisherige Empfehlung an Patienten war stets:

Wenn Sie wirklich krank sind, dann legen Sie sich in ein öffentliches Spital und nicht in eines der so komfortabel wirkenden „Privat- oder Belegspitäler der Goldnen Meile“, weil dort ist vielleicht das Frühstück besser und auf Meissner Porzellan, dort geben sich tagsüber „die Professoren und Belegärzte die Klinke in die Hand“ aber wenn in der Nacht was passiert, läuft der Betrieb mit einem Nachtdienst versehenden praktischen Arzt, de schnell an die Grenzen seines Wissens geraten kann.

Ich denke, dass mir diese Empfehlung nicht mehr über die Lippen kommen wird, eher schon der sehr ernst gemeinte Wunsch: 
Schau’n Sie, dass sie gesund bleiben.

Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Potemkinsches_Dorf  
http://derstandard.at/2416797  
http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/tid-15554/klebefleisch-und-co-legale-taeuschungstricks-der-lebensmittelindustrie_aid_436657.html  
http://www.focus.de/gesundheit/news/bio-skandal-gefaelschte-bio-lebensmittel-in-deutschland-verkauft_aid_693593.html

Written by medicus58

11. Juli 2012 at 17:00

Die planlose Planwirtschaft im Gesundheitswesen

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Vor 16 Jahren, also 1996 haben sich der Bund und die Länder auf eine überregionale Krankenanstaltenplanung (einschließlich einer Planung der Großgeräte geeinigt und 1997 eine „Leistungsorientierte“ (=Diagnosengesteuerte) Krankenhausfinanzierung eingeführt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsorientierte_Krankenanstaltenfinanzierung)

Die Politik leistete sich (formal unabhängigen) Think Tanks (ÖBIG heute GÖG, LBI HTA, … http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31614),
um sich hinter einer „Expertenmeinungen“ verstecken zu können.

Seit 2006 heißt dieses Planspiel Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG), der das Land in eine Reihe von Versorgungsregionen aufteilt und bestimmte Vorgaben definiert was, wo anzubieten ist. Der Idee lag u.a. auch ein Aufbrechen der Bundesländergrenzen zugrunde, um hinlänglich bekannte Doubletten an den Bundesländergrenzen (z.B. KH Hainburg, KH Kittsee (http://www.noen.at/news/politik/Spitaeler-Hainburg-Kittsee-VP-NOe-will-mehr-Kooperation;art150,349847) abzubauen.
Natürlich ist das ÖBIG/GÖG ein politisches Instrument, das sich zwar gern der Expertise der einzelnen medizinischen Experten bedient, aber letztlich doch tendenziell „gutachtet„, was von ihm politisch verlangt wird. Der relative Vorteil war jedoch, dass letztlich über eine österreichweite, einheitliche Planung gesprochen wurde (auch wenn z.B. die Spitalslandschaft von Linz bisweilen sehr kreative Definitionen nach sich zog …) und im Osten die gleichen Richtzahlen galten, wie im Westen. Naja, manchmal wurden „kreativen Formulierungen“ gefunden, wenn ein Landesgesundheitsreferent rülpste oder „intelligent korrigiert“, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen geändert haben.

Wie ein rezenter Presseartikel darstellt (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/754718/Laenderpakt_Es-war-einmal-ein-Krankenanstaltenplan) hat sich aber die Diktatur des Länder durchgesetzt, und vor dem großen ÖSG werden nun viele kleine Regionale Strukturpläne Gesundheit (RSG) geschrieben (Maria Rauch-Kallat fecit, die vom Grafen, aber keine Sippenhaftung)
Die Detailplanung erfolgt in den Gesundheitsplattformen der Länder (Ärzte haben hier übrigens überhaupt nichts mehr zu reden) und ergeben die Regionalen Strukturpläne. Der ÖSG gibt nur mehr einen „gewissen Rahmen“ und Strukturqualitätskriterien (SQK) vor.

Was der Presseartikel nicht anspricht sind zwei wesentliche Punkte:

Erstens schert sich niemand mehr darum, ob die Vorgaben im ÖSG eingehalten werden:
Konkret werden z.B. Großgeräte betrieben oder Abteilungen geführt, auch wenn diese gar nicht im Plan vorgesehen sind, aber auch – seit die Finanzkrise auch im Gesundheitssystem angekommen ist – Großgeräte, die im ÖSG vorgeschrieben sind, einfach nicht angeschafft, oder SQK negiert „weil eben kein Geld da ist“.
Während früher der ÖSG von uns Ärzten eher negativ gesehen wurde, da er benützt wurde um bestehende Strukturen abzudrehen, wäre er jetzt hilfreich, um wenigstens einen Minimalbestand durch ausreichende Reinvestitionen zu sichern. Da ihm aber keinerlei „Rechtskraft“ zukommt, ist er für die Schuppentiere, oder wie Bronner und Qualtinger einst über die
Sinnhaftigkeit der Krankenkassen in der Not witzelten:

FREUND Der Körper ist ein Haushalt. Und die Krankenkasse …
TRAVNICEK … steckt’s Haushaltsgeld ein.
FREUND Ja – aber in der Not wird auch wirklich etwas geleistet.
TRAVNICEK Ja – Beiträge.

Der zweite Punkt, der in dem Presseartikel vergessen wurde, ist die Art und Weise, wie die Regionalen Strukturpläne erstellt werden:

Selbstverständlich werden diese Leistungen ausgeschrieben und von wirklich unabhängigen Experten entwickelt.  LOL

Während in früherer Zeit weisungsabhängige Beamte derartige Berechnungen anstellten und
in der nächsten Phase der scheinbaren Objektivierung von fast ausschließlich für die Behörde arbeitenden Think Tanks betraut wurde,
bedient man sich nun verschiedener privatwirtschaftlicher Consulter.

„Prima“, mögen unsere Neolibs ausrufen, „endlich Schluß mit der Packelei!“

Doch gemach, gemach … alles Fassade.
Die Politik bedient sich (bewußt oder unbewußt) hier ihrer Totengräber, oder wie Lenin sagen würde:
Die Totengräber bedienen sich ihrer „nützlichen Idioten“.

Nehmen wir als Beispiel den RSG Wien:

Erstellt wird er heuer durch EBNER HOHENAUER HC Consult http://ehc.co.at/ erstellt.

Offenbar ist man mit den Konsultationen zufrieden, weil sich der Wiener Krankenanstaltenverbund KAV schon für den Neubau des Krankenhaus Nord durch Ebner Hohenauer beraten läßt.
Also merke, die selbe Agentur berät bei der Errichtung eines Spitalsprojektes und gleichzeitig „achtet sie gut“, wie die Gesamtversorgung in der Region durch alle anderen Krankenhausbetreiber (Vinzenz, Barmherzige Brüder, Unfallkrankenhäuder ….) auszusehen hat.

Für wen das keine Unvereinbarkeit ist, der möge sich die anderen Projekte der Firma anschauen. Ebner Hohenauer HC hat auch schon die
RSGs der Steiermark und Vorarlbergs,
sowie Spitalsplanungen in Kärnten, Oberösterreich und Salzburg abgeliefert
:

Mit anderen Worten hat man dort schon einen guten Einblick in das Zahlenmaterial des Österr. Gesundheitswesens, für den andere einen guten Draht zu Anonymous haben müssten …

Dieses Wissen kommt der Firma zu nutze, wenn sie „private Gesundheitsdienstleister“ berät, wie sie noch stärker in diesen Markt eindringen können.

Beispiele gefällig:

Wirtschaftskammer
Oberösterreich Studie zu den Optimierungspotenzialen im Gesundheitssystem in Oberösterreich 2003
Verkauf des LKH West an die Ordensspitäler der Barmherzigen Brüder und/oder der Elisabethinen
Health Care Company
, Wien Wirtschaftliche und medizinische Machbarkeitsuntersuchung einer Neuausrichtung eines öffentlichen Krankenhauses in privater Trägerschaft in Wien 2002 – 2003
Bad Gleichenberg Therapie und Thermen AG Beratung der Neukonzeption, Neuerrichtung und Betrieb (Kurbetrieb und Kurhotel)

HCC, Gleichenberg, aber hallo!

Da schließt sich der Kreis zum neuen Aufsichtsgremiumsmitglied des KAV, den Herrn Prof. Köck mit seiner Health Care Company (https://medicus58.wordpress.com/2012/03/11/wer-macht-da-den-kock-zum-gartner/).

Wir erinnern uns an den eifrigen Privatisierer (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958), der mit Haselsteiners (STRABAG) auch gern mit Raffeisen die Therme Bad Gleichenberg entwickelt hat
und mit Ebner die Beratungsfirma Koeck Ebner & Partner gegründet hat.
Wie ebenfalls auf diesem Blog berichtet, hat sich Köck aus der Firma, die dann in Ebner Hohenauer HC umgetauft wurde, erst zurück gezogen, als sich die steirischen Medien wegen der schlechten Optik aufgeregt haben.

Aber in Wien interessiert das kein Schwein!

In Wien lassen wir Köck im KAV aufsehen, seine Ex-Partner das Spital Nord planen und den RSG schreiben (der natürlich zuerst über den Schreibtisch des Generaldirektors und der Stadträtin geht, eher er veröffentlicht wird).
Das nenne ich Transparenz!

Aber das alles wird bald Makulatur sein, weil sich
im Wiener Gesundheitssystem die Langzeitplanung nahezu minütlich ändert.

Mit großem medialen Aufwand und Vorauseilendem Kotau der Grünen Gesundheitssprecherin Dr. Sigrid Pilz (https://medicus58.wordpress.com/tag/sigrid-pilz/) hat Gesundheitsstadträtin Wehsely Wiener Spitalskonzept 2030 http://www.argev-wien.at/uploads/Aktuelles/2011/Handout_Spitalskonzept2030.pdf ) präsentiert.

Zum Thema des Otto Wagner Spitals (vulgo Steinhof) wurde verkündet, dass ein Teil ins noch zu bauende KH Nord über siedeln wird, und der Rest sollte „perspektivisch gemeinsam“ mit dem Wilhelminenspital geführt werden. (Dieses wird übrigens von der Frau Bürgermeister als ärztliche Direktorin geführt, .. (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38290  aber das tut nix zur Sache)

Inzwischen gilt es aber unter Insidern als beschlossene Sache, dass das ganze Otto Wagner Spital aufgelassen wird
seit Vizebürgermeisterin Vassilakou verkündete via Rathauskorrespondenz vulgo Kronen Zeitung (http://www.steinhof-erhalten.at/Medienberichte/kronenzeitung_13-5-2012.jpg ) von eine „Jahrhundertchance“ der Stadtentwicklung schwärmte, seit sie (!) mit Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely übereingekommen ist, sämtliche Spitalsabteilungen bis 2020 abzusiedeln.

Merke: Wenn eine Vizebürgermeisterin sich mit einer Gesundheitsstadträtin einigt, dann sind ÖSG, RSG, und Konzepte für das Jahr 2030 sowas von egal, denn dann besteht eine Jahrhundertchance, was sind da schon Jahrzehnte … und an das 2005 von der damaligen Vizebürgermeisterin Brauner verkündete Wiener Spitalskonzept kann sich auch keiner mehr erinnern.

Also, für die die einen langen Text nicht lesen sondern gleich zum letzten Absatz gehen:

Die Gesundheitsplanung in Österreich erfolgt ohne Mitspracherecht der Ärzte aber hängt am Gängelband der Länder (Landesregierungen, Landesgebietskrankenkassen).

Die privatwirtschaftlichen Berater bekommen noch Geld dafür, dass sie die Kennzahlen des Gesundheitssystems durchforsten und in ihren Beratungsleistungen an private Gesundheitskonzerne verkaufen.

Das Wiener Spitalskonzept 2030 ist ein Jahr nach seiner Verkündigung im März 2011 keinen Pfifferling mehr wert, so wie es seine Vorgänger waren.

Also g’sund bleiben, Leute!
Und wenn ihr speiben wollt, bitte nicht auf die Tastatur, das kann teuer werden …
aber am iPad ist es egal, das ist abwaschbar….

Written by medicus58

31. Mai 2012 at 17:23

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