Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Tröpfchen

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Konzerte ohne Publikum, Hauben- und Sterneköche im Einsiedeglas, menschenleeren Kirchen, Tempel und Synagogen als Gefahr für Gläubige, ohne dass noch einer gepredigt hat.

Wir fürchten uns heute mehr vor den Viren in den Tröpfchen als auf unseren PCs und Mobile Phones.

Gleich nach dem Aufzählen der Verstorbenen und der Warnung vor den noch Sterben-werdenden beschäftigt uns die Frage, ob wir zwar die Wiener nicht mehr an den Neusiedler See, die Pifke im Sommer aber wieder über unsere Grenzen lassen sollen.

Ob dieses Stück nun Tragödie oder Komödie ist, ist schwer zu entscheiden.

Nur bei all den Online Konzerten ansonsten arbeitslos gewordener Künstler lässt sich das vergessen, bis zum nächsten Auftritt des Bundesministranten, der sich rotzfrech trotz Ischgl abfeiert, wie früh er doch reagiert hätte.

Das Lachen bleibt einem im Halse und die Träne im Tränengang stecken, es sind schon schräge Zeiten in denen wir überleben…

Written by medicus58

19. April 2020 at 21:05

Online check-in: Geht es nur mir so?

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Früher ging man mit seinem Papierticket und einem Pass zum Schalter und das mehr oder weniger freundliche Personal erledigte den Check-in und beklebte das abzugebende Gepäck.
Der moderne Onan macht sich das heute selber.

Ich halte mich ja nicht gerade für einen kompletten Idioten im Umgang mit dem Internet, aber der Online Check-in löst bei mir zunehmend einen Merkel-schen Tremor aus.

Dass jedes Portal etwas anders aufgebaut ist, geschenkt, dass man im Zeitalter des Code-sharings letztendlich in ganz anderen Vögeln zu sitzen kommt, als man glaubte gebucht zu haben, mein Gott.

Auch das Abtippen von 99-stelligen alphanumerischen Codes und die Verwechslungsgefahr von E-Ticket-Nummer und Buchungscode, mit all dem lernt man zu leben, doch was mir kürzlich passierte parkinsonisierte mich dann doch krisenhaft:

Beim Versuch die Bordkarten für eine von einem deutschen Online-Reisebüro ( Bewertung 4.23/5.00 in trusted shops) gebuchten Flug auszudrucken erklärte mir sowohl das Portal der ersten Teilstrecke (LH) als auch jenes der zweiten (Condor, also auch irgendwie LH), dass es diese Buchungsnummer nicht in ihrem System gibt. Da auf der Rechnung noch so allerhand Codes zu finden waren (Kundennummer, Rechnungsnummer, eine Nummer ohne Bezeichnung und eine mit dem Präfix „EXP“) probierte ich diese ebenso frustran durch.

Der nachfolgende Dialog mit Deutschland könnte von einem begabten Kabarettisten ersonnen worden sein, und erinnert an Bestes von Ephraim Kishon („Hier ist kein Telefon„):

Ja, sie müssen versuchen über den Namen des Veranstalters einzusteigen.
Habe ich gemacht, das geht auch nicht.

Probieren Sie es einmal mit dem Namen dieses Veranstalters.
OK, aber gebucht habe ich bei Ihnen und mit dem Name des Mutterkonzerns habe ich es auch schon probiert. … Geht auch nicht.

Dann lassen Sie mal die zweite Stelle im Buchungscode weg und probieren Sie es nochmals.
Funktioniert auch nicht, aber ich starte das Portal einmal neu und versuche es dann nochmal mit dem kastrierten Buchungscode. ….. Jetzt klappt es.

Der junge Mann war sehr freundlich, ich versuchte es auch zu sein und ich hörte noch vom Umbau des EDV Systems, Anlaufschwierigkeiten, mit der neuen Version, … etc. und er wünschte mir einen schönen Flug.

Auf die Antwort, wie ich als Kunde drauf kommen kann, dass ich meine Tickets bei der Fluglinie nur finden kann, wenn ich einen Reiseveranstalter eingebe, mit dem ich nie bewusst in geschäftlichem Kontakt war und dann auch just die zweite Stelle des Buchungscodes weglassen soll, um an meine Bordkarten zu kommen, warte ich übrigens noch.

Ob ich nun zu blöd für diese Welt bin oder doch zu viele Blöde diese elektronische Parallelwelt im Griff haben, das dürfen Sie mir schreiben.

PS: Als schließlich der Online Check-in möglich wurde, sah ich zwar mein Ticket, bekam aber die Info, daß für DAS Ticket kein Online check-in möglich ist….

Written by medicus58

12. Juli 2019 at 09:31

Veröffentlicht in Reisen

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Ständig online

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Gestern hörte ich in einem Ö1 Beitrag über die Gefahren des Cybermobbings:

Für die 10-14-Jährigen ist es heute völlig normal ständig online zu sein.

OK, die ständige Rufbereitschaft (für alle im Dienst und alle Allgemeinmediziner ohne Ärztefunk) ist ja für uns Ärzte nix Besonderes, und zunehmend treten unsere Patienten auch rund um die Uhr mit uns per Mail in Kontakt….

Wir wissen es also schon, der Rest der Menscheit sollte es aber spätestens nach Edward Snowden realisiert haben:

In einer sinngemäßen Übersetzung heisst online sein: an der Leine sein

Written by medicus58

16. Dezember 2016 at 08:02

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Was online privat ist, ist nicht das wirkliche Problem

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FB

Alle, die sich in den Social Media nicht nur passiv betätigen, sollten den aktuellen Konflikt zwischen dem Chefredakteur des Falters, Florian Klenk, und dem Journalisten und Fotografen Manfred Klimek aufmerksam verfolgen.

Vereinfacht geht es darum, dass Klenk in einem seiner Artikel von Klimek auf Facebook gemachte Aussagen zur Demo gegen den „Akademikerball“ zitierte.

Eine gute Zusammenfassung des Problems inkl. Links zu einschlägiger juristischer Entscheidungungen bringt die Presse:

http://diepresse.com/home/kultur/medien/1558926/Klimek-vs-Klenk_Wie-privat-ist-meine-Meinung-auf-Facebook?from=gl.home_kultur 

Für einen unter Pseudonym Bloggenden ist dieses Thema nur scheinbar irrelevant, weil es natürlich ein Leichtes ist im Falle eines Gerichtsverfahrens auch meine Identität leicht zu lüften ist.

Jeder aufmerksame Social Media Teilnehmer kennt das Problem, dass es schon längst nicht mehr nur „die Kids“ sind, die über die privatesten Fakten ihres Lebens ein ungezügeltes Mitteilungsbedürfnis an den Tag legen.

Ein mir die Freundschaft auf Facebook angetragener, im wirklichen Leben mäßig bekannter Kollege hat während der laufenden Debatte über die „Reichensteuer“ so platt mit seinen diversen Immobilien und Statussymbolen geprahlt, dass es schon massiv juckte, dies in einem Blog zu verwenden.

Auch die Mitteilungen zweier mir seit Jahrzehnten bekannten Kolleginnen, die auch in der Gesundheitspolitik nicht unbekannt sind, wären für so manchen Lacher gut gewesen, auch hier entschied ich mich gegen eine Verwendung, weil die Inhalte nur gegen die betreffenden Menschen („ad hominem“) gewirkt hätten, aber nichts zur Sache an sich beigetragen hätten.

Letztendlich geht das Problem weit über Social Media hinaus, weil unsere Meinung, die wir in Blogs, Foren oder auf Twitter darlegen, von vielen Erkenntnissen geformt wurde, die wir unter dem Siegel der Verschwiegenheit in unseren Funktionen gewonnen haben und deshalb in der Verteidigung unseres Standpunktes nicht heranziehen dürfen.

Erwartungsgemäß sind auch die Juristen keine Hilfe, wenn sie von einer nur im Einzelfall zu treffenden Entscheidung sprechen; wäre mal lustig, wenn die Freunde auch mal unter das Joch evidenzbasierter Leitlinien gezwungen würden, das aber nur nebenbei.

Meines Erachtens muss ein verantwortungsvoller Journalist, Blogger oder Twitterer eben selbst entscheiden, welche Informationen er zur Untermauerung seiner Thesen heranzieht.
Zitiert er unwahr, ist dies zu ahnden.
Zitiert er aber wirklich gemachte Aussagen und hat sich die „Online-Freundschaft“ des Sprechers nicht erschwindelt, dann ist für mich zwar der Wunsch nicht aber ein Recht auf einen Maulkorb verständlich.
Wir erinnern uns doch an einen meiner Lieblingsinsassen des Satanswinkerls (Wolfgang Schüssel http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33582) und seine „richtige Sau Affäre“ im Kreise eines journalistischen Hintergrundgespräches.

Auch wenn es schwer fällt, müssen wir uns daran gewöhnen, dass online gemachte Aussagen letztendlich global erfolgen, auch wenn es uns meistens schützt, dass die meisten der 2,4 Milliarden User(http://www.internetworldstats.com/stats.htmohnehin nicht interessiert, was wir da so von uns geben, meistens …

Vergleiche auch
29.5.2012 Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63465

Written by medicus58

6. Februar 2014 at 17:37

Veröffentlicht in Allgemein

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Kontextbezogene Online-Werbung zum 1. Mai

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Auf diesem Blog wurde schon mehrfach auf absurd-komische Kombinationen hingewiesen, die uns die kontextbezogene Online-Werbung beschert:

Billigflüge Jordanien und Jungfernhäutchen nähen in München:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=39118

Michael Häupls Beziehungskisten:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32139

Kritischer Artikel gegen die Privatmedizin und Werbung dafür auf medianet.at
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958

Heute am 1. Mai
bringt FORMAT einen Artikel, in dem Italiens Ex-Wirtschaftsminister Giulio Tremonti warnt: „Die Finanz zerstört uns und zerstört sich selbst“

Ob in diesem Zusammenhang das Werbeversprechen von 12% Rendite
(in diesem Fall durch Investition in Edelholz, plaziert von http://www.premiumnet.at/)
als Beispiel für die überzogenen Gewinnversprechen einer Branche genommen werden soll, die uns mit ihren frustranen Versuchen ihrer eigenen Gier zu entsprechen in immer neue Hütchenspiele verführt,
oder ob man die gute alte Realspekulation auf Naturprodukte als Lösung ansieht (http://ligat.lifeforestry.com/),

ja das kann man nur den Algorithmus fragen, der sich entschlossen hat, Artikel und Werbung zusammen zu führen.

Hohe Kunst des Zynismus oder platte Blödheit, who knows….

Written by medicus58

1. Mai 2012 at 09:12

Online Praxen, dort hat Ihr Arzt noch Zeit für Sie

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Während DrEd bereits im November des Vorjahres sein Online-Angebot (Impotenz? Haarausfall? Akne? Blasenentzündung?) auf http://www.welt.de/gesundheit/article13747385/Internet-Doktor-behandelt-peinliche-Probleme.html bewerben konnte,
hat nun, da das Angebot erweitert und auch auf Österreich ausgedehnt wurde (https://www.dred.com/at/) der Kurier das Thema aufgegriffen (http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/4492452-umstrittener-internet-arzt-eroeffnet-praxis.php).

Auch wenn das Gesundheitsministerium verlautet: „Es gibt in Österreich keine Notwendigkeit für so ein Angebot„, entspricht es der eigenen Erfahrung, dass immer mehr Personen das Internet nicht nur zur Information sondern als niederschwelligen Ersatz des Arztbesuches heranziehen.

Um haftungsrechtlichen Konsequenzen auszuweichen, versprechen die meisten Adressen nur „Beratung“ oder „Fragenbeanwortung“.

Ein paar Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum gefällig?

Das Portal www.justanswer.de/Arzt stellt eine Frage („Was haben Sie bisher unternommen?“), dann müssen 35 € überwiesen werden.
Billiger geht das unter http://frag-einen.com/arzt/, hier verlangen die „registrierten Experten“ 15 €.
Schon einen ganzen Fragebogen müssen Sie bei http://www.online-praxis.com/
ausfüllen, dann werden 35 € „Schutzgebühr“ eingehoben, von denen angeblich 3 € gespendet werden.
Ziemlich teuer kann Sie eine Gesundheits- und Ernährungsberatung auf http://www.online-praxis.info/ kommen, nämlich zwischen 25 und 120 €.
Was sie zahlen müssen, wenn sie auf
http://onlinepraxis.com/ kommen, ließ sich nicht eruieren, denn hier handelt es sich offenbar nur um eine Vermittlungsbörse, die mich z.B. an https://www.onlinepraxis.ch/e4med/?cust=praxisbubenberg und https://www.onlinepraxis.ch/e4med/?cust=medixgruppenpraxis weiter vermitteln wollte.
Da ich keine Webcam betreibe, habe ich es dann unterlassen mich auf http://www.online-praxis-kaeseberg.de für 25 Min/50 € psychologisch beraten zulassen.

Bei dem im Kurier vorgestellten „DrEd“ handelt es sich definitiv um Version 2.0 des Online-Baders (http://de.wikipedia.org/wiki/Bader), da hier explizit damit Werbung macht wird auch Rezepte auszustellen. Da für Anamnese und Beratung nichts verrechnet wird, kann das Geschäftsmodell sich nur rechnen, wenn viele therapiert wird. Die Preise sind überraschend moderat (zwischen € 9 und € 29), so dass es nur die Masse ausmachen kann. Jasper Mordhorst und seine drei Kollegen sind in London tätig und waren zuvor Expert Health Ltd. beschäftigt, ebenfalls eine Online-Arztpraxis, die als Pionier der Telemedizin in England sowie Irland gilt und seit 2005 mehr als 200.000 Patienten telemedizinisch behandelt hat.
Für Deutschland listet http://www.iat.eu/ehealth/ 276 E-Health Diente in 118 Städten und Kommunen auf, so dass die oben angeführten Portale offenbar nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Niederschwellige Zugänglichkeit, Anonymität und günstige Preise im Vergleich zu den Privatpraxen sowie eine Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem vor Ort scheinen für diese Angebote zu sprechen.

Was ich nur zu bedenken gebe (und ich habe durchaus auch eine gewisse Erfahrung in der Beantwortung medizinischer Fragen):

Welche Leistung ist für die angeführten Preise zu erwarten, wenn man den erforderlichen Aufwand für das Durchlesen und individuelle Beantworten der Fragen und die Kosten der erforderlichen Haftpflichtversicherung bedenkt?

Ich spekuliere einmal, dass sich derartige Foren langfristig nur rechnen, wenn mehr oder weniger vorgefertigte Antworten auf bestimmte Symptomenkomplexe gegeben werden. Dafür spricht auch ein 2008 veröffentlichter Test (http://www.menshealth.de/health/arzt-auskunft/online-aerzte-im-test.105499.htm), der die Güte von Internetforen mit ganz bestimmten Krankheitsbildern überprüfte.
Ein rezenter Test von DrEd auf n-tv (http://www.n-tv.de/mediathek/videos/ratgeber/Was-Online-Aerzte-wirklich-taugen-article5258681.html) stellte dem Portal kein gutes Zeugnis aus …

Die Idee eine entsprechende Online-Praxis zu versuchen, hatte ich persönlich schon vor mehr als zehn Jahren. Neben einer Reihe haftungsrechtlicher Gründe war für mich ausschlaggebend das Projekt nicht weiter zu verfolgen, dass ich zutiefst davon überzeugt bin, dass es für wirkliche medizinische Probleme nichts taugt.
Und wer nur sein Viagra braucht, kann es ohnehin auch ohne DrEd im Netz bestellen.
Das Risiko, dass die Pillen gefakt sind, wird etwa so groß sein, wie das Risiko, dass ihr Vertrauensarzt im Netz auch bloß ein Fake ist.

Aber vielleicht ändere ich noch meine Meinung, dann kann ich nur hoffen, dass der KURIER dann auch für mich Werbung macht.

TRUST ME I AM YOUR DOCTOR ….

Written by medicus58

15. April 2012 at 16:20

Der Aufklärung bricht das E weg …

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Heute wurde mitgeteilt, dass ab sofort, auch die Encyclopedia Britannica nicht mehr im Druck erscheinen wird.
Die Druckausgabe des „Brockhaus“ wurde schon 2008 offiziell eingestellt.
Das heißt, wer zukünftig den Strom abdreht, kappt damit auch den Zugang zu jeder Information.

ENERGIE=WISSEN=MACHT
http://money.cnn.com/2012/03/13/technology/encyclopedia-britannica-books/

Written by medicus58

14. März 2012 at 09:36

Morgen startet PAROLI

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ein neues Projekt des Online Journalismus, getragen von jungen Menschen, die frustriert scheinen über das Jetzt des Journalismus, Morgen etwas anders machen wollen.

Keine Ahnung, was rauskommt, ich werde es mir aber anschauen ….

http://www.paroli-magazin.at/

Written by medicus58

4. März 2012 at 08:19

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