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Jeder macht sich so sein Bild vom Ärztemangel

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Hurra, bei der Konferenz der Landesgesundheitsreferenten im niederösterreichischen Mauerbach stimmte der steirische (ja, die wählen noch) Ges. LR Christoph Drexler (VP) einer vor der NR Wahl von Frau LH Mikl-Leithner (VP) erhobenen Forderung nach mehr Studienplätzen für Mediziner zu.

Der NÖ LR Eichtinger verlangte auch Anreize, weil wir ja längst wissen, dass der Ärztemangel in der Versorgung weniger an der Anzahl der Studierenden liegt, sondern daran, dass die fertigen Doctores einfach das Land verlassen. Der Facharzt für Allgemeinmedizin müsse her und ein Staatsvertrag mit der Slowakei. Der Tiroler LR (VP) und der Salzburger LR (VP) machte sich für die Pflege stark und der Wiener Gesundheitsstadtrat Hacker (SP) wurde mit seiner Freude zitiert, dass das alles „ohne dem (!) alltäglichen Polit- Hickhack“ beschlossen wurde.

Ehe wir nun alle aufatmen, dass die ärztliche Versorgung nun gesichert wäre, sollen noch zwei Auffälligkeiten beachtet werden, ehe man zur Entwarnung trompetet:

Die eine war schon im NR Wahlkampf augenfällig: Ex-und Neo-BK Kurz (VP) stand schon vor der Wahl dem Vorschlag seiner Parteikollegin reserviert gegenüber. Ich vermeide den Zynismus, dass er ihr keines seiner nicht-kleinen Ohren geliehen hat, aber UNIVERSITÄTEN SIND EINE SACHE DES BUNDES und der müsste den autonomen Universitäten mehr Geld überweisen, wenn er mehr Studienplätze wollte.
Und selbst wenn man das Geld überweisen würde, fehlte es an Lehrpersonal und Räumlichkeiten an den Unis (letztendlich wohl auch an Praktikumsplätzen an in den Spitälern). Da können die Landesgesundheitsreferenten noch so viel verlangen, sie zahlen es ja nicht. Auch wenn die in Mauerbach lächelnde Ministerin das selbst in die Hand nähe, würde eine allfällige Realisierung in die anstehenden 15a Vereinbarungen eingepreist werden oder eben leider nicht realisierbar sein …. und im nächsten Jahr würde es wieder beim Bundeskanzler Kurz landen und: siehe oben

Und noch ein zweiter Punkt lässt Übles ahnen. Über das Treffen haben Kurier und NÖ Heute berichtet und da fällt schon auf, dass im überregionalen Kurier das Originalfoto des NÖGUS verwendet wurde und und 8 Personen zeigt, während NÖ Heute eine Version aus dem Büro des NÖ Landesrates Eichtingers verwendet, auf der dieser nicht nur in der Mitte sondern unter Inkaufnahme des Verlustes von drei flankierenden Personen noch Format-füllender ins Bild gerückt wurde …

Mag sein, dass es (Originalton Hacker) dort ohne Hickhack herging, die (digitale) Schere hat man aber in NÖ dann doch gleich wieder angesetzt, was an einer konsensualen Umsetzung all der genannten Vorschläge doch stark zweifeln lässt und BTW u.a. auch Hackers Lächeln verschwinden hat lassen.

Written by medicus58

17. Oktober 2019 at 17:32

Wenn man dieses Land mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es Ludwig

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Liebhaber von  Douglas Adams Romanserie Per Anhalter durch die Galaxie wissen, dass man die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ am besten mit 42 beantwortet.
Wollte man die politischen Entscheidungen in Österreich mit einem Wort beschrieben wollen, dann wäre es LUDWIG.

Ein außerordentlicher Parteitag der Wiener SPÖ wählte den Wiener Wohnbaustadtrat Michael LUDWIG zum neuen Vorsitzenden und (Wahlen sind überbewertet einer Parteiendemokratie) Wiener Bürgermeister, vielleicht auch weil er keine bessere Wahl hatte.
Er folgte dem in Niederösterreich geborenen Michael Häupl, der Wien länger als alle anderen, außer einem gewissen Josef Georg Hörl einem Stadtdiener unter Maria Theresia, dominierte.
Michael LUDWIG ernannte sich schon vor Monaten zum logischen Nachfolger (was gemeinhin als schwerer politischer Fehler gilt) und wurde es trotz aller Anfeindungen und gegen den kaum verhohlenen Willen seines Vorgängers.
Schrecklich nett, wie ihn nicht nur die OÖN bezeichnen, keine groben Fehler, wie eben sein Vorbild und Vorgänger als Wohnbaustadtrat Werner Faymann.
Gut mit dem Boulevard, die Nase im politischen Wind, nie dagegen, um zum Schluss eigentlich logisch zu scheinen.

LUDWIG, hat auch in Niederösterreich einen politischen Klang. Siegfried LUDWIG (1926-2013) war dort zwischen 1981 und 1992 Landeshauptmann und trat dann urplötzlich zurück, eigentlich am Höhepunkt seiner Karriere,
nach dem Spatenstich für eine eigene Landeshauptstadt in St. Pölten. Eine eventuelle Mitschuld am WBO-Skandal konnte nie überprüft werden, da die ÖVP NÖ eine Untersuchung ablehnte. Manche geben als Grund den schwindenden Einfluss der ÖVP NÖ an, was sie Karriere seines Nachfolgers (und vormaligen Stellvertreter) Erwin Pröll (LH 1992-2017) eigentlich ad absurdum führte. Sogar als vor seiner letzten Wiederwahl der nächste Wohnbauskandal platzte, was die Presse so nett als niederösterreichischen Wohnbaugeld-Voodoo bezeichnete, erreichte Pröll bei der niederösterreichischen Landtagswahl 2013 die absolute Mehrheit mit 50,79 Prozent der abgegebenen Stimmen! Aber auch er trat, zwischenzeitlich als Bundespräsidentschaftskandidat ohne Vorankündigung zurück als über Weinköniginnen und Stiftungen diskutiert wurde, um seiner Nachfolgerin und Stv. Landeshauptfrau Mikl-Leitner einen von vielen unerwarteten Erhalt der absoluten Mehrheit zu ermöglichen.
Die Mehrheit der „Politexperten“ wissen nun auch, dass der kurz vor der Wahl vom Falter ausgelöste Skandal um antisemitische Lieder in der Burschenschaft des FPÖ Kandidaten Landbauer ohne wesentlichen Einfluss auf die Wahl blieb.

Kommen wir zu den Schlussfolgerungen:
1.) Politische und moralische Skandale beeinflussen den österreichischen Wähler wenig.
2.) Es gewinnen meisten Leute, die seit Jahrzehnten im System etabliert sind und an ihren Seilschaften weben.
3.) Der Ruf nach „Veränderung“ führt in diesem Land fast immer zu „Watzlawicks „More of the same„.
4.) Mitgliedschaften in „Verbindungen“ sind notwendig um Karriere zu machen:

 

LUDWIG S. war Mitglied in mehreren Verbindungen des MKV (KÖStV Aggstein St.Pölten, KÖMV Nibelungia St. Pölten u. a.) und des ÖCV (KÖStV Austria, KÖAV Floriana u. a.).
PRÖLL ist Ehrenmitglied der Ö.k.a.V. Rhaeto-Danubia Wien, der K.Ö.H.V. Franco-Bavaria Wien, der K.Ö.A.V. Floriana St. Pölten im Österreichischen Cartellverband (ÖCV) und bei der K.Ö.Agr.St.V. Bergland zu Wieselburg im Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV). Außerdem ist er Mitglied der Rotarier.
MIKL-LEITNER ist Mitglied der Studentenverbindung KÖMMV Babenberg Klosterneuburg
HÄUPL M. war Mitglied und Sprecher der schlagenden Schülerverbindung Jungmannschaft Kremser Mittelschüler Rugia Krems, danach jedoch beim VSStÖ
LUDWIG
 M. bekam scheinbar ungefragt und überraschend schon vor dem Parteitag die Unterstützung der sozialistischen Gewerkschafter

5.) Wir bleiben ein Land der Sekretäre und Nachfolger
6.) Wien und Niederösterreich können als Kernland der Österreichischen Seele bezeichnet werden, unterscheidet sich weniger als die glauben und der Rest ist quantitativ zu vernachlässigen …
7.) Der Name LUDWIG leitet sich von althochdeutsch hlud = ‚berühmt‘ und wig = ‚Kampf, Krieg‘ ab, in Österreich steht er hingegen für das berühmte Beharrungsvermögen, das auch den Träger überdauert.

Oder mit anderen Worten: 42

 

Written by medicus58

28. Januar 2018 at 22:03

Die Politik plant und die Ärzte ziehen weiter

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gone-fishing

Es wäre ja erheiternd, wenn es nicht so traurig wäre. In Niederösterreich erleben wir exemplarisch das Desaster der Gesundheitspolitik, wenn sie glaubt ihre Luftschlösser ohne Mitarbeit der Ärzteschaft bauen zu können.

Einerseits wäre das der feuchte Wachtraum aller Effizienzsteigerer und One-fits-all-Fetischisten, die interdisziplinäre Aufnahmestation. Auch in Wien wird ja Stadträtin Wehsely nicht müde dieses Konzept als Lösung für alle überfüllten Spezialambulanzen anzupreisen. Im Krankenhaus Wiener Neustadt wurde beim Neujahrsempfang im Jänner 2014 die Eröffnung der interdisziplinären Aufnahmestation zuerst für das 2. Quartal 2014 versprochen. Erst im Oktober 2015 wurde dann wirklich eröffnet, ohne dass es ausreichendes und ausreichend qualifziertes Personal dafür gab.

Hallo Sonja, aufwachen!

Patienten beklagen sich über elendslange Wartezeiten, das Personal schafft die Bewältigung der Arbeit nur mit massiver Arbeitsüberlastung. Immer wieder sind Assistenz- bzw. Turnusärzte eingesetzt, die über kaum Erfahrung verfügen.

Aktuell spricht man vom zusperren:
http://bestpointofservice.at/2016/01/19/station-steht-vor-dem-aus/ 

Parallel dazu geht aber ein anderes Prestigeobjekt den Bach hinunter. Nach dem Willen der Politik sollte Wiener Neustadt ein Krebszentrum vom Europäischem Format entstehen. Der aus dem AKH abengagierte Kollege verließ aber das Haus bereits (Immerhin besser als so mancher designierte Primar des Krankenhauses Nord, der bereits vor der Eröffnung das Handtuch geworfen hat!) und sein radioonkologisches Pendant zieht es auch wieder fort.

Geholt als eine Schlüsselfigur für das geplante Krebskompetenzzentrum, kann Wolfgang Köstler nicht länger als etwas mehr als ein Jahr im Spital gehalten werden.

http://www.noen.at/nachrichten/lokales/aktuell/wiener_neustadt/Primar-verlaesst-Klinikum-Wr-Neustadt;art2575,707793 

Egal, man hat ja immer noch niederösterreichs Milliardenprojekt Medaustron (http://www.medaustron.at/) um dem Krebs endgültig den Gar auszumachen.

Written by medicus58

2. Februar 2016 at 06:15

Das A-Team zu Ihrer Verteidigung

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A-Team

Unsere nationale Sicherheit liegt in diesen Händen:

Das A-Team für die Wehrpflicht
General Entacher am Weg in die Pension (http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Entacher) Ministerin Mikl-Leitner ehemalige Marketingleiterin der ÖVO NÖ (http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Mikl-Leitner) UHBP Heinz Fischer Oberbefehlshaber, großer Schweiger und nur fallweiser Mahner (http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Fischer) Vizekanzler Spindelegger, erfolgreicher Kämpfer für den Infrastukturbeitrag niederösterreichischer Kasernen zu Onkel Erwins und Cousin Sobotkas Spekulationsgeschäften (http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Spindelegger)

Link: Bundesdienst und Zivilheer – die vierte Option zur Wehrpflicht Volksbefragung http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=85174

Written by medicus58

20. Januar 2013 at 19:57

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