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Aus dem Lockdown in die Gondel: das Kleingedruckte, das der Bundesmaturant verschweigt

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https://just-the-covid-facts.neuwirth.priv.at/2020/11/27/covid-19-oesterreich-aktuelle-daten

Während der Herbstferien zwischen 27. Oktober bis Allerheiligen am 1. November waren Österreichs Schulen geschlossen. Auf den geglätteten Verlauf der Inzidenzen hatte das ganz offensichtlich keinen entscheidenden Einfluss.

Das führte uns in den Lockdown light ab 3. November.
2 Wochen danach erlebten wir noch immer keinen Effekt sondern den bisherigen Peak der Inzidenzen.
Unter Wenn die nächtliche Ausgangskontrolle nicht funktioniert hat, was sagt uns das? habe ich damals eine Selbstreflexion der professionellen Hochrechnern eingefordert, die dann – nur scheinbar auf meinen Wunsch – vom einem internationalen Wissenschaftsteam rund um den Complexity Science Hub Vienna der Medizinischen Universität geliefert wurde:

6.068 Anti-Corona-Maßnahmen aus 79 Regionen weltweit hat diese Studie analysiert und festgestellt: Schulschließungen sind ganz weit oben mit dabei, was die Wirksamkeit angeht.

OK, eine Woche geschlossene Schule ist vielleicht zu wenig gewesen, aber auch viele Maßnahmen des Lockdown light (z.B. Beschränkung von Personenansammlungen Small gathering cancellation) haben einen überwältigenden Z-Score. Blöd nur, dass sich die Realität nicht an die prädiktive Statistik hält. Vermutlich war die Old School gar nicht so blöd, dass sie aus der Beobachtung Hypothesen generierte und diese nur einer statistischen Analyse unterwarf und nicht durch komplexe Rechnungen ihre Hypothesen generierte, aber vielleicht bin ich einfach zu blöd für sowas.

Ist aber scheinbar eh egal. Bundesmaturant Kurz und sein Volkschullehrer Anschober vertrauen auf den Komplexcity Forschern auch nicht und hören eher auf die westösterreichischen Tourismusmanager und verordneten ab 16. November, also 12 Tage vor dem Ende des lighten den harten Lockdown.

Schon am nächsten Tag fielen die Inzidenzen, obwohl inzwischen der letzte Hobby Virologe weiß, dass Effekte durch Inkubationszeiten und zusammengebrochenes Tracing erst verzögert messbar werden.

Aber eh egal, die Impfungen kommen, alles nur eine Frage ob vor Silvester (Kurz) oder danach (Anschober).

Und dazwischen
feiern wir Nikolo (ohne Krampus),
entladen die gebremste Kaufgier (so die Arbeitslose reicht) ab 8.12.,
feiern ein besinnliches Weihnachtsfest (ob wir wollen oder aus religiösen Gründen gar nicht müssen)
und stürmen die Gondeln, natürlich nicht in Venedig, weil den Italienern redet die Köstinger ja auch nicht in den Karneval sondern in die der einheimischen Seilbahnen.

Das Licht kommt also nicht vom Ende des Tunnels sondern schon von den weihnachtlichen Sternspuckern und den Tiroler Almhütten.

Was uns noch verschwiegen wird,

dass uns auch mit Impfung noch für Monate der Rotzfetzen im Gesicht und das Abstandhalten nicht erspart bleibt. Erstens weil es dauert, bis ein individueller Impfschutz aufgebaut wird, zweitens weil noch lange kein ausreichender Anteil an Geimpften vorliegen wird, drittens weil unklar ist, ob ein individueller Impfschutz das Spreaden verhindert und viertens weil die Durchimpfung mit großer Wahrscheinlichkeit durch Freiwilligkeit nicht erreichbar ist (siehe unten).

dass die Dosierung und die Wirksamkeit des AstraZeneca/Oxford University Impfstoffes durch Produktionsfehler irgendwo zwischen 62 und 90% liegt und erst durch eine weitere Studie geklärt werden kann und völlig unklar ist, wie er in älteren Risikogruppen wirkt. Egal, bestellt ist bestellt.

dass von Pfizer/Binotech und Modena, noch keinerlei Details über ihre mRNA Impfstoffe offen gelegt haben, obwohl beide behaupten, dass ihr Stoff auch bei Älteren gut wirkt.

dass die Studien aller drei Hersteller in dem Sinn nicht wirklich doppelblind waren, weil die Nebenwirkungen (bis 70% Schwellung an Einstichstelle, bis 40 % zum Teil schwere grippeähnliche Erscheinungen über wenige Tage) hatten.

Sehr still ist es um die Möglichkeit von autoimmunologischen Folgewirkungen (ähnlich einer MS) in der AstraZeneca Studie geworden,

Ob es unter all diesen Auspizien wirklich verantwortungsvoll ist, die Fremdenverkehrssaison anzuwerfen, darf ich heftig bezweifeln.

Die rasche Entwicklung der Impfstoffe ist vermutlich eine wissenschaftliche Großleistung, hat aber aktuell noch mehr offene Fragen als Antworten.
Eine Therapie der Erkrankung (aktuell werden – no na net – die größten Hoffnungen in Antikörper gesetzt) ist frühestens mit Herbst 2021 zu erwarten.
Unter diesen Aussichten führt die Strategie der Regierung in den nächsten Lockdown im Frühjahr, wird das Triageproblem um verunfallte Wintersportler und Influenzakranke erweitert und Österreich endgültig zum europäischen Schmuddelkind, das im Sommer alle mit Reisewarnungen eindeckte und jetzt wieder vor den Tiroler Adler Runde einknickt, koste es was es wolle.

Lesestoff:

SARS CoV2 Spiegel, CNBC, Nature, Science, Faktencheck Deutschlandfunk

Schweunegrippe: NTV

Written by medicus58

27. November 2020 at 21:54

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