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Wiener Gesundheitsverbund: Keine Nachlässigkeit in den kleinen Dingen

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Man soll in kleine Hoppalas nicht zu viel hinein interpretieten, aber als gestern vormittag mit großer Emphase in einem online übertragenen Medientermin (nachzusehen hier) der (wer weiß ich wievielte) Startschuss für die Modernisierung unserer Kliniken knallte, wunderte sich (siehe Screenshot oben) der Eingeweihte, dass zwar einwandfrei gegendert, der Vornahme des Generaldirektorin-Stellvertreter mit Herzwig etwas ungewöhnlich anmutete.

Als dieser dann wortreich zu eben diesem kam, stimmte es eh wieder:

Klar werden Sie mich nun der Beckmesserei bezichtigen und auf die zahllosen VerWechBuchstabElungen dieses Blogs verweisen.

Zu meiner Verteidigung kann ich nur zwei Punkte vorbringen. Im Gegensatz zur Wiener Stadpolitik und der WiGev Generaldirektion stehen mir nicht zahllose PR Mitarbeiter zur Verfügung (Miniwahr KAV: Recht v.s. Propaganda und noch was anderes in dem Zusammenhang) und wer seit Jahren von seiner Verwaltung wegen jedes falsch gesetzten Häckchens in später rundgeordnete  Formularen gequält wird, der darf sich angesichts dieser Dinge in die Schadenfreude flüchten, meine ich.

Sachliche Kritik an der Jubelmeldung kam von den anwesenden Journalisten bislang nicht. Und das YouTube Video hatte bis heute ohnehin erst 990 Aufrufe.

Wer ist denn der Wetzlinger?

PS: für die literarisch weniger Interessierten: Der Titel spielt auf einen Stehsatz aus Warten auf Godot an.

Written by medicus58

3. Juni 2022 at 18:35

Nebelgranaten mit Steuergeld im Gesundheitssystem, oder wie uns Generaldirektor Marhold mit unserem Geld die Welt erklärt

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MARHOLD hat uns was zu sagen

 

In diesem Blog wurde schon mehrfach auf die horrenden PR Ausgaben des Wiener Rathauses hingewiesen:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31858
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32406

Wenn sich nun die Bundesregierung darauf geeinigt hat ihre Werbungskosten offen zu legen ist das ein guter Anfang.
http://derstandard.at/1297819809647/Regierungsinserate-Koalition-einigt-sich

Lt. OÖ Nachrichten betrifft das Gesamtvolumen der PR Ausgaben von Gebietskörperschaften und staatsnahen Betrieben 95 Millionen €. 
http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/art385,570496

Zusätzlich gibt es natürlich noch die Presseförderung 2010: 6,645 Mill € 
http://www.rtr.at/de/ppf/BesPF2010
und die Vertriebsförderung 2010: 2,44 Mill €
http://www.rtr.at/de/ppf/VertrPF2010
mit der man sich ja auch den guten Willen der Journaille kaufen kann …

Mir scheinen diese Zahlen geschönt, wenn man weiß, dass z.B. Frankreich in den Topf Presseförderung 1 Milliarde € fliessen lässt: 
http://derstandard.at/1284594494721/Frankreich-Eine-Milliarde-Pressefoerderung

Und ich kann diesem Blog nur zustimmen:
http://ungefragt.com/?p=963

Doch nun zum eigentlichen Thema:
Wie auch schon hier angesprochen, geht dzt eine massive Sparwelle durch den Wiener Krankenanstaltenverbund KAV,
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32406
und Presseaussendungen zwischen Ärztekammer und Generaldirektor Marhold wogen hin und her:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34434

In einer unbeschreiblichen Beschwichtigungstour zieht Marhold nun durch „seine“ Spitäler und spricht von Mißverständnissen und versucht „seine“ Mitarbeiter beruhigen, dass ein Aufnahmestopp bei den Abteilungshelferinnen und eine Reduktion der Turnusärzte ohnehin nicht so schlimm wäre, und wir doch von der Wirtschaftskrise nichts spüren würden.

Die vorhandenen Gelder für substanzerhaltende Reinvestitionen fehlen aber. 
Das Reinvestbudget für große Häuser liegt so niedrig, dass nicht einmal ein defektes Großgerät ersetzt werden kann, aber in einer ganzseitigen BEZAHLTEN WERBUNG in HEUTE (vormals U-Bahn Express) spricht man von MODERNISIERUNG in den Wiener Gemeindespitälern. 
Liest man das aber genauer (Link am Ende des Beitrages), dann sieht man, dass Einsparungen und Schliessungen als Benefit verkauft werden sollen.

Die Schliessung der Abteilungen am Wochenende wird als Effizienzsteigerung verkauft; dass dann die Hausärzte auch nicht erreichbar sind und die Patienten mit Komplikationen sich in überfüllte Ambulanzen am anderen Ende der Stadt drängen wird verschwiegen.

Hinter der Überschrift „Hochwertige medizinische Leistung und die Rekonvaleszenz daheim verbringen“ verbirgt sich die Realität von vorzeitig entlassenen Patienten, die am nächsten Tag mit der Rettung wieder in ein anderes Spital gebracht werden müssen …

Hinter dem Jubel über das EDV Programm OPERA, das die Anmeldezeiten für Operationen regelt, verbirgt sich die Realität, dass Notoperationen nicht durchführbar sind, weil EDV-technische Probleme auftreten.

ES IST UNERTRÄGLICH, DASS UNSER ALLER GELD DAFÜR EINGESETZT WIRD, DASS ÖFFENTLICHE BETRIEBE UNS ÜBER IHRE FINANZIELLEN NÖTE UND UNZULÄNGLICHKEITEN MIT BEZAHLTER PROPAGANDA HINWEGTÄUSCHEN WOLLEN, UND DAMIT LETZTENDLICH POLITISCHE WERBUNG BETREIBEN.

WIR HABEN EINEN ÖFFENTLICHEN UND ZWANGSFINANZIERTEN RUNDFUNK. WENN MAN DEN WÄHLER INFORMIEREN MÖCHTE, DANN BITTE ÜBER DIESE KANÄLE. WENN MAN DAS NICHT TUT, WEIL MAN ANGST DAVOR HAT, DASS DIE AUFGESTELLTEN NEBELGRANATEN HINTERFRAGT WERDEN KÖNNTEN, DANN SOLLTE MAN BESSER SCHWEIGEN.

Die angesprochene Werbeeinschaltung finden Sie hier, denn auf der HP von www.Heute.at fehlt sie natürlich. Das war im Preis (40.000 € ?) nicht enthalten:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35009

Written by medicus58

9. März 2011 at 10:44

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