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Flexen in der Pandemie oder die teuren Hoppalas der Regierung

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Wer sich ein wenig mit medizinischen Katastrophenszenarien beschäftigt (wie schon mehrfach zugegeben interessieren mich A- Szentarien mehr als B- und C), der weiß, dass immer einiges schief geht und die verstaubten Katastrophenpläne der Schreibtischhelden meist nicht das Papier wert sind, auf des sie gedruckt wurden.

Je mehr sich aber manche Regierungsmitglieder ihres perfekten Krisenmanagements rühmen, nein ich meine da gar nicht die Vorgänge in Ischgl, desto saurer stoßen Fehlentscheidungen auf, die entweder aus Selbstherrlichkeit oder Panik erfolgten.

Wie Addendum schon Ende März aufzeigte verneinte der Gesundheitsminister noch am 29.3. die Notwendigkeit einer Maskenpflicht, während einen Tag darauf alles anders war und bekannt wurde, dass die Regierung (später als andere) eine Einkaufsliste über 32 Millionen Masken verschickt hat.

Auch bei den Beatmungsgeräten schienen Unwissen und Panik zum Verbrennen von einigen Millionen Steuergeld geführt zu haben. Einerseits waren sich Bund und Länder uneins über die vorhandenen Kapazitäten (Gesundheitsministerien: 2584, Länder 3478), andererseits wurden die erforderlichen Kapazitäten, offenbar auch durch die Rendi-Wagner massiv überschätzt. Hauptproblem schien aber zu sein, dass man sich seiner bereits vorhandener Schätze gar nicht bewusst war und von einem dringlich behaupteten Bedarf an zusätzlichen 745 Stück 90 Prozent schon bestellt hat. Addendum zeichnet genüsslich das unkooridinerte Treiben von Bund und Ländern, aber auch von plötzlich aus dem Boden schießenden Prototypen nach.

Jetzt könnte man ja meinen, das Addendum (also die von Mateschitz finanzierte Rechercheplattform) die einzigen sind, die die Fehlinvestitionen im Krisenmodus aufdecken, aber auch die bestimmt nicht allzu Regierungs-feindliche Kleine Zeitung berichtet über 5 Millionen, die für fragwürdige Coronaschnelltests aus China ausgegeben wurden. Heute (20.5.) zitiert das Blatt die Österreichische
Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie, die kritisiert, dass es zu diesen Tests keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Daten und Publikationen gibt und dass man mit diesen Tests wohl nicht arbeiten werde.

Schon irgendwie blöd, da sich die Regierung immer darauf beruft, ihre Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Expertise zu treffen.

Und da sprechen wir schon gar nicht mehr über die unnotwendige 32 Millionen Corona-Presseförderung, die vorzugsweise in den Boulevard gekippt wurde und allein das FP Kampfblatt 66.000 € erhielt.

Wäre ja alles auch lustig, wenn das nicht alles unser Steuergeld wäre, das uns u.a. im Gesundheitssystem, im Bildungs- und Sozialsystem schon vor der Pandemie gefehlt hat.
Weniger Flex und mehr Skalpell wäre angebracht …

Written by medicus58

20. Mai 2020 at 17:03

Der Masken Knigge

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Frau Minister Schramböck beweist als echte Tirolerin, wie man es sicher nicht machen soll. Die Vorderseite einer benutzten Maske ins Dekolletee baumeln zu lassen stellt Safer Sex vor völlig neue Herausforderungen.

Offenbar haben Politiker prinzipiell ein Problem mit der korrekten Nutzung der Dinger. Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, beim Versuch, eine Schutzmaske zu tragen.

NR Präsi Sobotka (aus Der Standard)

Und ganz wichtig ist es natürlich, dass man mit den Fingern nicht auf der Vorderseite der Maske herumkrabbelt….

Aber wenn es um seinen Predigtdienst geht, dann macht es Kurz auch ohne. Ganz sicher fühlt sich sein Bildungsminister vor seitlichem Sprühregen und setzt auf Safe Politics.

Auch wenn sich der Vizekanzler hier sichtlich bemüht die Mundwindel anzubringen:

Schien er unmaskiert im Supermarkt ertappt worden zu sein:
Einmal mehr wurde Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) heimlich gefilmt.

Stefan Maierhofer war schon lange vor Covid-19 zur Maskerade gezwungen, virensicher war das aber damals nicht.


Allenthalben beginnen die Leute stolz ihre eigenen Masken zu basteln, was einerseits zu hinterfragen ist, weil nicht jede gefaltete Serviette was nützt und wenn man sie so wie Gewandmeister des Kieler Theaters locker auf den Pullover baumeln lässt, dann ist das auch schon egal.

Für das Beispiel „Bartschoner“ konnte ich kein rezentes Bild finden, aber aus der Lebensmittelindustrie ist dieser Trage-Typ bekannt.

Und noch etwas:

So professionell diese Ventilmasken auch aussehen und wie sicher sich der Träger dahinter fühlen mag, viele von denen filtern nur die Einatemluft, nicht aber die Ausatemluft, so dass sie sich gegnüber solcher Masken nicht allzu sicher fühlen sollte …

Written by medicus58

2. April 2020 at 19:36

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen oder die Amulette in Zeiten von Covid-19

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Dieses Zitat von Samuel Langhorne Clemens, besser bekannt als Mark Twain fällt einem beim letzten Scoop unserer Bundesregierung ein. Ab Morgen erhalten wir angeblich vor allen Supermärkten eine Nasen-Mund-Maske, von der die WHO weiterhin nicht glaubt, dass sie irgendwas bringt, außer man ist selbst krank oder pflegt einen Kranken.

Egal, darum soll es nicht gehen, auch nicht um die drögen Berechnungen wie viele Viren man einerseits durch die Gewebsstruktur der Maske niesen kann bzw. andererseits seitlich einatmen kann.

https://livedoor.blogimg.jp/nwknews/imgs/0/2/02d9cc47.gif?fbclid=IwAR0_4MQPOki6NV1hoF2ww64vg7_jH1B9gGZIul-hjOV-Dhqe1ItlwRlTvYc

Natürlich kann man nachweisen, dass ALLES WAS MAN SICH VOR MUND UND NASE HÄLT, irgendwie und ein bisschen was bringt und wenn es Jute statt Plastik ist.
Natürlich kann man Straßen für Fußgänger sperren (Grüne Stadträtin Hebein) obwohl man sich als Grüner Vizekanzler noch kürzlich über die Menschen in den selbst geschaffenen Begegnungszonen erregt hat. Weniger natürlich wie die Rote Kreuz App so funktionieren soll, wie es Kurz gestern in der ZIB Spezial erklärt hat: „Wir legen unsere Handys zusammen und wenn einer von uns infiziert ist schickt eine SMS den anderen zum Test„. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Musterschüler Südkorea, dort wurden nur weniger als 6 Promille der Bevölkerung getestet. Die raschen Erfolge sind vermutlich eher so groß, weil rasch zwei hot spots (eine Sekte und ein Call-Center) identifizieren und die dort positiv Getesteten in ihre Überwachungsapp einfütterten.

Keiner will in der Krise untätig erscheinen, jeder will alles getan haben was möglich ist, und das Schlimmste ist, dass sie alle Recht behalten werden:

Das Virus wird uns nicht alle umbringen und jede Kritik wird später daran abprallen, dass ohne die Maßnahmen es noch viel mehr Tote gegeben hätte … Beweisen Sie dann mal das Gegenteil. Damit verlassen wir aber den Bereich naturwissenschaftlicher Maßnahmen und schwappen in den Bereich von Magie und Religion, die ebenfalls per definitionem nicht widerlegbar sind.

Welche Rolle spielt also die Mund-Nasen-Maske?
Sie spielt die gleiche Rolle eines Amuletts: Ein Amulett ist ein tragbarer Gegenstand, dem magische Kräfte zugeschrieben werden, mit denen er Glück bringen (energetische, sakramentale Wirkung) und vor Schaden schützen (apotropäische Wirkung) soll.

Wer dran glaubt, für den wirkt es eh.

Unabhängig davon bleibt meine Verwunderung, weshalb die Aktivitäten auf den Supermarkt und nicht auf das Gesundheitssystem konzentriert werden, obwohl letzteres doch geschützt werden soll (Supermarkt statt Superkrankenhaus)

Written by medicus58

31. März 2020 at 16:59

Supermarkt statt Superkrankenhaus

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Es ist ja nicht so, dass ich mich maßlos vor dem frühen Korona-Tod ängstigte, obwohl ich schon ziemlich an die oberen Risikogruppen schramme, aber natürlich habe ich mich auch an die Vorgabe meiner Dienstgeberin gehalten und trage seit über einer Woche bei jedem Patientenkontakt nun eine Mund-Nasen-Maske.

Warum das zwar im Wiener Krankenanstaltenverbund (oder wie der gerade heißt) so vorgeschrieben wurde, im Niederösterreichischen Schwesterbetrieb (noch) nicht, wollen wir jetzt mal nicht hinterfragen, die ganz großen Tröpfchen wird es schon aufhalten, in beiden Richtungen, also gut.

Seit heute wissen wir, dass der kreisenden Krisenstab um unseren Bundesmaturanten, solche Masken ab Mittwoch verbindlich in allen Supermärkten vorschreiben wird, auch gut, wenn Billa und Co. die rechtzeitig auftreiben und die Menschen lernen damit umzugehen.

Was ich aber dann nicht mehr so ganz verstehe ist, weshalb, wenn wir im Supermarkt schon aufrüsten, wir nicht auch im Patientenverkehr (in Praxen und Spitälern) auf ein etwas höheres Sicherheitsniveau gehen. Noch würde ich annehmen, dass die Vortestwahrscheinlichkeit im Gesundheitssystem auf Kranke zu treffen etwas höher sein sollte, als im Supermarkt.

Written by medicus58

30. März 2020 at 16:38

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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