Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Marhold

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 5: Persönliches zum Personal)

leave a comment »


Nun, nachdem die Zukunft des Wiener Krankenanstaltenverbundes zumindest in groben Zügen festgelegt wurde (KAV wird Anstalt öffentlichen Rechts ab 1.1.2019) könnte es ja wirklich bald was werden, mit der Nachbesetzung der Generaldirektion. In der Vergangenheit habe ich schon viermal ein paar Wünsche ausformuliert, die auch schon vergangene Generaldirektoren, rein theoretisch, erfüllen hätten können.

Das „Neue“ am KAV als Anstalt öffentlichen Rechts sollte nun nach den Beteuerungen der Verkünder ja sein, dass zukünftig Personalpläne und -angelegenheiten im Konzern, also ohne dauernde Rückfrage bei der MA2, festgelegt werden kann.
Auch wenn ich bis heute noch nicht verstanden habe, was die Stadt Wien mit dem verliehenen Personal tun wird, das ein zukünftiger KAV GD dankend wieder zurückschickt, bzw. mit Personal, dass dieser nach Bedarf selbst rekrutiert, wenn dieses auch zukünftig Personal der Stadt sein soll, aber glauben wir einmal, dass dafür schon fertige Lösungen in den knarrenden Schubladen der Stadt liegen, über die man in der nächsten Pressekonferenz Auskunft geben wird. Bis 31.12.2018 ist ja noch genügend Zeit.

Was ich mir aber vom neuen KAV Generaldirektor wünsche ist, dass er sich gegen die bisherigen Kräfte durchsetzten möge, die bewirkten, dass

gute Mitarbeiter, die nach dem Erreichen des Pensionsalters noch ein, zwei Jahre länger aktiv bleiben wollen
(Ja, sowas gibt es nicht nur unter den Primarii sondern auch unter dem Reinigungspersonal!) nicht zwangspensioniert werden,

und gute Mitarbeiter jenseits der erratischen Remunerationsspiele des Magistrats (ggf. auch nur durch nicht-monitäte Benefits) belohnt werden können.

Andererseits muss es zwischen dem Hire-and-Fire, das die Stadt in ausgelagerten Bereichen oft schlimmer betreibt als viele Private, und den jahrelangen Minderleistungen, nur durch Amtsarzt und Kuraufenthalte unterbrochene Dauerkrankenstände, eine Möglichkeit zur begründeten Kündigung gibt, gegen die die Personalvertretung nicht Sturm läuft.

Eine Personalbeurteilung, deren Note mindestens ein gut sein muss, um nicht den automatischen Einspruch der Personalvertretung zu triggern, ist schade um den Regenwald, der für das Papier geschreddert wurde.
Elektronische Bögen sind noch nicht im System angekommen, der Umstieg auf eine Word-Vorlage, die dann ausgedruckt und händisch ausgefüllt werden muss, war bislang das Ende der Fahnenstange.

Es ist verlogen internationale Maßstäbe für die Personalplanung anzuwenden und triumphierend Posten zu streichen, wenn andere Regeln der Personalrekrutierung außer Kraft gesetzt werden.
Dort wo Leistungswille anerkannt wird, wie zum Beispiel Mehrleistungen während der Urlaubszeit, wird dies nicht monitär sondern durch zusätzliche Freizeit belohnt, was implizit die anderen Mitarbeiter in diesem Bereich zu Mehrleistung führt.
Starre Arbeitszeitschemata erlauben Führungskräften nicht einmal in Zeiten der Flaute, sich beim Personal mit einem „15 Minuten früheren Arbeitsschluss“ zu bedanken.
Starre Linien von der Kollegialen Führung hinunter auf die Abteilungsebene lassen effizientes Arbeiten nur dort zu, wo alle Beteiligten nicht wegen sondern trotz dieser Strukturen zusammenarbeiten.
Ich kenne viel zu viele Beispiele, wo eine auf Abteilungsebene mit guter Begründung getroffene Entscheidung (z.B. Urlaubsansuchen) von übergeordneter Stelle ohne Rücksprache „overruled“ wurde, weil Personalvertretungswahlen anstanden.

Wenn wir uns an unseren letzten GD erinnern, dessen Erfahrung in der Personalverantwortung sich auf eine zweistellige Anzahl an Institutsmitarbeitern beschränkte, ehe er zur Leitung eines 30.000 Mitarbeiter Konzerns berufen wurde, der aus macht-politischen Gründen absichtlich keine Entscheidungshoheit über das Personal hat, das zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil die potentielle Wählerschaft der nächsten Bundes- und Landeswahlen darstellt, wird einiges klar, woran der KAV zuletzt gescheitert ist.

Advertisements

Written by medicus58

14. Juli 2017 at 15:01

Das Muster Post für den Wiener Krankenanstaltenverbund

with 2 comments


simpa

Während mögliche Privatisierungen (http://wien.orf.at/news/stories/2806801/) des Wiener Krankenanstaltenverbundes inzwischen kaum mehr bezweifelt werden,
scheint noch unklar, wohin die Reise wirklich gehen wird. Da kann uns vielleicht ein Blick ins Archiv helfen, denn

Zeig mir welche Berater Du einlädst und ich sag Dir, was Du vor hast!

Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … https://medicus58.wordpress.com/2012/03/13/nach-dem-kock-auch-den-bock-zum-gartner/

Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater https://medicus58.wordpress.com/2014/07/06/reich-wird-wer-das-seine-jedem-verkauft-die-gesundheitsberater/

I had a Dream: KAV for Sale https://medicus58.wordpress.com/2014/02/11/i-had-a-dream-kav-for-sale/

Am 17.12.2014 lud der KAV Herrn DI Georg Mündl zu seiner Führungskräftetagung, der zuerst von seiner Berufskarriere schwadronierte,
die ihn auf der Mobilfunk-Welle von max.mobil (vom Startup zur Hyper Growth Company) über HT mobile (Kroatien) ab 2012 zum Sr Vice President – Mail Solutions der Austrian Post Group machte.

Danach machte er die Anwesenden glauben, dass er die 24h Selbstbedienungszonen erfunden hätte,
als Beweis, dass man Kundenzufriedenheit durch Automatsierung auch ohne Personal erreichen kann:

Schließlich zog er folgende Conclusio:

Es muß (sic) eine Vision (sic) einen Plan geben

Veränderung muß (sic) bewußt (sic) gewollt werden
Staheholder müssen im Boot sein

Das Neue muß (sic) kommuniziert werden,
immer wieder (Wiederholen!)

Erfolge kommunizieren!

Spaß bei der Arbeit & Motivation

Sie können nun nachdenken, wie der Transformationsprozess damals bei der Post ablief (https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Post)
und ihre Schlüsse bezüglich des KAV ziehen,
ich möchte aber eher auf die letzten beiden Empfehlungen des Vortragenden zurück kommen und Ihnen persönliche Erlebnisse berichten:

Vor einigen Wochen wollte ich in einem der 24h SB Bereiche der Post ein Paket aufgeben.
Ich maß und wog das Ding und bezahlte das berechnete Porto.
Ich klebte den Ausdruck auf das Paket und las den Barcode beim Einwurf ein,
nur um zu erfahren, dass das Fach überfüllt war,
und ich somit mein Paket zwar bezahlen durfte,
aber doch am nächsten Tag zum Schalter musste, um es abzugeben.

Auf eine logische Verbindung zwischen Porto-Automat und Einwurf-Automat hat Herr DI Mündl offenbar vergessen oder versehentlich den Programmiere zu früh gekündigt.
Erfolge kommunizieren!

Kürzlich erfuhr ich von noch einer bizarreren Geschichte:
Ein gemessenen und gewogenen Paket wurde bezahlt,
danach das ausgedruckte Porto-Aufkleber aufgeklebt.
Auch hier scheiterte der Versuch das Paket auch einzuwerfen,
weil der Barcode nicht lesbar war.
Auch hier wurde am nächsten Tag versucht, das Paket am Schalter
EINEM MITARBEITER, ja ein paar gibt’s noch,
zu übergeben, der aber die Annahme ebenfalls verweigerte,
weil der automatische Aufkleber-Ausdrucker einen wesentlichen Teil des Streifens abgeschnitten hat.
Der Mitarbeiter bestand darauf, dass das Porto nochmals bezahlt wurde und verwies auf eine Beschwerdestelle,
bei der man unter Vorlage des beschädigten Porto-Aufklebers Ersatz einfordern könnte.

Blöd, denn dort benötigt es dann halt noch einen Mitarbeiter.

Zeig mir welche Berater Du einlädst und ich sag Dir, was Du vor hast!

Written by medicus58

5. November 2016 at 09:49

Es gibt einen (Ärzte-)Streik und das ist etwas ganz Besonderes

with one comment


Foglars worldHundiMeidlinger

Streik stellt das letzte Mittel der Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern dar.
Er ist letztendlich ein Kräftemessen zwischen beiden und in Österreich sehr selten.

Die Gründe für seine Seltenheit sind mannigfaltig und liegt wohl auch im fehlenden nationalen Streikrecht, den parteipolitischen Querverbindungen und einem relativen Wohlstand .
Ein wesentlicher Grund lagt aber auch darin, dass es im Gesamtinteresse der Sozialpartner lag, Streiks zu verhindern und
die Solidaritätsgemeinschaft ÖGB  die
direkt betroffenen Arbeitnehmer, auch wenn sie nicht alle ihre Forderungen „durchbringen“ konnten,
wieder an den Arbeitsplatz zurückbrachte.

Drei Jahrzehnte neoliberaler Gehirnwäsche hat Solidarität desavouiert und uns Egoismus als positive Kraft eingebleut.
Seit über einem Jahrzehnt haben sich die rechtlichen (https://medicus58.wordpress.com/2016/09/09/der-vortrag-prof-marholds-im-video-stream) Rahmenbedingungen entscheidend geändert.
Nicht zuletzt die Blau-Schwarze Regierung zeigte eindrucksvoll, wie erfolgreich sich mit Speed Interessensvertretungen (außer den eigenen) killen lassen.
Ja, und die institutionalisierte Solidarität der Verein Österreichischer Gewerkschaftsbund, mit seinen sich dauernd fusionierenden und umbenennenden Teilgewerkschafts-Vereinen
legte in all den Jahren ja auch einen Selbstfaller (Konsum, Bawag, Stafa, …..) nach dem anderen vor.
Nie werde ich 2003 vergessen als ich mit fast 200.000 – vom ÖGB in Bussen aus ganz Österreich herangekarrten- Menschen im Gewitterregen am Heldenplatz gegen die damalige Pensionsreform demonstrierte
und der damalige ÖGB Präsident von der trockenen Bühne gegen die FPÖVP Regierung wetterteVerzetnitsch hatte es von dort auch nicht weit zu seinem, wohl ebenfalls trockenen Penthaus im ersten Bezirk und wohnt vermutlich noch immer dort.

Ich traf bei dieser Demo übrigens auf einen Kollegen, der dort so wie ich im patschnassen Gras stand. Er wurde vor ein paar Jahren aus dem KAV hinausgeekelt …..

Im Frühjahr 2003 kam es erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik zu Streiks, die nicht mehr in Sekunden gezählt werden konnten.
https://cms.falter.at/falter/rezensionen/buecher/?issue_id=213&item_id=9783703713107 

Kommenden Montag wird es wieder einen Streik geben, dem ich mich selbstverständlich anschließe.

Angestellte Ärzte im KAV streiken, obwohl die Solidaritätsgemeinschaft ÖGB den Streik ausdrücklich ablehnt.

Angestellte Ärzte im KAV streiken, obwohl eine SPÖ Stadträtin ihnen jede Berechtigung dafür abspricht und ein SPÖ Bürgermeister die Argumente als „abartig“ bezeichnete.

Angestellte Ärzte im KAV streiken, obwohl ihrer frisch gegründeten Ärztegewerkschaft Asklepios die Vertretungsberechtigung (noch) vorenthalten und ihr Gründer (Dr. Rainer) beruflich kalt gestellt werden soll,

Angestellte Ärzte im KAV streiken, obwohl ihnen vorgeworfen wird, dass sie sich nur von der Ärztekammer instrumentalisieren lassen und es angeblich nur einen persönlichen Konflikt zwischen Wehsely und Kammerpräsident Szekeres und keinen sachlichen Konflikt zwischen KAV Generaldirektion und den Ärzten gibt.

Angestellte Ärzte im KAV streiken trotz der lächelnden Beteuerung einer Gruppe handverlesener Führungskräfte, die sich während der Arbeitszeit ins Blitzlicht um ihren Generaldirektor scharen.  (Mediales Affentheater um den Ärztestreik https://medicus58.wordpress.com/2016/09/01/mediales-affentheater-um-den-aerztestreik/)

Das Besondere an dieser Entwicklung ist, dass sich hinter dem enormen PR-Gewitter, der immer stärker publik werdenden internen Drohungen und atemlosen Taktieren in letzter Sekunde seitens der Stadt einige Kommunikationskanäle innerhalb der Ärzteschaft entwickelt haben.
Natürlich ruft die Ärztekammer zu diesem Streik auf, aber es würde sich als schweres Missverständnis erweisen, zu glauben, dass das alles nur von dort gesteuert wird. Die Wiener Ärztekammer in Person ihres Präsidenten ist letztendlich nur die Klammer für einen Protest von unten, der nach der Wahrnehmung vieler auch andere Berufsgruppen im KAV einschließt.

Vereinzelte gewerkschaftliche Rülpser, um die alten Gräben zwischen Ärzten und Pflege zu instrumentalisieren, verhallten überraschend rasch.
Mediale Versuche die Patienten aufzuhetzen trafen auf deren großes Verständnis für die Anliegen der Ärzte, da sie die schrittweise Demontage „ihrer Krankenhäuser“ ja hautnah miterlebten.

Und auch wenn sich viele Primarii nicht laut für den Streik stark machen, nicht zuletzt, da sie sehr unter Druck gesetzt werden, haben einige angekündigt in der Notversorgung am Streiktag mitzumachen, damit ihre Ärzte auf die Straße gehen können.

Das wirklich Besondere an dem kommenden Ärztestreik ist, dass sich hier nach der Selbstentmachtung der traditionellen Gewerkschaften  eine neue Form der Solidarität entwickelt hat,
die Politikerkaste und ihre Entourage, die noch immer für sich in Anspruch nimmt in der sozialdemokratischen Tradition zu stehen aber schon längst zu deren Antithese wurde sehr alt aussehen lässt.

 

Räderwerk der Macht: Wie das alles zusammenhängt https://medicus58.wordpress.com/2016/03/02/raederwerk-der-macht-wie-das-alles-zusammenhaengt/
Ciao, Sonja Ciao; Leider nicht (16.5.) https://medicus58.wordpress.com/2016/05/13/ciao-sonja-ciao/
Der Gesundheitsministerin dreingeredet https://medicus58.wordpress.com/2016/06/05/der-gesundheitsministerin-dreingeredet/
Woran es im KAV krankt ist nicht nur die Arbeitszeit, und wofür wir streiken sollten https://medicus58.wordpress.com/2016/08/17/streik-gegen-missmanagement-und-politisches-versagen/

Written by medicus58

10. September 2016 at 15:59

Aus dem Fundus KAV-Marhold: Ärztekammer instrumentalisiert Personal für Ärztekammer-Wahlkampf

leave a comment »


Marhold_Heute

Wie die Zeit vergeht:

Vor exakt 5 Jahren und 4 Tagen beschuldigte der damalige KAV Generaldirektor Willi Marhold die Ärztekammer das Personal zu instrumentalisieren.
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=38224
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=38177

Inzwischen hat sich der zum Generaldirektor aufgestiegene ehemalige Gewerkschafter wortlos in seine Ordination zurück gezogen.

Die Stadt Wien und die ihr hörige Gewerkschaft hat nix dazugelernt und Stadträtin, Gewerkschaftsboss und Generaldirektor fallen zum aktuellen Konflikt auch nix Neues ein, als alles als Wahlkampfgetöse der Ärztekammer abzutun. Selbst sind sie natürlich fehlerlos und haben noch nie Wahlen geschlagen und ….

Dafür hat heute in der Wirtschaftsuniversität der Arbeitsrechtler und Bruder des Willi Marhold,
Univ. Prof. Franz Marhold detailliert erklärt, weshalb der von der Ärztekammer ausgerufene Arbeitskampf legitim ist und die Entlassungsdrohungen des KAV gegen geltendes Recht verstoßen.

krone

http://www.vienna.at/protest-der-spitalsaerzte-wiener-aerztekammer-gab-streik-schulung/4894460

kurier

https://kurier.at/chronik/wien/ungeheuerlich-wie-wien-mit-seinen-aerzten-umgeht/220.009.736

Wäre ja eigentlich lustig, wenn es nicht zum Heulen wär.

Für all das Geld was die Stahlhelmtruppe im Rathaus für PR-Berater hinauswirft, könnten sie wenigstens etwas Abwechslung bieten, wenn sie für sachliche Argumente zu unfähig ….

PS: Der heutige Vortrag des Arbeitsrechtlers Marhold war übrigens erstklassig und hat allen Anwesenden sehr klar die geltende Rechtsmeinung dargelegt.

Written by medicus58

7. September 2016 at 19:57

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

Tagged with , , , ,

Kleine(r) Mann/Frau was nun

with 16 comments


Ob man  nun an den Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes  denkt, Udo

der es seiner politischen Arbeitgeberin in jeder Hinsicht billiger gab, als sein gewerkschaftlich und parteipolitisch gestählter Vorgänger (http://www.krone.at/wien/spezialvertrag-fuer-neuen-kav-chef-udo-janssen-keine-abfertigung-story-421817),
oder eben seine Leider-doch-nicht-Ministerin, die Amtsführende Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Generationen  die seit Anfang Juli (!) überraschend schmähstad nichts Bemerkenswertes auf ihrer Homepage mehr zu vermelden weiß,

Sonja

kaum jemand wird an den lesenswerten Roman Hans Falladas (http://www.deutschlandradiokultur.de/hans-fallada-kleiner-mann-was-nun-pinneberg-und-laemmchen.950.de.html?dram:article_id=357342) aus dem Jahre 1932 denken, am wenigsten die beiden „Totengräber der öffentlichen Gesundheitsversorgung“ der Wiener (=Copyright Wiener Ärztekammer).

Sollten Sie aber,
sollten die Wiener aber um zu erkennen,
wie es dem „kleinen Mann“ in der Wirtschaftskrise geht, so ganz ohne sozialen Netze ….

Unser Trachtenpärchen der KAV Privatisierung,

I had a Dream: KAV for Sale https://medicus58.wordpress.com/2014/02/11/i-had-a-dream-kav-for-sale ,
Wird der KAV privatisiert? Ein Indizienprozess bei dem wir baden gehen.
https://medicus58.wordpress.com/2015/05/26/wird-der-kav-privatisiert-ein-indizienprozess/

das im gleichgeschalteten Duett auch nach der Streikabstimmung noch immer über 90% der Ärzte für aus der Ärztekammer ferngelenktes Stimmvieh betrachten wollen (sehen kein Grund für einen Streik),  gehört weg, wenn man in Wien wieder ernsthaft über eine öffentliche Gesundheitsversorgung reden möchte.

Wenn unsere verehrte Patientenanwältin (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen https://medicus58.wordpress.com/2012/11/23/sigrid-pilz-von-traumjobs-kann-man-nie-genug-kriegen/) dann systemkonform ebenfalls in der Ärztekammerwahl das einzige Problem sehen will (http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/chronik/art85950,1334038) trifft sie versehentlich den entscheidenden Punkt, in dem sie polemisiert: So viel Querelen und Krawall gibt es nur in Wien.

Ja, Sigi,
NUR in Wien versuchte man eine gesetzlich verlangte Arbeitsverkürzung ohne Leistungsreduktion mit weniger Personal zu bewerkstelligen, und das alles in Verhandlungen NACHDEM das einschlägige Gesetz bereits in Kraft getreten ist.

Auch wenn es unheimlich schwer werden wird der Öffentlichkeit zu erklären, dass wir KAV Ärzte letztendlich gegen unser Management auf die Straße gehen, ist das der Grund ,weshalb Wehsely und ihr Büttel Janßen (und Köck, und EHC, …. etc.) weg müssen.

 

Niemand kann sich seine Chefs aussuchen, auch nicht die Ärzte im KAV, aber die Bürgern dieser Stadt müssen sich fragen, ob Ihre Interessen, von diesen Politpoker-Spielern noch wahrgenommen werden. 

Spannende Tage ….

 

PS: Schreiben Sie mir mal, ob bei Ihnen auf Google bei der Suche nach „Janßen Udo“ auch die Karikatur dieser Website in der Kurzbiografie auftaucht. Ich glaube zwar, dass es sich hier nur um die berüchtigten „personalisierten Ergebnisse“ des Suchkraken handelt, aber schmunzeln musste ich doch (siehe ersten Screenshot).

Written by medicus58

27. August 2016 at 22:39

Hält sich GD Janßen endlich an meine Vorschläge? Das Ende der Qualitäts-Zertifizierung im KAV!

leave a comment »


500px-EFQM-Modell_(Qualitätsmanagement).svg

Das EFQM-Modell ist ein Qualitätsmanagement-System des Total-Quality-Management. https://de.wikipedia.org/wiki/EFQM-Modell

2013 bejubelte sich der KAV lautstark über die Zertifizierung seines QMs: 

„Recognised for Excellence 3star“ für den Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV)
Der KAV hat sich zum Ziel gesetzt, zu den besten Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen in Europa zu gehören und Spitzenmedizin und Spitzenpflege für alle zu ermöglichen. http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?id=37732

Europaweit stellt der KAV damit die erste Krankenhausorganisation mit dieser Anerkennung durch die Quality Austria und die EFQM dar. http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=22524

Ihr Medicus hat schon vorher, auf ziemlich einsamem Posten, diesen Zertifizierungswahn kritisiert:

2011
Die Qualität der Zertifizierung der Qualität  http://wp.me/p1kfuX-4a
2012
Im Wiener Gesundheitswesen sind Zertifizierungen wie Totenscheine http://wp.me/p1kfuX-mB
Die Qualität der Zertifizierung der Qualität  http://wp.me/p1kfuX-8S
2013
Wie lange kann sich die Gesundheitspolitik noch hinter Zertifikaten verschanzen? http://wp.me/p1kfuX-HV
2014
Zertifizierte Nächstenliebe m.b.H. http://wp.me/p1kfuX-Qg

Jetzt wird wortreich intern mitgeteilt, dass das EFQM Logo von allen Schriftsorten zu entfernen ist, weil der GED-Vorstandsbereich Kommunikation „nach Abwägung des Aufwand-Nutzen-Verhältnisses der KAV die externe EFQM-Auditierung nicht mehr so engmaschig wie bisher fortsetzen (!) wird.

Im Klartext läuft das Zertifikat im Juli 2015 aus und aus ….

Wer erinnert sich noch den Sprechsprudel unser Gesundheitsstadträtin Wehsely aus 2013, in dem das EFQM noch unverzichtbares Zeichen und Werkzeug der eigenen himmelstürmenden Absichten war:

Mehr als 30.000 MitarbeiterInnen sorgen in den Spitälern, Geriatriezentren und Pflegewohnhäusern dafür, dass PatientInnen und BewohnerInnen bestens betreut sind und leisten hervorragende Arbeit“, so die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely. „Das EFQM-Excellence Modell unterstützt uns dabei, unserem Qualitätsanspruch in Zukunft noch besser gerecht zu werden. Denn die Umsetzung des Wiener Spitalskonzeptes setzt gerade auch in diesem Bereich zum Wohle der PatientInnen neue Standards.
https://www.wien.gv.at/rk/msg/2013/10/18009.html

Irgendwann lesen wir dann, was der Spaß gekostet hat, einschließlich der Vernichtung der nun unnötigen Drucksorten …

 

Written by medicus58

30. Juni 2015 at 18:46

Wehsely-Leak V 2.0 oder Indische Betten: die Betten am Ende des Ganges

with 3 comments


 

Spitalsbett

Einer der Beweggründe diesen Blog zu beginnen war für mich die unerträgliche Diskrepanz zwischen medialer Darstellung und der täglich erlebten Realität in unserem Gesundheitssystem.

Die nun plötzlich wieder hochkommende Diskussion über das
Gangbett, das es eigentlich nie gegeben hat und das dann offiziell abgeschafft wurde, ehe es in diesen Tagen wieder aufgestellt wurde,
ist ein solcher Mythos.

Fast genau vor drei (!!) Jahren, im April 2012 erlaubte ich mir unter dem Titel Gangbetten gibt’s net (http://wp.me/p1kfuX-fC) eine Binsenweisheit zu vermerken:

Es gibt im optimierten, effizient gemachten Krankenhaus nur zwei Optionen, entweder stehen oft viele Betten leer, oder sie stehen in Spitzenzeiten am Gang.

Auslöser waren die Fotos eines FPÖ Mandatars, der Gangbetten im Donauspital dokumentiert hat, deren Existenz vom Krankenanstaltenverbund zuerst dementiert, dann als Managementfehler der Verantwortlichen gebrandmarkt und in der Folge per Weisung des damaligen Generaldirektors Marhold abgeschafft wurden.

Dabei waren schon damals Gangbetten ein „gefundenes Fressen“ für die Oppositionsparteien:

5. Juli 2007 VP-Korosec: Gangbetten im SMZ-Ost seit Jahren traurige Realität
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20070705_OTS0156/vp-korosec-gangbetten-im-smz-ost-seit-jahren-traurige-realitaet

25. Aug. 2008 FP-Mahdalik: Gangbetten in der „Allgemeinen Chirurgie“ des SMZ-Ost?http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20080825_OTS0126/fp-mahdalik-gangbetten-in-der-allgemeinen-chirurgie-des-smz-ost 

20. April 2009 FP-Mahdalik, Ebinger: Gangbetten – nicht an SMZ-Ost-Führung abputzen!
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090420_OTS0072/fp-mahdalik-ebinger-gangbetten-nicht-an-smz-ost-fuehrung-abputzen

20. April 2009 VP Korosek: Wenn es um Gangbetten geht, war Wiens oberster Spitalschef seit seinem Amtsantritt im März 2005 nie um eine Ausrede verlegen
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090420_OTS0164/vp-korosec-ad-gangbetten-wehsely-und-marhold-haben-versagt

21. Februar 2011 FP: Auch Gangbetten sind in Wiens Spitälern offensichtlich Normalität und nicht mehr Ausnahme
http://www.fpoe.at/news-detail/news/fp-ebinger-keine-einsparungen/offset128/69/

Ganz forsche Kritik an dieser Vogel Strauß-Politik kam auch von der Grünen Sigrid Pilz (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://wp.me/p1kfuX-wh)

Und als Letztes, Frau Stadträtin: Wenn Sie sich mit dieser Haltung – ich will das alles nicht wissen! – als Vorstandsvorsitzende oder Aufsichtsratsvorsitzende bewerben würden, beispielsweise in einer Bank oder bei der BAWAG, würde man Sie mit dieser Haltung nicht nehmen. Den Wiener Patienten und Patientinnen und dem Krankenanstaltenverbund muten Sie das zu – zum Schaden der Bevölkerung! (Beifall bei den GRÜNEN.)
https://www.wien.gv.at/mdb/ltg/2006/ltg-005-w-2006-06-29-018.htm

nur war das halt 2006, ehe sie Patientenanwältin wurde und seither Schulter an Schulter mit der roten Stadtregierung gegen die Ärzte kämpft!

Wir sehen, auch wenn der Boulevard 2015 ganz überrascht aufheult:

Horror: Wiener Kranke landen in Gangbetten
http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Horror-Wiener-Kranke-landen-in-Gangbetten/185272721

steht das Gangbett, allen medialen Beteuerungen zum Trotz in den Wiener Spitälern seit vielen Jahren herum.

Bemerkenswert ist aber, dass Rathaus und KAV nun, als eine Fotoinitiative der Wiener Spitalsärzte (http://kurier.at/chronik/wien/wiener-aerzte-hickhack-um-fotos-von-gangbetten-in-mehreren-spitaelern/125.488.730) das Problem wieder ins öffentliche Bewusstsein brachte, in ihren ersten Reaktionen erneut auf Verweigerung und Denunziation setzten:

„Stimmt so nicht“
„Das ist eine stark verzerrte Darstellung.“
„Es ist ärgerlich, dass Leute Fotos raufstellen, die so nicht stimmen“, heißt es auch aus dem Pressebüro des KAV. 

Wie schon in der medialen Aufbereitung der letztendlich grandios gescheiterten Pseudoverhandlungen um das neue Dienst- und Besoldungspaket der KAV Ärzte glauben die Verantwortlichen unverbesserlich, dass man mit großem PR Aufwand die Realitäten vernebeln kann.
Dort war es der Versuch Nebenabsprachen und Kleingedrucktes zu verheimlichen (Wehsely Leak: Ist die Mauschelei am Ende? http://wp.me/p1kfuX-TO), hier ist es der Versuch, das was seit Jahren Patienten und Gesundheitsberufe in den Wiener Spitälern hautnah erleben, einfach wegzureden.

Und erneut meldet sich die Opposition zu Wort:
VP-Korosec ad Wehsely: Frau Stadträtin, hat der KAV nun Gangbetten oder nicht?
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150420_OTS0083/vp-korosec-ad-wehsely-frau-stadtraetin-hat-der-kav-nun-gangbetten-oder-nicht

Korosec: „In der Beantwortung einer Anfrage, die die ÖVP Wien im März 2014 gestellt hat, bestreiten Sie noch, dass es Gangbetten gibt. Wörtlich heißt es hier: ‚Die PatientInnen des KAV sind in den dazu vorgesehenen PatientInnenzimmern untergebracht. In den Gängen besteht keine Möglichkeit zur Unterbringung von Betten. Die Gänge dienen natürlich auch als Transportweg für die Betten.‘ Jetzt hingegen setzen Sie eine Taskforce ein, sodass dieser unsägliche Zustand beendet wird“.

Angesichts dieser Entwicklungen, scheinen sich Häupl und Wehsely vielleicht doch zu sehr auf das mehrheitsfördernde Wiener Wahlrecht zu verlassen, dessen Reparatur sie zuletzt gerade noch verhindern konnten. (Wer glaubte, Ärzte wären nur wehleidig, möge sich Demokratieverständnis der Wiener SPÖ im Gemeinde… http://wp.me/p1kfuX-W0)
Natürlich kann man diese Indischen Betten erneut in den hintersten Winkel des Ganges verschwinden lassen, jedoch besteht irgendwann die Gefahr, dass bei diesem Seiltrick auch der letzte Geduldsfaden reißt.

Written by medicus58

20. April 2015 at 17:41

%d Bloggern gefällt das: