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Ärzte: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher

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Ihr Arzt der Arsch

Ob es sich um die ELGA Kampagne gehandelt hat, nach der uns (ungefragt?) vom Institut für Politikwissenschaften der Uni Wien nach Gesprächen mit 250 Personen (u.a. Pensionisten, chronisch Kranke, Migranten) einen Imageverlust bescheinigt wurde. (http://derstandard.at/1342139125552/Studie-Elga-Konflikt-schaedigte-Image-der-Aerztekammer)
Ob uns die Hauptverhandler der aktuellen Gesundheitsreform brutalst ausrichten, dass wir uns brausen können, wenn wir Ärzte da mitreden wollen. (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81636)
Ob uns Mediziner, die zwar nie ihren Beruf praktizierten, aber nun als „Beratervon Wirtschaft, Politik und Kapitalinvestoren gut an dem System verdienen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84352) mitteilen, dass wir Ärzte keine Ahnung haben, wie die medizinische Praxis abzulaufen hat.

Bis zur mißglückten Krampus-Aktion der Ärztekammer letzten Dezember (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83257).
Wann auch immer ein Arzt seine Meinung zum Gesundheitssystem abgibt, wir der als
Lobbyist in eigener Sache korrupt und unglaubwürdig hingestellt.

Ausschlaggebend  für den aktuellen Blogbeitrag war ein Streitgespräch auf Twitter, das ich mir gestern mit Christoph Matznetter lieferte. Ausgangspunkt war ein Tweet des eigentlich von mir sehr geschätzten @HubertSickinger:
Interessanter FAZ-Bericht (zu Deutschland): Korruption in der Arzt-Praxis: Rezepte zum Gelddrucken http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/korruption-in-der-arzt-praxis-rezepte-zum-gelddrucken-12013657-l1.html
und @Matznetter s Antwort:
Korruption bei Ärztenich fürchte, in Ö geht’s noch viel schlimmer zu! Es gibt Hundertschaften von Pharmavertretern

und etwas später:

Bei den vielen, grundlosen Anschuldigungen hier von „GTLMedicus“ gilt: da stinkt’s in Ö wohl gewaltig

Meine Replik:
Ablenkung
(von polit. Korruption Anm.), Verleumdung (der Ärzte, Anm), Vermutung (Verurteilung ohne Beweis, Anm.) stinkt Herr Maznetter, Bringen Sie bewiesene Korruption vor Gericht.
wurde mit einer lächerlichen Drohung beantwortet:
GTLMedicus sei Dank 😉 ich werde mit den Justizsprechern reden, was bei den Ärzten getan werden muss!

Jetzt stelle ich in keiner Weise in Abrede, dass es Korruption unter uns Ärzten gibt, so wie eben in allen Berufsgruppen und allen Systemen vom Stalinismus bis zum Neoliberalismus der Fall ist.
Aber so wie es den „kleinen Oberarzt“ im Gemeindespital gibt, der im Aston Martin vorfährt, kennen wir doch auch bei unseren Kritikern genügend Beispiele, die im Geldverdienen etwas glücklicher agieren als andere. Über die Patientenanwältin Pilz wurde hier erst kürzlich berichtet (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82486).
Hier sich, wie Matznetter es im Tweet versuchte einfach herauszureden, dass „Missstände mit Hinweis auf andere Probleme nicht gerechtfertigt werden können“, greift zu kurz.
In dem zitierten FAZ Artikel wurde über 500 Fälle von Korruption in 5 Jahren, bei über 400.000 Ärzten in Deutschland berichtet. Von den 500 Fällen, waren offenbar nur 40 so schwer, dass die Approbation ausgesprochen werden konnte.
Wie in allen Fällen der Korruption ist mit einer Dunkelziffer  zu rechnen, aber wir reden hier von 0,025 % der Ärzte/Jahr, die sich von der Pharmaindustrie bestechen haben lassen! Keine Frage mind. 100 pro Jahr zuviel und diese KollegInnen gehören bestraft, da sie das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient gefährden aber besteht eine Verhältnismässigkeit zwischen medialer Aufregung und bewiesenen Fakten?

Ich bezweifele dies, obwohl ich zugebe, dass das nicht immer vorbildliche Verhalten unserer verfassungsrechtlich aufgezwungenen Ärztekammer (http://sicherheitspolitik.at/Kammern%20im%20Verfassungsrang.pdf) gegenüber schwarzen Schafen in den eigenen Reihen unsere Position nicht gerade stärkt.
Andererseits, unterscheiden wir uns zumindest in der Höhe der involvierten Geldmengen und Personalgeschenkenan Politik und Ministerien von anderen Interessensvertretungen.

Weshalb stehen andere Interessensvertretungen, z.B. die Apothekerkammer immer unter dem Generalverdacht der Benevolenz? „Das Gute kommt aus der Apotheke“

Als sich die Apothekerkammer 2009 für die Ausweitung ihres Gebietsschutzes (und somit gegen die Hausapotheke des Landarztes) mit der Kampagne Zum Glück haben wir eine Apotheke im Ort eingesetzt hat (http://www.apotheker.or.at/Internet/OEAK/NewsPresse_1_0_0a.nsf/agentEmergency!OpenAgent&p=FA4F0BF6F22C35B0C125760800265141&fsn=fsStartHomeFachinfo&iif=0 )

als sie so wie zuletzt die Ärztekammer auch Plakate verteilt hat http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/zum-glueck-haben-wir-eine-apotheke/

war der mediale Gegenwind gering. Wieso?

Selbstverständlich ist es problematisch, wenn die Entscheidung über eine (bestimmte) Medikation zu einem finanziellen Gewinn des verschreibenden Arztes führt. So wie es problematisch ist, wenn sich die Pflege für oder gegen ein bestimmtes Pflegemittel, Spezialbett entscheidet … So wie es problematisch ist wenn das Entlassungsmanagement eines Spitals einen bestimmten Verein für die 24h-Pflege empfiehlt (Link folgt), ein bestimmter Rettungsdienst verständigt wird, ….
Aber wieso wird dieser, an sich berechtigte Vorwurf IMMER NUR DEN ÄRZTEN gemacht? Ich denke vieles wird klar, wenn man das Gesundheitssystem endlich auch als Teil des Wirtschaftssystems perzipiert und Ethik nicht nur von den Ärzten sondern auch von den anderen Mitspielern verlangt!
In den Augen der Wirtschaftskammer, deren Funktionär Matznetter ja ist, neben seiner Tätigkeit als Nationalratsabgeordneter, Wirtschaftsprüfer, Aufsichtsrat, … (http://www.meineabgeordneten.at/Abgeordnete/Christoph.Matznetter) ist das Gesundheitssystem zwar auch eine Möglichkeit zum Geldverdienen für einige ihrer Mitglieder, für alle aber heisst es Lohnnebenkosten, und die mag man so gar nicht.
Dass (was für viele unbekannt ist) alle medizinischen Institute (Radiologie, Physikalische Medizin, Labormedizin, …) absurderweise von der Wirtschaftskammer vertreten werden und nicht von der Ärztekammer, negiert man gerne. „Zuweiserbetreung“ ist weniger ein Problem der Einzelordination, kann aber über den wirtschaftlichen Erfolg eines Röntgeninstitutes oder Labors entscheidend sein …
Aber medial stellt man den Landarzt mit seiner Hausapotheke an den Pranger. Vielleicht nicht imemr zu unrecht, aber zu unrecht als einziges Problemfeld.

Bleibt noch die Frage, weshalb den die Apotheken so freundlich sind, den Patienten das billigste Generikum auszuhändigen, während die Ärzte mit Hausapotheke nichts anderes im Sinn haben, als die Krankenkassen auszuplündern?

Ich habe schon früher einen Erlebnisbericht dazu verfasst, der dies beantwortet: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=62390

Der Anteil der verschreibungspflichtigen Medikamente am Gesamtumsatz einer durchschnittlichen Apotheke wird immer geringer. Geld macht man, indem man noch was anderes an die Frau und an den Mann bringt: Alternativmedizin, Kosmetik, Wohlfühlprodukte, …. eben all das Gute, das unwidersprochen aus der Apotheke kommt
Im Prinzip also nix anderes, als das, was auch viele Ärzte tun, um ihr finanzielles Auskommen zu sichern.

Der Unterschied ist aber, dass sich in der Apotheke die Menschen den aufgedrängten Krempel aus eigener Tasche zahlen, während der Nebenverdienst der Ärzte auch den Arbeitgeberanteil an den Lohnnebenkosten der Wirtschaft betrifft.
Deshalb sollte man bei der Wahrheit bleiben, es geht weniger um die Moral als die eigene Gelbörse … Gehen Sie als Patient davon aus, dass auch Ihr Arzt private Interessen hat, aber lassen Sie sich nicht für blöd verkaufen, dass er der einzige im System ist, dem es ums Geld geht …

Über die rechtliche Situation in Ö informiert ein guter Artikel, den Elisabeth Tschachler (leider konsequenzlos) in die Diskussion einbrachte: http://www.schaffler-verlag.com/gw_artikel_dl/121216

Written by medicus58

6. Januar 2013 at 13:01

16.3.2011: Fremdfürchten

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Wir sehen derzeit in Japan eine der schwersten Naturkatastrophen der Neuzeit, die in der Folge zu einer der schwersten Technologiekatastophen der Neuzeit führte.

Wenn ich aber verfolge, welche Meldungen hier in Euopa und in den USA, also Gesellschaften, die weit vom Ort der Katastrophe entfernt sind und im schlimmsten Fall ihr eigenes Gesundheitsrisiko um den selben Prozentsatz haben, wie sie es durch regelmäßiges Rauchen oder eine Risikosportart täten, durch die Medien gehen, wird mir übel.

Allein wenn weltweit diskutiert wird, ob die verbliebenen AKW Arbeiter sterben werden oder nicht, ist das für mich pornografisch.

Experten ohne Zahl werden vor das Mikrofon gebeten, Prognosen werden abgegeben auf der Basis von gegoogelten Informationen.

Abartig und zynisch ist unser Umgang mit diesem Problem.

Fremdfürchten, so wie fremdschämen ist Mode.

Ich habe mir einige Regeln für meine Kommunikation auferlegt und würde vorschlagen, dass sich dies so mancher Journalist, so mancher Experte, so mancher Lobbyist auch beherzigen sollte.

Reden nur über Themen, die man auch versteht.

Keine Möglichkeitsformen (Konjunktiv), sondern Fakten oder ggf. das Zugeben des eigenen Nichtwissens.

Keine suggestiven Fragen („welche verheerende Folgen wären noch denkbar…?“)

Kein Edutainment sondern brauchbare Informationen, mit denen der betroffene Kreis auch etwas anfangen kann.

Demut.

Eine unsortierte Beispielsammlung, weshalb ich das so sehe:

Medienberichterstattung über die 50 Arbeiter in Fukushima, denen euroäische Experten ausrichten lassen, dass sie „eh verheizt werden“.

http://www.n-tv.de/Spezial/Viele-der-50-Arbeiter-werden-sterben-article2857281.html

http://www.news.at/articles/1111/17/291697/tapfere-helden-geopfert-50-arbeiter-einsatz-leben

http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/50-arbeiter-kaempfen-gegen-den-gau-article1140824.html

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,751070,00.html

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 17:50

PORR-nografie, oder warum Grasser gut schlafen kann, oder wer erinnert sich noch an YLINE?

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Über die Geschäfte der Buberlpartie Grasser-Meischberger-Plech-Hochegger im Immobilienbereich kann man als Leser schon leicht den Überblick verlieren. Schließlich geht es den Beteiligten ebenso:
„Da bin ich jetzt supernackt“, sagte Meischberger am Telefon zu Grasser. http://www.raketa.at/index.php?id=8531&rid=279

Im Prinzip ging es aber immer um die gleiche Masche:
Die öffentliche Hand gibt Kauf- (Abfangjäger) oder Verkaufsaufträge (BUWOG, TELEKOM, ..), Öffentliche Ämter müssen (?) übersiedeln, Gesetze werden beschlossen, die staatliche Monopole aushöhlen, Ministerien machen Eigenwerbung (Roadshows) und Lobbyisten und PR Agenturen schneiden mit.

Dass Lobbyisten nicht primär für ihrer Hände Arbeit bezahlt werden, hat vermutlich schon der letzte Dodl begriffen. In diesem Umfeld haben wir es aber mit der bemerkenswerten Konstellation zu tun, dass es zu einer Personalunion zwischen Auftraggebern, Lobbyisten und Auftragnehmern gekommen ist.

Für mich gilt die Wahrheitsvermutung zu Willi Berners (Kabinettschef unter Kurzzeit-Minister Michael Schmid) Aussage vor der Staatsanwaltschaft: Peter Hochegger hätte ihm einen „Masterplan“ mit Skizze vorgelegt, wie hohe FPÖ-Persönlichkeiten bei Privatisierungen von Staatsbetrieben mitschneiden könnten.

Nur ist das trotzdem nur die Hälfte des Netzwerkes.

Peter Pilz (http://www.peterpilz.at/) formulierte es in einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft so:

Im Zusammenhang mit Porr, Telekom, BUWOG, KMU-Roadshow, dem versuchten Kauf des Glücksspielgesetzes durch Glücksspielkonzerne und anderen Fällen haben sich die Hinweise verdichtet, dass ab dem Jahr 2000 ein System von „Beratungen“ im Rahmen einer „Friends Economy“ entstanden ist. Das System ist dadurch gekennzeichnet, dass

im Auftrag von Ministerien und Unternehmen aus dem Einflussbereich der Republik Österreich „Beratungen“ bezahlt werden, deren Kosten keine entsprechenden Leistungen gegenüber stehen; 

von öffentlichen Auftragnehmern „Beratungshonorare“ bezahlt werden, deren Kosten ebenfalls keine entsprechenden Leistungen gegenüber stehen und die dann zum „Entstehen“ von Projekten und zur Erteilung von Aufträgen führen;

von Firmen „Beraterhonorare“ mit der Absicht, die Gesetzgebung zu beeinflussen, bezahlt werden.

Damit ist der Verdacht begründet, dass es bei den „Beratungen“ vor allem um eines geht: die „Berater“ und ihre Hintermänner zu finanzieren und ihnen Vorteile zu verschaffen sowie auf Entscheidungen von Gesetzgebung und Verwaltung auf unzulässige Art und Weise Einfluss zu nehmen.

Im Zentrum der Friends Economy stehen, der Berater Peter HOCHEGGER, der Mittelsmann Walter MEISCHBERGER, der Immobilienmakler Ernst PLECH, und der damalige Finanzminister Karl Heinz GRASSER.

Aufhorchen wird man, wenn man weiter unten liest, dass es von 2002 bis 2009 zu Zahlungen von insgesamt 6.140.000 Euro aus dem ÖBB-Konzern an Peter HOCHEGGER gekommen ist.

Aber kommen „unsere blauen Wunder“ unerwartet? 
Hier ist folgende Auflistung aus Standard (http://derstandard.at/1277339540228/Joerg-Haider-Lexikon-Freunde-und-Bekannte-von-A-bis-Z ) hilfreich:

Flashback: Wer erinnert sich noch an Yline?
Werner Böhm, soll mit seiner Internetfirma Yline zahlreiche Freiheitliche durch Beteiligung bereichert haben. Böhm war außerdem Aufsichtsrat von FirstInex: der Tochterfirma von Yline, die unter Grasser den Auftrag für die Neugestaltung der Homepage des Finanzministeriums bekam und an der Grasser und sein Vater Aktienpakete erworben hatten. Über die einst börsenotierte YLine Internet Business Services AG wurde am 25. September 2001 das Konkursverfahren eröffnet. An die Börse gekommen war die YLine-Aktie 1999 zu 29 Euro das Stücke. Die meisten Aktionäre haben aber noch viel mehr Geld für eine Beteiligung an dem einstigen Börsestar gezahlt. Ihr Rekordhoch hatte die YLine-Aktie im März 2000 mit 278 Euro erreicht. Kurz vor dem Konkurs 2001 war sie nur noch 60 Cent wert. Insgesamt beliefen sich die anerkannten Konkursforderungen auf 25,9 Mio. Euro. Es dauerte viele Jahre bis zur Prozesseröffnung.
http://www.wcm.at/contentteller.php/news_story/noch_keine_anklage_im_yline_hauptverfahren.html

JA ABER WARUM TUT DENN KEINER WAS DAGEGEN?
DAS SIND DOCH KEINE ZUFÄLLE?

Mir fällt da nur eine Erklärungsmöglichkeit ein, wobei für mich selbstverständlich die Unschuldsvermutung gilt: 
Vorteile haben neben dem FPÖBZÖFPK-Freundeskreis immer auch SPÖVP. 
Die Vernetzungen und die Angst vor öffentlicher Diskussion mancher Vorgänge ist so groß, dass allgemeines Schweigen für alle Beteiligten das sicherste Verhalten darstellt.

Nur ein Beispiel: 
Der Baukonzern PORR (www.porr.at) ist nach Eigendefinition „ein moderner, international agierender Baukonzern mit Sitz in Wien und dezentraler Unternehmensstruktur“; dass er der SPÖ nahe steht, ist nur ein Gerücht.
Horst Pöchhacker, ein enger Freund Feymanns war 30 Jahre lang Vorstandsmitglied der PORR und ist seit 2007 Aufsichtsratsvorsitzender der ÖBB. Nun wird gegen ihn wegen Schmiergeldzahlungen unter Zwischenschaltung des FPÖBZÖFPK-Freundeskreises ermittelt. Bei der ASFINAG, deren stellvertretender Aufsichtsratsschef er auch noch war, ließ er zu Beginn seiner Ära den gesamten von FPÖVP/BZO eingesetzten Vorstand gegen saftige Abfertigungen entfernen. Dabei soll ein zuvor nicht an die PORR vergebener Auftrag eine Rolle gespielt haben. (http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/art385,526034

Auch der von der ÖVP protegierte Ex-ÖBB General Huber kam aus der PORR und man wunderte sich damals, wieso Ex-Wohnbaustadtrat und Ex-Infrastrukturminister Feymann 2007 noch zu ihm stand, als selbst große Teile der SPÖ Hubers Rücktritt forderten.
(http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/unternehmen/oebb-chef-huber-im-visier-des-aufsichtsrats–270581/index.do

Seit Jahren geht Ex-Baulöwe Maculan ungeklagt mit der Story hausieren, dass Pöchhackers der PORR einen Konkurrenten vom Halse schaffte, in dem er der Bank Austria abriet, der Maculan-Holding noch Kredit zu geben. 

Wie die Presse meldet, stand die PORR immer wieder auch im Zentrum der Immobilienspielchen der Grasser Freunde:
(http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/620484/Geschaefte-mit-Freunden_Eine-Chronologie ):
„Terminal Tower“ in Linz ist ein Bürohaus, das von der Porr Solutions (natürlich nicht SPÖ-nahe), der Raiffeisen Leasing und der Raiffeisen-OÖ-Tochter Real Treuhand (beide natürlich nicht ÖVP nahe) errichtet wurde und in das die Finanzlandesdirektion Oberösterreich (natürlich nicht ÖVP regiert) übersiedeln sollte. 
Warum Behörden nun überall übersiedeln müssen und überzufällig häufig in Immobilien, die weder Bund noch Land gehören ist doch bemerkenswert
Erst nach Zahlung von 200.000 Euro an die zypriotische Firma Astropolis lief der Deal. Die Firma gehört Peter Hochegger.

1914 wurde die Teerag AG (http://www.teerag-asdag.at/T-A/Teerag-Asdag/German/Geschichte.asp?menus_id=256)  gegründet, deren Zweck die Verwertung des im Gaswerk der Stadt Wien anfallenden Rohteers war. 2000 wurde die PORR Mehrheitseigentümer und die Wiener Stadtwerke hielten zuletzt nur mehr 47 Prozent. 
Ab 1.1.2011 verkauft die Stadt Wien (sicher nicht SPÖ regiert) ihre Anteile komplett an PORR. 
Warum? Die Stadt Wien braucht dringend Geld (Neuverschuldung im Budget 2011: 621,3 Millionen Euro. (http://www.krone.at/Nachrichten/Rot-Gruen_beschliesst_Wiener_Budget_fuer_2011-621.3_Mio._Euro_Defizit-Story-235641)
Was liegt daher näher, als sich durch den Verkauf an parteinahe Konzerne etwas Geld zu besorgen. Bemerkenswert ist, dass dieser Deal kaum ein Medienecho findet.
Dass die Stadt Wien beinahe das KH Nord durch ein ÖBB/PORR/SIEMENS Konsortium errichten hätte lassen, hat  auch wenig Staub aufgewirbelt.

Fazit am Ende:
Da dieser Filz weit über den engen Kreis der Grasser Freunde hinausgeht, wird vielleicht eines der Würstchen (ich tippe auf den supernackten Meischi) ein bisschen verurteilt werden, aber niemand hat ein Interesse, dass die ganzen Verflechtungen aufgedeckt werden.

Auch am AKH Skandal war ja nur der Herr Winter Schuld.

Oder wie der Komponist sagt: da capo al fine 

Nachtrag  Falter 19.1.2011:
Der Informant glaubt nun, die wundersamen Geldflüsse erklären zu können. Die Porr-Manager und ihr damaliger Chef, der heutige ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker, seien damals unter enormen Druck geraten und unverschämten Forderungen der Grasser-Freunde nachgekommen, um im Geschäft zu bleiben: „Es war das erste Mal, dass Leute aus dem nahen Umfeld eines Finanzministers persönlich Geld einforderten.“
Plötzlich habe sich Besuch angemeldet: „Es tauchten die Herrschaften Plech und Meischberger bei Porr-Chef Horst Pöchhacker in der Absberggasse in Wien auf. Sie sagten: ‚Wir haben gehört, ihr habts Brösel mit der Finanz‘.“ Plech und Meischberger, so der Insider, hätten angeboten, „die Verhandlungen wieder in Schwung zu bringen – gegen Bezahlung von rund 700.000 Euro“. Ein an der Unterredung beteiligter Porr-Manager, so der Informant, sei mit den Worten aufgestanden: „Mich könnts am Oasch lecken, da mach ich nicht mit.“
Es gibt noch den zweiten dubiosen Deal, über den der Insider sprechen will: die Causa Nordbergstraße. Die Vorgeschichte: Die WU suchte ein neues Quartier. Durch Zufall erfuhr WU-Rektor Christoph Badelt von einer leerstehenden Immobilie der Telekom. Badelt bat die zuständige Bundesimmobiliengesellschaft, das Haus zu erwerben, um es für die WU zu adaptieren.

Der Deal zwischen WU, BIG und Telekom schien perfekt. Doch auf einmal traten ein Konsortium und ein Geschäftspartner der Porr auf den Plan, schnappten der Republik das Gebäude weg und adaptierte es selbst für die WU. Danach wurde die Immobilie mit hohem Profit an einen deutschen Immobilienfonds verkauft.
„Plech kam zu Vertrauensleuten der Porr und verriet diesen, dass die BIG, in deren Aufsichtsrat Plech saß, ein lukratives Geschäft in der Nordbergstraße plane.“ Plech zu den Porr-Managern laut dem Insider: „Hauts eich dazwischen, und wir teilen uns den Gewinn!“ Genau das sei auch geschehen. Da Plech offiziell nicht aufscheinen durfte, habe er Meischberger als Strohmann vorgeschickt. Die Grasser-Freunde Meischberger und Plech, so der Insider, seien in Wahrheit gar keine Lobbyisten oder Berater gewesen, sondern dreiste Schmiergeldempfänger.
http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1316

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 12:07

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