Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Krise, aber geh, ÖsiLand ist nur abgebrannt

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Wir haben zwar die Pandemie noch nicht im Rückblickspiegel, wie unser grad zum türkisen Lehensherrn geadelter Schallenberg von sich gibt, aber der Wirtschaft gehts wieder blendend. Mir auch, denn unter gesundheitspolitischen Normalbedingungen wäre meine Abteilung mit den angefallenen Personalengpässen und aufgeschobenen Reinvestitionen längst kollabiert.

Kurz wurde gegangen, seine Prätorianer, Vasallen und Lehensherren bleiben.

Keiner der (nicht ganz unberechtigten) Kickl-Warner hinterfrägt, ob dessen Vendetta gegen das BVT nur durch selbstsüchtige Motive ausgelöst war, oder ob es doch die schwarzen Netzwerke waren, die er kappen wollte.

Der Obernetzwerker Justizministerium Pilnacek, stolperte sicher nicht über die grüne Justizministerin, eher über seine eigene Hybris und dass mit Grasserförder Schüssel, Plassnik mit Pressesprecher Schallenberg und Kurzförderer Spindelegger, Kurz und Schallenberg auch das Außenministerium in eine noch u hinterfragte Bastion des Systems verwandelten, wer hinterfrägt das noch in einem Land, dass sich seit Jahrzehnten nur durch seinen Lebensstandard von südlicheren oder östlicheren Landstrichen unterscheidet.

Die in such zerstrittene Opposition ist unfähig eine Alternative zu bieten und ein paar links-linke Demonstranten blockieren vor der Baustelle Parlament den öffentlichen Verkehr.

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, im eigentlichen Sinn, denn die Ringlinien fuhren vorgestern nicht wegen: siehe Bild.

Krisen sollen die Chance für einen Neuanfang, Kritiker nennen es Reset, bieten. COVID-19 war offenbar zu milde um mehr zu bewirken als unsere wohlbekannten Defizite ins Groteske zu verwandeln.

Written by medicus58

14. Oktober 2021 at 16:45

Zuviele Impfdosen sind zuwenig

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Ehe noch die Europäische Aufsichtsbehörde ohne Druck aber am besten schon gestern eine Notzulassung ausspricht, bringen sich so verlässlich wie unversöhnlich die Impfidioten und Covidioten in den Asozialen Netzen und Foren gegenüber, um der Regierung die Schuld zu geben, dass nicht schon 16 Milliarden Impfdosen am Christbaum baumeln, oder dass für Milliarden Produkte erstanden wurden, über deren Langzeitwirkung wenige Monate nach ihrer Entwicklung zu wenig bekannt ist.

Gefolgt von denen, die beklagen, dass der Dritten Welt nur konventionelle Impfstoffe zur Verfügung stehen, während die Erste Welt endlich auch mal als Versuchskaninchen agieren darf. Vor Covid wurde aus Kostengründen die meisten Zulassungsstudien in die Zweiten und Dritte Welt ausgelagert.

Dabei ist es doch so einfach. Sollte anfangs die Nachfrage die Kontingente übersteigen, erfahren wir risikolos, ob bislang Restrisken unbekannt blieben und werden weniger Probleme mit Impfskeptikern haben. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, dann bleiben die Kisten etwas länger im Kühlschrank.

So the fuck what. Für Monate bleibt die Maske auf der Nase und für die nächsten Lockdowns haben wir dann schon Verordnungen, die vielleicht mal vor dem Höchstgericht halten.

Written by medicus58

17. Dezember 2020 at 07:55

Having a ball?

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Nur des Englischen Minderkundige halten diese Frage für eine nach den primären Geschlechtsmerkmalen des Mannes, aber irgendwie lägen sie damit auch nicht ganz falsch.
Eine nicht repräsentative Umfrage in meiner männlichen Umgebung ergab, dass die Ballsaison definitiv mehr Frauen als Männer anspricht. Oder um im Bild zu bleiben: Nein, nur wenige Männer unterhalten sich auf Ballveranstaltungen wirklich gut.

Das ist natürlich blödisch, denn zumindest bei den Standardtänzen ist es der Brauch als Pärchen anzutanzen.

Weshalb aber die Damen die Parade der Eitelkeiten so sehr schätzen bleibt mir unerklärlich, angesichts der Hektik (und Kosten) die die Aktion auslöst.

Hat man erst die überteuerten Karten ergattert, realisiert man, dass man in die Fetzen der Vorjahre nicht mehr hineinpasst (OK, gilt vielleicht ab einem gewissen Alter eher für uns Männer als unsere Begleiterinnen) und es muss schleunigst etwas Neues her. Nur dumm, dass das gerade in der sogenannten Ballsaison den meisten so geht, was die einschlägigen Geschäfte leer fegt und die Tauschbörsen zum Erliegen bringt.

Natürlich passt dann der mühsam ergatterte Traum in Polyester nicht zu all den Accessoires früherer Auftritte und die Jagd beginnt erneut nach Täschchen, Handschuhen, Schmuck und Make-up. Ist kurz vor dem Burn-out das alles zusammen gekauft, dann erkennt die böse Schwester Schneewittchens, dass nur drastische operative Eingriffe einen in die überpreisten und überhöhten Stöckelschuhe brächten, wozu man aber die laufende Blutverdünnung pausieren müsste, was einen unweigerlich in die Thrombose oder gar den Lungeninfarkt treiben würde, so dass man doch lieber nach neuen Tretern Ausschau hält.

Kein Wunder, dass nach all der Rennerei die Frisur sich mehr an der gängigen Wind- statt der aktuellen Moderichtung orientiert und dringend die Hilfe des Friseurs benötigt wird, zu dem auch alle anderen Ballbesucherinnen streben, die aber etwas cleverer waren und den Termin schon längst vereinbar haben.

Am Tag der Veranstaltung steigert sich die Panik zur grenzsuizidalen Erfahrung, da es regnet und der mühevoll auf toupierten Kopfschmuck willenlos in sich zusammenfällt, die Ohringe zwicken, die Strümpfe eine Laufmasche haben und der mittägliche Salat (eine echte Mahlzeit hätte den Traum in Polyester endgültig gesprengt) sich nun mit saurem Aufstoßen wieder ins Rampenlicht zwängt. OK, dann eben nur lateinamerikanische Tänze.

Die Ballkarten sind unauffindbar, die Tanzschulkenntnisse stärker verblasst als der Pythagoräische Lehrsatz und überhaupt geht einem der präsumptive Tanzpartner, der die ganze Dramatik der Situation nicht verstehen will schon jetzt ganz ordentlich auf den Geist.

Das Taxi verspätet sich, am Eingang wird so gedrängelt, dass irgendein Obertrottel auf den Saum des Kleides steigt und dieses in seiner Aussagekraft etwas verfremdet. Schließlich sitzen am Tisch wieder die unerträglichen Geschäftspartner und mokieren sich über jeden Patzer der Eröffnung, bis es endlich alles Waltzer heißt und gerade da der Begleiter dem dringlichen Bedürfnis sich seines Biers zu entschlagen Folge geleistet hat.

Mich interessiert ja Fussball auch nicht, der Sch.. ist aber wenigstens nach 90 Minuten vorbei …

Written by medicus58

16. Januar 2019 at 15:53

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Europas Vertrauenskrise: Einer der zum Schießen einreist

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Europastudio

Paul Lendvai versammelte in seinem Europastudio wieder einmal eine Gruppe von „wichtigen“ Journalisten“ von „angesehenen europäischen Medien“ (FAZ, NZZ, …) um über die Ursachen von Europas Vertrauenskrise zu diskutieren.
Unter wiederholter Anrufung von Nitsche, Hegel und Churchill zerbrach man sich den Kopf, weshalb die Menschen das Friedensprojekt der Europäischen Union so gar nicht schätzen. Etwas uneinig war man, ob der Widerstand nur Sache des kleinen Mannes oder vielleicht auch doch von Teilen der Eliten ist.

Wie stets in derlei Erörterungen, brachte der Herr Professor wieder das Totschlag-Argument vor, dass die Menschen sich schon daran gewöhnt haben innerhalb von Europa die bestehenden  Nationalgrenzen nach Belieben überschreiten zu dürfen, dass sie diese Freiheit gar nicht mehr als wesentlichen Gewinn der Euorpäischen Einigung erkennen.

Möglicherweise liegt es daran, dass Lendvai und seine Gesprächspartner zwar in Zeitungen schreiben, diese aber nicht lesen, sonst würden sie die Löchrigkeit des Arguments erkennen.

Die Abreise des Österr. Fußball-Nationalteams zur EM 2016 nach Frankreich verzögerte sich letzten Mittwoch deshalb, weil Offensivspieler Martin Harnik seinen Reisepass im Hotel vergessen hatte und ihm das Dokument vom Hotel zum Flughafen nachgebracht werden musste. http://diepresse.com/home/sport/fussball/euro/5007089/Harnik-vergisst-Pass_OFBAbreise-mit-Verzogerung?
Das zeigt doch sehr schön, dass wir europäische Grenzen im Schengenraum wie auch vor unserem EU-/Schengen-Beitritt nur mit dem Zücken eines Reisepasses überwinden dürfen.
Visa zwischen Österreich und Frankreich benötigte man zu meinen Lebzeiten ohnehin nicht. Also was hat sich da für den Einzelnen geändert, das er nun als großen Gewinn erkennen soll?
Im kleinen Grenzverkehr, wurden Einheimische auch schon früher einfach durch gewunken.

Über diese eigenartige Diskrepanz habe ich mich hier schon im Mai 2011
Das können wir uns Schengen https://medicus58.wordpress.com/2011/05/19/das-konnen-wir-uns-schengen/

und im November 2013 Gedanken gemacht
Grenzen https://medicus58.wordpress.com/2013/11/20/grenzen/  .

Und jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit der angespannten Sicherheitslage um die EM 2016.
Den Grenzbeamten möchte ich gerne kennen lernen, der einen im Rahmen der Nationalmannschaft reisenden Fußballer, dessen Identität wohl jeder seiner Gruppe glaubhaft bestätigen könnte, die Einreise verweigern muss, weil er ihn ohne Reisepass für eine Sicherheitsbedrohung erachtet.

Millionen passierten in den letzten Monaten europäische Grenzen ohne Ausweisleistung und Registrierung.

Ein österreichischer Fußballer aus einem Schengenland braucht aber einen Reisepass um in ein anderes Schengenland zu fliegen, obwohl seine Identität völlig klar war und er sogar zugeben würde, dass seine einzige Absicht war, in Frankreich möglichst viel herum zu schießen:
Tore aber, nur Tore und (mit größter Wahrscheinlichkeit) nix anderes.

 

 

 

 

 

 

 

Written by medicus58

12. Juni 2016 at 12:42

Am Ende übernimmt der Bürger die Rechnung, in Griechenland, so wie anderswo

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Athen

Klar, Schulden müssen bezahlt werden,
außer man ist eine Bank, eine Firma, ein Aggressor, eine Armee, …, dann übernimmt der Bürger mit seinen Steuern die Rechnung

Konten bleiben unberührt, wenn dort ein paar Millionen gebunkert wurden und noch dazu, wenn diese Konten auf einer Schweizer oder eine EU Bank eröffnet wurden.
Konten bleiben unerreichbar, wenn darauf nur kleine Notgroschen, Pensionen oder Gehälter liegen, es war in Zypern so, es ist in Griechenland so, es wird überall in der EU so sein.

Das Wachstum von Schulden ähnelt dem Wachstumsverhalten von Malignomen,
es kommen Gebühren und Zinsen dazu, für die wiederum Zinseszinsen zu bezahlen ist. Natürlich ist das jedem Grundschüler klar, außer er benötigt eine größere Wohnung, ein Haus, eine Unterbringung für seine Kinder, eine Pflege für seine Eltern.

Der Spiegel stellt die richtige Frage:
Wie kommt nun die Summe von 82 bis 86 Milliarden Euro zustande?
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/warum-griechenland-ploetzlich-86-milliarden-euro-braucht-a-1043431.html)

Der Finanzbedarf Griechenlands scheint sich in den vergangenen Monaten vervielfacht zu haben. Im April sprachen Experten noch von 30 bis 40 Milliarden Euro, die nötig seien, um das Land über die kommenden drei Jahre zu bringen. Anfang Juli kam der IWF in seiner Analyse schon auf 50 Milliarden Euro. Der Hilfsantrag, den die griechische Regierung noch in der vergangenen Woche stellte, sprach von 53,5 Milliarden Euro. 
Merkel antwortet ganz offen:
Die Situation habe sich in den vergangenen sechs Monaten erheblich verschlechtert, sagte die Bundeskanzlerin. Der Finanzumfang sei deshalb so groß, „weil die Banken leider durch die Vorgänge der vergangenen Wochen in Mitleidenschaft gezogen wurden“.

Die Konsequenzen sind scheinbar klar:
Kaum ein Euro wird den griechischen Bürger erreichen, fast das ganze Geld wird an die institutionellen Gläubiger gehen.
Aber auch kein Euro geht an die anderen EU Bürger, mit deren Steuergeld eigentlich die sogenannten institutionellen Gläubiger überhaupt Kredite vergeben konnten.
Die Gewinne der Euro-Zentralbanken, die rechtzeitig griechische Staatsanleihen gekauft haben beträgt laut Spiegel insgesamt 7,7 Milliarden Euro bis 2018.
Gewinne, die nur möglich sind, solange man sich darauf verlassen kann, dass die EU Bürger mit ihren Steuern das Spiel am Laufen halten.

Die mediale Berichterstattung, die seit Jahren von den „faulen Griechen“ schreibt, die sich jetzt überschlägt vor Schadenfreude,
weil  ein griechischer Finanzminister zum Rücktritt gezwungen wurde, nachdem ihn die anderen EU-Minister in einem ungeheuerlichen Vorgang, vor die Tür gesetzt haben,
weil Tsipras nun „noch härtere Auflagen“ durch sein Parlament bringen muss, weil er zuvor auf einem Referendum bestanden hat,
weil man es den letzten linken Strömungen in der EU nun zeigen kann, nachdem sich die Sozialdemokraten diesseits und jenseits des Kanals schon vor Jahren zu „nützlichen Idioten“ des globalen Ausverkaufs von Staatseigentum konvertiert wurden.

Keiner stellt die Frage nach der Mitverantwortung der Geldgeber, denen natürlich seit Jahrzehnten klar war, dass diese griechische Ökonomie niemals die aufgenommen Gelder zurückzahlen wird können.

Wenn Frau Merkel und ihre Nachbeter jetzt dauern vom Vertrauensverlust sprechen, sollten wir einmal die Frage stellen, weshalb wir diesen Politikern noch vertrauen sollen, die Banken und nicht die Bürger retten.
Noch hat die Politik ihr Vertrauen nicht verloren, dass die EU Bürger für die Verluste eines Systems gerade stehen, das dem Einzelnen nicht garantiert, dass er an sein eigenes Girokonto kommt.

Letztendlich frage ich mich, mit welchem Trick die Töchter ausländischer Banken (z.B. Raiffeisen) mit dem Verweis auf Liquiditätsprobleme, die Auszahlung der Konten verweigern …
Vermutlich mit den selben Werkzeugen, mit denen sie ihre Haftungen für die Hypo Alpe Adria dem Steuerzahler umhängten.
Griechenland ist überall – wenn das die Bürger begreifen, dann wird Merkel realisieren, was wirklicher Vertrauenverlust ist.

Written by medicus58

13. Juli 2015 at 19:46

Veröffentlicht in Finanzkrise

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Bank Run: hatten wir hier schon vor über drei Jahren

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Im Februar 2012 erinnerte ich mich angesichts der aktuellen Krisensituation in Euroland an Frank Capras Der Tag an dem die Bank gestürmt wurde – American Madness  aus dem Jahre 1932 (http://wp.me/p1kfuX-8q).

Irgendwie erschreckend, dass der Text eben sowenig an Aktualität eingebüßt hat, wie die Quintessenz des Films:

Der dem Banker persönlich bekannte Schuldner “Mr. Jones” ist nicht Schuld an der Krise.

Bei all der Verhetzung, den tendenziellen Homestories über braun gebrannte Finanzminister, dem lächerlichen Streit, wer denn zuerst vom Tisch aufgestanden wäre und wer wen vor die Türe geschickt hat, sollten wir nie vergessen, dass

das Geld, das sich augenblicklich die griechischen Bankomaten weigern an die Sparer zurückzugeben
zuvor wirklich eingezahlt und mit größter Wahrscheinlichkeit auch mit geleisteter Arbeit verdient wurde
.

Das hat nichts damit zu tun, ob dieses Geld nicht zum Teil versteuert hätte werden sollen.
Das Geld auf Girokonten dessen Rückgabe an den rechtmäßigen Eigentümer nun verweigert wird, ist im Gegensatz zum reinen Buchgeld vieler Finanzprodukte und vieler Stiftungskonstruktionen, der direkte Gegenwert einer von Privatpersonen erbrachten Arbeitsleistung.

Auch wenn nicht ganz abgestritten werden kann, dass all die „griechischen Joneses“ die Regierungen gewählt haben, die das Land in diese Situation gebracht haben, sollten wir uns klar machen, dass praktisch alle Staaten, Länder und Städte dieser Welt akut zahlungsunfähig wären, wenn ihre Schulden heute fällig gestellt würden.  Weiters handelt es sich bei all den Milliardenkrediten überwiegend um Buchgeld, das institutionelle Geldgeber einem Staat gegeben haben, dessen eingeschränkte Kreditfähigkeit bekannt war und das sie Griechenland nur deshalb gegeben haben, weil es einerseits sofort wieder in die eigene Tasche zurückgeflossen ist (Rüstungsindustrie, Exportfinanzierung, …) und andererseits weil sich die Finanzindustrie darauf verlassen konnte, dass die Politik die Bürger zwingen würde, zumindest für die Zinsen der Kredite aufzukommen.

Was nun auch immer in Griechenland weiter passiert, wir sollten uns durch mediale Ablenkungsmanöver, die die Schuld ausschließlich den faulen griechischen Bürgern, den steuerflüchtigen Reedern, der links-linken Syriza oder einem angeblich unfähigen und trotzigen Tsipras (FAZ Danke, Herr Tsipras http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/kommentar-zur-griechischen-schuldenkrise-danke-herr-tsipras-13673517.html) zuschreiben wollen, nicht irre machen lassen, dass augenblicklich die Widersprüche eines kapital- und elitengesteuerten Wirtschaftssystems aufbrechen und wir europäische Lösungen brauchen, unabhängig davon, ob IWF, EZB oder die Deutsche Bank Griechenland aufkauft oder nicht.
Wir sollten in unserem eigenen Interesse darüber diskutieren, ob es klug war in der Europäischen Union primär die Freizügigkeit des Kapitals zu garantieren und für andere anfallenden Kollateralschäden den Nationalstaat (und seine Bürger) aufkommen zu lassen.
Wir sehen diese Widersprüche auch im Steuer- und Bildungswesen (Kosten der ausländischen Hörer an Universitäten), dem Gesundheits- und Sozialversicherungssystemen und im Flüchtlingswesen, …  bei denen die Aufteilung der Kosten von EU-Regeln sehr ungerecht auf die Nationalstaaten überwälzt werden.
Das ist keine Aufforderung des laufende EU-Austritts-Volksbegehren zu unterstützen, aber ein Appell an die einzelnen Bürger sich die Spielregeln von EU- und Euroland einmal ernsthaft anzuschauen und zu überlegen, zu welchen Gunsten diese formuliert wurden. Letztendlich verlassen auch wir uns darauf, dass uns der Bankomat das Geld auszahlt, das wir uns mit unserer Arbeitsleistung zuvor bereits verdient haben.
Tut er es nicht, hat irgendwer den Wert unserer Arbeit einbehalten.

Es mag bezweifelt werden, dass die notwendigen Analogieschlüsse all der anderen“Joneses“ außerhalb Griechenlands auf ewig durch mediale Propagandaschlachten verhindert werden können.

Und wenn sich die „Müllers“ und „Meiers“, die „Duponts“, die „Jan Janssen und Piet Pietersens“, die „Kowalskis und Novàks“ und die „Jeti-Tant` aus Apetlon“ plötzlich klar werden, wie einfach es ist, ihre Girokonten zu enteignen, dann wird uns „Grexit“ nachträglich als Sturm im Olivenglas erscheinen.

Lesenswert:
New York Times: Paul Krugman (https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Krugman)
I would vote no, for two reasons.
http://mobile.nytimes.com/blogs/krugman/2015/06/28/grisis/

Written by medicus58

29. Juni 2015 at 07:47

Warum musste Jörg Haider sterben?

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hAIDER nATI

 

Die Antwort ist klar, weil er in alkoholisiertem Zustand die Kontrolle über seinen Luxusschlitten verloren hat, nur geh’s darum eigentlich nicht.

Es geht darum, dass aktuell SPÖVP mit einem umstrittenen Verfassungsgesetz hohen Pensionen im staatsnahen Bereich, nicht zuletzt in der Nationalbank, gedeckelt haben (http://oe1.orf.at/artikel/377486).

Es gab wohl keinen anderen österreichischen Politiker, der sich so oft gegen diese Luxuspensionen in der Nationalbank ausgesprochen hat, wie der selbst ernannte Robin Hood der kleinen und Ordentlichen, der Jörgl eben.

1996 Nationalrat Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 10. Sitzung / Seite 16:

Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Das Zustandekommen dieser neuen Bundesregierung ist wesentlich mit einem Belastungspaket für die österreichische Bevölkerung verbunden, das zur Konsolidierung des Bundeshaushaltes vor allem massive Mehrbelastungen für die Familien, für die Alleinverdiener, aber vor allem auch für das Gros der fleißigen Arbeitnehmer etwa durch Verschlechterungen der Arbeitnehmerbeiträge, durch Verschlechterung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und ähnliches mehr beinhaltet.

Wir Freiheitlichen haben daher verlangt, daß sich diese Regierung, die uns heute ihre Erklärung abgeben wird, klar dazu bekennt, nicht nur die Bevölkerung zu belasten, sondern entsprechende Maßnahmen des Privilegienabbaues in jenen Bereichen durchzuführen, in denen seit Jahrzehnten Mißstände existieren, Hunderte Millionen Schilling zum Fenster hinausgeworfen werden und leistungsfremde Bezüge auf der Tagesordnung stehen.

Wir haben überhaupt kein Verständnis dafür, wenn im Koalitionsabkommen der beiden Regierungsparteien die Frage des Privilegienabbaues wiederum auf die lange Bank geschoben wird und – wie Herr Staatssekretär Schlögl angekündigt hat – die Frage der Belastung der Österreicher sofort kommt, aber eine Änderung derPolitikerprivilegien erst mit Jahresende zur Diskussion stehen soll. Auch gibt es nur eine reine Aufforderung an die anderen betroffenen Privilegienträger, etwa an NationalbankKammern,Sozialversicherungsträger. An diese gibt es nur ein formloses Schreiben, aber sonst passiert nichts. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Bärentaler!)

Ich verstehe schon, daß Sie Probleme haben, das zu tun, aber wenn man den heutigen „Standard“ liest, kann man feststellen, daß die Notenbank von der Regierung in einem freundlichen Schreiben aufgefordert wurde, doch auch mit gutem Beispiel voranzugehen, wenn man doch schon die Österreicher belastet, selbst bei den Privilegien in der Notenbank Ordnung zu machen. Der Herr Notenbankpräsident sagt:Das kümmert uns nicht, wir sind ein unabhängiges Institut, die Regierung hat uns nichts vorzuschreiben.

Die Arbeiterkammer sagt: Wir werden schon irgendwann einmal darüber verhandeln.

Die Wirtschaftskammer des Herrn Maderthaner sagt: Wir sind einSelbstverwaltungskörper, und wir sind ohnedies sparsam – aber jeder weiß, daß in der Bundeswirtschaftskammer in den letzten Jahren zwar viel von Verwaltungsreform die Rede war, man sich jedoch die Abschaffung der Pragmatisierung der eigenen Beamten in der Bundeswirtschaftskammer mit 2 Milliarden Schilling für Sonderpensionen erkauft hat. Dieses Geld wurde noch dazu von der Außenhandelsförderung abgezweigt, obwohl angeblich die Exportwirtschaft angekurbelt werden soll! …

Der Herr Bundeskanzler wird empfindliche Maßnahmen, Einkommenskürzungen für den durchschnittlichen Österreicher heute hier bekanntgeben. Wie wollen Sie denn das verantworten, wenn in derOesterreichischen Nationalbank – und das ist nun einmal ein von diesen beiden Regierungsparteien beherrschtes Institut – jeder Millionär, jeder, der 1,5 oder 2,5 Millionen Schilling an Jahresverdienst hat, auch noch sein Mittagessen mit 100 S subventioniert bekommt?! Da lachen ja wirklich schön langsam die Hühner, besser: Es kommen dem anständigen Bürger in diesem Land die Tränen, daß das alles nicht geändert wird.
Hunderte Millionen Schilling für Privilegien, ein Sonder-Pensionsrecht in der Oesterreichischen Nationalbank, das uns alle – für nicht einmal 1000 Begünstigte – sage und schreibe 23 Milliarden Schilling kostet!

Da haben Sie nichts getan, da sind Sie nicht hineingefahren! Deshalb stellen wir diesen Fristsetzungsantrag, weil wir verhindern wollen, daßdie Frage des Privilegienabbaues auf die lange Bank geschoben wird, während die Belastungen der Österreicher durch diese neue Regierung sofort über die Bevölkerung hereinbrechen werden.

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX/NRSITZ/NRSITZ_00010/fnameorig_114009.html

OTS 2005:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20051116_OTS0124/haider-zu-nationalbank-gehaeltern-privilegiensumpf-wie-eh-und-je
u
m nur zwei Beispiele anzuführen.

Keine Angst, ich wurde auf meine alten Tage nicht Mitglied im Fanclub des Bärentalers, vielmehr handelt es sich hier m.E. nur um einen erneuten Beweis für meine schon einmal hier geäußerte These:

Im Rückblick-SPIEGEL: Sind es nicht die Demokraten, die die Demokratie gefährden? http://wp.me/p1kfuX-qg

Hätte SPÖVP, die nun unter dem Druck der Krise die Verfassung bemühen müssen, um die zu erwartende Einsprüche gegen den akuten Eingriff in „wohlerworbene Rechte“ abzusichern, bereits vor 20 Jahren in den von ihnen Kontrollierten Bereichen die gesetzlichen Grundlagen für eine gerechte Entlohnung gelegt, also genau das getan, was Haider von ihnen eingefordert hatte, wäre die FPÖ heute auch mit Haider, nicht viel mehr als das politische Hintergrundrauschen, das sie auch vor ihm war.

Wir haben aus dem Fall Südamerikas nichts gelernt

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Eigentlich handeln die Beiträge hier in der Kategorie „Reisen“ von Erlebnissen, die zum Teil Jahrzehnte zurück liegen. Das heutige Bild der Auslage einer Bank in Colonia (Uruguay) ist zwar auch schon 15 Jahre alt, führt uns aber geradewegs in die Gegenwart.
Heute ist die Inflationsrate in Uruguay mit ca. 8% relativ gering
(http://www.indexmundi.com/uruguay/inflation_rate_(consumer_prices).html) und lag selbst in den späten 90er jahren mit ca. 15% 1997 nicht allzu hoch, als ich dieses Bild schoss.
Die 21% Zinsen für eine Einlage von 360 Tagen, jedoch noch viel mehr die
18% für eine Einlage von nur 30 Tagen reflektieren die gerade überstandene ökonomische Talfahrt.

Uruguay war der erste Sozialstaat Südamerikas. Wie in vielen südamerikanischen  Ländern unterstütze die (mit tätiger Hilfe der USA eingesetzte) Militärregierung auch Uruguay die neoliberalen Wirtschaftsreformen der „Chicago Boys“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Chicago_Boys).

Die Folge waren der Ausverkauf an ausländische Investoren (einschließlich der Rücklagen der Sozialversicherung), die großflächige Verarmung des Mittelstandes und die Destruktion staatlicher Strukturen, von denen sich die meisten südam. Staaten Ende der 90er Jahre zwar kurzfristig aber nicht andauernd erholten. Uruguay stürzte gemeinsam mit seinem Nachbarn Argentinien 2002 wieder in die nächste Krise aus der es sich wie Argeninien nie wirklich erholt hatte.
All dies wurde von Europa nicht als Gegenbeweis der neoliberalen Ideologie gesehen, sonder als rein lokales Problem; spätestens seit 2008 sollten wir uns auch fragen, ob wir aus der Entwicklung Südamerikas in den letzten Jahrzehnten die richtigen Schlüsse ziehen sollten.

PS_ Ein Beitrag nicht nur aber auch für Bloggerfreund EP —

Written by medicus58

27. September 2012 at 17:55

Veröffentlicht in Finanzkrise, Reisen

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Wir sind alle reich – die nächste Blase – die nächste Krise

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Nein, kein Beitrag über die Reichensteuer, aber schon irgendwie etwas zum Thema „Blasen“, „Irrwege“, „Finanzkrisen“ und so.

Vielleicht geht es Ihnen wie mir, während ich mir früher eine Zeitung gekauft habe und sie dann auf dem Heimweg, in der U-Bahn oder (sonntags) nach dem Mittagessen geruhsam durchgeschmöckert habe, werfe ich jetzt eher den Blechtrottel an (in der U-Bahn das „Schmarnphone“) und lese die News online.
Meist den Online-Standard, aber mitunter auch Online-Auftritte anderer Medien. Jene, die so komplett online gehen, kaufe ich immer seltener und erspar mir die 2€.

Ja, werden Sie jetzt sagen, aber die Herausgeber kriegen das Geld ja ohnehin über die Online-Werbung wieder herein.

Wenn Google in diesem Geschäft Milliarden macht, dann muss das doch ein gutes Geschäft für die Herausgeber sein.

Schau’n mer mal, wie man bei uns sagen würde:

Bei der abendlichen Lektüre des Online-Standards (ca. 1 Stunde), habe ich erstmals mitgezählt und kam auf 24 eingeblendete Werbebotschaften. Da ich mitgezählt habe, werde ich heute diesen ungefragten „Hirnwürmern“ mehr Aufmerksamkeit gewidmet haben als üblich und -ja, ich weiß es gibt noch die subliminale Wirkung, die länger andauert als der Augenblick, den die Augen auf der Botschaft verweilen- aber länger als 0,5 Sekunden pro Werbung, werde ich mich nicht damit beschäftigt haben, also insgesamt heute 12 Sekunden.

Gegencheck: an was kann ich mich erinnern?
Werbung für A1″, „Orange“, — aäh, weiß nicht, eine Automarke? keine Ahnung …
Psychologie hin oder her, viel scheint nicht hängen gebliebe sein.

UND JETZT LASSEN SIE UNS MAL RECHNEN:
und jeder Wirtschaftsprofi möge mir verzeihen, dass ich das bewußt vereinfache, weil beim Online-Standard fallen dem Herausgeber keine Papier und Zustellkosten an, jedoch sind Serverfarmen und deren EDV -Knechte auch nicht so billig, andererseits hat die Printausgabe auch Werbung drinnen (und nicht zu knapp)…. und dann gibts noch Lohnnebenkosten, Mittagspausen … egal …

Ich habe mir die 2 Euro Zeitungspreis erspart, weil ich mich in einer Stunde
2 Sekunden „bewerben“ habe lassen.

Da komme ich auf einen Brutto-Lohn von

         2 € für 12 sec 
       10 € für   1 min
     600 € für   1 h
24.000 € für   1 Arbeitswoche

D.h. pro Monat würde man zu diesen Konditionen schon in Treichl ’sche Spähren http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=45167 kommen,
nämlich über 100.0000 €. 
Das sind im Jahr (pfeifen wir auf das 13. und 14. Monatsgehalt) über
1,2 Millionen Euro!

Was lernen wir daraus?
Einerseits welchen Sekundenlohn Spitzenbanker haben, aber das war jetzt nicht das Thema.
Andererseits, was der Werbewirtschaft unsere flüchtige Aufmerksamkeit wert sein dürfte.

Das ist die nächste überhitze Blase, die uns auf den Kopf fallen wird (Dot-Com-Krise 2.0 sozusagen. Wer die Version 1.0 nimmer im Kopf hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase ).

Den gewaltigen Summen, die in die Werbewirtschaft gehen und von denen Google, Facebook, GMX, Online-Medien…. leben, werden keine Einkünfte in entsprechender Höhe gegenüberstehen … nur dann wird es auch keine Druckerein mehr geben, keine Zeitungsausträger, …. 

Aber vermutlich auch keinen Gratiszeitungen wie heute und Österreich

Heute gilt als Konkurrenzprodukt der Tageszeitung Österreich, die in einer abgespeckten Variante ebenfalls gratis verteilt wird. Seit 2010 ist Österreich laut ÖAK ebenfalls eine Gratiszeitung, da Großteile der Auflage nun ebenfalls gratis verteilt werden

Die ausschließlich von Werbeanzeigen finanzierte Zeitung erreichte nach nur 15 Monaten die Gewinnschwelle. Laut der Herausgeberin wird derzeit der gesamte Cash-Flow in Auflagensteigerungen und örtliche Expansion investiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Heute_(%C3%B6sterreichische_Zeitung)

Siehe auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=44552

So wie all die absurden Derivate und Finanzvehikel, wird die Werbewirtschaft auch einmal die Realität einholen und wieder werden wir vor Trümmern stehen … und ohne Qualitätspresse.

„Heute“ hat in Wien derzeit eine größere Reichweite als die „Kronen Zeitung“,

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 09:40

Wir sind alle reich – die nächste Blase – die nächste Krise

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Nein, kein Beitrag über die Reichensteuer, aber schon irgendwie etwas zum Thema „Blasen“, „Irrwege“, „Finanzkrisen“ und so.

Vielleicht geht es Ihnen wie mir, während ich mir früher eine Zeitung gekauft habe und sie dann auf dem Heimweg, in der U-Bahn oder (sonntags) nach dem Mittagessen geruhsam durchgeschmöckert habe, werfe ich jetzt eher den Blechtrottel an (in der U-Bahn das „Schmarnphone“) und lese die News online.
Meist den Online-Standard, aber mitunter auch Online-Auftritte anderer Medien. Jene, die so komplett online gehen, kaufe ich immer seltener und erspar mir die 2€.

Ja, werden Sie jetzt sagen, aber die Herausgeber kriegen das Geld ja ohnehin über die Online-Werbung wieder herein.

Wenn Google in diesem Geschäft Milliarden macht, dann muss das doch ein gutes Geschäft für die Herausgeber sein.

Schau’n mer mal, wie man bei uns sagen würde:

Bei der abendlichen Lektüre des Online-Standards (ca. 1 Stunde), habe ich erstmals mitgezählt und kam auf 24 eingeblendete Werbebotschaften. Da ich mitgezählt habe, werde ich heute diesen ungefragten „Hirnwürmern“ mehr Aufmerksamkeit gewidmet haben als üblich und -ja, ich weiß es gibt noch die subliminale Wirkung, die länger andauert als der Augenblick, den die Augen auf der Botschaft verweilen- aber länger als 0,5 Sekunden pro Werbung, werde ich mich nicht damit beschäftigt haben, also insgesamt heute 12 Sekunden.

Gegencheck: an was kann ich mich erinnern?
Werbung für A1″, „Orange“, — aäh, weiß nicht, eine Automarke? keine Ahnung …
Psychologie hin oder her, viel scheint nicht hängen gebliebe sein.

UND JETZT LASSEN SIE UNS MAL RECHNEN:
und jeder Wirtschaftsprofi möge mir verzeihen, dass ich das bewußt vereinfache, weil beim Online-Standard fallen dem Herausgeber keine Papier und Zustellkosten an, jedoch sind Serverfarmen und deren EDV -Knechte auch nicht so billig, andererseits hat die Printausgabe auch Werbung drinnen (und nicht zu knapp)…. und dann gibts noch Lohnnebenkosten, Mittagspausen … egal …

Ich habe mir die 2 Euro Zeitungspreis erspart, weil ich mich in einer Stunde
2 Sekunden „bewerben“ habe lassen.

Da komme ich auf einen Brutto-Lohn von

2 € für 12 sec
10 € für   1 min
600 € für   1 h
24.000 € für   1 Arbeitswoche

D.h. pro Monat würde man zu diesen Konditionen schon in Treichl ’sche Spähren http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=45167 kommen,
nämlich über 100.0000 €.
Das sind im Jahr (pfeifen wir auf das 13. und 14. Monatsgehalt) über
1,2 Millionen Euro!

Was lernen wir daraus?
Einerseits welchen Sekundenlohn Spitzenbanker haben, aber das war jetzt nicht das Thema.
Andererseits, was der Werbewirtschaft unsere flüchtige Aufmerksamkeit wert sein dürfte.

Das ist die nächste überhitze Blase, die uns auf den Kopf fallen wird (Dot-Com-Krise 2.0 sozusagen. Wer die Version 1.0 nimmer im Kopf hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase ).

Den gewaltigen Summen, die in die Werbewirtschaft gehen und von denen Google, Facebook, GMX, Online-Medien…. leben, werden keine Einkünfte in entsprechender Höhe gegenüberstehen … nur dann wird es auch keine Druckerein mehr geben, keine Zeitungsausträger, ….

Aber vermutlich auch keinen Gratiszeitungen wie heute und Österreich.

Heute gilt als Konkurrenzprodukt der Tageszeitung Österreich, die in einer abgespeckten Variante ebenfalls gratis verteilt wird. Seit 2010 ist Österreich laut ÖAK ebenfalls eine Gratiszeitung, da Großteile der Auflage nun ebenfalls gratis verteilt werden

Die ausschließlich von Werbeanzeigen finanzierte Zeitung erreichte nach nur 15 Monaten die Gewinnschwelle. Laut der Herausgeberin wird derzeit der gesamte Cash-Flow in Auflagensteigerungen und örtliche Expansion investiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Heute_(%C3%B6sterreichische_Zeitung)

Siehe auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=44552

So wie all die absurden Derivate und Finanzvehikel, wird die Werbewirtschaft auch einmal die Realität einholen und wieder werden wir vor Trümmern stehen … und ohne Qualitätspresse.

Heute hat in Wien derzeit eine größere Reichweite als die Kronen Zeitung,

Written by medicus58

23. Oktober 2011 at 17:49

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