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Personen kommen und gehen, was bleibt ist der Stil im KAV

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Vor vier Jahren haben wir hier unter dem Titel So funktioniert die Generaldirektion des KAV: Chronik der Unwahrheiten Kritik geübt.

War damals eine turbulente Zeit und die wesentlichen Mitspieler haben sich seither verlaufen, nur hat sich was geändert?

17.6.2019 Presse Wilhelminenspital: FPÖ fordert Rücktritt von KAV-Chefin
Erweiterung der Notaufnahme kann aus Personalmangel nicht in Betrieb gehen

27.9.2019 Kurier Krankenhaus Nord: „Von einem Vollbetrieb kann keine Rede sein“
Zwei OP-Säle wegen Personalmangels gesperrt.

26.11.2019 Gibt es im KH Nord einen akuten Ärztemangel?
Herwig Wetzlinger (AKH/KAV Direktor; Wer ist denn der Wetzlinger? ):
Dass wir bei den Ärzten einen Personalnotstand haben, ist schlichtweg falsch! …. Fakt ist, dass von 440 Stellen aktuell 20 nicht besetzt sind.

8.12.2019 Krone: Am Montag werden die Mitarbeiter ihre Arbeit niederlegen und eine Dienststellenversammlung abhalten. Damit soll dem Vernehmen nach neben der knappen Personalsituation auch gegen bauliche Probleme und mangelnde Einschulungen protestiert werden. 

9.12.2019 Prozesse evaluiert
70 neue Dienstposten im Krankenhaus Nord

14.12.19 KAV-Direktorin im Talk
Proteste im KH Nord „ganz normaler Prozess“ Wir haben am Montag 70 neue Dienstposten für Pflege, Medizin und Schreibkräfte angewiesen.

15.12.19 Die Presse: „Idioten“, „Tabubruch“: Gesundheits­stadtrat und Ärztekammer­präsident im Infight
Seit der Eröffnung des KH Nord im Sommer vergeht kaum eine Woche, in der Ärzte und Pfleger nicht auf den Personalmangel hinweisen. Sie, Herr Hacker, sprechen dennoch von einem „fulminanten Start“…

Peter Hacker:
 Und dabei bleibe ich auch …. Die Übersiedlung in die Klinik Floridsdorf war eine Meisterleistung des Krankenanstaltenverbundes. Das Herunterfahren des Äquivalents eines ganzen Spitals haben wir in der Gesundheitsversorgung der Stadt nicht gespürt. Diese großartige Leistung der Mitarbeiter sollte auch die Ärztekammer anerkennen, anstatt ihnen auf riesigen dunklen Plakaten auszurichten, was für Idioten sie sind.

Jetzt finden sind natürlich auch die Kritiker nicht ausschließlich von heeren Motiven bewegt und schreiben eben brav, was ihnen befreundete Oppositionspolitiker so einflüstern. Über vielleicht eben so große Probleme im Gesundheitsproblem anderer Bundesländer liest man deutlich weniger, nur entsprechen die aufgezeigten Probleme durchaus den Fakten. In der Wiener Gesundheitspolitik und im KAV Management hat man aber noch immer nicht gelernt damit konstruktiv um zu gehen.

Nichts hat sich am inadäquaten Konstanzverhalten geändert:

Ableugnen – partiell Nachgeben – Anpflaumen

Link: Addendum Hausgemachter Personalmangel

Written by medicus58

19. Dezember 2019 at 18:04

Widerliche Wiener Widersprüche

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KH NOrd

Wir haben hier schon öfters auf die widersprüchlichen Aussagen Wiens über sein neues Prestigekrankenhaus,
das KH Nord hingewiesen:

20.3. 2015: Sonnenfinsternis über dem KAV
http://wp.me/p1kfuX-Vo

30.4. 2015: Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt
http://wp.me/p1kfuX-X3

15.1. 2016: Wehselys Coup: Wien lässt sich Demontage der öffentlichen Spitäler von der EU finanzieren!
http://wp.me/p1kfuX-143

Vielleicht war es dem ausklingenden Fasching geschuldet, aber dieser Reihe ist ein neues Bonmont’scherl hinzuzufügen:

Laut FPÖ Aussendung fand sich im 3. Quartalsbericht des Wiener Krankenanstalten Verbunds, den der Gemeinderat mit KAV-Direktor Janßen diskutierte, das Krankenhaus Nord mit zwei Sätzen Erwähnung.

„In der Berichtsperiode 2015 wurde intensiv an der Fassade, dem Innenausbau und dem Ausbau durch die Haustechnikgewerke gearbeitet. Des weiteren konnte Konsens über den Ausführungsterminplan mit den Auftragnehmern erzielt werden“

Und Vizebürgermeister Gudenus (FPÖ) vermisste die ehrliche Darstellung des von ihm diagnostizierte Chaos um das KH Nord:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160211_OTS0125/gudenus-chaos-um-krankenhaus-nord-geht-weiter

Natürlich ist das die übliche politische Kleingeldwechselstube der Opposition, jedoch scheint da ein Körnchen Wahrheit kaum abstreitbar zu sein:

Am 28.Jänner 2016 wütete der SPÖ Presseklub im Wiener Rathaus per Presseaussendung:
 SP-Gemeinderat Kurt Wagner stellt zum wiederholten Male klar: „Der KAV geht von einer Fertigstellung des Krankenhauses Nord im Juni 2017 aus. Zuletzt wurde das auch im Gemeinderat im März 2015 bekannt gegeben, sowohl der KAV als auch die zuständige Stadträtin haben darüber regelmäßig transparent informiert. Die FPÖ kann es aber wieder einmal nicht lassen, hier den Bürger bewusst zu täuschen und einen Skandal, der keiner ist, zu projizieren.“
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160128_OTS0144/sp-wagner-kh-nord-wird-2017-fertiggestellt?asbox=box1&asboxpos=1

Also am 28. Jänner ging man vom Juni 2017 aus!

Nicht ganz unamüsant, dass noch am 19. Jänner in der Tischvorlage der Kollegialen Führungen zum Medizinischen Masterplan und Transformationsprogramm auf Seite 69

bis 2018 die Inbetriebnahme der Zentralen Notfallaufnahme im Krankenhaus Nord erwartet
wird. 

Also entweder wird die

NFA im Krankenhaus Nord frühestens erst Monate nach der Fertigstellung des Krankenhauses eröffnet
, was bemerkenswert wäre, weil ja die Zentralen Notfallaufnahmen das Kernstück der neuen Betriebsorganisation darstellen, die die Bettenstationen so entlasten, dass während der Nachtstunden dort keine Akutaufnahmen anfallen und Ärztenachtdienste eingespart werden können, oder

die Entwicklungen um das Krankenhaus Nord sind so rasant, dass sich alle 9 Tage Grundlegendes ändert, oder

irgendjemand täuscht sich oder andere

PS: Vergleichen Sie übrigens die aktuelle Grafik auf der KAV Homepage (http://www.wienkav.at/kav/khn-pm/) mit dem der KAV Broschüre aus 2012 (http://visualbox.at/PDF/KHN.pdf) … die schöne bunte Grafik wird wenigstens weiterverwendet

Written by medicus58

12. Februar 2016 at 07:15

Das rote Wien im 21.Jhdt: Wir entkräften unsere Kritiker

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kav

Als Psychose beschreibt man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen Verlust des Realitätsbezugs einhergeht.
Der Begriff „Psychose“ (in Abgrenzung zur „Neurose“) wird für psychische Störungen verwendet, die
schwer sind
sich nicht bzw. zumindest nicht alleine durch Psychotherapie beeinflussen lassen
sich nicht ohne weiteres aus einem lebensgeschichtlichen Kontext heraus ableiten lassen
zu einer Veränderung der Persönlichkeit und des Erlebens führt.
(https://skriptenforum.net/wiki/Skriptum:Einf%C3%BChrung_in_die_Psychotherapie_2_%28Ruhs_August%29)

Wir haben hier, im Anschluss an den Profilartikel Das Wiener Bauprojekt Krankenhaus Nord gerät aus den Fugen
(http://www.profil.at/wirtschaft/wiener-bauprojekt-krankenhaus-nord-fugen-5625753) unter
Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt (http://wp.me/p1kfuX-X3)
kürzlich ein paar Schlaglichter auf die Historie dieses Projekt fallen lassen.

Im Zuge einer neuerlichen Recherche zum Thema stolperte ich nun mit einiger Verspätung über die Presseaussendung des Wiener Krankenanstaltenverbundens
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150425_OTS0044/krankenhaus-nord-groesstes-infrastrukturprojekt-in-wien-gut-aufgestellt),
die sich nicht nur gegen die von Profil erhobenen Vorwürfe  verwehrt, was wohl jeder von uns instinktiv tut, wenn er angegriffen wird, sondern in einem entlarvenden Selbstverständnis folgendes über die APA verlauten lässt:

Das Nachrichtenmagazin „profil“ stellt in seiner Ausgabe vom 25. April Behauptungen zum Krankenhaus Nord auf, die vom Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) im Zuge der „profil“-Recherchen entkräftet wurden.

Bitte nochmals lesen, da stellt der Angeschuldigte nicht fest, dass die Anschuldigungen falsch wären, sondern, dass der Angeschuldigte sie entkräftet hätte, als wäre er der unparteiische Richter in dieser Angelegenheit …

Generaldirektor Janßen legt noch einen drauf: „Spekulationen zum Eröffnungstermin weist der KAV zurück: Aus Sicht des KAV bleibt es dabei, dass das Krankenhaus Nord im Jahr 2017 in Betrieb gehen wird!

Auch der Uneingeweihte kann durch ein bisschen googeln rasch herausfinden, dass der KAV selbst in der Vergangenheit irgendwann so ziemlich alle Jahre seit 2011 als möglichen Eröffnungstermin hinausposaunt hat.
Wie sehr hat man dort den Realitätsbezug verloren, dass man glaubt, damit durchkommen zu können?

Schon im Zusammenhang mit der Gangbettenproblematik: (Wehsely-Leak V 2.0 oder Indische Betten: die Betten am Ende des Ganges (http://wp.me/p1kfuX-WB) wurde hier diese Haltung kritisiert, das Offensichtliche mit aller Mediengewalt verleugnen zu lassen.
Im Falle der Wiener Stadtregierung muss man also nicht einmal mehr von einem zeitweiligen sondern offenbar schon permanenten Realitätsverlust sprechen.

Selbst eine führende Person des Planungsteams für das KH Nord hat im kleinen Rahmen auf die Frage wann das KH Nord eröffnet, lächelnd geantwortet, dass sie nun wisse, was sie zu sagen hätte. Vor kurzem wäre es noch „Herbst 2016“ gewesen, jetzt hätte sie zu sagen, dass „es 2016 wäre“. Das war vor gar nicht so langer Zeit!

Jetzt weist der KAV Spekulationen zurück es könnte nicht vor 2017 sein, einfach jenseitig.

Jeder wird verstehen, dass es bei einem großen Projekt zu Problemen kommt und sich Entscheidungen als im nachhinein falsch herausstellen, Firmen pleite gehen, ….
und gerade heute droht jedem die Rache des Archivs (Robert Hochner),
aber dieses Abstreiten realer Probleme ist auch eine Beleidigung aller denkenden Menschen, die in diesem Unternehmen täglich versuchen unter immer schwereren Rahmenbedingungen zu arbeiten.

Schön, wenn KAV-Generaldirektor Dr. Janßen in dieser Aussendung euphorisch feststellt:
Das Krankenhaus Nord wird eines der modernsten Spitäler Europas, es wird neue Maßstäbe in der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Menschen in Wien setzen.“

Im Paradebeispiel eines Potemkinschen Spitals, also einer Einrichtung bei der wichtige Fächer (Augen, Neuro, HNO, Uro, ….) nicht mehr durch rund um die Uhr besetzte Fachabteilungen sondern bestenfalls durch einen einzigen Konsiliararzt oder überhaupt nur durch stundenweise verfügbare Ärzte aus anderen Krankenhäusern abgedeckt werden
(Details unter http://wp.me/p1kfuX-n8 und Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte http://wp.me/p1kfuX)
können sich die Patienten schon auf diese Form der Versorgung freuen, wenn sie das Pech haben auf der falschen Abteilung gelandet zu sein oder ein interdisziplinäres Problem haben.
Nur bis sie es merken, 2017, 2018 oder wann auch immer, wird die noch immer im Grunde funktionierende öffentliche Gesundheitsversorgung dieser Stadt schon so ausgehöhlt sein, dass eine Wiederherstellung (siehe Großbritannien) nur unter hohen Kosten und Kollateralschäden möglich sein wird.

Ein Victor Adler (http://www.dasrotewien.at/adler-victor.html) oder ein Julius Tandler (http://www.dasrotewien.at/tandler-julius.html), um nur zwei Ärzte des Roten Wiens zu nennen, haben sich diese Erben wirklich nicht verdient.

Written by medicus58

3. Mai 2015 at 19:06

Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt

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Wir bauen ein Spital im Norden,
wissen aber nicht wo (Heeresspital, ÖBB Gründe, …) ,
bauen aber in jedem Fall auf belastetem Untergrund,
Verschieben stetig Baubeginn (2010, 2011, ) und Betriebsbeginn (2011, 2015, 2017, ..) vor uns hin,
wissen nicht für wie viele Betten (450, 750, 785, 800, 850),

und haben kein Geld dafür und
suchen daher unter befreundeten Konsortien
jemand der uns das Geld vorstreckt (PPP),
suchen einen Generalplaner und machen es dann doch selbst ….

Welche Abteilungen wir aus anderen Spitälern abgesiedeln ändern wir je nachdem,
ob welche Immobilien (Steinhof, KH Hietzing, Gersthof…) wir wie verwerten wollen und  können
und auf diesem Weg gehen uns immer wieder ein paar Leute verloren

Wenn das aktuelle Profil titelt: 

Das Wiener Bauprojekt Krankenhaus Nord gerät aus den Fugen
http://www.profil.at/wirtschaft/wiener-bauprojekt-krankenhaus-nord-fugen-5625753

fehlt dem Uneingeweihten die Historie. Das soll hier kursorisch nachgetragen werden: 

KH NOrd

Copyright: http://visualbox.at/PDF/KHN.pdf

8.2.2005
In Wien-Floridsdorf wird bis zum Jahr 2011 ein neues Krankenhaus Nord mit 450 Betten entstehen. Das hat Sozial- und Gesundheitsstadträtin Renate Brauner (S) am Freitag im Rahmen der Klubtagung der Wiener SPÖ in Rust bekannt gegeben.
Nach 2011 könnte eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 250 bis 300 Betten entstehen. Finanzieren will Brauner das Krankenhaus unter Einbindung privater Partner. In die ambulante Versorgung sollen die niedergelassenen Ärzte in Kooperation mit der Wiener Ärztekammer eingebunden werden.
Kosten: 250 bis 300 Mio. Euro
Wo genau es in Floridsdorf errichtet wird, ist noch offen. Das Heeresspital sei einer der möglichen Standorte, so die Stadträtin.
http://www.news.at/a/wiener-spitaeler-neues-krankenhaus-floridsdorf-2011-105577

2006 hat der KAV ein Auswahlverfahren zur Standortsuche durchgeführt, bei dem sich Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer gemeinsam mit Projektbetreiberinnen und Projektbetreibern um den Zuschlag bewerben konnten.

12. 2006
Im Dezember 2006 wurde die Eröffnung des Krankenhauses Nord für 2011/2012 projektiert, ein Jahr später revidierte man die Eröffnung auf 2013/2014. Laut Kontrollamt wird nun aktuell Mitte bis Ende 2015 mit der Inbetriebnahme gerechnet. Ein realistischer Zeitpunkt für die Inbetriebnahme des KH-Nord ist wohl eher Anfang der 20er Jahre angesiedelt.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100527_OTS0259/vp-korosec-ad-wehsely-emergency-room-ist-der-kav-auf-dem-weg-dorthin

aber greifen wir nicht vor

7.12.2007
Am 5. 5. 2006 wurde die EU-weite Ausschreibung des Krankenhauses Nord veröffentlicht. Inhalt der Ausschreibung ist die Suche eines Partners, der über ein geeignetes Grundstück verfügt, Kenntnisse zur Errichtung eines Krankenhauses besitzt und ein Finanzierungskonzept vorlegen kannDerzeit ist das Verhandlungsverfahren in der 2. Phase. Im März 2008 wird eine Vergabeentscheidung über einen Standort erwartet.
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=11325

21.2.2008
„Der Standort für das neue Spitzenspital, das ab 2010 im Norden Wiens entstehen wird, ist fix„, erklärten heute Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag. Renate Brauner und Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Sonja Wehsely im Rahmen der SPÖ-Klubklausur in Rust. Das neue Spital im Norden Wiens wird rund 850 Betten zählen und neue Standards setzen.
http://www.wien.gv.at/rk/msg/2008/0221/017.html

Kritik, dass die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ungenügend wäre, wurde lange schroff vom Tisch gewischt, aber

Ende November nahm der Gemeinderat völlig überraschend mit den Stimmen der SPÖ- Gemeinderäte einen Antrag der ÖVP an, in dem einmal mehr die Verlängerung der U6 nach Norden verlangt wurde, zumindest bis zum Krankenhaus. Die SPÖ-Stadtregierung reagierte darauf verhaltenDie Stadt hatte die U6-Verlängerung entlang der Brünner Straße bereits 2003 geprüft und zeitlich nach hinten verschoben, da das Gebiet zu dünn besiedelt ist. Stattdessen soll die auf der Brünner Straße fahrende Straßenbahnlinie 31 beschleunigt werden. Mit dem Antrag wird die Variante jetzt zumindest noch einmal überprüft werden.
http://wiener-untergrund.at/planungen-u6nord.shtml

Im Jahr 2008 wurde vom Wiener Krankenanstaltenverbund in Kooperation mit der Architektenkammer ein offener, EU-weiter, zweistufiger Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Im Auswahlverfahren setzte sich ein Konsortium aus Porr/Siemens/Vamed mit einem Grundstück an der Brünner Straße nördlich der B3 durch.  Den Architekturwettbewerb gewann das Team um Architekt Albert Wimmer.
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/krankenhausnord/

Aber …..

31.3.2010
Bisher wurde mit dem Bieterkonsortium Porr/Siemens/Vamed verhandelt – Nun wird doch nach einem Generalunternehmer gesucht
Kosten, Zeitplan, Qualität – an diesen drei Faktoren werde sich beim Bau des Krankenhauses Nord nichts ändern, versprachen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) und der Generaldirektor des Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold.
Sie präsentierten am Mittwoch überraschend eine neue Finanzierungsvariante für den Spitalsneubau in Floridsdorf:
Die Europäische Investitionsbank (EIB) gewährt der Stadt einen Kredit in der Höhe von 300 Millionen Euro, auch der Rest der für den Krankenhausbau veranschlagten 825 Millionen Euro soll über Kredite finanziert werden.
Das sogenannte PPP-Modell – also eine Public Private Partnership – ist damit vom Tisch.
Bisher hatte der KAV mit dem Bieterkonsortium Porr/Siemens/Vamed verhandelt, das das Krankenhaus bauen hätte sollen. Die Stadt hätte das fixfertige Spital dann geleast.
Warum genau es keine Einigung mit dem Konsortium gab, dazu wollten sich die Stadträtin und der KAV-Direktor nicht äußern. Man habe aber von Anfang an zwei Varianten verfolgt und sich jetzt eben für den Generalunternehmer entschieden. ‚
Die bisher von Porr/Siemens/Vamed erbrachten Leistungen wie Probebohrungen, Grundwasseruntersuchungen und diverse Planungsleistungen würden mit 9,2 Millionen Euro abgegolten. Eine Schadenersatzklage des Konsortiums sei vertraglich ausgeschlossen.
Ab Jahresende 2010 wird dann der Generalunternehmer EU-weit gesucht, bis Mitte 2011 soll das Millionenprojekt vergeben werden. Am Zeitplan ändere das nichts, 2015 wird der Teilbetrieb starten, ist Marhold optimistisch.
Auch an den Gesamtkosten von 825 Millionen Euro soll sich nichts ändern – diese Kalkulation erfolgte freilich auf der Preisbasis 2007.
Was die Kosten für den Krankenhausbau betrifft, rechnet Korosec (VP) mit einer bis 1,3 Milliarden Euro.

Die Grünen sind froh, dass die Europäische Investitionsbank die Stadträtin „zur Vernunft gebracht“ habe, schließlich sei deren Finanzierungszusage an eine korrekte EU-weite Ausschreibung gebunden.
http://derstandard.at/1269448663185/Wien-Krankenhaus-Nord-wird-neu-ausgeschrieben

Zwischenzeitlich bedienten wir den Boulevard mit Anklängen an „Nespresso-George„:

27.5.2010
Weniger Warten, kein Kompetenzwirrwarr: Das soll die Notaufnahme des Krankenhauses Nord bieten, österreichweit als einziges Spital mit echtem „Emergency Room“ „Sie kennen das vielleicht aus dem Fernsehen“, sagt Wilhelm Behringer, wenn er das Konzept der Notaufnahme erklärt, die im Krankenhaus Nord eingerichtet werden soll.
http://derstandard.at/1271377653162/Mai-2010-Der-Emergency-Room-am-Nordrand

Auch 2011 wird Prof. Behringer noch „über die Planung einer innovativen und effizienten Erstversorgung im Krankenhaus Nord in Form einer zentralen Notfallabteilung“ sprechen (http://www.medmedia.at/das-medizinprodukt/management-emergency-room/).
Intern war es eine ausgemachte Sache, dass Behringer („In Österreich dauert alles immer etwas länger“, beklagte Behringer) das Modell vorerst im neuen Spital in Floridsdorf umsetzen wird (KAV-Sprecherin: „Das ist mehr als eine Empfehlung.“ http://www.krone.at/Wien/KH_Nord_will_neue_Wege_in_Notfall-Versorgung_gehen-Vorbild_USA_und_Co.-Story-201896)

Im „Doktor in Wien“ vermeldet noch am 4/2015 die Ernennung Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Behringer als Primarius im SMZ Floridsdorf (Abteilung für Notfallmedizin)
(http://www.progipark.com/AEK/DIW042015/HTML/files/assets/common/downloads/publication.pdf) jedoch hat er zu diesem Zeitpunkt den KAV schon längst wieder verlassen: http://www.wienkav.at/kav/flo/medstellen_anzeigen.asp?ID=3310

In den letzten Jahren haben aber auch eine Reihe anderer Personen (frei-)willig oder unwillig das Handtuch geworfen:
der für die Finanzen und für die Umsetzung des Neubaus zuständige StV-GD Dr. Maximilian Koblmüller wurde 2013 nicht mehr verlängert
Projektleiterin Mag. Alexandra Loidl-Kocher ließ sich karenzieren, verließ im Dezember 2013 den KAV, um inzwischen in der Wiener Standortentwicklung WSE (einem Teil der Wienholding) zu wirken (http://www.wse.at/#Team/424)
GDir. Wilhelm Marhold hat sich im Mai 2014 eher plötzlich in den Ruhestand versetzen lassen (Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg)
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140724_OTS0134/fp-lasar-pannenserie-im-kh-nord-reisst-nicht-ab

2.7.2014
Die aktuellen Prognosen der Wiener Stadtregierung belaufen sich für den Neubau in Floridsdorf auf 954 Millionen €. In der ersten Planungsphase war noch von 300 Millionen € die Rede – allerdings für eine geringere Bettenzahl.
Zehn Firmen haben zu ihrer Absicherung eine Beweissicherung des Status quo auf der Baustelle beantragt. Die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei Willheim Müller bestätigt entsprechende Berichte der Presse und der Bauzeitschrift A3. Es handelt sich um die Unternehmen Bacon Gebäudetechnik GmbH & Co. KG, Cofely Gebäudetechnik GmbH, Elin GmbH & Co. KG, Klenk & Meder GmbH, Herbsthofer GmbH, Ortner GmbH, Caliqua Anlagentechnik GmbH, Wieselthaler GmbH, Markus Stolz GmbH und LSG Building Solutions GmbH.
Parallel dazu laufen Gespräche mit dem Bauherrn KAV (Krankenanstaltenverbund) zur Verbesserung der Baustellenkoordination, so die Auskunft der Kanzlei gegenüber dem WirtschaftsBlatt. Bei der Baustelle Krankenhaus Nord wurde kein Generalplaner im eigentlichen Sinn eingesetzt, sondern man hat viele einzelne Firmen beauftragt, was zu einem besonders hohen Koordinationsaufwand führt. Die von der Kanzlei vertretenen Unternehmen wollten sichergehen, dass sie nicht für Dinge haften müssen, für die sie nichts können.
http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/wien/3829942/-Beweissicherung-auf-der-Baustelle-Krankenhaus-Nord

20.8.2014
Ein „Wohlfühlspital“ soll es werden. Ein „Spital der Zukunft“, Vorbild für alle anderen europäischen Länder. Ein „Kempinski, in dem die Patienten wie in einem Hotel ein- und auschecken“. Die vorläufige ärztliche Direktorin des seit 2012 im Bau befindlichen Wiener Krankenhaus Nord, Sylvia Schwarz, kann ihre Begeisterung nur schwer verbergen. Man wolle weg vom „Rund-um-die-Uhr-Betrieb“. Die Behandlungszeiten sollen zukünftig tagsüber sein.

und für  Eingeweihte wurde damals schon klar, was seit dem 1.1.2015 im KAV explodieren wird ….

Das werde zwangsläufig auch eine Veränderung der Dienstzeiten zur Folge haben. Die Abschaffung der 25-Stunden-Schichten für medizinisches Personal sei denkbar, so Schwarz.
http://derstandard.at/2000004566541/Krankenhaus-Nord-koennte-ueber-eine-Milliarde-Euro-kosten

21.8.2014
Probleme mit der Statik
Einerseits mussten Statikpläne nachträglich korrigiert werden, andererseits schlitterte die mit dem Fassadenbau beauftragte Firma in Insolvenz, was zu Zeitverzögerungen geführt hat.
Um Zwischenfälle künftig zu vermeiden, holt sich der KAV als Bauherr externe Unterstützung. Mit drei Partnerunternehmen wurden Rahmenverträge geschlossen, um Koordinationsleistungen punktuell zukaufen zu können, berichtete Balazs.
Voll funktionstüchtig soll das Krankenhaus – gerechnet wird mit 46.000 stationären Aufnahmen und 250.000 Ambulanzbesuchen pro Jahr – noch im Laufe des Jahres 2016 sein.

Marhold geht und sein Nachfolger weiß, wie man ein Spital führt:

1.11.2014
Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef http://wp.me/p1kfuX-RP

14.1.2015
Wien: Prüfbericht kritisiert Spital Nord
Das Spital Wien-Nord wird 2016 nicht in Vollbetrieb gehen, der Kostenrahmen hält nicht. Das zeigt der Prüfbericht des Wiener Stadtrechnungshofes auf, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4638593/Wien_Prufbericht-kritisiert-Spital-Nord

3,6 Steuermillionen bei Spitalsbau verschwunden
wie der aktuelle Stadtrechnungshofbericht zum Krankenhaus Nord zeigt. Unter anderem wurden hier bei knapp einer Milliarde Gesamtkosten 3,6 Millionen Euro versenkt.
http://www.krone.at/Wien/3.6_Steuermillionen_bei_Spitalsbau_verschwunden-Aufgedeckt-Story-434832

 

25. 4 2015

Aus Sicht des KAV bleibt es dabei, dass das Krankenhaus Nord im Jahr 2017 in Betrieb gehen wird, das ist gemeinsames Ziel des KAV und der Firmen und Arbeitsgemeinschaften, die an der Errichtung beteiligt sind.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150425_OTS0044/krankenhaus-nord-groesstes-infrastrukturprojekt-in-wien-gut-aufgestellt

und da war dann noch:

Die Einschau zeigte, dass von der Unternehmung „Wiener Krankenanstaltenverbund“ die Entscheidung hinsichtlich der Realisierung eines Unit-Dose-Systems insbesondere auf Basis einer von Unwägbarkeiten geprägten Machbarkeitsstudie getroffen wurde. Das mit der Realisierung eines Unit-Dose-Systems verbundene Projekt wurde nach einer fünfjährigen Projektabwicklung eingestellt bzw. nicht weiterverfolgt. Dies resultierte vor allem daraus, dass die Entwicklung einer Verordnungssoftware als integrierendes Segment des Unit-Dose-Systems scheiterte.
http://www.stadtrechnungshof.wien.at/ausschuss/01/01-07-StRH-V-KAV-1-14.pdf

 

Unwahrscheinlich, dass Sie bis hierher durchgehalten haben, also hören wir auf …

Eine große Familie baut sich viele Häuser

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Wie gestern (gemeinsam mit www.heute.at) berichtet,
sieht sich  der Wiener KAV augenblicklich mehr als Bauherr als als Krankenanstaltenverbund.

Das Krankenhaus Nord wird gebaut und jeder Ziegelstein wird gerne ins mediale Bewusstsein gerückt:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=37585

Direktor Marhold hat das Haus, in dem er als ärztlicher Direktor „groß“ wurde, die Rudolfstiftung in eine Riesenbaustelle verwandelt, was per Webcam in die Welt getragen wird:
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=39721

Das Kaiser Franz Josef Spital ist eine Baustelle:
http://www.vienna.at/1100-wien-dachgleiche-im-kaiser-franz-josef-spital/news-20110428-11503929

Das Geriatriezentrum Donaustadt wird dem Erdboden gleich gemacht:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=67609

Diese Reihe ließe sich beliebig mit dem Pflegeheim Innerfavoriten, Simmering, Liesing, Baumgarten, Kaiserin Elisabethspital, … fortführen (http://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/investitionen-gesundheit.html).
Wobei schon vor einem Jahr die Kassen leer waren
und überfallsartig den Häusern Einsparungen abverlangt wurden (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43022), was danach sogar die Gewerkschaft auf den Plan gerufen hat
(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43184).

Der nunmehr verkündete Neubau des Wilhelminenspital (WSP), im Zuge dessen auch ganz neu errichtete Gebäudeteile geschliffen werden ist da nur ein Pünktchen mehr.
Die Architects.Collective AC freute sich auf ihrer Homepage, dass dort zwischen 1998 und 2010 58 Millionen € zu verbauen war (http://www.ac.co.at/projects/all/20/),
aber das ist nun alles „Schnee von gestern“.
Dieses Haus muss komplett neu gebaut werden.

Es spricht ja nur für den bösen Zynismus des Bloggers,
dass er die „Herkunft“ des Herrn Generaldirektors aus der Rudolfstiftung mit den dortigen Ausbauaktivitäten (und den hier noch nicht kommentierten Personalzuwächsen) im Verbindung bringt.
Es ist daher auch ein klassisches Argumentum ad hominem (http://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem),
wenn hier erinnert wird,
dass die ärztliche Direktorin des Wilhelminenspitals mit unserem Herrn Bürgermeister verheiratet ist.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38290

Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner …

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Nachdem wir uns in den letzten beiden Tagen schon ausführlich mit Gesundheitsökonomen und Spitalsprivatisierer DDr Köck und seinem Firmengeflecht beschäftigt haben, den die Stadt Wien nun zu Hilfe geholt hat, um in dem neu gegründeten „Aufsichtsgremium“ des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) all das zu verbessern, was er zwischen 1990 und 1995 als Leiter des Bereiches Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement mitzuverantworten hatte, wollen wir nun das Commitment des Vorsitzenden dieses Gemiums analysieren: 
Dkfm. Dr. Richard Bock

Als gelernter Buchprüfer, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer begann er seine Karriere im staats- und somit politiknahen Bereich:
1979 – 1983 ÖIAG Österreichische Industrieverwaltungsaktiengesellschaft
1983 – 1989 Vorstandssprecher GBI Gesellschaft des Bundes für
industriepolitische Maßnahmen (Sanierungsholding des Bundes)
1989 – 1990 Eigentümer der Gesellschaft für Revision und treuhändige Verwaltung mit Spezialisierung auf Banken und Unternehmen der verarbeitenden Industrie
1991 – ff Aufsichtsrat in verschiedenen österreichischen Industrieunternehmen und Banken Sanochemia Pharmazeutika AG
FIBEG (Land Niederösterreich Finanz- und Beteiligungsmanagement GmbH)
STATISTIK AUSTRIA, …etc.
http://www.sanochemia.at/fileadmin/sanochemia/files/Aufsichtsrat/CV_R_Bock.pdf

Soweit so gut.

Seit 1991 hat er sich bei Ernst & Young ganz hinauf gearbeitet und ist nun Chairman und Senior Partner von Ernst & Young Österreich und Mitglied der internationalen Konzernspitze.

Ernst & Young ist ein globales Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- bzw. Managementberatung. Die Gruppe beschäftigte im Jahr 2012 über 152.000 Mitarbeiter an 700 Standorten in 140 Ländern. Der Gesamtumsatz des weltweiten Netzwerks belief sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 22,9 Mrd. US-$. Gemeinsam mit Deloitte, KPMG und PricewaterhouseCoopers (PwC) gehört Ernst & Young zu den „Big Four“ der Branche. http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_%26_Young  

Erleuchtend, was z.B. in einer 
deutschen E&Y Analyse zur Krankenhauslandschaft so steht:

Überdurchschnittlich gut ist die Lage bei den Krankenhäusern privater Betreiber – hier
liegt der Anteil der positiven Bewertungen bei 74 Prozent. Dagegen klagen Kliniken in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft relativ häufig über Finanzprobleme: 37 Prozent von ihnen berichten von einer schlechten finanziellen Situation.

6. Ausblick: Marktkonsolidierung hält an
Die Wirtschaftskrise begünstigt eindeutig die privaten Klinikkonzerne. Deren Vorteile – die Finanzierung aus eigener Kraft und am Markt sowie die Geschwindigkeit der Entscheidungen – kommen gerade in dieser Phase voll zum Tragen. Das heißt, dass sich die bisherige Entwicklung mit großer Wahrscheinlichkeit noch beschleunigen wird:
Das Krankenhaussterben und der Vormarsch privater Anbieter werden sich fortsetzen und temporär noch an Intensität zunehmen.

http://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/Krankenhauslandschaft_im_Umbruch_2010/$FILE/Krankenhauslandschaft%20im%20Umbruch%202010.pdf  
http://www.ey.com/DE/de/Newsroom/News-releases/2010_Wirtschaftskrise-beschleunigt-Krankenhaussterben 
 
Na da hat man ja nach dem Köck den „richtigen Bock“ zum Gärtner eines öffentlichen Spitalserhalters gemacht …

Auf der österreichischen Homepage von E&Y findet man einen deutschen Newsletter aus 2005, wo einerseits der in der oben angeführten Studie begonnene Abgesang auf die öffentliche Gesundheitsversorgung noch verstärkt wird:

Den meisten öffentlich-rechtlichen Einrichtungen droht das Aus
Weniger Staat – mehr Markt: stärkere finanzielle Beteiligung der Patienten
Krankenhäuser werden zu Gesundheits- und Wellness-Zentren

(wir erinnern uns an Köck: Privatgäste über 35, die im Beruf starkem Stress ausgesetzt sind und die sich bei uns in ein paar Tagen von Kopf bis Fuß durchchecken lassen wollen – in einem Fünf-Stern-Ambiente)

Andererseits der öffentlichen Hand „Risikomanagement bei Cross-Border-Leasingverträgen“ angeboten wird … wir erinnern uns noch an derartigen Sell-and-lease-back Wahnsinn (Wiener Straßenbahnen, Kanalnetz, … ) bei dem auch die Stadt Wien kräftig Geld verloren hat …

Wachstumsmarkt Gesundheit
Die Ausgaben für die gesundheitliche Versorgung ohne die Berücksichtigung der Ausgaben für Fitness, Wellness und Wohlbehagen werden bis zum Jahr 2020 von heute 234,2 Mrd. Euro auf ca. 500 Milliarden Euro wachsen. „Der Gesundheitsmarkt wird sich zu einem gigantischen Wachstumsmarkt entwickeln. Die Patienten werden zu Kunden, die für ihre erheblichen finanziellen Aufwendungen entsprechend hochqualitative Dienstleistungen erwarten“, so die Experten von Ernst & Young.
http://www.ps-ey.de/newsletter/download/publicservices_newsletter52.pdf  

Na da sollte man doch mitschneiden, empfiehlt Ihnen Ernst and Young!

Und den Chef der Österreich-Tochter macht Frau Gesundheitsstadträtin Wehsely zum Oberaufpasser im KAV für Ihr Spitalskonzept 2030.

Bock wurde im Machtranking der österr. Führungskräfte auf Platz 802 gesetzt:
Aktivität 
(Anzahl der Firmenbucheinträge): 4 (Nr.1 Ludwisch Scharinger Raiffeisen 28)
Infomacht
(Prozentsatz der Personen-Paare im Netzwerk des Firmenbuches, die er exklusiv verbindet) 0,052 (Scharinger 3,267)
Nähe 
(Anzahl der Kontakte zu Mächtigen über max. einen Vermittler 238 (Scharinger 1368)
Hierarchiesaldo 
(Anzahl der Personen auf die er Einfluss hat minus der Anzahl die auf ihn Einfluss haben) 27 (178)
http://www.uni-klu.ac.at/bfs/downloads/Industriemagazin.pdf 
 
Neben Bock sind auch „Topbankerin“ und WU-Vizerektorin Regina Prehofer und der gestern und vorgestern ausführlich behandelteGesundheitsökonom und Privatspitalinvestor Christian Köck (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53877 , http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958) damit im KAV beauftragt “ die Zielerreichung zu fördern und Entwicklungen zu korrigieren“, erklärten Wehsely und Magistratsdirektor Dr. Erich Hechtner unisono am Freitag.
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?id=19280  

Wie sehr diese Gesinnung schon in den Köpfen der Verantwortlichen ist erkennt man am im Bau befindlichen Krankenhaus Nord:

Auch wenn man vom ursprünglichen Plan 
(Das Krankenhaus Nord soll im Bezirk Floridsdorf privat finanziert und errichtet, aber vom Wiener Krankenanstaltenverbund betrieben werden. 2007: http://www.vienna.at/krankenhaus-nord-muss-warten/news-20070216-08090395
nach vielen „Bröseln“ und in den Sand gesetzten Geldern für unbrauchbare Konzepte und zu Bruch gegangener „Konsortien“ (zuletzt Porr / Vamed / Siemens) 2010 wieder abgegangen ist (http://diepresse.com/home/panorama/wien/555595/Spital-Nord_Wien-zieht-die-Notbremse ) obwohl sich noch 2008 die PORR per Aussendung über den Deal gefreut hat (http://www.strauss-partner.com/uploads/media/080222_Pressemeldung_KH_Nord_Realisierungsbeschluss.pdf ).

Die neoliberale Grundidee der Berater wie Bock’s Ernst & Young vom Auslagern, Teilprivatisieren, PPP, … oder wie der Schmonzes noch heißt, wirkt weiter!

Aktuell sucht der KAV sogar ein „Betreibermodell“ für die Aufzüge und Fahrtreppen im KH Nord: http://www.ausschreibung.at/news/2012-03/07/betreibermodell-aufzuege-und-fahrtreppen-fuer-das-krankenhaus-nord-in-wien-179501  

Ja wer solche Berater hat,
wer diese „Köcke“ und „Böcke“ zum Gärtner macht,
der ist auf dem richtigen Weg:

Das Krankenhaussterben und der Vormarsch privater Anbieter werden sich fortsetzen und temporär noch an Intensität zunehmen.
(aus der deutschen E&Y Analyse zur Krankenhauslandschaft)

PS: Sie können aber gerne beim Probeliegen in den zukünftigen Betten des KH Nord (http://boehmstefanie.meinblog.at/?blogId=52203) gleich einmal fragen, wer den der „Bettenbetreiber“ sein wird ….

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