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Anything goes bei den SarsCov2 Impfstoffen, aber gehen Sie weiter, da gibt’s nichts zu sehen

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Dass es bei dem AstraZeneca Impfstoff in der Zulassungsstudie zu einem kleinen Hoppala gekommen war und eine in UK ansässige Produktionsfirma nur die halbe Stoffmenge in die Impfung gepackt hat, erwies sich als Glücksfall, denn dadurch war die Sensibilisierung gegen den Virusvektor geringer und die zweite Impfung mit der vollen Dosis plötzlich ebenso wirksam wie die Konkurenz.

Beim Biontech Pfizer Produkt läuft die Sache in der anderen Richtung schräg. Seit Mitte Dezember wunderte man sich, dass nach korrekter Verdünnung des Vakzins ein nicht unbeträchtlicher Rest im Fläschchen blieb und manche Apotheker jubelten, dass sie nicht 5 sondern bis zu 7 (?!?) Impfdosen ziehen konnten. Die FDA entschied sich pragmatisch für einen Resteverbrauch.

Die Pharmazeutische Zeitung schrieb das am 17.12.2020:

Biontech und Pfizer geben an, dass eine Ampulle des Impfstoffs BNT162b2 nach Verdünnung fünf Impfdosen à 0,3 Milliliter enthalten soll. Die 2-ml-Fläschchen sind laut britischer und US-Fachinformation mit 0,45 ml Konzentrat vorgefüllt. Dies muss innerhalb der Originalampulle mit 1,8 ml isotoner Kochsalzlösung verdünnt werden. Das ergibt 2,25 ml, was bei einer Einzeldosis von 0,3 ml rein rechnerisch mehr als sieben Dosen in der gewünschten Antigen-Konzentration ergibt.

Am 18.12. hieß es aber plötzlich in der Pharmazeutischen Zeitung:

BMG bestätigt
Biontech-Ampullen können sechs Impfdosen entnommen werden

Dem Wunder von Kanaan widerspricht jedoch Experte Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia und rät  davon ab zu improvisieren: „Wir hoffen tatsächlich eher darauf, dass wir jetzt in Kürze, der Impfstoff der Firma Moderna soll ja am 6. Januar zugelassen werden, mehr richtige Impfstoffdosen bekommen“, sagt er gegenüber RTL. „Also es sollte nicht versucht werden zu improvisieren, jetzt am Anfang.“

Also ist das deutsche Vorzeigeprodukt Biontech Pfizer keine richtige Impfdosis?

Gänzlich aus dem Ruder scheint die Sache in UK gelaufen, wo man (vermutlich wegen Lieferproblemen mit der Boosterimpfung) nicht nur das in der Zulassungsstudie getestete Intervall zwischen beiden Impfungen verlängert sondern ohne jede Evidenz auch verschiedene Impfstoffe kombinieren will.

Unser Exportimmunologe Florian Krammer am New Yorker Mt. Sinai sieht das zwar kritisch, andere offenbar weniger, weil sie, nicht zuletzt unter dem Eindruck einer infektiöseren Mutation des SarsCov2 lieber viele ein bisschen als weniger ganz immunisieren wollen.

Kann man alles machen, wenn die Apokalypse drohnt und eh schon alles geht. Nur sind wir angesichts der fatality rates nicht in einer Situation in der nach vielen rechtsstaatlichen nun auch wissenschaftliche Prinzipien über Bord geworfen werden müssen.

Einem immer stärker verängstigten Teil der Öffentlichkeit aber auch der Wissenschaft scheint wirklich schon alles egal zu sein, sonst wäre der Aufschrei gegen unklare Dosierungen, off label use und Vakzin-Cocktails größer. Von Millionen Arbeitslosen, mit Steuergeld verschleppten Konkursen und geschlossenen Bildungs- und Kultureinrichtungen ganz zu schweigen.

Written by medicus58

3. Januar 2021 at 22:27

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