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Dossier lesen!

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Vor wenigen Tagen erschien eine von jungen Journalisten gemachte Website, die ich den Lesern meines Blogs ans Herz (und ans Hirn) legen möchte: 

DOSSIER http://www.dossier.at/

Impressum der Autoren:

Die Idee
Hinter der Idee, Dossier zu gründen, steht eine bittere Erkenntnis: Recherchen, die tief gehen, die Zeit brauchen, die Themen und Sachverhalte gründlich untersuchen, gibt es in Österreich nicht. So gut wie nicht. Die konzentrierte heimische Medienlandschaft samt ihrer besonderen Abhängigkeiten – von politischen Interessen und von Inseraten, von Anzeigenkunden aus der Privatwirtschaft und von den Geschäftsinteressen einzelner Verlage – verhindert in vielen Fällen, dass Journalisten jene Ressourcen bekommen, die sie für ihre Arbeit brauchen: Zeit, Geld und Unabhängigkeit.

Auf der Strecke bleiben Journalismus, Demokratie und Gesellschaft. Dossier versucht diese Lücke mit Investigativen und mit Datenjournalismus ein Stück weit zu schließen. Dossier greift Themen von öffentlichem Interesse auf, recherchiert diese umfassend und stellt sie unabhängig und übersichtlich dar.

Dossier ist eine unabhängige, nicht auf Gewinn gerichtete Website, die Investigativen und Datenjournalismus betreibt und fördert. Unsere Recherchen handeln von Korruption in Politik und Wirtschaft, von der Ausbeutung Schwächerer, vom Missbrauch durch Stärkere, vom Versagen Einzelner und ganzer Systeme.

An unsere Arbeit legen wir höchste journalistische wie ethische Standards: Wir streben danach, fair und offen zu sein – in der Recherche, in der Berichterstattung und bei öffentlichen Auftritten. Wir schulden unseren Lesern die Wahrheit. Sie müssen vertrauen können, nichts geringeres als diese auf Dossier zu bekommen.

Written by medicus58

19. Oktober 2012 at 16:20

Heute: Dummheit zum Anfassen

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Das schon öfters hier zitierte Gratisblättchen HEUTE aus dem Hause Dichand,
bewirbt sich auf seinen Ständern, die zu einer konstanten Verschmutzung der Wiener U-Bahn verleiten, mit den Worten:

GRATIS ABER NICHT UMSONST

Da ja bekanntlich jedes Beispiel zu irgendetwas gut ist und sei es nur als abschreckendes Beispiel, wollen wir diesen Slogan auch gar nicht hinterfragen, zumal mir in der heutigen Ausgabe (nach einem anstrengenden Arbeitstag bei der „öffentlichen“ Heimreise zur Hand genommen) eine wahre Perle des österreichischen Journalismus in die Augen stach.

Obama würde von den Europäern zum Präsidenten gewählt werden, da jeder Dritte für ihn stimmen würde.

So anstrengend kann ein Arbeitstag gar nich gewesen sein, dass einem da nicht sofort Fragen peinigen:

Weiß HEUTE, dass die USA bei den Präsidentschaftswahlen plötzlich das Wahlsystem geändert hat?

Hat man sich verlesen und steht dort eigentlich die Negation (übrigens völlig unmöglich für eine Schlagzeile): Jeder Dritte Europäer würde Obama NICHT wählen und deshalb würde er in den USA Präsident, ….

Wenn jeder Dritte einen wählt, dann hat man 33% der Wählerstimmen und nicht 75%, wie es weiter im Text heißt.
ErGoggelt man die Sache ein bißchen, kommt man drauf, dass schon vor Tagen nach der „Transatlantic Trends“ Umfrage gemeldet wurde, dass die Europäer Obama wählen würden wenn auch die erhobene Zahlen nicht ganz den im Heute kolportierten 75% entsprechen:http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j9NwiAPMiGW6dadCR47VKpuocIVA?docId=CNG.dba1457e25dcd69993828012efeb188b.801 http://derstandard.at/1345166955572/Europaeer-wuerden-Obama-waehlen http://www.bernerzeitung.ch/ausland/amerika/Mehrheit-der-Europaeer-wuerde-Obama-waehlen/story/21657639

Egal, wir lernen hier:
Erstens sind unsere PISA-Ergebnisse in Mathematik nachvollziehbar und
Zweitens sind Redakteure, die Druckwerke kritisch überfliegen, ehe die Druckpresse angeworfen wird,
HEUTE dem Sparstift zum Opfer gefallen.

Written by medicus58

18. September 2012 at 18:16

Morgen startet PAROLI

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ein neues Projekt des Online Journalismus, getragen von jungen Menschen, die frustriert scheinen über das Jetzt des Journalismus, Morgen etwas anders machen wollen.

Keine Ahnung, was rauskommt, ich werde es mir aber anschauen ….

http://www.paroli-magazin.at/

Written by medicus58

4. März 2012 at 08:19

Copy and Paste ist kein Journalismus

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In einer Krisensituation sind verläßliche Informationen essentiell um lokal richtig handeln zu können.

Gestern fand ich, eher zufällig, wieder einmal den Beweis, dass selbst Qualitätsmedien völlig unkritisch EVIDENTE Falschmeldungen übernehmen und verbreiten.

DAS KANN IN EINER BEDROHUNGSSITUATION, DIE NICHT TAUSENDE KILOMETER ENTFERNT STATTFINDET, SONDERN VOR UNSERER HAUSTÜRE FATAL WERDEN.

Beispiel gefällig? Die Onlineportale den angeführten Printmedien am 19.3. so kurz nach 19:00. Ein kurzer Blick auf die Texte zeigt, dass sie mit unterschiedlicher Headline fast ident sind und offenbar alle direkt aus der APA kamen:

Standard:
18.52: Uhr:
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

Krone:
Radioaktivität in der Luft weit unter Gefährdungslevel
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlenbelastung in Japan legte in Wien der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO- Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“. 

Presse:
19.00 Uhr – Daten über Strahlenbelastung
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte im Rahmen einer Pressekonferenz der IAEA der Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

KLEINE ZEITUNG
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte im Anschluss der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

Tiroler Tageszeitung
Aktuelle Daten über die radioaktive Strahlen-Belastung in einigen japanischen Städten legte im Anschluss der darauf spezialisierte Wissenschafter Gerhard Proehl vor. Demnach ergab sich am Samstagvormittag (Ortszeit) an mehreren Messstellen in Tokio ein Maximalwert von 0,13 Millisievert pro Stunde. Im 110 Kilometer von Tokio entfernten Kamikochi lag der Wert bei 0,18, in Nasukogen – 170 Kilometer von der japanischen Hauptstadt entfernt gelegen – 2,9 Millisievert pro Stunde.
Diese Werte liegen laut IAEO-Vorstand Andrews deutlich unter der Grenze zur Gesundheitsgefährdung. Es sei aber „zu früh, um die Daten abschließend beurteilen zu können“.

Nicht nur, dass ein kurzes Googeln gezeigt hätte, dass es sich um 
Dr. Gerhard Pröhl (nicht Proehl) gehandelt hat, führt eine Dosisleistung von 2,9 Millisievert/Stunde in weniger als 100 Tagen sicher zum Tod.
Ganz offenkundig hat man sich hier zwischen Nano-Mikro-Milli wieder einmal um Zehnerpotenzen verheddert.

Ich beziehe meine Infos über aktuelle Messungen übrigens derzeit u.a. von:
www.grs.de (Deutsch)
www.mext.go.jp (auch Englisch)
http://www.pref.miyagi.jp/ (Messungen um Sendai nur Japanisch, Zahlen aber selbsterklärend)

Written by medicus58

20. März 2011 at 08:44

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