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Wien Digital – Qual ohne Wahl

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Dass Ihr Medicus den Segnungen der EDV im Gesundheitswesen nicht ganz vorbehaltslos gegenüber steht, darf als ausreichend dokumentiert gelten:

Krankenhaus EDV: erfassten Widerspruch im Anlassfall
KAV-IT: Ohne Worte
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht
und da war da noch ELGA
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher

Was die Wiener Zeitung pointiert wie immer als Die digitale Auferstehung der „1er“ umschrieb, also die Herauslösung der IT-Abteilungen des Allgemeinen Krankenhauses und des Krankenanstaltenverbunds und ihre Vereinigung mit der IT des Magistrats zur MA 1, lässt eine nachhaltige Verböserung der Situation erwarten:
1100 IT-Mitarbeiter überwachen über knapp 86.000 IT-Nutzer, betreuen 931 Breitbandstandorte, 70 Telekommunikationsanlagen mit 69.000 Nebenstellen, knapp 23.000 mobile Endgeräte, 5100 Server, 5400 Datenbanken, 9460 Terabyte Speicher und 113.800 Arbeitsplatz-Endgeräte

Zwar konnte das auf dringlichen Wunsch (?!?) von Ex-Finanz-Stadträtin Brauner bebaute Areal an der Stadtlauerstraße nun auch ausgelastet werden und der Magistratsdirektor konnte durchsetzten, dass er durch eine letztendlich unabwendbare personelle Ausgliederung des KAV nicht die Oberhoheit über all zu viele Personalakten verliert, aber ob das Monster Sinn macht, daran darf täglich gezweifelt werden, wenn man an der IT-Helpline hängt, wenn man wieder mal nicht in seinen PC kommt oder eine Telefonverbindung hakt.

Hat sich nicht Bürgermeister Häupl noch Ende 2016 rhetorisch echauffiert, was denn ein KAV Generaldirektor so für sein Geld macht, wenn er weder Finanz- noch Personalhoheit hat und dies auch noch kurz vor seinem Abgang 2018 bekräftigt:
Umgestaltung des Wiener Spitalsträgers in eine Anstalt öffentlichen Rechts mit eigener Personal- und Budgethoheit

Kann mir irgendjemand einen 30.000 Mitarbeiter Konzern zeigen, der keine eigene IT-Abteilung mehr hat?

Written by medicus58

20. Juli 2018 at 19:12

Was wurde eigentlich aus …

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Wir erinnern uns vielleicht noch an den Ärztestreik vor zwei Jahren im Zusammenhang mit den neuen Arbeitszeitregelungen für Ärzte und die abgehobene Art wie das die damalige Gesundheitsstadträtin und ihr KAV Generaldirektor gehandhabt haben.

Es gibt einen (Ärzte-)Streik und das ist etwas ganz Besonderes
Ärztestreik: Neue Besen schießen scharf aber fürsorglich
Streikentschädigung: sind wir wieder gut … 

Als eine Folge der Streikbewegung wurden (vor der Ärztekammerwahl im folgenden Jahr) Gesprächsgruppen zwischen der KAV Führungsebene und den Ärzten zu verschiedenen Themen (Transformationsprozess, EDV, Ärzteausbildung, …) eingerichtet, in denen eine Reihe von Detailproblemen angesprochen bzw. Informationen über die im KAV zukünftig geplanten Veränderungen eingefordert werden konnten. Die Seite der Ärzte war ziemlich bunt gemischt und umfasste Ärzte in Ausbildung ebenso wie Primarärzte. Natürlich waren in diesen Gruppen auch Kammerfunktionäre- und vertreter anwesend und  diese schienen anfänglich ebenfalls sehr engagiert und hefteten sich den „Erfolg“ die Gesprächsgruppen „durchgesetzt“ zu haben an die stolz geschwollene Brust!

Dieses Engagement hat sich nach der Wahl im März 2017 offenbar in die Verteilung der Pöstchen in Kammergremien und -referaten verlagert und die Gespräche im KAV scheinen niemanden mehr abzugehen. Natürlich gibt es ja die Personalvertreter, die im ärztlichen Bereich nicht selten auch Kammerfunktionen bekleiden, die wie in der Vergangenheit ja „ständig im Dialog mit der GD stehen“, nur taten sie das ja vorher auch, ohne dass wir

zu einer befriedigenden Lösung für die Dienstkleidung,
zu einer funktionierenden EDV Lösung für die Verwaltung der Ärztedienstzeiten,
zu Klarheit über Stand und Weiterentwicklung des Spitalskonzeptes, oder der Master-Betriebsorganisation, etc.

gekommen wären.

Am 
17.5. 2019,  zeitgleich mit den Gewerkschaftswahlen finden in Wien wieder die Wahlen zur Personalvertretung statt. Also vielleicht langsam der richtige Zeitpunkt die Freunde zu fragen, weshalb es das Gesprächsforum mit der KAV GD nicht mehr gibt und ob sie uns vielleicht den diesen alten Wein („Transparenz“, „Information“, …) gar in neuen Schläuchen erneut servieren wollen, um an unsere Stimmen zu kommen.

Written by medicus58

17. Juli 2018 at 18:27

Warum die KH Nord Untersuchungskommission vermutlich wenig bringt

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Ist mal wieder typisch Wienerisch. Schon vorher zu wissen, dass eh alles wieder nix bringen wird und zum Spritzwein greifen.
Sie hätten angesichts der heutigen Überschrift jedes Recht die Lektüre dieses Beitrags angewidert abzubrechen, jedoch geben Sie mir eine Chance und reden wir in einem Jahr weiter …

Wie die Linksammlung am Ende beweist, habe ich mir über das „Leuchturmprojekt der Wiener Krankenhausreform“ schon mehrfach Gedanken gemacht und diese will ich nicht wiederholen, heute geht es um einen anderen Aspekt:
Bisherige Rechnungshofberichte und die medialen Kommentare in den letzten Monaten scheinen sich einig, dass die Erklärung für Verzögerungen und Preissteigerungen beim Krankenanstaltenverbund lag, weil er sich ein zu großes Projekt selbst zugetraut hat. 

So ganz falsch ist das zwar nicht, aber auch sehr bequem, weil die beteiligten Gesundheitsstadträtinnen Brauner, Wehsely und Frauenberger politisch und die Generaldirektoren des KAV Marhold und Janßen längst operativ abgetaucht sind und der erste Zeuge der vom U-Auschuss vorgeladen wird, Wetzlinger , bis vor kurzem nichts mit der Sache zu tun hatte.

Natürlich beweisen auch die zahllosen Berater, die im KAV ein und (mit satten Honoroaren wieder) aus gingen, dass man wenig Vertrauen in die eigene Kompetenz und offenbar gar kein Vertrauen in sein eigenes Personal hatte. Auch das wird der U-Ausschuss erneut feststellen, aber damit vielleicht Wesentliches übersehen.

Ich bin aber höchst pessimistisch, dass der rot-grüne U-Ausschuss dort ansetzen wird, wo meiner Meinung nach das eigentliche Übel dieses und vieler anderen Projekts lag:
Der unbedingte Wille mit ganz bestimmten Anbietern (Firmen, Freunden, …) ins Geschäft kommen zu wollen!

Wer nur die Durchführung des Projekts untersucht, der wird natürlich zahllose Fehlentscheidungen und absurde Einzelentscheidungen (Energetiker) zu Tage fördern und mit der Frage konfrontiert sein, ob denn da alle Beteiligten zu viel vom erwähnten Spritzwein hatten. Völlig unklar bliebe aber, weshalb dieser Krankenanstaltenverbund (damals noch in Form einer Magistratsabteilung!) vor gar nicht so langer Zeit ein anderes Wiener Spital innerhalb des Termin- und Kostenplans fertigstellen konnte, wenn die Leute jetzt so unfähig agieren.
Diese Projekt ruhte damals übrigens auf viel weniger entscheidungsberechtigten Schultern als das KH Nord heute!
Wie können aber die Verantwortlichen, überwiegend Beamte der Stadt Wien und einige Bundesbeamte in Form der späteren leitendend Ärzte, die auch manch andere Großprojekte relativ problemlos durchziehen konnten, plötzlich jede Kompetenz verlieren und sich
beim Bau des KH Nord mehr am  Skylink als am Donauspital orientieren?

Wenn sich der U-Ausschuss nicht auch mit dieser Frage beschäftigt und (so wie der RH) die Vorgeschichte des KH Nord vor dem ersten Spatenstich ausspart, dann wird er erwartungsgemäß nur wieder zu den bisherigen und für alle bequemen Schlüssen kommen: Selbstüberschätzung

Vergleiche: Eine Baustelle und kein Ende in Sicht
Warum sucht eine Stadt im Mai 2006 für ein öffentliches Spital einen privaten Partner,
der sowohl Grundstück als auch das Geld und den eigenen Generalunternehmer (PPP) beistellen soll?
Worin lag der Sinn zuerst klein und mehrstufig dann (auf Wunsch Wehselys im Jänner 2007) groß zu bauen?
Welche Rochaden gab es und warum, bis ein Jahr später im Bieterkonsortium PORR, Vamed und SIEMENS vereint waren, und wie findet sich ein Bieterkonsortium ehe man noch den Architekturwettbewerb (April bis Dezember 2008) fertig und ehe man offiziell ein Grundstück dafür hatte?
Hat dann doch die Stadt Wien das Grundstück selbst gekauft, zerbricht plötzlich das Bieterkonsortium und der KAV will ohne das Konsortium in Eigenverantwortung bauen. (OK manche erklären das in anderer Reihenfolge mit einem EU Kredit, aber man wird ja sehen …)
Trotz allem sind sowohl die PORR  als auch die SIEMENS als Kontrahenden weiterhin massiv in das Projekt involviert geblieben und nach der VAMED wird in alter AKH Tradition immer wieder gerufen, um das Projekt KH Nord zum Laufen bringen.

Über den bisherigen Rest der Geschichte wird ohnehin seit Jahren viel geredet, nicht zuletzt seit Stadträtin Wehsely gerade zu der Firma Siemes wechselte, bei der Ihr Vater Hans (Jg. 1943) als Leiter des Beteiligungsmanagements bei Siemens AG Österreich. und im Aufsichtsrat tätig war. Daneben war er übrigens u.a. auch in der Arbeiterkammer Wien, bei den VEW (Vereinigte Edelstahlwerke), Böhler GmbH, Böhler Edelstahl G. & Co, bei der Österreichischen Post AG und der Baugesellschaft HABAU GmbH.

Ob sich so PPP-Projekte rechnen, mögen Wirtschafter entscheiden, aber dass die Vorgänge vor dem Spatenstich vielleicht mehr die nachfolgenden „Blödheiten“ erklärt, als eine reine Selbstüberschätzung der Verantwortlichen, schien bisher niemanden so im Detail interessiert zu haben.

Stellen Sie sich einen Ozeandampfer vor,
dessen stets neue Kapitäne gar nicht an Bord sind,
auf dessen Brücke stets neue Steuermänner/frauen geschickt werden,
dessen Kurs und Frachtgut man dauend ändert,
dem man einmal Rabat in diesem oder jenen Hafen verspricht,
der vor lauter Lotsen vor sich schon nicht mehr die Untiefen im Wasser sehen kann
und den man mit Selbstfindungsseminaren beschäftigt,
ob er denn überhaupt ein Ozeandampfer wäre.
Ja, und dann beantworten Sie die Frage, ob den die, die da dauern auf einem sich am Stand drehenden Schiff scheinbar planlos hin und her laufen, an dieser offenkundig ausweglosen Lage selbst schuld sind und an Selbstüberschätzung leiden.

Übrigens laufen grad die drei Wochen ab, die der neue Stadtrat dem KAV Management für einen Art Kassensturz und bindende Eröffnungstermine gegeben hat …..  nur mal so.

Links:
Just Bad Weibs um das KH Nord oder das Ende des Roten Konsenses?
Das wahre Problem am Esoterik Skandal im KH Nord
Weshalb sich niemand mehr über einen RH Bericht zum KH Nord aufregt
Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt
Wie man Skandale übersteht …
Hat der weiße Murl seine Schuldigkeit getan?

Written by medicus58

20. Juni 2018 at 17:56

Was hat denn die Wiener Personalpolitik mit der Wahl-Schlammschlacht zu tun?

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Gehen wir einmal davon aus, dass die Bundes-SPÖ den Bundeskanzler verliert,
vermutlich sowohl den Posten als auch den aktuellen Akteur,
dann kann das der Wiener-SPÖ helfen die Macht im Rathaus zu behalten.
Häupls Sager Opposition wäre etwas Ehrenhaftes bezog sich schließlich auf den Bund und nicht die Bundeshauptstadt.

Irgendwie eigenartig, dass in aktuellen Schlammschlacht zwar nebenher erwähnt wird,
dass sich auch die Wiener SPÖ der Dienste Silbersteins bedient hat,
dass der SPÖ Bundesgeschäftsführer Niedermühlbichler  vom Stil dieses Beraters aber völlig überrascht war und deshalb reumütig zurückgetreten ist,
nur dass Niedermühlbichler von Häupl in die Bundes-SPÖ geschickt wurde, bleibt unerwähnt.
Es schiene mir ergiebig einmal nachzurecherchieren, welcher Kausalzusammenhang zwischen beiden Vorgängen besteht. Ökonomisch wäre für die SPÖ der Verlust ihres Einflusses in Wien („Firmengeflecht“)jedenfalls desaströser als die Oppositionsbank im Bund, dies scheint evident.

Wie rücksichtslos die Personalpolitik der Wiener SPÖ ist, lässt sich gut im Wiener Krankenanstaltenverbund verfolgen.
Hier wird ein unglaubliches Führungsvakuum perpetuiert, um fachlichen Widerspruch zu verhindern.

Bereits Ende März 17 trennte man sich vorzeitig vom Generaldirektor, da Häupl plötzlich nicht mehr wusste, wofür man ihn überhaupt zahlt, obwohl man Janßen erst zum Jahreswechsel 16/17 zum Verantwortlichen für das KH Nord erklärte.  Das alles, obwohl man sich erst Monaten später über die neue Struktur des 30.000 Mitarbeiter Betriebes einigte.
Jetzt trennt man sich auch vom Generaldirektor-Stellvertreter Balazs, der die Hauptverantwortung für das Nord geerbt hat, obwohl er zu Beginn der Planungen des Krankenhauses noch für Siemens am Balkan werkte. Sein Vertrag läuft noch bis März 2018, die neue Struktur des KAV wird aber 1.1.2019 fest stehen.
Vielleicht stimmt das Gerücht, dass die aktuell Balazs unterstellte EDV ins Magistrat wandert und das kann dann kein ernst zu nehmender Konzernführer akzeptieren.
Dass inzwischen kaum mehr innerhalb des Konzerns irgendwer irgendwas entscheiden kann, scheint das Rathaus ebenso wenig zu interessieren, wie andere Kollateralschäden, Priorität hat das politische Durchgriffsrecht.

Wäre das ausschließlich ein Stil der (Wiener) SPÖ, wäre die Entscheidung für den aufmerksamen Wähler einfach.
Die Scheiße, die jetzt in der Schlussphase des Nationalratswahlkampfes aufgewühlt wurde, zeigt jedoch nur allzu deutlich,
mit welcher Kaltschnäuzigkeit man sich übel beleumundeter Berater bedient,
eigene Spitzenkandidaten stürzt,
bereits über neue Koalitionen verhandelt, während man noch von konstruktiver Zusammenarbeit lallt.

Wenn hier jemand wesentliche Unterschiede zwischen SPÖ & ÖVP sieht, zeigt vermutlich mehr seine Unwissenheit oder ideologische Blindheit.

Die wahre Frage bei der kommenden Wahl muss also lauten, wem ist (aus Überzeugung oder Unfähigkeit ist zweitrangig) am ehesten zuzutrauen,
dass er die gewonnene Macht nicht ausschließlich instrumentalisiert.
Wie die jeweiligen Parteien vorgehen, zeigt sich am deutlichsten dort, wo sie die Möglichkeit zur Personalpolitik haben. Diejenigen, die noch keine öffentlichen Bereiche kontrollieren können, sollte man an ihrer internen Personalpolitik beurteilen. Das Beispiel Wien zeigt, dass die Beteiligung einer kleinen und daher notgedrungen machtfernerer Partei überhaupt nichts ändert.
Es läuft auf eine alte, wenn auch wenig erfreuliche politische Erkenntnis hinaus:

Solange man uns noch Demokratie zubilligt, haben wir nur eine Waffe:
Analyse und Abwählen

Written by medicus58

7. Oktober 2017 at 20:11

Häupl wird gehen, na und?

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Der Blätterwald rauscht, die SPÖ Kampagne zur Nationalratswahl strauchelt, der Wiener Bürgermeister hat am 26.8.2017 der APA mitgeteilt, dass er Ende Jänner 2018, also in 5 Monaten als Wiener SPÖ Chef zurücktreten wird, bald danach auch als Bürgermeister.
Überraschend kam das nicht, schließlich hat er schon im April verkündet, dass er spätestens drei Monate nach der Nationalratswahl die Ämter des SPÖ-Vorsitzenden und Bürgermeisters übergeben will.

Ja, so macht man es, rechtzeitige Ankündigung, Rücktritt erst nachdem ein Nachfolger, eine Nachfolgerin gefunden wurde
(sich durchgeboxt hat, überlebt hat, ….).
Ist einem das Schiff wichtig, dann lässt man es nicht führungslos, schließlich müssen doch täglich wichtige Entscheidungen getroffen werden, Weichen gestellt, Posten besetzt und Aufträge vergeben werden. Ist für all das kein Generaldirektor notwendig, kann man den Posten ja gleich einsparen.

Bemerkenswert, wenn diese Strategie andernorts in dieser Stadt nicht so gefahren wird.

Am 20.3.2017 trennte sich die Stadt vom Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes.

5 Monate, 1 Woche, 3 Tage bzw. 163 Tage oder 23 Wochen, 2 Tage später (heute ist der 29.8.2017) wurde die vakante Position noch nicht einmal ausgeschrieben!

Gesundheit ist unsere Stärke verspricht der KAV auf seiner Homepage, vorausschauende Führung scheint da weniger erforderlich, für eine der mit elf Spitälern, drei Geriatriezentren (und dem Sozialtherapeutischen Zentrum Ybbs) sowie acht Pflegewohnhäusern (KAV) größten Gesund­heitsein­richtungen in Europa. 

Kennen Sie einen Großkonzern der Welt, der es sich leisten konnte so lange ohne Führung zu sein?
oder will ohnehin niemand, dass der KAV geführt wird sondern ausschließlich Befehle ausführt?

Würden diese aber statutengemäß aus dem Gemeinderat kommen, dann ist das Zögern auch wieder unverständlich, denn wir haben einen gewählten Gemeinderat, der die Ausschreibung doch fordern könnte!
Wir haben auch eine zuständige Stadträtin, die doch ein großes Interesse haben sollte, den Posten zu besetzen, dessen wesentliche Aufgabe die Kommunikation mit der amtsführenden Stadträtin der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Frauen, der Magistratsdirektion und anderen Dienststellen des Magistrates ist, um im Rahmen dieser Zusammenarbeit allgemeine Strategien, Rahmenbedingungen und Richtlinien für den KAV zu erarbeiten und umzusetzen.

All die am Papier maßgeblichen Stellen sollten eigentlich arbeitsfähig sein und ein großes Interesse an einer raschen Nachbesetzung des Generaldirektorpostens im KAV haben. Es sei denn, der KAV würde als Vorfeldorganisation der Wiener SPÖ betrachten werden, dann macht es wiederum Sinn abzuwarten, wie das Spiel dort ausgeht ….

sieht das sonst niemand so?

 

Written by medicus58

29. August 2017 at 17:52

Skandale verstecken sich hinter ihren Nachfolgern: RH Bericht Wien

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Blöd für die Stadt Wien, dass das mühevoll eingefädelte „Bleiben bis zur nächsten Nationalratswahl“ durch die innenpolitischen Ereignisse im wahrsten Sinn des Wortes kürzer ausfällt, als es sich Bürgermeister Häupl wohl erhoffte,
jedenfalls ist die Veröffentlichung des Rechnungshofberichtes über den KAV medial auf die hintersten Plätze verwiesen worden. In einer ersten Stellungnahme glaubt sich auch der KAV mit Verweis auf den bereits erfolgten Abgang des Generaldirektor und natürlich schon längst eingeleiteter Reformen der Kritik entheben zu können. Wer sich die 134 Seiten des Originals nicht selbst durchlesen möchte, für den habe ich mir erlaubt einige mir persönlich relevant erscheinender Passagen hier hervorzuheben:

Beim KAV handelte es sich innerhalb der Wiener Stadtverwaltung mit rd. 27.000 von insgesamt rd. 58.000 Bediensteten (in Vollzeitäquivalenten (VZÄ)) zum Stichtag 31. Dezember 2015 um die bei weitem größte Dienststelle; auch österreichweit war die Stadt Wien mit dem KAV die größte Arbeitgeberin im Gesundheits– und Pflegebereich. In der Generaldirektion des KAV selbst waren im Jahr 2015 rd. 280 VZÄ beschäftigt.

Als strategische Vorgabe für den KAV war u.a. das aus 2011 stammende Spitalskonzept 2030 relevant; das auch mit diesem verfolgte Ziel einer erhöhten Eigenständigkeit des KAV stand im Spannungsverhältnis zur Unternehmungs–Eigenschaft des KAV.

Von den für 2013 bis 2017 festgelegten 42 Zielen waren nur fünf an eine konkrete zeitliche Vorgabe gebunden. Selbst davon war bisher nur eines vollständig umgesetzt. Die Gründe für die Nichterreichung der Ziele bzw. für die notwendig gewordene Fristverlängerung waren nicht nachvollziehbar; die Nichterreichung der Ziele hatte keine nachvollziehbaren Konsequenzen.

Die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten waren so ausgestaltet, dass der – mit dem Generaldirektor monokratisch organisierte – KAV in wesentlichen Bereichen einer regulären Geschäfts– und Betriebsführung (z.B. Personal, Finanzen) unselbstständig war.

Das Aufsichtsgremium war zwar einem gesellschaftsrechtlichen Aufsichtsrat nachgebildet, hatte jedoch nicht die entsprechenden Kompetenzen, wie etwa für Bestellung und Abberufung der Geschäftsführung.

Die für die Geschäfts– und Betriebsführung einer so großen und komplexen Organisation im Gesundheitsbereich unerlässlichen organisationsweiten Management– und Steuerungsinstrumente (Risikomanagement, Internes Kontrollsystem, Projekt– und Prozessmanagement, Beschaffungscontrolling etc.) waren nicht oder nicht in ausreichendem Maße implementiert

Aufgrund des fehlenden Gesamtkonzepts war auch für die weitreichendste Änderung – die Einführung eines Vorstandskein inhaltlicher und strategischer Kontext gegeben.

Bei der Zusammenführung jener Organisationseinheiten, die nunmehr den Vorstandsbereich HCM bilden, waren die vormaligen Führungskräfte und deren Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter mehr als ein halbes Jahr keinen Programmbereichen bzw. Themen zugeordnet.

Da der KAV eine Unternehmung im Sinne des § 71 Wiener Stadtverfassung war, bestand keine rechtliche Grundlage für eine Geschäftsführung durch ein Kollegialorgan. Trotz eines – im Vergleich zu den Mitgliedern des Vorstands bzw. der Geschäftsführung von als Kapitalgesellschaften eingerichteten Unternehmen des Bundes – geringeren Maßes an Verantwortung lagen die Gehälter der Vorstandsmitglieder des KAV jedoch deutlich über dem branchenübergreifenden Durchschnittswert von Kapitalgesellschaften mit Bundesbeteiligung.

Der Generaldirektor erließ weder nach der Änderung der Geschäftsordnung 2013 noch nach der Änderung 2015 eine entsprechend angepasste, neue Geschäftseinteilung. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass die Zuständigkeiten der neuen Vorstandsbereiche, wie SSC Betrieb, SSC Einkauf oder HCM, nicht verbindlich geregelt waren. Erst Ende Februar 2016 erging schließlich eine neue Geschäftseinteilung.

Das von der Stadträtin eingerichtete Aufsichtsgremium beschäftigte sich – trotz seines Auftrags, die Umsetzung der strategischen Ziele zu kontrollieren – nicht mit einem unternehmensweiten Risikomanagement im KAV; die Stadträtin forderte dies auch nicht nachvollziehbar ein.

Entgegen den Vorgaben in den Bezug habenden Erlässen fasste das Aufsichtsgremium nur in Einzelfällen inhaltliche Beschlüsse; in diesen Fällen war häufig nicht erkennbar, ob diese einstimmig oder mehrheitlich zustande kamen.

Hinsichtlich der Vorgangsweise hielt der RH kritisch fest, dass erst der Erlass vom Jänner 2014 eindeutig regelte, worüber und in welcher Form das Aufsichtsgremium tätig werden sollte. Weiters bemängelte der RH, dass der Erlass sowie die Geschäftsordnung für die Generaldirektion des KAV hinsichtlich eines Aufgabenbereichs (Interne Revision) des Aufsichtsgremiums vom Statut abwichen.

Der RH empfahl daher der Stadt Wien, auf die Einhaltung der Pflichten des Vorstands hinzuwirken, um in weiterer Folge eine effiziente, nachhaltige und den rechtlichen Grundlagen entsprechende Überwachungs– und Steuerungstätigkeit des Aufsichtsgremiums sicherzustellen.

Ein KAV–weites IKS (Internes KontrollSystem) fehlte nach wie vor. Dies, obwohl der KAV u.a. seit einem Erlass des Magistratsdirektors aus 2004 verpflichtet war, ein IKS einzuführen und seit Juni 2015 ein IKS–Konzept vorlag.

Das im KAV vorhandene Projektmanagement–Wissen wurde nicht organisationsweit gebündelt (z.B. Projektcontrolling); statt hausinternen Expertinnen und Experten wurden externe Beraterinnen bzw. Berater herangezogen, obwohl hohe Projektmanagement–Kompetenz im KAV bestand. Die im Jahr 2011 in der Generaldirektion eingerichtete Stabsstelle „Multiprojektkoordination“ (MPK) war für die Abwicklung der Projekte im Rahmen des Spitalskonzepts 2030 zuständig. Bei den MPK–Projekten fehlten wesentliche Teile eines Projektportfoliomanagements (z.B. gesamthafte Kapazitätsplanung über alle Projekte oder Projektrisikomanagement); auch das MPK–Projektcontrolling war unzureichend. Nicht klar war, wer im KAV für die Projektorganisation für große Bauprojekte zuständig war.

Im KAV bestand keine umfassende zentrale Übersicht über alle Rahmenvereinbarungen und –verträge; jene Vereinbarungen und Verträge, die von den Krankenanstalten abgeschlossen wurden, waren der Generaldirektion oft gar nicht bekannt.

Seit Jahren bestanden innerhalb des KAV parallel zwei verschiedene Versionen eines Enterprise–Resource–Planning–Systems (Software, die sämtliche in einem Unternehmen ablaufenden Geschäftsprozesse unterstützt), was zusätzlicher Abstimmungen und Schnittstellen bedurfte. Auswertungen und Budgets waren dadurch nicht KAV–weit allgemein vergleichbar. Zur Unterstützung bei der Zusammenführung der beiden Versionen beauftragte der Vorstand ein externes Beratungsunternehmen. Diesem Auftrag lag ein Beratungsvertrag zugrunde, dessen Leistungsgegenstand so allgemein formuliert war, dass allein 2015 (Laufzeit des Vertrags bis 2017) Leistungen für mehr als 2,2 Mio. EUR für unterschiedliche (Groß)Projekte abgerufen wurden.

Bis zum Jahr 2014 (Budget 2015) erstreckte sich die Planung im KAV über die Monate Mai bis August. Danach forderte die Stadt Wien zusätzlich die Mehrjahresplanung per Mai ein. Durch den vorverlegten Abgabetermin war der KAV gezwungen, bereits im Jänner mit der Budgetierung zu beginnen. Aufgrund der Verlängerung des Planungsprozesses um rund vier Monate mussten die Planwerte oftmals verifiziert und überarbeitet werden, was erhebliche Personalkapazitäten band.

Eine langfristige Strategie des KAV für den Vorstandsbereich Personal war für den RH nicht ersichtlich, zumal im KAV nur Personalverwaltung stattfand und wesentliche Elemente eines Personalmanagements zur Zeit der Gebarungsüberprüfung fehlten.

Die Leitung des Vorstandsbereichs Personal wäre ehestens dauerhaft mit einer dafür qualifizierten Person zu besetzen.

Hinsichtlich der Personalführung erhöhten in manchen Fällen unstrukturiertes Vorgehen des Vorstands und über einen langen Zeitraum unvollendete Konzepte laut Ergebnissen von Mitarbeiterbefragungen die Unsicherheit sowie Unzufriedenheit der Belegschaft. In der Generaldirektion fanden Mitarbeiterorientierungsgespräche nicht überall und regelmäßig statt.
Personalauswertungen wurden im Wesentlichen von einem einzigen Mitarbeiter erledigt. Der Magistrat stellte der Generaldirektion Personaldaten nur sehr eingeschränkt zur Verfügung.

Seit dem Jahr 2012 verdreifachten sich die Gesamtkosten für externe Beratungsleistungen nahezu (2015: 16,98 Mio. EUR). Insgesamt gab der KAV im Zeitraum 2012 bis 2015 48,23 Mio. EUR für externe Beratungsleistungen aus, davon die Generaldirektion 37,25 Mio. EUR. Dies vor dem Hintergrund, dass vor der Beauftragung von externen Beratungsleistungen keine nachvollziehbaren Kosten– Nutzen–Analysen durchgeführt wurden.

Leistungen, die Dienststellen des Magistrats für den KAV erbrachten, mussten daher finanziell abgegolten werden. Dies betraf bspw. die von der Magistratsabteilung 6 für die Krankenanstalten des KAV erbrachten Buchhaltungsdienstleistungen.

Dem Gemeinderat waren als oberstes Organ der Stadt Wien gegenüber dem KAV wesentliche (Aufsichts–)Befugnisse vorbehalten.

Im letzten entsprechenden Erlass hatte der Magistratsdirektor die Befugnisse des ehemaligen Generaldirektors aber dahingehend erweitert, dass einzelne Dienstpostenumwandlungen innerhalb aller Berufsgruppen der Unternehmung möglich waren, sofern sich der Gesamtrahmen des Dienstpostenplans nicht änderte und das Ausmaß der Änderungen 3 % der Gesamtanzahl der systemisierten Dienstposten des KAV nicht überschritt. Dieser Erlass stammte jedoch aus dem Jahr 2005 und war mittlerweile außer Kraft. Seither traf der Magistratsdirektor entsprechende Festlegungen nicht in Erlassform, sondern zweimal per Schreiben (2010 und 2013/2014) an den Generaldirektor des KAV; er erweiterte darin die Möglichkeiten der selbstständigen Wahrnehmung der Personalangelegenheiten durch den Generaldirektor neuerlich. So lag die Grenze für das Ausmaß der Änderungen der Gesamtanzahl der systemisierten Dienstposten des KAV nunmehr bei 5 %. Änderungen, die über diese vom Magistratsdirektor festgelegten Ermächtigungen hinausgingen, oblagen weiterhin den zuständigen Dienststellen des Magistrats.

Nachvollziehbare Erläuterungen darüber, wie durch die Neuerungen im Statut eine größere Eigenständigkeit des KAV erreicht werden sollte, fehlten auch in den Materialien zum Gemeinderatsbeschluss.

Im Jahr 2013 änderten der damalige Generaldirektor, dessen Stellvertreter und der Direktor für Infrastruktur und Organisationsentwicklung in Absprache mit der Stadträtin die Aufbauorganisation der Generaldirektion – insbesondere durch Einführung eines Vorstands – grundlegend. Der damit eingeleitete Umstrukturierungsprozess dauerte an und wurde 2015 unter dem neuen Generaldirektor mit einer abermals geänderten Geschäftsordnung fortgesetzt. So wurde im Jahr 2015 die Zuständigkeit für die drei Vorstandsbereiche erneut geändert oder der gerade erst eingeführte Unternehmenszweig Support wieder aufgelöst.

Der RH empfahl daher dem KAV, in Zukunft zusammenzuführende Bereiche erst dann aufzulösen, wenn Aufbau und Rollenverteilung in der neuen Struktur bereits feststehen.

Laut Geschäftsordnung sollte der Vorstand in Verwirklichung diverser Zielvorgaben die Geschäfte der Unternehmung führen, obwohl er kein Organ im Sinne des Statuts des KAV war.

Der RH stellte kritisch fest, dass der Generaldirektor seine Zuständigkeit für sämtliche Schlüsselbereiche der Betriebs– und Geschäftsführung an die anderen Vorstandsmitglieder delegiert hatte, ohne im Rahmen seiner Richtlinienkompetenz mit den anderen Vorstandsmitgliedern Zielvorgaben zu vereinbaren.

Jede Abteilung entwickelte dabei ihre eigenen Standards (Handbücher, Formulare und Prozesse). Es existierten wenige Schnittstellen zwischen den Projektmanagement–Teams. Das Projektcontrolling war je nach Bereich unterschiedlich aufgesetzt.

Der Vorstand präsentierte im Februar 2016 auf Führungsebene sein theoretisches Modell für ein „Transformationsprogramm“; dabei handelte es sich um ein umfangreiches Umsetzungsprojekt zum Spitalskonzept, das aus Teilprojekten bestehen soll und an dem neben Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern von verschiedenen Abteilungen auch externe Beraterinnen bzw. Berater mitarbeiten sollen. Dieses Programm war aber zur Zeit der Gebarungsüberprüfung noch nicht gestartet; aus der vorgelegten Präsentation ging nicht hervor, ob die Stabsstelle „Asset–Management Spitalskonzept“ dabei eine Rolle spielen sollte.

Je nachdem, in welchem Bereich (z.B. Einkauf, Instandhaltungen, IT) solche Vereinbarungen/Verträge abgeschlossen wurden, erfolgte die Erfassung unterschiedlich, zum Teil auf einer Datenplattform, in unterschiedlichen Excel–Listen etc.

Der RH kritisierte, dass der KAV trotz der Größe seiner Organisation über kein aussagefähiges betriebswirtschaftliches und medizinisches Controlling verfügte. 

Der RH hielt kritisch fest, dass die Erledigung der Buchhaltung durch die Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter der MA 6 mit Reibungsverlusten belastet war.

Die Mehrjahresplanung bestand zum Großteil aus verbalen Beschreibungen und enthielt nur zwei Zahlentabellen („Finanzübersicht inkl. Maßnahmen“ und „Investitionen netto“) ohne konkretere Details.

Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten an sehr vielen Gremien bzw. Arbeitsgruppen und Jours fixes teilzunehmen.

Durch die Einbettung des KAV in den Magistrat der Stadt Wien ergab sich für die Unternehmung – mit seinem sehr personalintensiven Kerngeschäft – eine besondere Konstellation im Personalbereich. Der Magistrat der Stadt Wien hatte die Personalhoheit über die Bediensteten; eine enge Zusammenarbeit mit der Magistratsabteilung 2 (MA 2), Personalservice, und der Hauptgruppe II der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (HG II), war notwendig und führte mitunter dazu, dass sich die Umsetzung einiger Projekte oder Umorganisationsmaßnahmen verkomplizierte bzw. verzögerte.

Weiters teilte die Stadt Wien mit, dass der häufige Wechsel in den Führungsebenen in der Generaldirektion der letzten Jahre, aber auch die laufenden Änderungen struktureller und personeller Art, es erschwert hätten, das Mitarbeiterorientierungsgespräch in der Generaldirektion flächendeckend und regelmäßig mindestens einmal in zwei Jahren anzuwenden.

Es konnten z.B. weder Wechsel von Personen innerhalb einer Dienststelle noch Zu– und Abgänge im Personalstand automatisch nachvollzogen werden. Auch war nicht eruierbar, ob die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Dienststellen richtig administriert wurden (z.B. richtige Zuordnung zur Kostenstelle).

Wie die Tabelle zeigt, war insgesamt rd. ein Sechstel der gesamten Beratungskosten (rd. 6,18 Mio. EUR) weder einem Projekt noch einem Auftrag zugeordnet. Während dies 2012 noch rd. 62 % der Beratungskosten betraf, betrug dieser Anteil 2015 rd. 4 %; rd. 87 % waren nunmehr sowohl einem Projekt als auch einem Auftrag zugeordnet.

Der KAV vergab Anwaltsleistungen überwiegend im Wege von Direktvergaben; gemäß Bundesvergabegesetz 2006 war eine Direktvergabe nur zulässig, wenn der geschätzte Auftragswert 100.000 EUR nicht erreichte. Anhand beispielhaft ausgewählter Fälle stellte der RH Folgendes fest: – Vergleichsangebote für Anwaltsleistungen mit einem geschätzten Auftragswert unter 100.000 EUR waren in den Verfahrensunterlagen nicht dokumentiert. – In einigen Fällen wurde jeweils ein Anwalt mit offensichtlich zusammengehö- renden Beratungsleistungen im Sinne des Bundesvergabegesetzes 2006 einzeln beauftragt und der jeweilige geschätzte Auftragswert unter 100.000 EUR angesetzt. Eine nachvollziehbare Begründung für die Einzelbeauftragungen fehlte in den Verfahrensunterlagen jedoch.

Weiters wiederholte die Stadt Wien, dass die Empfehlungen des RH zur eigenen Rechtspersönlichkeit des KAV aktuell im Rahmen des Projekts „Wien Neu denken“ behandelt würden

Irgendwie kommt man da zum Schluss, dass die Probleme mit dem Abgang des Generaldirektors kaum gelöst sind, dazu sind m.E. die Kritikpunkte an Gemeinderat, Magistrat, Aufsichtsgremium und internen Strukturen und Vorgängen (insbesondere die Sache mit dem Bundesvergabegesetz) doch zu weitreichend, von der politischen Verantwortung der Stadträtin einmal ganz zu schweigen …
Es steht aber zu befürchten, dass das alles vom bundes- und landespolitischen Bäumchen-wechsle-dich-Spiel zugedeckt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

Written by medicus58

15. Mai 2017 at 18:52

Janßen identifizierte sich nicht mit dem Gesamtinteresse der Stadt Wien und musste gehen

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Spätestens seit dem noch immer beim Arbeitsgericht anhängigen Verfahren Dr. Rainer gegen die Stadt Wien wissen wir, dass sich die Stadt Wien von Mitarbeitern – unabhängig von ihren sonstigen herausragenden fachlichen Fähigkeiten – trennt, wenn diese sich „nicht mit dem Gesamtinteresse der Stadt Wien“ identifizieren.
Hier haben wir das vor über einem Jahr unter Dr. Rainer kann nicht KAV Generaldirektor werden: Fehlendes Gesamtinteresse der Stadt Wien gegenüber  thematisiert.
Es darf zwar bezweifelt werden, dass es sich nun beim unfreiwilligen Abgang von Udo Janßen aus dem KAV genauso zugetragen hat,
jedoch hat es die frisch-gebackene Gesundheitsstadträtin Frauenberger ähnlicho dargestellt: Das Vertrauen ist verloren gegangen“ und aus die Maus!

Wenn für Sie, liebe Leser, die beiden Vorgänge auf den ersten Blich wenig miteinander zu tun haben, beweist dies nur, dass wir es bereits völlig akzeptiert haben, dass ungenügend definierte „Befindlichkeiten“ für die Berufskarriere bei der Gemeinde Wien wesentlicher geworden sind, als harte Fakten.
Wenn Sie aber nun glauben, dass ich Herrn Janßen auch nur eine Träne nachweine, darf ich Sie auf die nachfolgenden Links verweisen,
nur ist das nicht der Punkt.

Da die neue Organisationsstruktur (Auslagerung, …) des KAV zumindest in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt wurde, wird es auch in dieser Phase kaum gelingen, einen ernsthaften Manager als Nachfolger zu finden. Wer übernimmt die Kapitänswürde auf einem Schiff, von dem weder bekannt ist, wohin es fahren wird, noch, ob es nicht überhaupt fliegen oder tauchen muss! Bis zu dieser Entscheidung, hätte man vom ehemaligen Heilsbringer vielleicht noch eine Gegenleistung für sein Salär verlangen können, und wenn es wie bei der Post-Auslagerung in einer Stiftung wäre …..

Vielleicht werden Sie auch sagen, dass durch den Abgang Wehselys (Ciao, Sonja Ciao; Leider nicht (16.5.) aber JETZT !!! ) das Trachtenpärchen der KAV Priviatisierung (Kleine(r) Mann/Frau was nun) gespalten war und es nur eine Frage der Zeit war, dass sich Wehselys Nachfolgerin einen Generaldirektor suchen wird, der auch ihr Vertrauen genießt, nur ist mir Vertrauen und Identifikation, so wichtig das AUCH ist, als Hauptargument zu wenig!

Der Punkt ist, weshalb die Stadt Wien plötzlich kein Vertrauen mehr in den Mann mehr hat, den man als Wunderwuzzi von seinem deutschen Schreibtischposten weggeholt und zuerst in die Direktion eines der größten Krankenanstaltenbetreibers Europas gehievt hat.
Der Punkt ist, weshalb die Stadt Wien einst so großes Vertrauen in Janßen hatte, dass er, sobald sein Vorgänger Marhold knapp nach einer Vertragsverlängerung als Generaldirektor mehr Interesse für seine Privatordination verspürte als für den KAV, Janßen vom Direktor zum Generaldirektor emporhob, obwohl sein Führungsstil, seine Tendenz zur Fremdvergabe, ….. ja alle seine Qualifikationen schon längst offenkundig waren:
16.4.2014 Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt ….
14.9.2014 Miniwahr KAV: Recht v.s. Propaganda und noch was anderes in dem Zusammenhang

Wer aber dem Ex-General nun das Debakel um das KH Nord anhängen möchte, hat zwar seit 1.1.2017 (Hat der weiße Murl seine Schuldigkeit getan?) formal Recht, negiert aber, dass die wesentlichen Fehlentwicklungen lange vor seiner Bestellung passierten.

Wer dem Ex-General nun die Misere der Strahlenbetten anhängen möchte, sei auf diesen Beitrag verwiesen:
Anmerkungen zur hektischen Debatte um die Strahlentherapie

Wer dem Ex-General nun die katastrophale Kommunikation anhängen möchte, übersieht die glücklichen Gesichter derer, die diesen Weg immer mit-bejubelten: KAV: Wenn das alles ist

Ich bezweifle, dass es im Fall Dr. Rainer die angeblich fehlende Identifikation mit dem Gesamtinteresse der Stadt war, weshalb er nicht verlängert wurde und
ich bezweifle, dass es im Fall Janßen, der uns allen unendlich teuer kommen wird, um Vertrauen ging.

Mich beschleicht der Verdacht, dass Janßen jetzt plötzlich gehen musste, um ihm nicht die Gelegenheit zu geben, zum nächsten Rechnungshofbericht (diesmal über das KH Nord) öffentlich Stellung nehmen zu können. Wir werden sehen wie viel Geld der Maulkorb kostet.

 

Written by medicus58

21. März 2017 at 17:40

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

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KAV Mitarbeiter erfahren es immer zuerst aus der Krone

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Paukenschlag: Wiens KAV-Chef Janßen zurückgetreten
http://www.krone.at/oesterreich/paukenschlag-wiens-kav-chef-janssen-zurueckgetreten-nach-skandalserie-story-560151

auch eine Form der Kommunikation ….

Written by medicus58

20. März 2017 at 10:52

Indische Betten: Die Betten am Ende des Ganges (Director’s Cut)

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Spitalsbett

Die mediale Aufregung über die Gangbetten im KAV ist groß und SP Volksanwalt Kräuter prüft (http://diepresse.com/home/panorama/wien/5150777/Gangbetten_Volksanwalt-prueft-Stadt-Wien).

Aufgeregt, aber offensichtlich ohne exakte Recherche entrüstet sich der Kurier, dass „Grippekranke Dermatologie-Patienten anstecken“ (https://kurier.at/chronik/wien/gangbetten-chaos-massnahmen-wirkungslos/240.100.342).

Die Politik macht, was sie neuerdings immer macht, die Stadtträtin dankt den Mitarbeitern und nennt alles eine politische Kampagne  (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170109_OTS0106/wehsely-danke-an-die-mitarbeiterinnen-des-kav-wien-fuer-ihre-hervorragende-arbeit), kündigt aber sogleich ebenfalls eine eigene Prüfung an.
Dabei erfährt man, dass in der neuen gesundheitspolitischen Geheimwaffe, dem einzigen PHC Wiens am Sonntag ohnehin nur 4 (!!!) Patienten Hilfe suchten (http://derstandard.at/2000050418456/Grippewelle-Trotz-Sonntagsoeffnung-nur-vier-Patienten-in-Praxis).

Eigentlich wäre das alles doch ganz einfach, wenn auch nicht so einfach, wie die von der Stadtregierung ernannte „Patientenanwältin Pilz“ es sich macht, wenn sie meint, dass die niedergelassenen und angestellten Ärzte einfach nicht auf Weihnachtsurlaub gehen hätten dürfen (http://diepresse.com/home/leben/gesundheit/5149493/Gangbetten_Pilz-sieht-Fehler-bei-Urlaubsplanung).

Im Prinzip gebe ich zwar Wehsely Recht, dass hier offensichtlich eine Kampagne läuft und der KAV Ohrfeigen bekommt, die er zwar mehr als verdient, jedoch nicht für die aktuelle Situation (Grippewelle früher und stärker als erwartbar, Widerspruch zwischen Effizienz und Vorhaltekapazität, …).

Den Dauerbrenner Gangbetten habe ich hier schon 2012, unter Gangbetten, gibt’s net (https://medicus58.wordpress.com/2012/04/19/gangbetten-gibts-net/) und 2015 unter Wehsely-Leak V 2.0 oder Indische Betten: die Betten am Ende des Ganges https://medicus58.wordpress.com/2015/04/20/wehsely-leak-v-2-0-oder-indische-betten-die-betten-am-ende-des-ganges/) thematisiert.

Der KAV Führung und seine Stadträtin verdient die medialen und politischen Ohrfeigen, weil sie in früheren Jahren das Problem negiert oder auf die organisatorische Unfähigkeit der Ärzte geschoben haben, nicht weil die aktuelle Situation ohne hellseherische Fähigkeiten und enormes Budget anders hätte bewältigt werden können.

Da gab es z.B. 2012 eine unvergessliche Pressekonferenz mit dem früheren GD Marhold, in der gerade fotografierte Gangbetten dem schweigend neben ihm sitzenden Ärztlichen Direktor als Organisationsverschulden angehängt hat und sein für jeden Insider absurdes Versprechen durch eigenes Eingreifen Gangbetten wegzuzaubern (http://wiev1.orf.at/stories/205524).

Wenn der jetzige GD Janßen plötzlich das Offensichtliche ausspricht: dass Gangbetten grundsätzlich „in jedem Land in Zentraleuropa anzufinden“ seien, „weil die Kapazitäten der Spitäler endlich sind und nicht immer auf den maximal zu erwartenden Versorgungsbedarf ausgerichtet sind. Denn das würde bedeuten, in der Regel eine Überkapazität fahren zu müssen“ .
(http://wien.orf.at/news/stories/2818327/),
mag darüber jubeln, dass nun endlich ein echter Manager, oder in seinen Worten ein teurer Spieler gekauft
(http://derstandard.at/2000050277334/Trotz-Abloesegeruechten-KAV-Chef-Janssen-sieht-sich-fest-im-Sattel) wurde, der die Dinge beim Namen nennt.

Andererseits spricht auch Janßen im selben Interview über seine Kritiker als, die sich sich in den vergangenen Jahren „ihre Nische errichtet“ hätten und von  „Menschen, die sagen: ‚Muss ich das (die Veränderungen, Anm.) haben oder zieht die Leiche des Generaldirektors noch an mir vorbei?'“.

Und weiter: „Wer in der Kirchturmspitze ist, darf sich nicht darüber beklagen, dass die Raben einen ankrähen.“

Blöd halt nur, wenn  die Kirchturmspitze eigentlich nur die Spitze eines Eisbergs ist und die Raben im Archiv kramen.

Also, kein Mitleid für die Geohrfeigten!

Written by medicus58

11. Januar 2017 at 07:40

KAV im Visier – Wiener Zeitung Online

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kav

KAV: Rechnungshof geißelt hohe Chef-Gagen 
http://www.heute.at/news/politik/KAV-Rechnungshof-geisselt-hohe-Chef-Gagen;art23660,1361647

Zum Thema Einkommen der Vorstandsmitglieder hält der KAV allerdings bereits jetzt fest: Die Einkommen der Vorstandsmitglieder wurden in der Gemeinderätlichen Personalkommission beschlossen und sind seit langem bekannt. Ausverhandelt wurden die Gehälter zwischen den Betroffenen und der Magistratsdirektion – dieses Vorgehen ist kein KAV-Spezifikum, sondern wie bei allen anderen Verträgen dieser Art die korrekte Vorgehensweise innerhalb der Stadt. Und ein internationaler Vergleich: Der Chef der Berliner Charité hat bei rund 17.000 MitarbeiterInnen eine Jahresgage von rund 500.000 Euro.“
http://www.heute.at/news/politik/KAV-Heftige-Kritik-vom-Rechnungshof;art23660,1361563,2

Bemerkenswert,  dass sich alle immer auf die Charitė berufen (wie jetzt der Sprecher Wehselys), da diese ja auch von einer angesehenen Einrichtung in einen teilprivatisierten, immer wieder bestreikten Problembetrieb verwandelt wurde.
Übrigens von Leuten, von denen sich der KAV gerne beraten lässt.  http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/top_news/853118_KAV-im-Visier.html

Rechnungshof rügt Wiener KAV
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/rechnungshof-ruegt-wiener-kav-219973/

Missmanagement, Gagenirrsinn… KAV-Mitarbeiter mit Chefs unzufrieden wie nie
http://www.heute.at/news/politik/KAV-Heftige-Kritik-vom-Rechnungshof;art23660,1361563

schon 2016:

Prüfer zeigen die Überforderung auf, die in vielen kleinen Teilbereichen im Krankenanstaltenverbund an der Tagesordnung stehen.
https://kurier.at/chronik/wien/rechnungshof-kritisiert-planlosigkeit-des-kav/180.389.360

Rechnungshof kritisiert Putzkosten in Spitälern
http://wien.orf.at/news/stories/2757184/

Written by medicus58

28. Oktober 2016 at 17:57

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