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Urlaub von Corona – Söderland statt Kurzistan III

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Neue Variante des Corona-traceing knapp hinter Kurzistan im Söderland entdeckt. http://www.s.darfichrein.de eine scheinbar einfache Lösung für ein optimales Nachverfolgen der vom Tode Bedrohten, die innerhalb der letzten 14 Tage mit einem Covid-19 Erkrankten Kontakt hatten.

Ein Projekt des Bayrischen Gaststättenverbandes und der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung zu dem man sich einmal elektronisch anmelden muss. Supi, für die Einheimischen, blöd für den Ausländer ohne Online Zugang. Nach einigen Misserfolge ist man dann in einem lokalen WLAN, nur lädt der QR-Scanner nicht die Seite.

Der Kellner erkundigt sich nach den Getränke-Wünschen.

Irgendwann und irgendwie hat man dann seine Daten eingetippt, Ankunftsdatum und – Uhrzeit muss man natürlich selbst eingeben, das kann man offenbar online nicht…

Schließlich, der Kellner hat auch die Getränke gebracht und die Speisewünsche aufgenommen, bekommt man ein Zertifikat, dass man sich angemeldet hat.

Dieses soll der Kellner dann abfragen, tut er aber nicht, weil es ihm egal ist..

Ein anderes IT-Tool, das Beruhigt und wohl garnix im Kampf gegen SARS CoV2 bewirkt.

Manchmal glaube ich, die EDV ersetzt heute nur die Amulette des Mittelalters. Wir wollen in unserer Hilflosigkeit an was glauben.

Written by medicus58

28. Juli 2020 at 20:37

Wussten wir über das neue Coronavirus wirklich so wenig, dass wir das den Regierungen durchgehen lassen müssten?

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Die Spitäler stehen leer, das Chaos blieb aus, wer warum woran verstorben ist wissen wir noch nicht so genau (und werden es bei den längst Bestatteten auch nie mehr rausfinden), aber die Wirtschaftsforscher übernehmen nun die Rolle der Virologen und Informatiker und jazzen sich mit immer schlimmeren Prognosen in die Headlines.

Ob wir schon in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit wann auch immer sind, wissen wir nicht, dass wir eine Rekordarbeitslosigkeit haben, ganze Wirtschaftszweige an die finanziellen Versprechungen der jeweiligen Regierungen gehängt haben und dass wir mit Millionen Rachenabstrichen auch gleich die bürgerlichen Rechte zusammen gestrichen haben, wird vom Glanz der scheinbaren Retter überstrahlt.

Vereinzelten Kritikern wirft man dann vor, dass wir über dieses neue Virus eben zu wenig gewusst haben und in der Krise gehandelt und nicht diskutiert werden muss.

In Paraphrase des Kaiser Wilhelm II. kannten wir wieder mal keine Parteien mehr, nur noch Viren.

Sowas ist für autoritäre Gesinnungen natürlich immer eine win-win Situation (oder für den Movie Enthusiasten ein Wag the virus), denn zu Beginn einer Krise ist angeblich keine Zeit für Widerspruch, danach kann man ja leicht reden, weil jetzt wisse man es natürlich besser als vorher.

Deshalb, und als Denkhilfe vor der zweiten Covid Welle, ein paar Erinnerungen:

Wie wird Covid ablaufen?

Anfang März, als die ersten Fälle bei uns bekannt wurden, hatte China bereits etwas über zwei Monate Erfahrung mit der Krankheit und hat nach ca. 2,5 Monaten ein drastische Abflauen der Neuerkrankungen berichtet. Wir sperren Mitte Mai den Ikea wieder auf… rechnen Sie nach, ab wann das unserer Regierung klar gewesen sein musste und was da noch für Statements kamen.

Wen trifft Covid am stärksten?

Praktisch in allen Ländern sind dies mit und ohne allfälliger Vorerkrankungen, die ältesten Menschen. Dass das auch bei uns so war und unsere Schutzmaßnahmen suboptimal waren, habe ich bereits des öfteren thematisiert.

Welche Berufsgruppe ist die gefährdetste?

Die Medien empörte sich über die Toten unter chinesischen Ärzten und in der Pflege, weil die nicht genügend Schutzausrüstung hatten, verabsäumten aber rechtzeitige Beschaffungsvorgänge bei uns einzuleiten.

Jeder wird einen Toten kennen

Erklärte uns Kanzler Kurz. Er warnte vor Hunderttausend Toten, als längst genügend Daten vorlagen, die auch ohne Berücksichtigung einer Dunkelziffer an Infizierten (die das Sterberisiko immer nur weiter nach unten schiebt), eine im Vergleich zur saisonalen Influenza „nur“ um einen einstelligen Faktor erhöhte Sterblichkeit erwarten ließ.

Welche Maßnahmen wirken?

Dass eine Distanzierung die Wahrscheinlichkeit einer Tröpfcheninfektion reduziert, ist der Infektiologie stets bekannt gewesen. Weshalb kleinen Gastwirtschaften der „über die Gasse Verkauf“, Änderungsschneidern die Annahme kleiner Näharbeiten, ja alle Geschäften mit traditionell geringem Publikumsverkehr zugesperrt wurden, um sie zu Bittstellern der Regierung zu machen, die sich mit versiegendem Steuergeld Wählerstimmen erkauft, während die Bevölkerung gezwungen wird sich über Amerzon und Co zu versorgen, um sicher zu stellen, dass noch weniger Verbrauchssteuern im Lande bleiben.

Man bewirbt Coronatrojaner fürs Handy, ohne jeden Beweis, dass das irgendwo in der Welt hilfreich gewesen wäre. Man beruft Zivildiener als billige Arbeitskräfte ein, während die Arbeitslosenzahlen durch die Decke schießen.

Mir fielen noch Dutzende Argumente ein, dass von einer Reihe von Regierungsmaßnahmen schon längst klar war, dass sie unnotwendig oder in der Sache nicht hilfreich, oft sogar katastrophal schädlich sein werden.

Trotzdem schwimmt diese Regierung auf einer Welle der Begeisterung, sollten die Umfragen stimmen, die an den Hurra Patriotismus erinnert, der damals Kaiser Wilhelm entgegen schwappte. Wobei dieser bekanntlich auch einige Jahre später ins Exil geflüchtet ist. In seinem Fall waren es letztlich die Niederlande, bei Kurz wird es wohl Brüssel sein müssen.

Sollte sich das neue Coronavirus nicht ein Beispiel an seinem Verwandten SARS CoV dem Ersten, besser bekannt als Vogelgrippe, nehmen, dann werden wir bald die nächste Welle erleben und dazu einen Tipp:

Negieren Sie die Angstmacher, die Ihnen erklären, man müsse Ihnen ein Strafmandat aufbrummen, weil Sie einsam auf einer Parkbank Kaffee trinken, Kammerwahlen aussetzen, weil das Ihrer Gesundheit dient, bürgerliche Freiheiten aussetzen, weil das von irgendwelchen IT Nerds als alternativlos dargestellt wird.

Diese Typen waren auch in der Geschichte für Ihre Gesundheit immer gefährlicher als die Gefahr vor der sie Sie zu schützen vorgeben.

Wenigstens das wussten wir auch schon vor SARS CoV2 ganz genau.

Written by medicus58

24. April 2020 at 10:18

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Wien Digital – Qual ohne Wahl

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Dass Ihr Medicus den Segnungen der EDV im Gesundheitswesen nicht ganz vorbehaltslos gegenüber steht, darf als ausreichend dokumentiert gelten:

Krankenhaus EDV: erfassten Widerspruch im Anlassfall
KAV-IT: Ohne Worte
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht
und da war da noch ELGA
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher

Was die Wiener Zeitung pointiert wie immer als Die digitale Auferstehung der „1er“ umschrieb, also die Herauslösung der IT-Abteilungen des Allgemeinen Krankenhauses und des Krankenanstaltenverbunds und ihre Vereinigung mit der IT des Magistrats zur MA 1, lässt eine nachhaltige Verböserung der Situation erwarten:
1100 IT-Mitarbeiter überwachen über knapp 86.000 IT-Nutzer, betreuen 931 Breitbandstandorte, 70 Telekommunikationsanlagen mit 69.000 Nebenstellen, knapp 23.000 mobile Endgeräte, 5100 Server, 5400 Datenbanken, 9460 Terabyte Speicher und 113.800 Arbeitsplatz-Endgeräte

Zwar konnte das auf dringlichen Wunsch (?!?) von Ex-Finanz-Stadträtin Brauner bebaute Areal an der Stadtlauerstraße nun auch ausgelastet werden und der Magistratsdirektor konnte durchsetzten, dass er durch eine letztendlich unabwendbare personelle Ausgliederung des KAV nicht die Oberhoheit über all zu viele Personalakten verliert, aber ob das Monster Sinn macht, daran darf täglich gezweifelt werden, wenn man an der IT-Helpline hängt, wenn man wieder mal nicht in seinen PC kommt oder eine Telefonverbindung hakt.

Hat sich nicht Bürgermeister Häupl noch Ende 2016 rhetorisch echauffiert, was denn ein KAV Generaldirektor so für sein Geld macht, wenn er weder Finanz- noch Personalhoheit hat und dies auch noch kurz vor seinem Abgang 2018 bekräftigt:
Umgestaltung des Wiener Spitalsträgers in eine Anstalt öffentlichen Rechts mit eigener Personal- und Budgethoheit

Kann mir irgendjemand einen 30.000 Mitarbeiter Konzern zeigen, der keine eigene IT-Abteilung mehr hat?

Written by medicus58

20. Juli 2018 at 19:12

Trivago für den Patientenexport

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Patient-Travel

Suchmaschinen sind was Nettes.
Vom „Schmarrnphone“ oder vom heimatlichen PC lassen sich alle Lebensbedürfnisse per Mausclick erfüllen.
Nein, ich rede jetzt nicht von Instant-Befriedigung in den kostenfreien Pornoseiten und schon gar nicht vom Lustgewinn des Online-Shoppens oder dem freundlichen Herrn, der uns täglich mehrfach via TV die besten Hotelbetten zum billigsten Preis verspricht, sondern davon, dass wir nun im Netz
den im Lande nur in weiter Ferne liegenden  Arzttermin in fernen Ländern rasch und kostengünstig erklicken können.

Bislang kannte man das nur aus dem fernen Reich der Ewigen Queen, dass Patienten aus dem Nationalen Gesundheitssystem in ferne Länder exportiert werden, um eigene Unzulänglichkeiten zu kompensieren:

NHS patients may be sent to India for cut-price surgery claims former Labour health secretary
NHS doctors could be flown to India to treat locals and raise money
Indian doctors could also come to the UK to perform operations
Move would see NHS trusts going into business with private Indian firms

(August 2913) http://www.dailymail.co.uk/news/article-2400693/NHS-patients-sent-India-cut-price-surgery-Former-Labour-health-secretary-says-doctors-sent-India-treat-locals-bid-raise-money.html#ixzz46GR0L0AN

Inzwischen fand man das Gute aber so nah, dass das NHS seine Patienten einfach über den Kanal schickt und nicht mehr nach Indien:

First NHS patient crosses the Channel for gall bladder surgery to slash waiting his time ‚from months to weeks‘
Timothy Brierley, 54, has made the 44-mile trip from Kent to Calais
Patients from Kent can choose to be treated at 2 hospitals in France
NHS
 foots the cost of treatment but patients have to pay travel costs
Treatments include orthopaedics, ear nose and throat and cataract surgery 

(April 2015) http://www.dailymail.co.uk/health/article-3541751/First-NHS-patient-crosses-Channel-gall-bladder-surgery-slash-waiting-time-months-weeks.html

Noch traut man sich diesseits des Kanals nicht in diese Fußstapfen, auch wenn man schon gerne von rasch zu nostrifizierenden Syrischen Ärzten träumt, um den Schein einer funktionierenden Patientenversorgung aufrecht erhalten zu können, dafür springt aber die IT- Industrie den des Wartens müden Patienten bei und ein von der Ärztin Sophie Chung gegründetes Berliner Start-up namens Junomedical vermittelt Zahlungswilligen eine raschen Wunscherfüllung: 

Junomedical: For a happier healthier you
https://www.junomedical.com/en/
„Als Ärztin habe ich täglich erlebt, wie der Großteil der Menschen noch immer durch das lokale medizinische Angebot limitiert ist. Die Globalisierung ist im Gesundheitswesen leider noch nicht vollständig angekommen“, sagt Sophie Chung. „Wir möchten es einfach nicht hinnehmen, dass es in unserer heutigen Zeit noch immer so viele Patienten gibt, die suboptimalen oder zu teuren Zugang zur medizinischen Versorgung haben.“
http://gruender.wiwo.de/junomedical/

Sucht man zum Beispiel nach einer Schilddrüsenoperation, wird man an die Apollo Hospitals in Chennai, Indien weitergereicht ….
Der Wunsch nach Haartransplantaten schickt einen u.a. nach Thailand, auch nicht schlecht …

Nur die Ewig-Gestrigen unter uns, glauben noch, dass man auch in Zukunft im Krankheitsfall seinen Hausarzt kontaktieren wird können, der einen gegebenenfalls an einen Spezialisten oder ein nahe gelegenes Krankenhaus überweist, wo einem geholfen wird.

Warum einfach, wenn es auch elektronisch geht.
Warum lokal, wenn man sich auch billigen Knoblauch aus China holen kann …

Also eh alles supi in unserer globalisierten Welt, auch wenn Kollegin Chung trotz aller Beteuerungen der Qualitätssicherheit nachschießt:
„Aber schwarze Schafe wird es in der globalen Medizin immer geben.“
 http://futurezone.at/thema/start-ups/junomedical-oesterreicherin-vermittelt-medizintouristen/193.130.275

Written by medicus58

19. April 2016 at 18:21

Radiology Comic: Are You Sure You Want Our Job?

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Written by medicus58

19. März 2016 at 16:46

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Big E-Health Data in Deutschland

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ELGA kommt

Dass es sich in der Alpenrepublik mit ELGA etwas verzögert, wurde hier erst kürzlich berichtet (und da war da noch ELGA http://wp.me/p1kfuX-UQ).
Ursache genug, sich auch einmal beim großen Bruder nebenan umzuhören, wie es dort mit Big Health Data weitergeht.

in Deutschland steht ein Referentenentwurf des „Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendung im Gesundheitswesen“ – kurz E-Health-Gesetzt – inkl. konkreter Fristen für die Vernetzung und entsprechende elektronische Anwendungen, sowie Anreize und Sanktionen, wenn Zeitpläne nicht eingehalten werden, zur Diskussion.

Ab Januar 2016 erhalten Vertragsärzte und -einrichtungen (außer Zahnärzte) für die Übermittlung elektronischer Arztbriefe 2 Jahre lang eine gesetzlich festgelegte Pauschale. Auch anderen Ärzte und Krankenhäuser winkt für den standardi­sierten elektronischen Entlassungsbrief ab 1. Juli 2016 für 2 Jahre eine Anschubfi­nanzierung.

Es scheint, dass das Projekt der deutschen Politik einiges wert ist, zumindest solange, bis man von den in Aussicht gestellten Beträgen erfährt: 1 Euro für Krankenhäuser als Versender und 50 Cent für Vertragsärzte und -einrichtungen als Em­pfänger.

Bis 30. Juni 2016 wird laut Entwurf die Telematikinfrastruktur soweit stehen, dass der Ver­sichertenstammdatendienst, darunter versteht man die Kontrolle der Ver­sichertenstammdaten, bundesweit läuft. Dafür ist die Gesell­schaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) und ihre sieben Gesell­schafter (Kassenärztliche Bundesvereinigung, Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen, … etc.) verantwortlich. Scheitert die Umsetzung, werden die Beteiligten zur Kasse gebeten, ab 2017 z.B. ihr Budget auf den Stand von 2014 eingefroren -abzüglich 1 % – bis der VersichertenStammDatenDientst läuft.

Läuft der Dienst, werden vertragsärztliche Leistungserbringer gezwungen, die Versichertenstammdaten­prü­fung über die elektronische Gesundheitskarte (eGK statt eCard) in den Praxen umzusetzen und selbstverständlich die erforderliche Technik vorzuhalten. Nach einer 2-jährigen Übergangsfrist werden bei Nichteinhaltung die Tarife so lange pauschal um 1 % gekürzt bis die Stammdatenprüfung funktioniert.

Bis hierher hinkt der große Bruder uns Ösis noch hinterher, wobei darauf hingewiesen werden soll, dass es bis jetzt nur um den Stammdatentransfer geht, also nichts, wovon der Patient oder Arzt noch wirklich profitiert!

Die auch bei uns heftig diskutierte E-Medikation, also die zentrale Erfassung der verschriebenen (natürlich nicht eingenommenen !!) Medikamente und allf. Interaktionen, ein Überlebensprojekt der Apotheken, um das Dispensmonopol gegen BIPA und DM erhalten zu können, heisst drüben Medikationsplan.
Ab 1.10.2016 haben Patienten, die mindestens fünf verordnete Arzneimittel einnehmen, Anspruch auf einen Medikationsplan in Papierform, der in elektronischer Form auch über die eGK einsehbar sein soll. Aktualisierungen verantwortet grundsätzlich der Hausarzt, an den alle anderen Verschreiber Informationen zu Arzneimittelverschrei­bun­gen zu übermitteln haben. Geld gibt’s dafür – nach den aktuellen Plänen – übrigens keines.

Ab Januar 2018 soll dann endlich ein „Notfalldatensatz“ auf der eGK eingetragen und abgerufen werden können. Auch das verantwortet der Haus­arzt, der auch ein Backup für den Fall des Kartenverlustes vorzuhalten hat.
Damit zögen die Piefkes an uns Ösis endgültig vorbei, weil dieses Not­falldatenmanagement (NFDM) nun wirklich eine erste medizinische Anwendung von eGK und TI darstellen würde. Finanzielle Sanktionen für Fristversäumnis soll es auch hier geben.

Ja, und was lernen wir aus all dem für die Alpenrepublik?

1. Während wir hier unsere Roadmap monatlich straflos nach hinten verschieben, weil zwar entsprechende Verträge, aber keine wirksamen Sanktionen (§15a Vereinbarungen, …) beschlossen wurden, setzen die Deutschen gleich zu Beginn auf Strafzahlungen.

2. Während in vielen Ländern, die den Prozess schon viel weiter getrieben haben, bereits zu einem geordneten Rückzug geblasen wird, weil sich die erhofften Vorteile nicht einstellen wollten, gehen Ö und D weiter mit fliegenden Fahnen voran.

3. Der Großteil der Kosten für die EDV Infrastruktur und die zusätzliche Bürokratie bleiben den „Gesundheitsdienstleistungsanbietern“ und reduzieren somit zwangsläufig die Leistungen im Kerngeschäft, also der Patientenversorgung.

4. Das einzige was bei E-Health einmal feststeht, ist dass es sich um eine gewaltige Transferzahlung an die IT-Industrie oder kürzer Ein Milliardenmarkt in der Warteschleife (Zitat Studie Deloitte Perspektive E-Health) handelt, zu einem Zeitpunkt, in dem den Gesundheitssystemen langsam fühlbar das Geld ausgeht.

Bei allen vorstellbaren und im Einzelfall ja auch darstellbaren Vorteilen eines vernetzten Datenspeichers im Gesundheitssystem, fehlt mir bis jetzt jedweder Beweis, dass nach Abzug der enormen Kosten für den Erhalt von Hard- und Software (inkl. Updates, Datenschutz, Backup, … etc.) ein Benefit für das Gesamtsystem übrig bleibt und mich befällt die ernsthafte Sorge, dass diese Kosten dann wieder zu kompensatorischen Personal- und Leistungseinsparungen führen werden. Nur leider sucht man dieses Kleingedruckte im Beipackzettel der Big E-Health Data vergebens.

Drum mein Tipp: Fragen Sie dazu Ihren Gesundheitspolitiker, Krankenversicherungsträger oder Ihren gesunden Menschenverstand.

Lit: http://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/de/Documents/technology-media-telecommunications/TMT-Studie-Perspektive-EHealth-2014.pdf

Written by medicus58

11. März 2015 at 17:26

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