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JÖ, Kurz bringt uns den türkise Virus Bonus Club und wir dürfen alle nach China reisen

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Der JÖ Bonus Club verspricht Kunden von REWE, OMV Libro, Pagro Diskont, BAWAG P.S.K., Interio und Zgonc jede Menge Vorteile und exklusive Rechte und ist erhielt 2019 den Big Brother Award,.für das ungenierte  Profiling ihrer Kunden. Die Millionen Clubmitglieder scheint es trotzdem zu freuen, und wenn dafür Staatskünstler Robert Palfrader wirbt, wird es schon in Ordnung gehen. 

2020 erhielt dann auch die Deutsche Bundesregierung den Big Brother Award wegen ihrer rechtlichen und politischen Mitverantwortung für den völkerrechtswidrigen US-Drohnenkrieg, der über die Satelliten- und Datenrelais-Station der US-Airbase Ramstein in der Pfalz abgewickelt wird.

Unser Bundeskanzler Kurz bettelt grad auch darum, der nächste Preisträger zu werden und schwadroniert in einer deutschen Talkshow vom Europäischen Impfpass mit dem wir uns aus der Krise impfen werden. „Wir arbeiten gerade mit den Griechen und vielen anderen europäischen Kollegen daran, dass es zeitnah eine digitale Lösung für einen grünen Impfpass ähnlich dem in Israel gibt“

Ja, Vorbild Netanjahu, der sich durch eine Neuwahl nach der anderen bislang einer gerichtlichen Verurteilung entzieht, hatte erst vor einigen Tagen den Grünen Corona-Impfpass mit Privilegien medienwirksam eingeführt, mit dem 3,2 Millionen Israelis in Fitnessstudios, Hotels, Theater und Sportereignisse strömen dürfen. Wir werden sehen ob dieses Wahlzuckerl Bibi (und Basti?) bei den kommenden Wahlen hilft, Bibi wird das schon im März 2021 wissen, wann unsere tückisch-grüne Regierung gesprengt wird, ist ja noch nicht so klar.

Originell ist Bibis und Bastis Idee ja wahrlich nicht. Die IATA, International Air Transport Association hat bereits im November des Vorjahres bekannt gegeben, dass man einem elektronisches Gesundheitsdokument einführen möchte, Der digitale Gesundheitspass würde die Test- und Impfstoffinformationen eines Passagiers enthalten und Informationen für Regierungen, Fluggesellschaften, Labors und Reisende verwalten und überprüfbar machen. Und auch die bekannt liberale NYT geht inzwischen fix von so einem (in diesem Fall orangen) Pass aus.

Merke, da geht es nicht mehr nur um den Nachweis einer bestimmten Impfung, wie dies z.B. für die Gelbfieberimpfung schon lange für die Einreise in viele Länder obligat war, da geht es, wie bei JÖ, Payback et al. um das Sammeln und Vernetzen einer Reihe von persönlichen Einzelinformationen über die das Individuum keinen Kontrolle mehr hat. Viel Spaß wenn ein Server wieder wo hängt und Sie am anderen Ende der Welt einchecken wollen …

Selbst die Frage, ob es denn genügend Evidenz gibt, Genesene, Geimpfte u/o Negativ-Getestete anders zu behandeln als Nicht-Getestete und Nicht-Geimpfte ist zur Recht äußerst strittig.
Gerade bei Asymptomatischen sind AG-Teste nicht sensitiv genug, die nicht-quantitativen PCRs oft zu sensitiv, verschiedene Vakzine wirken nach heutigem Wissen unterschiedlich je nach Mutation, Alter, Begleitmediktaion und all das kann sich in der weiteren Entwicklung der Pandemie auch drastisch ändern. Keine guten Voraussetzungen für so ein digitales Konstrukt. Völlig unklar ist auch die Langzeitwirkung. Wenn wir wirklich in einigen Ländern bis zum Herbst eine Durchimpfungsrate von 70% schaffen, stehen wir spätestens vor der nächsten Wintersaison vor der Frage der Auffrischungsimpfung. Soll man eine schwarzen Punkt bekommen, wenn man den ersten zwei Impfungen nicht den gerade von BIONTEC angepriesenen dritten Shot zulässt?

Wenn jetzt unser Bundesmaturant bei Meischberger vom aus der Krise testen schwadroniert und sich vermutlich viele von uns für die Hoffnung auf „Normalität“ wieder ein Stückchen Freiheit abkaufen lassen, dann haben wir wieder einen Schritt auf der Modernen Seidenstraße Richtung Osten gemacht.

Nur zwei Dinge sollten wir uns nicht einreden: 

Erstens, dass diese Maßnahmen irgendwann wieder gelockert werden wenn die akute Bedrohung weg ist, oder kennen Sie eine Maßnahme, die nach 9/11 wieder gelockert wurde?

Zweitens, dass Xi Jinping nicht schon längst Recht hat, wenn er das Chinesische Gesellschaftssystem als Systemsieger bezeichnet; und auch hier wird es kein zurück mehr geben.

再见
Zàijiàn

 

Written by medicus58

25. Februar 2021 at 17:58

Testing, testing, testing

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Man hüte sich von monokausalen Erklärungen in einer komplexen Situation, OK. Aber weil seit Monaten immer behauptet wird, dass mehr Testen die Explosion der SarsCov2 Infektionen verhindert.

In den letzten zwei Monaten testete Israel in Relation zu seiner Bevölkerung deutlich mehr als andere.

Erklärung?

Written by medicus58

18. September 2020 at 20:15

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Keiner mag Juden oder Palästinenser, deshalb sollten sie lernen einander zu mögen

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Dass niemand die Juden mag, beweist die europäische Geschichte seit Jahrhunderten mit schrecklicher Deutlichkeit.
Vielleicht käme der Nahe Osten einer Lösung näher, wenn auch diePalästinenser, also jene überwiegend arabisch sprechenden Menschen, die in ehemaligen britischen Mandatsgebiet Palästina wohnen, erkennen würden, dass auch sie von niemanden gemocht werden.
Sicher nicht von ihren „muslimischen Brüdern„, die sie stets nur in diesem Ausmaß bewaffnen, dass sie Israel zwar angreifen aber nicht wirklich gefährden können. Politisch ist es viel vorteilhafter die Palästinenser in Geiselhaft zu wissen, als sie zum Beispiel innerhalb den eigenen Landesgrenzen aufzunehmen (Jordanien ist hier noch eine relativ löbliche Ausnahme).
Sicher nicht von ihren „christlichen Brüdern“ (ca 20% sind Angehörige der orthodoxen Kirche), deren berechtigt schlechtes Gewissen den Juden gegenüber sie an einer eindeutigen Positionierung hindert. Die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge ist relativ gering.
Sicher nicht von denen, denen die Schatten des Konflikts gute Geschäfte machen.

Mich erinnert das an eine Nacht, die ich in einem Kibutz an der israelisch-libanesischen Grenze verbrachte. Die Bewohner, die sehr überrascht waren, als ich abends an ihrem stacheldrahtbewehrten Eingangstor stand und Einlass verlangte, erzählten mir von den Granaten, die immer wieder bis in ihren Gemüsegarten flogen. Sie vermieteten den frei stehenden Bungalow eigentlich nicht an Ausländer (ich habe mich auf der Suche nach einem Nachtquartier einfach verfahren), machten aber eine Ausnahme. Es handelte sich um jüdische Einwanderer aus Osteuropa, überwiegend Russland, die von der israelischen Regierung hier an der zu diesem Zeitpunkt sehr unruhigen Grenze angesiedelt wurde. Sie hatten trotz dieser „Siedlungspolitik“ nicht das Gefühl Kanonenfutter in diesem Konflikt zu sein, schließlich befand sich gleich nebenan eine Kaserne der israelischen Armee, die sie ja beschützte.

Die Fenster waren verklebt, um abends keine Zielscheibe abzugeben.

Daran muss ich denken, wenn sich jetzt viele Palästinenser offenbar von der Hamas eher beschüzt als als Kanonenfutter missbraucht fühlen.

Es fiel mir bei meiner Reise durch Israel oft schwer zu entscheiden, wer Jude und wer Palästinenser war. Abgesehen von der unterschiedlichen ökonomischer und militärischer Macht, die zu disproportionalen Opferzahlen führen,scheinen mir auch die Probleme beider Gruppen viel ähnlicher, als die „politischen Führer“  auf beiden Seiten zugeben.

‏ מדינת ישראל‎- Medinat Jisra’el – ‏دولة إسرائيل‎ – Daulat Isrāʾīl

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Ausgelöst durch die aktuellen Headlines:

Liveticker Krise in NahostIsrael bringt am Gazastreifen Panzer in Stellung
http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/liveticker-krise-in-nahost-israels-armee-ruestet-sich-fuer-die-grosse-bodenoffensive_aid_861952.html
Nach Raketenangriff auf Tel Aviv: Israel schlägt massiv zurück:

http://www.stern.de/politik/ausland/nach-raketenangriff-auf-tel-aviv-israel-schlaegt-massiv-zurueck-1927161.html

möchte ich mich an ein paar Erlebnise in Israel erinnern.
Die Zeit war eine turbulente für die Region. In der ersten Woche meines Aufenthaltes „leakten“ erstmals Nachrichten vom Osloer Friedensprozess (http://de.wikipedia.org/wiki/Oslo-Friedensprozess).
In Jerusalem protestierten Gegner und Befürworter, das Militär war in Alarmbereitschaft, auf den Überlandstrassen wurde man immer wieder kontrolliert und BBC World lieferte immer neue Details über die Geheimgespräche im Hohen Norden.

Das erste Erlebnis
, von dem ich erzählen möchte, hatte ich auf meinem Weg an die libanesische Grenze mit einer israelischen Autostopperin. Mir war langweilig in meinem kleinen Fiat 127 und so freute ich mich über die Gelegenheit für ein Gespräch. Als wir wieder einmal von eienr Militärstreife angehalten wurden und uns ausweisen mussten, knurrte ich beim Weiterfahren etwas von, „… wie sehr mir diese Militärpräsenz auf die Nerven geht.“
Meine Beifahrerin, die erst vor wenigen Jahren aus Russland nach Israel emigiriert war, meinte, dass sie ihr das zwar auch seh geht, jedoch hat sie in Israel im Gegensatz zu Russland wenigstens das Gefühl, dass sie hier von ihrer eigenen Armee kontrolliert würde.

Das zweite Erlebnis
spielt in einem Kibuz knapp an der libanesischen Grenze, in dem ich die Nacht verbrachte. Ich löste bei meinem Erscheinen große Verwunderung aus, denn den Kibuz, den mein Reiseführer als Übernachtungsmöglichkeit anführte und der somit öfters mit ausländischen Gästen konfrontiert war, hatte ich um einige Kilometer verfehlt. In der Siedlung in der ich mich nun befand kamen nur fallweise einige Stammgäste aus Tel Aviv vorbei, trotzdem durfte ich es mir in einer der Holzhütten bequem machen. Die Anlage befand sich unnmittelbar neben einem Militärlager, war aber trotzdem mit Stacheldraht geschützt und abends versperrt. Noch am Abend erfuhr ich, dass hier regelmäßig aus dem Libanon abgefeuerte Raketen einschlugen und erst letzte Woche dadurch das Dach einer der Hütten durchschlagen wurde …. Ich hatte eine ruhige Nacht.

Das dritte Erlebnis hatte ich als ich scheinbar als einziger PKW über den Golan brauste. Die Straße meandrierte über die Hügel und die Sache mit der Geschwindigkeitsbeschränkung schien nicht so ernst zu nehmen. Als ich so mit ca. 120 km/h über eine Hügelkuppe brauste, erblickte ich vor mir eine Straßensperre; so mit alten Ölfässern auf der Fahrbahn und bds. hinter Sandsäcken verbarikadierten Soldaten. Ich legte eine Notbremsung hin, aber es gelang mir nicht vor der Sperre stehen zu bleiben, so dass ich in die S-Kurve, die zwischen den Fässern freigeblieben war hineinschlitterte, ehe mein Auto zum Stillstand kam. Als ich den Wagen endlich zum Stillstand gebracht habe und aufblickte, waren ein gefühltes Dutzend Maschinengewehre auf mich gerichtet. Instinktiv hob ich beide Arme und wartete, bis der Zugführer, ein 2m Prügel mit der Statur eines Basketball-Pros, mit auf mich gerichteter MP an mein Auto trat. Er schien realisiert zu haben, dass es sich bei mir nicht um einen Selbstmordattentäter handelte und verlangte aber trotzdem nach meinen Papieren. Danach fragte er mich, ob ich den wisse, was dzt. in Israel „los wäre“. Da in meinem Wagen BBC Radio lief, war ich über die Unruhen informiert. Dann meinte er nur, dass es gestern Nacht nur wenige Kilometer von hier zu einem tödlichen Anschlag auf eine Militärstreife gekommen war und dass ich mich nicht darauf verlassen sollte, dass auch seine Kollegen so starke Nerven wie er hätten.

Unvergesslich werden mir auch später in Jerusalem die Demonstration vor der Knesset bleiben, in der sich die israelischen Gegner des Friedensprozesses ihre eigne Regierung als Nazis beschimpften und die israelischen Befürworter einer Einigung mit den Palestinensern den Gegner die baldige Ausrottung wünschten ….
Es fielen jedenfalls Worte, die sich selbst der österreichische Stammtisch selten getraut in den Mund zu nehmen.

Als ich dann in einer kleinen Gruppe von österreichischen und israelischen Wissenschafters in einem der relativ wenigen Lokale, die sich der traditionell jüdischen Küche rühmten, das  Abendessen einnahm, war ich der einzige am Tisch, der sich am stundenlang gekochten, gefüllten Därmen delektierte. Die Schimpftiraden der anwesenden jüdischen (! ) Professorin über die steuerbefreiten Orthodoxen im Land, hätten so manchem österr. Antisemiten die Schamesröte ins Gesicht getrieben.

Das letzte Erlebnis, von dem ich hier berichten möchte, hatte ich bei der Ausreise am internationalen Flughafen von Tel Aviv.
Als alleinreisender Mann schien ich offenbar hoch verdächtig, so dass ich ca. 45 Minuten von einem Sicherheitsbeamten befragt wurde.
Ich habe ihm schon zu Beginn erklärt, dass ich wegen eines wissenschaftlichen Kongresses über die neuesten Erkenntnisse in der Atheroskleroseforschung
nach Israel gekommen war und einfach davor eine Woche Urlaub gemacht habe, um mir das Land anzuschauen. Mein Fehler war aber, da mich seine dauernden Fragen wo ich den war und wohin ich von dort fuhr, nervten, ihm einfach meine Straßenkarte auf den Tisch legte, in der penibel meine Reiseroute eingezeichnet war:
Libanesisches Grenzgebiet, Golan, „besetzte Gebiete“, gerade Gaza hatte ich ausgelassen.
Mag sein, das auch die Unterlagen meines Mietwagens, ich hatte das Ding nach langem Feilschen von einem „arabischen Israeli“ in Tel Aviv gemietet, ihn beunruhigten, jedenfalls berichtete er dann ausführlich seinem offensichtlichen Vorgesetzten von seinen Erkennen, der diese dann in einem neuerlichen Gespräch mit mir cross-checkte.
Der Höhepunkt kam aber zuletzt. Nachdem ich Dutzende Fragen zu meiner Anstellung an der Wiener Uni,
zu meinen bisherigen Reisen (ich hatte zum Glück einen relativ neuen Pass, so dass sich das Gratisvisum für Ägyptens nicht mehr darinnen befand)
und was weiß ich noch alles immer wieder beantwortet, kam er triumpfierend mit der letzen Frage:
Erklären Sie mir Atherosklerose …
Ich fürchte, dass ihn meine Erklärung auch nicht schlauer gemacht hat, jedenfalls durfte ich an Bord meines Fliegers gehen …

Ob mir meine zwei Wochen in Israel gefallen haben?
Schwer zu sagen, interessant waren sie auf jeden Fall.
Als ich im Vorjahr von Akkabah (Jordanien) wieder nach Eilat (Israel) blickte dachte ich an meine damalige Israelreise und den damals geschlossenen Grenzübergang zwischen beiden Ländern – kurz vorher kam es in Eilat (vermutlich von Sinai aus) zu einem tödlichen Anschlag auf das israelische Militär.
Auch im Vorjahr waren der Grenzübergang dort geschlossen. Ich bin sicher, dass das auch im Augenblick wieder so ist,
denn der Status quo nützt den Machthabern in Israel, in Palestina, in Washington und Moskau (und Peking, und Paris und Berlin und …….)

Wem er sicher nicht nützt, ist den Israelis und den Palestinensern.

Written by medicus58

16. November 2012 at 16:31

Heute sind die Kirchen offen, sind es aber auch die Protagonisten?

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Heute ist wieder einmal die „Lange Nacht der offenen Kirchen„.
Mag es auch die regelmäßigen Leser dieses Blogs wundern,
dass ich das hier thematisiere, so sei angemekrt,
dass man seine geistigen Wurzeln kennen muss,
um auch ihre Fehlentwicklungen erkennen zu können.
http://www.langenachtderkirchen.at/

Schönborn und Küng drohen der „Pfarrerinitiative„.
http://derstandard.at/1336698058803/Kirchenreform-Schoenborn-Baldige-Entscheidung-zu-Pfarrerinitiative
http://derstandard.at/1336697742201/Jahr-des-Glaubens-Bischof-Kueng-warnt-Pfarrerinitiative-vor-Regelverstoessen

„Wenn Paulus dem Petrus „Heuchelei“ und ein „Abweichen von
der Wahrheit des Evangeliums“ vorwerfen musste (Gal. 2, 13 f.), kann Ähnliches auch heute geboten sein.“
aus einem Brief von emer.o.Univ.Prof. (Völkerrecht und Europarecht) Dr.Dr.h.c. Köck an Kardinal Schönborn:
http://www.pfarrer-initiative.at/koeck.pdf

Die israelitische Kultusgemeinde lud bereits am 20. Mai zum „Tag der offen Tür in ihren Stadttempel http://www.ikg-wien.at/?p=14759 und wird am 3. Juni zu einem Straßenfest auf den Judenplatz laden.

Verteidigungsminister Darabos hat, wie auch viele Linke in Israel, den israelischen Außenminister Avigdor Lieberman (http://de.wikipedia.org/wiki/Avigdor_Lieberman)  „unerträglich“ genannt.

Shimon Samuels vom Simon-Wiesenthal-Zentrum bezichtigte daraufhin Darabos in der “Jerusalem Post” des “modernen Antisemitismus”. Der vorsitzende der Israelischen Kultusgemeinde in Wien forderte Kanzler und Vizekanzler auf, “den Verteidigungsminister zur Vernunft zu bringen” und mutmaßte, er hätte „offenbar Probleme mit lebenden Juden” und betriebe  “unqualifiziertes Israel-Bashing” und “Verharmlosung der iranischen Atomgefahr”. http://www.ikg-wien.at/?p=14804

und ersparen Sie mir nun bitte etwas über die dritte der drei großen Abrahamitischen Religionen (http://de.wikipedia.org/wiki/Abrahamitische_Religionen),
den Islam,
zu sagen, obwohl die für den Sommer einen Tag der offenen Türe planen (http://194.232.15.121/%c3%9cberblick/Politik/4571478-6/offene-t%c3%bcr-zu-200-moscheen.csp)  ….

Manchmal würde man sich doch wünschen,
dass nicht nur die Türen,
sondern auch die Hirne aufgesperrt werden ….

SONST BLEIBT ES DOCH NUR BEI EINER

„LANGEN – SEHR, SEHR DUNKLEN – NACHT“

der Kirchen.

http://www.konfessionsfrei.at/

Tot-Schlag-Argument-Nazi

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Wann wird man endlich begreifen, dass sich Begriffe abnützen können wie Schuhsohlen, wenn man zu lange darauf herumrutscht.

Der Begriff NAZI ist hier ein gutes Beispiel:

Als vorläufiger Höhepunkt der entbehrlichen Aufregung um Günter Grass und seine Meinung zu Israels Verteidigungsrhetorik, wird erneut die Nazikeule exhumiert.

Literatur-Papst Reich-Ranicki: Das ist ein „ekelhaftes Gedicht“.
Liedermacher Wolf Biermann nennt es eine „literarische Todsünde“

Eine als „Nazijägerin“ bezeichnete Frau Klarsfeld griff Grass an und der Spiegel zitiert dies am 6.4. als
„Mit seinem Israel-Gedicht spiele er die gleiche „antisemitische Musik“ wie einst der Diktator.“
(http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,826192,00.html )

„Ich sehe es als Ehre an, ihm die Einreise ins Heilige Land zu verbieten“, sagte der israelische Innenminister Eli Yishai am Sonntag.
http://www.heute.at/news/politik/art23660,687886

Bei dem Einreiseverbot gegen Grass greift Jischai auf ein Gesetz zurück, dass es der Regierung erlaubt, ehemaligen Nazis die Einreise ins Land zu verweigern. Grass hatte eingestanden, in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges in der Waffen-SS gedient zu haben.
http://www.bild.de/politik/inland/guenter-grass/guenter-grass-gedicht-israel-iran-reich-ranicki-nennt-es-ekelhaft-jerusalem-verhaengt-einreiseverbot-23540174.bild.html

Jetzt könnte man einwenden, dass es einem Staat natürlich unbenommen bleiben muss zu entscheiden, wer einreisen dürfe oder wer nicht, jedoch sollte bei Staaten, die sich als demokratisch und aufgeklärt betrachten eine gewissen Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Ungeachtet, ob es Grass nun an den Jordan zieht oder nicht.

Mir schien schon das späte Outing des Schriftstellers, er wäre als 17. Jähriger in den letzten Kriegstagen bei der Waffen SS gewesen, mehr der Versuch das Interesse an seinem aktuellen Roman zu heben als die Entledigung einer Lebenslüge, aber wer weiß.

Wenn aber heute ALLES BÖSE mit dem BEGRIFF DES NAZI umschrieben werden soll, dann führt das zu einer Inflationierung,
an deren Ende auch die wahren Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft trivialisiert werden.

Als Beispiel sein nur die bekannte US-Comedy Serie Seinfeld verlinkt.

Best of The Soup Nazi
http://www.youtube.com/watch?v=uVqBzP0xdKk

Von den unzähligen PC Games, soll stellvertretend nur eines hier stehen:
http://www.nazizombies.com/
http://www.youtube.com/watch?v=_47kIOeMOI8

OK, Günter Grass ist in den Augen eines israelischen Innenministers ein
(Soup)Nazi und unsere Kinder warten darauf, daß sie ihn auf ihrer Playstation abschießen können…

Kann man das wollen?
Wird das den Opfern gerecht?

Ich glaube nicht.

Written by medicus58

8. April 2012 at 18:20

Tabus und anderer Schräglagen

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Es „ostert“ und da fallen wieder einmal die Hüllen.

Das Zentralorgan rechter Bürgerlichkeit, „Die Presse„, widmet der Debatte über die „Schweigeminute“ am Karfreitag offenbar eine Serie:

Der ORF schwadronierte zu seinem aktuellen Programm, dass es ganz im „Zeichen des wichtigsten Fests der Christenheit“ stünde inkl. einer Gedenkminute „zur Todesstunde Jesu“ am Freitag um 15 Uhr in ORF 2.

Die Initiative „Religion ist Privatsache“ (Heinz Oberhummer, der aus den Science Bustern, Michael Franz, Eytan Reif et al.) beschwerte sich bei ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und der Standard berichtete am 27.3.:
http://derstandard.at/1332323946869/Religion-ist-Privatsache-Beschwerde-gegen-ORF-Osterprogramm .

Am 28.3. berichtete sie die Presse etwas verspätet von der Front des Kulturkampfes:http://diepresse.com/home/kultur/medien/744312/Initiative-wehrt-sich-gegen-ORFOsterprogramm

Gegen den Physiker Oberhummer wird dann am 5.4. der Mathematiker Taschner (dessen letztes Buch exemplarisch zeigte, wie weit sich ein eitler Mathematiker zum Thema Gerechtigkeit verrechnen kann) losgelassen, der den „wirkliche Skandal “ nicht in der öffentlich-rechtlich verordneten Schweigeminute am Karfreitag sieht, sondern gleich weiter ausholt:

Nicht die Religion ist Privatsache, sondern der Glaube. Und allen Schulpflichtigen, gleich welcher Konfession, kann sehr wohl ein Unterricht im Fach Religion zugemutet werden.


Es ist paradox: Ehrwürdige Religionen drohen zu entschwinden, aber Millionen Gläubige der Klimareligion, lächerliche Nachäffer des Terra-Mater-Kults, gedachten zuletzt des Klimawandels und löschten für eine Stunde mit Inbrunst zur „Earth Hour“ die Lichter. Das Licht der Aufklärung ist in ihnen wohl noch länger verloschen.

Zapatong, und ich werfe mir manchmal vor, auf meinem Blog Themenwechseln wie Reissblenden im Experimentalfilm vorzunehmen.

Also dann können wir doch gleich noch in dem, durch scheinbar keinen logischen Faden gebremsten, Doctus fortzufahren.

Helle Aufregung in der liberalen Szene.
Günter Grass
nennt ein paar Zeilen ein Gedicht, in dem er, bei aller Rücksichtnahme auf seine deutsche Herkunft und seine verheimlichte Zwiebelschalen meinte, dass die – auch von Deutschland – hochgerüstete Atommacht Israel den Weltfrieden jetzt mehr gefährde, als ein – „die Atome dzt. noch mühsam anreicherndes“ – Mullah Regime.
http://www.stern.de/kultur/buecher/gedicht-von-guenter-grass-im-wortlaut-was-gesagt-werden-muss-1809492.html

Antisemitismus sei dies, „Schmierentheater“, „Hasspamphlet“, „Verirrung“, …

http://www.sueddeutsche.de/politik/antisemitismus-vorwurf-gegen-nobelpreistraeger-grass-gedicht-ruft-wuetende-reaktionen-hervor-1.1326110

Den Gipfel schoss die israelische Botschaft in Berlin ab, die Grass vorwarf:
Es gehöre zur europäischen Tradition, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen.
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/ritualmord-vor-dem-pessach-fest_1.16259083.html

Diese Woche beruht auf einer Festlegung des Frühchristentums.

Nach langem ringen wollte man sich zwar vom jüddischen Pessach absetzen, in dem man den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond als Ostersonntag festgelegte, andererseits gehört zur Liturgie ein Text aus dem Buch Exodus, womit der Bezug zum Pessach wieder hergestellt wurde, an dem die Juden ja ihren (historisch so nicht belegten) Auszug aus Ägypten feiern.

Also angesichts
der existierenden und angestrebten A-Bomben dieser Welt,
der U-Boot- und Religionskriege,
überschätzter Dichter und geharnischter Kulturkämpfer von Gottes Gnaden,
überheblicher Mathematiker
und im Prinzip jedoch nicht im Detail nachvollziehbarer Physiker

bin ich FÜR eine Schweigeminute.

Gedenken wir doch all der Toten, die wir denen verdanken, die ihren Schießbefehl von einem der unzähligen Götter der Menschheitsgeschichte erhalten haben wollen.

Danach geben wir uns tiefschürfendem Zynismus hin und lassen uns von
Jon Steward in die Words of Warcraft einführen (sorry just English):
http://www.thedailyshow.com/watch/tue-march-6-2012/words-of-warcraft

Frohe Ostern:
Das HAAS-Haus in Wien

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