Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Damals war man noch einfach mal weg

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​Hat man sich in der Vor-Handy Zeit auf eine Rundreise begeben, dann war man ziemlich unauffindbar.Gut es gab Telegrafenämter, aber wer seine Reiseroute verschwiegen hat, der hatte seine liebe Ruhe.

Heute sind wir fast überall erreichbar und auf 4300m über dem Meeresspiegel gibt es Wlan, so dass man seine Eidrücke und Schnappschüsse gleich ins Netz stellen kann.

Schizophren, aber ich bedauere das eigentlich. 

Man ist nicht mehr richtig weg. 

Nicht von den Nachrichten daheim, den unnützen Anrufen, die die Telefonrechnung in ungeahnte Höhen treiben, der Möglichkeit sich einzumischen, mitzureden …. das zu tun, was man ohnehin täglich tut. 

Alltägliches.

Natürlich kann man das Ding auch abstellen, diskonnektieren.

Könnte man, sollte man

Aus die Maus.

Written by medicus58

26. Juli 2016 at 22:47

Veröffentlicht in Reisen

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Trivago für den Patientenexport

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Patient-Travel

Suchmaschinen sind was Nettes.
Vom „Schmarrnphone“ oder vom heimatlichen PC lassen sich alle Lebensbedürfnisse per Mausclick erfüllen.
Nein, ich rede jetzt nicht von Instant-Befriedigung in den kostenfreien Pornoseiten und schon gar nicht vom Lustgewinn des Online-Shoppens oder dem freundlichen Herrn, der uns täglich mehrfach via TV die besten Hotelbetten zum billigsten Preis verspricht, sondern davon, dass wir nun im Netz
den im Lande nur in weiter Ferne liegenden  Arzttermin in fernen Ländern rasch und kostengünstig erklicken können.

Bislang kannte man das nur aus dem fernen Reich der Ewigen Queen, dass Patienten aus dem Nationalen Gesundheitssystem in ferne Länder exportiert werden, um eigene Unzulänglichkeiten zu kompensieren:

NHS patients may be sent to India for cut-price surgery claims former Labour health secretary
NHS doctors could be flown to India to treat locals and raise money
Indian doctors could also come to the UK to perform operations
Move would see NHS trusts going into business with private Indian firms

(August 2913) http://www.dailymail.co.uk/news/article-2400693/NHS-patients-sent-India-cut-price-surgery-Former-Labour-health-secretary-says-doctors-sent-India-treat-locals-bid-raise-money.html#ixzz46GR0L0AN

Inzwischen fand man das Gute aber so nah, dass das NHS seine Patienten einfach über den Kanal schickt und nicht mehr nach Indien:

First NHS patient crosses the Channel for gall bladder surgery to slash waiting his time ‚from months to weeks‘
Timothy Brierley, 54, has made the 44-mile trip from Kent to Calais
Patients from Kent can choose to be treated at 2 hospitals in France
NHS
 foots the cost of treatment but patients have to pay travel costs
Treatments include orthopaedics, ear nose and throat and cataract surgery 

(April 2015) http://www.dailymail.co.uk/health/article-3541751/First-NHS-patient-crosses-Channel-gall-bladder-surgery-slash-waiting-time-months-weeks.html

Noch traut man sich diesseits des Kanals nicht in diese Fußstapfen, auch wenn man schon gerne von rasch zu nostrifizierenden Syrischen Ärzten träumt, um den Schein einer funktionierenden Patientenversorgung aufrecht erhalten zu können, dafür springt aber die IT- Industrie den des Wartens müden Patienten bei und ein von der Ärztin Sophie Chung gegründetes Berliner Start-up namens Junomedical vermittelt Zahlungswilligen eine raschen Wunscherfüllung: 

Junomedical: For a happier healthier you
https://www.junomedical.com/en/
„Als Ärztin habe ich täglich erlebt, wie der Großteil der Menschen noch immer durch das lokale medizinische Angebot limitiert ist. Die Globalisierung ist im Gesundheitswesen leider noch nicht vollständig angekommen“, sagt Sophie Chung. „Wir möchten es einfach nicht hinnehmen, dass es in unserer heutigen Zeit noch immer so viele Patienten gibt, die suboptimalen oder zu teuren Zugang zur medizinischen Versorgung haben.“
http://gruender.wiwo.de/junomedical/

Sucht man zum Beispiel nach einer Schilddrüsenoperation, wird man an die Apollo Hospitals in Chennai, Indien weitergereicht ….
Der Wunsch nach Haartransplantaten schickt einen u.a. nach Thailand, auch nicht schlecht …

Nur die Ewig-Gestrigen unter uns, glauben noch, dass man auch in Zukunft im Krankheitsfall seinen Hausarzt kontaktieren wird können, der einen gegebenenfalls an einen Spezialisten oder ein nahe gelegenes Krankenhaus überweist, wo einem geholfen wird.

Warum einfach, wenn es auch elektronisch geht.
Warum lokal, wenn man sich auch billigen Knoblauch aus China holen kann …

Also eh alles supi in unserer globalisierten Welt, auch wenn Kollegin Chung trotz aller Beteuerungen der Qualitätssicherheit nachschießt:
„Aber schwarze Schafe wird es in der globalen Medizin immer geben.“
 http://futurezone.at/thema/start-ups/junomedical-oesterreicherin-vermittelt-medizintouristen/193.130.275

Written by medicus58

19. April 2016 at 18:21

Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick

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Arztweg

Vor über vier Jahren, exakt am 15.12.2010, schrieb ich auf meinem früheren (jetzt eingestellten) Blog www.sprechstunde.meinblog.at), dass

Ärzteschwemme – Ärztemangel, aber geh … alles eine Tochter der Zeit (wäre)

Seit Jahren bestimmen nicht Fakten sondern persönliche und standespolitische Interessen sowie ökonomische Überlegungen die Diskussion.
Patienten werden regelmäßig belogen!
Das Geld für Gesundheitsökonomen, Kammern und sündteure Thinktanks am politischen Gängelband (ÖBIG) könnten wir uns sparen.

Heute warnen die Rektoren vor einem Ärztemangel,
(der Link auf http://www.tt.com funktioniert heute übrigens auch nimmer)
nachdem sie es selbst waren, die noch im März das Gegenteil vermeldeten:
In dieser Stellungnahme heißt es, dass es aus Sicht der Rektoren zu keinem Ärztemangel kommen wird …
(der Link auf http://www.studieren.at/ funktioniert übrigens auch nicht mehr, weil Wir haben vieles neu gemacht. Auch diese Seite!)

Nur einmal ging es gegen die KKonkurrenzeiner Linzer Med-Uni und einmal ums aktuelle Budget.

Auch die Ärztekammer warnte Jahre vor der Ärzteschwemme, um nun vor dem Ärztemangel zu warnen.

Ärztekammerpräsident Walter Dorner: Eine Pensionierungswelle stehe bevor. Ohne Quotenregelung könnten heimische Ärzte knapp werden.

Dem widerspricht der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer. Österreich ginge auch ohne Quotenregelung nicht auf einen Ärztemangel zu: „Wir haben bis 2030 kein Problem“, sagt er.

Eine Bedarfsstudie des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheit (ÖBIG) wurde 2006 von der Politik wegen angeblicher Veraltung nicht zur Veröffentlichung freigegeben: Sie war von einer Ärzteschwemme ausgegangen. 2007 gingen drei Studien von ÖBIG, Österreichischer Ärztekammer und Wiener Ärztekammer von der Notwendigkeit der Quotenregelung und einem jährlichen Bedarf an neuen Medizinern von 800 bis 1500 aus.
(Natürlich gibt es den Link auf http://www2.aekwien.at/auch nimmer)

 

Kurz danach, am 5.1.2011 zitierte ich  die Lösungsvorschläge des Oberösterreichischen Ärztekammerpräsidenten

niedermoser_peter kopie

auf http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33516 (erraten, ab Jahresende nimmer zu lesen, weil der Blogserver sperrt)

LIMBO: So sparen im Gesundheitssystem

Tschechien zeigt uns wie es geht: Was seit Monaten angekündigt wurde, findet nun statt:
Fast ein Viertel der tschechischen Spitalsärzte kündigt, wegen zu geringer Bezahlung.
http://oe1.orf.at/artikel/262687 (Link geht noch!!)
http://www.tschechien-online.org/news/17683-danke-wir-gehen-arzte-tschechien-reichen-massenhaft-kundigungen-ein/ (der auch)

In Deutschland gibt es seit Jahren einen massiven Ärztemangel und viele österreichische Absolventen gehen zur Ausbildung und späteren Berufsausbildung nach Deutschland. Die Ärztezeitung ist voll von Inseraten deutscher Kliniken.

Nachdem Ärztekammer, Wirtschaftskammer und Rektoren es schließlich auch in Österreich geschafft haben, einen echten Ärztemangel zu erzwingen, (siehe Eintrag 15.12.2010) kommen die Nachrichten aus Tschechien wie gelegen.

Nachdem wir unseren Pflegenotstand flächendeckend und nach einem Skandal gesetzlich geregelt mit Slowakischen Pflegerinnen abdecken, haben wir nun die Möglichkeit auch unsere Ärzte ersetzen.

Erste Indizien gibt es bereits:

Tschechische Ärzte wollen weg – Bayern möchte sie haben
Die Mediziner im Nachbarland sind schlecht bezahlt. Gesundheitsminister Markus Söder sieht eine Chance für ländliche Regionen im Freistaat.
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/tschechische_aerzte_wollen_weg/612738/tschechische_aerzte_wollen_weg.html (ich glaub’s nicht, funzt auch noch)

Deutsche Kliniken locken tschechische Ärzte mit Vierfachem des Gehalts
29-12-2010 15:38 | Lothar Martin
http://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/deutsche-kliniken-locken-tschechische-aerzte-mit-vierfachem-des-gehalts (auch hier blieb die Zeit stehen und der Link funktioniert noch)

Oberösterreichs Ärztekammerpräsident  Peter Niedermoser (Bild)begrüßt laut ORF den Zulauf der tschechischer Ärzte; dass Herr Niedermoser seit Wochen mit dem Bundesministerium verhandelt, die Qualität der Ärzteausbildung (Erfordernisse des Rasterzeugnisses) herunter zu fahren, damit auch die kleinsten Landesspitäler billige Turnusärzte anstellen können, passt hier gut dazu.
http://ooe.orf.at/stories/485778/ (ja, der ORF, das ewige Gewissen)

 

LIMBO – how low can you go?

Lohndumping in der Medizin und Pflege=Sozialdumping für alle

Kurzfristig können wir das Problem durch (Ärzte-)Importe aus dem Osten lösen und dort vergrößern, so wie wir unseren Müll in den Osten verschickt haben …
Langfristig werden sich Ärzte ihr Geld von Privatpatienten holen und die Versorgung der Allgemeinversicherten geht gänzlich den Bach hinunter.

 

 

 

Zwei Jahre später, an 3.2.2012 vermeldete ich auf http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51616 (mit Jahresende gibt’s den Link auch nimmer!)

pic

Medizin: Jetzt, aber jetzt wird alles anders

Es gibt keinen Ärztemangel (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33160) und trotzdem will Linz seine eigene Medizin-Uni, damit alles gut wird.
Minister Stöger sagte 2010 im Parlament, dass es keine Leistungseinschränkungen im Österr. Gesundheitssystem gibt(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33251), weil alles gut ist.
Die Ärzte in vielen Ländern streiken wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47984obwohl alles gut ist.
Im Wiener Krankenanstaltenverbund löste die zweite Kürzungswelle 2010 eine Protestbewegung der roten Gewerkschaft gegen das rote Rathaus aus, aber jetzt ist alles wieder gut.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43184
Im AKH wurden Nachtdienste gestrichen, aber die patientenversorgung blieb optimal. Minister Töchterle hat dann einen Vorschuss ausgezahlt, weil eh alles gut ist. http://kurier.at/nachrichten/wien/4478056-finanzspritze-fuer-das-marode-akh.php
Jetzt haben wir uns auf die Finanzierung aus einer Hand geeinigt (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51579) und alles wird gut.
An der Uni Innsbruck können Nachtdienste nicht mehr geleistet werden, wobei Töchterle (gibt’s zwar auch nimmer, aber das ist weniger überraschend) meint, dass eh alles gut ist, schließlich wurden ja die Zielvereinbarungen unterschrieben.
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/729164/Geldnot_MedUni-Innsbruck-will-Nachtdienste-einstellen?
Nur irgendwie ist mir nicht mehr gut sondern langsam ziemlich schlecht.

Viel ist seither zum Thema geschrieben worden, dass der Ärztemangel etwas mit den Arbeitsbedingungen zu tun hat, unter denen der Beruf ausgeübt werden muss, wurde auch fallweise erwähnt, jedoch wollte ich darauf heute nicht hinaus,
sondern auf die heutige Schlagzeile in der Neue Zürcher Zeitung: http://www.nzz.ch/schweiz/deutsche-aerzte-werden-in-ihrer-heimat-benoetigt-1.18451276 {noch geht der Link 😉 }

Deutsche Ärzte werden in ihrer Heimat benötigt 

Weil in Deutschland die Arbeitsbedingungen für Ärzte besser geworden sind, hat der Abwanderungsdruck nachgelassen.
Falls sich der Trend verstärkt, wird die Schweiz künftig vermehrt Ärzte aus anderen Ländern rekrutieren müssen.

und eine, ebenfalls heute erschienene Schlagzeile im The Guardian http://www.theguardian.com/society/2014/dec/28/nhs-cancels-3000-operations-in-two-december-weeks

NHS cancels 3,000 operations in two December weeks

Figures highlighted by Labour show 3,113 elective and 161 urgent operations were cancelled in first part of month

und was empfiehlt der Artikel: “To reduce pressures on hospitals and to keep a flow of patients coming in and leaving hospital, we need to manage the number of available beds more efficiently. To achieve this, we need to reduce unnecessary admissions and visits to A&E and improve community care.” 

Fassen wir also zusammen,

seit Jahren rückte das überwiegend öffentlich (solidarisch) finanzierten Gesundheitsversorgung Europas immer stärker in den Focus (ungefragt auch solidarisch finanzierter) Planungsexperten und ekstatischer Reformbemühungen.
Ungezählte Vergleiche zwischen (oft nur scheinbar) verschiedenen Systeme wurden gegengerechnet und auf das doch „dort“ viel besser funktionierende System verwiesen. In Wirklichkeit haben wir überall die gleichen Probleme:
Wenn parallele Systeme nicht funktionieren, halten sie sich durch Verschiebung der Defizite noch eine Zeit über Wasser.
Der Kapitalismus der Ersten Welt wäre schon längt gecrasht, hätte er nicht durch (zuerst) Kolonialismus (heute Globalisierung) Möglichkeiten gefunden seine Defizite billig abzudecken.
Die System der ärztlichen Versorgung in der Niederlassung konnte bei den aktuellen Arbeitsbedingungen (Kassentarife, gesellschaftliche Rolle, …) nur dadurch aufrechterhalten werden, in dem die Unzulänglichkeiten in die Krankenhäuser verschoben wurden.
Das war u.a. auch dadurch möglich, weil die Rahmenbedingungen für die angestellten Ärzte einen erfolgreichen Widerstand lange Zeit verhinderten. Die vielen Jahre Ausbildung (Turnus), die „abgedient“ werden müssen, ehe eine „eigenverantwortliche ärztliche Tätigkeit“ (ius practicandi) erlaubt ist, waren auch kein unwillkommenes Druckmittel.

Irgendwann bricht aber auch diese Krücke und diejenigen Länder, die das ökonomisch hinkriegten (Deutschland, Schweiz) zogen Ärzte aus den Nachbarländern ab. Dass das auch nur eine Zeit funktioniert, erkennen nun die Schweizer, weil die Deutschen die Ärztehonorare erhöhen, und die Briten, u.a. weil der ärztliche Zuzug aus den ehemaligen Kolonialgebieten auch sein natürliches Ende findet.

Auch wenn irgendwann die alten Links nicht mehr funktionieren, die alten Grundsätze bleiben: Durch das Negieren und Verschieben von Problemen lassen sich keine dauerhaften Lösungen finden.
Auch wenn wir noch so viele Thinktanks bezahlen, als dass man die Leute ordentlich bezahlt, die im Primärprozess benötigt werden.

 

Vor Jahren (denke es war 2009) beschrieb Volker Pispers für die Gesundheitsreformen in Deutschland so:  http://youtu.be/SFyU700gCdo

Written by medicus58

28. Dezember 2014 at 14:24

Schwanzparade reloaded : Ärztehonorarstreit in Deutschland

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Erst kürzlich habe ich mich hier über den heute vorherrschenden Zwang „alles ranken zu wollen“ unter dem Titel „Ranking: Die zwanghafte Schwanzparade für alle“ verbreitet (http://wp.me/p1kfuX-pr).
Seither ist dieser Artikel (ich fürchte eher auf Grund seiner Verschlagwortung und nicht wegen seines Inhalts) einer der am häufigsten aufgerufenen.
Dass das gegenseitige Auflisten inzwischen zur legalen Kriegsführung wurde, beweisen die immer beliebteren Restaurant– und Hotelbeurteilungsseiten (z.B.: http://www.holidaycheck.de ).

Auch Ärzte werden zunehmend im Internet von Ihren Patienten bewertet. Naturgemäß wird damit auch Geld verdient und allenthalben bekommt man auch die Aufforderung zur gegenseitigen (natürlich anonymen) Beurteilung der Kollegenschaft (NEWS-Verlag) aber auch von Anbietern, die einen gegen eine Registrierungsgebühr einen guten Startplatz in diesem Wettrennen versprechen.

Während derartige Seiten in den USA schon seit Jahren exitieren, hat
Deutschland erst relativ kurz aber inzwischen ebenso bundesweit nachgezogen: 
(auszugsweise)
http://www.sanego.de/Arzt/
http://www.jameda.de/
http://www.esando.de/
http://www.docinsider.de/partner/arztbewertung-wie-bewerte-ich
http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/aerzte-bewertung-jetzt-bundesweit-im-einsatz.html

Österreich hinkt da etwas nach, aber auch hier können Sie sich schon bei Ihrem Arzt bedanken oder ihm das Leben schwer machen:
(auszugsweise)
http://www.docfinder.at
http://www.arztbewertung.net/
http://www.arztbewertung.at/
http://www.medicalreport.at/medicalreport/

Glaubt man einer 2011 von der dt. Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Arztbewertungsportals jameda.de unter 1130 privaten Internetnutzern durchgeführten Umfrage, dann verwenden 22,6 % der deutschen Internetnutzer bei der Auswahl ihres Arztes dieses Instrument (http://www.aerztezeitung.de/news/article/652722/jeder-fuenfte-sucht-arzt-bewertungsportal.html).

Im aktuellen Streit der deutschen Ärzteschaft mit den Krankenversicherungen (http://wp.me/p1kfuX-rf) droht die Kollegenschaft nun an, auch die Krankenkassen einer im Internet (http://www.kbv.de/navigator/krankenkassen-navigator.html)
allgemein zugänglichen Bewertung
zu unterziehen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/aerzte-bewerten-krankenkassen-auf-online-portal-a-858442.html
http://www.stern.de/digital/computer/neues-krankenkassen-ranking-aus-aerztesicht-im-internet-1902297.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neues-online-portal-aerzte-bewerten-krankenkassen-im-internet-11906444.html

Einerseits halte ich die Entwicklung ja für krank, weil natürlich jeder Hotelgast beurteilen kann, ob ihm das Zimmer und der Service gefallen hat, andererseits in der Medizin zwischen „gefallen“ und „gesund sein“ Welten liegen können, was unmittelbar nach erfolgter Konsumation der Dienstleistung dem Patienten noch gar nicht bewußt sein kann. Wer das nicht glaubt, möge die Patientenzufriedenheit nach Verschreibung einer Bockbier- und Stelzen-Diät beim aktuellen Oktoberfest austesten!

Aber ernsthaft, so schlecht finde ich das Krankenkassenrating durch die Ärzte ja nicht, denn die wenigsten Pflicht- oder Privatversicherten wissen so ganz genau, was denn ihre Versicherungspolizze abdeckt und was nicht bzw. für welche Leistung ihr Arzt eigentlich gar keine Refundierung erhält …

Die Anzahl der Krankenkassen ist in Österreich zwar geringer als beim deutschen Nachbar, aber etwas mehr Bewußtsein, was denn im Kleingedruckten steht und in der täglichen Praxis passiert, könnte dem KonsumentPatient“ nicht schaden …

ob der Patient eigentlich Konsument ist, das steht auf einem anderen Blogeintrag …
http://wp.me/p1kfuX-gf

Written by medicus58

1. Oktober 2012 at 16:05

Now for something completely different

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unter all den politischen Irrwitzigkeiten bin ich heute über eine Meldung gestolpert, die mich wieder daran erinnerte, dass unser ganzes 
Geblogge, GeTwittere und GeMaile eine Infrastruktur erfordert, 
deren wir uns in den seltensten Fällen mehr bewußt werden: Kabel

Bereits 1811 schickte der Deutsche Samuel Thomas Soemmering elektrische Signale durch einen Kautschuk-isolierten Draht, welcher bei München durch die Isar verlegt worden war. Am 28. August 1850 wurde zwischen Dover und Cap Gris-Nez bei Calais das erste Seekabel verlegt. Die ersten Transatlantiuschen Kabel lagen in den 1860-ern, die ersten transpazifischen Kabel wurden zu Beginn des 20.Jahrhunderts gelegt …. alles lange vor dem „Internet“. (http://de.wikipedia.org/wiki/Seekabel)

Inzwischen ist eine Flotte von Spezialschiffen damit beschäftigt, diese Unterwasserkabel in Stand zu halten, wenn sie wieder durch einen Wal oder etwas anderes unterbrochen wurden.
http://www.extremetech.com/computing/96827-the-secret-world-of-submarine-cables

Nun werden die ersten Transarktischen Kabel 
(ARCTICFIBRE http://www.arcticfibre.com/who-we-are.html
ARCTIC LINK http://www.arcticlink.com/  und 
ROTACS
gelegt, die die Verbindung zwischen 
London und Tokyo um 60Millisekunden beschleunigen werden. 
Die Kostenschätzungen liegen pro Kabel zwischen 
0,6 und 1,5 Milliarden US$.

Und wenn Sie nun glauben, dass all diese Investitionen gemacht werden, damit Sie meinen Blog schneller lesen können, muss ich Sie leider enttäuschen.

Worum es hier geht ist die 
Reaktionsschnelligkeit des Algorithmen-basierten Börsenhandels 
mittels Hochleistungsrechnern zu erhöhen. 
Das rasche Reagieren (mit enormen Mengen an Buchgeld) auf minimale Kursschwankungen scheint das investierte Geld wieder herein zu bringen. Bei diesen Kabelbetreiber handelt es sich schliesslich um Privatfirmen und die haben bekanntlich 

Nix zu Verschenken ®Niki Nationale

Wir sehen, unsere Welt hat nicht nur politische Irrwitzigkeiten zu bieten ….

http://www.extremetech.com/extreme/122989-1-5-billion-the-cost-of-cutting-london-toyko-latency-by-60ms

Written by medicus58

21. März 2012 at 10:44

Was lange totgesagt …

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Im Dezember 2010
 habe ich vermutet, dass auch die Internet-Revolution, so wie alle ihre Vorgänger, bald ihre Kinder fressen wird, als das bis zu diesem Zeitpunkt nur „Nerds“ bekannte Wikileaks begann, diplomatische Mails der USA ins Netz zu stellen.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32920

Auch (einer) der Gründer der Plattform (Wer war bitte der Herr Assange?, http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34236) wurde plötzlich auch der breiten Öffentlichkeit bekannt, als ein absurder Spin aus lokaler Gesetzgebung und einem unwidersprochen initial einverständlichen aber ungeschützten Sex zu seiner Verhaftung führte. 

Es herrschte in den Medien weitgehende Einigkeit, dass hier ein krasses Missverhältnis zwischen Anschuldigung und Maßnahmen bestand. (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33042

Seit Dezember 2010 ist Assange, nachdem er sich freiwillig gestellt hat, in britischer Untersuchungshaft. http://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Assange

Jetzt, geht offenbar der Rechtsstreit über eine mögliche Auslieferung an Schweden in die Endphase und

Was lange totgesagt wurde …

Wikileaks meldet sich mit der Veröffentlichungen der E-Mails von STRATFOR ….. http://derstandard.at/1329870405525/Infos-von-Sicherheitsfirma-Wikileaks-Veroeffentlichen-Millionen-E-Mails-von-Stratfor

Strategic Forecasting, Inc (abgekürzt STRATFOR) ist eine 1996 gegründete, privatwirtschaftlich betriebene Firma, die Analysen, Berichte und Zukunftsprojektionen zur Geopolitik anbietet. 
http://de.wikipedia.org/wiki/Stratfor

Der Veröffentlichung auf Wikileaks ging ein Hackerangriff (Anonymous) im Dezember 2011 voraus, der zum Rücktritt des Gründers und Vorsitzenden der Firma führte:

Dear Stratfor Subscriber,

I wanted to warn you that individuals continue to send out false communications that appear to be from Stratfor. These spam emails may contain malware and attachments, and may attempt to lead you to websites that look like our own. They may also attempt to convince you to provide your private information.
In an effort to guard against the dangers posed by these false emails, I have decided to implement a no-link policy with our subscribers for the time being. We will continue to send you emails — status updates as well as analysis reports — but we will not include any links in those emails. And we will never include attachments.

Be assured: Our website — Stratfor.com — is the most secure place for you to interact with us.

Best,
George Friedman
(gekürzt aus http://www.stratfor.com/hacking-news)

Halten wir fest, 

  • Wikipedia lebt und erlaubt erneut einen Blick in die Mechanik der Macht.
  • Die Experten und Berater einer Firma, die uns (oder eher unseren Konzernen und Regierungen) mit unserem (Steuer)geld die Welt erklären 
    The State of the World: A Framework
    gehen mit ihren (Kunden)Daten genau so fahrlässig um, wie Krankenkassen, das ORF Inkassobüro (GIS), Kreditkartenfirmen, Banken, …. usw.
  • die Vernetzung unserer Datenspeicher hat die Welt zwar flach gemacht („The World is flat“ eines anderen Friedman, nämlich des Thomas L. Friedman; erschienen 2005), die Fallgruben müssen aber noch ausgelotet werden!

Bemerkenswert ist, dass der Schock des Hacks dazu geführt hat, dass die Website http://www.stratfor.com/ ihre sonst nur gegen Bares zu erreichenden Inhalte nun gratis anbietet, ehe das andere tun: 
temporarily offering all content for free

Somit hätten wir auch gleich wieder einen Übergang zum derzeit heissesten Web – Thema, nämlich des Urheberschutzes (ACTA. Anti-Counterfeiting Trade Agreement) …. wird sich alles bald erübrigen

nicht zuletzt deshalb, weil es ohnehin keiner lesen wird und es keinen interessiert, …. oder lesen Sie sich noch durch die Gitmofiles, die 779 Wikileaks Guantànamo Dokumente, die alle im April 2011 so aufgeregt haben? 
http://wikileaks.org/gitmo/

PS: Da seit 2010 mehr als 1000 Leute diesen Blog gelesen haben, gibts „Assange nach Guantánamo ausgeliefert“ nur mehr als Link:
 http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33002 

http://wikileaks.org/

Written by medicus58

27. Februar 2012 at 08:58

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