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Warum die Drohungen gegen Impfverweigerer am eigentlichen Problem vorbei gehen: Schützen wir die Jungen

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Wir versuchen unverbesserliche Alu-Hut Träger aus der Vorstadt zur Impfung zu drängen und freuen uns, wenn sich die eine oder der andere mit Gottes Segen „seinen Stich“ – welch blöde Sprache hat sich medial eingebürgert – im Steffl abholen.

Wir planen die Auffrischung der Alten, die – allen Unkenrufen Pfizers zum Trotz – noch überwiegend einen gewissen Schutz haben und deren Kollektiv aus gutem Grund relativ gut durchgeimpft wurde. Auch sind deren Sozialkontakte vermutlich nicht allzu ausufernd.

In drei Wochen beginnen Schulen und in sechs Wochen die Universitäten und – ohne dass ich den Studien Glauben schenke, dass die Bildungseinrichtungen zu den größten Treibern in der Pandemie zählen, hatte das Bildungssystem die meisten Opfer zu beklagen, während diese Generationen bis zuletzt auf Impfgelegenheiten warten mussten.

Die Impftermine für über 31-Jährigen wurden zB in Wien erst Ende Juni „freigeschaltet“. Mit Stand 17.8. sind in der Gruppe der 15.-24. Jährigen nur etwas über 40% geimpft:

Das führt zu Schul- und Unibeginn verlässlich in große Diskussionen, nicht weil diese „Ungeimpften“ die Spitäler verstopfen werden, sondern weil es für sie auch im nächsten Semester keinen sinnvollen Unterricht geben wird. Die Devise müsste schon längst sein:

Schützen wir die Jungen

Wenn schadenfroh „Experten“ einig sind, dass die vierte Welle in erstet Linie unter den Ungeimpften wüten wird, sollte man weniger an Kickl, den zugewanderten Hilfsarbeiter oder die vegane Esoterikerin denken als all den Jungen, denen wir keinen sinnvollen Unterricht mehr bieten.

Written by medicus58

17. August 2021 at 17:11

Der grüne Pass und die Deppen App: Die Digitalisierung analoger Schwächen

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Je älter man wird, je mehr beschleicht einen der Verdacht, dass sich wenig ändert und die alten Narren nur die Kappen wechseln.

Gerade wer als Arzt neben seinem klinischen Alltag auch (die heute angeblich wissenschaftlich so wertlosen) retrospektiven Studien betrieb, hat sich immer wieder gewundert, wieviele Fehlinformationen in Krankengeschichten mitgeschleppt wurden:

Die laut Patientin Krebsoperation im Unterleib war laut pathologischer Unterlagen eine Kürettage mit gutartiger Histologie, das Nierenversagen eine leichte und vorübergehende Funktionseinschränkung wegen Dehydrierung, und der eingeordnete pathologische Blutbefund eigentlich von Mayr und nicht von Meier etc., etc.

Aufgefallen ist das nur mehr wenn man einzelnen Krankengeschichten retrospektiv nachgegangen ist und die vor Zetteln überquellenden Mappen erneut aus dem Archiv geholt hat. In der Praxis waren diese Hoppalas selten ein Problem für den Patienten, denn reflektorisch ließen Ärzte Befunde, die nicht dazu passten, ohnehin wiederholen. Die falschen Einträge wurden einfach negiert, aber doch mitarchiviert.

Die Häufigkeit all dieser Fehlern, Verwechslungen und Fehlinformationen,.. hat sich vermutlich nicht wesentlich geändert in den letzten Jahrzehnten, nur führt ihre Digitalisierung und rasche Zugänglichkeit dazu, dass sie nun ein Patientenleben begleiten und negativ beeinflussen.

In Österreich wurde die Corona-App ohnehin negiert, in Israel schickte die dortige App 12.000 Menschen irrtümlich in Quarantäne.

Wenige Tage nach der (verspäteten) Einführung des Grünen Passes häufen sich die Beschwerden, dass ein an sich gültiges G, also getestet, genesen oder geimpft, an einer Kontrolle nicht richtig erkannt wurde und inzwischen werden in ELGA rund 10.000 Falscheinträgen zum Covid-Status pro Woche (!) identifiziert.

Jetzt wird ein Korrekturtool entwickelt, statt endlich bereits an der Eingabe automatische Plausibilitätschecks vorzusehen. Dafür müssten aber die heute so forcierten medizinischen IT Lösungen nur annähernd das leisten können, was ihre Hersteller der Gesundheitspolitik und – ökonomie versprechen.

Vergleiche:

Kunstfehler waren gestern, heute haben wir die EDV

Babylonische Zustände in der Medizin

Written by medicus58

10. Juli 2021 at 08:58

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