Sprechstunde

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Dr. Google: oder versteckten Wahrheiten in Autocomplete

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Autocomplete

Dass das Smarteste an uns schon längst unsere Phones sind und
dass lernende Algorithmen unsere Denken in immer stärkerem Ausmaß beeinflussen, darf als bekannt vorausgesetzt werden.
Das Auto complete von Googles Suchmaschine verrät uns deshalb, wonach die Menschen suchen, wenn sie
ärzte sind “ in ihre Browser tippen.

Das Ergebnis ist aber, wie von Google gewohnt User-spezifisch, d.h. es orientiert sich an den bisherigen Suchanfragen des Users.
Das obige und das nun folgende Beispiel wurde aber von zwei unterschiedlichen Rechnern kopiert, auf denen verschieden Usern mit variabler IP Adressen arbeiten, so dass das Ergebnis doch etwas tiefer in die Seele des Normalnutzers blicken lassen dürfte.

Auto

Mit schwacher Evidenz scheint der kleine Versuch zu zeigen, dass unser Berufstand in erster Linie in folgenden Zusammenhängen er-googelt wird:
Alarmismus
Arroganz und
Ahnungslosigkeit.

Also in gewisser Weise eine Triple-A Wertung.

Vergleiche auch:
Dezember 2015: Wie lange glaubt Ihr noch, dass das hineingeht? http://wp.me/p1kfuX-13d
April 2015: Das Image der Ärzte: Was haben wir falsch gemacht? http://wp.me/p1kfuX-Wg 
Jänner 2015: die spinnen, die Ärzte: Mehr Geld für weniger Arbeitszeit http://wp.me/p1kfuX-SY
Dezember 2014: Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick http://wp.me/p1kfuX-Sw
November 2014: USA: Ist Ihre Arzt korrupt, muss nicht immer die Pharmaindustrie dahinter stehen http://wp.me/p1kfuX-S5
Juni 2014: Die Lösung für den Ärztemangel: Wir brauchen einfach keine mehr http://wp.me/p1kfuX-Oi
April 2013: Wann schläft der Spitalsarzt? http://wp.me/p1kfuX-Cr
März 2013: Die Diskussion über Ärztemangel nervt http://wp.me/p1kfuX-Bv
Jänner 2013: Ärzte: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher http://wp.me/p1kfuX-yq
Juni 2012: Der typische Arzt ist ein Hausarzt mit Kassenverträgen und reich  http://wp.me/p1kfuX-jY
Februar 2012: Gott in Weiss http://wp.me/p1kfuX-9j

Written by medicus58

14. März 2016 at 18:07

Das Image der Ärzte: Was haben wir falsch gemacht?

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Ihr Arzt der Arsch

„Ärzte: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher“  tippte ich hier vor über zwei Jahren (http://wp.me/p1kfuX-yq).

Seither hat sich wenig geändert. Als die angestellten Ärzte in den letzten Monaten gegen Arbeitsverdichtungen und Einkommensverluste protestierten, nachdem sich auch die österreichische Politik in letzter Minute dazu entschlossen hat die EU Arbeitszeitregelungen nachzuvollziehen, ohne jedoch entsprechende Begleitmaßnahmen einzuleiten, brandete ihnen der blanke Hass der Gesundheitspolitik entgegen:

Landeshauptmann Pühringer (OÖ) „Ich werde euch in die Pfanne hauen, dass das Fett nur so spritzt.“ http://www.nachrichten.at/nachrichten/fotogalerien/cme172068,1201642

Gesundheitsstadrätin Wehsely (W): „Da wird das allgemeine gesundheitspolitische Waterloo ausgerufen. Da werden verschiedene Kammerinteressen bedient, aber gleichzeitig auch die Patienten verunsichert“ Nachsatz: „Hauptsache, es gibt Aufruhr.“ Weiters kritisiert sie, dass die Standesvertretung immer wieder versuche, Reformen zu verhindern. Die Ärztekammer sei ein „instabiler Partner“

Eine Phalanx aus Ex-Gewerkschaftsgrößen wie Hundstorfer und Oberhauser, ExHauptverbandschef Schelling, die Krankenkassengrößen  McDonald und Reischl und die Gesundheitspolitiker Pühringer (OÖ), Wehsely (W) und Rezar (B) versucht den Ärztekammerpräsidenten Wechselberger unter Druck zu setzen:

Die gegenwärtigen Aussagen von einigen Vertreterinnen und Vertretern der Ärzteschaft rund um die aktuellen Auseinandersetzungen zu Arbeitsbedingungen von Spitalsärztinnen und Spitalsärzten, zu drohenden Leistungseinschränkungen und Versorgungsengpässen tragen dazu bei, den Menschen das Gefühl zu geben, dass dieses sehr gute Gesundheitssystem in Gefahr sei. …
Als Verantwortungsträger in der östereichischen Gesundheitspoltiik weisen wir Verhaltensweisen, die geeignet sind, das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in das Gesundheitssystem zu schwächen und den eingeschlagenen Reformkurs entschieden zurück!
http://diepresse.com/files/Brief_Wechselberger.pdf

 

Anders klingt es, wenn unmittelbar danach die Pflegevertreter, deren Arbeitszeiten sich übrigens nicht geändert haben, eine Lohnerhöhung verlangen, weil sie nun diejenigen Tätigkeiten übernehmen müssen, die international stets von der Pflege erledigt wurden und nur in Österreich aber bisher an Turnusärzte ausgelagert wurden:

Tiroler Pflegern platzt der Kragen http://www.tt.com/politik/landespolitik/9854766-91/tiroler-pflegern-platzt-der-kragen.csp

Prompt bringt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (T) der ausgezeichneten Arbeitsleistung des Pflege- und Gesundheitspersonals an den Tiroler Spitälern eine hohe Wertschätzung entgegen. „Die Forderung der Pflegerinnen und Pfleger sowie des Gesundheitspersonals der Landes- und Bezirkskrankenhäuser nach einer besseren Entlohnung nehme ich sehr ernst„. https://www.tirol.gv.at/meldungen/meldung/artikel/ohne-pflege-und-gesundheitspersonal-keine-medizin/

AKh-Betriebsratschef fordert 20 Prozent plus für Pflegepersonal http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/landespolitik/AKh-Betriebsratschef-fordert-20-Prozent-plus-fuer-Pflegepersonal;art383,1623133
und in Oberösterreich starten die Verhandlungen mit den Pflegekräften über höhere Gehälter. Es geht um knapp 24.000 Beschäftigte und ein Gehaltsvolumen in der Größenordnung von 900 Millionen Euro. Ein gänzlich neues Gehaltsschema soll für das Pflegepersonal in Kärnten ausgearbeitet werden. Die Eckpfeiler sollen bis Herbst stehen. In Kärnten hat das allerdings weniger mit Arbeitszeitproblemen zu tun als vielmehr mit den zusätzlichen Aufgaben, die die Pflegekräfte in den letzten Jahren übernommen haben. 
http://www.vienna.at/nach-den-spitalsaerzten-fordern-auch-die-pflegekraefte-mehr-geld/4263377

 

Nur die Älteren werden sich noch an den „Pflegeskandal Lainz“ erinnern, der sich fast auf den Tag genau, vor fünfundzwanzig Jahren aufgeflogen ist:

„Wer mich ärgert, bekommt ein Gratisbett beim lieben Gott“
http://www.spiegel.de/einestages/oesterreichs-groesster-pflegeskandal-die-todesengel-von-lainz-a-962376.html

Drei Hilfsschwestern haben Dutzende Pfleglinge ermordet.

Entdeckt wurde das Verbrechen nur durch die Aufmerksamkeit von Primarius Pesendorfer und seine Ärzte: Gerade Pesendorfer habe ihn, Stacher, „auf einen mehr oder weniger vagen Verdacht“ angerufen, worauf dann die Polizei eingeschaltet worden sei. (http://www.news.at/a/20-jahre-pflegeskandal-lainz-so-42-patienten-274581)

Gedankt hat ihm die Wiener Politik nicht, ganz im Gegenteil: Für den „Jahrhundertskandal“ im Allgemeinen Krankenhaus in Wien-Lainz hat Bürgermeister Helmuth Zilk den nach seiner Auffassung Verantwortlichen benannt. Es ist der Chefarzt der I. Medizinischen Abteilung, Franz Xaver Pesendorfer. (http://www.zeit.de/1989/29/nie-geplaudert)

Primarius Pesendorfer wurde umgehend suspendiert und erst durch die Disziplinarkommission und den Verwaltungsgerichtshof rehabilitiert. Danach verließ er die Dienste der Stadt Wien.

Für die Pflege änderte sich vorerst einiges zum Positiven:
Die Pflegehelfer-Ausbildung wurde als Mindestanforderung im stationären Bereich verlangt und die Zahl der Ausbildungsstunden auf 1600 verzehnfacht.
Der diplomierten Pflege wurden Abteilungshelferinnen zur Seite gestellt, um sie für medizinisch höherwertige Tätigkeiten als Bettenmachen und Nachtkästchen reinigen frei zu spielen.
Und wenn mir meine Erinnerung keinen Streich spielt, gab es auch eine Gehaltsreform
Dann wurde das Krankenhaus in „Hietzing“ und das Pflegeheim richtig idyllisch in „Geriatriezentrum am Wienerwald“ umbenannt, damit sich die Beschäftigten wieder mit dem Haus identifizieren können.

Und wie passt das zusammen?

Für Missstände im Gesundheitssystem wird von der Politik die Verantwortung immer den Ärzten umgehängt, während man deren Einflussmöglichkeiten auf die spitalsinternen Abläufe immer stärker beschneidet:
Weg mit den Primarii! http://wp.me/p1kfuX-HX
Der Eier-legende-Woll-Milch-Primarius http://wp.me/p1kfuX-AC
Master-Betriebsorganisation im KAV: Da fährt die Eisenbahn drüber http://wp.me/p1kfuX-NS

 

Natürlich liegt die Lösung nun nicht darin, in die Fußstapfen der „Lainzerinnen“ zu treten, denn letztendlich wurde auch der Pflege die zugestandenen „Erleichterungen“ wieder aberkannt:

2010 verordnete der KAV einen Aufnahmestopp für die 1690 Abteilungshelferinnen, die nach dem Lainzer Skandal eingeführt wurden: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101203_OTS0059/aufnahmestopp-fuer-1690-dienstposten-im-alleingang-verordnet

Die wirkliche Lösung wäre ein Schulterschluss zwischen Ärzten und Pflege und (das wär nun wirklich eine Sensation) ein Schulterschluss zwischen ärztlicher und Pflegedirektion innerhalb der Kollegialen Führungen, um die seit Jahrzehnten gepflogene Politik des gegenseitigen Ausspielens zu unterlaufen.

Natürlich benötigen die angestellten Ärzte dringend auch eine schlagkräftige Gewerkschaft, denn die oben angeführten Beispiele zeigen eindeutig, dass die gewerkschaftliche Vertretung der Pflege einen offenkundig stärkeren Einfluss auf die Gesundheitspolitiker hat als die Ärztekammer. Natürlich werden wir die größere Anzahl an mobilisierbaren Wählerstimmen in der Pflege numerisch nie ausgleichen können, jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Pflege erkennt, dass sie bei aller „Wertschätzung“ und „akademischen Aufwertung“ am Ende des Tages wenig Konkretes und nur leere politische Versprechen erhält.

Written by medicus58

8. April 2015 at 20:16

Schämt sich der Arzt seiner Kutsche? Eine subjektive Betrachtung

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ÄKVÖ

Raschere ärztliche Hilfeleistung durch Förderung des Einsatzes von Automobilen – anstatt der bisherigen Pferdekutschen – bei der ärztlichen Berufsausübung“ war im November 1907 einer der Beweggründe, die Ärztlichen Kraftfahrvereinigung Österreichs (ÄKVÖ) zu gründen
(http://www.aekvoe.at/f_main.htm), die seit 1952 unter der proporzgemäß schwarzen Seite der österreichischen Kraftfahrervertretung ÖAMTC daherkommt.

Arzt und Kutsche gemahnt an Kafkas Kleinod „Der Landarzt„:
Eine entscheidende Stelle zu Beginn der Erzählung mag die Tür zum vermeintlichen Schweinestall sein, die als Schnittstelle zwischen realer und irrealer (Traum-)Welt des Unterbewussten interpretiert wurde. Die eigenartigen Pferde wurden als plötzlich frei werdende, innere Kräfte des Arztes gedeutet, die die Unzulänglichkeiten des Privat- und Berufslebens offenlegen und einen Prozess der Selbstfindung, der Selbstverwirklichung auch in sexueller Hinsicht auslösen. Die Geschichte kann aber auch als Kritik an einer rücksichtslosen, unsolidarischen Gesellschaft verstanden werden, die einen auf sich gestellten, Tag und Nacht seine Pflicht tuenden Arzt überfordert, in die Isolation treibt und letztendlich zerstört.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Landarzt#Die_Erz.C3.A4hlung_.E2.80.9EEin_Landarzt.E2.80.9C)

Aber eigentlich wollte ich es gar nicht so ernsthaft anlegen.
Mir ist nur aufgefallen, dass das ehemals so beliebte Emblem des Vereins, selbst in Spitalsgaragen heute kaum noch auf den Windschutzscheiben ärztlicher PKWs zu sehen ist. 
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo jede „Rostlaube“, kaum hatte ihr Besitzer seinen Dr. med univ. auf Kunstpergament, das schmucke Zeichen trug, als sollte damit vor der Dorfdisco signalisierte werden, dass man sich nur in einem Durchgangsstadium zu „Höherem“ befand.
Erst recht zierte das „Pickerl“ die Windschutzscheibe des „Bayern“, „Quattro“ oder „Benz“ um dem „einschreitenden Organ“ gleich einmal zu signalisieren, dass die Geschwindikeitsübertretung eventuell der Lebensrettung gedient haben könnte und man sich mit einer „Alkkontrolle“ nur Schwierigkeiten einhandeln würde, weil der Fahrer irgendwann einmal auch ein gerichtsmedizinisches Skript überflogen hat.

Dies schien sich geändert zu haben. Das ehemalige Statussymbol fällt nur mehr selten auf.
Über eine allfällige Erklärung, kann ich nur Mutmaßungen anstellen:
Vielleicht ist es heute gar nicht mehr so wünschenswert als Arzt identifizert zu werden?

Vergleiche: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher … http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=85300

Written by medicus58

3. Juni 2013 at 17:38

Man kann sich sein Image nie aussuchen: Von österreichischen Bullen, spanischen Pferden und einem kleinen Kanzler

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Wir erinnern uns noch an den Sturm der Entrüstung,
als unser damaliger konservativer Bundeskanzler Wolfgang Schüssel
(https://medicus58.wordpress.com/2012/02/15/schussel-wolfgang-und-seine-unschuldsvermutung/ ) glaubte Progressivität beweisen zu können, indem er am 26. Oktober 2001 mit markigen Worten den Österreichern ihre liebsten Identifikationssymbole zu entreissen versuchte:
Die alten Schablonen Lipizzaner, Mozartkugeln oder Neutralität greifen in der komplexen Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts nicht mehr. http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXI/NRSITZ/NRSITZ_00097/SEITE_0138.html

Ob sie den früher gegriffen hätten, darüber schwieg der kleine Kanzler, ebenso wie auch darüber, weshalb er, der sich so gerne als Hausmusiker abbilden ließ, denn die Musik verschwieg;
Diese war bislang -nach meinen Erfahrungen- die im Ausland am häufigsten gemachte Assoziation zu Österreich.

Zugegeben folgten dann häufiger Lobeshymnen über
The Sound of Music“ (http://de.wikipedia.org/wiki/The_Sound_of_Music)
als die Erwähnung von Bruckner, Haydn, Mozart, Schönberg oder Schubert (in alphabetischer Reihenfolge und nicht nach meiner persönlicher Preferenz genannt),

aber egal:

Ich hörte seit Jahrzehnten auf allen Kontinenten, dass der Begriff Östereich unwideruflich entweder mit Musik oder den obskuren sportlichen Betätigungen assoziiert wurde, die man bei uns auf den „kunstschneebedeckten“ Bergen abzog,

bis heuer:

Völlig unverhofft erfuhr ich vor kurzem in den Höhen der Anden, dass man mein Heimatland nicht mehr mit all dem assoziiert, sondern nunmehr reflektorisch an einen klebrigen, koffeinhaltigen Energydrink denkt, der eigentlich aus Asien stammt

RED BULL http://de.wikipedia.org/wiki/Red_Bull

Na fein, für die Konsumenten der 4,631 Milliarden Dosen, die aktuell pro Jahr konsumiert werden, ist Österreich nicht mehr das Land,

in dem Beethoven (OK, ein Deutscher) sein Gehör verloren hat,

in dem die Lipizzaner (OK das Gestüt liegt in Slowenien und die Hofreitschule heißt die Spanische) ab und an umherhüpfen,

in dem man Mozart zerkugelt,

oder in dem man Kaffee trinkt (wenn einen der Kellner endlich bedient),

nein,

Österreich ist das Land,
das seine Müdigkeit und Potenzschwäche mit einem überteuerten Zuckerwasser bekämpft und
damit kokettiert, dass die 0,4% Taurin weniger aus der Stiergalle als aus den „cochones“ dieser Viecher stammen.

TU FELIX AUSTRIA: NUNC EST BIBENDUM!

Written by medicus58

3. September 2012 at 17:34

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