Sprechstunde

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Gedanken zu Fronleichnam: Trump garantiert Stabilität

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Ob Christ, Atheist oder Anhänger irgend einer anderen Konstruktion, die meisten haben heute frei und feiern Fronleichnam.
Transformieren wir die Überlegungen zum Fest der leiblichen Gegenwart Christi in unsere Gegenwart müssen wir wohl zur Kenntnis nehmen, dass unter all dem Gekreische angeblicher Qualitätsmedien, kein Politiker so sehr Garant für die Stabilisierung politischer Realität ist, als
dieser Blondinenwitz auf göttlicher Mission.

Diese Parallele ist natürlich auch den intellektuellen Medien links der Feldherrenhalle nicht verborgen geblieben: Financial Times April 2017: How the Bible Belt lost God and found Trump 

Was aber in all dem Trump-Bashing nicht angesprochen wird ist, dass sich jeder, der sein letztes politisches Neuron nicht versehentlich in der Wahlurne begraben hat, doch nicht eigentlich fragen müsste, weshalb es in einem sündteuren und monatelangen Auswahlverfahren innerhalb eines doch mehr oder weniger demokratischen Systems möglich war, dass diese Figur legal an eine ultimative Machtposition gelangte, ohne jemals seinen Charakter oder seine Mission verschwiegen zu haben.

Gott hat Trump nach seinem Bild geschaffen und in die Welt gesandt.

Während die intellektuelle Schickeria damit unterhalten wird,
wo Trump grad wieder tief in eines seiner Bildungslöcher blicken hat lassen
welche Gesetzesbrüche Donald grad wieder begangen haben soll,
dass sich der Multipleitier ja nur durch Macheloikes  des undemokratischen Putin
die Macht eines doch völlig demokratischen Systems erschlichen hat.

So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
(Matthäus 22, 21b)

Und während die Trump-Witze, die Internetseiten mit seinen Absurditäten boomen, bleibt das System selbst unhinterfragt.
Wir lehren unsere Kinder, dass ein politisches System, bei dem immer wieder völlig legal das Letzte was die Menschheit zu bieten hat an die Macht kommt, unsere beste aller möglichen Staatsformen ist.

50% und eine Stimme in einer Stadt, die voll von hochbezahlten Lobbyisten und PR-Beratern ist (egal, ob sie nun an Brüssel,Washington oder den Heumarkt denken) soll unhinterfragbar machen, was aus Dutzenden anderen Gründen völliger Scheißdreck ist?

Eine demokratische Mehrheit ist vielleicht die Voraussetzung für eine richtige gesellschaftliche Entscheidung, jedoch keinesfalls eine ausreichende Voraussetzung dafür!

Trump kann eine echte Lichtgestalt werden, wir endlich zu hinterfragen beginnen, wer immer hinter diesen Heilsbringern steht und was sie für jeden einzelnen von uns tun werden. Wäre auch 1933 ein guter Tipp gewesen, statt sich über die überschlagende Stimme und das Oberlippenbärtchens eines oberösterreichischen Postkartenmalers zu amüsieren.

Für gewissen Interessen garantieren diese Figuren wirkliche Stabilität, weil sie ablenken!

 

 

 

Written by medicus58

15. Juni 2017 at 14:07

Hitler und sein Teleskop in Darjeeling

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 Wir haben hier erst kürzlich in einem lamaistischen Kloster in Ladakheine eigenartige Glühbirne (Betrachtungen über glühende Hakenkreuze auf 3000 m Seehöhe  http://wp.me/p1kfuX-M7) gefunden und uns die Sache mit den Swastikas geklärt.
Ebenfalls in den Höhen des Himalaya, jedoch weiter östlich treffen wir heute auf eine andere Eigenartigkeit, die einer Erklärung harrt:
Hitler’s Telescope im Everest Museum in Darjeeling, einen Steinwurf neben der letzten Ruhestätte von Tenzing Norgay, dem Begleiter Edmund Hillarys bei seiner Erstbesteigung der höchsten Erhebung unseres Planeten.

Besagtes Carl-ZeissTeleskop wurde wirklich von unserem Braunauer dem damaligen Anführer der nepalesischen Armee geschenkt und fand dann seinen Weg in diese berühmte Bergsteigerschule. Dort kann man auch heute noch mit seiner Hilfe – wenn es ausnahmsweise einmal nicht nebelig ist – einen schönen Blick auf den Kanchenjungariskieren. Diesem mit 8586m dritthöchste Berg der Erde an der Grenze zwischen Nepal und Sikkim werden wir noch nähertreten (natürlich nicht besteigen), wenn es um Sikkim geht, soviel soll schon einmal vorweggenommen werden.

Written by medicus58

14. April 2014 at 16:38

Hitler, Haider, Stronach uva

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WolfStronach

Hitler, Haider, Stronach normalerweise kommen die Schlüsselworte (keywords) irgendwo am Ende eines Beitrages, heute wollen wir das mal ändern.

Die Genannten, so wie auch viele anderen in der an bunten Vögeln reichen politischen Geschichte unseres Landes, sprachen/sprechen sich gegen den Berufspolitiker aus und ernten- nicht ganz unverständlich im Lande der überwiegend kontinuierlich verlaufenden politischen Karrieren (Land der Sekretäre http://www.amazon.de/Republik-Sekret%C3%A4re-Seilschaften-Machthaber-%C3%96sterreich/dp/390043655X) – Zuspruch des Mannes von der Strasse.

Alle drei und viele andere sprachen/sprechen sich gegen die aus, die in ihrem ganzen Leben „nichts anderes gemacht hat als hauptberuflich Politik zu machen“ und setzten dem den Quereinsteiger entgegen, der sich „zuerst in wirklichen Leben bewährt hat“.

Der gerade aktuelle (bunte) Vogel, der auch gern vom ORF zur Quotensteigerung, Marke „Haut den Frank„, das Mikrofon geeicht wird, hat gestern in der ZIB2 auch wieder gegen den Berufspolitiker wettern dürfen. http://www.heute.at/news/politik/art23660,866948,2 

Keine Frage, auch mir geht der ÖVPSPÖ Appratschik ebenso auf den Geist wie der Birkenstock-Empörte, hauptberufliche Gut-Mensch und Dauerempörte. Nur stellt sich doch die Frage, ob es gesellschaftlich relevante Berufe gibt (geben kann), für die man so gar keine Ausbildung benötigt.

Ja, wir Ärzte erleben es jeden Tag, dass Autorität von „Mr. Gesundheit“ 
(http://de.wikipedia.org/wiki/Hademar_Bankhofer_(Autor)) in Gesundheitsfragen 20 Doppelblindstudien ersetzt und der Wirkungsnachweis der „kleinen rosa Pillen“ bei der Nachbarin zum sofortigen Krankenscheinentzug führt, wenn diese nicht verordnet wird …

Auch ich diletiere auf so manchem Gebiet hier, für das ich KEINE Lehrbefugnis habe, aber ich mache dies meist mit einer Fülle an Referenz-Links, um meine Privatmeinung in den allgemeinen (oder auch nur speziellen) Konsens einzubetten.

Worauf ich viel eher hinaus will, ist die gefährliche Negation, dass man vor einer öffentlichen Meinungsäußerung, zumindest ansatzweise sein Geschäft gelernt haben sollte.

Konkret: Auch der Beruf eines Politikers sollte doch gelernt werden.

Uncle Frank mag einwenden, dass er ja auch nicht gelernt hat Milliardär zu werden und es trotzdem wurde (vielleicht auch weil viele Politiker, die er bezahlt hat ihren Job eben nicht gelernt haben; Milliardär eben.

Keine Frage, es lernen in allen Professionen, selbstverständlich auch in der Politik, viele Naturtalente umher, aber wenigen würde es einfallen sich unter das Messer eines Autodidakten zu legen oder in das Flugzeug eines PC-geschulten Hobbypiloten zu setzen …

Könnten wir im Zeitalter der Selbstdarsteller, Instant-Genies und Marktschreier wieder einmal darauf Rücksicht nehmen, das hinter all dem Blendwerk, der Rhetorik , der NLP, der werbewirksamen Kurzantworten und sonstiger PR auch etwas Handwerk stehen sollte, wenn wir uns darauf verlassen müssen? 

Written by medicus58

10. April 2013 at 19:48

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DÖW

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DÖW

Der Relaunch der Homepage (http://www.doew.at/) ist ein guter Anlass das
Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
hier ins Herrgottswinkerl aufzunehmen.

Dazu einige persönliche Bemerkungen: 
Wer sich Anfang der 70er Jahre als Jugendlicher für geschichtlichen Entwicklungen zwischen 1933 und 1945 interessiert hat, stieß häufig auf eine Mauer des Schweigens. Im Gegensatz zu heute war die Anzahl der einschlägigen Bücher auch noch relativ gering. Ich konnte für ein Geschichtsreferat damals gerade Dr.Kurt Zentners Illustrierte Geschichte des Dritten Reiches bekommen, um mich über die Grundlinien der Entwicklung zu informieren. Joachim Fests Wälzer „Hitler“ war zwar ebenfalls gerade erschienen, aber ziemlich trocken und mehr Biografie als Geschichtsunterricht.

Da stieß ich erstmals auf das DÖW im Alten Rathaus in der Wipplingerstrasse. Die Dauerausstellung wäre nach heutigen Gesichtspunkten als extrem altmodisch zu bezeichnen, jedoch vermittelte sie einen guten Eindruck von den Strömungen, die sich damals in Österreich der „Heimkehr ins Reich“ widersetzten.
Überdies konnte ein „Unterstufler“ ganz zwanglos ein Gespräch mit einem Mensch führen, den man heute als Zeitzeuge bezeichnen würde.
Ich wurde ernst genommen, jedoch in keinerster Weise indoktriniert.
Selbstverständlich hielt sich im DÖW die Anzahl der politisch rechts stehenden in sehr engen Grenzen, aber im Vordergrund stand der Zugang zu Informationen.

Ich las dort stundenlang in den Prozessakten der Nürnberger Prozesse, konnte später, als ich Interviews mit ehemaligen KZ-Insassen führte, Dokumente einsehen, die ihre Angaben ergänzten, …. alles natürlich mit den Möglichkeiten eines Minderjährigen, aber ernstgenommen und informiert von den dortigen Mitarbeitern.

Ein nachträgliches Danke dafür, dass ich Jahrzehnte später allen, die meinten, dass man sich damals nicht informieren konnte, qualizifiert widersprechen kann.

Written by medicus58

6. März 2013 at 07:19

Bundesdienst und Zivilheer – die vierte Option zur Wehrpflicht Volksbefragung

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BH

 Also ich musste noch mein Gewissen prüfen lassen, um zum Zivildienst zu dürfen, diese wurde erst 1991 abgeschafft; dass man eigentlich vom Wehrersatzdienst zu sprechen hatte, wird oft vergessen, lässt aber semantisch tief blicken.
 
Gott (an den ich nicht glaube) sei Dank wurde mein Gewissen nicht vom Verteidigungsminister, der damalige war nämlich kein Ex-Zivi wie heute, sondern vom Innenminister überprüft. Dass der damalige Innenminister (http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_R%C3%B6sch) ein ehemaliger Lehrer an einer nationalsozialistischen Eliteschule war, war damals noch nicht so wirklich ein Thema.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich bei meiner Verhandlung gefragt wurde, ob ich denn nicht bei einem neuerlichen deutschen Einmarsch nach Österreich meine Heimat verteidigen würde.
Mein Verweis, dass damals das österreichische Bundesheer in der Südsteiermark versammelt wurde, als Hitler die Grenze bei Braunau (für die Nicht-Österreicher ziemlich weit von der Steiermark entfernt) überschritt und auch die aktuelle Verteidigungsdoktrin drei Fünftel der Bevölkerung schutzlos im Donautal zurücklassen würde, beendete meine Gewissensprüfung. Jahrelanges Quellenstudium der neueren Österreichischen Geschichte schien sich auszuzahlen. Die klassische Verteidigungslinie religiöser Vorbehalte gegen den Gebrauch der Waffe, die man damals auf vielen pazifistischen Flugblättern auswendig lernen konnte, war mir nach dem Kirchenaustritt weniger zugänglich, schien mir persönlich aber auch verlogen.

Nach Beendigung meines Medizinstudiums absolvierte ich meinen 9-monatigen Zivildienst im Rettungswesen, wo ich je nach Laune meiner Vorgesetzten als „Reservearzt“ (offiziell durfte ich ja nicht, da mir noch das ius practicandi fehlte), als Sanitäter, als „Krankentaxler“ (im sogenannten Personentransport) oder als „Essensauslieferer“ zu zwei Flüchtlingsheimen, bis zu 12h/Tag bis zu 7 Tage/Woche eingesetzt wurde.
Da die meisten meiner Vorgesetzten an der Klinik ÖVP oder FPÖ Mitglieder und Offiziere der Reserve waren, schien es für die weitere Karriereplanung nicht dienlich auf seine Zivi-Vergangenheit hinzuweisen.

Die SPÖ trug damals dem Bundesheeres noch die Beschießung der Gemeindebauten im Februar 1934 nach, so dass  die Ermöglichung des Zivildienstes durch die Regierung Kreisky II (http://de.wikipedia.org/wiki/Zivildienst_in_%C3%96sterreich) durchaus als eine Art Retourkutsche verstanden werden kann. Die Vorstellung von Söldnerheeren innerhalb der Landesgrenzen wäre damals für jeden echten Sozi unvorstellbar gewesen.

Heute ist alles anders.

Ein Ex-Zivi als SPÖ Verteidigungsminister erwärmt sich nach Häupls Ablenkungsmanöver vom Skylink Debakel vor der Wiener Wahl plötzlich fürs Berufsheer; warum fragt ihn eigentlich niemand, ob er im nächsten Schritt überhaupt an eine Privatisierung der Landesverteidigung  denkt, wie es schon längst gelebt wird (z.B.: Blackwater, Aegis, Dyncorp, International Risk, ArmorGroup International, Defensive Shield,  Executive Outcomes http://www.zeit.de/2008/12/Soeldnerheere ).

Die ÖVP wiederum, wechselte von der unverhohlenen Geringschätzung der Zivildiener, die zwischen 1992 und 1997 durch eine asymmetrische, zeitliche Verlängerung des Zivildienstes ausgedrückt wurde (max. 12 Monate , heute wieder 9 Monate) einsetzte, während der Wehrdienst deutlich kürzer wurde (heute 6 Monate), zur glühenden Verfechterin der Wehrpflicht, weil dadurch das Lohndumping im Sozialbereich durch die Zivis sicher gestellt werden kann. Bizarr war auch, dass FPÖVP 2002-2005 die Verteilung der Zivildiener überhaupt an das Rote Kreuz abtreten wollten und nur vom Verfassungsgerichtshof eingebremst werden konnten.
Das ist überhaupt bizarr,
denn was den wenigsten bewusst, einem Ex-Zivi beim Arbeitersamariterbund aber schon in der Grundausbildung erklärt wurde, das Rote Kreuz ist im Kriegsfall weltweit den Behörden und somit auch dem Militär unterstellt.

Besondere Bestimmungen für bewaffnete Konflikte

Rotkreuzgesetz § 6. (1) In Zeiten eines bewaffneten Konfliktes, an dem die Republik Österreich beteiligt ist, unterstützt das Österreichische Rote Kreuz gemäß den Bestimmungen der Genfer Abkommen und Zusatzprotokolle im Rahmen seiner Möglichkeiten die Sanitätsdienste des österreichischen Bundesheeres.

Der Schachzug von Blau-Schwarz-Orange nach der Wende führt für 4 Jahre dazu, dass der Zivildiener nicht mehr dem Innenministerium sondern via RK letztendlich erneut dem Militär unterstellt wurde!

Die Befragung am 20. Jänner ist eine parteipolitische Farce, nur das sagen ohnehin schon alle Kommentatoren.
Eine dritte Option (Abschaffung des Heeres) wird uns ja nicht geboten (http://berufsheer.diefakten.at/uncategorized/wo-bleibt-die-option-drei/).

Ich wäre sogar für eine vierte Option:

Bundesdienst  und Zivilheer statt Bundesheer und Zivildienst

Eine der Gefahrenlage angepasste Landesverteidigung hat unter der Kontrolle des (zivilen) Parlaments zu stehen und sollte möglichst viele Zivilpersonen (im Gegensatz zum Berufssöldner) beinhalten. Ob wir aktuell mehr Panzer oder mehr Hirn benötigen, ist immer wieder zu hinterfragen. Dann hätten wir ein Zivilheer statt eines privatisierten Berufs(Söldner‑)heeres.
Als Akt der gesellschaftlichen Solidarität macht es für alle (Männer wie Frauen) Sinn, aus ihrem gesellschaftlichen Biotop auszubrechen und auch andere Schichten in ihrem Land kennen zu lernen. (Das war für mich z.B. der größte Gewinn meiner Tätigkeit im Rettungswesen) Dazu ist es notwendig, das weder Wehrersatzdienst noch Zivildienst zu nennen, sondern als solidarischen Dienst an der Gemeinschaft, eben einen Bundesdienst zu nennen. Selbstverständlich hat dies adäquat bezahlt zu werden, um zu keinem Lohndumping in den Aufgabenbereichen des Staates zu führen, die eigentlich verfassungsgesetzliche Aufgabe des Staates/der Länder sind, für die wir eigentlich uns den ganzen Moloch eines Staates antun.

Prinzipiell geht mir seit Jahrzehnten enorm auf den Geist und gegen den politischen Strich, dass man unter Landesverteidigung immer nur die bewaffnete und/oder uniformierte Komponente einer Verteidigung nach außen sehen möchte.
Wer sagt denn endlich wieder einmal deutlich, dass es auch eine Landesverteidigung nach innen gibt, die in der Geschichte der Neuzeit mindesten ebenso wichtig gewesen wäre, wie die Abknallerei angeblicher Außenfeinde.  

Link:
Parkpickerl für Panzer. Oder: Faymann inseriert in der Bibel http://youtu.be/YPXkXfBxKkM
Infosammlung von Barbara Blaha:  
http://volksbefragung.wordpress.com/tag/barbara-blaha/
http://berufsheer.diefakten.at/
Österreichs Armee im Wandel:
http://kurier.at/politik/oesterreichs-armee-im-wandel/810.139

Nicht ganz off topic: Brot und Spiele, made in Vienna
http://derstandard.at/1356426616859/Brot-und-Spiele-made-in-Vienna
Günter Traxler im Standard (11.1.2013) zynisch treffend:
http://derstandard.at/1356427370229/Der-Schlaf-der-Vernunft 
 

 

Immer wiederkehrende Rauschgeschichte oder der „Tausenjährige Tropfen“

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Der italienische „Hitlerwein“ beschäftigt uns seit vielen Jahren.
Vini nostalgici bietet wertvolle und einzigartige Flaschen an.
Die Weine wurden sorgfältig ausgewählt und sind von Qualität. Refosco und Cabernet-Wein mit Etikett  „HITLERWEIN

(http://www.inostalgici.it/de/component/virtuemart/?page=shop.product_details&product_id=40&category_id=1&flypage=flypage.tpl)

Schon 2003 hat die deutsche Justiziministerin dagegen protestiert:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neuer-streit-mit-italien-zypries-protestiert-gegen-hitler-wein-a-264290.html

Auch die italienische Staatsanwaltschaft beschlagnahmte schon mehrfach rechtsradikale Weinetiketten und die Fans konnten immer wieder erleichtert aufatmen, wenn der Billigfusel wieder ettiketiert auf den Markt kam.
(http://www.adrianews.com/news/hitler-wein-in-italien-wieder-frei-zum-verkauf.html)

2009 berichtete die Presse, dass Carrefour das Produkt aus seinen Regalen wieder entfernt hat, obwohl der Hersteller keineswegs nur rechtsradikale Etiketten druckt, sondern ein breites Spektrum, sozusagen für jeden Geschmack im Sortiment hat (http://diepresse.com/home/panorama/welt/508910/Italien_Aufregung-um-HitlerWein) was auch der eigenen Erfahrung (Bild) entspricht:

und pünktlich am Höhepunkt des alljährlichen medialen Sommerlochs erinnern sich
die österreichischen Medien erneut der Angelegenheit und betreiben Werbung für den Weinproduzenten.
http://derstandard.at/1343744330649/Minister-will-gegen-Hitler-Wein-vorgehen
http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/art17,942980

Möge auch dieser Spuk nicht so lange dauern wie dereinst einmal angekündigt, zumindest keine 1000 Jahre.

Written by medicus58

9. August 2012 at 16:00

Wer A sagt muss auch M wie Marx sagen

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Um der Revolution willen,
alles nur keine Biografie von Marx hier.

Es gibt nur drei Bücher in meinem Leben,
die ich aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht fertig lesen konnte:

Die Bibel
Mein Kampf
und
Das Kapital.

Der Grund, weshalb ich irgendwann Hitler’s Pamphlet nicht mehr weiter lesen konnte, war die „Banalität des Bösen“, was man so den beiden anderen Büchern nicht vorwerfen kann.
Der allen drei Texten gemeinsame Grund für mein Versagen
(und ich habe definitiv längere und komplexere Texte mit großem Vergnügen verschlungen, so dass ich hoffe, dass ich nicht einfach zu blöd für die Lektüre bin)
war die innere Widersprüchlichkeit der Texte
und die stets mitzudenkenden Interpretationen der zahllosen
„Priester der reinen Lehre“.
OK, letzteres gilt auch weniger für Mein Kampf. Dieses Buch läßt wenig Interpretationen zu und wurde ziemlich wortwörtlich zwischen 1933 und 1945 realisiert….

Während ich trotz nur auszugsweiser Lektüre des Originaltextes dem 1955 von Werner Keller (1909–1980) veröffentlichten Bestseller
Und die Bibel hat doch recht
(http://de.wikipedia.org/wiki/Und_die_Bibel_hat_doch_recht)
nicht völlig zustimmen kann,
scheint nicht nur mir Marx Kritik am Kapitalismus
aktueller denn je; was wundert, weil sich der Kapitalismus seit dem 19.Jahrhundert stark gewandelt hat.
OK, nach meinem Geständnis setze ich mich natürlich der Kritik aus, dass man nicht über etwas reden sollte, das man nicht gelesen hat…

Zu meiner Verteidigung könnte ich nun mit ein bißchen Sekundärliteratur auffahren, aber ich gebe einfach weiter an den Literaturwissenschaftler
Terry Eagleton: Immerhin benutzten heute sogar Kapitalisten wieder das Wort Kapitalismus – „daran erkennt man, sie haben ein Problem!“

… we could just do better than we do now …

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1634646/Feiert-Marx-sein-Comeback%253F#/beitrag/video/1634646/Feiert-Marx-sein-Comeback%3F

Sollte das ZDF den Beitrag entfernen, bitte ich um eine Rückmeldung …

Written by medicus58

5. Mai 2012 at 17:27

Das Böse hat ein Gesicht und wir können weitermachen wie bisher

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Gestern wurde Ratko Mladic verhaftet und zum Kriegsverbrechertribunal nach Den Haag ausgeflogen.
http://derstandard.at/1304552984760/Mladic-Verhaftung-bringt-Belgrad-dem-EU-Beitritt-naeher
Wenn er nur für einen Bruchteil der Vergehen, der er sich selbst brüstet, verantwortlich gemacht werden kann, dann wird eine Verurteilung wohl nur von denen nicht bedauert werden, die vielleicht besser selbst in Den Haag angeklagt werden sollten.
Meinem Rechtsempfinden kommt es durchaus entgegen, dass es diesen Prozess geben wird. Es wäre erschüttert worden, hätte man Mladic nach Auffindung nur einfach abgeschlachtet. (Siehe Es war einmalhttp://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=37655 )

Worüber ich seit Jahrzehnten grüble, ist das abstossende Phänomen, dass nach „flächendeckenden Verbrechen“, wie es Genozide, Angriffskriege, …etc. darstellen, an denen ein kleiner Teil einer Bevölkerung „aktivst“ und ein großer Teil der Bevölkerung „positiv permissiv“ Anteil haben, das Verbrechen letztlich auf wenige Personen („Führer“) personalisiert wird und somit für den Rest scheinbar aus der Welt geschafft ist.

Es haben schon andere darauf hingewiesen, dass das der einzige Weg ist, wie eine Gesellschaft nach derartigen Ereignissen „weitermachen“ kann, jedoch erklärt es auch eine Groteske der letzten Tage: Hitler’s Ehrenbürgerschaften in einigen österreichischen Städten 
http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler_als_Ehrenb%C3%BCrger
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,764739,00.html http://www.netz-gegen-nazis.de/frage/welche-staedte-fuehren-adolf-hitler-immer-noch-als-ehrenbuerger http://www.sueddeutsche.de/panorama/ehrenbuerger-hitler-laestige-vergangenheitsbewaeltigung-1.826248

Moralische „Unsauberkeiten“ verschwinden nicht durch Zeitablauf, sie treten als Groteske auch noch nach Generationen wieder zu Tage.

Written by medicus58

27. Mai 2011 at 06:29

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