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Der NEOS Wähler

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Wahlurnen 

Ich treffe meinen heutigen Gesprächspartner auf der „NEOS Pink Vibrations Tour“. Er ist aufgekratzt und sprudelt ungefragt hervor:

“ Natürlich ist jeder Weg zur Wahlurne bereits politisches Engagement, aber das war mir einfach immer zu wenig. Politisch habe ich schon viel gesehen. Unter Steger habe ich FPÖ gewählt, dann bin ich mit der Heide Schmidt ins Liberale Forum (LiF) gegangen, eine starke Frau!
2002 habe ich mich bei der Initiative „schwarzgrün.org“ engagiert, jedoch ist da bekanntlich nichts daraus geworden, weil die Linken von „Den Grünen“ gegen den VdB geputscht haben.
Als die SPÖ das LiF dann 2006 in ein Wahlbündnis gelockt hat, war ich kurzzeitig politisch etwas heimatlos. Bei der Europawahl war ich dann für die JuLis, oder hießen die noch LSF, ich weiß nimmer so genau? So gesehen war ich schon immer politisch aktiv, aber etwas distanziert, weil mich dieser Apparat der Alt-Parteien“, schnell korrigiert er sich, „der etablierten Parteien, mit ihrer Ochsentour und ihren endlosen Programmdebatten nur abstößt!
Dabei liebe ich Politik. Wir müssen den alteingesessenen Parteien“,
endlich hat er das richtige Idiom gefunden,
“die Macht stutzen. Es hat mich immer schon fasziniert, wie wir Menschen miteinander tun (Sic!!).
Probieren gibt’s nicht, entweder ich mach was oder ich mach was nicht, nur jetzt reicht’s mir einfach.“

Einfach ist überhaupt ein Vokabel, das er überzufällig häufig benutzt und dabei sein „Kauf-mich-Lächeln“ strapaziert.

An dieser Stelle des Gespräches fällt mir auf, dass ich bei meiner Suche nach einem Wähler erstmals auch gleich an einen Parteiaktivisten geraten bin. Kunststück, die NEOS sind zwar nicht Ideologisch aber vom Loge her das „new kid on the block“, wie er es nennen würde.
Mein Gegenüber lässt mir aber kaum Zeit zum Nachdenken, so rasch prasselt es auf mich ein:

„Ich möchte auch zu meinen 4 Kindern einmal sagen können, dass ich was getan habe. Wir können nicht mehr wegschauen, es ist Zeit für Veränderungen! Heute früh bin ich noch mit den Kids Rollerskaten und Fahrradfahren gewesen. Den Jüngsten hat es mit dem neue Laufrad zwar hing’haut, aber das sind alles Erfahrungen, durch die man stärker wird. Die Sonne hat g’scheint, wir haben uns g’freut, diesen Aufbruch, diese positive Stimmung will ich auch in die österreichische Politik bringen. Es ist eine Tragödie, zu Österreich fällt einem nur mehr Bildungsstillstand, Korruption und Schulden ein.

Meine Vision ist, dass wir jedem Kind in Österreich die Flügel heben.“

Ich bin etwas überrascht über dieses Bild und kämpfe mit Assoziationen wie dem ‚Flug des Ikarus’, versuche aber seinem Sprudlsprech weiter zu folgen.

„Staat und Politiker sind immer korrupt, deshalb wollen wir einen schlanken Staat und Breitbandinternet für starke soziale Netze!“
Deshalb twittert er wie besessen jeden nieder, der was Negatives zu den Hashtags der NEOS von sich gibt.

“Den Staat hat nicht zu interessieren, wer, wie, mit wem … und wann er sein Geschäft aufsperrt.
Dem Bürger soll mehr „Netto vom Brutto“ bleiben und die „Staatsschulden müssen abgebaut werden“.
“Das Heer von Beamten muss reduziert“ werden und „der Staat muss auf seine Überwachungsfunktion beschränkt“ werden, damit sich „die Schuldenkrise (natürlich sagt er nicht Bankenkrise; Anmerkung) von 2008 nicht mehr wiederholen“ kann.  

Auf meine Frage, wie denn dieser Staat mit weniger Geld und weniger Beamten mehr Kontrollfunktion übernehmen soll, kommt irgendwas von Effizienzsteigerung, Doppelläufigkeiten eliminieren, Sparsamkeit, ….. und ich kritzle „more of the same“ in meinen Notizblock als er mir seinen beruflichen Werdegang umreißt:

“Bergbauernbub, ein paar Studien probiert, Master an der Uni Krems, Ehemann, Vater, geschieden, jetzt Patchwork („funktioniert prächtig, weil wir uns
(Merke: er sagt nicht ‚einander’, aber egal)
alle voll respektieren“),
Unternehmer, zwischenzeitlich Organisator von Verkaufsfahrten für Senioren, Psychotherapieausbildung, PR-Berater, ein paar Bücher geschrieben, Projektmanager, kurz einmal für die Grünen kandidiert und deren Wahlkampf mit seiner PR-Agentur beraten, was medial aber nicht so gut ankam.“

Er steht für „Freiheit statt Schulden“, „Politik mit Freude und Zuversicht“ und „Lebensglück für alle, die dafür etwas tun, statt in der sozialen Hängematte zu dösen“.

„Das Negative in diesem Land kotzt mich einfach an, unsere Kinder brauchen eine sichere Zukunft und wir sichere Pensionen!“

Er glaubt, dass mit ihm „das wirkliche Leben“ in den Nationalrat einzöge und die NEOS jeder Regierung ihren Stempel aufdrücken könnten, „weil wir positiv denken“.

Auf meine Frage, ob er das Volksbegehren „Initiative gegen Kirchenprivilegien“ unterzeichnet hätte und sich der „Bewegung des Fliegenden Spaghettimonsters“ nahe steht, meint er dass Religion Privatsache sei und er Niko Alms Aktion zwar bewunderte, aber man ja nicht immer und überall unterschreiben müsse. Es reicht schließlich zu wissen, wo man steht und dass man sein Leben eigenverantwortlich in die Hand nimmt, auch wenn es mal ein Nudelsieb ist. Das ist er ganz liberal.

Written by medicus58

13. August 2013 at 07:44

Plech, Ernst-Karl und seine Unschuldvermutungen

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IM BERUF DES IMMOBILIENTREUHÄNDERS IST DISKRETION UND SICHERHEIT OBERSTES GEBOT
http://www.plech.at/index_webpage.htm

1999 bemühte sich Plech dann, Unternehmer wie Billa-Boss Veit Schalle von der Regierungsfähigkeit Jörg Haiders zu überzeugen. Weiters engagierte sich Plech als unabhängiger Sprecher des Personenkomitees für Heide Schmidt.

Als Grasser Intimus wurde er Aufsichtsrat in BIG, BUWOG und WAG.
September 2000 wurde Plech im Zuge eines radikalen Umbaus des Aufsichtsrats der Buwog in den Aufsichtsrat geholt – dieser wurde von bisher 18 auf 6 Kapitalvertreter reduziert. Neu hinzu kam neben Plech Wirtschaftsforscher und IHS-Chef Bernhard Felderer. Spätestens als Aufsichtsrat der Buwog konnte Plech sein Netzwerk um den für einen Immobilien-Profi äusserst wichtigen Bereich der Spitzenbeamten erweitern: Denn dort trifftPlech mit den einflussreichen Top-Beamten Wilfried Trapold und Michael Ramprecht zusammen, die ebenfalls im Buwog-Aufsichtsrat sitzen. Zuerst leitete er eine Arbeitsgruppe, die die Modalitäten für die Ausschreibung erarbeitete. Anschliessend wurde er Mitglied jener Kommission, die die Angebote sichtete

Rund um den geplanten Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften mischte neben Plech ein weiterer Grasser-Intimus mit: Der gebürtige Steirer undInvestmentbanker Karl Heinz Muhr, der unter anderem im Aufsichtsrat von Magna International ist, kam als Konsulent von Lehman Brothers ins Spiel. Lehman Brothers ist jene Investmentbank, die von Grasser mit der Versilberung der Bundeswohnbaugesellschaften beauftragt wurde. 
Nicht unbedeutende Kontakte dürfte Plech auch als Vorstand der Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten (AVZ-Privatstiftung) geknüpft haben.Plech sass ab 2001 in dieser Funktion neben Banker-Grössen wie Gerhard Randa, Karl Samstag und Friedrich Kadrnoska.
Daneben gelangen Plech erfolgreiche Immo-Coups wie etwa der Verkauf der Karina Plech Liegenschaftsverwaltung an die Zürich Versicherung.
Mit  Ex-FP-General Meischberger gründete er das Leute-Magazin Seitenblicke. An der Seitenblicke Verlags GesmbH sind unter anderem PR-Profi Peter Hochegger, Sport-Ass Heinz Kinigadner sowie Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz beteiligt

Für die Vermittlung des „City Towers“ in Wien Mitte an das Justizministerium hat er mehr als 600.000 Euro Provision erhalten. Plech soll auch zumindest auf einem der drei Konten namens „Karin“, „Nathalie“ und „Walter“ in Liechtenstein zeichnungsberechtigt sein, die laut Staatsanwaltschaft Meischberger zugeordnet werden. Karina heißt Plechs Gattin. Auf diese Konten soll die Provision von 9,6Mio. Euro geflossen sein, die Meischberger und Peter Hochegger für Beratungsdienste bei der Buwog erhalten haben. Telefonate, die auf Anordnung der Staatsanwaltschaft abgehört worden sind, bestätigen die wichtige Rolle Plechs bei der Buwog-Affäre.
Die Immobiliengesellschaft des Bundes (BIG) leide noch heute unter der Entscheidung Grassers für den Terminal Tower, an dem Raiffeisen verdient und Walter Meischberger und Ernst Plech (Immobilienmakler und damals BIG-Aufsichtsratschef) mitkassierten. 200.000 Euro Provision gingen von Porr an Meischberger, Plech wurden davon 56.980 Euro auf ein liechtensteinisches Konto gutgeschrieben.
http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,541106

2011 kursierten Gerüchte, Plech wollte seine österreichischen Immubilien veräußern und Österreich verlassen.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/631410/ImmobilienTycoon-Plech-macht-Kassa?_vl_backlink=/home/wirtschaft/economist/index.do

Die Telefonprtokolle, zwischen Meischberger und Plech erheitern inzwischen über Österreichs Grenzen hinaus:
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/02/02/International/Klamauk-mit-Skandal-Oesterreichische-Kabarettisten-rezitieren-Geheimprotokolle

http://www.profil.at/articles/1201/560/315649/ernst-karl-plech-der-dunkelmann

Siehe auch:
Grasser
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33552
PORR: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33413
Hochegger:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33573

 

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 12:37

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