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Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater

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 Master

Wir haben uns schon einmal mit Dr. Ebner von Ebener Hohenauer Consult (Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem“ http://wp.me/p1kfuX-xw) beschäftigt und wollen das nun wieder tun, da sich seine Handschrift in der beabsichtigtenNeustrukturierung des Wiener Krankenanstaltenverbundes an Hand der sogenannten „Master Betriebsorganisation“ (Master-Betriebsorganisation im KAV: „Da fährt die Eisenbahn drüber“ http://wp.me/p1kfuX-NS) deutlichst abzeichnet.

Kern dieser Änderungen ist die „Trennung von organisatorischer und fachlicher Leistung“ oder wie es Dr. Ebner beim 10. Internationalen Symposium Qualität im Gesundheitswesen am 05. April 2013 so schön formulierte:

Die Organisation wird flach gelegt

Das ÄrztInnenteam konzentriert sich auf seine Kernkompetenz – es ist für die PatientInnenbehandlung verantwortlich, messbar über die Ergebnisqualität und den Ressourcenaufwand

Die Dienstleistungszentren (z.B. als Ergebniscenter organisiert, unter der Führung von … ???unterstützen das ÄrztInnenteam und stellen komplette Leistungsbündel (mit ExpertInnenleistung aufgewertete OP-Kapazität, Belegungskapazität etc.) bereit…

… in vereinbarter Qualität und Menge,… zu vereinbarten Spielregeln und vereinbarten internen Tarifen

Wie jedoch die Endverantwortung über einen Prozess zu übernehmen ist, wenn der Einfluß auf den Entstehungsprozess bei anderen liegt, ist vermutlich nur dem Eingeweiweihten zugänglich. Der Laie denkt sich da nur, gut wenn es immer weniger Ärzte gibt, dann sollen die halt nur mehr machen, was andere beim besten Willen (und Ehrgeiz) nicht dürfen.
Dass es sich bei den hier angedachten Prozessen nur um eine weitere Spielart handelt, die stationäre Medizin weitgehend ohne Primarärzte (Weg mit den Primarii! http://wp.me/p1kfuX-HX) zu machen undeinige Systemfreunde mit immer größeren Multiprimariaren zu belohnen (Wien entledigt sich der Unbequemen an der Fronthttp://wp.me/p1kfuX-J2 , sei nur einmal so nebenher erwähnt.

Treibt man sich auf der Homepage von EHC herum, dann sieht man, dass die Kernkompetenz von Beratern offenbar auch darin besteht, immer neuen Kunden, immer wieder ein identes Produkt zu verkaufen:

Schon 2004 verkaufte man der Kärnten Landesregierung eine
Strukturreform im Spitalsbereich“ und beriet gleichzeitig die Kärntner Landeskrankenbetriebs GmbH bei „Bedarfsorienterter Struktur – und Prozessoptimierung„.
Man mag sich fragen, wie unterschiedlich die Inhalte der zwischen 2004 und 2005 der steiermärkischen Landesregierung verkauften
Studie zur Strukturreform der Spitäler (Integration aller Träger)“ wohl war.
Das LKH Klagenfurt erhielt anschliessend (zwischen 2005 und 2007) ein „Betriebsorganisationskonzept für medizinische Kernprozesse“.

Wieviel davon sich in der 2006-2007 an Rumänien verkauften
„Strategischen Krankenhausplanung und bauliche Konzeptentwicklung für den Neubau von 28 Krankenhäusern“widerfand?

Seit 2008 sitzen EHC (gegen Salär selbstverständlich) in denPlanungssitzungen für das Krankenhaus Nord des Wiener Krankenanstaltenverbundes, wobei man sich frägt, wie viele der dort in einem sehr chirurgisch geprägten Krankenhausneubau gewonnen Erfahrungen dann wieder an die steiermärkische Landesregierung verkauft werden konnten, die 2008-2009 EHC für die „Betriebsorganisation (auf der Homepage steht übrigens Betreibsorganisation !!) und Leistungsplanung für den Neubau Chirurgieblock 2020″ löhnte.

Hoffentlich bekam dann Zell am See 2009 einen Rabatt für die von EHC gelieferte OP-Optimierung, aber das nur nebenbei.

Mit all den staatlich finanzierten Erkenntnissen, fiel es dann wohl leicht2010 bei der „Gesamtprojektentwicklung der Neugründung einer medizinischen Fakultät mit einem Gesamtneubau eines Krankenhauses am Gelände der Vietnam National University Ho Chi Minh City“ und 2011 bei der „Betriebsorganisationsplanung, Entwurfsplanung, und dem Masterplan für den Neubau des Universitätskrankenhauses Stradini Riga, Lettland“ unterstützend zur Seite zu stehen.

Parallel zum Masterplan Betriebsorganisation im KAV, der nach außen hin von GD Stv des Wiener Krankenanstaltenverbunds Prof Dr. Janßen (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. http://wp.me/p1kfuX-Kd) betrieben wird, intern natürlich von EHC stammt, verkaufen die vielbeschäftigten Berater seit 2013 den Barmherzigen Schwestern in Linz eine„Betriebsorganisationsplanung für die BHS als Grundlage für die Erstellung eines MASTERplanes“.

Ziemlich Leistung für ein Unternehmen, das augenblicklich neben den beiden Geschäftsführern Ebner und Hohenauer als weitere Miterarbeiter noch sieben Consultants und zwei Praktikanten als Berater (sic) aufführt.

Sowas geht nur wenn man beinhart Synergien nützt!

Ach ja, der ehemalige Partner und spätere Auftraggeber von EHC ist seit 2001 Geschäftsführer von HCC, eines „privatem Betreibers von Gesundheitseinrichtungen in Österreich, Mittel- und Osteuropa“. Als besondere Leistung führt Herr Prof. DDr. Christian Köck, u.a. seine Beratung bei der Etablierung alternativer Organisationsformen im Gesundheitswesen (z.B. Tageschirurgie, Anschlussheilverfahren, neue extramurale Versorgungsformen wie integrierte ambulante Gesundheitszentren) an und sitzt im Aufsichtsrat des KAV (Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs).
Alle Informationen stammen von der öffentlich zugänglichen HP der EHC http://ehc.co.at/referenzliste-projekteauszug/

Written by medicus58

6. Juli 2014 at 17:12

Die planlose Planwirtschaft im Gesundheitswesen

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Vor 16 Jahren, also 1996 haben sich der Bund und die Länder auf eine überregionale Krankenanstaltenplanung (einschließlich einer Planung der Großgeräte geeinigt und 1997 eine „Leistungsorientierte“ (=Diagnosengesteuerte) Krankenhausfinanzierung eingeführt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsorientierte_Krankenanstaltenfinanzierung)

Die Politik leistete sich (formal unabhängigen) Think Tanks (ÖBIG heute GÖG, LBI HTA, … http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31614),
um sich hinter einer „Expertenmeinungen“ verstecken zu können.

Seit 2006 heißt dieses Planspiel Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG), der das Land in eine Reihe von Versorgungsregionen aufteilt und bestimmte Vorgaben definiert was, wo anzubieten ist. Der Idee lag u.a. auch ein Aufbrechen der Bundesländergrenzen zugrunde, um hinlänglich bekannte Doubletten an den Bundesländergrenzen (z.B. KH Hainburg, KH Kittsee (http://www.noen.at/news/politik/Spitaeler-Hainburg-Kittsee-VP-NOe-will-mehr-Kooperation;art150,349847) abzubauen.
Natürlich ist das ÖBIG/GÖG ein politisches Instrument, das sich zwar gern der Expertise der einzelnen medizinischen Experten bedient, aber letztlich doch tendenziell „gutachtet„, was von ihm politisch verlangt wird. Der relative Vorteil war jedoch, dass letztlich über eine österreichweite, einheitliche Planung gesprochen wurde (auch wenn z.B. die Spitalslandschaft von Linz bisweilen sehr kreative Definitionen nach sich zog …) und im Osten die gleichen Richtzahlen galten, wie im Westen. Naja, manchmal wurden „kreativen Formulierungen“ gefunden, wenn ein Landesgesundheitsreferent rülpste oder „intelligent korrigiert“, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen geändert haben.

Wie ein rezenter Presseartikel darstellt (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/754718/Laenderpakt_Es-war-einmal-ein-Krankenanstaltenplan) hat sich aber die Diktatur des Länder durchgesetzt, und vor dem großen ÖSG werden nun viele kleine Regionale Strukturpläne Gesundheit (RSG) geschrieben (Maria Rauch-Kallat fecit, die vom Grafen, aber keine Sippenhaftung)
Die Detailplanung erfolgt in den Gesundheitsplattformen der Länder (Ärzte haben hier übrigens überhaupt nichts mehr zu reden) und ergeben die Regionalen Strukturpläne. Der ÖSG gibt nur mehr einen „gewissen Rahmen“ und Strukturqualitätskriterien (SQK) vor.

Was der Presseartikel nicht anspricht sind zwei wesentliche Punkte:

Erstens schert sich niemand mehr darum, ob die Vorgaben im ÖSG eingehalten werden:
Konkret werden z.B. Großgeräte betrieben oder Abteilungen geführt, auch wenn diese gar nicht im Plan vorgesehen sind, aber auch – seit die Finanzkrise auch im Gesundheitssystem angekommen ist – Großgeräte, die im ÖSG vorgeschrieben sind, einfach nicht angeschafft, oder SQK negiert „weil eben kein Geld da ist“.
Während früher der ÖSG von uns Ärzten eher negativ gesehen wurde, da er benützt wurde um bestehende Strukturen abzudrehen, wäre er jetzt hilfreich, um wenigstens einen Minimalbestand durch ausreichende Reinvestitionen zu sichern. Da ihm aber keinerlei „Rechtskraft“ zukommt, ist er für die Schuppentiere, oder wie Bronner und Qualtinger einst über die
Sinnhaftigkeit der Krankenkassen in der Not witzelten:

FREUND Der Körper ist ein Haushalt. Und die Krankenkasse …
TRAVNICEK … steckt’s Haushaltsgeld ein.
FREUND Ja – aber in der Not wird auch wirklich etwas geleistet.
TRAVNICEK Ja – Beiträge.

Der zweite Punkt, der in dem Presseartikel vergessen wurde, ist die Art und Weise, wie die Regionalen Strukturpläne erstellt werden:

Selbstverständlich werden diese Leistungen ausgeschrieben und von wirklich unabhängigen Experten entwickelt.  LOL

Während in früherer Zeit weisungsabhängige Beamte derartige Berechnungen anstellten und
in der nächsten Phase der scheinbaren Objektivierung von fast ausschließlich für die Behörde arbeitenden Think Tanks betraut wurde,
bedient man sich nun verschiedener privatwirtschaftlicher Consulter.

„Prima“, mögen unsere Neolibs ausrufen, „endlich Schluß mit der Packelei!“

Doch gemach, gemach … alles Fassade.
Die Politik bedient sich (bewußt oder unbewußt) hier ihrer Totengräber, oder wie Lenin sagen würde:
Die Totengräber bedienen sich ihrer „nützlichen Idioten“.

Nehmen wir als Beispiel den RSG Wien:

Erstellt wird er heuer durch EBNER HOHENAUER HC Consult http://ehc.co.at/ erstellt.

Offenbar ist man mit den Konsultationen zufrieden, weil sich der Wiener Krankenanstaltenverbund KAV schon für den Neubau des Krankenhaus Nord durch Ebner Hohenauer beraten läßt.
Also merke, die selbe Agentur berät bei der Errichtung eines Spitalsprojektes und gleichzeitig „achtet sie gut“, wie die Gesamtversorgung in der Region durch alle anderen Krankenhausbetreiber (Vinzenz, Barmherzige Brüder, Unfallkrankenhäuder ….) auszusehen hat.

Für wen das keine Unvereinbarkeit ist, der möge sich die anderen Projekte der Firma anschauen. Ebner Hohenauer HC hat auch schon die
RSGs der Steiermark und Vorarlbergs,
sowie Spitalsplanungen in Kärnten, Oberösterreich und Salzburg abgeliefert
:

Mit anderen Worten hat man dort schon einen guten Einblick in das Zahlenmaterial des Österr. Gesundheitswesens, für den andere einen guten Draht zu Anonymous haben müssten …

Dieses Wissen kommt der Firma zu nutze, wenn sie „private Gesundheitsdienstleister“ berät, wie sie noch stärker in diesen Markt eindringen können.

Beispiele gefällig:

Wirtschaftskammer
Oberösterreich Studie zu den Optimierungspotenzialen im Gesundheitssystem in Oberösterreich 2003
Verkauf des LKH West an die Ordensspitäler der Barmherzigen Brüder und/oder der Elisabethinen
Health Care Company
, Wien Wirtschaftliche und medizinische Machbarkeitsuntersuchung einer Neuausrichtung eines öffentlichen Krankenhauses in privater Trägerschaft in Wien 2002 – 2003
Bad Gleichenberg Therapie und Thermen AG Beratung der Neukonzeption, Neuerrichtung und Betrieb (Kurbetrieb und Kurhotel)

HCC, Gleichenberg, aber hallo!

Da schließt sich der Kreis zum neuen Aufsichtsgremiumsmitglied des KAV, den Herrn Prof. Köck mit seiner Health Care Company (https://medicus58.wordpress.com/2012/03/11/wer-macht-da-den-kock-zum-gartner/).

Wir erinnern uns an den eifrigen Privatisierer (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958), der mit Haselsteiners (STRABAG) auch gern mit Raffeisen die Therme Bad Gleichenberg entwickelt hat
und mit Ebner die Beratungsfirma Koeck Ebner & Partner gegründet hat.
Wie ebenfalls auf diesem Blog berichtet, hat sich Köck aus der Firma, die dann in Ebner Hohenauer HC umgetauft wurde, erst zurück gezogen, als sich die steirischen Medien wegen der schlechten Optik aufgeregt haben.

Aber in Wien interessiert das kein Schwein!

In Wien lassen wir Köck im KAV aufsehen, seine Ex-Partner das Spital Nord planen und den RSG schreiben (der natürlich zuerst über den Schreibtisch des Generaldirektors und der Stadträtin geht, eher er veröffentlicht wird).
Das nenne ich Transparenz!

Aber das alles wird bald Makulatur sein, weil sich
im Wiener Gesundheitssystem die Langzeitplanung nahezu minütlich ändert.

Mit großem medialen Aufwand und Vorauseilendem Kotau der Grünen Gesundheitssprecherin Dr. Sigrid Pilz (https://medicus58.wordpress.com/tag/sigrid-pilz/) hat Gesundheitsstadträtin Wehsely Wiener Spitalskonzept 2030 http://www.argev-wien.at/uploads/Aktuelles/2011/Handout_Spitalskonzept2030.pdf ) präsentiert.

Zum Thema des Otto Wagner Spitals (vulgo Steinhof) wurde verkündet, dass ein Teil ins noch zu bauende KH Nord über siedeln wird, und der Rest sollte „perspektivisch gemeinsam“ mit dem Wilhelminenspital geführt werden. (Dieses wird übrigens von der Frau Bürgermeister als ärztliche Direktorin geführt, .. (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38290  aber das tut nix zur Sache)

Inzwischen gilt es aber unter Insidern als beschlossene Sache, dass das ganze Otto Wagner Spital aufgelassen wird
seit Vizebürgermeisterin Vassilakou verkündete via Rathauskorrespondenz vulgo Kronen Zeitung (http://www.steinhof-erhalten.at/Medienberichte/kronenzeitung_13-5-2012.jpg ) von eine „Jahrhundertchance“ der Stadtentwicklung schwärmte, seit sie (!) mit Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely übereingekommen ist, sämtliche Spitalsabteilungen bis 2020 abzusiedeln.

Merke: Wenn eine Vizebürgermeisterin sich mit einer Gesundheitsstadträtin einigt, dann sind ÖSG, RSG, und Konzepte für das Jahr 2030 sowas von egal, denn dann besteht eine Jahrhundertchance, was sind da schon Jahrzehnte … und an das 2005 von der damaligen Vizebürgermeisterin Brauner verkündete Wiener Spitalskonzept kann sich auch keiner mehr erinnern.

Also, für die die einen langen Text nicht lesen sondern gleich zum letzten Absatz gehen:

Die Gesundheitsplanung in Österreich erfolgt ohne Mitspracherecht der Ärzte aber hängt am Gängelband der Länder (Landesregierungen, Landesgebietskrankenkassen).

Die privatwirtschaftlichen Berater bekommen noch Geld dafür, dass sie die Kennzahlen des Gesundheitssystems durchforsten und in ihren Beratungsleistungen an private Gesundheitskonzerne verkaufen.

Das Wiener Spitalskonzept 2030 ist ein Jahr nach seiner Verkündigung im März 2011 keinen Pfifferling mehr wert, so wie es seine Vorgänger waren.

Also g’sund bleiben, Leute!
Und wenn ihr speiben wollt, bitte nicht auf die Tastatur, das kann teuer werden …
aber am iPad ist es egal, das ist abwaschbar….

Written by medicus58

31. Mai 2012 at 17:23

Gesundheit wird privatisiert

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Als Fortsetzung zum gestrigen Beitrag des neuen „Aufsichtsgremiums“ des Wiener Krankenanstaltenverbundes und eines seiner Mitglieder (DDr Christian Köck http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53877) geht es heute um etwas Hintergrundwissen, um meine gestrige (von einigen Beobachtern geteilte) These zur absehbaren Entwicklung des Österr. Gesundheitssystems in Richtung Privatisierung verständlich zu machen.

In persönlichen Gesprächen hat man immer den Eindruck, als würden die Menschen (die früher oder später alle auch die Rolle des Patienten übernehmen), eine staatliche garantierte Gesundheitsversorgung als ihr persönliches Recht ansehen:

WAS ES NUR IM PRINZIP ABER NICHT IM DETAIL IST!

Im Artikel 10 (1) des Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) ist geregelt:
Bundessache ist die Gesetzgebung und die Vollziehung in folgenden Angelegenheiten:
12. Gesundheitswesen mit Ausnahme des Leichen- und Bestattungswesens sowie des Gemeindesanitätsdienstes und Rettungswesens …

Der Bund hat also die verfassungsrechtliche Verpflichtung das Gesundheitswesen gesetzlich zu regeln und leistet sich daher ganze Thinktanks (Gesundheit Österreich, HCC, Uni Linz, …) (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31614 , http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33160 ),
die u.a. im Östereichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) (http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Gesundheitssystem_Qualitaetssicherung/Planung/Oesterreichischer_Strukturplan_Gesundheit_OeSG_2010 ) festschreiben, was in welchen Gesundheitsregionen vorzuhalten ist. Betrieben werden die Krankenhäuser (noch) in erster Linie von den Krankenanstalten der Länder.

In den Verhandlungen nach §15a des B-VG (Bund und Länder können untereinander Vereinbarungen über Angelegenheiten ihres jeweiligen Wirkungsbereiches schließen) feilschen dann Bund und Länder darüber,
wie die Geldströme verteilt werden, um die Strukturen zu bezahlen, die die Gesundheitsdienstleitungsanbieter bereitstellen.

Nirgends steht aber, dass (1.) das der Staat/die Länder die Strukturen auch selbst betreiben müssen und (2.) wie weit das Ausmaß der Versorgung (auch durch Dritte) zu gehen hat.

Es liegt in der Natur des „Anbietermarktes Medizin“, dass auch die „Kunden“ selten mit dem Gebotenen zufrieden sein werden, weil „Gesundheit“, wenn es als „Rund-um-Wohlbefinden“ (WHO) definiert ist, kann man nie genug haben, nie genug Zuwendung, nie genug Aufmerksamkeit, nie genug Massage, dort wo es gut tut …

Als es noch viel zu verteilen gab, hatte die Politik durchaus ein Interesse zu vernebeln, dass sie nicht der einzige Garant der Gesundheitsversorgung ist.
Der Zusammenhang wer was finanziert (Krankenkassen überwiegend die Ordinationen, der Steuerzahler überwiegend die Spitäler) hätte vielleicht den Menschen zu denken gegeben, wenn vor den Wahlen Zusagen und Versprechungen sehr leichtfertig über die Lippen sprudelten. 

Gesundheitsstadträtin Wehsely: „Spitzenmedizin für alle“

Dass schon 2002 nur rund 70 % der Gesundheitsausgaben „öffentlich“ (Krankenkassen, Steuern) finanziert wurden und bereits ein Drittel aus der eigenen Börse (Selbstgehalten, Privatversicherungen, rezeptfreie Medikamenten, Zahnarzt, Brillen, Hörgeräte, Kosten für Leistungen die von den Kassen zurückgenommen wurden) dazugezahlt wurde, ist wenigen bewusst; diese Tendenz steigt weiter rapid an.

Jetzt, wo die Mittel knapp werden und die Kosten aller Dienstleistungen (Gesundheitsversorgung ist überwiegend Dienstleistung) überproportional steigen, sieht die Politik, dass sie mit zunehmenden Wartezeiten auf Ambulanz- und OP-Termine, mit steigenden finanziellen Selbstbehalten, Gangbetten, … etc. kurz dem Auseinanderklaffen von Erwartung und Finanzierbarkeit, kaum mehr Lorbeeren ernten wird und versucht sich aus der operativen Verantwortung zu stehlen. Die Lösung heißt Privatisierung!

Der erste Schritt dieser Kindesweglegung war vorerst eher ein buchhalterischer Trick:

Nahezu alle Gemeinden traten ihre „Stadtspitäler“ an die „Spitalsgesellschaftender Länder ab und diese Spitalsgesellschaften bekamen eine eigene Rechtsform, meist GmbH (auch AG – in
Oberösterreich), um dann aus den Maastrichtkriterien heraus zu fallen (inzwischen hat aber auch die EU den Trick erkannt, die Strukturänderungen bleiben, weil sie auch einen anderen Zweck haben). 

Parallel zum ersten Schritt und um dem Wähler nicht sagen zu müssen, dass auch die Länder eigentlich kein Geld mehr für die Reinvestition und Weiterentwicklung des Systems haben, suchte man sein Heil in PPP-Modelle (Public-Private-Partnerships), wo Gesundheitseinrichtungen von Privaten errichtet und vom Land geleast werden.
Je nach politischer Wetterlage sonnt sich das Wiener Rathhaus in der Spitzenmedizin des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35008 ) oder legt Wert auf die Feststellung, dass der KAV eine eigenständige Führung hat, in die man, immer wenn der Hut brennt, zusätzlich einen Aufpasser (Koblmüller http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43184 ) schickt oder gleich einen „Aufpasserrat“ installiert (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53877 ) .
Der KAV ist also ausgegliedert, während über alle Personalfragen ohnehin nur wieder die MA 2 entscheidet, wofür der KAV dem Rathhaus auch nicht zu kapp Geld überweisen muss …. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier schlägt nun die Stunde der großen privaten Player, unter denen der Laie auf viele Bekannte der Österreichischen Szene trifft:

Wer das ist, hat Martin Rümmele, in seinem 2005 erschienenen Buch „Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit“, aufgezählt:

Private Krankenversicherungen (UNIQA, Wr. Städtische, Merkur, …)
Private (zum teil klerikale) Spitals- und Pflegeheimbetreiber (Vamed, Vinzenz,-Gruppe, Barmherzige Brüder, Humanomed, Health Care Company HCC, …),
die Pharmabranche,
Baubranche (Strabag, …),
Großgerätehersteller (Siemens, …) ….

Mit der Zusatzinformation, wer finanziell an dieser Player beteiligt ist (Raiffeisen-UNIQA, Stadt Wien – Wiener Städtische, Haselsteiner-STRABAG-HCC, …etc. wird das Unsittenbild schon klarer.

Zusätzlich gibt es auch zwischen der Politik und einigen dieser Player starke Querverbindungen: 
Der Steiermärkische Landeshauptman Voves war z.B. bis zu seinem Wechsel in die Landesregierung 2002 Vorstand der Merkur-Versicherung, die Miteigentümer der Humanomed-Gruppe ist. Weiters war er Geschäftsführer der PKB Privatkliniken BeteiligungsGmbH
Da nimmt es auch nicht wunder, dass Voves für die steirische Landesspitalsgesellschaft KAGES einen privaten Betreiber für die 24 Spitäler des Landes Steiermark mit ihren 13000 Mitarbeitern suchte. Nur Eigentümer sollte das Land bleiben. Um den Auftrag balgten sich die
deutsche Klinikkette Sana und die österreichische Humanomed, die beide privaten Krankenversicherungen gehören, ein Arzt, die Vamed und die HCC-Krabag (Health Care Company Krabag)
Nach Protesten und Spekulationen wegen Voreingenommenheit von Voves seinem früheren Arbeitsgeber gegenüber, zogen sich alle Bieter bis auf die HCC-Krabag noch während des Bieterverfahrens zurück und der Deal wurde abgeblasen. Die HCC-Krabag erhielt zum Trost einen mehrjährigen Consulting-Vertrag.

In Wien hat man weniger Bedenken wegen allfälliger Unvereinbarkeiten.

Den letzten Regionalen Strukturplan der Gesundheitsversorgung hat nach öffentlicher Ausschreibung, nicht wie zuletzt das in Gesundheit Österreich aufgegangene ÖBIG (Österr. Bundesinstitut für Gesundheit) gewonnen, sondern eine völlig unabhängige Consulting Firma, die Ebner Hohenauer HC Consult (EHC). Diese hatte natürlich für ihre Tätigkeit Einsicht in alle statistischen Daten der Wiener Gesundheitsversorgung so wie sie es auch schon in einigen anderen Ländern hatte.
Auf der Homepage der EHC (http://www.ehc.co.at/ )liest man, dass Ebner Hohenauer HC Consult als Koeck, Ebner & Partner 1995 gegründet wurde und sich seit dem als spezialisiertes Beratungs- und Know-how-Unternehmen für Problem- und Fragestellungen im Gesundheitswesen etabliert hat. 
Bei diesem Koeck handelt es sich um den DDr Christian Köck, der unseren gestrigen Beitrag zierte, weil in die Stadt Wien zum Oberaufpasser des KAV macht ( http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53877). Köck hat übrigens von 1990 bis 1995 als Leiter des Bereiches Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement bereits im KAV die Grundlagen der jetzigen Misere gelegt ….

Martin Rümmele beschrieb am 08.06.2005, weshalb Gesundheitsökonom Christian Köck seine Firmengruppe umstrukturiert hat:
Gesundheitsökonom Christian Köck, der einerseits als potenzieller privater Spitalsbetreiber auftritt und andererseits öffentliche Krankenhausgesellschaften beraten hat, ordnet seine Firmengruppe neu.
Er scheidet aus der Beratungsfirma Koeck Ebner & Partner, die in Ebner Hohenauer HC Consult (EHC) umbenannt wird, aus. Die EHC wird eine 100-Prozent-Tochter der Spitalsbetriebsfirma Health Care Company AG, die unter anderem Hans-Peter Haselsteiner und der RLB Wien/Niederösterreich gehört. Vorstand dort: Christian Köck. Sein bisheriger Partner, Heinz Ebner, ist neuer Geschäftsführer der EHC, hält aber an beiden Firmen keine Anteile mehr.
Köck und Ebner reagieren damit nicht zuletzt auf den in der Steiermark laut gewordenen Vorwurf von Interessenkonflikten. Die HCC hat einerseits einen Beratungsvertrag mit dem landeseigenen Spitalskonzern Kages und sich andererseits um Betreibermodelle beworben. „Wir gehen den Weg unserer Konkurrenten Vamed und Humanomed, die auch Beratungstöchter haben“, sagt Köck. Beide Firmen würden unabhängig am Markt und nur in ihren Segmenten auftreten. „Es gibt eine chinesische Wand und eine Vereinbarung zwischen den Firmen, dass keine Informationen ausgetauscht werden,“ sagt Köck, der selbst nicht mehr beraten will. Den Kages-Auftrag wird Ebner nun als Projektleiter allein erledigen.

Was Köck nun im Aufsichtsgremium des KAV tun will, wenn er nicht mehr berät, bleibt offen. Sammelt er nur mehr Daten beidseits der chinesischen Wand, um seine privatwirtschaftlichen Ausbaupläne der HCC voranzutreiben?

Das wirklich Grausige ist aber, dass man zum Beispiel einen der wirklich guten Beiträge Martin Rümmeles auf dem Portal MEDIANET.AT lesen kann, das sich natürlich auch mit Content spezifischer Werbung finanziert.
Und was liest man da (siehe Bild) 

mediclass „Privatmedizin für alle“ Ihr Zugang zu leistbarer Privatmedizin!

Auch wenn das noch wenige begriffen haben, die Tage einer staatlichen Gesundheitsversorgung sind ebenso gezählt, wie die des staatliche Pensionssystem …

Die Patientenanwälte thematisieren das nicht, weil sie nicht die (staatliche) Hand beissen, die sie füttert.
Es wäre Zeit, wenn sich die Patienten selbst einmal mit diesen Entwicklungen befassen würden….

http://www.beigewum.at/wordpress/wp-content/uploads/036_martin_rammele.pdf
http://www.forba.at/data/downloads/file/212-SR%2002-07.pdf  
http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_ak_wien_study_pique.pdf  
http://www.linzer-initiative.at/pdf/gesundheit_referat_claudia_naumann.pdf

Wer macht da den Köck zum Gärtner?

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Medial bis jetzt völlig unbemerkt, verriet die Stadt Wien, dass sie Ihrem Krankenanstaltenverbund einen Aufsichtsrat („Aufsichtsgremium“) vorzustellen beabsichtigt:
http://www.wien.gv.at/gesundheit/spital/kav-gremium.html
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120309_OTS0067/neues-aufsichtsgremium-naechster-schritt-des-wiener-spitalskonzepts-2030

Verkauft wird das als Teil des Wiener Spitalskonzepts 2030, wobei bei dessen Präsentatio von diesem Gremium noch nicht die Rede war: http://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/spitalskonzept.html

Das Team umfasst lt Presseaussendung:

Dr. Richard Bock (Vorsitz, Chairman und Senior Partner von Ernst & Young Österreich und Mitglied der internationalen Konzernspitze. Seit 2004 selbstständiger Wirtschaftsprüfer und Aufsichtstätigkeiten, unter anderem als Vorsitz des Wirtschaftsrates der Statistik Austria und den Bundestheatern).
… viel beschäftigt, der Mann

DDr.in Regina Prehofer (Stv.-Vorsitzende, Vizerektorin der WU, Kontrollbank, Creditanstalt, BAWAG)

Univ. Prof. DDr. Christian Köck (Alleinvorstand der Health Care Company).

Mag.a Alice Kundtner (AK Wien)

Univ. Prof.in Dr.in Renate Meyer (Instituts für Public Management an der WU)

Dr.in Christine Scholten (Fachärztin für innere Medizin und Kardiologie)

Charlotte Staudinger (diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester i. R., akademisch geprüfte Krankenhausmanagerin, leitende Funktionen im KAV)
… noch viel beschäftigteres KAV Urgestein

DI Prof. Kurt Völkl (Generaldirektor der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau, Universitätsprofessor für angewandte Unternehmensführung und -Steuerung in der öffentlichen Verwaltung).

Der erste Name, der hier ins Auge springt, ist der von Christian Köck:

Ein „bunter Hund“ mit KAV Vergangenheit und in den letzten Jahren medial in erster Linie als „Gesundheitsökonom“ und „Gesundheitsinvestor“ in Erscheinung getreten.
http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/unternehmen/steiermark/330753/index.do

Seine Health Care Company (HCC) hat in Bad Gleichenberg für 62 Mill € das Kurzentrum modernisiert.

Zielgruppe von Gleichenberg seien „Privatgäste über 35, die im Beruf starkem Stress ausgesetzt sind und die sich bei uns in ein paar Tagen von Kopf bis Fuß durchchecken lassen wollen – in einem Fünf-Stern-Ambiente.“

Der Mann hat die Zielgruppe des Wienerkrankenanstaltenverbundes im Auge !

In den nächsten acht bis zehn Jahren will Köck drei bis fünf weitere derartige Resorts, in denen sich vor allem Manager und Unternehmer im Fünf-Stern-Ambiente medizinisch durchchecken lassen können, errichten.
„Wir verhandeln derzeit mit der Sozialversicherung der Bauern, die ihre Therapiezentren in Bad Gastein, Bad Schallerbach, Bad Hall und Baden privatisieren will und hoffen, dass wir einige der Zentren bekommen“, sagt Köck.

Bemerkenswert ist, dass man sich hier massiv auch in die Diagnostik einbringt: Wir können in unserem Life Medicine Resort Bad Gleichenberg fast jede Untersuchung durchführen, nur Kernspin-Tomographen haben wir keinen“, schwärmt Köck.
„Das klassische Krankenhaus wird in diesem Segment zunehmend an Bedeutung verlieren“, ist der Gesundheitsökonom überzeugt.

Köcks HCC hat im Vorjahr mit rund 170 Mitarbeitern rund 20 Millionen € umgesetzt. Die Hälfte davon wurde durch die Holding mit Beratung und Management von Gesundheitseinrichtungen generiert..

also offenbar ist beraten mindestens ebenso lukrativ wie arbeiten

Frau Gesundheitsstadträtin Wehsely, die ja behauptet:
Die Stadt Wien geht bewusst nicht den Weg der Privatisierung städtischer Krankenanstalten.
http://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/spitalskonzept.html
Hat sich da ja den richtigen Mann ausgesucht.

Das Spielgeld für seine Investitionen in die lukrativeren Seiten des Gesundheitssystems, hat Köck von seinen Partnern Haselsteiner (STRABG), für dessen Liberales Forum er auch schon kurzfristig als Sprecher agiert hat und Raiffeisen Nö/Wien.

Die Health Care Company, kurz HCC, mit Sitz in Wien wurde 2001 gegründet und verfolgt das Ziel zu einem führenden privaten Betreiber von Gesundheitseinrichtungen in Österreich sowie Mittel- und Osteuropa zu werden.
http://www.healthcarecompany.at/DE/unternehmen/Unternehmen.aspx

In Martin Rümmeles lesenswerten Buch Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit (http://www.amazon.de/Kranke-Gesch%C3%A4fte-unserer-Gesundheit-Gesundheitsreformen/dp/3853263704/) wurde schon 2005 gezeigt, wie lange schon Haselsteiner konsequent Mitsteiter anwirbt, um auf den Gesundheitsmarkt Fuss zu fassen.
http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/unternehmen/kein-spitalsbett-fuer-haselsteiner-118917/index.do
http://www.krankegeschaefte.at/media/News_Okt06.pdf
Köck und Haselsteiner kaufen Spital in Ungarn
http://www.boerse-express.com/pages/432583

Wie wahr ist doch das wording aus 2007 auf:
http://oe1.orf.at/104275.html

Anders als beispielsweise in Deutschland ist in Österreich die Privatisierung von Krankenhäusern bzw. Private-Partnership-Projekten, also mit Unternehmen als Partnern eher unspektakulär verlaufen. Tatsache jedoch ist, dass sich immer mehr international agierende, zum Teil börsenotierte Unternehmen an Spitals-Privatisierungen beteiligen. In Österreich sind das Unternehmen wie etwa:

■die VAMED ist in den Wirren des AKH-Baus entstanden, infolge unklarer Vergabeabläufe wurde diese beauftragt, das AKH fertig zu bauen, macht heute die technische Betriebsführung, gehört mehrheitlich dem deutschen Medizintechnikkonzern Fresenius.
■die Humanomed-Gruppe, sie wurde 1991 gegründet und gehört mehrheitlich den privaten Krankenversicherungen Uniqa, Merkur und Wiener Städtische. Humanomed führt als Management-Holding u.a. die Privatkliniken Josefstadt, Confraternität und Döbling in Wien sowie Graz Ragnitz in der Steiermark. Die Humanomed hat auch die Führung des Krankenhauses Klosterneuburg (gemeinsam mit HCC) übernommen. Durch Leistungsausweitung und einen verbesserten Ressourceneinsatz soll das Spital zu einem Vorzeigemodell für andere Krankenhäuser werden. Weitere Pläne zur Effizienzsteigerung: Kooperation mit anderen Kliniken, neue Bereiche als Tageskliniken einbinden und einzelne Sektoren neu strukturieren.
HCC Krankenanstalten AG (Health Care Company), 2001 gegründet, Eigentümer sind u.a. die Köck-Privatstiftung, Melina-Privatstiftung, die Haselsteiner Familien-Privatstiftung (Strabag), Privatspitalsbetreiber Hermann Samonigg und die Raiffeisen Holding NÖ-Wien. HCC hat u.a. seit 2004 einen Managementvertrag mit der steirischen Kages (Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft) oder seit Juli 2006 mit dem Krankenhaus Klosterneuburg (gemeinsam mit Humanomed). 

Historischer Einblick
Mit 7. Juni 2001 erfolgte die erste Privatisierung eines öffentlichen Krankenhauses in Kitzbühel. Der private deutsche Krankenhauskonzern Helios Kliniken übernahm um 242.000 Euro von der Gemeinde Kitzbühl 74 Prozent des maroden Spitals, das um 1,9 Millionen ausgebaut wurde.

Immer öfter verhandeln finanzschwache Gemeinden mit privaten Klinikbetreibern über den Verkauf ihrer Spitäler, wie etwa Hohenems, Bludenz oder Baden bei Wien. Durchwegs wurden die Kliniken letztlich doch an die jeweiligen Landeskrankenhausgesellschaften verkauft. Ein Beispiel für private Unterstützung lieferte die Stadt Zwettl: Sie finanzierte den Spitalsumbau, indem sie ihr Krankenhaus an eine Tochterfirma – die Hypo Landesbank – verkaufte und zurückmietete. Der Erlös von sechs Millionen Euro wird bei der Hypo veranlagt und soll die Miete für 25 Jahre decken. Danach kauft die Stadt, sofern Geld vorhanden ist, das Krankenhaus zurück.

Erste Modelle in Österreich

Kitzbühel (T): Ende 2001 verkaufte die Gemeinde ihr Spital zu 74 Prozent an die private deutsche Klinikkette Helios.
Neunkirchen (NÖ): Spitalsdienstleister Vamed managt das neue Stadtspital. An der Betriebsgesellschaft ist die Vamed zu 49 Prozent beteiligt.
Schladming (Stmk): Vamed, Land und evangelische Diakonie finanzierenund betreiben das neue Spital.
Rosenhügel (W): Vamed managt nach dem Modell Neunkirchen das Rehab-Zentrum der SVA der gewerblichen Wirtschaft.

Aber wie würde das auf Radio Eriwan lauten:
Bekennt sich die Stadt Wien zum öffentlichen Gesundheitswesen?

Im Prinzip ja …. hahahahahaha….

Und wenn alle Spitäler privatisiert sind, dann gehts weiter mit den Schulen
http://www.koeck-stiftung.at/

Nachdem seit über einem Jahrzehnt die Pensionssysteme für den privaten Finanzmarkt geöffnet wurden und somit Milliarden zum Verzocken auf windige Finanzprodukte zur Verfügung standen, müssen jetzt auch die letzten Bereiche (Gesundheit, Bildung) der öffentlichen Hand entwunden werden, um damit Geschäfte machen zu können ….

Nicht im operativen Betrieb wohlgemerkt, sondern durch die nächste Runde der Finanzspekulation. Auch die „Subprime“ und Griechenlandanleihen waren nix wert und konnten trotzem mit Gewinn der Zwischenhändler an Pensionsfonds verkauft werden.

Gewinnentnahme jetzt, … der Nächste, bitte.

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