Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Was sollte uns mehr aufregen

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So wie ohnehin alle über Fünfjährigen in Österreich ist sich Neos Meinl-Reisinger sicher, dass es ohnehin immer Parteibuch-geförderten Postenschacher gab, weist aber nach Wochen der Sidlo-Festspiele darauf hin, dass es eigentlich um den Kauf von Gesetzen geht.

Das Profil enthüllt die Aussage von Straches Sekretärin, dass sie doch Privatrechnungen für den gefallenen Retter der FPÖ zu Cash gemacht hat, obwohl dieser und sein Rechtsanwalt heute morgens noch gar nicht wusste, um welche Rechnungen es sich gehandelt hat. Das Profil ist aber insofern „objektiv“ weil es den inzwischen beglichenen Rückstand an Parteisteuern vermeldet, wenn Rendi-Wagner grad weggeputscht werden sollte.

Hopperla, sagt der gelernte Österreicher, wenn Süddeutsche und Neue Zürcher fast Wort gleich, denn (noch nicht gelungenen) politischen Abschuss PRWs damit erklären, dass die SPÖ eben noch keine Alternative zur Parteivorsitzenden hat, eh irgendwo wie auch bei der SPD, die Sozen von der traurigen Gestalt.

Jetzt sollen ja all die Vorwürfe gar nicht bezweifelt werden, so wie bei allen anderen Parteien und Personen, nur passt der Spin halt so gut, dass ich an keinen Zufall sondern nur mehr an Regie glauben kann.

So blöd kann keiner sein, dass die Kündigungen in der SP Zentrale SO nicht ablaufen dürfen. Bei aller vermuteten Korruption des HC, kann er nicht allein agiert haben, so wie den Wiener Grüninnen die Grad Wanderung Chorherrs, die berufliche Verbesserungen mancher anderer SpitzenfunktionärInnen nicht völlig verborgen geblieben sein könnten.

Nur was hat uns Wähler mehr gekostet?

Straches Whirlpool oder die Entourage Kickls?

PRWs Parteischulden, oder Kurz‘ Freundschaft mit Benko et al?

Ein Energetikergutachten oder die komplette Fehlplanung eines Krankenhauses?

Ein Einbahn- und Parkchaos oder eine angebliche Patientenanwältin?

Bei all den inzwischen hoch professionell inszenierten Leaks und Skandalen am politischen Futter Trog geht völlig unter, dass wir uns über das echauffieren dürfen, was uns die Spin-Doktoren erlauben, um das zu übersehen, was uns wirklich weh tut.

Written by medicus58

29. November 2019 at 19:48

Mehr Privat statt Staat im Krankenhaus?

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Im Zuge dessen, was uns als „Reform“ verkauft wird,  wurden von Tückischblau die Mittel für private Krankenanstalten auf 146 Millionen Euro aufgestockt.
Das medial transportierte Hauptproblem scheint darin zu liegen, dass da HC Strache seinem Freund Worseg öffentliche Gelder zusteckt.

Der freiheitliche Parlamentsclub verteidigt hingegen pflichtschuldig die Maßnahme: FPÖ-Povysil: „Privatkrankenhäuser tragen einen wesentlichen Teil zur Sicherung unseres Gesundheitssystems bei“

Und auch die Wirtschaftskammer, die private Institute und Krankenanstalten vertritt, freut sich nahezu wortgleich:
Fachverband der Gesundheitsbetriebe weist Kritik an der Aufstockung des PRIKRAF zurück

In Wahrheit ist es – unabhängig wo man politisch selbst im Spannungsfeld zwischen Neoliberalismus und Planwirtschaft steht – nicht so sehr das Problem, ob Tückischblau nun das Gesundheitssystem teilprivatisieren  oder Strache einem ihm persönlich nahe stehenden Döblinger Privatkrankenhaus was zustecken wollte.
Vielmehr ist die auch durch die Wiener rot-grüne Stadtregierung zunehmende betriebene Einbindung der privaten (und konfessionellen) Player in die Gesundheitsversorgung problematisch, weil KEINER dieser Träger die teuren Ränder einer Vollversorgung anbietet und dieses Rosinenpicken durch unsere (angeblich) Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung (LKF)  noch begünstigt wird:

Private Player warben seit Jahrzehnten um Geburten, schickten aber im Problemfall die Kinder in die Neonatologien der öffentlichen Trägern. 
Seit Jahren entdecken Private die Onkologie, ohne die entsprechende (teure) Diagnostik und teure neue Therapien selbst anzubieten.
Das künstliche Kniegelenk ist rasch eingebaut, die Komplikationen landen dann beim öffentlichen Träger.
In vielen privaten Belegspitälern ist außerhalb der Kernarbeitszeit die fachärztliche Kompentenz, die Leistungen von Labor und Röntgen mehr als dünn, bzw. oft überhaupt nicht vorhanden.
Treten Komplikationen auf, werden die Patienten dann flugs in die „öffentliche Hand“ abgeschoben

Natürlich können, die das alles nur deshalb, weil die Gesundheitspolitik (warum auch immer) vergessen hat, die Vorhaltekapazität der großen öffentlichen Träger adäquat abzugelten.
Das ist der viel größere Skandal, jedoch ungleich komplexer medial abzuhandeln.

Written by medicus58

7. Oktober 2018 at 12:23

Wer Aufklärung sagt, der muss auch C sagen

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und damit hatte ich nun einige Tage Probleme.

Die für den flüchtigen Leser scheinbar logische Fortsetzung dieses Alphabets der Linken, Ché Guevara, passt ja gar nicht.

Trotz bestimmter Parallelen (zur Erinnerung er war auch Arzt 😉
http://de.wikipedia.org/wiki/Che_Guevara)
und einer durchaus bei mir vorhandenen Affinität zu manchen seiner Aussagen, war sein Denken letztendlich der maoistischen Richtung des Kommunismus zuzurechnen und hatte nur sehr wenig von dem hier abgefeierten anarchistischen Denken
Also Ché kommt vielleicht irgendwann ins Herrgottswinkerl aber hat hier keinen Platz.

Aus diesem Dilemma hilft uns aber Claus – 

Claus Pandi, 
seit 2009 der Leiter des Innenpolitik-Ressorts von Österreichs größtem Kleinformat und „Aushängeschild des Blattes“.

Musterbeispiel der Österreichischen Verhaberung, Überheblichkeit und intellektueller Flachwurzelei:

„Den Bundeskanzler (Faymann) kenne ich schon seit zwanzig Jahren“

„In der Politik sind heutzutage solche Flaschen unterwegs, dass wir als Journalisten einfach wichtiger geworden sind.“

Interviewer: Faymann ist also Ihr Freund. Und dann gibt es noch Ihre Ehefrau Angelika Feigl, die seine Pressesprecherin ist. Wie ist das, gibt’s Ehekrach, wenn Sie nicht gut berichten?
http://www.dasbiber.at/content/claus-pandi%3A-%2526quot%3Bden-bundeskanzler-kenne-ich-schon-seit-zwanzig-jahren%2526quot%3B

Wie ein Abflussrohr: offen nach beiden Seiten, 
begleitete Pandi auch HC Strache auf dessen umstrittener Israelreise und machte gleich ein Filmchen für seinen Videoblog daraus.
http://medienkritikwien.wordpress.com/tag/claus-pandi/

Julia Ortner fasste das sehr gut zusammen:
 Kleiner Mann, ganz groß, Der Krone-Redakteur Claus Pándi führt die Politiker des Landes vor – weil sie seine Macht genauso überschätzen wie er selbst
http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1325

In diesem Geiste twittert der Innenpolitische Experte des österreichsichen Leitmediums auch.

Gestern fasste er die aus seinem Blickwinkel innenpolitisch bedeutsamen Inhalte des Tages wie folgt zusammen (Bild):

Amon endlich berühmt. Karl schimpft Kopf. Kopf gibt Kampusch die Schuld. Pilz altersdüster. Langsam mag ich den #U-Ausschuss

Quot erat demonstrandum …

Jetzt ist mir schon klar, dass man mit den schnell mal dahin getwitterten Wortfetzen nicht eine Enzyklopädie publiziert, aber
schenkelklopfender Schmäh, gepaart mit inhaltlichem Desinteresse,
oberflächlich Kritisches im Verein mit einlullender Belanglosigkeit,
 
ist so sehr das Markenzeichen unserer verbreitungsstärksten Zeitung, dass sie als warnendes Gegenbeispiel für all das steht, wofür hier geworben werden soll:

Eine aufgeklärte Öffentlichkeit

Written by medicus58

14. März 2012 at 09:09

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