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Urlaub von Corona – ein Selbstversuch in Kurzistan II

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Die Krone berichtete über die Schwierigkeiten eines Wiener nach der Rückkehr aus St. Wolfgang, als er selbst bemerkte, dass er sich mit SARS CoV2 angesteckt hat, ja, möge man nun klugscheißern, weil wir Ösis halt nicht dem Datenschutz ein Schnippchen schlagen, und die Aufenthaltsdaten aller lokal erheben und aufzeichnen, wie gleich nebenan der Deutsche, in Gestalt des Bayern.

Söder, der dortige Landesherr denkt deshalb ja grad ernsthaft nach, alle Heimkehrern aus Ösi Land, zu testen und quarantänisieren. In seinem schönen Ländchen, schreibst in jedem Wirtshaus deine Daten nieder, damit man dich rückverfolgen kann, wenn’s da was gabat.

Der Zettel bleibt aber dann doch irgendwie unbemerkt und ungesammelt am Tisch liegen. Kannst net erfinden, brauchst auch not, weil die Deutschen haben ja im Gegensatz zu den Ösis in Heerscharen ihre Corona Warn App, die das Contact Tracing eh für sie erledigt.

Ja, wenn da nicht der Bug wäre, dass sie im Hintergrund von den Stromspar Apps der Handys am aktualisieren gehindert würde. Hätte ich als Ösi und Wertkartenbesitzer diese App auf meiner Gurke käme ein zusätzliches Problem dazu: Mit einer alten Sim, deren Provider in der letzten Zeit den Besitzer gewechselt hat, geht Datenroaming nur nach einem händischen Update der APN Einträge und dann so gedrosselt, dass es auch bezweifelt werden darf, dass eine Warnung innerhalb der Inkubationszeit eintrifft.

Ruhig bleiben und einfach tief durchatmen, so lange es noch geht,war während der Pest damals auch nicht anders.

Written by medicus58

28. Juli 2020 at 07:59

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Reiseapotheke war gestern

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Früher, also wirklich früher als es weder Internet noch Smartphones gab, empfahlen selbst Reiseführer für den Hardcore Tramper die Mitnahme einer Reiseapotheke, zu deren Grundausstattung neben Mückenschutz, Pflaster, Antipilzsalbe, NSAR, Repellent auch Imodium für die lange Busreise zählte, nachdem einen Montezuma Rache erwischt hat. Erfahrene Reisende nahmen (auch schon für den Italienurlaub) etwas Toilettenpapier mit, und weibliche Tramper ihre Monatshygiene, spätestens nachdem sich für diesen Bedarf der pittoreske Souk als unergiebig und das frustran Fragen danach als peinlich erwiesen hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen war die Reiseapotheke Ihres Medicus aber (abhängig von der angesteuert Region) vergleichsweise dürftig mit den von anderen oft tonnenweise mitgeschleppten typischen rezeptpflichtigen Medikamenten wie Antibiotika bestückt, da man diese (so man die wesentlichen Stoffnamen parat hatte) in den entferntesten Ecken kaufen konnte. Ich fand damals im „hintersten Indien“ althergebrachte Antibiotika, für die heute in Europa Lieferengpässe bestehen. Die oft ins Treffen geführte Gefahr von Fälschungen, schien mir weniger ein Problem, eher dass man klarerweise nicht gerade das neueste Panzerschrank Ding verlangen durfte.

Selbst im China der. 80er Jahre ließ sich Jodtinktur für die Hautdesinfektion auftreiben.

Nur, soll davon eigentlich gar nicht die Rede sein, so dass Sie Ihre Pulverln für die nächste Gruppenreise nach Verona gerne einpackt lassen können.

Was sich heute zum richtigen Notfall auswachsen kann ist ein defektes Mobiltelefon.

Und dafür müssen Sie nichtmal Ihr gutes Stück im Mekong versenken. Das, wie ich selbst vor einiger Zeit bestaunen konnte, halten moderne Handys heute aus. Dass der überglückliche (chinesische) Besitzer dem mutigen Kambodschaner nicht mal Trinkgeld gab, nachdem dieser das verlorene Stück aus der braunen Brühe rettete, sei nur am Rande erwähnt. Tun Sie es unserem chinesischen Freund also nicht gleich, denn wäre ich Kambodschaner, mir wäre Ihr Verlust nun egal.

Aber auch wenn Sie meinen doch nicht so ungeschickt zu sein (welcher Trottel wirft sein Handy in den Fluss?): Da gibt es eine ganze Reihe von Handydefekten, vor denen Sie sich nicht sicher fühlen können:

Der Akku platzt in der Hitze, das Ladegerät gibt seinen Geist auf, das Verbindungskabel hat einen Bruch, nachdem Sie es mehrfach irgendwie in eine Fototasche gepresst haben. Natürlich gibt es dafür auch schon im kleinsten Dorf Ersatz, wie es die früher erwähnten Medikamente gab, weil schließlich auch der lokale Häuptling sein Handy hat. Aber ob Sie gerade die richtige Anschlussbuchse finden? Sie kennen Sie allein schon all die USB Varianten?

Wenn es den Akku zerfetzt hat, finden Sie den fest verbauten Akku Ihres Highend Smartphones gar nicht mehr so smart. Leider haben weder Apple noch Samsung einen zertifizierten Händler im Ort.

Nun, mögen Sie sagen, wäre das ja nicht so schlimm, schließlich telefoniere ich ohnehin selten aus dem Amazonasdelta.

Das schon, aber wo sind denn Ihre Bordkarten? Ah, in der Airline-App am Handy? Und wie erfahren Sie von der Verschiebung der Abflugzeit, was bei Billigfliegern immer mehr in Mode kommt, oder Ihren Online-Check-in, wie geht denn der, außer Ihre Unterkunft hat einen allgemein zugänglichen PC.

Auch wenn Sie das alles glauben niemals zu brauchen, haben Sie sich vielleicht schon an Google Maps als Navigationstool gewöhnt. Geht halt nicht, oder das Aufladen über die Powerbank, wenn das Handy am frühen Nachmittag schlapp macht, wenn Ihr Ladekabel (siehe oben) einen Bruch hat.

Selbst wenn Sie Ihr Handy nur als Kompass, zur Restaurant-Suche oder zur Vorbestellung Ihrer nächsten Übernachtung, als Eintrittskarte für die online gebuchte Sehenswürdigkeit, Fähre, Ausweisersatz, Passkopie,… etc. verwenden müssen. Und mal Hand aufs Herz, kennen Sie noch die Telefonnummern, mit denen Sie sich im Notfall in Verbindung setzen müssen, oder weiß die auch nur mehr Ihr Phone?

Also, meinetwegen nehmen Sie die gute alte Reiseapotheke mit, aber denken Sie auch an die Bedürfnisse Ihres Handys:

Internationalen Reisestecker, vielleicht zwei Ladegeräte, Ersatzkabel, ggf. Adapter für den besonderen Micro-, Mini-USB A-C, Powerbank, wenn der Akku nicht tauschbar, ein aktuelles Backup Ihres Handys in der Cloud, sicheres Case und vielleicht zusätzliches Billigsmartphone mit Kopie der wichtigsten Daten…

Sollten Sie selbst erkranken, gibt es im Notfall Schamanen, wenn Ihr Smartphone schwächelt kann der Urlaub rasch zum Abenteuer werden.

Bis jetzt fühlte ich mich immer etwas paranoid, weil ich mir immer alle Urlaubsbuchungen auch als Papierausdruck mitnehme, nach diesem Text fühle ich mich schon fast clever.

Written by medicus58

5. November 2019 at 18:30

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Die Büchse der Telekommunikation

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Telekom

 

Kaum haben sich im Kleinlabor Österreich die Hechte wieder gegenseitig etwas abgebissen, also Orange aufgeteilt, vermeldet der Standard auch für Europa neue Fusionspläne im Telekombereich.
Telekom-Fusionskarussell kommt wieder in Gang
http://derstandard.at/1388514312968/Telekom-Fusionskarussell-kommt-wieder-in-Gang

Mehr Glasfaser braucht das Land, LTE statt G3, immer schneller immer breiter, weil eh schon wissen:
Die Konkurrenz schläft nicht, sie kommuniziert.

Jetzt lehnen wir uns in unserem Zukunftspessimismus einmal bequem zurück,
überhören das Gesudere, dass diese Einzelbeobachtungen ja nichts über das große Ganze aussagen und machen einen
telekommunikativen Monatsrückblick:

Seit der Fusion zwischen Orange und Drei, erklärt mir meine ehemalige One SIM nahezu stündlich, dass ich im Ausland bind, der Kurzschluss des Handys wenn es roamt.
Warum? Weil es plötzlich zwei (!) Orange-Netze vorfindet, wo ehemals nur eines existierte, aber sich auch gern mal in das Drei Netz einbucht, wenn die Orangen grad wieder mal weit weg vom Baum- oder sollte ich sagen Mast? – fielen.

Ähnliches spielt sich übrigens auch bei YESS ab, das nunmehr zu A1gehört und ständig zwischen diesen beiden Netzen pendelt.

Von dritter Seite vernimmt man von einem seit Wochen laufenden Kampf mit A1, das den E-Mailverkehr zu einzelnen Homeoffices nicht hinkriegt.
Dann haben manche Firmen ein Problem mit dem Jahresabschluss, weil es die ERSTE BANK offenbar nicht schaffte den aktuellen Kontostand elektronisch zu übermitteln. Dabei glaubte man, dass nur die BANK AUSTRIA mit ihrem Onlinbanking so ihre Probleme hatte.

Eine Online Ersatzteilbestellung bei der Firma, die vor 12 Jahren meinen Kühlschrank hergestellt hat, kostete mich gerade eine halbe Stunde, weil die Explosionzeichnung auf der Homepage nicht zu vergrößern war, so dass ich zwar nun einen Schalter bestellt habe, aber bis zur Lieferung in einigen Tagen unklar bleiben wird, ob es der richtige war …

Mein Handy hat ungefragt sein Betriebssystem upgedatet, so dass die Farben meines Kalender nun eher an Erbrochenes als an noch zu Erledigendes erinnert. Mir zwar egal aber sich ein absehbarer Frust für den Nachwuchs, für den die Wellenbildung beim Entsperren des Startbildschirms ein wesentliches Kauf- (eigentlich natürlich ein wesentliches Geschenk-) Argument war, dass auch dieses Feature in der neuen Version verschwunden ist …

OK, lauter Einzelbeobachtungen, aber alle in den letzten zwei Wochen erlebt.

Bei aller digitalen Euphorie sollten wir uns doch langsam die Frage stellen, wie weit wir die schöne Glitzerwelt der Online Shooter in ihrer derzeitigen Unausgereiftheit noch in unser reales Leben lassen.
Oder versuchen Sie es sich vorzustellen, wenn man vor 30 Jahren jedem Telefonbesitzer in vierteljährlichem Abstand erklärt hätte, dass man die Wählscheibe seines Apparates austauschen muss und ihn dabei gleichzeitig umzufärben hat, damit er weiter funktioniert …

Vergleiche auch: Zeichen an der Wand
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=48811

Written by medicus58

2. Januar 2014 at 13:11

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