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Inflationierung der Wissenschaft: Vom Plagiat über die Meduni OÖ zu gesellschaftlichen Seilschaften

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Über all die politisch relevanten Dissertations-Plagiate der Guttenbergs, Chatzimarkakis, Schavans und den Nicht-ausreichenden- Plagiator Gio Hahn wurde schon genug geschrieben.
Das Plagiatoren-Ranking Schummelte Schavan so wie Guttenberg? Welcher Plagiatsjäger zerstörte welche Karriere? Und wer wurde zu Unrecht beschuldigt? Diese Übersicht klärte schon im Oktober 2012 auf. http://www.zeit.de/studium/2012-10/Plagiatoren-Ranking-Schavan

Ob die Genannten so viel ihrer Lebenszeit in unsere politische Zukunft investiert haben, dass sie für die Weiterentwicklung der Wissenschaft die Zeitökonomie übertreiben mussten, kann ich nicht sagen. *end of irony*

Erinnern möchte ich an einen Gedanken, den ich schon vor einem Jahr hier entwickelte: Von Guttenberg zu Gio Hahn – Plagiate: Wer ist hier der Täter?http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35010
Kernthese war hier die Inflationierung der Wissenschaft: Ist es überhaupt möglich all die geforderten wissenschaftlichen Arbeiten (von der geforderten Akademisierung der Kindergärtnerinnen über die vorwissenschaftlichen Maturaarbeit, bis zu Dissertation und Habilitation) in der erforderlichen Qualität zu erliefern?
Wenn da manche (Professoren) Dutzende Hausarbeiten, Dissertationen und Habilitationen gleichzeitig betreuen, dann kann einem schon mal was durch die Lappen gehen, jedoch stellt das auch dieses System an den Pranger. Kann man für die Honorare, die für eine bereute Disseration gezahlt werden eigentlich verlangen, dass das sorgfältig geprüft wird? Ist der Druck zur Akademisierung nicht so groß, dass da niemand so genau nachschauen möchte, wie deren Produktion in der Praxis abläuft?

Dass wissenschaftliches Arbeiten, jedenfalls in den Naturwissenschaften inzwischen auch enorme Geldmittel verschlingt, die der Einzelne ohnehin nicht aufstellen kann, sei hier nur kurz angerissen.

In die gleiche Kerbe schlägt die offensichtlich nun (rechtzeitig vor den Landtagswahlen) gefällte Entscheidung unseres Bundeskanzlers, dass auch Linz eine Medizinuni benötigt.
Auch darüber haben wir uns hier schon vor Monaten Gedanken gemacht, als das alles noch Theorie schien:
Inflation der Medizinerunis: Neue Spielwiese der Provinzpolitiker?
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=70488

Auf der einen Seite zahlt man den Trägern der akademischen Einrichtungen immer weniger: Was ist uns ein Universitätsprofessor wert? (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53526)

auf der anderen Seite will sich jeder gerne mit einem Titel schmücken …

Letztlich läuft all dies  – m.E. mit voller gesellschaftspolitischer Absicht – auf eine Inflationierung des akademischen Lebens hinaus, die den Menschen, die weder im Gotha (http://de.wikipedia.org/wiki/Genealogisches_Handbuch_des_Adelsstehen noch Teil politischer, ökonomischer oder krimineller Seilschaften sind die einzige gesellschaftliche Aufstiegshilfe.
Wer trotz akademischer Würden unter dem Generalverdacht steht, dass „das ohnehin nichts heißt“, dem bleiben für den Aufstieg auf der sozialen Leiter nur mehr politische und außerpolitische Seilschaften.
Wohin das führt zeigt schon ein kurzer Blick auf die heute einflußreichen Eliten unserer Gesellschaft.

Links: Plagiatsgutachten, wenn Sie ein Problem haben http://plagiatsgutachten.de/person.html

Von Guttenberg zu Gio Hahn – Plagiate: Wer ist hier der Täter?

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Der wegen der Plagiatsvorwürfe zurückgetretene frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat in seiner Dissertation auch bei seinem Doktorvater Peter Häberle abgeschrieben. So finden sich in Guttenbergs Arbeit an zahlreichen Stellen Fußnoten, die wörtlich oder nur leicht verändert aus Häberles 1999 erschienenem Standardwerk „Europäische Verfassungslehre“ übernommen wurden. 
http://www.faz.net/s/Rub1ED0C280BBA14ACAB16800E2F760DF3E/Doc~E42D36899396B428891DEDE2FB47696AD~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Die Uni Wien hat Teile von Gio Hahns Dissertation von der Uni Zürich überprüfen lassen, das Gutachten wurde aber nicht veröffentlicht.
Hahn sagt, dass der Philosophieprofessor Peter Schulthess seine Arbeit geprüft habe. Schulthess liess gestern über die Pressestelle der Uni ausrichten, dass er nur die von Stefan Weber vorgebrachten Plagiatsvorwürfe 2007 in zwei Stellungnahmen bearbeitet habe und zum Schluss gekommen sei, dass kein Plagiat vorliege: «Andere Aspekte und Passagen von Johannes Hahns Dissertation waren nicht Gegenstand der Prüfung.» 
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Universitaet-Zuerich-in-Plagiatsaffaere-verwickelt/story/13170819

Egal, ob Guttenberg einen Ghostwriter beschäftigt hat oder selbst so dumm kopiert hat, egal ob Hahn ein paar Gänsefüßchen absichtlich oder unabsichtlich vergessen hat, am Pranger steht auch eine Massenuniversität, deren Professoren nicht mehr auffällt, dass die von ihnen betreuten Arbeiten Mist waren. 

Wenn da manche Dutzende Hausarbeiten, Dissertationen und Habilitationen gleichzeitig betreuen, dann kann einem schon mal was durch die Lappen gehen, jedoch stellt das auch dieses System an den Pranger.

Kann man für die Honorare, die für eine bereute Disseration gezahlt werden eigentlich verlangen, dass das sorgfältig geprüft wird?

Ist der Druck zur Akademisierung (Akademische Ausbildung für Kindergärtner!) nicht so groß, dass da niemand so genau nachschauen möchte, wie deren Produktion in der Praxis abläuft?

Professor heißt zu Deutsch Bekenner!

Vielleicht sollten die betreuenden Professoren auch einmal bekennen, dass eine sorgfältige Prüfung von Dissertationen an Massenuniversitäten einfach nicht möglich ist.

Written by medicus58

9. März 2011 at 11:40

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