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Eine kleine Geschichte der Verpflegung in Wien

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Einheimische wie Touristen, wer durch die Straßen einer Stadt läuft steht irgendwann vor der Frage einer geregelten Nahrungsaufnahme. In wärmeren Gegenden sorgen hier institutionalisierte wenn auch oft improvisierte Ausspeisungen am Straßenrand für das benötigte Streetfood. In klimatisch härteren Gegenden ist man eher bestrebt seinen Kalorienbedarf in wind- und wettergeschützter Umgebung einnehmen zu können, so auch in der österreichischen Haupt- und Residenzstadt Wien.
Als ich neulich so am Volkstheater vorbei schlenderte fiel mein Blick auf eine Häuserzeile in der Museumsstraße, die uns den Wandel der Labungsmöglichkeiten und -formen in geografisch übersichtlicher Weise vor Augen führt und Überraschendes aufdeckt.

Beginnen wir von unserem Standort (der Haltestelle des 49) aus gesehen links außen mit dem Cafe Raimund:
Seit 1900 fielen Mitarbeiter und Gäste des nahen Volkstheaters hierorts ein, nicht nur um sich dem Namen des Etablissements entsprechend mit Kaffee und kleinen Süßspeisen zu dopen, sondern bekamen – wie es in Wiens Kaffeehäusern eben üblich ist – neben Eier in allen Härtegraden, belegten Broten und einem kleinen Gulasch, gern auch in Suppenform, allerlei Schmankerln, die in ihrer Auswahl fast aber doch nie ganz an das heranreichten, was ein dediziertes Restaurant verspricht.
Als ich noch große Teile meines Studiums in einschlägigen Herbergen verbrachte, nahm es mich immer Wunder, welche Vielfalt in den dafür oft gar nicht eingerichteten Kaffeehausküchen nahezu 24/7 produziert werden konnten. Jetzt versteigt sich die Küche des Raimunds zu manch unnötigem Tribut an den Ungeist früherer Jahrzehnte, wenn sie mit Theatertoast und Raimund Sandwich lockt, aber immerhin bietet sie auch noch Geröstete Knödel mit Ei an, die vermutlich schon zu Zeiten eines Egon Friedell oder Hans Weigel hierorts aufgetragen wurden. Ob sie von Ingeborg Bachmann geschätzt wurden entzieht sich zwar meiner Kenntnis, jedoch bin ich seit Jahrzehnten der Meinung, dass es sehr viel Positives über den Lebensstil einer Stadt verrät, wenn sich dort eine entsprechende Kaffeehauskultur etabliert hat. Neben Wien, zähle ich hier vor allem Paris, Buenos Aires und Budapest dazu.

Neben dem Kaffeehaus findet sich in besagter Straßenfront rechts außen eine weitere kulinarische Institution, die viele Jahre die Ernährungsgewohnheiten nicht nur Wiens geprägt hat: Das Wienerwald.
Dem Zug der Zeit entsprechend ging man dort hin, nicht weil man zu allerlei kultureller Betätigung auch was essen musste, sondern die Aufnahme von Nahrung und Getränk rückte in den Mittelpunkt des Aufenhalts.
Auch wenn ein böser Schmäh damals davor warnte in ein Lokal zu gehen, in dem der Underberg (=Magenbitter) obligat auf den Tischen stand. Der Jägermeister-Generation heute wäre das aber ohnehin Blun’zn.
Höhenflug und fast völliger Absturz dieser Restaurant-Kette gibt mindestens so viel her, wie die bewegte Geschichte der Institution Wiener Kaffeehaus, wir werden uns aber kurz fassen.
Der Linzer  Friedrich Jahn (1923-1998) eröffnete 1955 in München sein erstes Lokal und gab der Wirtschaftswundergesellschaft, lange bevor US-amerikanische Familienlokal-Ketten seinem Beispiel folgten, genau das was sie wollte:
Rustikal scheinende Gastlichkeit und vertrautes Essen. Jahn erfand die Grillhend’lstation und das Restaurant-Franchising gleich dazu.
Das Hendl stand und steht im Mittelpunkt unseres Sortiments, und unser Wissen um Verarbeitung und Zubereitung ist einzigartig.
brüstet man sich bis heute, wo die wesentliche Versorgung mit geflämmtem Geflügel schon längst durch meist türkisch geführte Hendelparadiese abgedeckt wird.
Der gelernte Kellner Jahn gründete damals einen wirklich weltumspannenden Konzern, der seine Hühner sogar im Waldorf-Astoria in Manhattan brut.
In den 80er Jahren brach das Imperium, das inzwischen auch ein Reisebüro, Weinkellereien, Transportunternehmen, einen Grillgerätehersteller, eine Druckerei, Immobiliengesellschaften, Hotels, Beratungsgesellschaften für die Gastronomie und einen Verlag umfasste, durch zu rasche Diversifizierung und Überschuldung zusammen. Jahn verlor sein Lebenswerk und wird zitiert, dass sein Hauptfehler gewesen wäre, einen Banker als Finanzchef angestellt zu haben.
Neun Jahre nach dem Tod des Firmengründers konnte die Familie die Rechte am Firmennamen wieder zurück kaufen und versucht seit 2009 erneut eine internationale Expansion.

Eingebettet zwischen den beiden genannten kulinarischen Polen Kaffeehaus und Wienerwald finden wir auf der Museumsstraße den rezentesten Zuwachs in der Versorgung hungriger Mägen, einen Noodle King.
Eines der unzähligen Lokale, die Tonnen von Instantnudeln mit allem, was man sich so unterhalb Sibiriens unter asiatischer Küche vorstellt, unter die Leute bringen.
Ein paar Sitzplätze, viel take away, Google findet auf Anhieb allein sieben Lokale gleichen Names in Wien, gefühlt gibt es sicher mehr als ein Dutzend.
Das Besondere aber kommt zum Schluss.
Das Noodle King 1010 hat aktuell bei 16 Rezensionen glatte fünf Sterne auf Google:
Very tasty food, clean and low price. For the price of 1 small coffee in starbucks we ate nice meal. 

Das Cafe Raimund kommt bei 202 Rezensionen hingegen nur auf schwache 3,8 Sterne:
Relativ angenehm, jedoch wc erst nach dem Raucherraum.. 🙂 

Das Wienerwald stürzt mit 128 Rezensionen überhaupt auf 2,8 Sterne ab:
War von den Bewertungen etwas abgeschreckt und hatte daher das schlimmste erwartet. War letztendlich aber bei weitem nicht so schlimm. Das Grillhenderl und der Kaiserschmarrn waren sehr gut. Das Ambiente war auch sehr angenehm. Nur das Personal wirkt teilweise sehr demotiviert und überfordert.

Damit beenden wir den kleinen kulinarischen Rundgang ohne den Anspruch auf Vollständigkeit oder gar tiefere Erkenntnis.
Was mich nur etwas wundert ist, dass sich augenblicklich offenbar das gastronomische Konzept am besten bewährt, das sich am weitesten von dem entfernt was dereinst typisch war für Wien:
Ein zweites Wohnzimmer um der Einsamkeit zu entfliehen,
vielleicht auch um sich mit Freunden zu treffen ohne die eigene Wohnung aufräumen zu müssen und
die Möglichkeit neben Zeitungslektüre, Kellnertratsch und Menschenbeobachtung
fast beiläufig auch eine Nahrungsaufnahme realisieren zu können.

Written by medicus58

25. März 2018 at 19:11

Dr. Google: oder versteckten Wahrheiten in Autocomplete

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Autocomplete

Dass das Smarteste an uns schon längst unsere Phones sind und
dass lernende Algorithmen unsere Denken in immer stärkerem Ausmaß beeinflussen, darf als bekannt vorausgesetzt werden.
Das Auto complete von Googles Suchmaschine verrät uns deshalb, wonach die Menschen suchen, wenn sie
ärzte sind “ in ihre Browser tippen.

Das Ergebnis ist aber, wie von Google gewohnt User-spezifisch, d.h. es orientiert sich an den bisherigen Suchanfragen des Users.
Das obige und das nun folgende Beispiel wurde aber von zwei unterschiedlichen Rechnern kopiert, auf denen verschieden Usern mit variabler IP Adressen arbeiten, so dass das Ergebnis doch etwas tiefer in die Seele des Normalnutzers blicken lassen dürfte.

Auto

Mit schwacher Evidenz scheint der kleine Versuch zu zeigen, dass unser Berufstand in erster Linie in folgenden Zusammenhängen er-googelt wird:
Alarmismus
Arroganz und
Ahnungslosigkeit.

Also in gewisser Weise eine Triple-A Wertung.

Vergleiche auch:
Dezember 2015: Wie lange glaubt Ihr noch, dass das hineingeht? http://wp.me/p1kfuX-13d
April 2015: Das Image der Ärzte: Was haben wir falsch gemacht? http://wp.me/p1kfuX-Wg 
Jänner 2015: die spinnen, die Ärzte: Mehr Geld für weniger Arbeitszeit http://wp.me/p1kfuX-SY
Dezember 2014: Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick http://wp.me/p1kfuX-Sw
November 2014: USA: Ist Ihre Arzt korrupt, muss nicht immer die Pharmaindustrie dahinter stehen http://wp.me/p1kfuX-S5
Juni 2014: Die Lösung für den Ärztemangel: Wir brauchen einfach keine mehr http://wp.me/p1kfuX-Oi
April 2013: Wann schläft der Spitalsarzt? http://wp.me/p1kfuX-Cr
März 2013: Die Diskussion über Ärztemangel nervt http://wp.me/p1kfuX-Bv
Jänner 2013: Ärzte: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher http://wp.me/p1kfuX-yq
Juni 2012: Der typische Arzt ist ein Hausarzt mit Kassenverträgen und reich  http://wp.me/p1kfuX-jY
Februar 2012: Gott in Weiss http://wp.me/p1kfuX-9j

Written by medicus58

14. März 2016 at 18:07

Maps Google geht in Wien Baden

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Donaukanalstreet

Die wirklich großen „Fails“ auf Maps.Google sind überall im Web dokumentiert, betreffen aber in der Regel Kurioses auf Street View:
http://heavy.com/social/2014/01/crazy-weird-google-street-view-fails-trolls-wtf-pix/
https://www.facebook.com/pages/All-Google-maps-fail/314139775398012

Weniger pektakulär aber dann trotzdem irgendwie Verstörendes findet sich auch in Googles Straßenverzeichnis um den Wiener Donaukanal.

Auf der Suche nach einer Adresse in der Oberen Donaustraße findet man an der richtigen Stelle eine Donaukanal Street, was ja noch irgendwie als Germish durchgehen könnte, dass aber der Kai am gegenüberliegenden Donaukanalufer auch taxfrei zur Donaukanal Street wird, lässt einen doch reumütig zu seinem dedizierten GPS zurückkehren. Nicht auszudenken was passieren würde, wenn man, gelenkt von seinem Android Handy und geleitet von Maps Google, auf der Donaukanal Street einen Spurwechsel oder U-Turn versuchen würde…

Written by medicus58

6. November 2014 at 07:45

Google macht Kunstfehler

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Während heute die Salzburger Nachrichten davon berichten, dass immer mehr Patienten bei Dr. Google Rat suchen (http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/zu-risiken-und-krankheiten-fragen-sie-drgoogle-54899/)

und das Handelsblatt (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/digitale-revolution-der-wirtschaft/medizin-apps-zu-risiken-und-krankheiten-fragen-sie-dr-google/8065660.html) und CIO (http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/2912374/) zum Teil wortident ins selbe mediale Horn stossen,
offenbart Dr. Google selbst einige Lücken.

Kunstfehler Dr Google

Wie unser Screenshot zeigt, wird auf der Gesundheitsseite auch ein Link zur Rhein-Neckar-Zeitung geboten, der so gar nichts mit Gesundheit zu tun hat,

unter dem Titel Im vierten Jahr gemächlich durch das Krebsbachtal
(http://www.rnz.de/HP_Kraichgau/00_20130415052033_103619114_Im_vierten_Jahr_gemaechlich_durch_das_Krebsbac.php) wird dort die Werbetrommel für eine Touristenbahn getrommelt. Mit Gesundheitsthemen hat das alles nix zu tun.
Es liegt also der Verdacht nahe, dass der Google Alogrithmus den Begriff „Krebs“ gelesen hat und den Links flugs in die falsche Kategorie gestellt hat, also einen klassischen Kunstfehler begangen hat.

Der gesundheitliche Schaden für den Internetuser wird sich in diesem Fall wohl in Grenzen halten, tief blicken in die Logik unsere Online-Gurus lässt der Fall jedoch allemal.

Heute: Dummheit zum Anfassen

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Das schon öfters hier zitierte Gratisblättchen HEUTE aus dem Hause Dichand,
bewirbt sich auf seinen Ständern, die zu einer konstanten Verschmutzung der Wiener U-Bahn verleiten, mit den Worten:

GRATIS ABER NICHT UMSONST

Da ja bekanntlich jedes Beispiel zu irgendetwas gut ist und sei es nur als abschreckendes Beispiel, wollen wir diesen Slogan auch gar nicht hinterfragen, zumal mir in der heutigen Ausgabe (nach einem anstrengenden Arbeitstag bei der „öffentlichen“ Heimreise zur Hand genommen) eine wahre Perle des österreichischen Journalismus in die Augen stach.

Obama würde von den Europäern zum Präsidenten gewählt werden, da jeder Dritte für ihn stimmen würde.

So anstrengend kann ein Arbeitstag gar nich gewesen sein, dass einem da nicht sofort Fragen peinigen:

Weiß HEUTE, dass die USA bei den Präsidentschaftswahlen plötzlich das Wahlsystem geändert hat?

Hat man sich verlesen und steht dort eigentlich die Negation (übrigens völlig unmöglich für eine Schlagzeile): Jeder Dritte Europäer würde Obama NICHT wählen und deshalb würde er in den USA Präsident, ….

Wenn jeder Dritte einen wählt, dann hat man 33% der Wählerstimmen und nicht 75%, wie es weiter im Text heißt.
ErGoggelt man die Sache ein bißchen, kommt man drauf, dass schon vor Tagen nach der „Transatlantic Trends“ Umfrage gemeldet wurde, dass die Europäer Obama wählen würden wenn auch die erhobene Zahlen nicht ganz den im Heute kolportierten 75% entsprechen:http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j9NwiAPMiGW6dadCR47VKpuocIVA?docId=CNG.dba1457e25dcd69993828012efeb188b.801 http://derstandard.at/1345166955572/Europaeer-wuerden-Obama-waehlen http://www.bernerzeitung.ch/ausland/amerika/Mehrheit-der-Europaeer-wuerde-Obama-waehlen/story/21657639

Egal, wir lernen hier:
Erstens sind unsere PISA-Ergebnisse in Mathematik nachvollziehbar und
Zweitens sind Redakteure, die Druckwerke kritisch überfliegen, ehe die Druckpresse angeworfen wird,
HEUTE dem Sparstift zum Opfer gefallen.

Written by medicus58

18. September 2012 at 18:16

Stop working Start counselling

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Sollten Sie wie noch in einem klassischen Job arbeiten, dann sind Sie am falschen Dampfer. Heute stellt man keine Produkte mehr her oder schneidet anderen die Haare, bestenfalls nennt man irgendwelche Pyramidenspiele „Produkte“ und verscherbelt sie an Unwissenden.

Heute berät man!

Wie sehr bereits die ohnehin knappen Mittel im Gesundheitssystem durch eine anschwellende Gruppe an Beratern und Zertifizierern abgeknabbert werden, wurde hier schon ausgeführt (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=39411), jedoch ist das nur die Spitze des Eisbergs.

Ohne Lobbying geht ja anscheinend gar nichts, wobei wir hier nicht die Geldwaschmaschinen der Österreichischen Innenpolitik in unserem Satanswinkerl (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33473) meinen. Auch die hoch offiziellen Lobbyingkosten großer Firmen lassen sich sehen:
Die NYT (http://bits.blogs.nytimes.com/2012/04/23/under-scrutiny-google-spends-record-amount-on-lobbying/) berichtet aktuell, das z.B.
Google innerhalb der ersten drei Monate dieses Jahres 5,03 Mill. US$ an Lobbyisten überwiesen hat.
2011 beschäftigte die Firma neben den 11 eigenen Lobbyisten nicht weniger als 12 externe Firmen. Die Ausgaben steigen hier offenbar dramatisch, denn mit dem Geld, das heuer nur für die ersten drei Monate gereicht hat, ist man letztes Jahr fast 12 Monate ausgekommen.

Einer auf http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/04/42052/
kommentierte und aus der englischsprachigen Publikation (http://www.openeurope.org.uk/Content/Documents/Pdfs/RiseoftheEUquangos2012.pdf)
stammende Grafik zeigt den dramatischen Anstieg von “Quangos” – “quasi non governmental organisations” in der EU, die ab der frühen 90er Jahre mit der Absicht gegründet wurden, um EU-Institutionen mit wichtigen Informationen zu versorgen. Auf Österreich entfallen allein für diese Strukturen 52,12 Mill. € pro Jahr.

Aber halt, DAS sind natürlich keine Lobbyisten, das sind NUR Thinktanks, die sich die EU Strukturen selbst leisten.
Wie viele „echte Lobbyisten“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus) in der EU „wirken, ist nicht ganz klar, Schätzungen gehen von über 15.000 Personen aus.

Wenn man Homepage der Österreichische Public Affairs-Vereinigung (sic) Glauben schenkt, kommt man auch bei uns in Österreich ohne einen professionellen „Vermittlers“ nicht an die Entscheidungsträger heran (http://www.oepav.at/ ).
Von dort können Sie sich von Firma zu Firma klicken, die es auf wunderbare Weise schaffen wollen, ohne von der Materie an sich etwas zu verstehen, die Entscheidungsträgern, die natürlich auch nichts von der Materie verstehen, von den Anliegen derer zu überzeugen, die was davon verstehen …. aber vielleicht ist das das Geheimnis:

Also tragen Sie Ihr Geld zur Leading Advisors Group oder direkt zu ihren konstituierenden Einzelfirmen (http://www.lead-group.at/
Monika Langthaler, Dietmar Ecker und Wolfgang Rosam)

Ecker&Partner Öffentlichkeitsarbeit und Public Affairs GmbH
Change Communications GmbH
brainbows Informationsmanagement GmbH
Public Interest Lobbying Consultants GmbH
Brandstätter Business Communications (BBC)
Peter Filzmaier „Institut für Strategieanalysen und Kommunikationsforschung
GmbH (ISA)“
Sophie Karmasin mit SK Market Intelligence GmbH
Be.public
Chapter 4
Digital Affairs
Lockl Strategie

Oder wenn’s etwas kleiner sein darf zu Mastermind (http://www.mastermind.cc/) oder deren Subs.
http://www.publishfactory.at/
http://www.aventus-services.com/
http://www.spracheammarkt.at/
http://www.gaisberg.eu/
http://www.agnesstreissler.at/
www.advocacy-advisors.eu

Aber vielleicht wollen Sie selbst hier ins SATANSWINKERL, denn bedienen Sie sich am bestern der Exberaterin von Wolfgang Schüssel,
… und mit ein bißchen Glück, bringt Sie die Heidi Glück dorthin
http://www.heidiglueck.at/html/home.htm

Und glauben Sie nicht, dass die paar Links hier erschöpfend waren.

Natürlich haben wir hier die Grenzen zwischen Coaching/Counselling/Supervison, Medienberatung, Campaigning, Lobbying, Thinktanks und Supervison verschwimmen lassen, aber es sollte nur einmal angerissen werden, welche Ausmaße diese „Schmiere“ unserer gesellschaftlichen Prozesse bereits angenommen hat; und um die Überlegung anzustoßen, ob all diese Geldmittel nicht besser für primäre Prozesse der Produktion und Dienstleistung verwendet werden sollten.

Auch in Österreich arbeiten hunderte Menschen daran, dass das passiert, was eigentlich natürlich sein sollte, dass die besten Argumente sich im politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozess durchsetzen, …

oder auch nicht.

Überdies sollte auch einmal bedacht werden, wieviel gute Ideen verloren gehen, weil niemand das Geld hat, sich der oben Angeführten für Stundentarife von 300 – 600 € zu bedienen.

Links:
http://www.euractiv.de/wahlen-und-macht/artikel/strengere-regeln-fr-europas-lobbyisten-004794
Magisterarbeit „Politische Beratung in Österreich – Aufbruch am Markt politischer Inszenierung“
http://othes.univie.ac.at/10534/1/2010-06-14_0303253.pdf
Zu den großen Medienberatern (Intomedia, Media Consult und Bettertogether) erschien zwischenzeitlich im Standard eine nähere Beschreibung: http://derstandard.at/1334530956420/Politikersprech-Training-fuer-das-Nichts-am-Ende-des-Tages

Sind Piraten Partei oder doch nur Bay?

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Bis vor wenigen Jahren kam man für Pirat (griechisch: „Angreifer“, lateinisch: „Seeräuber“) mit folgenden Definitionen (http://de.wikipedia.org/wiki/Pirat) aus:

Berufsbezeichnung einer Person, die Piraterie (Seeräuberei) betreibt
Bootstyp
Segelflugzeug (PZL Bielsko SZD-30 „Pirat“)
Knallkörper und
Markenname des ehemaligen polnischen Automobilherstellers Pro-Car Engineering

Als am 1. Januar 2006 in Schweden die erste „Piratenpartei“ gegründet wurde, bezog sie ihre Bezeichnung von der Anti-Copyright-Organisation Piratbyrån, die 2004 den BitTorrent-Tracker The Pirate Bay gegründet hat (http://de.wikipedia.org/wiki/The_Pirate_Bay). Bei der Europawahl 2009 erreichte Piratpartiet 7,1 Prozent der schwedischen Wählerstimmen und landete 2011 auch im schwedischen Reichstag.

In einer Reihe anderer inner- und außereuropäischer Länder (in Ö im Juli 2006) wurden weitere Parteien unter derselben Bezeichnung gegründet und erzielten z.T. unerwartete Erfolge in den nationalen Vertretungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei).
Der politische Schwerpunkt dieser Parteien erweiterte sich zunehmend vom Urheber- und Patentrecht in Richtung einer Stärkung der Bürgerrechte durch Transparenz und freie (auch anonyme) Meinungsäußerung.

Seither rätselt das Feuilleton (gedruckt, gebloggt oder ge-youtubed) was diese Entwicklung demokratiepolitisch zu bedeuten hat und allein aus der Fülle der Wortmeldung (Google News heute: 24.400 Ergebnisse/24 Stunden) stellt sich die Frage, was man zu dieser Debatte noch Substantielles beitragen kann.

Mir scheint es trotzdem notwendig das Thema aufzugreifen, weil die von dieser Bewegung angesprochenen Themen letztendlich ihre Wurzeln in der Aufklärung haben (und in diesem Kastl des Blogs befinden wir uns schließlich).
Das Postulat eines „transparenten und freien Diskurses“ zur Meinungsfindung haben schon all „die Alten“ von denen hier schon die Rede war, „gefunden“, es braucht nicht mehr neu „erfunden“ werden.

Der Boom der Piratenparteien ist sicher auch in einem schon angesprochenen Kontext zu sehen:

Der Schrei nach Renaissance (=Wiedergeburt) der Aufklärung ist die Nostalgie der Intellektuellen in als unerträglich empfundenen Zeiten. http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=52073

Man kann als Zyniker sogar formulieren, dass:
schon der Grad der Verzweiflung mit den bisherigen Parteien (ein verunglückter oberösterreichischer Maler und ein im Vollrausch verunglückter ehemaliger Parteigründer hätten hier wohl „Altparteien“ gesagt)
die Erfolge dieser neuen Strömungen erklären.
Aber wir wollen ja nicht zynisch sein, …. Diesmal nicht!

Voraussetzung für ein Funktionieren der von den „Piraten“ postulierten neuen Formen der Meinungsbildung ist, ebenso wie schon in der
„Old School Demokratie“ westeuropäischen Vorbild,
eine möglichst breite Beteiligung des Volkes.
Hier unterscheiden sich diese Ansätze von vielen bisherigen, insbesondere von der „Grün-Bewegung“!

Knapp nach ihrer Gründung waren die meisten bisherigen Parteien „klassische Kaderparteien“, d.h. die Meinungsbildung fußt auf dem Diskurs einer kleinen Gruppe von Parteigründern. Diese mag sich zwar auf eine Vertretung der „schweigenden u/o unterdrückten Mehrheit“ berufen, anfänglich beseelt die Parteigründer aber einfach die Überzeugung „zu wissen“ was „gut“ für ihre potentiellen Wähler wäre.
Aus der Entwicklung vieler bisheriger Bewegungen erkannten wir, dass es i.d. Regel eine Revolution von oben nach unten gab, d.h. ökonomisch besser gestellte Personen stellen sich an die Spitze einer Bewegung, die „denen da unten“ „helfen“ (oft auch erleuchten) wollen.
Kommunistische, aber auch faschistische Bewegungen bleiben meist auf der Ebene der Kader stehen und „retten“ mit den Mitteln der Diktatur das, oder Teile des Volkes. Bisweilen scheint die Zahl der unumgänglichen Opfer, di Zahl der so geretteten Bürger fast zu übertreffen, wie es die Roten Khmer in Kambodscha vorgeführt haben.
Parteien im Sinne der westeuropäischen Demokratie entwickelten sich sehr bald in die Breite, wo es bereits innerhalb der Parteien in „Sektionen“ oder „Bünden“ zu einem breiten innerparteilichen Meinungsbildungsprozess kam, der letztlich zu viele Themen zu einer „Parteimeinung“ führte.
Das Neue an der „Grün-Bewegung“ der 70er Jahre begann revolutionär anders:
An der Wiege standen, gerade in Österreich im klassischen Sinn politisch sehr unterschiedlich positionierte Bürgerinitiativen (plakativ formuliert: „bürgerlich-naturverbunden“ v.s. „links-Anti-AKW“), die sich initial nur mit einem Thema, eben der „Umwelt“ befassten und somit schon eine relativ breite, wenn auch heterogene Basis mitbrachten, als sie sich zu einer wählbaren Partei zusammenschloss.
Es war also eine Bewegung von „unten“.
Danach erweiterte sich zwangsläufig auch der Themenkanon der grünen Parteien.
Die sich 3 Jahrzehnte später entwickelnde „Piraten-Bewegung“ ist auf Basis der neuen digitalen Möglichkeiten, trotz ihrer scheinbaren Breite im Web eher eine Kaderpartei aus Computerfreaks http://de.wikipedia.org/wiki/Nerd)  und besetzt augenblicklich auch nur wenige politische Themen.
Mir scheint es angesichts der oben skizzierten Entwicklung anderer Parteien eher zu kurz gegriffen, den „Piraten“ ihre geringe Themenbreite vorzuwerfen.
Auch dass sie ihre Erfolge primär dem weiten Frust über die aktuelle Politik verdanken, haben mit anderen politischen Strömungen gemein.

Für mich liegt das problematische ihres Zuganges ganz wo anders:

Sie kann die Grundlage ihrer Meinungsbildung nicht selbst kontrollieren!

Die Diskursfähigkeit von Bürgerinitiativen basiert auf den räumlichen Kontakten der Mitglieder.
Flugblätter lassen sich auch schreiben, wenn die Druckmaschine konfisziert wird.

Die Basis der von den Piraten bevorzugten Meinungsbildung ist, wie für jede demokratische Bewegung, eine möglichst breite Beteiligung und Mitarbeit, das Web 2.X ist aber eine sehr gefährlicher Ersatz für die früheren Modelle von „Diskussionszirkeln“, „Sektionstreffen“ … etc.
Ein „Shitstorm“ ist auch keine „Demo“

Plakativ: Wer den Stecker herausziehen kann, der beendet die Debatte.

Im Gegensatz zu den früheren Diskursebenen sind die Formen der digitalen Mitbeteiligung („Chatforen“, „Like-it-Buttons“, „Retweets“, Google +1, …) sozialer Dienste im Web schon jetzt einfach zu kontrollieren und wie alle digitalen Signale einer Alles-oder-Nichts bzw. binären („0“ oder „1“) Logik unterworfen:
Es gibt keinen „schlechten“ Empfang mehr,
entweder geht es oder es geht nicht.
Alles ist im virtuellen Raum prinzipiell zu fälschen und somit letztendlich auch das Ergebnis jeder Meinungsbildung.

Natürlich lässt sich das alles mit „Technikfeindlichkeit“ abtun, und einwenden, dass Lenin auch nicht im Besitze der Eisenbahngesellschaft war, die ihn 1917 nach Petrograd gebracht hat.
Trotzdem sollte in der jetzt hin und her wogenden Diskussion über die „Piratenparteien“ nicht übersehen werden, dass wir (natürlich auch ich mit meiner Bloggerei hier) uns auf ganz dünnem Eis bewegen, wenn immer mehr unserer Verbindungen und Dokumente nur mehr in der digitalen Wolke existieren.
Ein zufällig eingetretener oder absichtlich herbeigeführter Kurzschluss kann unser gesamtes Spielzimmer verdunkeln und uns – gemeinsam mit unseren „Online-Piraten“ – wieder in die analoge Realität zurück werfen.

Man sollte meines Erachtens viel bewusster zwischen diesen beiden Welten unterscheiden, dann würde man sehen, dass alle die neuen Parteien von denen jetzt die Rede ist, von den Piraten zu „Farblose Unabhängige Formierte Uninformierte
(http://neuwal.com/index.php/category/demokratiebewegungen/),
zwar Teil eines prinzipiell positiv zu bewertenden Diskurses, jedoch nicht eine politische Lösung darstellen, so wie Bürgerinitiativen nicht Parteien ersetzen können.

Lösungen sind immer evolutionär, d.h. sie dauern lange und sind mühsam,
Revolutionen gehen scheinbar schnell, kosten deutlich mehr Opfer und führen sehr häufig auf Umwegen wieder zu den früheren undemokratischen Verhältnissen.

ALJAZEERA dokumentiert das Problem der Infiltrierbarkeit und der prinzipiellen Unverlässlichkeit einer Internet-basierten „Revolution“ an Hand der Syrischen Opposition (engl.)
http://aje.me/HIoUc2

Written by medicus58

13. April 2012 at 11:16

Ein Fuß zuviel

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Wer hat noch nicht vom Geheimnis der drei Füsse auf Pieter Bruegel des Älteren Gemälde „Bauernhochzeit“ gehört?

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bauernhochzeit

Anschauen kann man sich das ab sofort auch auf Google’s Art Project, auf dem man (nach Installation eines neuen Apps) u.a. auch durch die Hallen des
Wiener Kunsthistorischen Museums flanieren kann.

http://www.googleartproject.com/collection/kunsthistorisches-museum-vienna-museum-of-fine-arts/artwork/peasant-wedding-pieter-bruegel-the-elder/681766/

Faszinierend …. und niemand steht einem im Wege!

17.6.2011: Gott sei Dank Google

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Als ich so in ein paar blogs geschmöckert habe (nicht hier auf „meinblog“ sondern auf einem anderen Server), da stolperte ich über diese Google Anzeigen.

Die Werbeeinschaltungen sind in der Regel vom Kontext abhängig. Da es in dem Beitrag um Zionismus und Antisemitismus ging, sind die ersten beiden Einschaltung ja irgendwie erklärlich.

Den Konnex zur dritten Anzeige möchte ich gar nicht hinterfragen.

Und das Institut gibt’s wirklich als „Medizinisches Versorgungszentrum München„, also wer’s braucht ….

Da lobe ich mir doch dieses Portal …

Über ähnliche unfreiwillige Komik der kontextsensitiven Werbung vergleiche auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32139

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:36

Was ist denn schon Original

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Derzeit tobt ein Kampf um Copyrightim Web 2,1. : 
Ob ACTA oder SOPA (http://www.spiegel.de/thema/sopa/ http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811549,00.html ), die einfache, rasante Vervielfältigung von Bild und Text im Elektronikzeitalter machte dieses Problem virulent, virulenter jedenfalls als die Erfindung des Kopierers und des Fax-Gerätes…

Dass die geistige Produktion eines Menschen, ebenso wie seine materielle Produktion Schutz verdient, egal ob es hier um Ruhm oder Geld geht, will ich nicht bezweifeln, jedoch geht es hier – wie immer – um eine vernünftige Grenzziehung zu welchen Gunsten eigentlich gesetzliche Grenzen gezogen werden.

Beispiel: 
Hier auf diesem, vor der Weltöffentlichkeit ziemlich verborgenen Blog, machte ich meinem Ärger über den Ex-Nationalratspräsidenten KOHL dadurch Luft, dass ich ihn als übelriechendes Wintergemüse bezeichnete. Eine Ausdruck, der mich belustigte (Winter= alt ist er; übelriechend = so erreichen mich seine selbstkritikfreien Hervorbringungen ), den man aber vermutlich auch als eher banal und überflüssig auffassen kann.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32622 

Egal, darum geht es hier nicht, sondern es geht um das Bild, das ich diesem Eintrag voranstellte. Was lag näher, als einen Kohlkopf zu verwenden und Google lieferte da gleich einmal 100e Beispiele. Ich nahm das erste, es ist auf meinem PC immer noch das erste, das dargestellt wird.
Lange danach erreichte mich die Aufforderung des Fotographen, der den Kohlkopf abgelichtet hatte (ein schönes Bild, aber jetzt nichts was auf FLICKR zu Jubelstürmen hinreissen würde), dass ich es sofort unterlassen möge, sein Eigentum zu verwenden, ansonsten …

Ist eh OK. Wie der geneigte Leser erkennen kann, wurde das Photo gegen eine Graphik ausgetauscht. Dass diese Graphik letztendlich nur durch Filterung des Originalfotos entstanden ist, wird vermutlich nichteinmal der Fotograf selbst erkannt haben …
Zum Vergleich das Original http://www.marions-kochbuch.de/index/1869.htm

Wenn wir jetzt lesen, dass ein britisches Gericht sogar das Nachstellen (nicht das Verfremden) von Photos als Copyright-Verletzung sieht,
http://derstandard.at/1326503811319/Copyrights-Britisches-Gericht-untersagt-Nachstellung-fotografischer-Werke 
http://www.bailii.org/ew/cases/EWPCC/2012/1.html wird es eng.

Wie gesagt, volles Verständnis dafür, dass sich niemand die Früchte seiner Arbeit wegnehmen lassen möchte, ABER wenn wir soweit gehen, die Inspiration und die Weiterverwendung von Ideen zu patentieren, dann vollziehen wir nur nach, was wir bereits mit den Grundlagen des Lebens machen (https://service.greenpeace.de/specials/patente_01/ ), wir lassen alles schützen, um es dann von dem finanziell ausbeuten zu lassen, der es sich leisten kann auch entsprechende Prozesse zu führen.

Auch gut, lege ich halt noch ein paar Filter über meine (nur sehr selten) ausgeborgten Bilder, aber eines noch …

Als im Universitätsbetrieb aufgewachsener Mensch bin ich gewöhnt, einige meiner Folien auch in Vorträgen anderer zu finden (meist ohne Copyrightverweis). Als ich es einmal mit meinen (damals noch) Dias in die Highlightssession eines US-amerikanischen Großkongresses geschafft habe, wurde auch mein Bild gezeigt, dass in Cartoon-hafter Art das Problem anspricht,  ob Tierversuche Rückschlüsse auf den Menschen ermöglichen. Im folgenden Jahr, hat der honorige Professor, da das Thema erneut in sein Konzept passte, mein Dia wieder an die Wand geworfen, .. natürlich ohne Namensnennung … heute müsste ich ihn verklagen …. 

Das Bild heute stammt übrigens von der Site: http://www.martin-missfeldt.de/kunst-bilder/speed-paintings-2/mona-lisa-kopie.php , wo man zuschauen kann, wie Mona Lisa in Photoshop entsteht …

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 10:06

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