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Tückisch-grünes Wien bashing? Als wäre es nur das…

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Die ärmsten sollen entlastet werden, aber da die ohnehin degressiv weniger bis gar keine Einkommensteuer zahlen, werden sie progressiv von ihren Krankenversicherungsbeiträgen befreit. Für Einkommen unter 2.500 Euro brutto im Monat reicht das von 1,7 bis 0,2 Prozentpunkten, und um die Verwaltung zu vereinfachen soll das in 9 Stufen erfolgen.

Da sich das aber auch auf die vom Arbeitgeber bezahlten Beiträge („Lohnnebenkosten“) auswirkt, errechnete Der Standard  ein Loch für die Gesundheitskasse von 1,2 Milliarden €.

Im Raum steht das nebulose Versprechen das auszugleichen, aus welchen Töpfen, wenn man den Großkonzernen die Köst großzügig nachlässt, wäre eine lohnende Matheaufgabe für zukünftige Zentralmaturas.

Dass der Wiener Bürgermeister unabsichtlich oder fahrlässig in die Propagandafalle tappt und nur gegen den Wien-spezifischen 100€/Jahr Klimabonus (welch absurde Wortschöpfung) wettert und das ganze auf ein Wiener Bashing reduziert, statt das ganze Konstrukt zu dekonstruieren, hinterlässt sprachlos.

Was als ökosoziale SteuerREFORM angekündigt wurde und sich als SteuerSENKUNG für Großbetriebe und ein paar Cent KlimaZUCKERL für Unselbsständige herausstellt ist eine weitere Aushöhlung der solidarischen Gesundheitsversorgung.

Ob wir Wiener nun 8,33 € pro Monat oder 16,66 € pro Monat refundiert kriegen, hat weder was mit dem Klima noch was mit einer Reform zu tun und wird absehbar von der nächsten Erhöhung der Rezeptgebühr wieder reingebracht.

Written by medicus58

6. Oktober 2021 at 07:55

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