Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Generaldirektor

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 2: Hilfe gegen den Helpdesk)

leave a comment »


Schon vor vier Jahren habe ich hier unter KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht beschrieben,
welche überproportionalen Einfluss die IT-Verantwortlichen auf Struktur- und Ablaufentwicklung im Wiener Krankenanstaltenverbund haben.

Die vor wenigen Tagen von der Kronen Zeitung  berichteten Kostensteigerungen in diesem Bereich:

313 Millionen Euro muss die Stadt Wien in den nächsten fünf Jahren für die EDV der Spitäler ausgeben …Teuerung bei Service und Wartung Plus von 74 Prozent droht

wurden mW von keinem anderen Medium aufgegriffen, unwahrscheinlich scheinen sie nicht. Oft hat man den Eindruck, dass es leichter wäre einen zusätzlichen PC als ein EKG zu bekommen.

Völlig demoralisierend sind die täglichen Abstürze, Latenzzeiten und verschwindenden Daten, über die man sich dann bei einem Helpdesk beschweren darf.
Obwohl konstatiert werden muss, dass die dort abhebenden Mitarbeiter inzwischen zu vielen Standardfehler in Outlook und Co. ganz kompetent geworden sind und hier rasch per Remote-Zugriff helfen, wird man bei allen komplexen Fragen mit einer Ticketnummer und dem Versprechen abgespeist, dass man das Problem weitergeben wird. Betrifft das Problem aber vor anderen Firmen zugekaufte oder überhaupt gewartete Programme oder Hardware findet man sich rasch in einer Parallelwelt.

Ich erspare uns nun mehr Beispiele und verweise auf nachfolgende Links. Meine zweite Bitte an den zukünftigen Generaldirektor wäre also eine Klärung,
wer im Krankenhaus denn den Kernprozess trägt und wer eigentlich nur zur Unterstützung dieser Menschen da ist!
Oder haben Sie schon einen Hund gesehen, der von seinem Schwanz gewedelt wird?

Links:
KAV-IT: Ohne Worte
Krankenhaus EDV: erfassten Widerspruch im Anlassfall
Ein Tag im KAV
KAV: Wo bleibt die Informationspflicht der Bevölkerung, wenn Spitäler still stehen?
Meine Dienstgeberin gendert: KarteireiterInnen
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher

Written by medicus58

3. Juli 2017 at 16:51

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

Tagged with , , , ,

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 1: Kafkaeskes Prozessmanagement )

with 2 comments


Über die neue Struktur des Wiener Krankenanstaltenverbundes wurde Anfang 2017 entschieden,
die Ausschreibung der Generaldirektion wurde für Ende Juni 2017 versprochen.

Nachdem wir uns je nach Position die Tränen endgültiger Verzweiflung oder höhnischen Lachens aus dem Augenwinkeln gewischt haben, wäre es doch einmal ganz lohnend einen Wunschzettel an den neuen Generaldirektor zu schreiben.
Wem das als Brief ans Christkind erscheint, mag angesichts der Termintreue der Wiener Stadtregierung vielleicht sogar recht haben.

Mein erster Wunsch wäre eine Bereinigung des Kafkaesken Prozessmanagements:

Vor einem Jahr habe ich hier schon unter Da glurrt einen doch der blanke Wahnwitz an beklagt, welche Bürokratielawine losgetreten wird, wenn in diesem Konzern ein Ultraschallgerät den Geist aufgibt.
Mehrere Ebene und externe Berater werden befasst um Gründe zu finden, weshalb man das Ding ohnehin nicht gebraucht hätte, um die klammen Kassen zu schonen, bis schließlich der Generaldirektor Stv. mit dem Prozess befasst wird, um eine Reinvestition anzuordnen, wenn auch er keinen zwingenden Grund (er)finden kann weshalb man ein seit Jahrzehnten in der Patientenversorgung verwendetes Gerät doch ersetzt, wenn man dafür ein Budget hat.

Urlaubsanträge, Listen über die vor Bildschirmen verbrachte Arbeitsstunden, Sonderurlaube für Kongressbesuche, Personal– und Stellenbeschreibungsbögen …..
benötigen mehrere Unterschriften auf Abteilungs- und Direktionsebene, bis irgendwo ein Sachbearbeiter einen fehlendes Kreuzerl entdeckt, oder die Frage aufwirft, weshalb denn ein Anreisetag zu einem Kongress beantragt wird, der über 1000 km vom Arbeitsplatz stattfindet und bereits um 8:00 am beginnt.

Ob sich diese Labyrinthe durch Unfähigkeit oder durch ein System-inhärentes Misstrauen gegen das eigene Personal entwickelt haben, ist zu klären, wenn man sich ernsthaft entschlossen hat, sie aufzulösen, hier sollte einfach der Wunsch an den zukünftigen Generaldirektor formuliert werden, sich diesem Wahnwitz entgegenzustellen.

Written by medicus58

30. Juni 2017 at 17:00

Miniwahr KAV: Recht v.s. Propaganda und noch was anderes in dem Zusammenhang

leave a comment »


vb-kommunikation
Ob die Ressourcen immer der Leistung folgen, mag vor allem im Gesundheitssystem mehr als bezweifelt werden.
Organisationsstrukturen sagen aber immer viel über die Schwerpunkte eine Organisation aus, auch wenn man sich von den gewählten Bezeichnungen täuschen lassen darf.
George Orwell parodierte in seinem berühmten Roman 1984 den Aufbau der Regierung in Ozeanien an Hand der „vier Freiheiten„, die US-Präsidenten Roosevelt 1941 in einer Rede ansprach: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Mangelzuständen, Freiheit von Furcht.

Diesen Freiheiten entsprachen in seinem fiktiven Ozeanien 4 Ministerien:

Ministerium für Frieden (Minipax):
Dieses Ministerium befasst sich mit der Kriegspropaganda und damit, den immerwährenden Krieg in Gang zu halten. 

Ministerium für Überfluss/Überfülle (Miniflu(ss)/Minifülle):
Dieses Ministerium ist für Wirtschaft und die Ausarbeitung der Drei-Jahres-Pläne zuständig, die laut offiziellen Meldungen ständig erreicht bzw. übertroffen werden, während die tatsächliche Produktion wahrscheinlich absichtlich gering gehalten wird. 

Ministerium für Liebe (Minilieb):
Dieses mysteriöse und gefürchtete Ministerium unterhält die Gedankenpolizei, die Abweichler aufspürt und dorthin bringt. 

Ministerium für Wahrheit (Miniwahr):
Dieses Ministerium befasst sich mit der Vergangenheit beziehungsweise mit deren ständiger Manipulation. Sämtliche Bücher, Filme, Schriften, Zeitungen, Tonaufnahmen etc. aus vergangener Zeit werden hier ständig revidiert und an die aktuelle Linie der Partei angepasst, sodass laut allen Aufzeichnungen, die existieren, die Partei immer recht hat und immer recht gehabt hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)#Ministerien

Blickt man auf die Konzernstruktur des KAV, so fällt auf, dass der, direkt dem Generaldirektor Janßen unterstellte
Vorstandsbereich Kommunikation 18 Mitarbeiter beschäftigt
,
zu deren Aufgaben u.a. öffentlichkeitswirksame Kommunikationsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit für das KH Nord, Marketingkonzepte, Initierung öffentlichkeitsrelevanter Kooperationsprojekte, Medienbeobachtung, etc. …. gehören.

Die Abteilung Recht, die dem GD Stv. unterstellt ist, beschäftigt demgegenüber 13 Mitarbeiter.

Geleitet wird der VB Kommunikation seit zwei Jahren übrigens von der ehemaligen Pressesprecherin des ÖGB-Präsidenten und Leiterin der Stabsstelle Kommunikation des ÖGB.
Und nun lesen Sie bitte noch, das kann ich Ihnen nicht ersparen, die Aussagen des Leitenden ÖGB Sekretärs Achitz über den Ärztestreik nach:

Ich gehe davon aus, dass es zu keinen Entlassungen kommen wird. Insofern benötigt man keine Unterstützung der Gewerkschaft. Obwohl der Streik einen seltsamen Charakter hat, weil er nicht als Streik, sondern zum Teil als Demo geführt ist. Es wird so sein, dass Ärzte, die ihren Dienst nicht antreten, kein Gehalt bekommen. Das ist eine ganz normale Folge jedes Arbeitskampfes. Wäre das ein Streik, der von der Gewerkschaft mitgetragen würde, dann würde die Gewerkschaft für den Entgeltentfall geradestehen, also eine Streikentschädigung bezahlen. Die Ärztekammer darf das nicht, selbst wenn sie es wollte. Denn wofür sie Geld ausgeben darf, ist gesetzlich geregelt und Streik ist definitiv nicht dabei.
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/844235_Gewerkschaft-nach-wie-vor-gegen-Streik.html

… das hämische Gelächter, dass Sie nun eventuell vernommen haben, bilden Sie sich nur ein lieber Blog-Leser, das kam nicht im Artikel vor!

Stellvertretender Leiter der EX-ÖGB Pressesprecherin im Vorstandsbereich Kommunikation des KAV ist übrigens ein ehemaliger Redakteur bei der Fellner-Tageszeitung Österreich (http://cm.observer.at/letter/letter32/story_411.html).
Beide Bestellungen wurden 2014 auch auf der vom SPÖ Klub im Wiener Rathaus betriebenen, aber auf den ersten Blick scheinbar privaten Homepage von Stadträtin Wehsely (https://www.sonja-wehsely.at/nani-kauer-ist-neue-leiterin-der-kav-kommunikation/) erfreut mitgeteilt.

Räderwerk der Macht: Wie das alles zusammenhängt
https://medicus58.wordpress.com/2016/03/02/raederwerk-der-macht-wie-das-alles-zusammenhaengt/

Written by medicus58

14. September 2016 at 06:52

Dem Wiener Gesundheitssystem droht der Kollaps

with 2 comments


pic

Wien kämpft Wahl,
aber dieser hier zitierte Ausspruch kommt nicht von der „revolutionstrunkenen“ blauen Opposition sondern aus der SPÖ-dominierten HGII der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten und aus 2011. Der Folder lässt sich augenblicklich noch immer auf deren Server finden (http://www.hg2.at/files/262/) wie lange noch, hängt vermutlich davon ab, wie viele Rote diesen Blog lesen.

Damals erhob die Gewerkschaft die Streikbereitschaft ihrer Mitglieder, und Kurt Felber, Personalvertreter aus dem Donauspital – Sozialmedizinisches Zentrum Ost wurde zitiert:
„Ich denke, dass alle Bediensteten die Protest-Befragung nutzen werden.
Der nicht endende Kürzungswahn und die damit einhergehenden Gefahren für Belegschaft und Patienten lassen gar nichts anderes zu“.

Als sich im Frühsommer 2015 die Mehrheit der KAV Ärzte für einen Streik aussprach, weil sich all das, was die Gewerkschaft noch 2011 vollmundig kritisiert hat, fortgesetzt und verschlimmert hat, machten die Kollegen rasch Mauer und man hörte:

Ein Streik im Gesundheitsbereich kommt für die Gewerkschaft nicht in Frage
Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB (http://wp.me/p1kfuX-Z7Genossen )

Schweigen sogar im ureigensten Bereich der Gewerkschaft, dass es kaum wo die seit Juli (!) notwendigen Vereinbarungen mit der Personalvertretungen zum neuen Arbeitszeitmodell gibt …

Wien kämpft Wahl,
und da wird notfalls geknebelt, gedroht und mit Klage gedroht, um den scheinbaren Glanz des Potemkinsche Spitalssystems dem Wähler noch eine Regierungsperiode vorzuspielen:

Die Potemkinschen Spitäler
http://wp.me/p1kfuX-n8
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte http://wp.me/p1kfuX-Br

Im Hintergrund entpuppt sich das Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration“ (http://wp.me/p1kfuX-K9) als reiner Kahlschlag mit Abteilungsschließungen, Personal- und Leistungsreduktion.

Der letzte große Coup, das neue Dienstzeitmodell, von dem (Noch?-)Stadträtin Wehsely und (Noch?-)Generaldirektor Janßen unermüdlich trommelten, dass es
zu mehr Tagespräsenz und ausgeweiteter Leistungsbereitschaft untertags führen wird, hat sich offenbar zum Megabauchfleck entwickelt.

Die Überstunden explodierten,
die Kosten sind höher als angenommen,
die Tagespräsenz ist zum Teil geringer als vorher,weil das System so unflexibel ist, dass arbeitswillige und arbeitsfähige Ärzte in den Zwangsurlaub geschickt werden müssen, um den Vorgaben zu folgen und allein die Diensteinteilung mehr als doppelt so lange dauert als bisher, weil vernünftige Softwaretools erst für 2016 angekündigt sind.

Verkürzt kann man sagen, dort wo arbeitstäglich mehr Ärzte anwesend sind, beschäftigen sie sich mit der Diensteinteilung und allen Fallstricken und nicht mit der Patientenversorgung, bravo!

Und wie reagieren die Verantwortliche?
Erkennen Sie, dass all die Berechnungen ihrer teuer eingekauften Beraterfirmen falsch waren, was ihnen übrigens mehrfach vorausgesagt wurde?

Natürlich nicht.

Dass ich in den Kollaps laufe,
wenn ich gleichzeitig eine Studienreform, eine Spitalsreform, eine Dienstrechtsreform und eine Reform der postpromotionellen Ausbildung ausrolle,
die jungen Ärzte durch eine miserable Ausbildung und unklare Zukunftsaussichten und die älteren Ärzte durch unerträgliche Arbeitsbedingungen (Oberärzte schlafen eh nur im Nachtdienst) verjage und
ein Dienstzeitmodell austüftle, dessen erste Prämisse ist die ärztliche Arbeitsleistung weiterhin so billig wie möglich zu bekommen und deshalb wahlweise in Arbeitsstunden, Arbeitstagen und Durchrechnungszeiträumen rechne,
leuchtet nicht zuletzt dem sprichwörtlichen Milchmädchen ein.

Wien kämpft Wahl

Nach außen wird gemauert und wie wild Inserate geschaltet, nach innen hört man nur Gebrüll aus dem Stadträtinnenbüro, vernimmt unverhohlene Drohungen vom Generaldirektor, wenn man ihn auf diese inneren Widersprüche aufmerksam macht und hat an der Basis völlig den Überblick verloren, wie viele Labors, Bettenstationen und Fächer im KAV geschlossen werden. Weisungen werden mündlich mitgeteilt, weil man weiß ja nicht, ob und wer letztendlich dazu stehen muss.

Es werden fieberhaft Schuldige für das eigene Managementersagen gesucht, weil es natürlich ein Organisationsversagen Nachgeordneter darstellt,
wenn sich zwar die gesetzlich maximal mögliche Ärztearbeitszeit von 72h auf 48h reduziert,
freiwerdende Stellen von der Zentrale nicht nachbesetzt werden,
Diensträder gestrichen werden,
die versprochenen flankierenden Maßnahmen (PHCs, Notaufnahmen, ….) Hirngespinste bleiben,
und die bisherige Leistungen nicht mehr erbracht werden können.

Schuld sind die Soldaten, niemals die Generäle.

Wer zum chaotischen Rückzug nicht Frontbegradigung, pardon Schwerpunktbildung, sagt, der baumelt.

PS: Ich habe hier kürzlich einen Schulterschluss zwischen Ärzten und einer neuen Vertretung der Pflege verlangt und darf nun vermelden, dass genau das Asklepios plant:

Wir planen daher mit CareRevolution unter dem Motto „Gemeinsam für Transparenz und Mitbestimmung, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal sowiegerechte Löhne“ eine gemeinsame Demonstration von Ärzten und Pflege am 5.10. 2015 16 Uhr (Treffpunkt MQ) um auf die Auswirkungen der aktuellen Veränderungen im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen.

Written by medicus58

16. September 2015 at 18:54

Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef

leave a comment »


Heute-03112014-werbung

Seit drei Tagen (1.11.2014) ist der ehemalige Generaldirektor-Stellvertreter zum Generaldirektor aufgerückt, schon spendiert ihm die Jubelmaschine Rathaus eine ganzseitige Einschaltung in der Gratiszeitung HEUTE, um das Krankenhaus NORD zu bejubeln.

Udo Janßen (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt ….http://wp.me/p1kfuX-Kd) gibt da nicht viel Neues von sich, mit anderen Worten, man hat ihmim Wesentlichen die Aussagen früherer Aussendungen (http://www.wien.gv.at/rk/msg/2014/06/12009.html) in den Mund gelegt, wo man – allen negativen Medienmeldungen zum Trotz – erklärt, dass der Rohbau fertig ist und eh alles rechtzeitig und günstig fertig werden wird.

Wie auch schon in früheren Meldungen wird als eines der hervorstechendsten Merkmale des „Spital für das 21. Jahrhundert“ angepriesen, dass es dort Terminambulanzen geben wird:

Jetzt mag das beim Leser und Wähler die Assoziation nach Privatterminen beim Friseur oder sogar in der Privatordination des Spezialisten hervorrufen, im konkreten Fall handelt es sich jedoch um ein restriktives Steuerungsinstrument, das zum Kernstück der aktuell von Ebner-Hohenauer Consult entwickelten Master-BO zählt (Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberaterhttp://wp.me/p1kfuX-P7).

Die Schreibtischtäter, keiner der Beteiligten hat je einen relevanten Teil seines Berufslebens am Krankenbett oder in der Routineambulanz verbracht, träumen davon, dass die Spitalsambulanzen nur mehr gegen Voranmeldung aufgesucht werden können und der überbordenden Patientenfluss einfach durch längere Wartezeiten auf einen Untersuchungstermin gesteuert werden kann.

Einwände, dass jetzt schon in Terminambulanzen die Selbstzuweiser einen großen Teil der Patientenschar ausmachen, weil die Versorgung in nIedergelassenen Bereich durch die Kassenvertragsärzte ungenügend ist werden einfach weggewischt und die zukünftige Barriere den Patienten in einer „entgeltlichen Einschaltung“ als Innovation verkauft.

Verstehen Sie mich richtig, es würde schon Sinn machen, wenn diejenigen Fälle, die mit den Mitteln der Praxis eben auch in der Praxis des niedergelassenen Arztes versorgt würden, jedoch gibt es eine Reihe von Gründen (Ordinationsöffnungszeiten, Wartezeiten, Ringelspiel zwischen Ordination – Labor – Röntgen, …) weshalb die Patienten in Wien mit ihren Füssen für die Spitalsambulanz votieren.

Diese nicht offen anzusprechen und die offene Diskussion zwischen dem „roten KAV“ und der „roten Wiener Gebietrkrankenkasse“ und Beschränkungen als Innovation zu verkaufen könnte zum politischen Bumerang werden …

… aber vermutlich nimmt man dann noch mehr Steuergeld zur Hand und schaltet weitere Jubelinserate in der Gratiszeitung.

Final Showdown im KAV?

leave a comment »


kav

Dass dem Wiener Krankenanstaltenverbund Ende letzten Jahres (!) der Generaldirektor abhanden gekommen ist (Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg) hat niemanden so wirklich gestört, weil er ohnehin noch bis Mai dieses Jahres im Amt war. Danach wurde der Posten erneut ausgeschrieben und an Bewerbern scheint es nicht zu mangeln.
Der Kurier zählte 62 Bewerber (http://kurier.at/chronik/wien/machtkampf-um-wiens-spitaeler/82.938.022), wobei einige der dort namentlich Genannten im persönlichen Gespräch behaupten, gar keine Bewerbung abgeschickt zu haben, egal …

Folgt man dem Artikel, würde es sich ohnehin nur mehr um ein Duell zwischen dem aktuellen Generaldirektor Stellvertreter Udo Janßen (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. http://wp.me/p1kfuX-Kd) und Christian Sebesta, einen ehemaligen ärztlichen Direktor im KH Stockerau und im Donauspital handeln.

Auch wenn es in der SPÖ aktuell mit der Frauenquote nicht so streng genommen wird, bezweifele ich, ob wir wirklich schon bei einem Zweikampf angekommen sind.

Einem Leser dieses Blogs, der mir heute ein paar konkrete Fragen zu diesem Thema gestellt hat, möchte ich auf diesem Weg nur eine – für ihn vielleicht sehr überraschende – Antwort geben.

Vermutlich sollte Udo Janßen Generaldirektor werden!

Es entspricht meiner tiefen Überzeugung, dass Stadträtin Wehsely Udo Janßen und andere Personen
(Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner ... http://wp.me/p1kfuX-cy
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs
Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw )
nur deshalb in den KAV geholt hat, um diesen letztendlich auf eine reine medizinische Grundversorgung herunterzufahren und somit Platz für eine Privatisierung des Systems zu machen. Zumindest haben alle Beteiligte in der Vergangenheit für private Geldgeber im Gesundheitssystem gearbeitet.

Von der Persönlichkeitsstruktur und vom Stil seiner Geschäftsführung in den letzten Monaten, scheint es mir denkunmöglich, dass Udo Janßen konstruktiv mit einem anderen Generaldirektor zusammenarbeiten könnte. Die internen Reibungsverluste würden den ohnehin schon am Boden liegenden KAV endgültig sturmreif schiessen, nur fiele es Janßen und Wehsely dann noch leichter, die Endverantwortung für das Desaster ablehnen zu können.

Also, alle Macht den Theoretikern und Schreibtischtätern aber unter einer Bedingung:

Schwere Pönalevereinbarung, wenn das Dienstverhältnis vorzeitig beendet wird
… das könnte für manche Bewerber aber auch für den Letztentscheidungsträger Häupl ein Problem werden!

 

Written by medicus58

3. September 2014 at 21:47

Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt ….

leave a comment »


Pic

Udo Janßen
Mediziner, Wissenschaftler, Gerontologe, Dipl.Betr.wirt, Dipl.Wirt.jurist, Master of Organizational Psychology, Master of Business Administration, KlinikIngenieur und Professor für Allgemeine BWL und Health Care Management wurde zum GDStv (CFO) des KAV und ist somit nach dem Rücktritt GD Marholds (Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg)
der oberste „Macher“ im Wiener Spitalswesen.

Die Vita des 46-Jährigen ist beeindruckend, und zeugt von höchstem akademischen Ehrgeiz.
Sein Medizinstudium schloss er in rekordverdächtiger Zeit mit einer Dissertation zum Thema „Funktion des anorektalen Kontinenzorgans nach vaginaler Geburt: manometrische und klinische Langzeitresultate unter besonderer Berücksichtigung der Episiotomie“ ab, nur um größtenteils parallel zu seiner Tätigkeit als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter noch berufsbegleitend BWL (an der FH des Deutschen Ordens), Public Health (in Bern, Basel und Zürich) und „seinen Klinikingenieur“ zu machen.

Von der Klinik eilte er dann in die Arme von ThyssenKrupp Health Care Services wo er es zum Prokurist brachte, obwohl oder weil er so nebenher einen MBA an der FH Berlin und seinen M.O.B. am Kurt Lewin Institut für Psychologie der FernUniversität in Hagen ablegte.

Dem ehernen Gesetz Karrierebewusster gehorchend, seinen Job im 2-3 Jahresrhythmus zu wechseln, kehrte er ThyssenKrupp den Rücken und nutzte er das erste Jahr nach der Akkreditierung der Fernhochschule Riedlingen, sich dort bis zum „Professor of Health Care Management“ auszubilden. Da das ganze natürlich auch irgendwie bezahlt werden muss, ging er natürlich auch noch einigen Brotberufen nach:

Prokurist der contec GmBH Beratung in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft publizierte er u.a. über „Die Keimzelle des Erfolges – die strategische Entwicklung eines Zuweisermarketingkonzeptes. Zuweisermarketing im Economia Verlag. Als Geschäftsführer des IEGUS (Inst. Europ. Gesundheits- und Sozialwirtschaft) suchte er (nach Eigenaussage der Homepage) die systematische Weiterentwicklung des Gesundheits- und Sozialsektors in Europa voranzutreiben, um den „zu kurzfristigen politische Entscheidungsprozesse“ einen längerfristigen Planungshorizont zu verschaffen, um schließlich für vier (!) Jahre zum Geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Krankenhausinstitutes zu werden.
Ooopps, irgendwann war er auch noch Interim-Geschäftsleitung für Medizin und Pflege in einer nordrhein-westfälischen Klinik der Grund- und Regelversorgung, absolvierte berufsbegleitend an der privaten Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) einen Dipl.Betr.wirt, bildete sich trotz des noch jugendlichen Alters in angewandter Gerontologie aus und war als Vortragende an Hochschulen (Hochschule für Ökonomie und Management in Essen, der Universität Düsseldorf und der Hochschule Ravensburg-Weingarten) und Berater in Beratungsfirmen beschäftigt, ehe er zum Stv.GD des Wiener Krankenanstaltenverbundes wurde.

Wie gesagt, eine beeindruckende Karriere, gekennzeichnet von einer multiprofessionellen Ausbildung an privaten Fachhochschulen und ökonomischer Beratungstätigkeiten im Gesundheitswesen, die ihm zu folgenden Einsichten verholfen hat:

Auch hat die Ökonomisierung der Krankenhausmedizin dazu geführt, dass Absolventen der Humanmedizin und angestellte Ärzte eine Beschäftigung außerhalb der kurativen Tätigkeit als ernst zu nehmende Alternative zur Anstellung im Krankenhaus in Erwägung ziehen.“

Diese Erkenntnis hat Prof. Janßen ganz offenkundig auf seine eigene Karriereplanung angewandt; weg von der kurativen Tätigkeit am Krankenbett, getreu dem hier auch schon abgehandelten Motto:
Stop working, Start counselling http://wp.me/p1kfuX-g0.

Er liegt somit auch voll auf Linie des Gesundheitsministers, der „sein“ ÖBIG seit Jahren beauftragte zu prüfen, in welchem Ausmaß ärztliche Tätigkeiten auch (billiger) durch Pflegekräfte erbracht werden können.
Stichwort: Operierende Krankenschwestern (http://derstandard.at/1379291686733/Krankenschwestern-die-operieren)

In seinen Worten hörte sich das so an:

Eine dritte Lösungsstrategie kann in der Personalbedarfsdeckung durch Neuallokation bzw. Substitution von Tätigkeiten des Ärztlichen Dienstes und Pflegedienstes bestehen. Bereits heute zeichnet sich eine Entwicklung ab, die Berufsbilder des Ärztlichen Dienstes und des Pflegedienstes durch „paramedizinische“ und „pflegeergänzende“ Berufsbilder zu erweitern.“

und schwärmt davon, dass „die Basisversorgung durch Medizinische Assistenzberufe im Sinne eines „Dr. Light“ durchgeführt werden“ können. Um kryptisch fortzufahren: „Eine hohe Servicequalität der Patientenversorgung wird durch entsprechende Servicekräfte verantwortet.

Zitate: http://www.deutscher-krankenhaustag.de/de/vortraege/pdf/Dr_Udo_Janssen_DKI_Manuskript.pdf

Aus der Sicht seiner Vita vermutlich schlüssig, mit einem „Dr. Mc“ das System solange am Laufen zu halten,
bis die lukrativen Teile von den privaten Anbietern übernommen worden sind, deren Beratung er bisher viel seiner beruflichen Tätigkeit gewidmet hat.
Aber letztendlich auch schlüssig, weshalb Stadträtin Wehsely für das Aushöhlungswerk ihres Spitalkonzeptes 2030 (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9) sich jemanden wie Prof. Janßen geholt hat.
Nur dass er so lange an Bord bleibt, darf nach seiner Vita bezweifelt werden.

 

Nachtrag 18.2.2015:
Wien: Spitäler-Chef bewohnte zwei Sozialwohnungen
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4665985/Wien_SpitaelerChef-bewohnte-zwei-Sozialwohnungen

%d Bloggern gefällt das: