Sprechstunde

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Die Neue Paranormalität

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Mehr Gelassenheit fordert der Internist Weiss aus dem Beraterstab der Corona-Task force des Gesundheitsministers auf orf.at, vermutlich weil er sich in seinem Thinktank ebenso nicht damit durchsetzen konnte, wie Martin Sprenger. Eine „symptom basierte Diagnostik, statt Testing, Testing, Testing“ sollte betrieben werden, aber geh.

Klar, nachdem seit dem Frühjahr die Pandemie treffsicher mit Massengräber illustriert wurde und den Überlebenden medial mit Langzeitfolgen gedroht wurde, ungeachtet dass berühmte Sänger kurz danach open air Konzerte gaben.

Ist das Drahtkörbchen einer Champagnerflasche entfernt genügt ein kleiner Schubs und der Korken fliegt in weitem Bogen davon. Haben Sie schon mal versucht einen Champagnerkorken wieder in die Flasche zu kriegen?

Die Johns Hopkins Universität identifizierte schon eine Million Tote und hängte die WHO ab, die erst 991.000 Tote katalogisierte, aber jetzt rät orf.at von „überschießenden Ängsten wegzukommen

Corona ohne Exit schrieb ich hier schon vor ein paar Tagen und seither hat sich die Lage nur noch weiter in Richtung Absurdität gedreht.

Die PCR Testergebnisse dauern immer häufiger länger als die Quarantäne, die sie auch bei negativem Ausfall nicht verkürzen darf.

Die weniger sensitiven Schnelltests werden zur neuen Geheimwaffe, weil man glauben will, dass sie Superspreader identifizieren können. Das Contactracing kommt schon längst den täglich zusätzlich dazu kommenden Positiven nicht mehr nach, aber wir sollen uns entspannen.

Andererseits eskaliert die Politik (Vergleiche deutsche Pläne) ihr Krisenmemory aus Distanz, Maske, Feierverbot.

Es wäre schön viel erreicht, wenn man sich mal darauf einigen könnte, ob die Lebensgefahr jetzt so groß ist, dass wir jeden Blödsinn (Masken im Freien wie in Paris und Bologna) durchboxen müssen, um das letzte potentielle Promille an Risikoreduktion lukrieren zu können oder wir uns langsam wieder so sorglos verhalten können, wie seit Jahren, wo wir auf bereits erprobte Impfungen verzichteten und uns genüßlich in der U Bahn anhusteten.

Und wenn wir uns dann auf den Grad der Gesundheitsgefährdung geeinigt haben, dann sollten wir uns einmal mit der mindestens ebenso gefährlichen Pandemie der Wirtschafts-, Bildungs- und Demokratiekrise beschäftigen.

Seit dem Frühjahr fürchte ich die Therapie mehr als die Krankheit, denn Monothematisches Denken in der Krise gefährdet auch das Gesundheitssystem.

Written by medicus58

29. September 2020 at 18:44

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