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Auch das war Indien

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My beautiful picture

Eine Moschee in der Altstadt von Srinagar, Kashmir

Written by medicus58

19. März 2014 at 18:46

Veröffentlicht in Reisen

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Der Algorithmus macht Menopause

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PowerUterus

Das nun endlich auch meteorologisch eingetretene publizistische Sommerloch wird seit Tagen mit einer gar bemerkenswerten Erkenntnis gefüllt:

Forscher aus Kanada beweisen mittels Computersimulation: Männer treiben Frauen in die Menopause, weil sie jüngere Frauen bevorzugen:

http://www.ploscompbiol.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pcbi.1003092;jsessionid=760AF62187AC3B7FFD0501DAB58B2B8F

Da das Ganze in einem Journal mit relativ hohem Impact factor (PLOS Computational Biology 5,2) erschienen ist, hat es eine hohe Überzeugungskraft und gibt allerlei pseudowissenschaftliche Erklärungen scheinbar eine gewisse Glaubwürdigkeit:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/frauenmedizin/news/forscher-aus-kanada-maenner-treiben-frauen-in-die-menopause_aid_1014492.html
http://www.heise.de/tp/artikel/39/39327/1.html
http://www.sueddeutsche.de/wissen/evolution-des-menschen-sind-maenner-schuld-an-der-menopause-1.1696518
http://medicalobserver.com/news/2013067495/studie-belegt-menopause-entstand-aus-evolution
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/317289.html

Liest man sich aber die Annahmen des geprüften Modells durch, befällt einen irgendwie doch der Eindruck, dass es sich (notwendigerweise) um eine sehr vereinfachte Annahme handelt, die ausschließlich darauf beruht, dass die weibliche Fertilität genetisch determiniert wäre, wofür aber m.W. noch kein Nachweis existiert.
Viele im Laufe des Lebens auftretenden Veränderungen im menschlichen Körper sind eben nicht direkt genetisch bedingt sondern Sekundärfolge anderer Prozesse.

Blickt man so in die Wissenschaftsgeschichte der Menschheit zurück, dann erkennt man bald, dass monokausale Erklärungsmodelle stets mehr über den jeweils aktuellen Entwicklungszustand der Wissenschaft ausgesagt haben als über die „Wirklichkeit“ selbst. 

Wir erlebten Jahrhunderte, in denen alles mit dem „Göttlichen“ erklärt wurde. Es folgte die hohe Zeit der Mechanik, der Chemie, der Quantenphysik, der Biologie und nun die der Computerwissenschaften, die jeweils innerhalb ihrer Annahmen schlüssige Erklärungsmodelle präsentieren konnten.

Jetzt halte ich den heutigen Stand der Naturwissenschaften schon für etwas beweiskräftiger, als irgendwelche Papierrollen aus dem „Heiligen Land“, jedoch sollte man sich stets bewußt sein, dass „Beweise“ immer nur so gültig sein können, wie ihre Voraussetzungen („Prämissen“) und dann ist es wieder ziemlich egal, ob sie von der Kanzel gepredigt oder von einem Power Macintosh G5 personal computer (running OS X 10.5.8) ausgespuckt wurden.

Garbage in = Garbage out

PS: Gratulation zu den PR Aktivitäten der Autoren und des Verlags dieser Studie!

Written by medicus58

18. Juni 2013 at 18:34

Indien und die Frauen – einige persönliche Erlebnisse

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Ganesha

Eigentlich wollte ich ja mit dem Rucksack nach China reisen, aber 1984, war das nicht so einfach, so dass wir, meine damlaige Lebenspartnerin und ich, aus meiner Sicht mehr zum Training für „the real thing“ nach Indien aufbrachen. Zwischen damals und 1999 habe ich insgesamt fast sechs Monate auf diesem Subkontinent verbracht und einiges zwischen Ladakh und Tamil Nadu, Gujarat und Calcutta, sowie Sikkim und Orissa gesehen und erlebt, von dem hier noch die reden sein wird. Ich verdanke diesem Land einig der tiefsten Erkenntnisse, aber auch einige der unglaublichsten Erlebnisse meines Lebens. Der Grund warum ich heute auf Indien zu sprechen kommen möchte, ist der tragischeTod einer bestialisch vergewaltigten Inderin in New Delhi.(http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/indien-ploetzlich-reagiert-die-justiz-ganz-schnell-12012299.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/vergewaltigungen-in-indien-wem-gehoert-die-nacht-in-neu-delhi-12010350.html)

Mir liegt es fern, irgendwelche Erklärungen für diese Tat finden zu wollen und mir fehlt über die Entwicklung Indiens innerhalb der letzten 13 Jahre jede persönliche Erfahrung. Trotzdem kann ich nicht umhin, einige Gedanke aufzuschreiben, die mir in den Sinn kamen, als ich von diesem Verbrechen erfuhr.

In den 80er Jahren war Indien eines der sichersten Reiseländer, die man sich vorstellen kann, auch für Frauen. Auf meinen Reisen traf ich Dutzende, zum Teil allein reisende Frauen, die – im Gegensatz zu Pakistan oder Ägypten, weder angepöbelt, angegriffen oder auch nur „blöd“ angeredet wurde.
Sex war so sehr aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt, dass selbst in den Großstädten Ehemann und Ehefrau nie Hand in Hand gingen geschweige in der Öffentlichkeit irgendwelche körperliche Zuneigungen zeigten.
Wieder alleinreisend, fragte mich ein zufälliger Bekannter in Srinagar (Kashmir), nachdem ich mit ihm einen ganzen Tag in Leh herumgezogen bin und er erfahren hat, dass ich einmal in (Bombay) Mumbai war, ob ich denn die dortigen Bordelle gesehen hätte. Ich verneinte lachend, denn „diese“ Sehenswürdigkeit“ hatte mich nicht nach Bombay gezogen. Da meinte er, dass er irgendwann dorthin müsse, denn hier oben, war vorehelicher Sex praktisch unmöglich. Noch bizarrer war das Erlebnis, da es sich am Gabe Jesus zugetragen hat, wohin mich mein Bekannter gerade geführt hat (http://www.geschichteinchronologie.ch/k/Jesus-in-Kaschmir/Faber-Kaiser/07-08_jesusgrab-Rozabal-in-Srinagar.html).
Von anderen wurde ich „als Arzt“ gefragt (bedenken sie, wir schreiben noch die 80er !), ob man denn AIDS nur von Männern bekommen kann. Nicht dass man schwul wäre, aber es war vor der ehe praktisch unmöglich mit einer Frau zu verkehren ….
Anfang der 90er Jahre verbreitete es sich noch wie ein Lauffeuer, wenn z.B. am Dach eines Hausbootes in Srinagar (Kashmir) Lieschen Müller oben ohne sonnenbadete. Selbst da war es aber noch für allein reisende Europäerinnen möglich völlig unbehelligt dasd Land zu bereisen.
Mitte der 90er Jahre fand ich mich jedoch kurzfristig zur Vielweiberei gezwungen, als ich mit meiner damaligen Partnerin durch Varanasi zog und zwei Mädchen aus Israel traf, die völlig genervt von den dauernden Anpöbelungen junger Männer waren. Sie baten mich, ich möge mich als ihr Ehemann ausgeben, damit sie wenigstens in Ruhe das Fort besichtigen können. OK, ich war kein Muslim und überhaupt noch unverheiratet, aber das musste man niemandem auf die Nase binden. Inzwischen war es offenbar für alleinreisende Frauen nicht mehr so einfach das Land zu bereisen.

In Ahmedabad (Guajarat) bekamen wird das Problem auch schon stärker zu spüren. Eingepfercht in einen öffentlichen Bus auf em Weg zum Grabmal des Stadtgründers in der Jama Masjid (http://wikimapia.org/222064/Tomb-of-Ahmed-Shah-raja-no-Hajiro) beendete erst ein Tritt gegen ein Schienbein eine ungewollte Annäherung an meine Reisebegleiterin. Der Zutritt ins Grabmal, war dann Frauen überhaupt verboten und nach wenigen Minuten musste auch ich wieder hinaus, weil ich von draußen zu Hilfe gerufen wurde …  Natürlich erklärt das alles nichts und hat mit dem Verbrechen einer Vergewaltigung letztendlich nichts zu tun.
Wenn in unseren Medien nun Indien als Land hingestellt wird, in dem die Frauen ohnehin stets stärker mißachtet wurden als sonst wo, dann ist dies aber meiner Erfahrung nach ungerecht. So wie ich versucht habe an Hand weniger Beispiele darzulegen, dass Indien vor seiner „wirtschaftlichen Öffnung“ für westliche Frauen sicherer und friedlicher war, als viele andere Länder, so erlebte ich auch den Umgang der meisten Männer mit indischen Frauen als freundlich und distanziert, egal ob das für die unteren Klassen die Arbeit auf der Baustelle oder für die Mittelklasse die gemeinsame Fahrt in den überfüllten Bussen und Bahnen war. Sehr oft konnte ich beobachten, wie Frauen Plätze überlassen wurden und selbst die morgendliche Reinigung am Brunnen oder Fluss ohne jede Anpöbelei möglich schien.
Ein letztes Erlebnis scheint mir noch hierher zu passen. Auf den stundenlangen Busreisen durch Indien sieht man (ob man will oder nicht) auch viel Stunden Bollywood-Filme: Endlose Sing- und Tanzszenen, die schließlich immer in einer ebenso endlosen Hochzeitsfeier endeten, Sex gabs natürlich keinen. Auch dies hat sich geändert. Der letzte Film, den ich auf einer der Busreisen sah, zeigte zwar weiterhin keinen Sex, aber bis ins letzte Detail die Ermordung der Schwiegermutter durch mehrmaliges Überfahren mit dem Motorrad …

Ich kann es natürlich nicht beweisen, aber ein Teil des Problems schien mir auch dadurch bedingt, dass sich Indien in den letzten 30 Jahren in vielem geöffnet hat.
Während in den 80er Jahren im Indien Indira Gandhis (http://de.wikipedia.org/wiki/Indira_Gandhi) das Land stolz darauf war seine eigenen Autos (Ashok Leyland), seine eigenen Cornflakes,sein eigenes Cola (Thumbs up) zu produzieren, verstopfen nun Koreanische und japanische Autos die Straßen und Thumbs up Cola gehört der Coca Cola Comp, Atlanta.

Und ein weiteres Problem ist dazu gekommen.
Im Indien der 80er Jahre war der Konsum einer Reihe von „weichen“ Drogen, von der Betelnuss bis zum Hashish stillschweigend geduldet.
Die Gesellschaft hatte damit auch jahrhundertelange Erfahrung.
Alkohol gab es bis zu den 80er Jahre nur gegen spezielles Permit ausschließlich in internationalen Hotels und eigentlich nur für Ausländer.

Indien hat sich wirtschaftlich geöffnet und ist anders geworden.
Alkohol kann praktisch überall frei gekauft werden und weite Teile der Bevölkerung hat kaum Erfahrung mit diese Suchtgift

Das Bild zeigt eine Ganesha (http://de.wikipedia.org/wiki/Ganesha) Figur aus Speckstein, die ich mir von meinem ersten Indientrip als Andenken mitgenommen habe. Neben vielen anderen Attributen, gilt er als „Beseitiger aller Hindernisse“

Written by medicus58

2. Januar 2013 at 19:28

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Der Kunde ist König und der Patient Kaiser

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In der Regel ist es der Objektivität nicht zuträglich, wenn man „aus aktuellen Anlass“ Gesetze beschließt oder Blogs schreibt, jedoch passen meine heutigen Erlebnisse sehr gut zu einer aktuell wieder aufgewärmten Debatte über die Existenzberechtigung von Apotheken bzw. ob auch Drogerieketten rezeptpflichtige Medikamente vertreiben dürfen. http://derstandard.at/1336697977977/Liberalisierung-Medikamente-aus-dem-Drogeriemarkt

Erlebnisbericht:26.5.2012 vormittags Apotheke Kaiserkrone Wien Mariahilf, die Speerspitze „Alternativer Medizin mit Schwerpunkt Homöopathie“ http://wp.me/p1kfuX-8D)

Geschäftsraum wie immer rammelvoll, Geschlechtsverhältnis der Kunden etwa Frauen:Männer = 9:1
Das Verhältnis von verschreibungspflichtigen Medikamenten und dem Rest (Homöopathie, Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel, Badezusätze, Aromathapie, Phytotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin, Tibetische Medizin, Ayurveda, Massageöle …. etc.) im Gesichtsfeld des Kunden etwa: 1:99.

Gesprächsfetzen der Kundengespräche vor mir:

Zwei verbreitete und rezeptpflichtige Medikamente: „haben wir leider nicht lagernd, müssen wir bestellen“.

Ein „alternativmedizinisches“ Produkt: „Das bekommen Sie nur in den Rat und Tat Apotheken (http://www.rat-tat.at/), nicht bei uns, denn sonst müssten wir dort einen Mitgliedbeitrag zahlen, ich könnte ihnen aber etwas aus unserem Sortiment anbieten„.

Rezeptgebühr wurde eingehoben
, obwohl auf dem ordentlich ausgefüllten Spitalsrezept ersichtlich war, dass Patientin von der Rezeptgebühr befreit war.

Es wurde ein Kunde (nicht der Patient) gefragt, ob denn dem Patienten die Einnahmefrequenz klar wäre, obwohl aus der Zusammenstellung des Rezepts klar war, dass es sich hier um die Medikamente für eine betagte, unter schwerer antipsychotischer Medikation stehende Person handeln musste.

Bei keinem Verkaufsgespräch erfolgte irgendeine Beratung der Kunden hinsichtlich Nebenwirkungen und Einnahmemodalitäten, die immer als Berechtigung dafür angeführt wird, dass rezeptpflichtige Medikamente nur in Apotheken und durch speziell geschultes Personal abgegeben werden dürfen.

Ein rezeptpflichtiges Medikament wurde ohne dass es sich um eine Notfallsituation gehandelt hat ohne ärztliche Verschreibung gemeinsam mit einem ebenfalls privat bezahlten nichtverschreibungspflichtigen Mittel abgegeben. Die Indikation wurde nicht hinterfragt, es erfolgte keine Beratung.

Link: Rezeptblog.at „Übrigens e-Medikation und Arzneimittelsicherheitsgurt haben nur den einen Hintergrund (Patientensicherheit ist es nicht!): Die Apotheken brauchen einen USP, der ihre Privilegien schützt!“  http://fb.me/1MlxBHNCk

Schwarze Löcher sind weiblich, oder so halt

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 Dass Stephen Hawking, der Popstar unter den theoretischen Physikern trotz schwerer Krankheit seinen 70er gefeiert hat, ging durch die Presse. 

Was man aber daraus medial alles machen kann, ist wieder ein schönes Beispiel für unsere Medienwelt.

Erst am Ende eines kurzen, aber kurzweiligen Exklusivinterviews, das im New Scientist erschien ( http://www.newscientist.com/article/mg21328460.500-stephen-hawking-at-70-exclusive-interview.html ) standen folgende zwei Sätze:

What do you think most about during the day?
Women. They are a complete mystery.

Vorangegangen waren Fragen über seinen größten Irrtum und seine größte Leistung, aber auch Fragen zum aktuellen Themen der experimentellen Physik.
 

 UND WAS MACHT DARAUS SPIEGEL ONLINE?
Headline: Stephen Hawking „Frauen sind ein komplettes Rätsel“

Mal eben das Universum erklären – damit fühlt sich Stephen Hawking nicht überfordert. Aber bei einem Thema stößt selbst der Intellekt des genialen Forschers an seine Grenzen: Frauen.

London – Man sollte meinen, dass Stephen Hawking sich jeder geistigen Herausforderung gewachsen fühlt. Der weltberühmte Physiker hat für seine Arbeit zahlreiche Preise gewonnen und viele Geheimnisse des Universums entschlüsselt.

Bei einem ganz irdischen Thema gerät der Physiker aber nach eigener Auskunft an seine Grenzen. In einem Interview sagte Hawking dem „New Scientist“, er verbringe die meiste Zeit damit, über Frauen nachzudenken. Anders als in der Physik scheint die intensive Beschäftigung mit der Materie bisher keine bahnbrechenden Erkenntnisse gebracht zu haben. „Sie sind ein komplettes Rätsel.“
http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,807296,00.html

Ganz schön viel aus zwei Zeilen, Herr Redakteur. Man muss natürlich noch hinzufügen, dass auch der Spiegel erwähnt, dass noch über was anderes gesprochen wurde, aber …
Wie heißt es in der Medienbranche immer: Das Wichtigste zuerst.
 

http://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 09:58

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