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Was für ein schräger Vogel

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Zwar muss man bisweilen aufpassen, um die fremde Welt nicht nur über den Sucher seiner Foto- u/o Videokamera zu sehen, aber auch für Ihren Medicus sind bildliche Urlaubserinnerungen Teil seiner Erholung.
Selbstverständlich gelten hier nicht die Anforderungen eines National Geographic Fotos oder einer Universum Folge aber einen gewissen Grad an technischer Perfektion muss so ein Urlaubsmitbringsel heute schon haben, um damit im realen Freundeskreis und den Sozialen Medien renommieren zu können.
Vielleicht eröffne ich hier einmal auch eine Rubrik über Videografie, um an die heroischen Frühzeiten zu erinnern, wo das verrauschte Urlaubsvideo nur durch das Überspielen von einem Gerät auf das andere möglich war. Auch wenn der Vergleich analoger mit digitaler Normen prinzipiell immer hinkt, löste die alte TV (PAL) Norm so ca. 450k Pixel pro Bild (allerdings interlaced) auf, von denen der VHS Standard ohnehin nur mehr weniger als 3/4 realisierte. Überspielungen machte das ganze nicht viel besser, so dass die stolzen Video-Erinnerungen aus den 80ern heute (ohne digitale Nachbearbeitung) kaum mehr herzeigbar scheinen.
(Für Versuche in Super 8 fehlte mir damals leider überhaupt das Geld und auch das analoge Dia(Film)material belastete das Urlaubsbudget schon ganz ordentlich. Andererseits, wer sich heute mit unkomprimiertem UHD oder echtem 4K Video spielt, legt für high-speed Speicherkarten auch schon einiges ab ….)
Egal was man sich diesbezüglich so antut, dem ambitionierten Urlaubsfilmer drohen auch noch ganz andere Probleme.
Trotz dem heute meist optimal funktionierenden Weißabgleich digitaler Aufnahmegeräte, den selbst Neonröhren oder hochalpine UV-Strahlung nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen, wird durch manche Erdbewohner bis ans äußerste gestresst. Ein Vertreter ist der Scharlachsichler ein quietschfarbener Piepser, dessen Signalfarbe selbst in freier Wildbahn irgendwie unwirklich wirkt.
Ein Blick auf Google zeigt, dass in den meisten seiner Abbildungen die Farbbalance irgendwie unnatürlich wirkt.
Als ich die Vögel zum ersten Mal erblickte glaubte ich kurzfristig einen Augenarzt zu benötigen, so knallte diese unwirkliche Farbe aus der Umgebung heraus.
Wenn Sie mir nicht glauben, der Zoo in Schönbrunn hat auch einige Exemplare zu bieten: https://www.zoovienna.at/tiere/voegel/roter-sichler/

Mein hier verwendetes Foto stammt aber nicht von dort 😉

Written by medicus58

27. Juli 2017 at 14:09

Veröffentlicht in Reisen

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Blaenau Ffestiniog und die Digitalisierung

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My beautiful picture

 

Wir schreiben das Jahr 1977 und ich trampte per Interrail durch Großbritannien. Fragen Sie mich nicht weshalb, aber der Große Polyglott „England“ (sic) 5. Auflage aus 1975 – übrigens so ziemlich der unbrauchbarste Reiseführer für einen Backpacker – beschriebBlaenau Ffestinog (http://de.wikipedia.org/wiki/Blaenau_Ffestiniog) als „einen guten Ausgangspunkt für Fahrten und Wanderungen in den Snowdonia National Park„.

Als ich an einem regnerischen Nachmittag vom freundlichen Chester in der walisischen Bergwerksstadt ankam sah ich in etwa soviel von der Umgebung, wie auf dem unbearbeitetet Foto.
Schemenhaft waren ein paar Dächer im Schatten der riesigen Schiefer-Abraumhügel zu erkennen. Der Bahnhof lag offenbar relativ weit außerhalb potentieller Unterkünfte, die Suche nach einem leistbaren B&B hätte vermutlich zu einer ziemlich völlständigen Durchnässung geführt. Die Suche nach einer weiteren Brit-Rail Bahnlinie, mit der ich wie geplant durch Wales fahren hätte können, verlief frustran. Wales hatte damals schon einige Privatbahnen, die im Gegensatz zur damals staatlichen Brit-Rail, eher nur sporadisch verkehrten. Die Vorstellung in diesem Grau einige Tage verbringen zu müssen, war so abhorrierend, dass ich beschloss in den Gegenzug zu steigen und via Holyhead die Nachtfähre nach Dublin zu nehmen.
Als ich wieder daheim das vor Ort geschossene Dia an die Wand warf verstanden alle sofort, weshalb ich dort die Flucht angetreten habe. Auch auf der Leinwand sah man nicht mehr als die Umrisse der grau-grünen Schieferhügel und ein paar Flachdächer.

Wir schreiben nun 2014 und – wie hier schon vermerkt – habe ich begonnen meine alten Reisedias einzuscannen und – welch Überraschung – mit ein bißchen digitaler Bemühung ließ sich aus dem alten Bild plötzlich viel mehr herausholen, als ich je zu vor erkennen konnte.
Klar konnten nun die Wege ausgemacht werden, die sich die Hügel hinaufschlängelten. Digitale Werkzeuge holten aus den bis jetzt verborgenen Tiefen des alten Films (made in DDR) eine ganze Stadt heraus.

Blaenau Ffestiniog

Ich bereute natürlich nicht, dass ich damals das im Regen untergehenden Wales gegen ein gutes Frühstück in Dublin getauscht habe, aber es fasziniert mich, welche Informationsdichte ich mit analogen Mitteln (Sucherkamera Kodak Retina II; Film 100 ASA ORWO Chrom) erreicht haben.

BTW, der Film ließe sich heute nichteinmal mehr entwickeln. Über die Geschichte der DDR Firma ORWO: http://en.wikipedia.org/wiki/ORWO

Written by medicus58

9. Februar 2014 at 13:11

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