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In Linz beginnt’s: Lei Lei

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Lei Lei Linz

Wenn das Konzept der Linzer Meduni nur annähernd so konkret ist, wie es aktuell den Medien gegenüber erklärt wird, dann löst Linz die Villacher als Landesfaschingsstadt ab:

Linzer Forschungsmodell „Keiner wird verpflichtet, in Forschung und Lehre tätig zu werden“, zerstreut Lukas Bedenken. Das „Linzer Modell“ soll allerdings Forschungskapazitäten aus ganz Oberösterreich nützen. Die Forschung wird in der Fakultät unterstehendenForschungsinstituten organisiert, die „allen offenstehen, die sich einbringen wollen„, auch aus anderen Spitälern. http://tinyurl.com/ndemuhj 

Professor Meinhard Lukas „Potenziale quer durch Oberösterreich abholen“: Neben 26 Abteilungen mit Primaren und 24 Uni-Kliniken sind „eine Handvoll“ Forschungsinstitute vorgesehen, in denen Ärzte aller Spitäler des Bundeslandes Mitglied werden können, hieß es in einem Hintergrundgespräch.
http://www.studium.at/332460-med-fakultaet-linz-will-potenziale-quer-durch-ooe-abholen

Die ersten Berufungsverfahren starten kommenden Herbst, zu diesem Zeitpunkt werden auch die ersten 60 Personen in Kooperation mit der Universität Graz zu studieren beginnen. Im Vollausbau im Jahr 2028 rechnet man mit 1.800 Studierenden. http://tinyurl.com/koo2t34

Wir fassen also zusammen, jeder kann mitmachen, es gibt auch einen Handvoll Forschungsinstitute und wir berufen Professoren, nachdem die ersten zu studieren begonnen haben ….

Linz, Linz statt Lei, Lei

Written by medicus58

4. August 2014 at 16:30

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Bei uns im Gesundheitswesen ist täglich Fasching

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Fasching

 

Wenn heute 3.2.2014) der KURIER in einem kurzen Artikel
Rezepte gegen Flucht der Ärzte fordert:
http://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/rezepte-gegen-flucht-der-aerzte-gefordert/54.013.746

und ein Leserkommentar forsch fordert

ich gehe soweit, dass ärzte, die nicht am land arbeiten wollen, überhaupt die approbation entzogen werden sollte, denn denen gehts eben NICHT um für die patienten da zu sein, das ist ja ortsunabhängig, sondern um alles andere.

Während letzte Woche bei einer Veranstaltung der Österr. ÄrztekammerPräsident Niedermoser die neue Ärzteausbildung damit verteidigt, dass

wir sie an die deutsche angepasst haben, damit den migrationswilligen österreichischen Kollegen keine Schwierigkeiten entstehen.

Ja, das ist dieser Ärztekammervertreter, der bereits vor drei Jahren im Zuge der tschechischen Ärztestreiks die dortigen Kollegen eingeladen hat in Österreich freie Arztstellen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33516) einzunehmen!

Wenn man dann von deutschen Strategien gegen den Ärztemangel folgendes Lösungsszenario aus der IT-Ecke liest:

So könnte es bald deutschlandweit funktionieren: Zuhause haben Patienten mit Herzschwäche eine Waage, sowie ein EKG- und ein Blutdruckmessgerät. Täglich messen sie ihre Werte und leiten die Daten von ihrem Wohnort auf dem Land in Brandenburg an die Berliner Charité weiter. Von dort können Ärzte und Pfleger telefonisch eingreifen, in Absprache mit Ärzten vor Ort etwas an der Medikation ändern oder einen Notarzt losschicken.

http://www.news.de/gesundheit/855507166/strategien-gegen-aerztemangel-auf-dem-pruefstand/1/
Dann wissen wir, im Gesundheitssystem ist der Fasching am kommenden Aschermittwoch sicher nicht vorbei. Setzen wir uns unsere Pappnasen auf, trinken wir uns in Stimmung und hofen auf eine lange Gesundheit und ein akutes Ableben dann, wenn es am Schönsten ist.

Link: Ärzteausbildung revisited oder leckt’s mich am 15a http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=103603

Written by medicus58

3. März 2014 at 07:15

(Ver)a(r)schermittwoch

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Dass der Aschermittwoch den Beginn der Fastenzeit markiert, ist einem katholisiert aufwachsenden Österreicher kaum fremd. 

Somit ist uns auch das alttestamentarische Bild: „Ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn mit Gebet und Flehen, bei Fasten in Sack und Asche, zu bitten.“ (– Dan 9,3) mehr als vertraut.

Nach all dem Gefeiere des zurück liegenden Faschings, zumindest der 48% der Wiener, zu denen ich nicht gehöre (siehe gestrigen Eintrag: 
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=52574) steht dem Christenmenschen schon etwas Besinnung und schlechtes Gewissen an.

Weshalb sich der Aschermittwoch auch zum Feiertag des Wutbürgers
(Zitat  Ulrich Hottelet vom 9. März 2011 Link unten) gewandelt hat, und am politischen Aschermittwoch ohne Sack und Asche nach Herzenslust die rhetorische Sau durchs Dorf getrieben und “ das „Grundbedürfnis des Wutbürgers nach Emotionalisierung, Personalisierung und Zuspitzung“  befriedigt werden muss, dafür musste schon Wikipedia bemüht werden:

Seinem Ursprung nach ist er eine bayerische Institution. Die Wurzeln des politischen Aschermittwochs liegen im 16. Jahrhundert: 1580 trafen sich bayrische Bauern erstmals in Vilshofen an der Donau zum Vieh- und Rossmarkt und feilschten dabei nicht nur über die Preise, sondern diskutierten auch heftig die Themen des Tages, darunter seit dem 19. Jahrhundert auch die königlich-bayerische Politik.

Aha, …

Weiter im Originaltext Hottelet: Die Freunde differenzierter, sachorientierter und rational abwägender Argumente in der Politik, sprich des Gebrauchs des Floretts statt des Dreschflegels, mögen sich von der Dampfhammer-Rhetorik leicht angewidert abwenden und sie ignorieren. Doch sie sind in der Minderheit, hat man allzu oft den Eindruck. Notorisch erinnert die Berichterstattung vom politischen Aschermittwoch alljährlich in nostalgischer Verklärung an Franz Josef Strauß (un-)selig, der seinerzeit die Biermaße genießenden Massen seiner Fans in der Passauer Nibelungenhalle zu Begeisterungsstürmen brachte. 

Nach Österreich hat diesen Brauch „die vom Himmel gefallenen Sonne aller Kärntner“, DER JÖRG, gebracht.

2004: „Chirac, Blair und Schröder kommen mir vor wie die Drei Tenöre. Sie sind nicht mehr ganz taufrisch, sauteuer wenn sie auftreten, und sie vergreifen sich immer öfter im Ton“ 

In der Vergangenheit oft kopiert und doch nicht erreicht von nachfolgenden Zahntechnikern. gibt es trotzdem auch heuer eine Neuauflage um
19:00 Uhr – Jahnturnhalle, 4910 Ried im Innkreis …
 

Urprünglich war die bemüht unerschrockene Phrasendrescherei eher ein Betätigungsforum Wuchtel-schleudernder Rechter-Recken, jedoch wird der Termin inzwischen von allen politischen Richtungen zum schenkelklopfenden Reinsagen verwendet.

Aber fragen wir uns noch einmal, wieso das so gut funktioniert. Ulrich Hottelets Analyse der Lust an Emotionalisierung, Personalisierung und Zuspitzung trifft zwar das Phänomen, m.E. nicht aber die Ursache.
Dazu müssen wir wieder an die biblischen Wurzeln des Ganzen zurückkehren: 

Im Denken der drei großen Abrahamitischen Religionen, vorrangig im Christentum und überbordend in der Katholischen Ausformung, spielt der ständige Druck der kollektiven Schuld, die Last der Erbsünde eine zentrale Rolle, aus der wir alle nur kurzfristig (und mit etwas schlechtem Gewissen) ausbrechen dürfen … CARNE VALE = LEB WOHL FLEISCH

Und jetzt nehmen wir ganz rasch einen scheinbaren Themenwechsel vor:

Die Proteste der Allgemeinbevölkerung gegen die Sparpakete der letzten Jahre sind doch relativ moderat gewesen …  

Als am 28. März 2009 zu Protesten unter dem Titel 
„Wir zahlen nicht für eure Krise!“ Am 28. März wird überall demonstriert. Sogar in Wien
aufgerufen wurde, war die Teilnehmermenge überschaubar (6000 laut Polizei, 20.000 laut Organisatoren, …. sorry, als freiwilliger und nicht für irgendeine Partei gekommener Teilnehmer muss ich eher der Polizei Recht geben, was auch das Youtube Video zeigt http://www.youtube.com/watch?v=FFEhzWn15V0

Drei Jahre später gibt es nicht einmal mehr einen Aufruf zu Protesten und der Slogan ist vergessen.  Googeln Sie mal danach!

UND WARUM ????

Jetzt schliesst sich der Kreis … das eingeimpfte schlechte Gewissen wirkt:

Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt.
Der Wohlfahrtsstaat hat übertrieben.
Wer Leistungen vom Staat (der Schule, der Universität, dem Krankenhaus, …) will muss dafür bezahlen.

Wir alle haben von den Finanzspekulationen profitiert, jetzt müssen wir eben alle unseren Beitrag leisten.

Der Profit der Banken wird gegen den auf Fremdwährungskredit Häusel-bauenden Mittelständler augerechnet,

die Liechtenstein’sche Stiftung gegen die staatliche Bausparprämie,

größzügige Standortförderungen internationaler Konzerne gegen die Kinderbeihilfe

WIR ALLE MÜSSEN JETZT UNSEREN BEITRAG LEISTEN, WEIL SIND WIR UNS DOCH EHRLICH, EIN BISSCHEN SCHULDBEWUSSTSEIN HABEN SIE DOCH AUCH, ODER?

Und so dürfen wir uns im Fasching ein bißchen austoben, am Aschermittwoch noch freuen, dass immer mehr Politiker uns scheinbar nach dem Mund reden, aber dann 

zurück ins Glied Systemerhalter

Zähne zusammenbeissen Wutbürger

vielleicht noch ab und an ein Kabaret (Wutbürger Düringer) , aber dann spucken wir wieder in die Hände …

Geier Sturzflug – Bruttosozialprodukt 1983
Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt
und die Stechuhr beim Stechen lustvoll stöhnt
in der Montagehalle die Neonsonne strahlt
und der Gabelstaplerführer mit der Stapelgabel prahlt
ja dann wird wieder in die Hände gespuckt
wir steigern das Bruttosozialprodukt
http://www.youtube.com/watch?v=RUdyqJuJOAs 

NA ABER, DAS HAT DOCH NUN WIRKLICH NICHTS MEHR MIT UNSEREM THEMA ZU TUN ….

Glauben Sie vielleicht. Sie glauben ja auch, dass Sie für Ihre eigene Krise zahlen ….

Was war 1983 ….

Günter Pehl Deutsche Wirtschaft 1982/83
Die weltweite Wirtschaftskrise dauert an — weiterhin schrumpfende Produktion und hohe, wachsende Arbeitslosigkeit
Alle Industriestaaten befinden sich in der größten und am längsten andauernden Weltwirtschaftskrise seit den dreißiger Jahren.
http://library.fes.de/gmh/main/pdf-files/gmh/1982/1982-12-a-758.pdf

Na, klingelt es? Wir werden wir jetzt aus der Krise kommen? Na richtig, mit Wirtschaftswachstum sagt Herr Aiginger „Zum Wirtschaftswachstum verdammt “ (http://kurier.at/wirtschaft/4479282-aiginger-zum-wirtschaftswachstum-verdammt.php)

und deshalb feiern Sie bitte mit mir heute den VERARSCHERMITTWOCH 
und gehen dann sofort wieder an die Arbeit, so Sie noch eine haben …
Andere Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aschermittwoch 
http://www.cicero.de/berliner-republik/politischer-aschermittwoch-der-feiertag-des-wutb%C3%BCrgers/41753
https://medicus58.wordpress.com/2012/02/15/wutburger/ 
http://de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Aschermittwoch
http://www.wien-konkret.at/politik/nachruf/joerg-haider/doerfler/ 
http://www.news.at/articles/0409/11/75863/aschermittwochsrede-2004-haider
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2295654/strache-rundumschlag-gegen-koalition-orf.story 
http://www.augustin.or.at/article1174.htm

hEUte hOErt dEr fAScHinG AuF

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In den SN erfährt man Bemerkenswertes:

Der in Deutschland gebräuchlichere Begriff Karneval leitet sich ab von Fleisch – lateinisch carne – und vale – lateinisch für ade. Das heißt also ’Lebe wohl Fleisch’

Die bei uns gebräuchlichere Bezeichnung Fasching, bezeichnet hingegen einfach den letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit. Na, Prost.

http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/chronik/artikel-welt-chronik/artikel/die-wurzeln-des-verkleidens-4545/

Vienna Online, weiß dafür ganz genau, was wir Wiener so im Fasching treiben: Knapp die Hälfte, nämlich 48% der Bewohner der Bundeshauptstadt, besucht heuer Faschingsfeste, Umzüge, Bälle oder veranstaltet private Partys.Vor allem jüngere Menschen und Personen mit Kindern im Haushalt unternehmen häufig etwas in der Faschingszeit – so eine aktuelle Telefon-Umfrage von Makam, bei der 500 Personen interviewt wurden. http://www.vienna.at/1090/umfrage-so-feiern-die-wiener-den-fasching/3174045

Die Süddeutsche titelt fröhlich „Fasching in Dachau Nüchtern betrachtet“ und schwadroniert weiter: „Es ist Fasching in Dachau und das Blut ist rote Farbe. Diese Schnittwundenoptik ist einer der Trends auf dem diesjährigen Fasching. So wie auch Sträflingskleidung und Bauarbeiteranzüge, …“

So ähnlich wie unlängst mit dem Ball der Oberösterreicher und seinem Plakat über Braunau (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51269) finde ich es bemerkenswert, dass offenbar die Konnotationen zu bestimmten Ortsnamen verloren gegangen sind. Wie auf (http://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/) nachzulesen, diente das KZ Dachau als Modell für alle späteren Konzentrationslager und als „Schule der Gewalt” für die Männer der SS, unter deren Herrschaft es stand. In den zwölf Jahren seines Bestehen waren hier und in zahlreichen Außenlagern über 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41.500 wurden ermordet.

Der Trend der „Schnittwundenoptik“ im Dachauer Fasching kommt mir etwas deplaziert vor, aber andererseits ist Dachau halt eine „Große Kreisstadt“ im gleichnamigen oberbayerischen Landkreis und für viele inzwischen kein Synonym mehr, für Konzentrationslager … http://de.wikipedia.org/wiki/Dachau

Man kann sich darüber freuen oder man kann sich darüber wundern … In jedem Fall: Im Gegensatz zum Leben, hört der Fasching nie auf, oder der Karneval.

Written by medicus58

21. Februar 2012 at 16:36

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