Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Was unsere Welt wirklich prägt sind nicht die Social Media

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 In den Social Media herrscht grosse Einigkeit, dass es heute diese Kanäle sind, die unsere Sicht der Welt prägen. Es gehört inzwischen zum westlichen Bildungskanon davon auszugehen, dass es im 21. Jahrundert TwitterFacebook et al. waren, die die Menschen dazu gebracht haben auf den verschiedenen Maidane (http://de.wikipedia.org/wiki/Tahrir-Platzhttp://de.wikipedia.org/wiki/Majdan_Nesaleschnosti) dieser Welt zu gehen und gegen ihre und für eine andere „Realität“ zu revoltieren.

Wie so oft glauben wir an die Mächtigkeit der aktuellen Technologie und vergessen viel zu leicht, dass es in der Regel die Technologien vergangener Jahrzehnte sind, deren Wirkung sich erst heute zeigt.

Es stimmt natürlich, dass die Grundlagen der heutigen Social Media, eben das Internet, auch schon 1989 am CERN entwickelt wurde und Facebook seit 2003, Twitter seit  2006 existieren, worauf ich aber hinaus möchte ist, dass die weltweite Verbreitung visueller Inhalte über Sateliten TV schon viel älter ist.

Intelsat I („Early Bird“), der erste kommerzielle Satelit  starttete an 6. April 1965. Das erste nationale Sateliten TV, called Orbita, startete in der Sowietunion 1967.
In Indien lassen sich derzeit über 700 Kanäle von staatlichen Providern (Doordarshan) und kommerziellen Anbietern (Sony Entertainment Television, Sun Network, Zee TV) empfangen.

Das Bild entstand Anfang der 90er Jahre hoch oben in Darjeeling (http://en.wikipedia.org/wiki/Sonada), wo auch buddhistische Klöster ihren Novizen einen Einblick in die Welt boten, nicht wie sie ist, sondern wie sie auf Basis verschiedenster Interessen dargestellt wird.

Seit Jahrzehnten bringen Sateliten Bilder in den hintersten Winkel der zweiten udn dritten Welt, die ein geschöntes, geschnittenes, sandgestrahltes Bild der ersten Welt verbreiten, so wie es die kommerziell Mächtigen es gerne dargestellt haben. Das ist viel unmittelbarer und zeitnäher möglich, als es je durch irgendwelche Zeichen, seien sie gedruckt, getippt oder getweeted, möglich gewesen wäre.

Written by medicus58

17. April 2014 at 07:02

Warum spricht die Pressestunde nicht über den wirklichen Skandal in Kärnten?

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Pressestunde

 

Am Sonntag wurde in der Pressestunde der Kärnter Landeshauptman Peter Kaiser u.a. zu seiner Mitverantwortung (er saß stimmberechtigt im Landtag) zu den dort beschlossenen Landeshaftungen für die Hypo-Alpe-Adria Bank befragt.

Ab Minute 18:50 (http://tvthek.orf.at/program/Pressestunde/1273) sagte er Folgendes:

„Ich möchte auch, dass die Zuseherinnen und Zuseher wissen, in welchem Klima damals in Kärnten Politik gemacht wurde. Als wir .. immer wieder gegen gewisse Aspekte der Hypo …. aufgetreten sind, wurden wir teilweise mit Klagen eingedeckt. .. Gabes im U-Auschuss … die skurile Situation, dass zwar ein Datenraum eigerichtet wurde um die Vorgänge prüfen zu können, aber wenn du diesen Datenraum betrittst und jemals in deinem Leben ein paar Aussagen machst, die darauf rückschließen lassen, dass man das aus internen Informationen hat, wirst Du mit Klagen bedroht bis zu 20 Mill € persönlich ….“


Thomas Langpaul (ORF) konterte mit „Sagen Sie uns jetzt Sie haben keine Fehler gemacht …“ und ließ die meiner Meinung nach wesentlichste Aussage einfach im Raum stehen,

dass in unserem Land frei gewählte Abgeordnete durch finanzielle Drohungen so eingeschüchtert wurde, dass ihnen die politische Kontrolle unmöglich gemacht wurde. 

Warum wurde bei dieser Aussage nicht nachgehakt, wo sie doch das gesamte politische System Österreichs in Frage stellt?
Entweder weil man am Wahrheitsgehalt keinen Zweifel hegte oder
weil man die Legitimität eines Landeshauptmannes, der seriöser als seine Vorgänger wirkt, nicht anpatzen wollte.
Beides wäre ein Skandal.

Ein bißchen Herumgegoogle zeigt, dass die Feststellung, dass es mitten in Europa möglich ist, politische Mandatare durch Einschüchterung zu neutralisieren, keinem anderen Kommentator auzufallen schien:

PRESSE: Kaiser warnt vor „Auslöschung“ Kärntens
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1566268/Hypo_Kaiser-warnt-vor-Ausloschung-Kaerntens

Tiroler Tageszeitung:
http://www.tt.com/wirtschaft/7976029-91/kaiser-warnt-vor-ruin-k%C3%A4rntens.csp

HEUTE: Statement des Landesvaters „Kärnten nicht wegen der Hypo auslöschen“
http://www.heute.at/news/politik/art23660,987625

Salzburg24:
http://www.salzburg24.at/hypo-kaernten-laut-lh-kaiser-verhandlungsbereit/apa-s24_1417163184


FACEBOOK: 
Sensationelle pressestunde heute! So stell ich mir einen landeshauptmann vor!

Österreich ist Mitglied der EU, die augenblicklich vorgibt die Demokratie in die Ukraine zu tragen.
Solange wir Abgeordnete haben, die sich Ihrer politischen Verantwortung (ich fürchte zu Recht) dadurch entschlagen können, dass sie sich existenzvernichtender Repressalien beugen mussten, hätten wir vor dem Export durchaus noch an unserem eigenen Modell zu feilen.

Written by medicus58

24. Februar 2014 at 06:39

Was online privat ist, ist nicht das wirkliche Problem

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FB

Alle, die sich in den Social Media nicht nur passiv betätigen, sollten den aktuellen Konflikt zwischen dem Chefredakteur des Falters, Florian Klenk, und dem Journalisten und Fotografen Manfred Klimek aufmerksam verfolgen.

Vereinfacht geht es darum, dass Klenk in einem seiner Artikel von Klimek auf Facebook gemachte Aussagen zur Demo gegen den „Akademikerball“ zitierte.

Eine gute Zusammenfassung des Problems inkl. Links zu einschlägiger juristischer Entscheidungungen bringt die Presse:

http://diepresse.com/home/kultur/medien/1558926/Klimek-vs-Klenk_Wie-privat-ist-meine-Meinung-auf-Facebook?from=gl.home_kultur 

Für einen unter Pseudonym Bloggenden ist dieses Thema nur scheinbar irrelevant, weil es natürlich ein Leichtes ist im Falle eines Gerichtsverfahrens auch meine Identität leicht zu lüften ist.

Jeder aufmerksame Social Media Teilnehmer kennt das Problem, dass es schon längst nicht mehr nur „die Kids“ sind, die über die privatesten Fakten ihres Lebens ein ungezügeltes Mitteilungsbedürfnis an den Tag legen.

Ein mir die Freundschaft auf Facebook angetragener, im wirklichen Leben mäßig bekannter Kollege hat während der laufenden Debatte über die „Reichensteuer“ so platt mit seinen diversen Immobilien und Statussymbolen geprahlt, dass es schon massiv juckte, dies in einem Blog zu verwenden.

Auch die Mitteilungen zweier mir seit Jahrzehnten bekannten Kolleginnen, die auch in der Gesundheitspolitik nicht unbekannt sind, wären für so manchen Lacher gut gewesen, auch hier entschied ich mich gegen eine Verwendung, weil die Inhalte nur gegen die betreffenden Menschen („ad hominem“) gewirkt hätten, aber nichts zur Sache an sich beigetragen hätten.

Letztendlich geht das Problem weit über Social Media hinaus, weil unsere Meinung, die wir in Blogs, Foren oder auf Twitter darlegen, von vielen Erkenntnissen geformt wurde, die wir unter dem Siegel der Verschwiegenheit in unseren Funktionen gewonnen haben und deshalb in der Verteidigung unseres Standpunktes nicht heranziehen dürfen.

Erwartungsgemäß sind auch die Juristen keine Hilfe, wenn sie von einer nur im Einzelfall zu treffenden Entscheidung sprechen; wäre mal lustig, wenn die Freunde auch mal unter das Joch evidenzbasierter Leitlinien gezwungen würden, das aber nur nebenbei.

Meines Erachtens muss ein verantwortungsvoller Journalist, Blogger oder Twitterer eben selbst entscheiden, welche Informationen er zur Untermauerung seiner Thesen heranzieht.
Zitiert er unwahr, ist dies zu ahnden.
Zitiert er aber wirklich gemachte Aussagen und hat sich die „Online-Freundschaft“ des Sprechers nicht erschwindelt, dann ist für mich zwar der Wunsch nicht aber ein Recht auf einen Maulkorb verständlich.
Wir erinnern uns doch an einen meiner Lieblingsinsassen des Satanswinkerls (Wolfgang Schüssel http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33582) und seine „richtige Sau Affäre“ im Kreise eines journalistischen Hintergrundgespräches.

Auch wenn es schwer fällt, müssen wir uns daran gewöhnen, dass online gemachte Aussagen letztendlich global erfolgen, auch wenn es uns meistens schützt, dass die meisten der 2,4 Milliarden User(http://www.internetworldstats.com/stats.htmohnehin nicht interessiert, was wir da so von uns geben, meistens …

Vergleiche auch
29.5.2012 Warum pfeifen die Spatzen nicht oder pfeifen sie schon drauf?http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63465

Written by medicus58

6. Februar 2014 at 17:37

Veröffentlicht in Allgemein

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Ranking: Die zwanghafte Schwanzparade für alle

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Ranking
ist laut (http://de.wikipedia.org/wiki/Rangordnung) eine Reihenfolge mehrerer vergleichbarer Objekte, deren Sortierung eine Bewertung festlegt.
Eh gewusst, nur ist das was früher der Zeitvertreib einiger Statistiker und Sportjournalisten inzwischen im Mainstream angekommen und greift unaufhaltsam auf unser ganzes Leben über.

Schon die Kabaretisten „Die Hektiker“ äzten über den Ranking-Zwang des Magazin NEWS und sprachen dereinst von den 7 Millionen wichtigsten Österreichern, während es Florian Scheuba und Clemens Haipl später in Buchform billiger geben und nur mehr von den 100.000 wichtigsten Österreichern schreiben: http://www.amazon.de/Die-100-000-wichtigsten-%C3%96sterreicher-Welt/dp/3707601188

An die Rankingorgien seit Beginn der Finanzkrise haben wir uns auch schon gewöhnt:
RAT MAL WER ZUM RANKING KOMMT (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=44995) und
wir wundern uns auch nicht mehr über einander widersprechendeBest of Listen“ in der Unterhaltungsindustrie.

Jetzt ist ja der zwanghafte Längenvergleich ist ja für pubertierende Knaben am Pissoir nichts wirklich Neues und hält sich sowohl am Stammtisch als auch im universitären Millieu:
Ich war unlängst selbst überrascht, noch jemand zu finden, der diesen Uralt-Witz nicht kennt, wobei meie Fassung etwas anders läuft als auf „Lustige Sprüche aus dem Hörsaal“: http://www.lustigestories.de/stories/hoersaal.php?

Treffen der Universitätsprofessor und sein Student zufälligerweise am Pissoir aufeinander.
Um das Eis zu brechen, beginnt der Student: „Sehen Sie Herr Professor, hier kann ich mir sogar in Ihrer Gegenwart etwas herausnehmen.“
Worauf er trocken zur Antwort erhält: „Jedoch werden Sie auch hier den Kürzeren ziehen, junger Freund.“

Vermutlich ist es der neoliberale Konkurrenzwahn, der uns seit über drei Jahrzehnten predigt,
dass jeder einzelne ständig im Wettkampf mit dem Rest der Menschheit zu stehen hat
, als ob dadurch etwas anderes als
eine  Zunahme narzißtischer Persönlichkeitsstörungen und depressiver  Erkrankungen bewirkt würde (Vergleiche: Das Unbehagen in der Gesellschaft http://www.suhrkamp.de/buecher/das_unbehagen_in_der_gesellschaft-alain_ehrenberg_58561.html) und negiert, dass
kein Mensch unter Dauerstress kreativ und produktiv bleiben kann.

Solange das individuelle Messen an globaler Bedeutung sich nur auf die Anzahl der Facebookfreunde beschränkte
(mein persönlicher Account schrammt mit 71 Freunden an der Grenze zum Autismus)
und die Zugriffszahlen auf den eigenen Blog (zumindest bei manchen Providern) nicht öffentlich sind
(meine beiden (gespiegelten) Blogs halten aktuell bei 44.255)
war das soziale Versagen noch nicht so evident,
seit es aber unzähliche Twitter-Utilities gibt, die einen gnadenlos die eigene nationale und internationale Bedeutung aufzeigen
kann man ja nur mehr zu Lockangeboten greifen, wie sie aktuell auf Justtweetit.comhttp://justtweetit.com/cool-twitter-tools/how-do-you-rank-on-twitter/)
zu finden sind, die einen für 5 US$ mit 25.000 zusätzlichen Usern aufpeppen, bzw. für  schlappe 15 bucks 38.000 Twitter-Follower in Aussicht stellen.
(Laut Twitaholic.com ist @GTLMedicus international am 791,518. und national (in Wien) am 166. Rang)

Aber mit nur 5 $ habe ich euch alle im Sack, …. oder am … oder …. aus!

Links:
http://thenextweb.com/socialmedia/2012/08/10/study-shows-tens-thousands-purchased-fake-twitter-followers/?
25 Jahre Hektiker  http://www.youtube.com/watch?v=bYZ8XsGK7Zc

Written by medicus58

12. August 2012 at 19:15

SCHUFA: Einfach zum Lachen, weil es eigentlich zum Heulen ist

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Ein Feiertag vor einem „Fenstertag“ beschert uns ein langes Wochenende; was ja schon in sich etwas Widersprüchliches darstellt, denn „Enden“ sind weder kurz noch lang sondern einfach das, wo es aus ist…

Egal.

EURO-Zone geht krachen, nach #Grexit (vulgo „Wir hauen die Griechen raus“) kommt #Spexit („Es geht auch ohne Spanien“).
Nach den erfolgreichen „Befriedungen“ Afghanistans, des Iraks und Libyens scharren wir in den Startlöchern um Syrien zu befreien.
und seit wir für ein paar Prozent beim Billa http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=39358, für die ständige Erreichbarkeit via Handy und die vage Hoffnung auf einen Freundeskreis bei Facebook, auf unsere „Privatheit“ pfeifen, erlauben wir jedem aus diesen Daten Geld zu machen … http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=45938

Also irgendiw das alles nicht lustig …

Aktuell geistert durchs Netz, dass die Auskunftei SCHUFA (http://www.schufa.de/de/) unsere Kreditfähigkeit durch die Auswertung unserer Social Media Meldungen errechnen und natürlich an Dritte verkaufen will …
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2012-06/schufa-internet-scoring
Unter dem Hashtag #schufaaufwertungstweet liest man seither viel Lustiges und manches Geistreiche …
Das gemahnt doch an den alten Erich Kästner:
„Nie sollst Du so tief sinken, um aus dem Kakao, durch den man Dich zieht, auch noch zu trinken“ Einfach zum Lachen, obwohl es eigentlich zum Heulen ist: Ach du Schreck, hier steht ja NOCH ein Umzugskarton voller 1000-Euro-Scheine. #schufaaufwertungstweet

Ich fahre mal rüber in den Westflügel meiner Villa, vorbei an Billardzimmer, Eselsmilchpool, Harem und Geldspeicher. #schufaaufwertungstweet

Meine Zahnstocher kaufe ich bei Apple. Nennen sich SIM-Werkzeug und werden nur mit einem lästigen Handy abgegeben. #schufaaufwertungstweet

Wenn ihr brav weitermacht, dürft ihr Twitter behalten. Sonst verkaufe ich es. #schufaaufwertungstweet

Geich mal einen neuen Porsche bestellt, bei meinem alten klebte eine Fliege auf der Windschutzscheibe. #schufaaufwertungstweet

Ich benutze iPhones seit 2 Jahren und erfahre jetzt erst, dass die wiederaufladbar sind?? #schufaaufwertungstweet

Bankkredit? Habe gerade das Planetensystem mit meinem Taschengeld gekauft. Ihr gehört jetzt alle mir. #schufaaufwertungstweet

Wir haben zig schwere Panzer im Hof stehen. #schufaaufwertungstweet

steige jetzt auf 200 €-scheine zum kerzen anzünden um. deren gelb passt besser zu den vorhängen. #schufaaufwertungstweet

Hast Du noch den rosa Porsche von mir? Beim Aufräumen gemerkt, daß ich nicht mehr genau weiß wo der ist. #schufaaufwertungstweet

puh, das goldbarren polieren geht ganz schön in die arme! #schufaaufwertungstweet“ ich mach das natürlich auch 🙂

werd mal die EZB kaufen und alle EU Staaten sind dann MEINS hehe #schufaaufwertungstweet

Kleiner Ausflug mit dem SpaceX Dragon. Den roten oder den weissen nehmen? Hmm. #schufaaufwertungstweet #schufa

Ich habe einen #Schufaaufwertungstweet nicht nötig, die finden schon raus, dass ich reich bin. ¯_(ツ)_/¯

Ich geh heute Abend mit Bill Gates essen #schufaaufwertungstweet

Ich habe einen Job. #schufaaufwertungstweet

Die zweite Millionen war die schwerste. #schufaaufwertungstweet

Da will man einmal das Schloss Neuschwanstein kaufen und dann hat der Makler heute Feiertag. #schufaaufwertungstweet

Die Griechen haben ja vor dem EU-Rettungsschirm erst mal bei mir angefragt. #schufaaufwertungstweet

Eine neue #Alarmanlage schützt ab heute meinen #Porsche, meinen #Ferrari und meine #HarleyDavidson #schufaaufwertungstweet

Ich trage nicht nur ein Monokel, sondern zwei. #schufaaufwertungstweet

Ok, dann gebe ich die Lieder auf Youtube wieder frei! #schufaaufwertungstweet

Meine Vorgärten lasse ich aus seltenen Erden anlegen, sieht einfach hübscher aus #schufaaufwertungstweet

Der Vorstandschef meiner Bank hat gerade angerufen und meinte, mein Konto sei voll. Dann mach ich halt ein neues auf #schufaaufwertungstweet

mein Psychiater meint, erst eine weitere Milliarde würde aus mir einen glücklichen Menschen machen.Denke,brauche 3 #schufaaufwertungstweet

Die Wohnzimmertür knallt ewig zu. Schatz, leg doch bitte mal nen Goldbarren davor. #schufaaufwertungstweet

Mist. Ferrari ist weg. Ich weiss nicht mehr, wo ich geparkt hab. Kauf ich mir halt nen neuen – die Farbe war eh doof #schufaaufwertungstweet

Immer wenn ich mein Alltagsgesicht ausziehe, sehe ich aus wie Josef Ackermann. #schufaaufwertungstweet

Ich habe mein ganzes Vermögen in Goldzähne angelegt #schufaaufwertungstweet

Der chauffeur bewegt den rolls siverghost,der butler fährt den corgie gassi. also, im XJS, der hund läuft nebenher. #schufaaufwertungstweet

Warum hat das Guthabenfeld auf Kontoauszügen eigentlich nur 12 Stellen? #schufaaufwertungstweet

Wollte letztens die #Schufa kaufen, habe dann aber lieber Facebook verkauft. #schufaaufwertungstweet

…. wir sind ganz schön kreativ, wenn man uns läßt

Tendzin Gyatsho besucht erneut Österreich

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(http://de.wikipedia.org/wiki/Tendzin_Gyatsho)  

Besser bekannt ist er als 14. Dalai Lama („ozeangleicher Lehrer“) und seine Verbindung zu Österreich beruht auf der Freundschaft zu dem verstorbenen österreichischen Bergsteiger und Buchautor Heinrich Harrer (1912-2006; http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Harrer), der ihm zwischen 1948 und 1950 in Englisch, Geografie und Mathematik unterrichtete.

Tendzin Gyatsho ist meiner Meinung nach weiser Mann im besten Sinn des Wortes, jedoch ist er in der Tradition der tibetischen Klosterkultur auch eine politische Person und ich möchte in diesem Blogeintrag versuchen, die bewusst ineinander verwobenen Bilder etwas zu entwirren. Erschwert wird dies u.a. auch dadurch, dass die brutale Zerschlagung des Tibetaufstandes (http://de.wikipedia.org/wiki/Tibetaufstand_1959) durch die Volksrepublik China, die auch mit der Absicht einer weitgehenden Auslöschung autochtoner tibetischer Kultur durchgeführt wurde, ein Unrecht darstellt, dass die moralische Autorität des ins Exil geflüchteten Dalai Lama ins nahezu Unendliche anwachsen ließ.

Ist der Dalai Lama ist der führende Lehrer des Buddhismus?

Während in der veröffentlichten Meinung das Bild verbreitet wird, als käme hier das „Oberhaupt des Buddhismus“ auf Besuch, würde schon ein Blick in die Wikipedia zeigen, dass es sich um den höchsten Trülku innerhalb der Hierarchie der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus handelt (http://de.wikipedia.org/wiki/Dalai_Lama).

Ein erneuter Blick in die Wikipedia gibt uns einen Überblick, dass es sich beim „tibetischen Buddhismus“, dem Diamantfahrzeug (Vajrayana) wiederum nur um eine der Hauptschulen eines größeren philosophischen Gebäude handelt. Es soll jedoch betont werden, dass der Dalai Lama selbst in mehreren Wortmeldungen immer hervorhob, dass er sich als Sprachrohr der Tibeter (und deren religiösen Angelegenheiten) sieht und sogar explizit Personen aus anderen Kulturkreisen, insbesondere „westlichen“ Esoterikern rät, innerhalb ihres Glaubens zu bleiben.

Der Krieg der Worte:

Das Missverständnis über die alles andere als zentrale Rolle des tibetischen Buddhismus innerhalb der Gesamtlehre ist nicht zufällig entstanden, sondern Teil der, im politischen Sinne verständlichen, Bestrebung, die westliche Welt auf die Lage der Tibeter innerhalb der Volksrepublik China aufmerksam zu machen. Aus diesem Grunde existieren weltweit „tibetische Informationszentren
(http://www.tibet.de/programm.html) und die Öffentlichkeitsarbeit läuft sehr professionell, nicht zuletzt über das Web 2.0 
http://dalailama.com/
https://twitter.com/#!/dalailama
https://www.facebook.com/DalaiLama (3,5 Millionen Likes). 
Dass China hier mit vergleichbarem Kaliber, aber weniger Zurückhaltung schießt, zeigt allein diese Page: http://german.tibet.cn/zx/xw/201203/t20120323_2100.html  

War Tibet vor der chinesischen Annexion ein Shangri-la?

Der von Frank Capra 1937 veröffentlichte Monumentalfilm „In den Fesseln von Shangri-La, (http://de.wikipedia.org/wiki/In_den_Fesseln_von_Shangri-La , http://www.imdb.com/title/tt0029162/ ), der im englischen Original so wie der 1933 veröffentlichte Roman von James Hilton „Der verlorene Horizont“ (Lost Horizon) hieß, vermittelte schon von der chinesischen Invasion das Bild eines zutiefst humanistisch und spirituell geprägten Landes im Himalaya. Dieses Klischee wurde seither auch von vielen westliche Sachbuchautoren bereitwillig aufgenommen, und den Gräueln der chinesischen Okkupation entgegengestellt. Dass es sich in Zentraltibet, ebenso wie in Westtibet (Ladakh, Sikkim, Bhutan) um ein mittelalterliches Feudalsystem gehandelt hat, wird gerne verschwiegen, ebenso, dass es bis zum heutigen Tag starke Rivalitäten zwischen den einzelnen Klöstern gibt, die z.B. in Sikkim, das unter indischer Herrschaft steht, auch schon mal den Einsatz des indischen Militärs erfordert, um zu verhindern, dass es zu Zusammenstössen zwischen den Klöstern kommt. 

Was soll ich denken? Am besten lachen!

Der Buddhismus ist nicht Glaube sondern das Bemühen um Erkenntnis.

Wenn Servus TV mit dem Geld eines Energy-Drinks vollmundig die Einschaltzahlen heben möchte, indem es Tenzin Gyatso als „die personifizierte Weisheit und Wahrheit“ ankündigt und ihn „am Sonntag, 20. Mai in der Primetime um 20.15 Uhr als Premiere im Talk-Business“ feiert (http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Der-Dalai-Lama-exklusiv-bei-ServusTV-011259428843935), dann wird dies mehr der sonstigen Werbelinie des Konzerns als dem Menschen und seiner Botschaft gerecht und ist überdies inhaltlich falsch, dal sich der Dalai Lama schon sehr häufig vor Fernsehkameras den Fragen anderer gestellt hat.

Ein Beispiel, das gleichzeitig die lächerliche Unfähigkeit unserer Medien im Umgang mit der Person dokumentiert, führt uns nach Australien und zeigt, dass man mit einem gewissen Grad an Erkenntnis auch über völlig misslungene Gags lachen kann, obwohl man sie zumindest sprachlich nicht verstanden hat.

The Dalai Lama walks into a pizza shop…
Can you make me one with everything
http://youtu.be/xlIrI80og8c  

Für eine meines Erachtens etwas fruchtbringendere, bisweilen kritische, aber auch sehr ausgewogener Darstellung, was wir uns unter dem tibetische Buddhismus vorstellen können, findet sich übrigens unter: 
http://info-buddhismus.de/

Egal was die Medien in den nächsten Tagen berichten, eine kritische Auseinandersetzung mit den Worten Tenzin Gyatsos, ist nicht nur empfehlenswert, sondern wird dem ohne Zweifel bemerkenswerten Menschen und seiner Lehre auch gerecht. Um das Bedürfnis nach Glauben zu befriedigen, empfiehlt es sich bei den hiesigen Heilslehren zu bleiben ….

Meine eigenen Erfahrungen in Ladakh oder Sikkim werde ich vielleicht später einmal berichten, eventuell auch über meinen Zugang zu den Kōans (http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dan) die im Zen zu wahrer Blüte kamen, …

andererseits, kommt der (leider nur im Englischen funktionierende) Witz,
den ich unter dem You Tube Beitrag gefunden habe), tiefer Erkenntnis schon sehr, sehr nahe …

Dalai Lama orders a 5$ hot-dog and pays with a 10$ bill.
Dalai Lama waits for his change but the change never comes, so the
Dalai Lama asks: „Hey man! Where is my change?“
and the waiter says: „Change must come from within!“

Written by medicus58

15. Mai 2012 at 14:57

Schwarmintelligenz benötigt Freiheit und Unabhängigkeit

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Der Begriff der Schwarmintelligenz, also dass das Ergebnis einer kollektiven Anstrengung qualitativ zu einer Lösung führt, die höherwertiger ist, als es sich die Intelligenz aller Gruppenmitglieder hätte vorstellen können (http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektive_Intelligenz )
ist inzwischen zu einem Modebegriff geworden.

Gerade das Web 2.X, also die Möglichkeit zur Partizipitation (Wikipedia, Like-Dislike,Tweet-Retweet, Blog-Kommentar) wird hier als proof-of-principle genannt. 
In einem interessanten Beitrag im gestrigen Online-Standard berichtet der Digitalexperte des „Guardian“ über eine neue Spielart („Open Journalism„), indem z.B. die Redaktion die User/Leser aufgefordert hat, eine nahezu unübersehbare Menge an Dokumenten zu sichten und die Journalisten dann gezielt auf die Wesentlichen Fakten aufmerksam zu machen. (http://derstandard.at/1331207355363/Public-Lecture-Chris-Moran-Interessante-oder-nuetzliche-Schlagzeilen-sind-tot)

Es entspricht auch meiner Erfahrung, dass in bestimmten Fällen die Forumdiskussionen innerhalb von Minuten kleine aber amüsante Tippfehler (Bundeshymen Diskussion: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=40176) und grobe faktische Fehler (Copy and Paste Journalismus: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35333) aufzudecken.

Ein netter Fall war auch der Artikel über die Cheopspyramide im Online-Standard, bei der bereits der erste Forumuser (RaphaelHythlodeus) darauf hingewiesen hat, dass auf dem ursprünglichen Bild die Cheopspyramide nur im Hintergrund zu sehen war. (http://derstandard.at/1331206810811/Berechnung-Was-es-kosten-wuerde-die-Cheops-Pyramide-heute-zu-errichten?seite=3#forumstart)
Die Redaktion hat dann 29 Minuten gebraucht um das zu beheben…

Ich bezweifle zwar, dass es bei der zusätzlichen Partizipationsmöglichkeit des Web 2,0 der Wille im Vordergrund stand, die Schwarmintelligenz zu nutzen, vielmehr stand der Wunsch nach mehr „Traffic“ im Vordergrund; a
us dem selben Grund hören wir in vielen Radiosendungen permanent die Aufforderung, doch im Studio anzurufen und müssen dann mithören, das Herr oder Frau Mustermann gerade frühstücken oder das Mittagessen verdauen …
Bezweckt wird da kaum die Schwarmintelligenz sondern die Hörer-Bindung. Außerdem muss sich die Redaktion auch kein Thema (content) ausdenken, wenn sie auf die Einsamkeit, Eitelkeit und das Mitteilungsbedürfnis der User setzt … (wer an Talkshows denkt, denkt bisher richtig mit)

Einerlei, sehr oft verdanken wir bahnbrechenden Erfindungen nicht zielgerichteter Forschung sondern sie sind ein Abfallprodukt des wohlbeobachtetet Zufalls:

Cyclosporin wurde nicht als Immunsuppressivum sondern als Antibiotikum erforscht,
Viagra sollte eigentlich ein Herzmittel werden,
die Linzertorte war angeblich ein mißglücktes Rezept
und der Klebstoff der Post-it war initial auch ein Flop (http://de.wikipedia.org/wiki/Klebezettel).

Der wesentliche Punkt bei unser „digitalen Schwarmintelligenz“ ist, dass all die digitalen Medien, neben der Möglichkeit, dass
 viele Individuen gleichzeitig eine Information gegenlesen können, 
aber auch über das selektive Weiterleiten von Informationen, die man als richtig empfindet (Like, Retweet, …) 
AUCH OHNE MODERATION über Inhalte abgestimmt wird. 
Das entspricht dem Selektionsprinzip der klassischen Evolution. 
„Was passt vermehrt sich“

Dass natürlich auch der Like-Algorithmus nur als Werkzeug für user-spezifische Bewerbung entwickelt wurde, versteht sich von selbst …

Ganz risikolos ist das natürlich nicht.

Erstens (z.B. umstrittene Inhalte wie Politikerbios auf Wikipedia) ist das demokratische Prinzip nicht garantiert, dass jedes Individuum nur eine Stimme hat. 
Die digitale Verfielfältigung einer individuellen Meinung (multiple Useridentitäten) kann zu enormen Verzerrungen führen (http://derstandard.at/1319183453741/Woher-Faymann-seine-falschen-Facebook-Freunde-bekam ).

Entsprechendes Geld und anwaltliche Hilfe vorausgesetzt, können und werden immer häufiger mißliebige Stimmen durch Drohungen aus dem digitalen Diskussionsraum entfernt
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Scheuch-Anwalt-droht-Internet-Usern-mit-Klage/59699227
http://reimon.net/2012/03/15/zur-vermischung-von-partei-und-staat/

Auf ein anderes Problem, die Beeinflussbarkeit des individuellen Urteils durch das Bekanntwerden anderer Meinungen, wies eine vom Spiegel zitierte Studie an der ETH-Zürich hin.
(http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,762837,00.html , http://www.pnas.org/content/early/2011/05/10/1008636108.abstract?sid=1baaf087-335e-49e9-8bcb-7bde4cbd8bdf )

Das Experiment zeige, dass sozialer Einfluss die Diversität der Antworten verringere, nicht jedoch den kollektiven Fehler. 

Oder anders ausgedrückt: 
Verlassen wir uns auf unsere individuelle Schätzung, dann entspricht der Mittelwert der so abgegebene Schätzungen einer Gruppe meist sehr gut der Wahrheit. Erfahren wir aber, was andere bereits vor uns geschätz haben, dann verzerrt der Herdentrieb unser Urteilsvermögen so sehr, dass unsere Schätzungen auch auf einen Wert konvergieren, dieser ist jedoch falsch.

Um die Weisheit der Vielen trotzdem nutzen zu können, ist es wichtig, dass der Einzelne bei seiner Entscheidung nicht weiß, wie die anderen entscheiden. „Das ist auch Grundlage der repräsentativen Demokratie“, sagt Helbing. Die kollektive Weisheit funktioniere gut, solange Menschen unabhängig voneinander wählen könnten.

Die Evolution hat diese Prinzip seit Jahrmillionen verfolgt:
Viele von einander weitgehend unabhängige Versuche zur Problemlösung ohne göttliche Moderation dem Realitätscheck zu unterwerfen. 

Kurzfristige Fehlentwicklungen sind nicht auszuschliessen, auf lange Sicht garantiert dies eine bessere Anpassung an aktuelle Erfordernisse des Schwarms.

Sperren wir aber einen Schwarm ein (Bild) 
dürfen wir uns nur nach einiger Zeit einen üblen Geruch erwarten …

21.2.2011: RE=VO=LU=TI=ON

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In einer ganzen Reihe von „arabischen“ Diktaturen brechen nun Aufstände aus.

Welche der westlichen Erfindungen, ob Aufklärung und Menschenrechte, ob Internet, Twitter oder Facebook, ob Bush’s Krieg gegen den Terror oder das Satellitenfernsehen mit CNN oder Al Jazeera diesen Aufstand ausgelöst haben, darüber kritzeln die Medien seitenweise.

Viel zu selten wird jedoch der wesentlichste Auslöser dieser Ausbrüche gesehen: die westliche Wirtschaftskrise in die uns ein globalisierter Kapitalismus gestürzt hat. Die Geschichte lehrt, dass sich die meisten Menschen mit jeder Diktatur arrangieren können, so lange sie gerade genug zum Überleben haben. Gerade dieses Minimum haben nun die Nahrungsmittel- und Rohstoffspekulationen der letzten Jahre genommen und nun gehen die Leute auf die Strasse.

Groß wird die Enttäuschung sein, dass sich auch nach dem Abgang der Ben Alis, Mubaraks, (Gaddafis ?), ….. das tägliche Leben nicht bessern wird.
Auch wenn man uns in der Schule lehrte in unserem Denken an Namen und Personen hängen zu bleiben und jeder Verweis auf die dahinter liegenden Systeme als linke Paranoia desavouirt wurde: In Wirklichkeit war es immer so einfach: Erst kommt das Fressen und dann die Moral (B. Brecht) Die Frage, ob sich die Hunger-Revolution von Tunesien aus ausbreiten wird, wurde bereits vor etwas mehr als einem Monat in Time gestellt: http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2042736,00.html
Gerade da liegt aber auch der Grund für die kommenden Diktaturen. Der nächste „starke Mann“, der zumindest billiges Essen und etwas Spaß bringt, der wird der nächste umjubelte Retter, … und alle Menschenrechte, bürgerlichen Freiheiten und so … werden vergessen sein.

Mag sein, dass es nimmer so einfach geht wie mit „Volkswagen“ und „Kraft durch Freude„, vielleicht müssen es jetzt auch Twitter und Facebook sein, aber Freiheit, echte Freiheit, muss nicht sein …

Übrigens, wie hat es ihnen in Singapur gefallen?

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 17:39

Wir sind alle reich – die nächste Blase – die nächste Krise

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Nein, kein Beitrag über die Reichensteuer, aber schon irgendwie etwas zum Thema „Blasen“, „Irrwege“, „Finanzkrisen“ und so.

Vielleicht geht es Ihnen wie mir, während ich mir früher eine Zeitung gekauft habe und sie dann auf dem Heimweg, in der U-Bahn oder (sonntags) nach dem Mittagessen geruhsam durchgeschmöckert habe, werfe ich jetzt eher den Blechtrottel an (in der U-Bahn das „Schmarnphone“) und lese die News online.
Meist den Online-Standard, aber mitunter auch Online-Auftritte anderer Medien. Jene, die so komplett online gehen, kaufe ich immer seltener und erspar mir die 2€.

Ja, werden Sie jetzt sagen, aber die Herausgeber kriegen das Geld ja ohnehin über die Online-Werbung wieder herein.

Wenn Google in diesem Geschäft Milliarden macht, dann muss das doch ein gutes Geschäft für die Herausgeber sein.

Schau’n mer mal, wie man bei uns sagen würde:

Bei der abendlichen Lektüre des Online-Standards (ca. 1 Stunde), habe ich erstmals mitgezählt und kam auf 24 eingeblendete Werbebotschaften. Da ich mitgezählt habe, werde ich heute diesen ungefragten „Hirnwürmern“ mehr Aufmerksamkeit gewidmet haben als üblich und -ja, ich weiß es gibt noch die subliminale Wirkung, die länger andauert als der Augenblick, den die Augen auf der Botschaft verweilen- aber länger als 0,5 Sekunden pro Werbung, werde ich mich nicht damit beschäftigt haben, also insgesamt heute 12 Sekunden.

Gegencheck: an was kann ich mich erinnern?
Werbung für A1″, „Orange“, — aäh, weiß nicht, eine Automarke? keine Ahnung …
Psychologie hin oder her, viel scheint nicht hängen gebliebe sein.

UND JETZT LASSEN SIE UNS MAL RECHNEN:
und jeder Wirtschaftsprofi möge mir verzeihen, dass ich das bewußt vereinfache, weil beim Online-Standard fallen dem Herausgeber keine Papier und Zustellkosten an, jedoch sind Serverfarmen und deren EDV -Knechte auch nicht so billig, andererseits hat die Printausgabe auch Werbung drinnen (und nicht zu knapp)…. und dann gibts noch Lohnnebenkosten, Mittagspausen … egal …

Ich habe mir die 2 Euro Zeitungspreis erspart, weil ich mich in einer Stunde
2 Sekunden „bewerben“ habe lassen.

Da komme ich auf einen Brutto-Lohn von

2 € für 12 sec
10 € für   1 min
600 € für   1 h
24.000 € für   1 Arbeitswoche

D.h. pro Monat würde man zu diesen Konditionen schon in Treichl ’sche Spähren http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=45167 kommen,
nämlich über 100.0000 €.
Das sind im Jahr (pfeifen wir auf das 13. und 14. Monatsgehalt) über
1,2 Millionen Euro!

Was lernen wir daraus?
Einerseits welchen Sekundenlohn Spitzenbanker haben, aber das war jetzt nicht das Thema.
Andererseits, was der Werbewirtschaft unsere flüchtige Aufmerksamkeit wert sein dürfte.

Das ist die nächste überhitze Blase, die uns auf den Kopf fallen wird (Dot-Com-Krise 2.0 sozusagen. Wer die Version 1.0 nimmer im Kopf hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase ).

Den gewaltigen Summen, die in die Werbewirtschaft gehen und von denen Google, Facebook, GMX, Online-Medien…. leben, werden keine Einkünfte in entsprechender Höhe gegenüberstehen … nur dann wird es auch keine Druckerein mehr geben, keine Zeitungsausträger, ….

Aber vermutlich auch keinen Gratiszeitungen wie heute und Österreich.

Heute gilt als Konkurrenzprodukt der Tageszeitung Österreich, die in einer abgespeckten Variante ebenfalls gratis verteilt wird. Seit 2010 ist Österreich laut ÖAK ebenfalls eine Gratiszeitung, da Großteile der Auflage nun ebenfalls gratis verteilt werden

Die ausschließlich von Werbeanzeigen finanzierte Zeitung erreichte nach nur 15 Monaten die Gewinnschwelle. Laut der Herausgeberin wird derzeit der gesamte Cash-Flow in Auflagensteigerungen und örtliche Expansion investiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Heute_(%C3%B6sterreichische_Zeitung)

Siehe auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=44552

So wie all die absurden Derivate und Finanzvehikel, wird die Werbewirtschaft auch einmal die Realität einholen und wieder werden wir vor Trümmern stehen … und ohne Qualitätspresse.

Heute hat in Wien derzeit eine größere Reichweite als die Kronen Zeitung,

Written by medicus58

23. Oktober 2011 at 17:49

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