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Pflichtversicherte seid ihr wirklich so dumm?

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Ein Hausmeister für die Steiermark

Im Juli 2012 (!) wurde hier schon über die Aktivitäten von Ebner-Hohenauer Consult (Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw) in der Steiermark im „Downsizing der stationären Gesundheitsversorgung“ berichtet (Es tut sich was, nur was? Spitäler im Um- und Abbau http://wp.me/p1kfuX-lV). Das Bild sollte das angestrebte Konzepts des einen Hausmeisters für die ganze Steiermark illustrieren.

Durch die Brachialaktionen der Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely (Wien 2015: Wählen wir eigentlich Wehsely? http://wp.me/p1kfuX-121) sind die Entwicklungen in den anderen Bundesländern fast aus den Medien.

Nun erinnert uns die Kleine Zeitung wieder daran, dass auch in der Steiermark die
Anzahl der Spitäler drastisch, von 15 auf 7 (10) reduziert wird (mag zum Teil schon berechtigt sein),
den Leuten vorgegaukelt wird, dass eine gleichwertige Erstversorgung in bis zu 90 (!) Versorgungszentren erfolgen kann, obwohl österreichweit seit Jahren sich kaum jemand findet, der dort arbeiten will,
und das alles bis 2035!
http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/4938901/Gesundheitsreform-bis-2035_Warum-maximal-zehn-Spitaeler-ubrig-bleiben?from=suche.intern.portal

Es ist bei den Beteiligten absehbar, dass es sich bei den 7 angepeilten Schwerpunkt-Krankenhäusern letztendlich auch nicht mehr um eine Vollversorgung handeln wird sondern diese weiter nach den aus Wien bekannten Konzepten der einschlägigen Berater zu Potemkinschen Spitälern ausgehöhlt werden (http://wp.me/p1kfuX-n8).
Auffällig nur das Schweigen der Betroffenen, der Pflichtversicherten und Steuerzahler, deren medizinische Versorgung, unter Steigerung der Pflichtbeiträge, schrittweise auf eine „Grundversorgung“ kannibalisiert wird. Irgendwie erinnert das alles an den hochverehrten Kurt Tucholsky und seine Frage an das Publikum:

O hochverehrtes Publikum,
sag mal: Bist du wirklich so dumm,
wie uns das an allen Tagen
alle Unternehmer sagen?

Ja, dann…
Ja, dann verdienst dus nicht besser

http://www.yolanthe.de/lyrik/tucho02.htm

Written by medicus58

4. März 2016 at 17:16

Das rote Osterei für den KAV

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KAV-Ei

Über allen Bettenstationen ist Ruh, könnte man meinen.

Nach all der Aufregung, den Demonstrationen (Fotos der Ärztedemo in Wien vom 23.3.2015 http://wp.me/p1kfuX-VO), den Anschuldigen (Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT) und dem Schulterschluss zwischen den roten Gewerkschaftsgranden (Hundstorfer, Oberhauser) (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UX) um Stadträtin Wehsely und Gewerkschaftsfunktionär Meidlinger gegen die aufmüpfigen KAV Ärzte den Rücken zu stärken, hat der Gemeinderat das neue Entlohnungsschema mit den Stimmen von Rot und Grün durchgewunken.
Die ärztefeindliche Rolle der Grünen wurden hier bereits nachgezeichnet (JubelGrüne: Grüne Ärztinnen und Ärzte werden leicht einmal rot dabei… http://wp.me/p1kfuX-W9) und die Roten?

Nach dem in der nämlichen Gemeinderatssitzung gelungenen Coup (Wer glaubte, Ärzte wären nur wehleidig, möge sich Demokratieverständnis der Wiener SPÖ im Gemeinde… http://wp.me/p1kfuX-W0) diskutieren die MedienAb nur mehr, ob die Wiener SPÖ nun den grünen Abgeordneten gekauft haben oder nicht, aber niemand mehr, was denn nun mit all den Forderungen der KAV Ärzte geschehen soll.

Für unsere schrille Gesundheitsstadträtin ist die Sache gelaufen. Nur für die neue Gehaltsstruktur benötigt sie die Zustimmung des Gemeinderats, für den Rest, den ihre Berater ausgedacht haben, reichen einfache Weisungen und der bewährte interne Druck.

Die Abteilungsleiter der paar Abteilungen, die jetzt schon zu Teilschließungen oder Leistungsreduktionen gezwungen sind, weil ihnen das ärztliche Personal abhanden kommt, haben einfach Managementfehler begangen.
In Kontrollanrufen verifiziert die Generaldirektion zwar die immer länger werdenden Wartezeiten in den Spezialambulanzen, bei Beschwerden wird halt dann im Einzelfall interveniert, aber nach außen hin wird abgestritten, gemauert, denunziert und einzelne Sündenböcke geschlachtet.

Das Spitalskonzept 2030 (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9) wird pünktlich realisiert, soweit es um Abteilungs- und Spitalsschließungen geht, dass das KH Nord bald dem Berliner Flughafen sein Etikett als Jahrhunderprojekt ablaufen wird, who cares: Die Ströck-Filiale wird pünktlich eröffnet werden. Und ja, das die Haus-und Hof-Planer von EHC jetzt schon wissen, dass einige der Fächer, die irgendwann dort einsiedeln werden, ein paar Jahre danach schon wieder woanders hinsiedeln werden, … who the fuck cares! Da muss man halt ein bisschen flexibel sein, wen kümmert mein Gutachten von gestern, zahlen sie für mein Gutachten von heute!

Das wirkliche Ei, das die Magistra Wehsely dem KAV gelegt hat, sind weder

die bis heute Ungereimtheiten des neuen Gehaltsschemas, das einen Dienst am Ende des Monats anders entlohnt als zu Beginn.
ihre feste Überzeugung, sich nicht nicht die Politiker während der Gemeinderatssitzungen ausschlafen, sondern die Ärzte während des Nachtdienstes;
die flotierenden Stundenzahlen der im Vorjahr gnädig zugestandenen ZZ-Tage,
ihre Freundschaftsdienste der couleur-identen Chefin der Wiener Gebietskrankenkasse (Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s http://wp.me/p1kfuX-Un , Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz)

das wirkliche Ei, das uns Wehsely gelegt hat, sind die Berater-Seilschaften, die den KAV sturmfrei schießen, um ihn dann alternativlos privatisieren zu können:

 

Wehsely muss weg, und mit ihr, ihre Berater.

Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater http://wp.me/p1kfuX-P7

Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw

Warum wir die Medizin nicht Ökonomen überlassen dürfen, auch wenn es schon zu spät ist http://wp.me/p1kfuX-lq

Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://wp.me/p1kfuX-cy

Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs

Dafür sollten wir nach Ostern wieder auf die Straße gehen!

 

 

Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef

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Heute-03112014-werbung

Seit drei Tagen (1.11.2014) ist der ehemalige Generaldirektor-Stellvertreter zum Generaldirektor aufgerückt, schon spendiert ihm die Jubelmaschine Rathaus eine ganzseitige Einschaltung in der Gratiszeitung HEUTE, um das Krankenhaus NORD zu bejubeln.

Udo Janßen (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt ….http://wp.me/p1kfuX-Kd) gibt da nicht viel Neues von sich, mit anderen Worten, man hat ihmim Wesentlichen die Aussagen früherer Aussendungen (http://www.wien.gv.at/rk/msg/2014/06/12009.html) in den Mund gelegt, wo man – allen negativen Medienmeldungen zum Trotz – erklärt, dass der Rohbau fertig ist und eh alles rechtzeitig und günstig fertig werden wird.

Wie auch schon in früheren Meldungen wird als eines der hervorstechendsten Merkmale des „Spital für das 21. Jahrhundert“ angepriesen, dass es dort Terminambulanzen geben wird:

Jetzt mag das beim Leser und Wähler die Assoziation nach Privatterminen beim Friseur oder sogar in der Privatordination des Spezialisten hervorrufen, im konkreten Fall handelt es sich jedoch um ein restriktives Steuerungsinstrument, das zum Kernstück der aktuell von Ebner-Hohenauer Consult entwickelten Master-BO zählt (Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberaterhttp://wp.me/p1kfuX-P7).

Die Schreibtischtäter, keiner der Beteiligten hat je einen relevanten Teil seines Berufslebens am Krankenbett oder in der Routineambulanz verbracht, träumen davon, dass die Spitalsambulanzen nur mehr gegen Voranmeldung aufgesucht werden können und der überbordenden Patientenfluss einfach durch längere Wartezeiten auf einen Untersuchungstermin gesteuert werden kann.

Einwände, dass jetzt schon in Terminambulanzen die Selbstzuweiser einen großen Teil der Patientenschar ausmachen, weil die Versorgung in nIedergelassenen Bereich durch die Kassenvertragsärzte ungenügend ist werden einfach weggewischt und die zukünftige Barriere den Patienten in einer „entgeltlichen Einschaltung“ als Innovation verkauft.

Verstehen Sie mich richtig, es würde schon Sinn machen, wenn diejenigen Fälle, die mit den Mitteln der Praxis eben auch in der Praxis des niedergelassenen Arztes versorgt würden, jedoch gibt es eine Reihe von Gründen (Ordinationsöffnungszeiten, Wartezeiten, Ringelspiel zwischen Ordination – Labor – Röntgen, …) weshalb die Patienten in Wien mit ihren Füssen für die Spitalsambulanz votieren.

Diese nicht offen anzusprechen und die offene Diskussion zwischen dem „roten KAV“ und der „roten Wiener Gebietrkrankenkasse“ und Beschränkungen als Innovation zu verkaufen könnte zum politischen Bumerang werden …

… aber vermutlich nimmt man dann noch mehr Steuergeld zur Hand und schaltet weitere Jubelinserate in der Gratiszeitung.

Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater

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 Master

Wir haben uns schon einmal mit Dr. Ebner von Ebener Hohenauer Consult (Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem“ http://wp.me/p1kfuX-xw) beschäftigt und wollen das nun wieder tun, da sich seine Handschrift in der beabsichtigtenNeustrukturierung des Wiener Krankenanstaltenverbundes an Hand der sogenannten „Master Betriebsorganisation“ (Master-Betriebsorganisation im KAV: „Da fährt die Eisenbahn drüber“ http://wp.me/p1kfuX-NS) deutlichst abzeichnet.

Kern dieser Änderungen ist die „Trennung von organisatorischer und fachlicher Leistung“ oder wie es Dr. Ebner beim 10. Internationalen Symposium Qualität im Gesundheitswesen am 05. April 2013 so schön formulierte:

Die Organisation wird flach gelegt

Das ÄrztInnenteam konzentriert sich auf seine Kernkompetenz – es ist für die PatientInnenbehandlung verantwortlich, messbar über die Ergebnisqualität und den Ressourcenaufwand

Die Dienstleistungszentren (z.B. als Ergebniscenter organisiert, unter der Führung von … ???unterstützen das ÄrztInnenteam und stellen komplette Leistungsbündel (mit ExpertInnenleistung aufgewertete OP-Kapazität, Belegungskapazität etc.) bereit…

… in vereinbarter Qualität und Menge,… zu vereinbarten Spielregeln und vereinbarten internen Tarifen

Wie jedoch die Endverantwortung über einen Prozess zu übernehmen ist, wenn der Einfluß auf den Entstehungsprozess bei anderen liegt, ist vermutlich nur dem Eingeweiweihten zugänglich. Der Laie denkt sich da nur, gut wenn es immer weniger Ärzte gibt, dann sollen die halt nur mehr machen, was andere beim besten Willen (und Ehrgeiz) nicht dürfen.
Dass es sich bei den hier angedachten Prozessen nur um eine weitere Spielart handelt, die stationäre Medizin weitgehend ohne Primarärzte (Weg mit den Primarii! http://wp.me/p1kfuX-HX) zu machen undeinige Systemfreunde mit immer größeren Multiprimariaren zu belohnen (Wien entledigt sich der Unbequemen an der Fronthttp://wp.me/p1kfuX-J2 , sei nur einmal so nebenher erwähnt.

Treibt man sich auf der Homepage von EHC herum, dann sieht man, dass die Kernkompetenz von Beratern offenbar auch darin besteht, immer neuen Kunden, immer wieder ein identes Produkt zu verkaufen:

Schon 2004 verkaufte man der Kärnten Landesregierung eine
Strukturreform im Spitalsbereich“ und beriet gleichzeitig die Kärntner Landeskrankenbetriebs GmbH bei „Bedarfsorienterter Struktur – und Prozessoptimierung„.
Man mag sich fragen, wie unterschiedlich die Inhalte der zwischen 2004 und 2005 der steiermärkischen Landesregierung verkauften
Studie zur Strukturreform der Spitäler (Integration aller Träger)“ wohl war.
Das LKH Klagenfurt erhielt anschliessend (zwischen 2005 und 2007) ein „Betriebsorganisationskonzept für medizinische Kernprozesse“.

Wieviel davon sich in der 2006-2007 an Rumänien verkauften
„Strategischen Krankenhausplanung und bauliche Konzeptentwicklung für den Neubau von 28 Krankenhäusern“widerfand?

Seit 2008 sitzen EHC (gegen Salär selbstverständlich) in denPlanungssitzungen für das Krankenhaus Nord des Wiener Krankenanstaltenverbundes, wobei man sich frägt, wie viele der dort in einem sehr chirurgisch geprägten Krankenhausneubau gewonnen Erfahrungen dann wieder an die steiermärkische Landesregierung verkauft werden konnten, die 2008-2009 EHC für die „Betriebsorganisation (auf der Homepage steht übrigens Betreibsorganisation !!) und Leistungsplanung für den Neubau Chirurgieblock 2020″ löhnte.

Hoffentlich bekam dann Zell am See 2009 einen Rabatt für die von EHC gelieferte OP-Optimierung, aber das nur nebenbei.

Mit all den staatlich finanzierten Erkenntnissen, fiel es dann wohl leicht2010 bei der „Gesamtprojektentwicklung der Neugründung einer medizinischen Fakultät mit einem Gesamtneubau eines Krankenhauses am Gelände der Vietnam National University Ho Chi Minh City“ und 2011 bei der „Betriebsorganisationsplanung, Entwurfsplanung, und dem Masterplan für den Neubau des Universitätskrankenhauses Stradini Riga, Lettland“ unterstützend zur Seite zu stehen.

Parallel zum Masterplan Betriebsorganisation im KAV, der nach außen hin von GD Stv des Wiener Krankenanstaltenverbunds Prof Dr. Janßen (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. http://wp.me/p1kfuX-Kd) betrieben wird, intern natürlich von EHC stammt, verkaufen die vielbeschäftigten Berater seit 2013 den Barmherzigen Schwestern in Linz eine„Betriebsorganisationsplanung für die BHS als Grundlage für die Erstellung eines MASTERplanes“.

Ziemlich Leistung für ein Unternehmen, das augenblicklich neben den beiden Geschäftsführern Ebner und Hohenauer als weitere Miterarbeiter noch sieben Consultants und zwei Praktikanten als Berater (sic) aufführt.

Sowas geht nur wenn man beinhart Synergien nützt!

Ach ja, der ehemalige Partner und spätere Auftraggeber von EHC ist seit 2001 Geschäftsführer von HCC, eines „privatem Betreibers von Gesundheitseinrichtungen in Österreich, Mittel- und Osteuropa“. Als besondere Leistung führt Herr Prof. DDr. Christian Köck, u.a. seine Beratung bei der Etablierung alternativer Organisationsformen im Gesundheitswesen (z.B. Tageschirurgie, Anschlussheilverfahren, neue extramurale Versorgungsformen wie integrierte ambulante Gesundheitszentren) an und sitzt im Aufsichtsrat des KAV (Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs).
Alle Informationen stammen von der öffentlich zugänglichen HP der EHC http://ehc.co.at/referenzliste-projekteauszug/

Written by medicus58

6. Juli 2014 at 17:12

Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration

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Konzept

Wir schrieben das Frühjahr 2011 als die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely an den Ufern des Neusiedlersees ihr Spitalskonzept 2030 verkündete (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110317_OTS0256/spoe-klubtagung-rust-sp-wehsely-praesentiert-wiener-spitalskonzept-2030-1).

Wie berichtet habe ich zwar zuerst davon Kenntnis bekommen, weil die spätere Patientenanwältin Dr. Pilz und ehemals scharfe Kritikerin von Wiens Gesundheitspolitik Wehsely dazu online gratuliert hat ehe noch die Präsentation Wehselys auf der Hompage des KAV zu sehen war (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34517), aber das ist hier nicht der Punkt.

Was als klassisches „alles bleibt besser Konzept“ präsentiert wurde, war letztendlich ein Gesundschrumpfen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43022) von 12 auf 7 Standorte, für das man durchaus ökonomisches Verständnis aufbringen konnte, wenn man davon ausgeht, dass eben kleinere Häuser, wie das inzwischen geschlossene Kaiserin Elisabethspital, in Ermangelung einiger kleinerer Fächer (HNO, Neuro, Derma, …) keine Vollversorgung garantieren können und es in Ballungsräumen sinnvoller ist, die Versorgung in Schwerpunktspitälern, die einen nahezu kompletten Fächerkanon aufweisen, zu bündeln.

Um die Qualität der medizinischen Versorgung weiter zu verbessern, werden bis 2030 die medizinischen Angebote in Wien in sieben zentralen Spitalsorganisationen gebündelt.“ hießt das in Wehselys Original OTS und wird auch für viel Geld medial ins Land getrommelt (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35009).

Klang gut und schien meinem ständigen Lamento, dass die Österreichische Gesundheitspolitik letztendlich immer zu einer Angebotsreduktion und Qualitätsverschlechterung führt, zu widersprechen.

Wehsely (Meet SPÖs First Couple http://wp.me/p1kfuX-Jl ), inzwischen auch bundespolitisch, gemeinsam mit OÖ Landeshauptmann Pühringer zu einer Schlüsselfiguren der Österreichischen Gesundheitspolitik geworden (Stichwort (bitte nicht lachen): Gesundheitsreform), nimmt weiterhin den Terminus Spitalskonzept 2030 gerne in den Mund, nur hat sich der Inhalt in den drei Jahren mehrfach gewandelt.

Auf einen der wesentlichen Punkte aus dem Zylinder der Beratertätigkeit von Ebener und Hohenauer (Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw), habe ich hier schon hingewiesen:
Während es in der Präsentation des Spitalskonzeptes 2030 noch schien, dass man 7 Schwerpunktspitäler anstrebte, ist die neueste Variante, dass es eigentlich nur noch drei + AKH sein sollen, wobei in jeder Versorgungsregion zwei Spitäler nur mehr gemeinsam den vollen Fächerkanon anbieten sollen.
(Wien entledigt sich der Unbequemen an der Front http://wp.me/p1kfuX-J2)

Also konkret heißt das, dass es nach diesen Planungen reicht, wenn das Partnerspital z.B. eine Neurologie hat, weil beim Auftreten eines neurologischen Problems eben entweder der Patient oder der Konsiliararzt in das andere Spital reisen lässt.

Es heißt aber auch, dass es zwar eine internistische Abteilung mit dem Schwerpunkt der Kardiologie geben soll, diese aber im Akutfall oder zur näheren Diagnostik nicht angiografieren kann und wieder der Patient durch das Verkehrsgewühl in das andere Spital geschickt wird.
Das kann man nun für eine Reihe von therapeutischen und diagnostischen Situationen durchspielen und man kommt immer wieder auf den ebenfalls bereits hier vor fast zwei Jahren geprägten Befund, den der Potemkinschen Spitäler (http://wp.me/p1kfuX-n8), für die bundespolitisch im ÖSG (Österr. Strukturplan Gesundheit) ja schon viel länger die gesetzlichen Grundlagen gelegt wurden, als man, wohl unter dem Druck vieler Landespolitiker und ohne Rücksprache mit uns Ärzten von „reduzierten und dislozierten Organisationsformen“ zu schwadronieren begann.

Das ist zwar für schwer kranke und instabile Patienten ein mitunter ebenso großes Problem, wie für einen, seiner üblichen Diagnostik und kollegialen Rücksprachemöglichkeit beraubten Konsiliararzt, aber das tut nichts zur Sache.
Ein von mir sehr geschätzter, „alter“ Neurologe, dessen breite Kenntnis seines Faches ich stets bewunderte, meinte mir gegenüber einmal, dass er selbst sich eine derartige Konsiliartätigkeit, weitab vom Mutterschiff und den bekannten klinischen Situationen, nicht zugetraut hätte, … aber diese Eminence Based Medicine stinkt natürlich gegen das gesundheitsökonomische Wunderwerk von Ebner und Hohenauer gänzlich ab. Zumindest werden das sein ehemaliger Geschäftspartner, der im „Aufsichtsrat des KAV“ sitzende Gesundheitsökonom DDr.Köck (http://wp.me/p1kfuX-cs) und der Ernst & Young geschulte Vorsitzende des Gremium Dkfm. Dr. Bock (http://wp.me/p1kfuX-cy) so sehen.

Und noch ein wesentlicher Punkt scheint sich geändert zu haben, seit Wehsely ihr Konzept erstmals präsentierte. Die Rudolfstiftung, durch die Übersiedlung von Chirurgie und Nuklearmedizin aus dem Kaiserin Elisapethspital aufgewertet und auf ihrem Blog (http://www.sonja-wehsely.at/tag/spitalskonzept-2030/) kürzlich noch ob des Südzubaus mit „Hubschrauberplattform für Schlaganfallpatienten optimiert“ steht offenbar ebenso vor einem Downsizing, dass sich die Stimmen mehren, dass der vorzeitige Abgang des KAV Generaldirektors (Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg) und ehemaligen Direktors der Rudolfstiftung damit in Zusammenhang gebracht wird.

Wir lernen also daraus, dass sich die Politik gerne mit zukunftsweisenden Konzepten mit endlos langer Laufzeit schmückt, dass sich der Inhalt aber rascher ändert, als die Produktdekleration angepasst wird.

Also wann werden wir ein ausgeglichenes Budget haben, Herr Finanzminister?
Link: Reform=Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes (8/2011) http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43022

Written by medicus58

13. Januar 2014 at 18:00

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