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Der KAV beschäftigt die falschen Berater

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Aus Wahnhafte Auslastungsmaximierung aus Gunter Duecks schwarmdumm, in der an Hand einer vereinfachten „Warteschlangenformel“ dargelegt wird, dass für das Beispiel eines Kassenschalters eine Auslastung von 80% des dort arbeitenden Personals die höchste Effizienz und Kundenzufriedenheit ergibt und jede weitere Steigerung zur Dekompensation führen muss.

Sie verstehen das Ganze in seiner vollen Tragweite sicher noch viel besser, wenn wir uns die ganze Problematik noch einmal in einer Notfallambulanz in einer Klinik vorstellen. Früher war kaum etwas zu tun, und der Notarzt vom Dienst konnte in der Nacht meist noch etwas schlafen. Das war dem Krankenhausmanagement zu teuer, sie legten Notambulanzen verschiedener Krankenhäuser zusammen und konnten nun als Erfolg eine bessere Auslastung des Notarztes von 85 Prozent vorweisen. Diese Zahl fanden sie immer noch nicht sehr gut, aber schon viel besser als die früheren 80 Prozent.

Früher, bei 60 Prozent Auslastung, wartete im Schnitt nur ein weiterer Notfall, heute sind es knapp 5!

(es folgt die Beschreibung der Folgen, da Warteschlangen überproportionale Zusatzlast und interne Reibung verursachen, das Chaos nährt das Chaos)

Es gibt Berufe, die besser eine nur geringe Auslastung haben sollten. Die Feuerwehr darf nicht einmal 60 Prozent Auslastung haben, weil ja dann im Schnitt ein brennendes Haus auf die Feuerwehr warten muss, während eines gerade gelöscht wird. Die Armee sollte lieber eine Nullauslastung feiern.

Manager müssen zwar keine Menschen vor dem Verbluten oder aus brenneden Häusern retten. Dennoch ist der Vergleich des Managements mit der feuerwehr oder einer Eingreiftruppe nicht falsch. Denn wenn es heißt: „Chef, es brennt!“, dann sollte der Chef in Bereitschaft stehen und sofort helfen. Das kann er aber nicht, wenn er seine Zeit total verplant hat, weil dann für Notfälle keine Zeit mehr ist.

Und jetzt lassen wir uns das vor dem Hintergrund der Millionen, die der KAV an externe Berater wie EHC gezahlt hat, auf der Zunge zergehen.
Die Berater, die die geniale Idee der 12,5h Diensträder hatten, die doch effizienter wären als die 25h Diensträder, weil sich bei letzteren die Dienstgeberin die inkludierten 5 Stunden Ruhezeit der Ärzte erspart und diese (fast) unterbrechungsfrei arbeiten können .
Oder wir schauen uns die aus gleicher Feder stammenden Master-Betriebsorganisation an, die die Ärzte aus möglichst allen Entscheidungsprozessen (Belagsmanagement, Ambulanzabläufe, …) herausnehmen, um sie zu 100% in jenen Prozessen einsetzen zu können, die man rechtlich nicht „billigeren“ Arbeitskräften umhängen kann.

Gunter Dueck ist studierter Mathematiker und Betriebswirt, sein Buch kostet in Österreich 25,70€, eine Empfehlung.

Grafik aus: http://blog.kvd.de/2015/07/09/was-eine-schlange-an-der-supermarktkasse-mit-ihrem-persoenlichen-arbeitspensum-zu-tun-hat-2/, wo Sie auch die Kurzfassung des erwähnten Buchkapitels aus Gunter Duecks schwarmdumm (So blöd sind wir nur gemeinsam) nachlesen können

Written by medicus58

24. März 2017 at 17:46

Seid’s krank? Jahresrückblick 3

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2012

Im dritten Teil unseres Jahresrückblicks, wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was sich dieses Jahr in unserem Gesundheitssystem getan hat.

1. Wir haben wieder eine Gesundheitsreform

Bereits zu Jahresbeginn schwärmte man von einer Finanzierung aus einer Hand (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51579) und setzte Die planlose Planwirtschaft im Gesundheitswesen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=64132) fort, indem sich der Bund Gremium um Gremium erfindet, in denen letztendlich wieder die Länder entscheiden, wofür der Bund zu zahlen hat.
Obwohl es dann kurz vor den Sommerferien angeblich so weit war Hurra, wir haben eine Gesundheitsreform! http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=68260, war zwar noch garnichts beschlossen, das erfolgte in den 15a Vereinbarungen erst knapp vor Jahresende, aber die Ärztekammer realisierte ers im Advent, dass sie nicht mit von der Partie war: Ärzteprotest, why now? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82356
Ich bin nicht der Meinung Ihrer Meinungsumfrage http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83170
Krampus Ärztekammer http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83257

2. Stell Dir vor, das öffentliche Gesundheitssystem wird privatisiert und keiner merkt’s:

Der Wiener Krankenanstaltenverbund wurde mit einem Art Aufsichtsrat beschenkt, in dem alle Privatisierer, von Ernst&Young bis Köck und Ebener sich genüßlich damit beschäftigen können, welche Teile des Kuchens gewinnbringend sein könnten, damit man sie sich selbst oder für seine Klienten herausschneidet:
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53877
Gesundheit wird privatisiert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54026
Dr. Ebner, der „objektive Krake“ im Gesundheitssystem http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84352
Auch in den anderen Bundesländern läuft es ähnlich, nur interessiert es keinen.
Warum wir die Medizin nicht Ökonomen überlassen dürfen, auch wenn es schon zu spät ist http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=72332
Fordismus im Spital: Das Geld liegt auf der Strasse? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57144

Für alle, die es noch immer nicht begriffen haben: Schwarze Zahlen im Gesundheitssystem http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75845

Da bleibt dann nur mehr der Schritt zu Privaten oder den Online-Angeboten:

Klassenkampf in den Ordinationen
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57513
DocCheck:Einmal buchen – zweimal absahnen http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74915
Online Praxen, dort hat Ihr Arzt noch Zeit für Sie http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56206
Frag den Professor – er wartet nur auf Dich – Großes Kino oder medizinische Peepshow? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=79095

3. Wenn sich jemand im Gesundheitssystem auskennt, dann hilft es, wenn er von der Medizin keine Ahnung hat.

In der ersten Reihe stehen Gesundheitsökonomen und –Berater, gleich danach kommen die Bundes– und Landespolitiker, wenn entschieden werden soll, wie man Medizin richtig und effizient zu veranstalten hat. Jahrzehntelange Erfahrung am Krankenbett, in der Ordination oder in der Ambulanz verstellen den klaren Blick. Was dem Arzt noch bleibt, ist die Freude darüber, dass sein Tun und Handeln immer mehr von der Begriffswelt der Ökonomen und vor allem der EDV geprägt wird.
VI Control-Alt-Delete : Be patient, patient. http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=58077
Männchen oder Weibchen? An alle ELGA Fans http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=58118
Med 2.0 http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=62041
Risikofaktor Medizinische Informatik http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=80056
über alles was uns krank macht http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81093

Also freuen wir uns auf weitere Reformen im Gesundheitssystem,
erfrischende EDV-Bugs, die nicht nur – wie auf diesem Blog vorausgesehen-einem KAV-Gen.Direktor Stv. das berufliche sondern auch so manchem Akutpatienten sein Ableben bringen werden und
eine Medizinuniversität in jedem Landeskaff (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=70488).

Warum wir uns darauf FREUEN sollen?
Lachen ist doch angeblich GESUND?!?!

Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem

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ebner

Wir haben uns hier schon mehrfach mit “ eine der ersten und innovativsten Adressen für Unternehmensberatung“ im Gesundheitswesen beschäftigt:
Ebner Hohenauer Consult EHC
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=64132

Beim Ex-Arzt, ausgebildeten Psychotherapeuten Dr. Heinz Ebner laufen seit Jahren alle relevante Informationen des Gesundheitssystems verschiedenster Träger zusammen,
die selbst vor den täglich in der Praxis arbeitenden Mitarbeitern verborgen werden.
Auf Basis dieser Informationen rechnet man in seinem Büro so lange herum, bis genau das Projekt heraus kommt, das seine Auftraggeber gerne hören.
Wie gut das denen tut, sah man an der inzwischen insolventen Bad Gleichenberg Therapie und Thermen AG seines ehemaligen (?) Geschäftspartners Dr Köck.
Dieser sitzt inzwischen praktischerweise im „Aufsichtsrat des Wiener Krankenanstaltenverbundeshttp://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53877.
Auf die diesbezügliche Synergien kommen wir noch.

Die Gesundheitspolitik, zum Beispiel Frau Gesundheitsstadträtin Wehsely, stört es nicht, dass alle Informationen des Wiener Krankenanstaltenverbundes zu Ebner Hohenauer Consult laufen, während die Stadträtin naturgemäß keinen nur annähernd so tiefen Einblick in die Zahlen anderer „Gesundheitsdienstanbieter“ hat, die dann von Ebner Hohenauer Consult beraten werden.

Wie wurde dereinst ein Beamter aus dem Finanzministerium zitiert, als sein damaliger Minister, ja das war der Grasser aus unserem Satanswinkerl (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33552), mit der aus Steuergelder finanzierten Beraterflut befreundeter Agenturen begonnen hat:

Ein externer Berater schaut auf DEINE Uhr und sagt die dann wie spät es ist.

Dr. Ebner
 saß z.B. von Anfang an im Projektteam des Krankenhauses Nord und schreibt brav bei allen Diskussionen von Ärzten, Pflege und Verwaltung mit.
Sicher ganz praktisch noch dafür kassieren zu dürfen, dass man sich die Kenntnisse des Gesundheitssystems, die man selbst praktischerweise nicht am Krankenbett oder der Ambulanz erarbeiten musste, von denen erzählen lassen kann, die die Ochsentour gegangen sind.
Sicher nicht unpraktisch zu wissen, wo welche Investitionen anfallen werden und wie diese ausgeschrieben werden.

Als Ersteller der Regionalen Strukturpläne Gesundheit (RSG) sitzt er an den Schalthebeln die entscheiden,
ob in den nächsten Jahren Leistungen zu den privat geführten Spitälern verlagert werden,
ob dort oder da ein neues Großgerät gekauft werden und
ob hier oder dort Gangbetten stehen werden.
Als Herr über alle Informationen kann er sich natürlich von allen Auftraggebern, die eben nicht diese tiefe Systemeinsicht haben, erneut dafür bezahlen lassen, dass seine Berechnungen dies oder jenes ergeben, würde nicht die Unschuldsvermutung gelten.

Dann vergleicht man die Aufenthaltsdauer in Spital A mit dem Spital B und schon ist die Belegschaft mundtot gemacht;
dass in einem Spital A vielleicht nur das Kniegelenk von Freizeitsportlern endoskopiert wurde und im anderen komplexe Interventionen an multimorbiden Patienten stattfanden, das könnte vielleicht der Berater beweisen, nicht aber die in der täglichen Praxis stehen ….

Aber Merke:
Alle im System, insbesondere die Ärzte, sind natürlich korrupt, faul und nur auf den eigenen Vorteil bedacht.
Der Berater ist über jeden Verdacht erhaben.

In welche Geiselhaft sich die Politik dadurch begibt, indem sie einerseits die eigenen Mitarbeiter unter den Generalverdacht der Faulheit, Korruption und Verschlagenheit stellt, andererseits den krebsgeschwürartig sich ausbreitenden Beraternetzen bereitwillig alle Informationen hinkübelt, zeigt folgende kleine Begebenheit:

Da erarbeiten die Mitarbeiter eines Wiener Spitals (selbstverständlich während ihrer Dienstzeit und somit ohne Zusatzkosten für die Dienstgeberin) einen Projektplan aus.
Aus dem Aufsichtsrat des KAV kommt aber prompt vom „Experten“ Dr. Köck die Empfehlung, das Projekt von einem „externen Berater“ prüfen zu lassen.
Sofort liegt der Kostenvoranschlag von den ehemaligen Kollegen in der HCC für diese Beraterleistung vor: Schlappe 100.000 € ….

Aber in der öffentlichen Meinung sind es die Ärzte, die die Steuergelder im Spital verschwenden.

Aber eigentlich stimmt das ja wirklich,
es sind aber nicht die am Krankenbett sondern die, die sich rechtzeitig in die innovative Gesundheitsberatung vertschüsst haben,
nachdem sie sich von der Gesellschaft eine der teuersten Studienrichtungen zahlen haben lassen, weil diese glaubte, dass sie dadurch einen Arzt ausbilden würde, der sie dereinst behandelt würde …
LOL

Written by medicus58

19. Dezember 2012 at 20:27

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