Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Zur Schieflage der Situation, oder der verschlissene Kurz

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Nachdem alle Sommerurlauber aus dem Ausland per Reisewarnung heimgestaut wurden, schien es heute unserem Bundeskanzler wieder angebracht uns die Welt zu erklären.

Wie sein Vorgänger BK Figl 1945 uns zu Weihnachten nichts geben konnte, (die obskure Geschichte des Tondukuments finden Sie hier) verspricht uns sein türkise Urenkel wenigstens einen normalen Sommer, 2021.

In der Sonder ZIB mutmaßte man sogleich von Informationen die der Kanzler wohl über Medikamente und Impfungen haben müsste, wenn er uns dieses Versprechen gibt, und vergessen scheint, wie uns der Bundesmaturant noch zu Beginn der Pandemie zuerst den Lock down für vorerst 14 Tage, dann bis Ostern und schließlich bis Pfingsten (also ebenso 2,5 Monate wie in Wuhan) stottern ausweitete.

Auch das Geschwafel über die unter dem Eindruck von Corona auszuweitenden internationalen Kontakte zu anderen Covid Musterschülern und Jugendaustausch Programme ua mit den Vereinigten Emiraten zeigten, dass längst alle Munition verschossen wurde.

BTW, Jugendaustausch mit den Emiraten, einem hot spot einer anderen Coronavirus Erkrankung, nämlich MERS, hätte keinem informierten Ghostwriter passieren dürfen. Auch die Streicheleinheiten für die betagteren Kurzwähler, denen jetzt plötzlich soziale Kontakte auch in der Pandemie versprochen werden, lösen nur mehr Kopfschütteln aus über eine Regierung, die gerade Distanzregeln in der Eigentumswohnung gesetzlich vorschreiben will.

Ich frage mich, wie lange die salbungsvollen Widersprüche noch medial funktionieren. Dem politisch an der Leine zappelnden ORF TV war der Auftritt eine Sonder ZIB wert und auch die großen Online Zeitungen übertrugen, aber nach den Kommentaren in den Sozialen Medien, locken die Selbstdarstellung-Piruetten unseres Kanzlers wenige mehr hervor, so dass irgendwann die Diktatur der Einschaltziffern schlagend wird.

Man kann es auch einfacher sagen:

Hätte Kurz geschwiegen, hätte man ihn für einen Bundeskanzler halten können.

Written by medicus58

28. August 2020 at 17:26

Hier ist er, der Corona-Plan für den Herbst

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Während sich unsere Regierungsmitglieder noch für den nächsten Pressekonferenz-Marathon in Form bringen (Kogler hatte offenbar vor dem Sommergespräch seinen Visagistentermin schon hinter sich), aber noch völlig unklar ist, wie wir im zweiten Halbjahr Ampeln, Kindergärten, Schulen, Schnupfen Saison, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise zusammen kriegen sollen, darf ich Ihnen hier schon mein eigenes Konzept präsentieren.

Das Naserl im Fetzerl (für den Insider der Wiener Verkehrsbetriebe) und die Zungenspitze im Wangerl (für den Angliophilen) finden Sie hier gereiht nach Ihrer Wichtigkeit meine Vorschläge :

Wenn die Ampel GRÜN blinkt :

Als Erstmaßnahme zieht sich der gesamte ORF in die Quarantäne zurück und Armin Wolf macht einen Denial of Service Angriff auf die Socialen Medien.

Öffentliche Toiletten sind nur mehr in Schutzkleidung zu betreten.

Kindergärten werden ausnahmslos geschlossen und frei werdende, akademisierte PädagogInnen heben auf 1450 ab.

Wenn die Ampel GELB zeigt:

ORF III wird in SARS CoV2 umbenannt und bringt in Dauerschleife einander widersprechende Expertinnen, Experten und solche unbestimmter sexueller Rolle, die darum würfeln ob superspreadende Kinder nur im Home schooling oder im Präsenzunterricht aktiv werden dürfen.

Eine Verordnung des Gesundheitsminister erhöht den Mindestabstand in Laufhäusern auf 6 Meter.

Schulen bekommen 365 schulautonom zu vergebene Tage an denen der Unterricht schon vor 8 Uhr beendet wird.

Wenn die Ampel ORANGE zeigt:

Die Spitäler werden nur mehr für nachweislich Gesunde geöffnet.

Maskenpflicht für Verfassungsjuristen, vorgeschrieben werden luftdicht Masken, über eine optionale Pause alle 2 Stunden entscheidet noch das Arbeitsgericht.

Gasthäuser dürfen nur mehr Flüssig-breiiges anbieten, das über wiederverwendbare Strohröhrchen aufgenommen werden kann. Bezahlt wird in Bitcoins.

Der Volksgesundheit zu liebe wahlfahrtet das Kleine Walsertal nun zu Kurz auf den Ballhausplatz und nicht umgekehrt.

Anschober wird sich das Problem nun einmal anschauen, Edstadler schaut sich an, ob sich das Anschober auch anschaut und Nehammer veranlasst Massenverhaftungen.

Der ORF verzichtet auf jede Neuproduktion aus Rücksicht auf Budget und wiederholt die schönsten Berichte über Massengräber in New York. Den Schülern werden die gerade verteilten Tablets wieder weggenommen, damit auch jeder ORF Redakteur auf Skype gut rüber kommt.

Wenn die Ampel ROT zeigt:

Wahlen werden verboten. Die Beamten des Gesundheitsministerium werden zu einem verpflichtende Deutschkurs geschickt.

Der Bundeskanzler wird ermächtigt mit Not Verordnungen zu regieren, egal ob er gewählt wird oder nicht. Die Reisewarnung für Weißrussland wird aufgehoben.

Ab 10:00 vormittags wirft Mahrer täglich Geldbündel an bedürftige internationale Berater aus dem Fenster.

Tourismusministerin Köstinger bläst die Massentestungen in der Hotellerie ab ehe sie so richtig begonnen haben, da die Wattestäbchen ausgegangen sind während Bundeskanzler Kurz täglich eine Million Testungen verspricht.

Die Bezirksgrenzen zwischen Meidling und dem Waldviertel werden strittig und die Anwendung des bezirksweisen Ampel Systems ist in Gefahr.

Der VGH sieht Farbenblinde durch das Ampelsystem nicht richtig erfasst und bei der Wien Wahl gelten deshalb alle abgegebenen Stimmen als Türkis.

Written by medicus58

12. August 2020 at 17:32

Corona: Who’s fighting and what for?

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OK, der Sager stammt von Mick Jagger als in Altamont gerade ein Konzertbesucher erstochen wurde, aber nach ein paar Monaten Coronakrise sollten wir uns diese Frage auch mal stellen.

In Berlin demonstrieren 20.000 gegen Schutzmaßnahmen, bei uns heben Verfassungsjuristen immer wieder Schutzmaßnahmen auf und lassen den Babyelefant aussterben. Klar ist das ein ungleiches Paar Schuhe, denn die einen haben mit den geltenden Regeln ein persönliches Problem, Juristen eh fast immer nur ein formales (diesmal auch ein grammatikalisches) Problem.

Ja, und für die alte Dame heute in einer Bim, ist eh alles nur ein Problem der mangelnden Disziplin, hat sie wohl noch vom Blockwart (Copyright Klenk) gelernt.

Was in dem Gedröhne zwischen Warnern und Erbosten, Virologen und Rechtsbewahrern irgendwie aus dem Focus verschwunden ist, ist doch die Frage, was wir eigentlich mit all dem Regelwerk erreichen wollen:

Das was wir wohl wollen, alles wird wie früher und niemand wird krank, wird es noch lange nicht spielen (würde übrigens so klar schon zu Beginn nur von den Schweden ausgesprochen).

Schützen wir die lieben Alten hat ja nicht so funktioniert, das Schützen wir die Spitäler haben wir aus heutiger Sicht übertrieben (Link).

Flatten the curve, war auf der Kurzstrecke erfolgreich, löst aber nicht das Problem des jetzigen Marathons.

In meinen Augen sind die aktuell größten Probleme folgende zwei:

Die Disziplinierung durch Angst (100.000 Tote) unter fleißiger Mithilfe Leser- und Zuschauergeiler Medien führte zu Nulltoleranz jedes neuen Covid-19 Krankheitsfalles. Hätten wir eine ähnliche Haltung zum Unfall- oder Herz-Kreislauf-Risiko, wären viele ärztliche Spezialisten arbeitslos.

Das zweite Problem, und da keimt ein bisschen Verständnis für die überwiegend nur bescheuerten Demonstranten, dass die Politik durch ein Feuerwerk an Anordnungen Aktivität und Kompetenz demonstrieren will, aber sich dabei viel zu sehr im Detail verliert, bis sie selbst die Übersicht in der rechtlichen Kombinatorik verliert.

Vergleichen Sie mal diesen klassischen Monty Python Sketch, wie John Cleese erklärt, wann man duschen und wann man einen Brief an die Eltern schreiben soll (der Rest ist aber auch lustig).

Also was besser machen?

Medial abrüsten, das Virus ist für ältere u/o vorgeschädigten gefährlicher als die meisten Grippewelle, aber wir sind (und waren) noch weit vom Systemkollaps entfernt. Ohne Evidenz anbieten zu können halte ich es überhaupt für wenig wahrscheinlich, dass die Menschheit Ähnliches nicht auch schon früher durchgemacht hat, halt ohne PCR gestütztes Wissen.

Möglichst wenige Regeln, die aber flächendeckend. Die Granulierung durch Bezirksampeln wird nicht die Lösung.

Mut zur Lücke und den zwei Drittel. Alle haben wir mal irgendwas in der Art des Pareto Prinzips gelernt: 80 % des Ergebnisses wird durch 20% des Gesamtaufwandes erreicht.

Erfassen des Problems als global. Ob der serbische Österreicher oder der österreichische Serbe ein- oder ausreist, ist epidemiologisch egal. Wer das Virus heute nicht kriegt, kriegt es vielleicht in den nächsten Monaten, Durchtauchen wird schwieriger als es scheint.

Wenn der Ombudsmann nun findet, dass Schutzmaßnahmen für ältere (und nachweislich häufiger sterbende) Menschen ungesetzliche waren, dann wird er vielleicht in Berlin grad mitmarschieren. In der Sache ist er ebenso kontraproduktiv, wie Regierung und Verfassungsjuristen. Aber das nur als Coda.

Written by medicus58

1. August 2020 at 18:35

Urlaub von Corona – ein Selbstversuch in Kurzistan

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Leser dieses kleinen Blogs am Rande des Netzes wissen, dass Ihr Medicus eher ein Reisender ist, den es eher in die weite als in die bucklige Welt zieht, aber heuer ist ja alles anders.

Angeblich, denn eines hat sich nicht geändert, die einzelnen Viertel und Gaue meines Heimatlandes frönen dem Föderalismus und sind ein wenig merkwürdig.

In Niederösterreich ist (derzeit) bekanntlich keine Maskenpflicht beim Betreten einer Gaststätte, in Oberösterreich schon. Das können Sie sehr gut bei einer Durchmessung, nein nicht der Welt sondern (heut flutschen die Stabreime), der Wachau überprüfen, übrigens (für den ausländischen Leser) beides türkise Stammländer, in Oberösterreich sogar  politischer Vorreiter der Bundesregierung, Tückisch-Grün.

Was merken Sie beim Betreten einer Gaststätte? In Oberösterreich werden Sie per Aufkleber auf die Maskenpflicht hingewiesen, in Niederösterreich nicht, getragen wird sie in beiden Fällen nicht. In Oberösterreich wird einem vor einem Museumseintritt sogar eine kopierte Seite der Kronenzeitung hingehalten und darauf aufmerksam gemacht, dass man (verordungskonform) im Museum unmaskiert bleiben darf (eh egal, weil keine Besucher drinnen waren), aber der Clou war, dass sich die Dame an der Kassa fürchterlich über diese Bundesregierung aufregt (die g’hört weg) obwohl die verschärfte Maskenpflicht (zB in Restaurants) ja zuerst von der Oberösterreichischen Landeregierung erlassen wurde. Landeshauptmann und seine für Gesundheit zuständige Stellvertreterin sind ebenso aus der ÖVP, wie die niederösterreichische Landesregierung und der Bundeskanzler.

Was lernen wir daraus? Selbst in unserem kleinen Land herrschen überall unterschiedliche Regel, über die wir schimpfen, obwohl wir uns an Sie ohnehin nicht halten, aber trotzdem verlieren wir diesen aufrührerischen Gestus pünktlich vor jeder Wahl und machen wie immer unser Kreuz drüber.

Übrigens tragen an den Tankstellen auch weder Kunde noch Tankwart Maske, vermutlich weil die dort freigesetzt Aerosole eh viruzid sind, was vermutlich einmal gar nicht so falsch ist….

Written by medicus58

26. Juli 2020 at 19:15

Die Relativitätstheorie des Coronavirus

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Österreich und seine Regierung sonnt sich in den aktuell grad mal 42 bewiesenen Neuerkrankungen pro Tag und die Medien verweisen mit Schauder auf die immer noch hohen Zahlen in Spanien und die gar nicht fallen wollenden in UK und den USA.

Oft die selben Medien berichten aber gar Grausiges vom ehemaligen Vorzeigeschüler Südkorea, dessen Handy-Abhörwahn und Testorgien man uns noch kürzlich als unabdingbar für unser Überleben hat einreden wollen:

An Corona-Fällen: In Südkorea stärkster Anstieg seit Wochen

Infektionsherd in den Bars: Südkoreaner fürchten zweite Welle ?

Jünger Partygänger steckt potentiell Tausende an. Schulen Szene unter Beschluß

Nun, dann Schau’n wir uns die aktuellen Zahlen aus Südkorea an, die zur allgemeinen Hyperventilation führten:

Am 11.5. wurden grad mal 35 neue Fälle entdeckt, also weniger als in Österreich, das sich feiern lässt. Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit der Binsenweisheit, dass absolute Zahlen im Abstieg und im (Wieder-?) Anstieg von Exponentialkurve was anderes bedeuten, eh geschenkt. Aber auf der einen Seite Heiligsprechung und auf der anderen Seite die Apokalyptischen Reiter der Schwulenbars, das ist relativer als es Einstein erlaubt hätte.

Written by medicus58

11. Mai 2020 at 16:19

Das Coronavirus ist nicht unser einziger Gegner

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Ich hatte ja schon ganz zu Beginn der Covid-19 Epi-/Pandemie so meine Bedenken dass sich die Entscheidungsträger zu sehr von Rechenmodellen leiten lassen (Coronavirus: Künstliche Intelligenz vs. Menschenverstand) und mir wurde Angst und Bang bei manchen Selbstdarstellern, die ihre und unsere Angst durch ein Stakkato immer drastischer Maßnahmen besänftigten (Covid 19: Möge die Kur nicht schlimmer als die Krankheit werden).

Die verordnete gesellschaftlich Schockstarre, um uns nicht alle gleichzeitig erkranken zu lassen kann durchaus Sinn machen und soll hier ebenso nicht hinterfragt werden, wie der Hausarrest für alle, wenn auch bezweifelt werden kann, dass dieser zwei bis drei Monate lückenlos aufrecht erhalten werden kann, wenn der Herd kaputt geht oder das WC verstopft ist. Da wird es wohl noch Nachbesserungen geben müssen, wenn wir nicht virusfrei aber trotzdem vor die Hunde gehen wollen.

Wenn sich aber nun jede und jeder verpflichtet fühlt alle anderen zu bespitzeln (Achtung! Die digitalen Corona-Blockwarte sind unterwegs) und jeder Gartenzwerg zum Krisenmanager heranwächst:

In den letzten Tagen erklärten mir

Servicetechniker großer Hard- und Softwarekonzern, dass ihnen verboten wurde ein Krankenhaus zu betreten, eine

Behörde bis auf weiteres keine „Plaketten“ zur Personalkontrolle aus Spitäler mehr auswerten wollen, der

bedarfsgerechte Personaleinsatz an bürokratischen Hürden scheitert und

die Regierung scheinbar Milliarden an Förderungen verspricht, andererseits klammheimlich ihre Schadenersatzpflicht aus dem Epidemiegesetz ruhen stellte (Link) und

inzwischen Röntgeninstitute Untersuchungen und niedergelassene Physiotherapeuten Therapien kranker Menschen ablehnen,

während wir alle davon ausgehen, dass andere an der Supermarktkasse und in der Trafik hunderte unkontrollierte Personenkontakten haben.

Und als Spezifikum im öffentlichen Dienst erinnert die Personalvertretung, dass natürlich auch sie noch „das Virus genehmigen muss“.

In den nächsten Monaten werden die meisten von uns mit dem Virus in Kontakt kommen und 80% davon werden ihn auch ohne Spitzenmedizin so gut überleben wie Tom Hanks.

Ob all die anderen Kranken und die wenigen, für die das Virus lebensbedrohlich ist, das gut überstehen wird davon abhängen, ob wir unsere hirnlose Bürokratie und stures Beharren auf längst überholte Formalismen in den Griff kriegen.

Auch ob aktuell die Priorisierung stimmt mag hinterfragt werden (die Namensnennung erfolgt lt Klenk mit Genehmigung)

Written by medicus58

18. März 2020 at 18:42

Coronavirus: Künstliche Intelligenz vs. Menschenverstand

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Wie schon die Alten Chinesen, nein, nicht unsere gerade stotternde Werkbank, wussten: Wünsche Deinen Feinden sie mögen in interessanten Zeiten leben.

Wir erleben gerade wieder einen gigantischen Selbstversuch, wie sich die Menschheit gegen eine plötzlich auftauchende Gefahr zu wehren versucht.

Waren es in der Antike die Philosophen, während der Pest noch die Priesterkaste, in der Neuzeit die Fachleute, zuletzt die Influenzer, erleben wir augenblicklich, dass wir den Handlungsanweisungen der Algorithmenschmiede der Technik folgen.

Haben Sie sich schon gefragt, warum plötzlich alle wissen, dass eine Reduktion der Sozial-Kontakte um ein Viertel, die Infektionen halbieren? Eben, ein einfacher Algorithmus, der das an einer genügend großen Fall Zahl durchspielt (Monte Carlo, heißt sowas in manchen Bereichen, die nicht einfach linear darstellbar sind).

Ist ja im Prinzip nichts Schlechtes und brachte uns in der Wettervorhersage auch schon viel Nutzen, hat uns aber bei so manchem Börsencrash seine Limits aufgezeigt.

Die Ursachen dafür sind meist in zwei Schwachstellen zu sehen: Einerseits ist es in hoch komplexen Systemen nicht leicht, alle Einflussfaktoren zu modellieren und für jeden Parameter die geeignete Gewichtung zu finden.

Wir probieren aber augenblicklich auch hier das Primat der Algorithmen über den gesunden Menschenverstand aus. Spannende Zeiten eben.

Einfacher ausgedrückt ist es natürlich sinnvoll in den Öffis nicht die Haltegriffe zu berühren, aber je nachdem, wie hoch ich die Viruslast am Haltegriff, die Fähigkeit des Virus auch überzuspringen und den Prozentsatz der Infizierten abschätzen, gleich zu sterben, krank zu werden und in Quarantäne zu gehen oder als Gesunder das Virus weiterzugeben einschätze, kann es am Ende durchaus sein, dass eine Notbremsung mehr Leuten das Genick bricht, als dass sie das Coronavirus zum Niesen bringt.

Link zum Statistik spielen.

Und ein parallel damals erschienene Artikel über die statistischen Unsicherheiten der Prognosen, den ich beim Abfassen meines Textes nicht kannte, der aber gut zum Thema passt:

A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, we are making decisions without reliable data Link

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