Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Corona Ampel

Mich würde es wundern, wenn Sie überhaupt noch was über die Coronaampel lesen würden

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Ich glaube auch nichts mehr zu dem Thema beitragen zu können, das noch nicht gesagt, widerlegt, zerlegt oder wiederholt oder verworfen wurde.

Es geht in dieser Phase der Covid-19 Pandemie, auch wenn es Sie vielleicht jetzt überrascht, auch nicht mal so sehr um Medizinisches, nichtmal um Politisches, denn auch da werden wir kaum mehr so viel praktisch Verwertbares (außer Impfung und/oder antiviraler Therapie) dazulernen wie wir jetzt nicht ohnehin schon wissen. Oder glauben Sie, dass die Erkenntnis auf wieviele Meter welche Tröpfchen noch krank machen können, zu im täglichen Leben brauchbaren Handlungsanweisungen führen, wenn Sie sich in einer U-Bahn zusammendrängen müssen ?

Was wir in dieser Phase endlich erkennen müssen, sind vielleicht zwei Punkte:

Erstens sollten wir uns von Politikern fern halten, die ihren PR-Beratern mehr folgen, als Fachexperten für das eigentliche Problem.

Zweitens sollten wir erkennen, dass es sind, mit denen ich Gruppen führen kann. Natürlich ist es verführerisch für jede Situation, jedes Geschlecht, jedes Lebensalter und jede Himmelsrichtung immer noch detailliertere Regeln zu verordnen. Das scheint Handlungsfähigkeit und Macht zu demonstrieren, nur führt es nach einiger Zeit zu solcher Verwirrung, dass am Ende nichtmal die wichtigsten Regeln mehr befolgt werden.

Exemplarisch hat das heute Hubert Sickinget auf Twitter sehr pointiert zusammengefasst:

Für das meiste, was nun weltweit verordnet wird, fehlt harte Evidenz Lesen Sie dazu die Stellungnahme des Deutschen  EbM Netzwerkes, wenn Sie Sätze wie folgende aushalten:

Eine erste gesundheitsökonomische Modellierung aus Großbritannien beziffert die Kosten für ein durch den Lockdown gerettetes Lebensjahr (QALY) mit 220.000 bis 3,7 Mio Pfund. Im englischen Gesundheitssystem wird als maximaler für die Solidargemeinschaft sinnvoller und zumutbarer Wert 30.000 Pfund pro QALY angenommen.

Aber auch wenn es Sie irritiert, daß man mal nicht mit „Koste es was es wolle“ argumentiert sondern zur Überlegung anregt, dass manches nicht mehr geht, wenn man das Pulver für anderes verschossen, ist die Lektüre allein deshalb zu empfehlen, weil sie so manche von der Politik verordnete Maßnahmen auf ihre wissenschaftliche Evidenz abklopft.

Auch das ist ein Argument für weniger aber konsequent eingehaltene Verhaltensregeln und weniger PR Geschwurbel.

Written by medicus58

11. September 2020 at 20:03

Hier ist er, der Corona-Plan für den Herbst

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Während sich unsere Regierungsmitglieder noch für den nächsten Pressekonferenz-Marathon in Form bringen (Kogler hatte offenbar vor dem Sommergespräch seinen Visagistentermin schon hinter sich), aber noch völlig unklar ist, wie wir im zweiten Halbjahr Ampeln, Kindergärten, Schulen, Schnupfen Saison, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise zusammen kriegen sollen, darf ich Ihnen hier schon mein eigenes Konzept präsentieren.

Das Naserl im Fetzerl (für den Insider der Wiener Verkehrsbetriebe) und die Zungenspitze im Wangerl (für den Angliophilen) finden Sie hier gereiht nach Ihrer Wichtigkeit meine Vorschläge :

Wenn die Ampel GRÜN blinkt :

Als Erstmaßnahme zieht sich der gesamte ORF in die Quarantäne zurück und Armin Wolf macht einen Denial of Service Angriff auf die Socialen Medien.

Öffentliche Toiletten sind nur mehr in Schutzkleidung zu betreten.

Kindergärten werden ausnahmslos geschlossen und frei werdende, akademisierte PädagogInnen heben auf 1450 ab.

Wenn die Ampel GELB zeigt:

ORF III wird in SARS CoV2 umbenannt und bringt in Dauerschleife einander widersprechende Expertinnen, Experten und solche unbestimmter sexueller Rolle, die darum würfeln ob superspreadende Kinder nur im Home schooling oder im Präsenzunterricht aktiv werden dürfen.

Eine Verordnung des Gesundheitsminister erhöht den Mindestabstand in Laufhäusern auf 6 Meter.

Schulen bekommen 365 schulautonom zu vergebene Tage an denen der Unterricht schon vor 8 Uhr beendet wird.

Wenn die Ampel ORANGE zeigt:

Die Spitäler werden nur mehr für nachweislich Gesunde geöffnet.

Maskenpflicht für Verfassungsjuristen, vorgeschrieben werden luftdicht Masken, über eine optionale Pause alle 2 Stunden entscheidet noch das Arbeitsgericht.

Gasthäuser dürfen nur mehr Flüssig-breiiges anbieten, das über wiederverwendbare Strohröhrchen aufgenommen werden kann. Bezahlt wird in Bitcoins.

Der Volksgesundheit zu liebe wahlfahrtet das Kleine Walsertal nun zu Kurz auf den Ballhausplatz und nicht umgekehrt.

Anschober wird sich das Problem nun einmal anschauen, Edstadler schaut sich an, ob sich das Anschober auch anschaut und Nehammer veranlasst Massenverhaftungen.

Der ORF verzichtet auf jede Neuproduktion aus Rücksicht auf Budget und wiederholt die schönsten Berichte über Massengräber in New York. Den Schülern werden die gerade verteilten Tablets wieder weggenommen, damit auch jeder ORF Redakteur auf Skype gut rüber kommt.

Wenn die Ampel ROT zeigt:

Wahlen werden verboten. Die Beamten des Gesundheitsministerium werden zu einem verpflichtende Deutschkurs geschickt.

Der Bundeskanzler wird ermächtigt mit Not Verordnungen zu regieren, egal ob er gewählt wird oder nicht. Die Reisewarnung für Weißrussland wird aufgehoben.

Ab 10:00 vormittags wirft Mahrer täglich Geldbündel an bedürftige internationale Berater aus dem Fenster.

Tourismusministerin Köstinger bläst die Massentestungen in der Hotellerie ab ehe sie so richtig begonnen haben, da die Wattestäbchen ausgegangen sind während Bundeskanzler Kurz täglich eine Million Testungen verspricht.

Die Bezirksgrenzen zwischen Meidling und dem Waldviertel werden strittig und die Anwendung des bezirksweisen Ampel Systems ist in Gefahr.

Der VGH sieht Farbenblinde durch das Ampelsystem nicht richtig erfasst und bei der Wien Wahl gelten deshalb alle abgegebenen Stimmen als Türkis.

Written by medicus58

12. August 2020 at 17:32

Covid-19 verampelt

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Berlin hat schon eine, Dresden schon eine seit Mai, jetzt haben auch wir, eine Corona-Ampel.

Seit die Hoffnung auf rasche Herdenimmunität gescheitert ist und der nationale Lock down ohne so richtig Erster Welle wirtschaftlich in den gesellschaftlichen Scheintod führte, ist jetzt Regionalisierung die Lösung.

Auf den ersten Blick macht das ja Sinn, wenn man weniger von homogenen Infektionswellen und mehr von Clustern um Superspreader ausgeht, nur liegt wie immer der Teufel im Detail.

Erstens die Datenqualität

Verschiedene Stellen hatten (nicht nur in Ö) unterschiedliche Zahlen, das kann durchaus verwirren wenn das immer sogleich zu Verordnungen führt.

Zweitens die Datenkinetik

Wir erinnern uns an die vergangenen Sprünge in den Modellen, weil die Daten oft unregelmäßig eingepflegt werden und die Herkunft nicht immer geografisch klar zugeordnet werden konnte. Da muss ein „Stoßdämpfer“ eingebaut werden

Drittens die Datenunschärfe

Erinnern wir uns an das lächerliche Gezeter, ob die Fälle im Verteilerzentrum nun Wien oder NÖ betreffen.

Viertens die fehlenden Vorgaben

Wenn, was bei uns leider Tradition hat, jeder Bezirkskaiser aus den Daten wieder andere Entscheidungen fällt (Föderalismus Alarm), weil es keine bundesweitenRegeln gibt, katapultiert uns das in die Pest Bekämpfung des Mittelalters zurück.

Wenn da nicht rasch nachgebessert wird, wird bald jeder einen Fall kennen, der von Ankündigungspolitik und nicht vom Virus umgebracht wird.

Written by medicus58

10. Juli 2020 at 20:10

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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