Sprechstunde

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Thinking, Thinking statt Testing, Testing?

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Wir halten seit dem Sommer, mit wenigen Ausnahmen bei einer ca. 1 prozentigen Rate bei PCR positiv Getesteten.

Mit anderen Worten brauchen wir 100 Teste um einen PCR Positiven zu finden ohne weiterhin zu wissen, ob der dann symptomatisch ist, weil wir diese Daten nicht lückenlos erheben.

Für diese Erkenntnis zählen wir rund 8.00010.000 Euro pro positiv Getestetem.

Da die Tests meist nicht quantitativ ausgewertet werden, wissen wir weder, ob der für das Geld Identifizierte auf immer asymptomatisch, leicht symptomatisch, Hospitalisierungs- oder intensivpflichtig werden wird, noch ob er der Superspreader ist, dessen Quarantäne ein paar Dutzend andere Infizierte verhindert hat oder er nichtmal seine Mitbewohner angesteckt hätte.

Wenn Anschober (grad im Radiointerview) schon von drei Prognosen– gestern waren es noch 2, nämlich so wie bisher oder 1.500 positive Tests/Tag- spricht, dann kann er einem nur mehr leid tun.

Sehr plump hoch gerechnet heisst das für das Kontakt-Tracing bei täglich

800 (neuen Personen) x 14 (Tage Infektiosität)  x 10 (längeren und näheren Kontakten pro Tag) =

täglich zusätzlich 112.000 Kontaktpersonen ausfindig machen zu müssen .

Damit wären selbst Gestapo oder KGB überfordert gewesen.

Die seit Monaten aufgebaute Schimäre, dass ein more of the same die Lösung wäre, zeigt inzwischen seine Absurdität. Wenn der Schwedische Weg in Wahrheit weniger Agitprop, wenige aber konsequente Regeln und eine Gesundheitsversorgung so gut wie eben möglich heißt, dann sollten wir uns doch langsam daran orientieren.

Zugegeben, die noch immer vergleichsweise massiv höheren Todesfälle in Schweden sprechen dagegen, aber glauben wir wirklich, dass uns unser Weg davor auf lange Sicht bewahren wird? Solange wir nicht die unterschiedlichen Verläufe in verschiedenen Gesellschaften erklären können, sollten wir auch nicht glauben, dass unser Aktionismus etwas anderes bewirkt hat als ein Verschieben der Krankheiten auf später.

Written by medicus58

19. September 2020 at 12:36

Urlaub von Corona – Söderland statt Kurzistan III

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Neue Variante des Corona-traceing knapp hinter Kurzistan im Söderland entdeckt. http://www.s.darfichrein.de eine scheinbar einfache Lösung für ein optimales Nachverfolgen der vom Tode Bedrohten, die innerhalb der letzten 14 Tage mit einem Covid-19 Erkrankten Kontakt hatten.

Ein Projekt des Bayrischen Gaststättenverbandes und der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung zu dem man sich einmal elektronisch anmelden muss. Supi, für die Einheimischen, blöd für den Ausländer ohne Online Zugang. Nach einigen Misserfolge ist man dann in einem lokalen WLAN, nur lädt der QR-Scanner nicht die Seite.

Der Kellner erkundigt sich nach den Getränke-Wünschen.

Irgendwann und irgendwie hat man dann seine Daten eingetippt, Ankunftsdatum und – Uhrzeit muss man natürlich selbst eingeben, das kann man offenbar online nicht…

Schließlich, der Kellner hat auch die Getränke gebracht und die Speisewünsche aufgenommen, bekommt man ein Zertifikat, dass man sich angemeldet hat.

Dieses soll der Kellner dann abfragen, tut er aber nicht, weil es ihm egal ist..

Ein anderes IT-Tool, das Beruhigt und wohl garnix im Kampf gegen SARS CoV2 bewirkt.

Manchmal glaube ich, die EDV ersetzt heute nur die Amulette des Mittelalters. Wir wollen in unserer Hilflosigkeit an was glauben.

Written by medicus58

28. Juli 2020 at 20:37

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