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Wer hat die Österreichische Impfstrategie eigentlich verbockt?

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Klar konnte vor Monaten niemand voraussehen, welcher der Dutzenden Impfstoffe (Regelmäßig aktualisierter Überblick über mögliche Impfungen gegen das Coronavirus) es bis zur Zulassung schaffen wird, aber Das Virus schaffte, was mehrere Wahlkämpfe nicht schafften, und die Wähler noch immer nicht wahrhaben wollen: Das Beste aus zwei Welten ist nicht gut genug.
Auch wenn Rudi Anschober schon wieder in der ZIB 2 überrascht tut, waren die Schwierigkeiten vorhersehbar: Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff, wer hätte das gedacht ?!?!

Aus dem EU Angebot hat sich die tückisch-grüne Regierung offenbar bewusst für den Wirkstoff der AstraZeneca entschieden, bei dem schon während der Zulassungsstudien Probleme offensichtlich wurden, so dass die Studien kurzfristig unterbrochen wurden.
Mit Stand Jänner 2021 hat die EU ihre Bestellungen eher gleichmäßig gestreut (AstraZeneca (400 Millionen Dosen), Sanofi-GSK (300), Johnson and Johnson (400), BioNTech-Pfizer (600), CureVac (405), Moderna (160) und begonnen mit Novavax über 200 Millionen zu verhandeln.
Die Shoppinglist unserer offensichtlich Kurz-sichtigeren Regierung setzte überproportional auf AstraZeneca:

AstraZeneca: 6 Mio. Dosen
SANOFI, Protein-Subunit 1,5 Mio. Dosen
Johnson&Johnson 2,5 Mio. Dosen
BioNTech/Pfizer 3,5 Mio. Dosen
CureVac 3 Mio. Dosen
Vergleiche: Das Covid-19 Impf-Dilemma hat schon Hippokrates vorhergesehen (Update 6.1.2021)

Ja, und wenn man dem Volk auf’s Maul schaut, dann scheint das auch immer mehr aufzufallen:
Privat bin I vielleicht a Trottel, aber beim Covid kenn I mi aus

Aber neben dem Gesundheitsminister, der noch immer unbeirrt von Impfdose statt -dosis spricht, dem Bundesbasti, der der europäischen Zulassungsbehörde sagen möchte, wie sie arbeitet, sind es auch die Spitzenbeamten des Gesundheitsministeriums, die im Ernstfall ohne Maske dastehen.

Nein, dabei meine ich nicht die frisch gekürte Chief Medical Officer (Im ORF wird nur in der ersten Wochenhälfte geköpft). Der oberste Koordinator des Chaos ist Clemens Auer, und der hat in unserem Gesundheitssystem schon so einiges verbockt (Link).

Written by medicus58

22. Januar 2021 at 22:18

Wo kommt denn der Clemens Auer her?

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War wohl der bisher schwerster Auftritt der Grauen Eminenz der österreichischen Gesundheitspolitik, als er zum missglückten „Oster Erlass“ – Dadaismus auf ganz hohem Niveau! bot: https://youtu.be/ivnPjlVy1Ss

Der Spitzenbeamte, der in trauter Runde gerne von all denen sprach, die unter ihm schon Gesundheitsminister waren, und uns nun stilsicher die Virologie näher bringt, hat natürlich nicht Medizin sondern Philosophie und Politikwissenschaften an der Universität Wien studiert.

Wer nun glaubt, dass der geborene Niederösterreicher ein kritischer Linker wäre, nur weil er bei Sozialphilosophen Norbert Leser dissertierte, ist auf dem Holzweg bzw. versuchte er die Sozialdemokratie als Leiter der Politischen Abteilung der Österreichischen Volkspartei zu reformieren. Spaß beiseite, das Mitglied der katholischen Studentenverbindungen KÖHV Carolina Graz und der KaV Norica Wien im ÖCV machte sich wohl kaum des Linksabweichlertums verdächtig, sonst hätte ihn Gräfin Rauch-Kallert-Mensdorff-Pouilly auch kaum ab 2005 bis 2018 zur mächtigsten Person des Gesundheitsministers als Leiter der Sektion I (Gesundheitssystem, Zentrale Koordination) im Bundesministerium berufen. Auch dass er von Hartinger-Klein 2018 weggelobt wurde, schadete seiner Karriere (WHO, EU, Orden) nicht und als „Sonderbeauftragter Gesundheit“landete er jetzt im Krisenstab, um das Gesundheitssystem, dass er in den letzten eineinhalb Jahrzehnten (zum Teil mit Milliardenaufwand) umgedreht und wie manche sagen kaputt gespart hat , durch die Krise zu bringen.

Als Geschäftsführer der Bundesgesundheitsagentur (-Sept 2018) und Vorsitzender des Fonds zur Finanzierung der Privatkrankenanstalten saß er auch an den Schalthebeln der Geldflüsse unseres Gesundheitssystems, als die Privatkrankenhäusern mehr Geld aus dem Topf erhielten.

Auch die letzte Studienreform, Aufnahmeprüfungen und die Reduktion der postraduellen Ausbildungsplätze zur Reduktion der teuren Fachärzte, die zum Ärztemangel in diesem Land führten wurden von Auer maßgeblich mitgestaltet.

2011 sah er weniger ein Problem in den Ärztezahlen als vielmehr einen Mangel in bestimmten Fächern bzw. Regionen. Die Zahl der ÄrztInnen sei in letzter Zeit stark angestiegen, in den letzten zehn Jahren um etwa 25 Prozent, in den letzten zwanzig Jahren gar um 73 Prozent auf aktuell österreichweit etwa 40.000 ÄrztInnen. Als wesentlich für die Zukunft erachtete Auer eine Reform bei der postgradualen Ausbildung zum AllgemeinmedizinerIn bzw. FachärztIn.

2013 wurden dann Aufnahmeprüfungen an den Med-Unis eingeführt und die privaten Medunis (Karl Landsteiner Privatuniversität 2013, Salzburger Privatuniversität mit Standort Nürnberg 2014, Siegmund Freud Privatuniversität 2015) begannen zu sprießen.

Um hier von Eminenz zu Evidenz über den wahren Ärztebedarf zu kommen, gab es zwar eine Bedarfsstudie, aber Bei der bereits mehrmals angekündigten Ärztebedarfsstudie verwies Auer auf „methodische Interpretationsschwierigkeiten“ zwischen den Partnern der Studie. Sie sei aber „auf dem Weg“.

Als er 2016 dann plötzlich „Feuer am Dach, trotz so vieler Ärzte wie nie, sah“ erfand er in einem scheinbaren Geniestreich die Primärversorgungszentren.

Zwischen 2011 und 2016 liegt weniger als eine Studiengeneration.

Der Mann, der keine Aufwand scheute um Milliardenprojekte wie die elektronische Krankenakte (ELGA, e-Medikation) den Menschen als ausschließlich ihrem Vorteil dienend zu verkaufen, fand sich auch den aktuell diskutierten Corona-Trojaner völlig OK.

Schließlich hat er doch beim EU Health Forum in Gastein noch im Oktober 2019, also vor der Coronakrise sein Weltbild offenbart:

To achieve such things I believe you have to give up sovereignty and, yes, some rights. This needs trust and you must do it voluntarily – that’s the trick. It means a lot of work, but I think we in Austria have achieved this.”

Was Auer von den Ärzten hält, die seinen Sicht nicht teilen und auf Probleme aufmerksam machen, hat er schon 2014 sehr deutlich gemacht:

„Ärzte die glauben, dass sie ELGA als Hilfsmittel nicht brauchen, sollten sich überlegen, ob sie ihre Rolle als Primärversorger in Zukunft überhaupt noch wahrnehmen wollen. An IKT – und somit auch ELGA – kommt man im Gesundheitswesen in Zukunft nicht mehr vorbei. Und dabei geht es weniger um konkrete Lösungen, als um die dahinterliegenden Prozesse“.

Man könnte das auch so verstehen, dass es da weniger um das Gesundheitswesen geht, als um die dahinterliegenden Prozesse …

Ja, und wie supi das VP Urgestein unter dem Grünen Rudi die österreichische Impfstrategie managed erleben wir seit dem Jahreswechsel…

Written by medicus58

8. April 2020 at 15:57

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