Sprechstunde

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(K)eine Wahlempfehlung oder die Wahl der Qual

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so-wahr

Da sich inzwischen jeder erdreistet dem angeblichen Souverän  eine Wahlempfehlung zu geben,
offenbar weil man dem mündigen Wähler sogar beim dritten Wahlgang noch immer keine eigene Entscheidung zutraut,
erlaubt sich auch Ihr Medicus seine unmaßgebliche Stimme zu erheben und Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben.

Also hoffen wir, dass diesmal wenigstens die „Sacklpicka“ ganze Arbeit geleistet haben und
wir den beiden Kandidaten und ihren Helfern weitere Selbstbeschädigungen ersparen.

Written by medicus58

27. November 2016 at 13:47

Rotes Wien – Totes Wien

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Hundi

Fährt man heute mit der U-Bahn, dann sieht man heute Symptomatisches.

Was man liest, erfasst die Umstände aber nur unzureichend:

Gerfried Sperl/Standard:
Wer in jedem Flüchtling einen Terroristen sieht, macht die Angst zum Ratgeber und die Vernunft zum Irrlicht. Leider war diese Stimmung ausschlaggebend. Das liegt nicht nur an den mehrheitlich rechtsgedrehten Medien, sondern auch an der Antwort auf die Frage: Wollen wir die Wiederkehr des (autoritären) Nationalismus?
http://derstandard.at/2000035642016/Hofer-und-das-Wundern-Oesterreich-wird-wie-Ungarn

Oliver Plink/Presse:
Der Tag an dem Österreich blau wurde:
Die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten werden wohl auch zu einem großen Teil Alexander Van der Bellen wählen.
http://diepresse.com/home/politik/bpwahl/4974613/Der-Tag-als-Osterreich-blau-wurde?

GeorgHochmuth/Kurier (aber noch vom 22.4.!)
„Wer SPÖ und ÖVP wählt, sponsert Straches Absichten“
Heller: FPÖ mit Van der Bellen stoppen
Leitner: Nur Griss kann Hofer verhindern
Dvorak für Hundstorfer: „Der beste Bundespräsident, weil …
http://kurier.at/politik/inland/heller-ueber-bundespraesidenten-wahl-wer-spoe-und-oevp-waehlt-sponsert-die-absichten-straches/194.533.541

Wenn „Rudi Hundstorfer„, der „aus bescheidenen Verhältnissen“ stammende Ex-Gemeinderat, Ex-ÖGB Präsident und Ex-Minister als Idealbild der Wiener Roten so abstinkt und selbst in seinem eigenen Habitat grad mal 73.494 Stimmen (12,31% vor den Wahlkartenwähler) erreicht, dann zeigt das, die Anti-FP-Keule, die die Wien-Wahlen 2105 noch mit einem blauen Auge überleben ließ (SP 39,59%, FP 30,79%), nicht mehr zieht.

Auch die von Faymann in allen Personalentscheidungen, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Gusenbauer, massiv „berücksichtigte“ Gewerkschaft, schafft es offenbar nicht mehr einen ihrer Ex-Präsidenten über das statistische Rauschen zu pushen.

Hundstorfers Absturz, mit dem er wohl vor ein paar Wochen nicht einmal im Traum gerechnet hat, zeigt, dass selbst enorme PR-Ausgaben aus Steuergeld einschließlich hinterfragbarer Querfinanzierungen aus der parteieigenen Gewerkschaft nicht ausreichen, den Wählern den Pleiten-Pech-und-Pannen-Kurs der Wiener Genossen (Finanzen, Gesundheitssystem, Gewerkschaft, …) schön zu reden.

Wenn eine andere Sumpfblüte dieses Biotops, Frau Ederer, nun auf keine andere Lösung kommt, als in der bürgerlichen Presse die Ablöse des ebenfalls aus diesem Habitat empor gekommenen Bundeskanzlers zu fordern (http://www.tt.com/politik/innenpolitik/11417529-91/sp%C3%B6-chef-unter-druck-ederer-fordert-faymanns-abl%C3%B6se.csp http://diepresse.com/home/politik/bpwahl/4974725/Ederer-fordert-Ablose-von-Werner-Faymann), dann scheint auch das letzte Band, das das Rote Wien einst zusammengehalten hat, gerissen – die innere Solidarität.

Dass nach diesem Debakel innere Kritik angesagt wäre, ist selbstverständlich, dass diese aber über die traditionell eher nicht der SPÖ zugeneigten Presse erfolgt, zeigt die völlig insuffizient gewordenen innerparteilichen Kommunikationskanäle.
Etwas, das sich an der ÖVP schon seit Jahrzehnten studieren ließ….

Auf ihrem Weg in die Bedeutungslosigkeit kannibalisieren sich SPÖVP nun und tun das beide

Mit Sicherheit NICHT MEHR für Österreich.

Ob das ehemalige SPÖ-Mitglied bzw. der vom Grünen-Chef zum scheinbar Unabhängigen mutierte Wien-Sieger Van der Bellen, der zuerst gegen Griss die Nazi-Keule schwang, um ihr am Wahltag schmeichelweich seine Wähler anzubieten, noch ehe fest stand, dass er es ohnehin in die Stichwahl geschafft hat, nun einen Bundespräsidenten Hofer verhindern wird können mag angesichts der großen Stimmendifferenz zumindest bezweifelt werden. Ob sein politisches Verhalten in den den letzten Jahren (Wiener Spitzenkandidat bleibt lange im Nationalrat, Erfolgsbilanz des Uni-Beauftragten?, Steigbügelhalterei der Wiener Grünen …) sich wirklich so sehr von Apparatschik Hundstorfer unterschieden hat, möge jeder für sich beurteilen.

Wird es unter einem FP Bundespräsidenten und FP Bundeskanzler und bald FP Bürgermeister in Wien besser?

Ich glaube nicht, aber solange
sich die Wiener Roten und die Niederösterreichischen, Salzburger und Oberösterreichischen Schwarzen und ihre jeweiligen Grünen Mehrheitsbringer darauf verlassen, dass sich die Wähler halt nur täuschen haben lassen oder überhaupt irren,
die Schuld bei den jeweiligen Vorsitzenden und nicht ihrem eigenen System suchen und sich darauf verlassen,
dass sie mit dem Verweis auf das rechtspopulistische Gehabe der FP und durch eine millionenschwere Querfinanzierung des Boulevards die Wähler wieder heimholen lassen, wird der Siegeszug der FPÖ nur durch deren eigene Selbstzerstörerische Kraft aufgehalten werden.

Ederer irrt, wenn sie meint: Faymann trägt die Verantwortung.
http://www.tt.com/politik/innenpolitik/11417529-91/sp%C3%B6-chef-unter-druck-ederer-fordert-faymanns-abl%C3%B6se.csp

Für das Wiener Wahl Debakel trägt die gesamte Wiener SPÖ einschließlich „ihrer“ FSG die Verantwortung.

Faymann aus zunehmen, der seinen Aufstieg den Strickleitern dieses Systems verdankt, wäre genauso falsch wie Frau Ederer aus zunehmen,
die ebenfalls ihre Karriere bei Siemens und ihre jetzigen Pöstchen u.a. „dieser Familie“ verdankt.

Ja, und wenn SJ-Vorsitzende Julia Herr ernsthaft glaubt, was sie sagt: „Die Wählerinnen und Wähler haben nicht Rudolf Hundstorfer, sondern Faymanns politischen Kurs abgestraft“, dann ist der Realitätsverlust auch schon auf die nächsten Generation übergesprungen.

Nur eins scheint seit gestern klar „More of the same“ endet kopfüber im Altpapier.

PS: inzwischen forderte auch Wehsely Faymanns Kopf, nein nicht die Sonja sondern ihre Schwester.

Written by medicus58

25. April 2016 at 16:03

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