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Scheiterhaufen am Boulevard

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Die New York Post ist seit ihrer Gründung vor 220 Jahren zu einem Schund- und Skandalblatt geworden, neben dem sich unser Boulevard fast wie Qualitätsjournalismus anfühlt.

Es mag auch bezweifelt werden, dass sich dort irgendjemand mit der Tragödie ernsthaft und näher auseinandergesetzt hat, so wirr ist die Verquickung von unzusammenhängenden (persönliches Schicksal, VdB Statement, Ende der Impfpflicht) Einzelfakten. Das alles im Lieblingsblatt Trumps, dem zu Österreich nur Forest cities eingefallen sind und trees more explosive as they have in California.

Mir, wie vermutlich den meisten, die sich jetzt für und gegen Kollegin Kellermayr zu Wort melden, fehlen viele Fakten zu den tragischen Entwicklungen, die zu ihrem Suizid geführt haben, und die meisten von uns sollten d. h. besser schweigen.

Auch der menschliche berührende Nachruf auf Puls 4 hinterfrägt erst ganz zum Schluß und zögerlich die Mitschuld des eigenen Mediums und lässt einen unbefriedigt zur3.

Selbst in meiner (medial winzigen und (pseudo)nymen) Ecke des Internets erfährt man, wie aggressiv der Widerstand wird, wenn man Position bezieht.

Das mediale Echo auf diese Tragödie macht deutlich, dass der Boulevard der schlechteste Verbündete ist, um Missstände an die Öffentlichkeit zu bringen; und auch auf so manches Qualitätsmedium würde ich persönlich nicht setzen wollen.

Written by medicus58

31. Juli 2022 at 18:37

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Scheiterhaufen am Boulevard

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Die New York Post ist seit ihrer Gründung vor 220 Jahren zu einem Schund- und Skandalblatt geworden, neben dem sich unser Boulevard fast wie Qualitätsjournalismus anfühlt.

Es mag auch bezweifelt werden, dass sich dort irgendjemand mit der Tragödie ernsthaft und näher auseinandergesetzt hat, so wirr ist die Verquickung von unzusammenhängenden (persönliches Schicksal, VdB Statement, Ende der Impfpflicht) Einzelfakten. Das alles im Lieblingsblatt Trumps, dem zu Österreich nur Forest cities eingefallen sind und trees more explosive as they have in California.

Mir, wie vermutlich den meisten, die sich jetzt für und gegen Kollegin Kellermayr zu Wort melden, fehlen viele Fakten zu den tragischen Entwicklungen, die zu ihrem Suizid geführt haben, und die meisten von uns sollten d. h. besser schweigen.

Auch der menschliche berührende Nachruf auf Puls 4 hinterfrägt erst ganz zum Schluß und zögerlich die Mitschuld des eigenen Mediums und lässt einen unbefriedigt zur3.

Selbst in meiner (medial winzigen und (pseudo)nymen) Ecke des Internets erfährt man, wie aggressiv der Widerstand wird, wenn man Position bezieht.

Das mediale Echo auf diese Tragödie macht deutlich, dass der Boulevard der schlechteste Verbündete ist, um Missstände an die Öffentlichkeit zu bringen; und auch auf so manches Qualitätsmedium würde ich persönlich nicht setzen wollen.

Written by medicus58

31. Juli 2022 at 18:37

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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In der Vorwahlzeit wird die Qualität einer Schimäre gerettet

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Szekeres Pilz

Der Boulevard tobt und die Retter der Patienten in Gestalt der Patientenanwältin Dr. Pilz und des Gesundheitsministers Stöger „greifen ein, um endlich Ordnung zu schaffen“.
Die beiden Politiker, erlangen rechtzeitig im Vorwahlkampf Kenntnis davon Kenntnis, dass seit Jahren (die Patientenanwaltschaft weiß von Vorwürfen seit 2009!) in der Ordination einer Wiener praktischen Ärztin (angeblich komplikationsreiche) Abtreibungen durchgeführt werden und stellen die Qualitätskontrolle der Ärztekammer in Frage.

Puls4 ließ auf „Guten Abend Österreich“ den Wiener Ärztekammerpräsidenten Szekeres, der gerade selbst einen Patientenanwalt wählen hat lassen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=93952) und die von der Wiener Politik bestellte Patientenanwältin Pilz (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82486) aufeinander los und sparte m.E. ein paar wichtige Punkte aus.

Vorausschicken möchte ich, dass meine Kenntnis des Falles ausschließlich auf Medienberichten beruht und ich weder Praktischer Arzt noch Gynäkologe bin (so wie übrigens weder Stöger noch Pilz!), so dass ich mir kein Urteil darüber anmaße, ob in dieser Ordination fachliche Fehler passiert sind oder nicht. Ich greife den Fall auf, weil er wieder einmal die Instrumentalisierung echten oder vermeintlichen ärztlichen Fehlverhaltens für politische Zwecke zeigt, ohne dass die dahinter liegenden Probleme aufgegriffen werden.

Diese sind:

Die Rolle des praktischen Arztes in Österreich
Qualitätssicherung als politisches Druckmittel
&
Die Problematik der Gesundheitsökonomie

Auch wenn die nun beschuldigte Ärztin nur die Narkose und nicht den gynäkologischen Eingriff selbst durchgeführt hatte (dies taten offenbar FÄ für Gynäkologie und diese wären also für die behaupteten Verletzungen zur Verantwortung zu ziehen), läge der Fall gar nicht anders, hätte die praktische Ärztin selbst die Abtreibung durchgeführt
Die Rechtslage ist hier eindeutig, ein praktischer Arzt, der in Rahmen seiner 3-jährigen Turnusausbildung viele Fachabteilungen durchläuft, darf alles, also von der Blutdruckeinstellung bis zum chirurgischen Eingriff, wozu ansonsten nur der jeweilige Facharzt (dessen Ausbildung mehr als das Doppelte dauert) berechtigt ist. Auch ein geschickter Internist darf zum Beispiel keinen gynäkologischen Abstrich anfertigen, der Praktiker schon. Passieren darf halt nix, sonst schlägt das Haftungsrecht zu. 
Die Absurdität betrifft natürlich auch die ärztlichen Sonderfächer: Ein (Bauch-)chirurg darf theoretisch auch Koronargefäße durchschneiden, weil die Herzchirurgie ein Teil des Sonderfaches Chirurgie ist. Dass die meisten Chirurgen im Rahmen ihrer Ausbildung bei einer Herzoperation nicht einmal assistiert haben werden, ist hier irrelevant. 
Wie berichtet hat sich das Gesundheitsministerium mit der Ärztekammer (Niedermoser) auch auf eine modulare Facharztausbildung geeinigt in der ganz explizit einige Teile des jeweiligen Faches  nicht einmal mehr auf dem Paier ausgebildet werden müssen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56548).

Der Streit über die Qualitätskontrolle, ohne der heute offenbar nichts mehr außer dem Bankensektor, dem Militär und der Politik betrieben werden darf (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=39411), führte dazu, dass sich die Österr. Ärztekammer, ohne breiter Rückversicherung unter ihren Zwangsmitgliedern, um deren Geld eine eigene Ges.m.b.H, die so genannte ÖQMED (http://www.oeqmed.at/index.php?id=39) leistet. 
Dass eine kammereigene Selbstkontrolle der Qualität kritisiert wird, erfolgt meines Erachtens völlig zu Recht. 
Was aber vergessen wird, ist dass (1.) allfällige ärztliche Fahrlässigkeit im individuellen Einzelfall von keiner Qualitätskontrolle verhindert werden kann und (2.) dass zwar der Ruf nach Qualitätskontrolle gratis, entsprechende Maßnahmen aber viel Geld kosten.
Da das Versprechen, dass sich diese Einrichtung dereinst einmal selbst erhalten wird, bislang uneingelöst ist, ebenso wie nei der ebenfalls kammereigenen Ges.m.b.H. für Arztprüfungen und Fortbildung (ARZTAKADEMIE), muss sie kräftig aus der Ärztekammerumlage querfinanziert werden. All das, nur weil man sich –vermutlich zu Recht – fürchtet, dass die Gesundheitspolitik mit Steuergeldern selbst so ein Vehikel errichtet, dass unter dem Deckmantel der Qualitätssicherung, nur die politischen Vorgaben durchzudrücken hat
Mit ÖBIG, AGES, Umweltbundesamt, … etc. hat die Politik genau das bereits gemacht.
Wenn Stöger also die – unabhängig von der Schuldfrage erschreckenden – Vorwürfe gegen die Abtreibungsordination sofort zum Anlass nimmt, mit so einer Struktur zu drohen, dann ist das eben reale Machtpolitik im Gesundheitswesen.

Der letzte Punkt, Gesundheitsökonomie, scheint mir besonders aktuell. Ich selbst finde es als Mensch und Arzt höchst bedenklich, wenn gefahrengeneigte Eingriffe ambulant durchgeführt werden, jedoch ist das seit Jahren die Vorgabe jeder Gesundheitsreform. Während noch während meiner Ausbildungszeit viele Chemotherapieschemata unter stationären Bedingungen verabreicht wurden, läuft deren überwiegender Teil derzeit tagesklinisch, d.h. die Patienten sitzen am Gang oder in einem Nebenraum der Ambulanz am Tropf. Keine Frage, die Supportivtherapie (z.B. die Mittel gegen Erbrechen) haben sich in den letzten Jahrzehnten gebessert, aber wirklich menschenswürdig ist das in manchen Fällen nicht.

Bei jedem Todesfall nur kurz hinterfragt, sollen auch Mandeloperation tunlichst ebenfalls tagesklinisch erfolgen, auch wenn das Risiko der Nachblutung zu Hause nicht gänzlich auszuschließen ist. 
Die Stadt Wien reduziert die chirurgischen Betten in ihren Häusern, weil auch hier immer mehr „kleine Eingriffe“ tagesklinisch durchgeführt werden sollen
Das freut übrigens die Privatspitäler. 
Wer es sich leisten kann, lässt sich seinen Eingriff eben dort machen und wartet vor Ort ab, ob es zu Komplikationen kommt. 
Wer sich also – meines Erachtens zu Recht – entrüstet, weshalb ein Schwangerschaftsabbruch ambulant in der Ordination durchgeführt wird, sollte bedenken, dass das auch das Geschäftsmodell vieler darauf spezialisierter Institute ist und für immer mehr Eingriffe das erklärte Ziel der Gesundheitsökonomie darstellt. 
Weiters sollten wir den alten Wein in englischen Schläuchen der Gesundheitsökonomie (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=92970) immer wieder hinterfragen, die sich genau auf diese allumfassende Kompetenz des „Praktikers“ oder „Family Doctors“ berufen, die uns im konreten Fall so eigenartig anmutet:
Eine praktische Ärztin jenseits des gesetzlichen Pensionsalters macht Narkosen und beschäftigt Fachärzte für Gynäkologie, um die Preise anderer Abtreibungsinstitute unterbieten zu können.

Ich würde mir folgende Aufarbeitung des Falles wünschen:

Rasche Klärung, ob das ein STRAFRECHTLICHES oder HAFTUNGSRECHTLICHES PROBLEM ist und keine gegenseitigen Beschuldigungen über Qualitätskontrolle und Standesrecht, denn wenn hier jemand systematisch gepfuscht hat ist das in erster Linie ein Fall für den STAATSANWALT und nicht für eine Ehrengericht.

Erst sekundär, wenn der Staatsanwalt hier kein strafrechtliches Vergehen finden kann, müsste sich der Ärztestand fragen, ob der Fall, der sicehr dem Ansehen der Ärzte nicht genützt hat, standesrechtlich zu behandeln ist.

In beiden Fällen hat die Unschuldvermutung für en Arzt zu gelten, aber nicht für die Aufsichtsbehörden, man beachte den Plural, wenn ein Problem seit vier Jahren aktenkundig ist!

Eine prinzipielle KLÄRUNG welchen Grad an Qualitätskontrolle wir ALLE (Ärzte, Patienten, Hauptverband, Politik) im Gesundheitssystem bereit sind zu zahlen und Beauftragung einer weisungsfreien EXTERNEN EINRICHTUNG.

Eine ehrliche ANALYSE des Luftschlosses, dass ein einzelner praktischer Arzt (mit und ohne Lehrpraxis) jemals die Fertigkeiten erwerben kann auch nur die einfachsten Probleme der gesamten Medizin zu erkennen!

Am Dr. med. univ., also der Schimäre des Fachmanns/der Fachfrau gesamten Heilkunde wird nur mehr festgehalten, weil es für das Selbstwertgefühl von Ärzten praktisch und die Gesundheitsökonomie billig ist.

PRESSE: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1429348/Bei-der-Abtreibung-schwer-verletzt?_vl_backlink=/home/panorama/oesterreich/index.do
DERSTANDARD: http://derstandard.at/1373512271431/Mehrere-Patientinnen-verletzt-Wiener-Aerztin-bot-Billig-Abtreibungen-an  
OÖN: http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Frauen-bei-Abtreibungen-schwer-verletzt;art58,1155831  
NEWS: http://www.news.at/a/wien-abtreibung-verletzungen
KRONE: http://www.krone.at/Oesterreich/Wien_Frauen_bei_Abtreibung_schwer_verletzt-Schwere_Vorwuerfe-Story-368383

und dann war dann noch

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kein 
Bunga Bunga wie letztes Jahr 
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34808 sondern eher 
Banka-Banker Gattin Dasi 
lud wieder zum Ball und Ritchi mit der Lizenz zum Einladen kam und tanzte.

In schlimmer Vorahnung, habe ich schon letztes Jahr diesen Jahrmarkt der Eitelkeiten als „Dschungelcamp“ (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34874) bezeichnet.

Heuer war dann aber wirklich die regierende Dschungelcampgewinnerin am Parkett …..

http://www.focus.de/panorama/boulevard/wiener-opernball-2012-moertel-lugner-nielsen-ist-irre-pflegeleicht_aid_715048.html

sagt’s ab sofort einfach Nostradamus zu mir ….

Stoppt die Impertinenz

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Dass die Gemeinde Wien seit Jahren Millionen an Steuergelder unter dem Deckmantel der Information für Eigenwerbung rauswirft, wurde hier schon mehrfach angeprangert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31858

Die an der Wahrheit vorbeischrammende Eigenwerbung der Wiener Gesundheitsstadträtin und des formal eigenständigen Wiener Krankenanstaltenverbundes wurde auch hier schon kritisiert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35008

Seit Wochen werden endlich die horrenden Ausgaben verschiedenster Ministerien in den Medien kritisiert. Peter Pilz adelt (nicht ganz korrekt aber auch nicht gänzlich falsch) den ehemaligen Stadtrat Faymann als Erfinder dieses Inseratenunwesen: Seinerzeit, als Wohnbaustadtrat in Wien, hat er die Inseratenkorruption erfunden. Sein erster Versuch galt dem Kurier. Der Stadtrat zahlte die neue Wohnungsbeilage und der Kurier lobte die schönen neuen Wohnungen. Die Beilage wurde noch von echten Journalisten verfasst – aber Faymann lernte, dass man erste Grenzen straflos überschreiten kann. Als Verkehrsminister machte Faymann den nächsten großen Schritt. Er begann, sich den Boulevard zu kaufen. Jetzt ging es schon um offene Geschäfte: Gefälligkeitsinserat gegen Gefälligkeitsgeschichte. Längst Gewohnheitstäter, glaubte er, im Bund könne ihm ebenso wenig passieren wie in Wien. Sein Instrument war die ÖBB, die er zu Gefälligkeitsinseraten an befreundete Zeitungen gezwungen hat.

http://www.peterpilz.at/ Eintrag 16.September

Nun sorgt ein Inserat Faymanns in seinem neuen Zentralorgan heute (Gratisblatt in der Wiener U-Bahn, das im Dunstkreis der Krone produziert wird) für Aufregung, wo er sich unter dem Deckmantel eines redaktionellen Beitrags gemeinsam mit dem Gesundheitsminister als „Stopper der 2-Klassen-Medizin“ abfeiert.

(siehe Bild, das ich aus der Online-Presse habe, da ich heute in der U-Bahn was anderes als  heute gelesen habe) http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/695348/Faymann-das-destruktive-Element

Impertinent ist das deshalb, weil sich der Bundeskanzler (auch im Abendjournalinterview) uneinsichtig zeigt, dass sowas einfach nicht tragbar ist und zweitens (und das ist nun meine ureigenste Überzeugung) dieses Inserat, weil inhaltlich deckungsgleich mit der Kampagne des Wiener Krankenanstaltenverbundes, nur eine mediale Entlastung des Rathhauses ist, um den organisierten Aufschrei der Bediensteten über die finanzielle Misere der Wiener Spitäler vergessen zu machen. siehe: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43804

Das Operationsplanungssystem im KAV wird nach außen als großer Transparentmacher bejubelt, die damit arbeiten müssen, sind genervt von den vielen Bugs und Unzulänglichkeiten. Dass das nun Faymann als „seinen Sieg“ gegen die angebliche Bevorzugung von Klassepatienten feiert, kann kein Zufall sein, sondern zeigt, dass hier die PR Maschine des Wiener Rathhauses nun auch mit Bundesgeldern betrieben wird.

„Ohne die Partei wäre ich nichts“, hat einmal ein hoher SPÖler gesagt. Auch Werner weiß wem man Dankbarkeit schuldet. Da ist so ein kleiner Gefallen schon mal drinnen. Wir zahlen’s ja.

Written by medicus58

16. Februar 2012 at 18:52

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