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KAV: Wo bleibt die Informationspflicht der Bevölkerung, wenn Spitäler still stehen?

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kav

Dass die Gemeinde Wien Steuergeld mit vollen Händen hinauswirft, um im Boulevard Eigenwerbung zu betreiben, wurde hier schon oft kritisiert (Stoppt die Impertinenz http://wp.me/p1kfuX-97 ).

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) stand da nie nach und inserierte ganzseitig „seine Krankenhäuser“ (http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=23603) und jede Wortspende seiner Führung (Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef http://wp.me/p1kfuX-RP).

Argumentiert wird diese Querfinanzierung befreundeter Medien immer mit der Informationspflicht der Bevölkerung.

Wenn nun am kommenden Wochenende EDV Wartungsarbeiten das
Wilhelminenspital und das Otto-Wagner-Spital lahm legen
(http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?id=25430), versteckt das der KAV auf seiner Homepage.

Es wird für diese Zeit eine Rettungssperre ausgerufen und selbst für ambulante Patienten, die zum Beispiel kein Röntgen oder Labor benötigen (weil entsprechende Anforderungen in dieser Zeit eben nicht elektronisch funktionieren), …. kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

PatientInnen, die sich bereits im Wilhelminenspital oder im Otto-Wagner-Spital stationär aufhalten, werden im Bedarfsfall für Untersuchungen an diesem Wochenende in andere Häuser gebracht

(weil für die rezent installierte Krankenhaus-EDV ganz offensichtlich keine praktikablen Ausfallskonzepte existieren!
KAV-IT: Die Problemverursacher übernehmen die Macht http://wp.me/p1kfuX-B4
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher http://wp.me/p1kfuX-NF).

Für Patienten, die wegen einer akuten Fragestellung in diesem Zeitraum eines dieser Spitäler aufsuchen, verrät der KAV zwar auf seiner Homepage, welche Ausweichmöglichkeiten existieren, aber es mag bezweifelt werden, dass die Patienten sich im Notfall dort informieren.

Eine Presseinformation, eine APA Aussendung, geschweige ein ganzseitiges Inserat in HEUTE und ÖSTERREICH findet sich bis zur Stunde nicht. (Bitte Nachtrag unten beachten)

Während man die Sprengung eines Schornsteins am Gelände des Krankenhaus Nord zum Medienereignis mit Pressekonferenz machte
https://www.wien.gv.at/rk/msg/2011/05/04015.html

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110503_OTS0071/erinnerung-43-meter-schornstein-am-kh-nord-gelaende-wird-gesprengt

von dem Stadträtin Wehsely sogar auf ihrer Homepage schwärmte
http://www.sonja-wehsely.at/turm-fallt-schornsteinsprengung-am-gelande-des-kh-nord/

regiert hier die „Augen-zu-und-durch-Mentalität“ und die „Aufklärungspflicht der Bevölkerung“ wird den Verantwortlichen erst wieder in den Sinn kommen, wenn es darum geht mit großem Getöse einen Blumentopf einzuweihen.

Nachtrag: Wie ich dankenswerterweise von einigen Lesern (siehe Kommentare) aufmerksam gemacht wurde, gibt es in der Druckversion einiger Zeitungen heute eine kurze Meldung dazu.
Im Falle des Kuriers handelt es sich dabei um eine kleine Nachricht (10 Zeilen) im Chronikteil, die von eingeschränktem Betrieb und möglichen Wartezeiten nur das oben genannte zitiert. Es handelt sich dabei um einen Text der Redaktion und nicht um eine Mitteilung des KAV. Meine Kritik bleibt daher aufrecht, dass zwar in ganzseitigen Inseraten PR gemacht wird aber wirklich wichtige Informationen nicht in vergleichbarer Weise mitgeteilt werden. Die Begründung, öffentliche Inserate würden der Information  der Bürger zuliebe geschaltet werden, ist für mich somit endgültig widerlegt.

Thailand: und dann gab es wieder einen Militärputsch

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Thailand zählt nicht gerade zu meinen vordringlichsten Interessensgebieten, so dass ich mir nicht anmaßen möchte, die augenblicklichen politischen Entwicklungen zu kommentieren.

Das Unverständnis vieller westlicher Reporter,weshalb sich die Bevölkerung offenbar gar nicht so Ich erinnere mich nur an meinen Aufenthalt 1985 und eine mögliche Erklärung dafür, weshalb die Bevölkerung den aktuelen Putsch mit gelassener Ruhe hinzunehmen scheint.

Am letzten Abend vor meiner Abreise aus Bangkok in den Norden, um dort das „Goldene Dreieck“ zu bewandern, davon vielleicht einmal später, wurde ich durch metallische Geräusche geweckt, die von der Straße herzukommen schienen. Als ich aus dem Fenster in die mäßig gut beleuchtete Straße blickte, sah ich eine Reihe gepanzerter Fahrzeuge vorbeifahren. Da sich niemand sonst für das Ereignis zu interessieren schien, setzte ich meinen Schlaf fort.
Erst im Norden verkündeten die thailandischen Medien, dass es sich dabei um einen erneuten Militärputsch gehandelt hätte und das einzige Opfer ein ein ausländischer Journalist war, der bei einem kurzen Schusswechsel nicht in Deckung gegangen war.

Den historischen Hintergund erfuhr ich erst später. Schon am 1. Apr. 1981 scheiterte ein Putschversuch der sogenannten „Jungtürken“ (April Fool’s coup), einer Gruppe der Chulachomklao-Militärakademie. Am 9. Sep. 1985 versuchte diese Gruppe erneut die Regierung Prem zu stürzen, jedoch verweigerten Infanteriedivisionen, mit deren Unterstützung die Putschisten gerechnet haben, ihre Teilnahme und nach 10-stündigen Verhandlungen war auch dieser Putschversuch, nicht zuletzt durch mahnende Worte des Königs, zu Ende.

Diesmal scheint aber der König jedoch auf Seiten der Putschisten zu stehen.
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3810723/Thailand_Abgesetzte-Premierministerin-Yingluck-verhaftet


Zumindest 1985 beendeten die thailändischen Nachrichtensprecher ihre Sendung mit einer tiefen Verbeugung.

Written by medicus58

25. Mai 2014 at 10:08

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