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Janßen identifizierte sich nicht mit dem Gesamtinteresse der Stadt Wien und musste gehen

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Spätestens seit dem noch immer beim Arbeitsgericht anhängigen Verfahren Dr. Rainer gegen die Stadt Wien wissen wir, dass sich die Stadt Wien von Mitarbeitern – unabhängig von ihren sonstigen herausragenden fachlichen Fähigkeiten – trennt, wenn diese sich „nicht mit dem Gesamtinteresse der Stadt Wien“ identifizieren.
Hier haben wir das vor über einem Jahr unter Dr. Rainer kann nicht KAV Generaldirektor werden: Fehlendes Gesamtinteresse der Stadt Wien gegenüber  thematisiert.
Es darf zwar bezweifelt werden, dass es sich nun beim unfreiwilligen Abgang von Udo Janßen aus dem KAV genauso zugetragen hat,
jedoch hat es die frisch-gebackene Gesundheitsstadträtin Frauenberger ähnlicho dargestellt: Das Vertrauen ist verloren gegangen“ und aus die Maus!

Wenn für Sie, liebe Leser, die beiden Vorgänge auf den ersten Blich wenig miteinander zu tun haben, beweist dies nur, dass wir es bereits völlig akzeptiert haben, dass ungenügend definierte „Befindlichkeiten“ für die Berufskarriere bei der Gemeinde Wien wesentlicher geworden sind, als harte Fakten.
Wenn Sie aber nun glauben, dass ich Herrn Janßen auch nur eine Träne nachweine, darf ich Sie auf die nachfolgenden Links verweisen,
nur ist das nicht der Punkt.

Da die neue Organisationsstruktur (Auslagerung, …) des KAV zumindest in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt wurde, wird es auch in dieser Phase kaum gelingen, einen ernsthaften Manager als Nachfolger zu finden. Wer übernimmt die Kapitänswürde auf einem Schiff, von dem weder bekannt ist, wohin es fahren wird, noch, ob es nicht überhaupt fliegen oder tauchen muss! Bis zu dieser Entscheidung, hätte man vom ehemaligen Heilsbringer vielleicht noch eine Gegenleistung für sein Salär verlangen können, und wenn es wie bei der Post-Auslagerung in einer Stiftung wäre …..

Vielleicht werden Sie auch sagen, dass durch den Abgang Wehselys (Ciao, Sonja Ciao; Leider nicht (16.5.) aber JETZT !!! ) das Trachtenpärchen der KAV Priviatisierung (Kleine(r) Mann/Frau was nun) gespalten war und es nur eine Frage der Zeit war, dass sich Wehselys Nachfolgerin einen Generaldirektor suchen wird, der auch ihr Vertrauen genießt, nur ist mir Vertrauen und Identifikation, so wichtig das AUCH ist, als Hauptargument zu wenig!

Der Punkt ist, weshalb die Stadt Wien plötzlich kein Vertrauen mehr in den Mann mehr hat, den man als Wunderwuzzi von seinem deutschen Schreibtischposten weggeholt und zuerst in die Direktion eines der größten Krankenanstaltenbetreibers Europas gehievt hat.
Der Punkt ist, weshalb die Stadt Wien einst so großes Vertrauen in Janßen hatte, dass er, sobald sein Vorgänger Marhold knapp nach einer Vertragsverlängerung als Generaldirektor mehr Interesse für seine Privatordination verspürte als für den KAV, Janßen vom Direktor zum Generaldirektor emporhob, obwohl sein Führungsstil, seine Tendenz zur Fremdvergabe, ….. ja alle seine Qualifikationen schon längst offenkundig waren:
16.4.2014 Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt ….
14.9.2014 Miniwahr KAV: Recht v.s. Propaganda und noch was anderes in dem Zusammenhang

Wer aber dem Ex-General nun das Debakel um das KH Nord anhängen möchte, hat zwar seit 1.1.2017 (Hat der weiße Murl seine Schuldigkeit getan?) formal Recht, negiert aber, dass die wesentlichen Fehlentwicklungen lange vor seiner Bestellung passierten.

Wer dem Ex-General nun die Misere der Strahlenbetten anhängen möchte, sei auf diesen Beitrag verwiesen:
Anmerkungen zur hektischen Debatte um die Strahlentherapie

Wer dem Ex-General nun die katastrophale Kommunikation anhängen möchte, übersieht die glücklichen Gesichter derer, die diesen Weg immer mit-bejubelten: KAV: Wenn das alles ist

Ich bezweifle, dass es im Fall Dr. Rainer die angeblich fehlende Identifikation mit dem Gesamtinteresse der Stadt war, weshalb er nicht verlängert wurde und
ich bezweifle, dass es im Fall Janßen, der uns allen unendlich teuer kommen wird, um Vertrauen ging.

Mich beschleicht der Verdacht, dass Janßen jetzt plötzlich gehen musste, um ihm nicht die Gelegenheit zu geben, zum nächsten Rechnungshofbericht (diesmal über das KH Nord) öffentlich Stellung nehmen zu können. Wir werden sehen wie viel Geld der Maulkorb kostet.

 

Written by medicus58

21. März 2017 at 17:40

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

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Die öffentliche Hand: Auslagern, um die Sau rauslassen zu können?

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Zeitlich begrenzte Werkverträge, kein gesichertes Einkommen und teilweise Willkür bei der Vergabe von Aufträgen:
Die Beschäftigungssituation der AbfallberaterInnen der Stadt Wien ist prekär.

so leitet der Standard einen Artikel ein, in dem er über die Art und Weise berichtet, wie die Stadt Wien mit Mitarbeitern umgeht,
ohne dass ihr in ihren ausgelagerten Betrieben die „Personalvertretung“ etwas dreinredet:
http://derstandard.at/1341845146403/Kettenvertraege-Abfallberater-der-Stadt-Wien-wehren-sich?
http://abfallberatung.blogspot.co.at/
http://www.facebook.com/AbfallberatungWien
http://www.kiv.at/servlet/ContentServer?pagename=Y01/Page/Index&n=Y01_0.a&cid=1340787352419
http://www.news.at/articles/1227/30/333276/prekaere-arbeit-abfallberater-loehne-mist

Dass das nicht legal ist, konnt man schon früher lesen:
http://diepresse.com/home/recht/rechtallgemein/667887/Kettenvertrag-der-Stadt-Wien-unzulaessig
http://422428.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_422428.2.1112086374.1112086374.1.kettenvertrag_stadt_wien_unzulaessig-glb_wiener_linien.html?onsearch=1

Ausgegliederte Betriebe?
Um sich einmal einen Überblick zu verschaffen, wie viele Betriebe z.B. die Stadt Wien unter ihren Fittichen hat, bediene ich mich der Einfachheit halber folgender Übersicht,
die ich auf einer ÖGB Seite gefunden habe: http://shorl.com/dosojydegofu

Sozial- und Gesundheitswesen:

Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (Fonds der Stadt Wien)
Psychosoziale Dienste (Fonds der Stadt Wien)
Fonds Soziales Wien (Fonds der Stadt Wien)
„wieder wohnen“ (GmbH des Fonds Soziales Wien)
Wiener Pflege- und Betreuungsdienste (GmbH des FSW)
Schuldnerberatung Wien (GmbH des FSW)
Sucht- und Drogenkoordination Wien (GmbH des PSD Wien)
Wiener Gesundheitsförderung (GmbH der MA 15)
Wiener Jugendzentren (Verein, der von der Stadt Wien die Finanzierung erhält)
Wiener Kinder- und Jugendbetreuung (Verein, der von der Stadt Wien finanziert wird und zum Beispiel für die Nachmittagsbetreuung in den Volksschulen der Stadt Wien zuständig ist)
Verein Wiener Sozialdienste (Verein, der hauptsächlich für die Stadt Wien verschiedene soziale Dienste durchführt)
Verein Wiener Sozialprojekte (Verein, der auch für die Stadt Wien viele soziale Dienste erbringt)
wienXtra (beauftragt von der MA 13)
usw.

Sonstige:

Wissenschaftliche Anstalt Wien Museum (Museen der Stadt Wien)
Ausgliederung der Stadtarchäologie Wien zum Wien Museum (früher MA 7 – Kultur)
Konservatorium Wien GmbH
Wiener Wohnen –  2 ausgegliederte Unternehmen: Wiener Wohnen – Hausbetreuungs GmbH, Wiener Wohnen – Außenbetreuungs GmbH (Wiener Wohnen ist eine Unternehmung der Stadt Wien)
Auflösung der medizinisch-technischen Akademien des Krankenanstaltenverbundes und Auslagerung an die Fachhochschule campus wien
stadt wien marketing gmbh

Ausgegliederte, privatisierte Stadtwerke:

Wiener Stadtwerke Holding AG mit ca. 14.500 Beschäftigten, dazu gehören zum Beispiel:
Wien Energie GmbH zum Beispiel mit den Unternehmen – Wienstrom, – Wienenergie Stromnetz, – Wienenergie Gasnetz, – Fernwärme
Bestattung Wien zum Beispiel mit den Unternehmen – Sargerzeugung Atzgersdorf, – Bestattung GmbH, – Friedhöfe Wien, – Krematorium Wien 
Wiener Linien

und noch viele andere Unternehmen und Beteiligungen

Eine ganze Menge Namen, für Einrichtungen, die eigentlich das tun, wofür erwartet wird, dass sich der Wähler am Wahltag bei der
„politischen Verlängerung der öffentlichen Hand“, eben den regierenden Politikern erkenntlich zeigen soll.

Da fragt man sich doch, weshalb gerade die öffentliche Hand
(also in der Theorie die Institutionen, die wir wählen und finanzieren, weil sie gesellschaftlich wichtige Dienste leistet)
ihre Leistungen hinter so einem bunten Firmengeflecht versteckt?

Einer der Gründe hängt mit der immer stärker in Diskussion befindlicher Verschuldung der öffentlichen Hand zu tun.
Firmengeflechte eignen sich hervorragend dafür, Schulden immer weiter aus dem nach außen transparenten Budget auszulagern und in den scheinbar eigenständigen Konstruktionen zu verstecken.
Wie viel Minus so aus den öffentlichen Bilanzen verschwunden ist, hat der Staatsschuldenausschuss in einer Umfrage unter den Gemeinden (ohne Wien) erhoben. Demnach haben allein die ausgelagerten Unternehmen, die noch unter dominierendem Gemeindeeinfluss stehen, geschätzte sieben bis zehn Mrd. Euro Miese. Gemeinsam mit den Defiziten von Betrieben wie der Wasserversorgung und den offiziellen Gemeindeschulden liegt der Gesamtmalus bei 22 Mrd. Euro. Nach Maastricht gemeldet haben die Gemeinden 4,6 Mrd. Euro Schulden. Der simple Schluss, dass hier über 17 Mrd. Euro versteckt werden, ist aber nicht zulässig, da die Autoren nicht wissen, welche Vermögenswerte den Schulden gegenüberstehen.
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/1264312/Verstecken-Gemeinden-zehn-Milliarden-Euro-an-Schulden?from=gl.home_wirtschaft

Wie wir aber u.a. aus den „Landesbanken (z.B. Kärntner Hypo) gelernt haben, muss letztendlich doch die „öffentliche Hand“ die Schulden der Konstruktionen, auf die sie Einfluss hatte -mit unseren Steuern- begleichen. Da kann man noch so viel auslagern, letztendlich ist es die verfassungsrechtliche Verpflichtung der Verwaltung, bestimmte Leistungen zu erbringen. Gehen ihre Töchter- und Enkelfirmen finanziell Baden, dann zahlt sie (und damit wir alle) für die Aufräumungskosten der Party.

Ein zweiter Grund für diese Auslagerungswut ist die Möglichkeit, im Zuge der „rezidivierenden“ Neuausschreibungen von ausgelagerten Leistungen immer wieder neue „Gefälligkeiten“ von den zum Zug kommenden Firmen einfordern zu können (Der Teufelskreis der Auslagerung – oder wie macht man Cash? http://wp.me/p1kfuX-9Y).
Während man früher man halt nur bei der Anstellung von neuem Personal ein „Parteibuch“ einfordern konnte und man dann den (pragmatisierten) Mitarbeiter nahezu unwiderurflich im Team hatte über dessen Rechte (bisweilen Privilegien) die eigene Personalvertretung wachte, ermöglichen Neuauschreibungen mit immer wieder „zur Dankbarkeit verpflichteten Geschäftspartnern“ das Einfordern gerade notwendiger Gefälligkeiten (klarerweise Unschuldsvermutung) z.B. die Arbeit der der AKH zivildienstleistenden Söhne durch die gerade zum Zug gekommene Reinigungsfirma ausüben lassen.
http://www.vienna.at/akh-prozess-um-putz-skandal-startet-am-5-oktober/news-20110923-01505147
http://derstandard.at/1317019635417/Strafrechtlich-ausgestanden-Kein-Prozess-fuer-AKH-Zivis

Gerade hier schließt sich der Kreis:

Während die öffentliche Hand jahrzehntelang mit ihrer Personalpolitik auch Parteipolitik betrieben hat,
in Zeiten, wo genügend Geld da war, gerne die Arbeitsbedingungen ihrer Bediensteten  durch ein paar Konzessionen verbessert hat, um Wählerstimmen zu sichern,
viele Verantwortungsträger der öffentlichen Hand über Partei (SPÖVP) und Gewerkschaftskarrieren (FSG, FCG) in ihre Positionen gekommen sind,
und durch diese Personalunion die Personalvertretungen z.T. ein Mitspracherecht in Bereichen bekommen haben, für die sie eigentlich nicht zuständig wären,
entschloss sich die Politik diesen Teufelskreis der Interdependencen nicht anzugreifen sondern auszusitzen,
aber andererseits in den zunehmend ausgelagerten Strukturen eine ganz andere Personalpolitik zu betreiben.

Nochmals, um es klar zu machen:

Hier geht es nicht darum, dass sich die politischen Entscheidungsträger auf der einen Seite zu ihrem Stammpersonal gut und zu ihren freien Mitarbeitern schlecht verhalten,
sondern wir erleben die Hilflosigkeit innerhalb eines selbst geschaffenen System.

Die Ursache, weshalb „die öffentliche Hand“, die von sich stets behauptet ein Gegengewicht zur „hire and fire“ Politik der sogenannten freien Wirtschaft zu sein,  ihre eigenenen „freien Mitarbeitern“ gegenüber derart mies verhält, liegt darin, dass sich „die Parteipolitik“ aus Eigennutz in ein derartiges Abhängigkeitsverhältnis zu ihren „fix angestellten Mitarbeitern“ begeben hat, dass sie nun keinen anderen Ausweg mehr sieht als diese schrittweise loszuwerden:

Übergang auf immer freiere Dienstverhältnisse (Kettenverträge),
Leiharbeiter (der KAV ist einer der größten Geschäftspartner heimischer Personalleasingfirmen!),
zugekaufte Beraterleistungen (mit Millionen an Steuergeld gelangen Privatfirmen an Informationen, die sie wieder an Dritte verkaufen können, deren Einstiegskosten z.B. in den Gesundheitsmarkt damit deutlich sinken: http://wp.me/p1kfuX-jr) für Leistungen, für die eigene Beamtenschaft optimal ausgebildet ist, und
letztendlich Auslagerungen.

Was soll’s mag der Ökonom nun denken, was schert uns die Moral soll doch der Private diese Leistungen übernehmen, wenn er sie billiger erbringen kann, spart doch unser aller Steuergeld!
Die Privatwirtschaft funktioniert doch auch so und wenn einem die Kettenverträge nicht passen, soll man klagen oder eine gesetzliche Änderung vornehmen.

Da mein (Streit)partner @EPichlbauer vorgestern meinte, man möge doch auch die Kettenverträge an den Unis ansprechen, wobei man hier zwischen den Bundesbediensteten (meist Ärzte, seltener med.-techn. Berufe)- und Klinikbediensteten (meist Sekretariatsbedienstete, …) unterscheiden muss -davon ein anderes mal-, möchte ich doch eine kurze persönliche Geschichte ) und dann was Grundsätzliches anbringen:

Als ich meine Ausbildung an der Universitätsklinik absolvierte, arbeitete ich die ersten vier Jahre auf Karenzposten und unterschrieb meine 2-6 Monate laufenden Dienstverträge stets blind, d.h. ich wußte bei der Unterschrift nicht, welche Karenz ich ausfüllte, so dass ich praktisch täglich gekündigt werden konnte, denn irgendwer vom Stammpersonal kam immer von irgendeinem Auslandsaufenthalt zurück. Mein Vertrag enthielt auch die Klausel, dass er zwar maximal für die angegeben Monate gültig war, jedoch automatisch als beendet galt, wenn die Person, dessen Vertretung ich war, wieder an seinen systematisierten Posten zurück kam. Ich erlebte auch sehr real, dass das schlagend wurde, als mich zwar nicht mein Klinikvorstand, aber die mir bis dahin noch nicht bekannte „Personalkommission“ nicht verlängern wollte, sondern sich jemandem, der kürzlich gegen eine „Protektionskind“ den Kürzeren gezogen hatte, erkenntlich zeigen wollte (dass man hier einem frisch gebackenen Ordinarius gleich einmal zeigen konnte, dass er nicht mehr so mächtig wie sein Vorgänger war, traf sich auch ganz gut).
Für brutt0 14.000 OS/Monat inkl Nachdiensten absolvierte ich in den 80er Jahren meine 90 Stundenwoche auf einem Schleudersitz, war aber nicht unzufrieden.
Warum?
Weil ich etwas lernen wollte,
weil ich beweisen wollte, dass ich mich sowohl klinisch also auch wissenschaftlich bewähren konnte und

weil diese Leistung anerkannt wurde: Der Herr Ordinarius ging nach Canossa, ich bekam auf Klinikgelder einen Zwischenvertrag und dann die nächste systematisierte Bundestelle.

Also warum sollen heute „die Jungen“ nicht auch durch „diese Lehre“ gehen?

Erstens, weil ihnen die Hoffnung fehlt, dass sie aus diesem Hamsterrad jemals wieder heraus kommen.
Viele „Kliniker“ damals glaubten, dass wir durch entsprechende wissenschaftliche Leistungen (Publikationen, Lehre, Habilitation) entweder innerhalb der Klinik oder (klinische Qualifikationen, Spezialkenntnisse, …) oder außerhalb in einem Zentral- oder Schwerpunktkrankenhaus eine adäquate Position erreichenn würden.

Zweitens lassen die öffentlichen Dienstgeber keinen Zweifel daran, dass sie uns alle für faul und korrupt halten und indirekt das „Beamtenbashing“ begrüssen, damit sie ihren teuren Auslagerungsweg argumentieren können. Personalvertreter kümmern sich fast ausschließlich um die IM und sehr selten um die AUSSERHALB des Systems. Die nun in prekären Dienstverhältnissen gefangenen haben wenig Hoffnung dass die „Sklavenposition“ nur eine Durchgangs- und keine Endstation ist.

Drittens hat die berufliche Unsicherheit in allen Berufen derart zugenommen, dass sich die „öffentliche Hand“ kaum wundern kann, dass sie die „Corporate Identity“ ihr Mitarbeiter verliert, wenn sie den einzigen Bonus verzichtet, der ihr zur Verfügung steht: Jobsicherheit

Viertens hat sich unsere Gesellschaft entschieden (auch wenn sie das in Maiaufmärschen und Sonntagsreden anders darstellt) , dass ausschließlich der Geldwert als Maßstab für Leistung anerkannt wird und „Geiz geil ist“. Da ist es absehbar, dass die öffentliche Hand für notwendige Leistungen immer mehr Geld ausgeben wird müssen, wenn man den eignenen Mitarbeitern Sicherheit und Anerkennung verwehrt und die Leistungen zukauft.

Im Gegensatz zur sogenannten „freien Wirtschaft“ ändern sich die Grundbedürfnisse, die die öffentliche Hand abzudecken hat kaum,
so dass die Verwaltung besser beraten wäre, sich ihrer versierten Mitarbeitern zu bedienen und -auch aus Kostengründen- nicht in pseudoprivate Parallelstrukturen und zugekaufte Leistungen auszuweichen und dort jedwelche Anstandsregeln über den Haufen zu werfen.

Die sogenannten „Privilegien der Beamten“ sind das Ergebnis eines Verhandlungsprozesses zwischen den „politischen Entscheidungsträger der öffentlichen Hand“ und der Personalvertretung/Gewerkschaft. Wenn die handelnden Personen das gesellschaftliche Interesse an öffentlichen Leistungen gegen die politische Interessen der Parteien eingetauscht haben, dann war es Stimmenkauf und somit Korruption und hat auch als solche und nicht als „Privilegienabbau“ behoben zu werden.

Diese Abhängigkeiten werden aber auch durch eine Zerschlagung des Beamtenstabes nicht beendet, sondern nur gegen die Abhängigkeit der Politik gegenüber ihrer privaten Auftragsnehmer ausgetauscht.
Die zunehmenden Korruptionsfälle in unserem Land sprechen für diese These. Auch wenn vom korrupten Beamten geredet wird, handelt es sich doch eher um korrupte Politiker/korrupte Partei, die auf der Payroll der Firmen standen. Das einseitig auf „die Beamten“ hinzudreschen vernebelt diese Zusammenhänge.

Ein schlichtes „weniger Staat mehr privat“ verschiebt das Problem, löst es aber nicht!

Mehr Transparenz und somit eine Entflechtung parteipolitischer Interessen von den wahren Aufgaben des öffentlichen Dienstes, eine Reformierung statt einer Demontage des Beamtenberufs wäre zu unser aller Vorteil.

Als (parteiungebundenes) Gewerkschaftsmitglied darf ich anmerken, dass es auch einer Reform der Haltung der Personalvertretungen/GöD bedarf. Solidarität hört nicht an den Grenzen der Pragmatisierung auf, den gerade damit erleichtere ich Vorgänge, wie die zu Beginn angesprochenen „Kettenverträge“ in der „Abfallberatung“.
Der öffentliche Dienst hat als Einheit vertreten zu werden, unabhängig davon, ob es sich hier um „pragmatisierte“ Dienstverhältnisse, Vertragsbedienstete oder „Leiharbeiter“ handelt.

Und noch ein Letztes:

Manches, sicher nicht alles, was als absurdes Beharren auf „Beamtenpriviligien“ in der öffentlichen Diskussion ankommt, stammt aus genau dieser Verunsicherung der Beamtenschaft ihrer Dienstgeberin gegenüber. Es ist zweifellos zu viel verlangt, aber trotzdem unumgänglich, dass auch die Politik wieder vermittelt, dass sie in „ihren Beamten“ Partner und nicht unliebsame Mitwisser sieht.

Aus den Forumbeiträgen zu diesem Standardartikel:

Liebe Standard-Redaktion, liebe Frau Blei! Die Stadt Wien erlaubt sich leider nicht nur bei der MA48 eine sehr grenzwertige Auslegung des Arbeitsrechts.
Trotz des Verbots von Kettenarbeitsverhältnissen werden JunglehrerInnen (ohne jegliche Gehaltssprünge) auf Jahre hinaus in solchen gehalten, ohne dass dies in irgendeiner Art und Weise argumentierbar ist.

Ähnliches beim Krankenanstaltenverbund Wien
Angestellte mit Zeitverträgen (zB Karenzstellen) werden, nach Auslaufen derselben, für 2 bis 6 Monate gekündigt, obwohl eine Stelle in der Abteilung frei wäre (zB andere Karenzstelle). Danach werden sie wieder eingestellt. Offiziell um „Kettenverträge“ zu vermeiden, in Wirklichkeit, um Personal zu sparen. In dieser sog. „Stehzeit“ sind die Gekündigten Arbeitslosengeldbezieher.
Ersparnis für die Steuerzahler: Nichts, denn sie zahlen sowohl den Gehalt (mit Arbeitsleistung für den Steuerzahler) als auch Arbeitslosengeld (ohne Leistung). Ersparnis für den KAV: Kosten ans AMS ausgelagert

STADT WIEN: selbstbedienungsladen für die einen, Ausbeutungsmaschinerie für die anderen.
Liebe SozialistInnen im Rathaus – solche Ausbeuter haben eure Gründungspersonen tw. mit Waffengewalt bekämpft. Schämts euch ihr Politapparatschiks nur mehr der Name eurer Partei ist sozial(istisch)!

Written by medicus58

14. Juli 2012 at 10:00

Nach 100% ist es aus, das Kasperltheater

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Zum dräuenden Jahrestag des Super-GAUs im AKW Fukushima lud Armin Wolf erneut Kasperl und Krokodil ein, damit sich die PT Zuschauer erneut ergözen mögen, wie sich die beiden nicht einigen.

Das war auch @ArminWolf via Twitter im Vorfeld klar:
Wird eine interessante Fukushima-Debatte jetzt zwischen den Herren Kromp und Steinhauser. Sind sich praktisch in nichts einig.

Georg Steinhauser, eloquenter und telegener Radiochemiker am Atominstitut der TU in statu habilitandi (2008 FAME LAB http://www.youtube.com/watch?v=19Vxg2ZWAlg ) und naturgemäß an der Weiterentwicklung der Reaktortechnik interessiert, sonst hätte er ja am Reinhardseminar inskripiert.

Wolfgang Kromp (Institut für Sicherheits- und Risikoforschung der BoKu) und laut Zeit Online, der Prophet der Apokalypse, die Kassandra der Republik (Der graue Wolf im Heimatlook erklimmt das Podium. Das Trachtenband um den Hals ist sein Amulett gegen die Globalisierung). http://www.zeit.de/2011/13/A-Kromp)

Persönlich hatte ich, der die Nutzung dieser Technologie zur Energiegewinnung seit den 70er Jahre ablehnt aber versucht die Mitte zwischen Verharmlosung und Alarmismus zu finden, die zweifelhafte Ehre in den rufschädigenden Bannstrahl von Kromp zu kommen, weil ich ihm vorwarf, dass seine Argumentation (bewußt?) zu vage bleibt, bzw. er bei seinem Lieblingsthema, das er auch gestern wieder angesprochen hat, (völlig unbekannt was mit Radionukliden im Meer passiert), wissenschaftliche Fakten entweder nicht kennt oder negiert.

Nach der üblich-saftigen Einmoderierung 
„würden Sie Gemüse aus Fukushima essen“ 
wurden gestern in der ZIB2 wieder die üblichen Standpunkte eingenommen:

Steinhauser: „es ist ja gar nicht so viel passiert“
Kromp: „ein Großexperiment, von dem wir nicht wissen was da noch kommt“

Hat das den Auftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunks erfüllt?

Ich bezweifle es, denn die uns allen von vielen Journalisten gestellte Frage „Ist das schlimm?“ lässt sich naturgemäß die Medien nur befriedigend beantworten, wenn man sich auf ein Ja oder Nein beschränkt,
was aber ohne vorheriger Festlegung des Messsystems aber methodisch angreifbar bleiben muss.

Jedem, der sich jenseits der Baumschule gebildet hat, wurden die Kant’schen Kernfragen:
Was kann ich wissen??
Was soll ich tun??
Was darf ich hoffen??
eingebleut.
Heute müsste der Alte vermutlich seinen Kanon um die Frage des
Wovor soll ich mich fremdfürchten??
(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35227) ergänzen.

Öffentlich-rechtliche Information sollte meines Erachtens einmal die unbestreitbaren FAKTEN UND IHRE VERTRAUENSBEREICHE festmachen, wobei das Schwergewicht auf diesen Fakten zu ruhen hat, die auch für den hiesigen Medienkonsumenten entscheidungsrelevant sind.

Also konkret müsste man Armin Wolf antworten, dass jeder von uns jedes Gemüse auch aus der Sperrzone einmal essen könnte, ohne dass das sein sicherer Tod wäre, weil es für uns eine EINZELDOSIS wäre, das Problem aber im Dauerkonsum kontaminierter Nahrung der Anreiner liegt.

Theoretisch wird etwa 1 von etwa 1,6 Millionen Menschen, die eine Zigarette pro Jahr rauchen, genau an dieser Zigarette durch Lungenkrebs sterben, 
weil statistisch gesichert ist, dass unter 200 Menschen, die 8000 Zigaretten/Jahr rauchen einer pro Jahr daran sterben wird.

Ob aber diese LINEARE EXTRAPOLATION eiens gesicherten Risikos bei hoher Exposition auch bis gegen Null valide ist, kann keiner sagen.

ABER:

Es wäre zum Beispiel eine sinnvolle Anregung auf Basis der bekannt gewordenen Problemen der Informationsweitergabe (um es freundlich zu formulieren) zwischen Betreiber und Aufsichtsbehörde

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1576888/ZDFzoom:-Die-Fukushima-Lüge 

zu diskutieren, ob es gesellschaftspolitisch wünschenswert ist, dass Risikotechnologien im Bereich privater, zur Gewinnmaximierung ihrer Miteigentümer (share holder value) verpflichteter Firmen bleiben dürfen.

Dieses Problem liesse sich auch – und dann macht es Sinn und ist keine der üblichen Like/DisLike Schlachten – an Beispielen aus anderen Industrien abhandeln:

Bhopal/Union Carbide/Auslagerung in die Dritte Welt: http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Bhopal
Mexikanischer Golf/BP/Tiefseebohrung:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpest_im_Golf_von_Mexiko_2010
ÖMV/Weinviertel/Fracking: http://derstandard.at/1330390280448/Weinviertel-OMV-lenkt-ein-Vorerst-keine-Schiefergasfoerderung

Das aufgewärmte Gruseln, ob der japanische Butterfisch im Shushi oder der japanische Blattspinat uns im Munde stecken bleiben soll, schafft wenig Erkenntnis.

Das Kasperltheater der streitenden Experten bringt wenig, egal ob das Wasser halbvoll oder halbleer ist.

Ein Risikoforscher Kromp ist für mich nicht sehr überzeugend, wenn er (siehe die Arbeitsgebiete seiner Institutshomepage:  nahezu ausschliesslich mit dem atomaren Risiko befasst.
https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.orgeinheit_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=201&id_in=H818

UND DOCH:

Ein fast nur gemurmelter Beitrag Kromps in seinem Rückzugsgefecht hat dann doch das wirklichee Problem angesprochen:

Wir können nicht 1 1/2 Welten für den Energiehunger der entwickelten Welt verbrauchen …..

Es gibt eine Möglichkeit, die Gefahren des Super GAUs auch ohne Übertreibung in eines der beiden Extreme zu diskutieren:

Ist ist ziemlich egal, ob die residuale Strahlenbelastung die japanische Krebsrate um 0,002% angehoben wird
(der Chemiker Steinhauser zitiert den Onkologen Gale mit einer Sterberate von 0,001%) oder
(meine worst case Annahme für eine seafood basierte Exposition auf Basis der Daten nach den Unfällen in Windscale/Sellafield http://de.wikipedia.org/wiki/Windscale
um maximal 0,5% für die betroffenen Küstenabschnitte ansteigt…

Am Ende der Fahnenstange haben wir alle als Gesellschaft „100% Risikolose“:
 
Wenn wir die verspielt haben ist es aus …

Links:
Versuch einer Kommunikation von Strahlenrisiko:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32224 
ZIB 2
http://tvthek.orf.at/programs/79134-Spaet-ZIB/episodes/3698623-ZIB-2

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